Sprachliche Entwicklungen im Sport am Beispiel der Zeitschrift „Basketball“


Magisterarbeit, 2008
118 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ziel der Arbeit/ Problemstellung

3 Einordnung des zu behandelnden Sprachtyps

4 Sportsprache: Geschichte und Ausblick

5 Geschichte des Basketballs

6 Textkorpus

7 Äußere Auffälligkeiten

7.1 Bilder

8 Überschriftenvergleich

9 Veränderungen im Sprachsystem
9.1 Gang der Untersuchung
9.2 Syntax
9.2.1 Satzlängen
9.2.2.1 Untersuchung zum hypotaktischen und parataktischen Satzbau
9.3 Wortschatz und Wortbildung
9.3.1 Konversion
9.3.2 Nominalisierung durch Suffigierung
9.3.3 Andere Ableitung durch Suffigierung
9.3.4 Komposita
9.3.5 Kürzungen
9.3.6 Fremdwörter
9.3.7 Fachwörter
9.3.8 Metaphern
9.4 Zusammenfassung der Ergebnisse

11 Literatur
11.1 Internetquellen

Anhang

1 Einleitung

„Sport findet isoliert eigentlich gar nicht statt. Er manifestiert sich in der Berichterstattung der Medien und wird durch deren Deutung und Verständnis bestimmt.“[1]

Sport ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Millionen Bundesbürger betätigen sich organisiert oder unorganisiert sportlich, sei es in der Schule, im Betrieb oder in der Freizeit, zu Lande, zu Wasser oder in der Luft.

Sport bietet aber auch Gesprächsstoff für zwischenmenschliche Kommunikation. Man unterhält sich am Stammtisch oder am Arbeitsplatz über Sport, Sportler und Sportereignisse. Deshalb widmen sich auch die Medien sportlichen Ereignissen und die Masse ihrer Produkte drückt den Stellenwert des Sports aus. Kein anderer europäischer Staat ist durch eine derartige Vielzahl von Zeitschriften geprägt wie die BRD. Millionen Sportinteressierte können sich stündlich, täglich, wöchentlich oder monatlich über Sport informieren.[2]

Der Sport unterscheidet sich von den anderen Genres dadurch, dass der Leser auf diesem Gebiet bescheid weiß. Er kennt die Namen, er liebt und hasst seine Stars und er vergisst nie seinen Lieblingsspieler. Dadurch ist es dem Leser möglich, mitzuspielen, zu kommentieren und zu fluchen.[3]

In dieser Arbeit wird die Sprache einer Sportzeitschrift auf Veränderungen hin untersucht. Die Sportzeitschrift beschäftigt sich intensiver als alle anderen Medien mit dem gesellschaftlichen Phänomen Sport. In den allgemeinen und tagesaktuellen Medien Tageszeitung, Hörfunk und Fernsehen ist der Sport nur ein Thema unter vielen, während er in der Sportzeitschrift das einzige Thema darstellt.

Obwohl Sport und Freizeit als Gegenpol zu Arbeit und Beruf in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnen und damit auch die Sportzeitschrift, gibt es nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen darüber. Umfangreiche theoretisch fundierte und empirisch gesättigte Ergebnisse liegen hauptsächlich für die tagesaktuellen Medien vor.[4] Deshalb stammen auch viele Hypothesen und Ergebnisse, die in dieser Arbeit präsentiert werden, aus Untersuchungen über die tagesaktuelle Presse. Der Vergleich dieser mit den hier gewonnenen Erkenntnissen wird Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der Sportzeitschrift und der tagesaktuellen Presse aufzeigen.

Michael Kleinjohann weist jedoch in seinem Buch Sportzeitschriften in der Bundesrepublik Deutschland darauf hin, dass es keine klaren und trennscharfen Definitionen für Zeitung und Zeitschrift gibt, und man deshalb nicht gesondert von einer Geschichte der Zeitungen und einer Geschichte der Zeitschriften sprechen kann, sondern allgemein von einer Geschichte der Sportpresse oder Sportblätter. Viele Texte verwenden die Begriffe Illustrierte, Magazin, Fachzeitschrift und Fachpresse synonym mit dem Begriff Sportzeitschrift.[5]

Doch was ist eine Fachzeitschrift?

Die Fachzeitschrift wendet sich an ein bestimmtes Publikum, das „vom Fach“ ist. Das heißt, die Zielgruppe sind Menschen, die bereits gute Kenntnisse über das in der Fachzeitschrift behandelte Thema haben. Oft hat die Zielgruppe auch beruflich mit dem Thema zu tun.

Arbeiten, die sich mit der Sprache einer Sportzeitschrift, die nicht Fußball zum Thema hat, auseinandersetzen, sind in Deutschland sehr selten. Wenn man im Internet danach sucht, wird man fast keine Ergebnisse erhalten. Sucht man nach Untersuchungen über die Sprache des Fußballs, erhält man dagegen sehr viele Ergebnisse.

Um dies zu veranschaulichen, möchte ich die Ergebnisse der Suchmaschine Google für deutsche Webseiten gegenüberstellen:

Gibt man in das Suchfeld „Sprache Fußball“ ein, erhält man 3.920.000 Treffer. Die Einträge für die Eingabe „Sprache Basketball“ belaufen sich auf nur 407.000.

Hier handelt es sich sicherlich nicht nur um wissenschaftliche Arbeiten, aber der riesige Unterschied bei der Anzahl der Treffer macht schon deutlich, dass das Interesse an der Sportsprache außerhalb des Fußballs in Deutschland nicht sonderlich groß ist. Wenn man die beiden selten untersuchten Gebiete Basketballsprache und Sprache in einer Fachzeitschrift kombiniert, erhält man noch weniger Ergebnisse. Allein deshalb halte ich eine Untersuchung darüber für interessant.

Ein nicht zu geringer Teil dieser Arbeit wird darauf verwendet, die Untersuchung der Zeitschrift Basketball sehr genau zu beschreiben. Dies soll der Arbeit Transparenz verleihen und die Arbeitsschritte nachvollziehbar machen.

Es war sehr schwierig, Informationen über die Zeitschrift Basketball zu bekommen. Dies liegt zu einem großen Teil daran, dass die Zeitschrift seit 2005 nicht mehr existiert. Deshalb gilt mein besonderer Dank Dirk Kaiser, der Redakteur der Zeitschrift Basketball war und heute Pressesprecher der Basketball Bundesliga ist. D. Kaiser war so freundlich und hat mir in einem Telefonat Auskünfte über die Zeitschrift gegeben.

Zur Form dieser Arbeit möchte ich noch bemerken, dass Firmennamen, Überschriften und Zitate aus dem Textkorpus kursiv dargestellt werden. Spezialbegriffe werden bei ihrer ersten Erwähnung in Anführungszeichen gesetzt, sobald sie erklärt wurden aber nicht mehr. Zitate, die nicht aus dem Textkorpus stammen, sind wie üblich durch Anführungsstriche gekennzeichnet. Die untersuchten Texte bilden den Textkorpus und befinden sich im Anhang der Arbeit.

2 Ziel der Arbeit/ Problemstellung

Ganz allgemein werden in dieser Arbeit die Veränderungen der Sprache analysiert. Bei der Bearbeitung eines solchen Themas findet man immer wieder unterschiedliche Begriffe für sprachliche Veränderung. Dazu gehören Tendenz, Entwicklung, Evolu-tion etc. Diese Begriffe werden in der vorliegenden Arbeit nicht voneinander unterschieden, sondern synonym im Sinne der Tendenz verwendet.

Tendenz kennzeichnet die Richtung einer Veränderung und besagt, dass in einer Sprache zu jeder Zeit sowohl veränderliche als auch konstante Elemente existieren.[6]

Das übergreifende Thema dieser Arbeit ist, wie bereits erwähnt, die Sprache.

Sprache wird im Brockhaus wie folgt definiert:

„Sprache, Ausdruck und Darstellung von Gedanken, Gefühlen, Willensregungen durch Zeichen (Zeichensprache), Gebärden (Gebärdensprache), bes. durch Laute. Die Lautsprache ist die vollendetste aller Formen menschl. und tier. Kommunikation.“[7]

Damit die Kommunikation funktioniert, ist die Sprache nach einem bestimmten Prinzip in Texte organisiert. Diese Texte kann man in zwei Erscheinungsformen unterteilen:

1. Das primäre Zeichensystem in der gesprochenen Sprache
2. Das sekundäre Zeichensystem in der geschriebenen Sprache[8]

Meistens wird die geschriebene Sprache in der Sprachgeschichte als Untersuchungsgegenstand verwendet, weil dies methodisch einfacher ist und es weit mehr Quellen gibt, vor allem, wenn ältere Sprachstufen untersucht werden. Dies ist auch in dieser Arbeit der Fall. Der Textkorpus wird hier einer diachronischen Analyse unterzogen.

