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Das Stadtmotiv in der Lyrik des Realismus im Vergleich mit der Darstellung im Expressionismus in Gedichten Storms, Liliencrons und Heyms

Title: Das Stadtmotiv in der Lyrik des Realismus im Vergleich mit der Darstellung im Expressionismus in Gedichten Storms, Liliencrons und Heyms

Seminar Paper , 2012 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefanie Garstenauer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Motiv der Stadt, insbesondere der Großstadt, in der Lyrik des Realismus. Zum Vergleich wird die expressionistische Lyrik herangezogen, in der das Motiv der Großstadt ein sehr bedeutendes, oft thematisiertes Subjekt darstellt. Auch wenn diese Thematik in der Lyrik des Realismus noch nicht in diesem Maße vertreten ist, gibt es durchaus einige Vertreter, wie etwa von Liliencron, die quasi als Vorreiter dieser Gedichtsparte fungieren. Anhand textnaher Analysen wird daher im Folgenden exemplarisch herausgearbeitet, inwiefern die jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu den unterschiedlichen Entstehungszeiten der Werke im Inhalt sowie der Darstellungsweise der Lyrik wiederzufinden sind, und wie die beiden literaturgeschichtlich eigentlich so unterschiedlichen Epochen mit dem historisch neuen Phänomen der rasanten Urbanisierung umgehen.
Hierfür werden zwei sehr verschiedene Gedichte des Realismus herangezogen. Zum einen wird Theodor Storms Werk „Die Stadt“ als Stadtgedicht des frühen Realismus untersucht. Zum anderen dient das spätere Gedicht „In einer großen Stadt“ von Detlev von Liliencron als Kontrast und eindrucksvolles Beispiel für die Veränderung der Darstellung der Stadt im späten Realismus. Im Anschluss erfolgt ein Vergleich mit dem Gedicht „umbra vitae“ des expressionistischen Lyrikers Georg Heym, welchem ein völlig anderes Bild der Stadt zugrunde liegt.
Vor dieser praktisch-analytischen Überprüfung wird zunächst ein Überblick über die relevanten gesellschaftlich-sozialen Veränderungen in der Epoche des Realismus gegeben, ab circa Mitte des 19. Jahrhunderts bis hin zur expressionistischen Ära, wobei insbesondere auf den Aspekt der Verstädterung eingegangen werden soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ziel und Methodik der Arbeit

2. Städtewachstum und Gesellschaftliche Veränderungen in der Epoche des Realismus bis hin zum Expressionismus

3. Praktische Überprüfung der Darstellung des Stadtmotivs anhand von Gedichtvergleichen

3.1. Stadtlyrik im Realismus

3.1.1. Frühe Stadtlyrik am Beispiel von Theodor Storms Gedicht „Die Stadt“

3.1.2. Vom Realismus auf dem Weg zu den Anfängen der Moderne: Das Stadtmotiv in Detlev von Liliencrons Gedicht „In einer großen Stadt“

3.2. Das Motiv der Großstadt im Expressionismus am Beispiel von Georg Heyms „Umbra vitae“

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Darstellung des Stadt- und Großstadtmotivs, indem sie lyrische Werke des Realismus mit denen des Expressionismus vergleicht. Das zentrale Ziel besteht darin, herauszuarbeiten, wie sich die unterschiedlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Epochen in der inhaltlichen Gestaltung und der poetologischen Darstellungsweise niederschlagen.

  • Vergleichende Analyse der Stadtlyrik im Realismus und im Expressionismus.
  • Untersuchung des soziokulturellen Wandels und der rasanten Urbanisierung als literarisches Thema.
  • Textnahe Interpretation exemplarischer Gedichte von Theodor Storm, Detlev von Liliencron und Georg Heym.
  • Kontrastierung von objektiven Darstellungsweisen des Realismus mit expressionistischer Subjektivität.
  • Herausarbeitung der formalen und inhaltlichen Entwicklung vom frühen zum modernen Stadtgedicht.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Vom Realismus auf dem Weg zu den Anfängen der Moderne: Das Stadtmotiv in Detlev von Liliencrons Gedicht „In einer großen Stadt“

Dieses Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Gedicht spiegelt die damaligen Verhältnisse in den noch immer drastisch anwachsenden deutschen Städten eindrucksvoll wieder. Ein nur indirekt auftretendes, nicht identifizierbares lyrisches Ich beschreibt hier das Treiben einer ebenfalls nicht spezifizierten Großstadt als eintöniges Versinken in der Anonymität der Masse.

Auffällig ist zunächst die streng eingehaltene Form mit drei Strophen à jeweils vier Zeilen, die sich allerdings in keine klassische Strophenform einordnen lässt. Auch das Metrum ist strikt eingehalten und besteht aus Jamben, welche in der Regel fünfhebig sind und durch die männlichen Kadenzen einen harten Klang erzeugen. Lediglich der jeweils zweite Vers endet mit einer weiblichen Kadenz, welcher wie eine Art Refrain stets einen sehr ähnlichen Wortlaut besitzt und durch die klingende Kadenz sanft ausklingt. Diese formalen Mittel, sowie die zahlreichen Wiederholungen – teilweise ganzer Verse - unterstützen den gleichförmig wirkenden, scheinbar gleichgültig geschilderten Inhalt des Gedichtes. Das lyrische Ich beschreibt das städtische Menschengewirr der nicht genauer spezifizierten Großstadt als „Meer der Stadt“ (V.1, 9). Diese Metapher des Meeres versinnbildlicht zum einen die scheinbar unendliche Größe der Stadt. Zum anderen wird hierdurch die Bedeutungslosigkeit des Einzelnen deutlich, welcher in diesem Meer winzig klein erscheint und lediglich einer von vielen ist.

