Durch die Finanzmarktkrise und die dadurch Ende 2008 entstandene Wirtschaftskrise, wurde die Stabilität vieler Unternehmen belastet. Die Folgen waren Zusammenbrüche und Insolvenzanträge zahlreicher Unternehmen in verschiedenen Branchen. Doch eine aktuelle Statistik der Creditreform zeigt, dass auch noch Jahre nach der Wirtschaftskrise die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen bspw. im Jahr 2011 mit 30.200 enorm hoch ist. So wurden große Unternehmen wie z.B. der Druckmaschinenhersteller Manroland mit über 6.500 Mitarbeitern zahlungsunfähig. Eines der bekanntesten Unternehmen die 2011 einen Insolvenzantrag stellen musste, war der Discountstromanbieter Teldafax. Die Schäden die durch die Insolvenzen entstanden sind, treffen private Gläubiger und den Staat. Dabei beläuft sich die Summe auf mehrere Milliarden Euro. Diese Beispiele sind Zeichen dafür, dass auch unabhängig von
der Konjunktur die Unternehmen in Krisen geraten können die oftmals mit der Insolvenz endet.
In der vorliegenden Ausarbeitung sollen daher die Herausforderungen an das FM erarbeitet werden, die durch eine Unternehmenskrise entstehen. Anschließend werden Lösungsansätze beschrieben, durch diese man die Herausforderungen bewältigen kann. Dazu werden zunächst in Kapitel 2 die Grundlagen der Unternehmenskrise diskutiert. Diese umfassen die Definition der Unternehmenskrise, ihre Arten und ihre Erkennung durch Kennzahlen.
In Kapitel 3 werden die Herausforderungen an das FM erarbeitet, indem zunächst die Bedeutung der Finanzierung in der Unternehmenskrise diskutiert wird, bevor anschließend auf die Finanzlage und die damit zusammenhängende Problematik der Kapitalbeschaffung eingegangen wird. Abschließend sollen in Kapitel 4 Lösungsansätze vorgestellt werden, die mit Hilfe alternativer Finanzierungsmaßnahmen die Herausforderungen bewältigen können. Diese werden zunächst nach der Möglichkeit ihrer Durchführung in autonome und heteronome Maßnahmen unterteilt, bevor am Ende dieser Arbeit eine Analyse und abschließend ein Fazit gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Unternehmenskrise
2.1 Einordnung der Unternehmenskrise in den Unternehmenslebenszyklus
2.2 Phasen der Krise nach MÜLLER und KRYSTEK
2.3 Krisenerkennung durch Liquiditätskennzahlen
3. Herausforderungen einer Krisenfinanzierung
3.1 Bedeutung der Krisenfinanzierung für das Unternehmen
3.2 Gewährleistung der Zahlungsbereitschaft
3.3 Die Problematik der Akquisition von Kapital
4. Lösungsansätze durch alternative Finanzierungsmöglichkeiten
4.1 Möglichkeiten autonomer Beschaffung von Kapital
4.2 Chancen durch Zustimmung Dritter
4.3 Analyse und Fazit der Ansätze
5. Zusammenfassung
Anhang
Anhang A: Insolvenzen
Anhang B: Unternehmenslebenszyklus
Anhang C: Krisenarten und Ursachen
Anhang D: Kennzahlen
Anhang E: Finanzierung und Kapital
Anhang F: Rating
Anhang G: Rechtsformen
Anhang H: Autonome Maßnahmen
Anhang I: Heteronome Maßnahmen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen an das Finanzmanagement während einer Unternehmenskrise und erarbeitet Lösungsansätze, um die Liquidität zu sichern und die Existenz langfristig zu erhalten.
- Grundlagen der Unternehmenskrise und Krisenidentifikation
- Herausforderungen der Kapitalbeschaffung in Krisenzeiten
- Analyse autonomer Finanzierungsmöglichkeiten (Innenfinanzierung)
- Bedeutung externer Unterstützungsmaßnahmen und Private Equity
- Stellenwert der Zahlungsbereitschaft und Bonitätsbewertung
Auszug aus dem Buch
3.3 Die Problematik der Akquisition von Kapital
In diesem Kapitel soll die Eignung der klassischen Außenfinanzierungsinstrumente zur Krisenfinanzierung untersucht werden. Dabei wird besonders auf die Kreditfinanzierung eingegangen, da sie nach einer Statistik des Statistischen Bundesamtes eines der wichtigsten Finanzierungsinstruments für die Unternehmen darstellt. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen hat die Finanzierung über Kredite einen hohen Stellenwert. Kreditinstitute stellen dabei mit großem Abstand den wichtigsten Kapitalgeber dar, so haben laut Statistik 95% der Unternehmen zunächst bei Banken nach einem Kredit gesucht. Aus diesem Grund wird zunächst untersucht, ob der traditionelle Bankenkredit eine geeignete und durchführbare Finanzierungsform der Krisenfinanzierung darstellt.