Bei einer diachronischen Analyse vergleicht man Texte aus verschiedenen Jahren und stellt Veränderungen in der Sprache fest. Sprachliche Veränderung ist eine natürliche Erscheinung und nicht mit Begriffen wie „Sprachzerfall“ oder „Sprachverwilderung“ abzuwerten. Das sprachliche System ist zwar relativ stabil, aber nicht starr, sondern in seinem innersten Wesen dynamisch. Dies führt zu einer stetigen langsamen Veränderung.[9]

Sprachliche Veränderung geschieht durch Faktoren, die sich entweder in der Sprache selbst befinden oder die bei deren Trägern zu suchen sind. Z. Masarik unterscheidet diese Faktoren in innere und äußere. Zu den inneren Faktoren gehört die Anpassung des sprachlichen Mechanismus an die physiologischen Besonderheiten des menschlichen Organismus. Daraus resultieren Veränderungen zur Erleichterung der Aussprache.

Des weiteren gehören die Durchsetzung des ökonomischen Sprachgebrauchs, die beispielsweise die Bildung von Mehrfachkomposita und Kurzwörtern bedingt, und die Tendenz zur Rationalisierung des Sprachsystems zu den inneren Faktoren.

Rationalisierung ist eine wichtige Tendenz unter die

1. das Bestreben, mit wenig Ausdrucksmitteln möglichst viel Information weiterzugeben, und
2. Veränderungen, die der Systematisierung und Vereinfachung des Sprachbaus dienen, fällt. Diese Tendenz ist durch das Bedürfnis des Sprechers bedingt, Sachverhalte möglichst komprimiert auszudrücken. In der Gegenwartssprache dienen dazu beispielsweise die Substantivgruppen, die es ermöglichen, den Inhalt ganzer Sätze verdichtet darzustellen. Die Ökonomie ist eine der Haupttriebkräfte für sprachliche Veränderung. Sie wird oft mit der Rationalisierung gleichgesetzt.[10]

Zu den äußeren Faktoren des Sprachwandels gehören soziale und ökonomische, der Einfluss fremder Sprachen, Migration, das Bildungswesen und die Sprachpflege.

Masarik sagt, dass diejenigen Sprachtendenzen von besonderer Bedeutung sind, die in mehreren oder allen Teilsystemen oder sogar in mehreren Sprachen nachweisbar sind und über einen relativ langen Zeitraum hinweg wirken.[11]

Ziel dieser Arbeit ist es, die Zeitschrift Basketball auf allgemeine und fachsprachliche Entwicklungstendenzen hin zu untersuchen und die gewonnenen Ergebnisse zu interpretieren. Andere Auffälligkeiten, wie Änderungen bei der Verwendung von Bildern und Überschriften, werden zusätzlich erläutert, weil hier große Veränderungen zu erwarten sind.

3 Einordnung des zu behandelnden Sprachtyps

Wenn man den Teilaspekt der Sprache, die hier untersucht wird, ganz genau bezeichnen möchte, kann man von der Sprache des Basketballjournalismus sprechen. Diese gehört zwar der Allgemeinsprache an, wird aber durch regionale (Dialekte, Mundarten), soziale (Soziolekte, Gruppensprachen), funktionale (Fachsprachen) und individuelle (Idiolekte, Eigensprachen) Varietäten beeinflusst. Diese Varietäten beeinflussen sich auch gegenseitig und es bilden sich verschiedene, parallel existierende Sprech- und Schreibstile heraus.

Dazu gehören:

1. Der Stil des öffentlichen Verkehrs (amtliche Texte, Dokumente, Vorschriften, Protokolle, Akten, etc.)
2. Der Stil der Wissenschaft (wissenschaftliche und technische Publikationen, Vorlesungen, Vorträge, Diskussionen usw.)
3. Der Stil der Publizistik und der Presse (Zeitungsberichte, Nachrichten, Reportagen, Kommentare usw.)
4. Der Stil des Alltagsverkehrs (auch Alltagsstil, Umgangsstil genannt, der alle Ausdrucksformen der nicht offiziellen Sphäre des Privat- und Familienlebens, des Arbeits- und Geschäftsverkehrs usw. umfasst)
5. Der Stil der schönen Literatur (literarisches Schrifttum aller Art).[12]

Diese Stile beeinflussen die Sprache des Basketballjournalismus. Man kann die Sprache des Basketballjournalismus nicht einem Stil allein zuordnen, weil sie von allen Stilen Gebrauch macht.

Die Zugehörigkeit zum Stil der Publizistik und der Presse versteht sich von selbst, da es sich bei den untersuchten Texten um Texte der Presse handelt. Es werden jedoch auch die anderen genannten Stile angewendet. Der Stil des öffentlichen Verkehrs nimmt durch die Regeln und Spielberichte im Basketball Einfluss, der Stil der Wissenschaft durch sportwissenschaftliche Begriffe und Erkenntnisse, der Stil des Alltagsverkehrs durch die Jugend- und Umgangssprache, da Basketball in den 1990er Jahren gerade bei Jugendlichen besonders populär wurde. Dadurch, dass die Sportart nah an die Hip-Hop-Kultur heran gerückt wurde, in der ein Jargon verwendet wird, der extrem viele Anglizismen verwendet und von vielen Jugendlichen gesprochen wird, nimmt die Jugend- und Umgangssprache auch Einfluss. Außerdem ist die heranwachsende Generation immer eine sehr wichtige Zielgruppe für den Sport.

Der Einfluss der Umgangssprache auf die Schriftsprache setzte bereits im 19. Jh. ein und ist im 20. Jh. stärker geworden. Es gibt oft schriftsprachliche Texte mit umgangsprachlichen Mitteln.[13]

Der Stil der schönen Literatur findet vor allem durch Metaphern in die Sprache des Basketballjournalismus Eingang.

Um die Sprache verschiedener Texte miteinander vergleichen zu können, müssen die Texte demselben Funktionalstil, also derselben Fachsprache angehören.[14] Wie das in dieser Arbeit sichergestellt wird, wird im Kapitel Textkorpus genauer erläutert.

Die Sprache des Basketballjournalismus kann in mehrfacher Hinsicht als Fachsprache kategorisiert werden: als Sportsprache, spezieller: als Basketballsprache innerhalb der Sportsprache, und als Journalisten- bzw. Mediensprache. Dennoch bedient sich die Sprache der Basketballberichterstattung auch des Wortschatzes anderer Fachsprachen. Dies wird im Kapitel über Metaphern noch näher erläutert.

Fachsprachen entstanden durch die Arbeitsteilung der modernen Gesellschaft. Die Verständigung der Spezialisten in den jeweiligen Arbeitsbereichen hat zur Bildung von Fachsprachen geführt, die den Spezialisten nach Braun als „Erkenntnis- und Verständigungsinstrumente“[15] dienen. Diese Sprachen unterscheiden sich von der Gemeinsprache hauptsächlich im Wortschatz.[16] Der Wortschatz ist ein wesentlicher Bereich fachsprachlicher Besonderheiten. Die Syntax entspricht weitgehend der der Standardsprache.[17]

Nach Eva Trumpp kann eine Fachsprache auch nochmal in verschiedene Funktionalstile aufgegliedert werden:

1. Theoretisch-wissenschaftlicher Fachstil, der beispielsweise bei der Kommunikation unter Wissenschaftlern angewendet wird.
2. Didaktischer Fachstil, der beispielsweise bei der Vermittlung von Wissen an Studierende angewendet wird.
3. Populärwissenschaftlicher Fachstil, der angewendet wird, wenn beispielsweise Fachjournalisten für sportinteressierte Laien schreiben.
4. Direkter Fachstil, der beispielsweise im Regelwerk des Sports angewendet wird.
5. Praktischer Fachstil, der beispielsweise bei der Kommunikation zwischen Sportlehrern und Trainern mit Schülern und Sportlern angewendet wird.[18]

Die Sprache der Zeitschrift Basketball kann dem populärwissenschaftlichen, aber eher noch dem praktischen Fachstil zugeordnet werden. Begründen kann man dies damit, dass dieses Blatt ein Spezialthema des Sports, nämlich Basketball, ausschließlich behandelt. Deshalb werden die Käufer wohl hauptsächlich Personen gewesen sein, die entweder Fans oder aktive Basketballer waren. In Zeiten, in denen Basketball besonders beliebt und populär war, haben sehr wahrscheinlich auch einige Laien sich in Fachzeitschriften darüber informiert. Außerdem ist anzunehmen, dass es auch Ziel der Redaktion war, immer neue Leser zu gewinnen. Daher kommt die Zuordnung auch zum populärwissenschaftlichen Fachstil.

