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Der Antigone-Mythos. Vergleich der Tragödie von Sophokles und Rolf Hochhuths „Die Berliner Antigone“

Antike Mythen und ihre Rezeption in der europäischen Literatur des Mittelalters und der Neuzeit

Title: Der Antigone-Mythos. Vergleich der Tragödie von Sophokles und Rolf Hochhuths „Die Berliner Antigone“

Pre-University Paper , 2011 , 31 Pages , Grade: 13,00

Autor:in: Julia Peidli (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Jeder kennt sie, die alten Geschichten der Götter und Heroen aus der Antike. Jeder kennt Charaktere wie den starken Herkules und die schöne Helena. Doch was ist der Grund dafür, dass uns diese Figuren auch heute noch im Fernsehen oder in der Literatur begegnen? Die Basis dafür schaffen die alten Mythen aus dem klassischen Altertum, die sich mit existenziellen Fragen des Lebens auseinandersetzen. Hierbei werden Werte wie Schuld, Rache oder Sühne verpackt in Geschichten, die den Menschen berühren, vermittelt . Da diese ethischen und moralischen Vorstellungen der Grundstock jeder Gesellschaft sind, lässt sich sagen, dass die Menschen „mit Mythen […] ihre Kultur erschaffen“ haben .
Der österreichische Schriftsteller und Kulturphilosoph Egon Friedell schreibt in einem seiner Bücher: „Unsere Mythologie lesen wir täglich dreimal in der Zei-tung“ . Damit spielt er auf die Präsenz der Themen der Mythologie in der heutigen Zeit an. In meiner Arbeit werde ich diese Präsenz mittels der Tragödie „Antigone“ von Sophokles an deren Rezeption „Die Berliner Antigone“ von Rolf Hochhuth darstellen. Beide Werke handeln von einer jungen Frau, die im Verstoß gegen das Rechtssystem der jeweiligen Zeit, ihren Bruder bestattet.
Der Vergleich der beiden Werke umfasst eine Charakterisierung der Personen, sowie eine ausführliche Darstellung des Konflikts zwischen Antigone bezie-hungsweise Anne und der Obrigkeit. Im Hinblick auf den historischen Rahmen der Tragödie und der Novelle werde ich die Umstände zur jeweiligen Zeit analy-sieren. Ziel meiner Arbeit ist es herauszufinden, welche Gründe Rolf Hochhuth dazu bewegt haben, die antike Figur der Antigone als Vorbild für seine Novelle zu nehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Präsenz des Mythos in der heutigen Zeit

2. Vorgeschichte: Fluch der Labdakiden

3. Sophokles‘ antikes Drama „Antigone“

3.1 Zusammenfassung des Inhalts

3.2 Charakterisierung der Hauptpersonen

3.2.1 Antigone

3.2.1.1 Die mutige Kämpferin

3.2.1.2 Beziehungen zu Ismene und Haimon

3.2.2 Kreon

3.2.2.1 Der herrschsüchtige Tyrann

3.2.2.2 Kreon als anerkannter Herrscher

3.3.1 Gründe für den Konflikt

3.3.1.1 Persönliche Gründe

3.3.1.2 Religiöse und gesellschaftliche Gründe

3.3.2 Folgen des Konflikts

4. Rolf Hochhuths Novelle „Die Berliner Antigone“

4.1 Zusammenfassung des Inhalts

4.2 Charakterisierung und Vergleich der Hauptpersonen

4.2.1 Anne

4.2.2 Generalrichter und Hitler in der Person der Obrigkeit

5. Historischer, politischer und sozialer Rahmen

5.1 Antike

5.1.1 Angaben zu Sophokles

5.1.2 Das Verhältnis zwischen Bürger und Staat

5.2.1 Angaben zu Hochhuth

5.2.2 Kritik am Regime im Dritten Reich

6. Antigone als Symbol der Revolution

7. Antigone – eine zeitlose Thematik

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist ein tiefgreifender Vergleich der antiken Tragödie „Antigone“ von Sophokles mit der Novelle „Die Berliner Antigone“ von Rolf Hochhuth, wobei insbesondere die Rezeption der antiken Figur im Kontext des Dritten Reiches untersucht wird.

  • Charakterisierung und Vergleich der Protagonistinnen Antigone und Anne.
  • Analyse der Konfliktlagen zwischen den Hauptfiguren und der jeweiligen Obrigkeit.
  • Untersuchung der historischen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen beider Epochen.
  • Darstellung der unterschiedlichen Beweggründe für den Widerstand gegen das Rechtssystem.
  • Reflektion über die Rolle von Antigone als zeitloses Symbol für Zivilcourage und Widerstand.

Auszug aus dem Buch

3.2.1.1 Die mutige Kämpferin

Wie bereits erwähnt, ist die Tochter des Ödipus das einzige der Kinder, das ihren Vater nicht im Stich lässt, sondern ihm in die Verbannung folgt. Daraus lässt sich schließen, dass die Antigone bei Sophokles ein sehr familienverbundener Mensch ist.

Antigone weiß genau, was sie will, und lässt sich durch nichts von ihrem Vorhaben abbringen. Selbst wenn sie dafür sterben müsse, erscheint ihr die Bestattung ihres Bruders nicht als falsch. Dies zeigt eine etwas sture Charaktereigenschaft Antigones, die auf ihrer Meinung verharrt, egal was andere, wie z.B. ihre Schwester Ismene, davon halten.