Wie bereits schon im vorigen Kapitel beschrieben, ist die Bonität eine Grundvoraussetzung für die Aufnahme von Kapital. Folglich haben Unternehmen einige Bonitätsanforderungen zu erfüllen, um den Status der Kreditwürdigkeit zu erhalten. Durch Bewertung der Bonität und das Einstufen der Unternehmen in Ratings, versuchen Kreditinstitute das Risiko eines Kreditausfalls richtig einzuschätzen. Darauf aufbauend entscheiden die Kreditinstitute über die Vertragsmodalitäten, wie bspw. Zinssätze oder die Höhe des Kredits. Um herauszufinden ob sich die Kreditfinanzierung zur Krisenfinanzierung eignet, muss zunächst geprüft werden, ob die erforderlichen Bonitätsanforderungen durch die in einer Krise befindlichen Unternehmen erfüllt werden. Sieht man sich zunächst die Finanzlage an, wird schnell deutlich, dass eine problemlose Kapitalbeschaffung durch Kredite unmöglich erscheint. Die Gründe dafür liegen in der Tatsache, dass gerade die schwache Liquiditätslage die Notwendigkeit von zusätzlichem Kapital bewirkt. Folglich können die angeschlagenen Unternehmen wegen dem Mangel an liquiden Mittel, die anfallenden Zins- und Tilgungsbeträge nicht aufbringen. Damit wird eine der wichtigsten Bonitätsanforderung nicht mehr erfüllt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Unternehmensinsolvenzen infolge von Wirtschaftskrisen ein und definiert das Ziel der Arbeit, Herausforderungen an das Finanzmanagement zu identifizieren und Lösungsansätze aufzuzeigen.
2. Grundlagen der Unternehmenskrise: Hier werden Definitionen und der Lebenszyklus von Unternehmensrisiken diskutiert sowie Kennzahlen zur frühzeitigen Identifikation einer Krise vorgestellt.
3. Herausforderungen einer Krisenfinanzierung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Finanzierung für Krisenunternehmen, betont die Wichtigkeit der Zahlungsbereitschaft und analysiert die schwierige Kapitalbeschaffung.
4. Lösungsansätze durch alternative Finanzierungsmöglichkeiten: Hier werden autonome sowie heteronome Maßnahmen zur Liquiditätssicherung vorgestellt und auf ihre Realisierbarkeit in der Krise analysiert.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Notwendigkeit, das Innenfinanzierungspotenzial auszuschöpfen, und hebt Private Equity als realistische Option hervor, um den finanziellen Handlungsspielraum wiederzuerlangen.
Schlüsselwörter
Unternehmenskrise, Krisenfinanzierung, Finanzmanagement, Liquidität, Zahlungsunfähigkeit, Insolvenz, Kapitalbeschaffung, Bonität, Rating, Innenfinanzierung, Außenfinanzierung, Sanierungskonzept, Private Equity, Leasing, Forderungsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen, denen sich das Finanzmanagement in Zeiten einer Unternehmenskrise gegenüber sieht, und evaluiert Strategien zur Existenzsicherung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Ursachen und Phasen von Unternehmenskrisen, Methoden der Krisenerkennung, Probleme der Kapitalbeschaffung sowie verschiedene Finanzierungsinstrumente zur Sanierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Handlungsspielraum von Unternehmen in Krisensituationen zu analysieren und aufzuzeigen, wie durch alternative Finanzierungsansätze die Liquidität stabilisiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Aufarbeitung einschlägiger Fachliteratur sowie der Verwendung von Kennzahlenmodellen aus dem Finanzmanagement.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Krise, die spezifischen Anforderungen an die Finanzierung in der Krise und die Bewertung von autonomen sowie heteronomen Lösungsansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Unternehmenskrise, Liquidität, Finanzmanagement, Sanierungskonzept und alternative Finanzierungsformen definiert.
Warum ist die Bonität für Krisenunternehmen so problematisch?
Da in der Krise oft die Liquidität schwach ist und Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote negativ beeinflusst werden, stufen Banken die Bonität schlecht ein, was den Zugang zu traditionellen Krediten erschwert.
Welche Rolle spielt Private Equity laut der Arbeit?
Private Equity wird als eine realistische alternative Finanzierungsform identifiziert, da diese Gesellschaften weniger auf Sicherheiten achten und eher Zukunftschancen sowie Renditeerwartungen fokussieren.
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- Eduard Schall (Author), 2012, Krisenfinanzierung: Finanzmanagement in Zeiten einer Unternehmenskrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210319