Die Journalisten- bzw. Mediensprache als eigene Fachsprache zu betrachten, stellt sich als promblematisch heraus, da sie sich des Fachwortschatzes des jeweiligen Sachbereiches, über den ein Journalist berichtet, bedient. Im Falle der Basketballberichterstattung ist das die Sprache des Sports und des Basketballs.

Wenn in dieser Arbeit von der Journalisten- bzw. Mediensprache die Rede ist, ist darunter allgemein die Sprache zu verstehen, die in Zeitungen, Zeitschriften, im Fernsehen oder im Radio geschrieben oder gesprochen wird.

Die hier analysierten Texte umfassen die Zeit von 1955 bis 2003. Die Sprache einer Sportzeitschrift, die Basketball zum Thema hat, wird ab Gründung der BRD untersucht. Ihre Veränderungen bis 2003 stehen dabei im Mittelpunkt. Gründe, warum gerade diese Zeitspanne gewählt wurde, sind, dass es nach 1945 zu einer zunehmenden Technisierung und Verwissenschaftlichung der deutschen Sprache kam. Des weiteren kam es zu einem starken Anwachsen der Fachsprachen, die die Standardsprache beeinflussen. In der BRD hat auch das Englische starken Einfluss genommen. Dieser hat seit 1989 noch einmal zugenommen.[19]

4 Sportsprache: Geschichte und Ausblick

Die Sprache des Basketballjournalismus ist Bestandteil der Sportsprache. Geschichtliche und gesellschaftliche Veränderungen haben immer auch Auswirkungen auf die Art und Weise, wie über Sport berichtet wird. Die Geschichte der Sportsprache und des Sportjournalismus in Deutschland soll einen Überblick über die gesamte Entwicklung der Sportsprache geben und einige Entwicklungen aufzeigen, die in dieser Arbeit mit den Ergebnissen der eigenen Analyse verglichen werden.

Die Geschichte der Sportsprache und des Sportjournalismus in Deutschland wird nach Peter Linden in seinem Artikel Der Athlet trägt sein Herz auf der Zunge erläutert:

Ende des 19. Jahrhunderts kamen verschiedene Sportarten von England nach Deutschland. Die Journalisten, die über sportliche Ereignisse berichten sollten, steckten in einer Zwickmühle. Sie mussten sich rechtfertigen, warum über Sport berichtet wird, denn Verlegern und Politikern war alles suspekt, was dem Volk Spaß bereitet hat. Es ging der Obrigkeit um die Frage, ob Sport überhaupt betrieben werden sollte und ob die Presse darüber berichten sollte. Wie ein sportliches Geschehen sich vollzogen hat, war nicht von Interesse. Es war aber nicht neu, dass die Obrigkeit eines Landes sich gegen die Popularisierung des Sports stellte. Immer wieder wurden bestimmte Bevölkerungsgruppen von Sportereignissen ausgeschlossen oder ganze Sportarten verboten. Ein Journalist des ausgehenden 19. Jh. hatte bei einem Sportbericht die Obrigkeit zu beruhigen, den nationalen Charakter zu betonen, die Einhaltung strenger Regeln zu belegen und evtl. ein wenig auf das sportliche Geschehen einzugehen. Die Sprache diente dazu, Sport zu rechtfertigen, aber jede Emotionalisierung zu vermeiden. Dies hat Folgen bis heute. Wenn eine neue Sportart entsteht, fragen die Journalisten, wie deutsch eine Sportart ist, wie stabil die Regeln sind, ob nationaler Ruhm zu mehren ist und ob auch Frauen antreten sollen.

Die olympischen Spiele 1896 hatten große Auswirkungen auf das Ansehen des Sports in Deutschland. Das Phänomen war plötzlich akzeptiert und die Sportjournalisten beschäftigten sich nun nicht mehr damit, ob Sport getrieben werden soll, sondern wie. Es entstanden erste Sportpublikationen, aber die alte Betrachtungsweise und Sprache wandelte sich nicht so schnell.

Doch zwischen der totalen Ablehnung und der totalen Vereinnahmung des Sports vergingen nur wenige Jahre, denn die Armee entdeckte den Sport als heimliche Mobilmachung. Dadurch war die Emotionalisierung auch erlaubt, aber nur, wenn jemand für das Vaterland gesiegt hatte.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Sport der Ideologie total untergeordnet. Begriffe wie Kraft, Heil, Ruhm, Sieg, Vaterland, Kampf und Nation durchsetzten die Sprache. Diese Begriffe sind bis heute in der Sportberichterstattung erhalten geblieben, genauso wie das Phänomen, Sport immer als staatstragend zu legitimieren.

Die Persönlichkeit eines Sportlers hatte in Sportberichten anfangs nichts zu suchen. Auch dies änderte sich mit den Nazis. Wenn Sportler sich der Obrigkeit und Ideologie der Nazis unterordneten, wurden sie von der Presse beachtet. Sie wurden fotografiert, gemalt und mit Begriffen wie Kameradschaft, zuchtvoller Haltung und Ritterlichkeit ausgestattet. Adolf Hitler forderte die „Züchtung eines neuen Menschen mit herrlichen Körpern“. Die Journalisten erwähnten jedoch nicht, dass im zweiten Weltkrieg viele Spitzensportler an der Front gefallen sind und dass andere, die sich nicht von den Nazis vereinnahmen lassen wollten und ihre Ideologie nicht teilten, hingerichtet wurden.

Nach dem Krieg war der Wiederbeginn für die Presse schwierig. Der Sport wurde nur durch bloße Information dargestellt. Es wurde genau berichtet, was wann und wo geschehen ist und jede Spielszene wurde referiert. Politik, Obrigkeit und Helden waren kein Thema mehr in der Sportberichterstattung. Das Publikum hingegen wurde oft erwähnt und beschrieben.

Doch schon wenig später brauchten die Menschen in der schweren Zeit nach dem Krieg wieder Helden und der Sportler trat wieder mehr in den Mittelpunkt. Nach einem Jahrzehnt reiner Spielberichte war die Sportsprache auf der Suche nach neuen Wegen. Die Journalisten mischten nun Sportliches und Privates der Sportler, Metaphern wurden eingeführt und in der Fußball Bundesliga wurde die erste Pressekonferenz abgehalten. Sportjournalisten kommen seitdem auch zum Trainingsgelände und Zitate von Trainern und Sportlern werden verwendet. Dabei dürfen die Trainer und Sportler auch zu außersportlichen Themen Stellung nehmen und Sport wird wieder Thema der Politik, weil durch ihn im Ost-West-Konflikt klargestellt werden sollte, dass das eine System besser als das andere ist. Durch den kalten Krieg war auch die Kriegsmetapher wieder auf dem Vormarsch. Die Mannschaft wurde zur Truppe, der Trainer zum Feldherrn und Bälle schlugen ein wie Granaten.

Eine solche bildhafte Sprache lässt die Leser näher am Geschehen teilhaben. Durch das Fernsehen wurde diese Sprache noch verstärkt.

Metaphern helfen auch, einen komplizierten Sachverhalt einfach darzustellen und anschaulich zu machen, aber vor allem überhöht die Metapher die Bedeutung des Sports, so dass er wichtig erscheint.

Neben der Politik werden Metaphern auch aus anderen Bereichen verwendet. Dazu gehören: Technik, Verkehr, Wirtschaft, Politik, Musik, Theater, Kunst, Natur, Medizin, Arbeit, Geographie, Farben, Religion, Magie und andere Sportarten.