Interessant ist hierbei auch, dass hier eine Metapher aus dem Bereich der Natur verwendet wird, um etwas Künstliches, vom Menschen Geschaffenes wie die Stadt zu beschreiben. Die Metaphorik „der damals doch schon konventionellen Metapher ‚Meer der Stadt‘“ zieht sich durch alle drei Strophen, in deren ersten Versen jeweils Verben der Bewegung im Wasser verwendet werden. In der ersten Strophe „treiben“ die Menschen „Bald Der, bald Jener, Einer nach dem Andern“ (V.2) an dem lyrischen Ich vorbei. Wie die Wassermoleküle des Meeres gehen die Menschen in der Anonymität der Stadt unter. Der Vergleich der vorbeigehenden Menschen mit Tropfen symbolisiert ihre Bedeutungslosigkeit – ein einzelner Tropfen kann nichts bewegen, er ist lediglich Teil eines größeren Ganzen. Es entsteht der Eindruck einer Gleichförmigkeit, in welcher der Einzelne verschwindet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ziel und Methodik der Arbeit: Diese Einleitung definiert das Untersuchungsfeld der Stadtlyrik im Realismus im Vergleich zum Expressionismus und erläutert die methodische Herangehensweise anhand textnaher Analysen.

2. Städtewachstum und Gesellschaftliche Veränderungen in der Epoche des Realismus bis hin zum Expressionismus: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Urbanisierungsprozesse und die soziokulturellen Bedingungen, die das Literatursystem der untersuchten Epochen prägten.

3. Praktische Überprüfung der Darstellung des Stadtmotivs anhand von Gedichtvergleichen: Hier erfolgt die konkrete Anwendung der Methodik durch die Analyse ausgewählter Gedichte von Storm, Liliencron und Heym.

3.1. Stadtlyrik im Realismus: Dieser Abschnitt beleuchtet die Rolle des Realismus als Vorreiter der Stadtlyrik unter besonderer Berücksichtigung der Objektivität.

3.1.1. Frühe Stadtlyrik am Beispiel von Theodor Storms Gedicht „Die Stadt“: Die Analyse zeigt die Verknüpfung von Naturmetaphorik und subjektiver Bindung an die Heimatstadt im frühen Realismus.

3.1.2. Vom Realismus auf dem Weg zu den Anfängen der Moderne: Das Stadtmotiv in Detlev von Liliencrons Gedicht „In einer großen Stadt“: Es wird die Versachlichung zwischenmenschlicher Beziehungen und die Entfremdung in der anonymen Großstadt thematisiert.

3.2. Das Motiv der Großstadt im Expressionismus am Beispiel von Georg Heyms „Umbra vitae“: Das Kapitel kontrastiert die moderne, existenzbedrohende und apokalyptische Darstellung der Stadt im Expressionismus mit den vorangegangenen realistischen Ansätzen.

4. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Unterschiede in der Darstellungsweise sowie die fließenden Epochengrenzen reflektiert.

Schlüsselwörter

Stadtmotiv, Großstadtlyrik, Realismus, Expressionismus, Urbanisierung, Industrialisierung, Anonymität, Entfremdung, Theodor Storm, Detlev von Liliencron, Georg Heym, Metaphorik, Literaturwissenschaft, Moderne, Gesellschaftswandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Darstellung der Stadt als literarisches Motiv in der Lyrik des 19. Jahrhunderts und der expressionistischen Moderne.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der rasanten Verstädterung (Urbanisierung), dem sozialen Wandel durch die Industrialisierung sowie der lyrischen Verarbeitung von Anonymität und Entfremdung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, textnah herauszuarbeiten, wie unterschiedliche gesellschaftliche Bedingungen der Epochen zu differenzierten Darstellungsweisen des Großstadtmotivs führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden, textnahen Analyse ausgewählter Gedichte vor dem Hintergrund soziokultureller und literaturhistorischer Kontexte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung der Urbanisierung und eine detaillierte Analyse dreier Gedichte (Storm, Liliencron, Heym), um einen Wandel in Inhalt und Form aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen unter anderem Stadtmotiv, Großstadtlyrik, Anonymität, Entfremdung, Industrialisierung und literarische Moderne.

Welche Rolle spielt die „Natur“ im Vergleich der Epochen?

Im Realismus dient die Natur oft noch als Orientierungspunkt, während sie im Expressionismus im Kontext der Großstadt als zerstört oder entfremdet dargestellt wird.

Warum wird Liliencrons Gedicht als Übergangsphase gewertet?

Liliencron nutzt noch traditionelle formale Mittel, thematisiert jedoch bereits die Anonymität und Austauschbarkeit des Individuums, was ihn zum Vorläufer modernerer Stadtlyrik macht.

Was kennzeichnet die Großstadt-Darstellung bei Georg Heym?

Heyms Werk zeichnet sich durch eine apokalyptische und existenzbedrohende Bildsprache aus, die das Individuum in eine anonyme, irrationale und „wahnsinnige“ Welt versetzt.

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Details

Title
Das Stadtmotiv in der Lyrik des Realismus im Vergleich mit der Darstellung im Expressionismus in Gedichten Storms, Liliencrons und Heyms
College
LMU Munich
Grade
1,7
Author
Stefanie Garstenauer (Author)
Publication Year
2012
Pages
21
Catalog Number
V210401
ISBN (eBook)
9783656379331
ISBN (Book)
9783656381242
Language
German
Tags
stadtmotiv lyrik realismus vergleich darstellung expressionismus anhand gedichten storms liliencrons heyms
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Garstenauer (Author), 2012, Das Stadtmotiv in der Lyrik des Realismus im Vergleich mit der Darstellung im Expressionismus in Gedichten Storms, Liliencrons und Heyms , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210401
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