Ihr Charakter wirkt jedoch nicht nur stur, sondern auch sehr mutig. Selbstbewusst stellt sie sich dem Herrscher Kreon, ohne ihre Tat zu leugnen oder zu bereuen. Dass dabei Kreon der Überlegene ist, da er über ihr Schicksal entscheidet, interessiert sie nicht. Für sie stehen das Gesetz der Götter, sowie ihre Pflicht gegenüber der Familie an erster Stelle.

Sie ist eine starke Persönlichkeit, die fest nach ihrem Glauben agiert, der für sie wichtiger ist, als das menschliche Gesetz. Sophokles verkörpert mit Antigone eine junge, kühne Kämpferin, die sich von niemandem etwas sagen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Präsenz des Mythos in der heutigen Zeit: Einleitung in die Bedeutung antiker Mythen als ethischer Grundstock der Gesellschaft und Vorstellung des Vergleichs zwischen Sophokles und Hochhuth.

2. Vorgeschichte: Fluch der Labdakiden: Darstellung der familiären Vorgeschichte und der mythischen Belastung des Geschlechts der Labdakiden, welche für das Verständnis des Schicksals der Antigone essenziell ist.

3. Sophokles‘ antikes Drama „Antigone“: Analyse des Dramas, der Charaktere und des zentralen Konflikts zwischen Antigone und Kreon im Kontext des göttlichen versus menschlichen Rechts.

4. Rolf Hochhuths Novelle „Die Berliner Antigone“: Betrachtung der Novelle und Untersuchung, wie Hochhuth das antike Vorbild in das Setting des Dritten Reiches transformiert und dabei die Charakterzeichnung verändert.

5. Historischer, politischer und sozialer Rahmen: Erläuterung der politischen Verhältnisse in der griechischen Antike sowie im Nationalsozialismus, um die unterschiedlichen Handlungsspielräume der Protagonistinnen zu kontextualisieren.

6. Antigone als Symbol der Revolution: Bewertung von Antigone als revolutionäres Symbol durch ihren kompromisslosen Widerstand und Vergleich der inneren Haltung von Antigone und Anne.

7. Antigone – eine zeitlose Thematik: Fazit über die dauerhafte Relevanz des Antigone-Stoffes als fortwährendes Thema für Literatur und Diskussionen über Recht und Unrecht.

Schlüsselwörter

Antigone, Sophokles, Rolf Hochhuth, Die Berliner Antigone, Mythos, Widerstand, Rechtssystem, Dritte Reich, Göttergesetz, Menschengesetz, Zivilcourage, Literaturvergleich, Schicksal, Moral, Revolution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die antike Tragödie „Antigone“ von Sophokles mit Rolf Hochhuths Novelle „Die Berliner Antigone“, um die Transformation und Rezeption des Mythos zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Konflikt zwischen Individuum und Staat, das Spannungsfeld zwischen göttlichem und menschlichem Gesetz sowie die Frage nach zivilem Widerstand gegen tyrannische Systeme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, warum und wie Rolf Hochhuth die antike Antigone als Vorlage für seine Protagonistin Anne nutzte und welche Unterschiede in Motivation und Handlungsfähigkeit bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine textanalytische Untersuchung sowie eine vergleichende Literaturwissenschaftliche Analyse unter Berücksichtigung historischer und politischer Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Charakterisierungen der Hauptpersonen, die Konfliktdynamiken in beiden Werken sowie die spezifischen historischen Hintergründe (Antike vs. Drittes Reich) detailliert gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Antigone-Mythos, Widerstand, Recht vs. Unrecht, moralische Pflicht und das Spannungsfeld zwischen Götter- und Menschengesetz charakterisiert.

Warum unterscheidet sich die Figur der Anne von der klassischen Antigone?

Im Gegensatz zur stolzen, standhaften Antigone, die aus religiöser Überzeugung handelt, ist Anne eine vom Regime wehrlose Person, die ihre Tat nach anfänglichem Mut tief bereut und durch Todesangst und Verzweiflung geprägt ist.

Welche Bedeutung kommt dem Generalrichter bei Hochhuth zu?

Der Generalrichter repräsentiert eine gespaltene Figur der Obrigkeit, die einerseits Hitlers Gesetzen gehorcht, aber aufgrund der privaten Bindung seines Sohnes Bodo zu Anne in einen inneren Zweikampf gerät.

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Details

Title
Der Antigone-Mythos. Vergleich der Tragödie von Sophokles und Rolf Hochhuths „Die Berliner Antigone“
Subtitle
Antike Mythen und ihre Rezeption in der europäischen Literatur des Mittelalters und der Neuzeit
Grade
13,00
Author
Julia Peidli (Author)
Publication Year
2011
Pages
31
Catalog Number
V210317
ISBN (eBook)
9783656407751
ISBN (Book)
9783656408321
Language
German
Tags
Antigone Die Berliner Antigone Hochhuth Vergleich Mythologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Peidli (Author), 2011, Der Antigone-Mythos. Vergleich der Tragödie von Sophokles und Rolf Hochhuths „Die Berliner Antigone“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210317
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