Durch einen übermäßigen Gebrauch der Metapher wird das wahre Geschehen verklärt. Das kommt den Journalisten entgegen, weil ein Journalist auch hauptsächlich über Siegen und Verlieren berichten will. Kleinigkeiten im Spielverlauf sind nicht mehr gefragt. Dadurch kommen viele Superlative hinzu. Ein Jahrhundertspiel jagt das nächste, Könige und Kaiser werden gekrönt. Es gibt nur noch den totalen Triumph oder das katastrophale Debakel.

Nach dem Ende des kalten Krieges ist die politische Dimension des Sports weggefallen und die Sportberichterstattung hat sich radikal verändert.

Randsportarten, die bisher für die Statistik des Medaillenspiegels benötigt wurden, haben Mühe, Nachwuchs zu finden und ihr Publikum zu halten. In den Kernsportarten verlagerte sich das Interesse auf die regionale und lokale Ebene.

Der Sportjournalismus hat sich an die neuen Gegebenheiten angenähert. Die Dopingfrage wird breit und offen diskutiert, Leistung um den Preis der Gesundheit wird in Frage gestellt, Jugend-, Senioren-, Behindertensport und Sportstars von früher ebenso wie Sportgeschichten aus der Vergangenheit werden thematisiert.

Metaphern dienen nun weniger dazu komplexe Sachverhalte oder Handlungsabläufe zu vereinfachen, um den Blick auf die Antithese Erfolg-Misserfolg zu lenken, sondern sollen das Schlichte umschreiben, um den Blick vom Banalen abzulenken.

Sportereignisse liefern ein beschränktes Handlungsangebot durch Regeln und feste Abläufe. Durch die geringe Zahl attraktiver Sportarten steht auch nur eine geringe Zahl attraktiver Stars zur Verfügung. Es herrscht begrenztes Personal im Sport. Deshalb wird jede noch so uninteressante Geschichte eines Stars lang ausgebreitet.

Das Kriegsvokabular verschwindet langsam aus der Sportberichterstattung, dafür nimmt das aus dem Bereich der Magie und der Religion zu. Die wenigen Stars von großem Interesse werden in Gottesnähe gerückt und mit ihnen ihre Familien und Freunde. Es gibt einen Trend weg vom Ereignis, hin zum Privatem.

Nur noch die auf aktuelle Ereignisse spezialisierten Agenturen und Zeitungen, die vor allem mit Agenturtexten arbeiten, missachten diesen Trend, obwohl nicht nur die Zahl der Helden sinkt, sondern nach Ende des kalten Krieges auch die beschränkte Bedeutung und beschränkte Aktualität von Sportereignissen deutlicher werden. Früher waren die Aufgaben des Sportjournalismus, Politik zu vermitteln, Emotionen zu schüren und nationale Helden zu formen.

Peter Linden prophezeit, dass sich die Sprache des Sportjournalismus aufgrund des verloren gegangen Interesses der Politik ein drittes Mal wandeln wird.[20]

Hans-Christian Koßmann schreibt in seinem Artikel „Zehn Borussen mit Teamgeist“ über das Kicker-Sportmagazin. Es handelt sich beim Kicker-Sportmagazin wie auch bei der in dieser Arbeit analysierten Zeitschrift Basketball um eine Fachzeitschrift. Deshalb sind einige Tendenzen, die H.C. Koßmann aufführt, auch relevant. Der Artikel stammt aus dem Jahr 1994.

Koßmann sagt, dass das Fernsehen die Trends im Sportjournalismus setzt und dass die Printmedien den Fernsehtrends immer mit zeitlicher Verzögerung folgen. Die Sehgewohnheiten der Zuschauer beeinflussen auch ihre Lesegewohnheiten. Dadurch, dass das Fernsehen immer mehr Spiele zeigt, brauchen die Printmedien nicht mehr über das Spielgeschehen zu berichten. Die meisten Sportinteressierten kennen das Spielgeschehen bereits. Deshalb lassen die Printmedien immer mehr Spieler und Trainer zu Wort kommen und Ausblick und Rückblick werden immer bedeutungsvoller.

Bei den Fachzeitschriften blieb es aber bei der sachlich-fachlichen Berichterstattung, weil dessen Leserschaft sich überdurchschnittlich für die behandelte Sportart, hier Basketball, interessiert. Der Leserschaft reichen die Berichte der Tagespresse nicht aus.[21]

Rudi Holzberger bestätigt in seinem Buch Zeitungsdämmerung, dass das sportinteressierte Publikum auch das Fernsehpublikum darstellt und dass es den Spielverlauf, über den in einer Zeitung am nächsten Tag, in einer Zeitschrift erst wesentlich später berichtet wird, bereits mehrfach im Fernsehen gesehen hat. Deshalb wird in den Printmedien auch darauf eingegangen, was die Kameras nicht gesehen haben oder wie man Aussagen der Kommentatoren im Fernsehen beurteilt. Das „Drumherum“ eines Spiels wird Thema der Berichterstattung und nicht nur das Spiel selbst. Holzberger weist auch daraufhin, dass im Sport Unterhaltung und Information nicht getrennt wird. Der Kommentar ist als eigener Text eher selten, weil er in den Sportberichten bereits enthalten ist.[22]

In der Arbeit Sprachliche Besonderheiten in Berichten über Mannschaftssportarten (Fußball und Basketball) stellt Wojciech Gasior fest, dass die Basketballberichterstattung im Vergleich zur Fußballberichterstattung häufiger Fremdwörter enthält, vor allem bei den anglo-amerikanischen Ausdrücken. Außerdem gibt es die Tendenz Fremdwörter immer häufiger zu verwenden.[23]

In dieser Arbeit werden die Veränderungen, die von 1995 bis 1999 für die gesamte Sportsprache prophezeit wurden, überprüft und ergänzt. Des weiteren werden die Veränderungen, die für die Zeit seit dem Ende des zweiten Weltkrieges genannt wurden auf ihre Übereinstimmung mit dem in dieser Arbeit analysierten Quellenmaterial der Basketballberichterstattung verglichen.

5 Geschichte des Basketballs

Basketball ist in Deutschland bei weitem nicht so populär wie Fußball, obwohl die Sportart laut dem Deutschen Basketball Bund (DBB) mit über 300 Millionen Spielern weltweit die bedeutendste ist.[24] Es wird aber oft darüber gestritten, ob Basketball, Fußball oder Schwimmen global gesehen der populärste Sport ist.

In den 1990er Jahren erlebte Basketball weltweit und auch in Deutschland einen Boom. Dieser Boom resultierte daraus, dass die amerikanische Profiliga NBA und die Bundesliga im Fernsehen übertragen wurden und dass die USA bei den olympischen Spielen 1992 zum ersten Mal eine Profimannschaft antreten ließ.[25] Bis dahin schickten die Amerikaner immer eine Mannschaft aus Collegespielern zu den Spielen. Die Mannschaft, die 1992 angetreten ist, bestand aus sehr populären Spielern, die alle schon eine längere Karriere und viele Erfolge vorzuweisen hatten. Darunter waren Spieler wie Michael Jordan, Magic Johnson oder Larry Bird. Diese Mannschaft spielte so spektakulär und bestand aus so großen Topstars des Sports, dass sogar die Spieler der gegnerischen Mannschaften um Autogramme gebeten haben. Diese Mannschaft ist unter dem Namen „Dreamteam“ bekannt und alle Basketballinteressierten sind sich einig, dass es so eine Mannschaft nie mehr geben wird.

Der Boom, der durch dieses Team ausgelöst wurde, hielt einige Jahre an, es wurden zahlreiche große Streetballturniere veranstaltet und die Präsenz im Fernsehen stieg an. Der Gewinn der Basketballeuropameisterschaft der deutschen Mannschaft 1993 verstärkte diesen Boom noch. Die Mannschaft wurde von deutschen Sportjournalisten sogar mit dem Titel Mannschaft des Jahres ausgezeichnet.

