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Das Bild des Antonius auf Grund der hagiographischen Quellen

(Vita Antonii und die Apophthegmata Patrum)

Titel: Das Bild des Antonius auf Grund der hagiographischen Quellen

Bachelorarbeit , 2012 , 37 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Mitte des dritten Jahrhunderts, begann in der Geschichte des Christentums etwas Neues. In Ägypten verließen Christinnen und Christen wegen ihrer Sorge um das eigene Heil, ihre immer größer und bürgerlicher gewordenen Gemeinden, um als Mönche in der Wüste nach neuen Formen zu suchen Christus nachzufolgen. Sie taten dies allerdings nicht aus Protest und mit dem Ziel eine Gegenkirche zu gründen, sondern um für sich und ungestört nach den Ansprüchen des asketisch interpretierten Evangeliums zu leben. Diese Frauen und Männer sahen ihre Lebensweise, die im vierten Jahrhundert die ganze Kirche erfasste und Tausende in die Wüste zog, sogar als neue Form des Martyriums, in einer Zeit der Institutionalisierung und Konsolidierung des Christentums im Römischen Reich. Neben diesen individuellen, religiösen Motiven spielten aber auch ökonomische und soziale Faktoren eine Rolle. So flohen viele auch vor wirtschaftlicher Not, Steuern, Ausbeutung oder einer Zwangsrekrutierung in die Wüste.
Allerdings stellte diese neu entstandene Form der außergemeindlichen Askese kein einheitliches Bild dar. So werden traditionell zwei Mönchsarten, die etwa zeitgleich entstanden sind, voneinander unterschieden. Das Anachoreten - und das Koinobitentum. Im letzteren leben mehrere Mönche nach dem Idealbild der Urgemeinde, wie es in der Apostelgeschichte 4,32-35 überliefert ist, streng geordnet unter einer einheitlichen Leitung, an einem Ort zusammen. Als Urheber dieser Form asketischer Gemeinschaft wird Pachomius angesehen, der zwischen 320 und 325 im oberägyptischen Tabennese das erste Kloster gründete. Dahingegen lebt der Anachoret für sich allein, als Einsiedler/Eremit in einem lockeren Verbund von Zellen/Kellia. Diese Eremitenkolonien befanden sich vor allem südwestlich des Nildelta

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Das Antoniusbild in den hagiographischen Quellen

II A “Ora et labora”

II B Allwissenheit

II C Gottgefälliges Leben

II D Monastische Unterweisung

II E Die Erlangung des Heils

II F Die Gabe der Unterscheidung

II G Der Umgang mit dem Nächsten

II H Wüste und Kellion

II I Früher-Später

II J Was nur in der Vita steht

III Zusammenfassung

IV Quellen und Literaturverzeichnis

IV A Quellen

IV B Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Bild des Antonius, wie es in der Vita Antonii des Athanasius und in den Apophthegmata Patrum gezeichnet wird. Ziel ist ein systematischer Vergleich dieser beiden Quellengattungen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung des Eremiten herauszuarbeiten und so ein differenzierteres Verständnis der Antoniusfigur zu gewinnen.

  • Vergleichende Analyse der Quellen: Vita Antonii vs. Apophthegmata Patrum
  • Grundkonzepte des Wüstenmönchtums (Ora et labora, Askese, Demut)
  • Die Rolle der Bibel und der geistlichen Unterweisung
  • Antonius als Dämonenbekämpfer und als geistliches Vorbild
  • Unterschiedliche Intentionen der hagiographischen Darstellungen

Auszug aus dem Buch

II A “Ora et labora“

Das erste Antoniusapophthegma, ist ein an Antonius selbst ergangenes Offenbarungswort, das auch als „Urszene des anachoretischen Mönchtums“ bezeichnet wird. Antonius sitzt in „geistlicher Verzagtheit (akedia) und tiefer[r] Verfinsterung der Gedanken“ in seiner Wüstenhöhle. Dies hindert ihn sowohl den Sinn seiner Askese als auch den Weg zum Heil zu erkennen. Gott sendet ihm daraufhin einen Engel, der Antonius zeigt, wie er sich in Zukunft vor der akedia schützen kann. Nämlich indem er zwischen Beten im Stehen und Arbeiten im Sitzen variiert. Durch diese Abwechslung werden die unendliche Zeit und der unendliche Raum der Wüste strukturiert. Erst diese Struktur ermöglicht den Mönchen den geistlichen Fortschritt und das Überleben in der Wüste, indem die Heilssuche durch „die Rhythmen des geistlichen Leben- sitzen, arbeiten und aufstehen, beten“ geordnet und dadurch auch vermenschlicht wird. Die Arbeit gewährt Erholung, neben der geistigen Anspannung des Gebets.