Aus heutiger Sicht kann man jedoch sagen, dass es nicht geschafft wurde, das Interesse am Basketball in der breiten Masse langfristig hoch zuhalten. 1997 war Basketball in einer von der Firma Sport+Markt durchgeführten Umfrage unter 1006 Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren mit 70% noch als beliebteste Sportart genannt worden. Auf Platz vier wurde Streetball gewählt. 1998 wurde bei einer erneuten Umfrage von Sport+Markt immer noch Basketball am häufigsten genannt (60%) und Michael Jordan wurde als der beliebteste Sportler unter den Jugendlichen gewählt. In einer Umfrage der Vocatus AG 2007 unter allen Deutschen ist Basketball nicht mehr unter den ersten fünf Sportarten zu finden.[26] Man muss jedoch beachten, dass sich die Umfragen von Sport+Markt auf Jugendliche beziehen, während die Vocatus AG alle Altersgruppen befragt hat. Dennoch ist ein Rückgang der Popularität nicht zu verleugnen. Die grossen amerikanischen Stars sind mittlerweile vom aktiven Sport zurückgetreten und die von der NBA unterstützten neuen Stars können nicht in die Fußstapfen ihrer Vorgänger treten. In Deutschland gibt es kaum Sendungen über Basketball im Fernsehen. Spiele der Basketballbundesliga kann man nur über das Internet für Geld oder im Pay-TV sehen, obwohl es in der Bundesliga auch den Trend gibt, dass immer mehr Zuschauer in die Hallen kommen. Vor allem die TV-Popularität ist merklich gesunken und das, obwohl es mit Dirk Nowitzki einen deutschen Spieler in der NBA gibt, der zu den fünf besten der Welt gehört. In Deutschland hat man es verpasst, die Menschen von der neuen Generation des Basketballs zu überzeugen. Deshalb sind die Kenntnisse eines Durchschnittsbürgers über diesen Sport auch gering. Eine kurze Zusammenfassung der aus deutscher Sicht wichtigsten Punkte der Basketballgeschichte gibt ein besseres Verständnis über die Hintergründe zu der in dieser Arbeit untersuchten Entwicklung der Basketballsprache. Die folgende Zusammenfassung beschränkt sich auf den Herrensport, da sich diese Arbeit mit den Herreneuropameisterschaften beschäftigt.

Basketball wurde 1891 an der internationalen Sporthochschule der Y.M.C.A. erfunden. Ein Dozent der Hochschule, Dr. James Naismith, wurde damit beauftragt, ein Spiel zu erfinden, das man im Winter in einer Halle spielen kann und das etwas Abwechslung von der eintönigen Gymnastik bieten sollte.

Das erste Spiel wurde auf zwei Pfirsichkörbe gespielt, die in der Sporthalle der Hochschule aufgehängt wurden. Der Name der Sportart stammt von diesen Körben; ein Ball zwei Körbe, also Korb-Ball, was auf englisch „Basketball“ heißt.

Die neue Sportart verbreitete sich auf der ganzen Welt rasant. 1897 erscheint in Deutschland in der Reihe, die vom Zentralausschuss zur Förderung der Volks- und Jugendspiele in Deutschland herausgegeben wurde, als Heft 10 die Schrift Korbball. Der englische Ausdruck wurde nicht gestattet, deshalb hat man sich für die deutsche Übersetzung entschieden. Interessant ist, dass das Wort „Basketball“ erst seit 1921 in einem Wort geschrieben wird. Auf den Namen der Sportart wird im Verlauf der Arbeit noch eingegangen.

1932 wurde der Weltverband des Basketballs FIBA gegründet, um die vielen Regeln der einzelnen Länder unter einen Hut zu bringen.[27]

In Deutschland wird der Sport 1934 offiziell eingeführt und Hermann Niebuhr, der als Vater des deutschen Basketballs gilt, unternimmt viele Reisen in Deutschland, um die Sportart bekannter zu machen.

1935 findet die erste Europameisterschaft der Herren in Genf statt, bei der Lettland gewinnt.

1936 ist Basketball zum ersten Mal bei den olympischen Spielen vertreten.

1939 findet die erste deutsche Herren-Meisterschaft statt.

Ab 1944 wird der Basketballbetrieb aufgrund des Krieges in Deutschland eingestellt. Er muss 1946 wieder neu aufgenommen werden.

1948 erscheint in den drei westlichen Besatzungszonen als erste ständige Publikation das Mitteilungsblatt Basketball des hessischen Basketballverbandes.

1949 wird der Deutsche Basketball Bund (DBB) in Düsseldorf gegründet. Der DBB ist als Mitglied ein Spitzenverband innerhalb des Deutschen Sportbundes (DSB).

1950 findet die erste Weltmeisterschaft in Argentinien statt, bei der der Gastgeber auch Weltmeister wird.

1951 nimmt die deutsche Nationalmannschaft zum ersten Mal an einer Europameisterschaft teil und erringt einen 12. Platz. Im gleichen Jahr erscheint erstmals die offizielle Zeitschrift des DBB namens Basketball. Die Harlem Globetrotters, eine amerikanische Mannschaft, die mit sehr vielen Tricks spielen, begeistern 75000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion. Das ist ein bis heute gültiger Zuschauerrekord.

1953 nimmt einmalig eine gesamtdeutsche Mannschaft an der Europameisterschaft teil und belegt den 14. Platz. Die Zeitschrift Basketball existiert bereits nicht mehr, es erscheint aber eine neue offizielle Zeitschrift unter dem Namen Basket.

1955 wird die in dieser Arbeit analysierte Zeitschrift Basketball eingeführt.

1964 wird die erste Basketballbundesliga, die bis 1974 noch in Nord- und Südgruppen zweigeteilt ist, eingeführt.

Nach der Wende 1989 werden 1990 fünf neue Ostlandesverbände Mitglied des DBB.[28]

Die deutsche Nationalmannschaft hat insgesamt viermal an einer Weltmeisterschaft und 18 mal an einer Europameisterschaft teilgenommen. Ihre größten Erfolge waren die Bronzemedaille 2002 in den USA und der Gewinn der Europameisterschaft 1993 in Deutschland. Außer 1993 fanden die Europameisterschaften 1971 und 1985 in Deutschland statt.[29]

6 Textkorpus

Fachzeitschriften dienen dazu, dass Fach- bzw. Berufsgenossen ihr Wissen auf bestimmten Gebieten erweitern, vertiefen und sich über die neuesten Ergebnisse, Erkenntnisse und Methoden informieren können. Aufgrund der Spezialisierung im thematisch-inhaltlichen Angebot werden Fachzeitschriften oft von Fachleuten für Fachleute hergestellt. Nicht-Fachleute sind aber kommunikativ nicht ausgeschlossen. Wegen der Spezialisierung und Konzentration auf Gebiete, die dem allgemein interessierten Publikum fremd und für dieses uninteressant sind, gelten Fachzeitschriften als unpopulär.[30]

Fachzeitschriften werden nach Kleinjohann unterschieden in:

1. reine Fachzeitschriften, die ein beruflich gebundenes Fachpublikum nur über das Fach und seine Inhalte informieren.
2. Fachzeitschriften im engeren Sinne, die auch Funktionen von Standes- oder Verbandszeitschriften erfüllen, indem sie den Berufsstand, das heisst, die auf dem speziellen Gebiet tätigen Fachleute, politisch nach innen und außen repräsentieren.
3. Fachzeitschriften im weiteren Sinne, die sich nicht nur an die Berufsangehörigen, also die Experten, sondern auch an alle Interessenten des Faches richten.[31]

Wie aus der obigen Typologie erkennbar wird, ist es oft nicht möglich, zwischen der „speziell-interessierenden-Publikumszeitschrift“ und der „Verbands- oder Standespresse“ zu unterscheiden. Die Übergänge sind fließend. Je nach inhaltlicher Ausrichtung und Herausgeberschaft ist es oft nicht möglich, eine Zeitschrift trennscharf einem der beiden Typen zuzuordnen.[32]

Die Zeitschrift Basketball war von 1955 bis 2002 die offizielle Verbandszeitschrift des Deutschen Basketball Bundes. Ab 1962 erschien die Zeitschrift bis 1981 in 468 Ausgaben im 14-tägigen Rhythmus,[33] was ab 1984 auch wieder der Fall war. Von 1992 an wurde Basketball 46mal im Jahr vom Kurt-Stoof-Verlag herausgegeben. Von 2002 bis 2006 wurde Basketball vom Deutschen Sport Verlag (DSV) herausgegeben und es erschienen ein monatliches Magazin und eine wöchentliche Zeitung. Auch wenn Basketball nicht mehr offizielle Verbandszeitschrift war, blieb sie weiterhin Organ des DBB. Dirk Kaiser, ein Redakteur der Zeitschrift, war zu dieser Zeit bereits für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Basketball Bundesliga verantwortlich, was die Verbindung zwischen Zeitschrift und Liga unterstreicht. Ab 2005 hieß die Zeitschrift Basketball - Die Zeitung. 2006 wurde die Zeitschrift vom Verlag eingestellt.[34]

Als Verbandszeitschrift repräsentiert Basketball die Meinungen und Ansichten des DBB und vertritt diese auch nach außen. Durch ihren Kommunikationsraum sorgt die Verbandszeitschrift für einen inneren Zusammenhalt. Das markanteste Merkmal der Verbandszeitschrift ist ihre Organisationsgebundenheit bzw. -abhängigkeit.[35]

Die Zeitschrift Basketball ist also eine Verbandszeitschrift, die sich an alle Interessenten des Basketballsports wendet, und nicht nur an die Verbandsmitglieder. Sie stellt eine Mischform der oben angegebenen Typen zwei und drei der Fachzeitschriften dar.

Basketball ist aber auch eine Publikumszeitschrift. Publikumszeitschriften werden auch Unterhaltungs- bzw. Freizeitzeitschriften genannt, weil ihr Schwerpunkt die Unterhaltung ist. Sie sind gekennzeichnet durch ihre allgemeine Funktion der Information und Meinungsbildung, durch die Aufgabe der Unterhaltung und Freizeitgestaltung oder durch die Befriedigung des Interesses an Informationen. Sie richten sich an eine breite Leserschaft, die sich unabhängig von ihrem Beruf, Stand oder der Zugehörigkeit zu einer Organisation, mit den in der Publikumszeitschrift angesprochenen Themen beschäftigt.

Dabei werden zwei Formen der Publikumszeitschrift unterschieden, zum einen die „Massenzeitschrift“ oder „allgemeine Publikumszeitschrift“ und zum anderen die „Zielgruppenzeitschrift“ oder „Special-Interest-Zeitschrift“. Erstere wendet sich im Rahmen ihrer thematischen Beschränkung als Zeitschrift mit einem möglichst breiten Stoffgebiet an ein heterogenes, unbestimmtes Publikum und Letztere konzentriert sich auf nur ein Thema und wendet sich an ein relativ homogenes Publikum.[36] Auch hier sind die Übergänge fließend und die Zeitschrift Basketball ist nicht eindeutig dem einen oder dem anderen Typ zuzuordnen.

Man kann sagen, dass sich die Zeitschrift Basketball von einer Zielgruppenzeitschrift hin zu einer Massenzeitschrift entwickelt hat, da immer allgemeinere Themen wie Mode oder Fitness behandelt werden. Dadurch wurde versucht, ein größeres Publikum zu erschließen. Dennoch hat jede Thematik dieser Zeitschrift immer einen Bezug zum Fach Basketball und bleibt dadurch auch eine Special-Interest-Zeitschrift.

Seit der Einstellung der Produktion der Zeitschrift Basketball wird keine offizielle Zeitschrift des DBB mehr hergestellt.

In dieser Arbeit werden Artikel der Zeitschrift Basketball von 1955 bis 2003 analysiert und verglichen.

Wie bereits beschrieben wurde, musste sowohl der Sportjournalismus als auch der Basketballsport nach dem zweiten Weltkrieg fast wieder ganz von vorne anfangen. Allein deshalb bietet es sich schon an, ab Gründung der Bundesrepublik mit der Analyse der Sprachentwicklung zu beginnen. Die Sprache in der DDR ist in dieser Arbeit kein Thema.

Die Zeitschrift Basketball ist als offizielle Verbandszeitschrift eine geeignete Quelle für diese Analyse, da es in Deutschland keine andere Basketballzeitschrift gibt, die über einen so langen Zeitraum existierte. Außerdem bietet sie durch ihre Verbandszugehörigkeit eine gute Vergleichsbasis und man kann davon ausgehen, dass sich die Zeitschrift dadurch immer den aktuellen Themen des Basketballsports gewidmet hat und den Trends der Zeit gefolgt ist. Auch wenn die Zeitschrift Basketball in ihrer Form und Auflage immer wieder verändert wurde, blieb das Ziel, möglichst informativ und trotzdem unterhaltend über Basketball zu berichten. Aufgrund der großen Masse an Texten, die in der Zeitschrift erschienen sind, war es unmöglich alle zu analysieren. Deshalb wurde zunächst das Thema, über das berichtet wird, eingegrenzt: Es werden nur Artikel verglichen, die von einer Herreneuropameisterschaft erzählen und bei der eine deutsche Nationalmannschaft angetreten ist. Eine weitere Eingrenzung des Textmaterials wurde durch die Beschränkung auf eine EM pro Jahrzehnt vorgenommen. So wird gewährleistet, dass eine Entwicklung aufgezeigt werden kann und dass regelmäßig aus den sechs Nachkriegsdekaden ausgewählt wird.

Um die Vergleichsbasis der Texte weiter zu erhöhen, beschränkt sich die Analyse auf Texte, die nach Beginn der jeweiligen Europameisterschaft erschienen sind. Vorberichte werden also nicht in den Textkorpus mit hinein genommen.

Es war leider nicht möglich, nur Texte auszuwählen, die dem gleichen journalistischen Genre angehören. Der Schwerpunkt wird auf die Form „Bericht“ gelegt.

Der Bericht ist ein „Bruder der Nachricht“[37] und die Nachricht beschäftigt sich mit aktuellen Sachverhalten von allgemeinem Interesse in einem bestimmten formalen Aufbau.[38] Der Bericht ist die ausführliche Form der Nachricht. Zusammenhänge, Vorgeschichte und andere wichtige Aspekte eines Themas können in einem Bericht berücksichtigt werden, während die Nachricht sich durch ihre Kürze auszeichnet.[39]

Bei Sichtung der Texte ist aufgefallen, dass der reine Bericht über ein Spielgeschehen immer weniger publiziert wird und dass Kommentare immer mehr in Berichte eingeflochten werden.

Der Kommentar ist eine eigene Textform und stellt die Meinungsäußerung des Autors zu einem bestimmten Thema dar. Im Gegensatz zu den sog. „informierenden Darstellungsformen“ Bericht und Nachricht wird nicht über Meinungsäußerungen berichtet, sondern Meinungen direkt geäußert. Der Kommentar gehört zur Gruppe der „meinungsäußernden Darstellungsformen“.[40]

Es kommt jedoch oft vor, dass der Bericht über Meinungen und das Äußern von eigenen Meinungen zusammen in einem Text erscheinen. Der Autor bewertet im Fall des Basketballsports das Spiel für den Leser, damit dieser die Leistung der Mannschaften einschätzen kann. Häufig wird die Meinung des Autors zusätzlich durch Zitate oder indirekte Rede anderer Experten unterstrichen.

Ein Grund für die voranschreitende Verflechtung von Bericht und Kommentar im Sportjournalismus ist auch die Übereinstimmung des Lesepublikums mit dem Fernsehpublikum. Der Leser kennt das Geschehen auf dem Platz bereits und der Sportjournalist beurteilt dieses als Fachmann für ihn. Im Kapitel Sportsprache: Geschichte und Ausblick wurde bereits ausführlicher auf den Wandel in der Art und Weise der Berichterstattung eingegangen.

Oft ist es sehr schwierig, einen Text klar einem Genre zuzuordnen. Die Berichterstattung der Zeitschrift Basketball aus dem Jahr 2003 findet gar nicht mehr in reinen Berichten statt. Aus diesem Jahr wurden diejenigen Artikel herausgesucht, die noch möglichst viele Berichtelemente enthalten. Es handelt sich um ein Feature über die deutsche Mannschaft, um einen Kommentar mit Berichtelementen und, um möglichst nah an die Spielberichterstattung der früheren Jahre heranzukommen, um kurze Spielberichte unter der Rubrik Em in Zahlen.

Das Feature ist eng verwandt mit der Reportage, bei der möglichst anschaulich und konkret geschildert werden soll. Ein bestimmtes Thema wird beim Feature beleuchtet und erklärt. Diese Darstellungsformen gehören zu den informierenden. W. von La Roche schreibt über das Feature: „Der ständige Wechsel zwischen Anschauung und Abstraktion, zwischen Schilderung und Schlussfolgerung kennzeichnet die Darstellungsform Feature.“[41]

Auch aus den früheren Jahrgängen wurde versucht Berichte zu wählen, die Kommentare enthalten, um die Vergleichsbasis möglichst hoch zu halten.