Auch die Vita kennt den Grundsatz des Betens und Arbeitens. Allerdings braucht Antonius hier keine Offenbarung, um diesen zu erkennen. Sowohl die Arbeit als auch das Beten werden im Gegensatz zu den Apophthegmata biblisch begründet. Das Gebet soll „still für sich (vgl. 2 Kön 4,33 und Mt 6,6), ohne nachzulassen (1 Thess 5,17)“ ausgeführt werden. Die Arbeit dient, laut der Vita „teils für den [eigenen] Lebensunterhalt, teils für die Bedürftigen“. Sie besteht aus Zweierlei. Zunächst, wie auch in Apophthegma 1, aus Flechtwerk. Ob das ein Seil wie in Apophthegma 1 oder ein Speisekorb wie in der Antoniusvita ist, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Allerdings bestellt Antonius in der Vita zusätzlich ein Feld mit Korn, um für sich selbst Brot zu erzeugen und baut für seine Gäste Gemüse an. Damit handelt er in der Vita gegen den Grundsatz der Wüstenmönche, wonach die Landbestellung nicht als Arbeit der Mönche galt, wie in Apophthegmata 22 des Altvaters Poimen zu lesen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Einführung in die historische Entstehung des frühen ägyptischen Mönchtums und Vorstellung der beiden Hauptquellen, der Vita Antonii und der Apophthegmata Patrum.

II Das Antoniusbild in den hagiographischen Quellen: Detaillierter Vergleich der beiden Quellen anhand zentraler Themen wie Askese, Allwissenheit, Gottesfurcht, Heilserlangung und der Bedeutung der Wüste.

III Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die aufzeigt, dass Athanasius und die Apophthegmen unterschiedliche, aber sich ergänzende Bilder des Antonius vermitteln.

IV Quellen und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Antonius, Vita Antonii, Apophthegmata Patrum, Wüstenmönchtum, Askese, Anachoretentum, Athanasius von Alexandrien, Ora et labora, Dämonen, Gottesfurcht, Heilserlangung, Demut, Nächstenliebe, Wüstenväter, Monastische Unterweisung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit vergleicht das Bild des heiligen Antonius in zwei grundlegenden Quellengattungen: der hagiographischen Lebensbeschreibung (Vita Antonii von Athanasius) und den gesammelten Väterweisheiten (Apophthegmata Patrum).

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die unterschiedliche Darstellung von Askese, der Beziehung zur Heiligen Schrift, der Rolle des Gebets, der Unterscheidungsgabe gegenüber Geistern und dem Leben als Eremit in der Wüste.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es geht darum, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Antoniusbild herauszuarbeiten, um zu verstehen, wie verschiedene literarische Gattungen das Bild des Mönchsvaters geprägt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen komparativen Ansatz, bei dem spezifische Apophthegmen direkt mit entsprechenden Textstellen in der Vita Antonii verglichen und analysiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Aspekte (z.B. „Ora et labora“, Allwissenheit, Gottgefälliges Leben), die jeweils durch eine Gegenüberstellung der Quellen beleuchtet werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Askese, Anachoretentum, Hagiographie, Athanasius von Alexandrien, Wüstenväter und theologische Deutung des mönchischen Lebens.

Inwiefern unterscheiden sich die Darstellungen von Antonius' Tod in den Quellen?

Während die Apophthegmata den Tod des Antonius nicht thematisieren, bietet die Vita Antonii eine detaillierte Schilderung, die ihn als Vorbild auch in seinem Lebensende zeigt und zur Legitimation von Athanasius als seinem Nachfolger dient.

Wie wird das Konzept von „Ora et labora“ in den Quellen interpretiert?

In den Apophthegmata wird es als eine göttliche Offenbarung zur Überwindung der Trägheit (akedia) verstanden, während Athanasius in der Vita das Prinzip biblisch als notwendigen Dienst begründet.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Bild des Antonius auf Grund der hagiographischen Quellen
Untertitel
(Vita Antonii und die Apophthegmata Patrum)
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
37
Katalognummer
V210274
ISBN (eBook)
9783656385516
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antonius Eremit Einsiedler Vita Antonii Apophthegma Apophthegmata Patrum Mönchtum Anachorese Anachoret Wüstenvater Wüstenväter Vätersprüche
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2012, Das Bild des Antonius auf Grund der hagiographischen Quellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210274
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Leseprobe aus  37  Seiten
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