Wenn im Textkorpus Auffälligkeiten auftauchen, die nur oder hauptsächlich einem bestimmten Textgenre zugeordnet werden können, werden diese in den Kapiteln erläutert, die das betreffende sprachliche Phänomen behandeln.

Die Texte gehören trotz der genannten Unterschiede dem gleichen Funktionalstil an, wodurch ein Vergleich überhaupt erst möglich wird. Gleicher Funktionalstil bedeutet, dass man beispielsweise literarische Texte mit literarischen Texten vergleicht oder wie hier Zeitschriftentexte mit Zeitschriftentexten. Würden die Texte nicht demselben Funktionalstil angehören, wäre ein Vergleich, der Tendenzen der Sprache aufzeigen soll, nicht bzw. nur eingeschränkt möglich, weil die Voraussetzungen, die Zielsetzungen und die konstitutiven Merkmale der verschiedenen Textgruppen sehr unterschiedlich ausfallen.[42]

Die in den folgenden Kapiteln untersuchten Texte sind:

- Text 1955a: Basketball 1955 Nr. 2 S.14: Im Blickpunkt: Budapest von Claus Wolff;
- Text 1955b: Basketball 1955 Nr. 2 S. 15-18: Die Schweiz war ihr Schicksal von Herbert May;
- Text 1965a: Basketball 1965 Nr. 12 S. 147: Bulgaren voller Angriffslust von H.D. Krebs;
- Text 1965b: Basketball 1965 Nr. 12 S. 148 & 158: Moskau: Die Sirene versagte. Autor nicht angegeben;
- Text 1965c: Basketball 1965 Nr. 14 S. 175f.: Kuliks letzter Korbwurf entschied von H.D. Krebs;
- Text 1971a: Basketball 1971 Nr. 18 S. 287: Spielbericht aus Essens Gruga-Halle von Paul G. Pätzel;
- Text 1971b: Basketball 1971 Nr. 19 S. 290: UdSSR zum elften Mal Europameister von Bruni Rizzi und H.D. Krebs;
- Text 1971c: Basketball 1971 Nr. 19 S. 293: Erstmals ein neunter Platz. Thimms große Leistung von H.D. Krebs;
- Text 1983a: Basketball 1983 Nr. 11 S. 3: Das gab´s bei einer EM noch nie: Dritter Platz in der Vorrunde von Ulf Schlüter;
- Text 1983b: Basketball 1983 Nr. 11 S. 4: Mit Spielwitz und dem Willen zum Sieg. Autor nicht angegeben;
- Text 1983c: Basketball 1983 Nr. 11 S. 7: Gutes Aussehen- um mehr ging es nicht! Autor nicht angegeben;
- Text 1983d: Basketball 1983 Nr. 12 S. 3: Italiens Triumph über Spanien – DBB wurde Achter von Ulf Schlüter;
- Text 1993a: Basketball 1993 Nr. 26 S. 19: Mühsamer Pflichtsieg. Autor nicht angegeben;
- Text 1993b: Basketball 1993 Nr. 27/28 S. 4-6: Herr der Körbe. Autor nicht angegeben;
- Text 1993c: Basketball 1993 Nr. 27/28 S. 24: Teamwork siegt über Solisten. Autor nicht angegeben;
- Text 2003a: Basketball 2003 Nr. 29 S. 26f.: Das Team ist der Star von Horst Schneider;
- Text 2003b: Basketball 2003 Nr. 29 S. 28-33: Falling down von Martin Fünkele;
- Text 2003c: Basketball 2003 Nr. 29 S. 42-47: Die EM in Zahlen. Autor nicht angegeben;

Insgesamt werden in dieser Arbeit 606 Sätze und 9773 Wörter innerhalb der Texte analysiert. Dazu kommen noch 285 Wörter aus Überschriften, Ober-, Unterzeilen und Zwischentiteln.

7 Äußere Auffälligkeiten

Der Schwerpunkt dieser Arbeit wird auf die Untersuchung der Sprache gelegt. Dennoch soll dieses Kapitel dazu dienen, deutliche Veränderungen im äußeren Erscheinungsbild der untersuchten Artikel aufzuzeigen.

Bei den Artikeln von 1955 und 1965 wirken die Seiten, auf denen sie platziert sind, auf den Leser der heutigen Zeit sehr unübersichtlich. Dies liegt zum einen daran, dass oft mehrere Artikel auf einer Seite untergebracht worden sind. Text 1955b geht über vier Seiten, wobei es dem Leser leicht passieren kann, dass er die vierte Seite nicht mehr als zum Artikel gehörig erkennt. Der Grund dafür ist, dass auf der dritten Seite unten links ein horizontaler Strich den Artikel von einem anderen, nämlich dem sog. Budapest Splitter, trennt. Auf der vierten Seite folgen dann nur noch wenige Zeilen des Textes 1955b, die man leicht übersehen kann, weil der Leser den Artikel bereits als beendet ansehen kann.

Text 1965b, ein insgesamt kurzer Artikel, wird zu ca. drei Vierteln auf einer Seite platziert, während das restliche Viertel erst zehn Seiten später unten links folgt. Eine solche Teilung erinnert an Tageszeitungen, bei denen auf der Titelseite oft ein kleiner Teil eines Textes platziert wird, um die Aufmerksamkeit des Lesers darauf zu lenken. Der Rest folgt weiter hinten in der Zeitung. Text 1965b beginnt jedoch nicht auf der Titelseite. Deshalb fragt man sich, warum die Teilung des Artikels vorgenommen wurde.

Zum anderen wird eine Unübersichtlichkeit dadurch gefördert, dass in diesen Jahrgängen Statistiken und Tabellen direkt in den fließenden Text eingefügt werden, und nicht, wie es heute üblich ist, in einem separaten Kasten dargestellt werden.

1971 steigt die Übersichtlichkeit dadurch an, dass zwischen den Absätzen der Artikel etwas mehr Platz gelassen wird. Außerdem werden zusammenfassende Absätze durch Fettdruck hervorgehoben und „Zwischentitel“ ordnen den Text zusätzlich. Statistiken sind in diesem Jahrgang schon deutlicher vom eigentlichen Text abgehoben.

1983 hat sich das Erscheinungsbild der Zeitschrift stark verändert. Die Artikel über die Europameisterschaft werden in einer eigenen Rubrik abgedruckt. Dadurch kann der Leser schneller diejenigen Artikel finden, die ihn besonders interessieren. Außerdem gibt es bereits die angesprochenen Informationskästen, die Statistiken und andere Zusatzinformationen deutlich von dem eigentlichen Artikel abheben.

Es kommt aber auch in diesem Jahrgang vor, dass mehrere Texte auf einer Seite platziert werden. Diese sind aber wesentlich deutlicher voneinander abgehoben als in den früheren Jahrgängen.

Auffällig für diesen Jahrgang ist, dass die Texte im Vergleich zu den anderen Jahren sehr kurz gehalten sind. Man kann hinein interpretieren, dass hier ein Übergang von der genauen Spielberichterstattung zu einer eher kommentierenden Art des Berichtens zu erkennen ist. Der Bericht über das eigentliche Spielgeschehen wird 1983 bereits zurück geschraubt, während die „moderne“ Art, bei der viele Zusatzinformationen, Hintergrundwissen und Kommentare geliefert werden, noch nicht etabliert ist.

Ab 1993 ist die Aufmachung wieder eine andere. Die Artikel füllen nun meistens die ganze Seite. Zuvor wurde um die Artikel herum ein weißer Rand gelassen, der wie ein Rahmen für den Text wirkt. Es werden auch nicht mehr verschiedene Themen auf einer Seite der Zeitschrift untergebracht. Alle Texte und Informationen auf einer Seite beziehen sich auf dasselbe Thema. Rechts neben Text 1993b beispielsweise werden Stimmen von Experten zu dem Spiel über das berichtet wird, geliefert. Dies hat es zwar auch schon in den früheren Jahren gegeben, aber es waren auch immer wieder Artikel auf der gleichen Seite, die einem anderen Thema gewidmet waren.

Die Statistiken werden 1993 durch die grafische Darstellung eines Basketballfeldes optisch aufgewertet und nehmen viel Platz ein. Vorher wurden solche Angaben kleiner und nur durch Text ausgedrückt.

2003 wird weitestgehend auf Statistiken verzichtet. Das Magazin ist so gestaltet, dass die Artikel wie Geschichten wirken. Es geht seltener um einzelne Spiele, sondern um Hintergründe und das Turnier insgesamt. Wer sich dennoch für genaue Statistiken interessiert, der kann diese in dem Artikel Die EM in Zahlen finden. Dort werden die einzelnen Spiele in aller Kürze zusammengefasst und durch Statistiken ergänzt.

7.1 Bilder

Die wohl größte äußerliche Veränderung stellt man bei den Bildern fest.

1955 und 1965 findet man nur ein einziges auf dem Titelblatt der Zeitschrift. Innerhalb des Blattes gibt es keine Bilder. Nur die Werbung verwendet bereits kleine Grafiken und Fotos.

1971 findet man bei den meisten Texten ein bis zwei kleine Fotos, passend zum Artikel.

1983 sind die Fotos zwar nicht besonders groß, aber im Vergleich zum geringen Textumfang in diesem Jahr nehmen sie sehr viel Platz ein, manchmal sogar mehr als die Hälfte des Artikels.

1993 und 2003 wird viel mehr Wert auf Bilder gelegt. Oft werden ganze Seiten, teilweise sogar Doppelseiten für Fotos verwendet. Man findet fast keine Seite in der Zeitschrift, auf der kein Bild abgedruckt ist. Außerdem wird viel Wert darauf gelegt, dass die Gesichtsausdrücke der Spieler zu erkennen sind, während in früheren Jahren eher die Aktion, wie beispielsweise ein Korbwurf, der Erhalt des Pokals oder einer Medaille im Vordergrund stand. Durch die Abbildung des Gesichtsausdrucks mit dazugehörigem Kommentar kann der Leser emotional an der Situation teilhaben. Der Leser meint, die Gefühle mit dem abgebildeten Spieler zu teilen.

[...]


[1] Schneider, Peter: Die Sprache des Sports S. 290

[2] Vgl. Kleinjohann, Michael: Sportzeitschriften in der Bundesrepublik Deutschland S. 17f.

[3] Vgl. Holzberger, Rudi: Zeitungsdämmerung S. 163

[4] Vgl. Kleinjohann, Michael: Funktion und Wirkungspotential von Sportzeitschriften S. 127

[5] Vgl. Kleinjohann, Michael: Sportzeitschriften in der Bundesrepublik Deutschland S. 22f.

[6] Vgl. Braun, Peter: Tendenzen der deutschen Gegenwartssprache S. 92f.

[7] Der Brockhaus in einem Band. S.838

[8] Vgl. Wolff, Gerhard: Deutsche Sprachgeschichte. S. 13

[9] Vgl. Masarik & Kratochvilova: Die Entwicklungstendenzen in der deutschen Sprache des 20. Jhs. S. 1

[10] Vgl. Masarik & Kratochvilova: Die Entwicklungstendenzen in der deutschen Sprache des 20. Jhs. S. 4

[11] Vgl. Masarik & Kratochvilova: Die Entwicklungstendenzen in der deutschen Sprache des 20. Jhs. S. 5

[12] Vgl. Wolff, Gerhard: Deutsche Sprachgeschichte. S. 14

[13] Vgl. Masarik & Kratochvilova: Die Entwicklungstendenzen in der deutschen Sprache des 20. Jhs. S. 3f.

[14] Vgl. Braun, Peter: Tendenzen der deutschen Gegenwartssprache S. 3f.

[15] Vgl. Braun, Peter: Tendenzen der deutschen Gegenwartssprache S. 9

[16] Vgl. dtv-Atlas Deutsche Sprache S. 133

[17] Vgl. Braun, Peter: Tendenzen der deutschen Gegenwartssprache S. 9 & 38

[18] Vgl. Trumpp, Eva: Fachtextsorten kontrastiv S. 3ff.

[19] Vgl. Masarik & Kratochvilova: Die Entwicklungstendenzen in der deutschen Sprache des 20. Jhs. S. 11-20

[20] Vgl. Linden, Peter: Der Athlet trägt sein Herz auf der Zunge. S.77-97

[21] Vgl. Koßmann, H.C.: „Zehn Borussen mit Teamgeist“. S. 187

[22] Vgl. Holzberger, Rudi: Zeitungsdämmerung S. 167

[23] Vgl. Gasior, Wojciech: Sprachliche Besonderheiten in Berichten über Mannschaftssportarten S. 136-143

[24] Vgl. Geschichte des Basketballs von der Homepage des DBB: http://209.85.135.104/search?q=cache:TzeUGlLetlMJ:www.basketball-bund.de/basketball-bund/de/dbb/geschichte_und_statistik/resource.servlet%3Ftype%3D3%26id%3D1653+basket+offizielle+dbb+zeitschrift&hl=de&ct=clnk&cd=3&gl=de&client=firefox-a

[25] Vgl. Hagedorn, Günter: Das Basketball-Handbuch S. 11

[26] Vgl. Homepage der Vocatus AG: http://www.vocatus.de/sport-sponsoring.php

[27] Vgl. Hagedorn, Günter: Das Basketball-Handbuch S. 479

[28] Vgl. Geschichte des Basketballs von der Homepage des DBB: http://209.85.135.104/search?q=cache:TzeUGlLetlMJ:www.basketball-bund.de/basketball-bund/de/dbb/geschichte_und_statistik/resource.servlet%3Ftype%3D3%26id%3D1653+basket+offizielle+dbb+zeitschrift&hl=de&ct=clnk&cd=3&gl=de&client=firefox-a

[29] Vgl. Geschichte des Basketballs von der Homepage des DBB: http://209.85.135.104/search?q=cache:TzeUGlLetlMJ:www.basketball-bund.de/basketball-bund/de/dbb/geschichte_und_statistik/resource.servlet%3Ftype%3D3%26id%3D1653+basket+offizielle+dbb+zeitschrift&hl=de&ct=clnk&cd=3&gl=de&client=firefox-a

[30] Vgl. Kleinjohann, Michael: Sportzeitschriften in der Bundesrepublik Deutschland S. 56f.

[31] Vgl. Kleinjohann, Michael: Sportzeitschriften in der Bundesrepublik Deutschland S. 57

[32] Vgl. Kleinjohann, Michael: Sportzeitschriften in der Bundesrepublik Deutschland S. 57

[33] Vgl. Geschichte des Basketballs von der Homepage des DBB: http://209.85.135.104/search?q=cache:TzeUGlLetlMJ:www.basketball-bund.de/basketball-bund/de/dbb/geschichte_und_statistik/resource.servlet%3Ftype%3D3%26id%3D1653+basket+offizielle+dbb+zeitschrift&hl=de&ct=clnk&cd=3&gl=de&client=firefox-a

[34] Informationen von Dirk Kaiser

[35] Vgl. Kleinjohann, Michael: Sportzeitschriften in der Bundesrepublik Deutschland S. 58

[36] Vgl. Kleinjohann, Michael: Sportzeitschriften in der Bundesrepublik Deutschland S. 53ff.

[37] La Roche, Walther von: Einführung in den praktischen Journalismus S. 146

[38] Vgl. La Roche, Walther von: Einführung in den praktischen Journalismus S. 73

[39] Vgl. La Roche, Walther von: Einführung in den praktischen Journalismus S. 146

[40] Vgl. La Roche, Walther von: Einführung in den praktischen Journalismus S. 169

[41] La Roche, Walther von: Einführung in den praktischen Journalismus S. 156f.

[42] Vgl. Braun, Peter: Tendenzen der deutschen Gegenwartssprache S. 3f. & 104

Ende der Leseprobe aus 118 Seiten

Details

Titel
Sprachliche Entwicklungen im Sport am Beispiel der Zeitschrift „Basketball“
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für deutsche Sprache und Literatur II)
Veranstaltung
Fachbereich: neuere Philologien
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
118
Katalognummer
V210262
ISBN (eBook)
9783656381587
ISBN (Buch)
9783656381945
Dateigröße
56270 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sprachliche, entwicklungen, sport, beispiel, zeitschrift, basketball
Arbeit zitieren
Magister Artium Patrick Rutishauser (Autor), 2008, Sprachliche Entwicklungen im Sport am Beispiel der Zeitschrift „Basketball“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210262

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