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Welche Sprache ist meine Muttersprache? Gründe für das Niveau der russischen Sprachbeherrschung bei Aussiedlerkindern

Title: Welche Sprache ist meine Muttersprache? Gründe für das Niveau der russischen Sprachbeherrschung bei Aussiedlerkindern

Examination Thesis , 2009 , 73 Pages , Grade: 2,00

Autor:in: Julia Alert (Author)

Russian / Slavic Languages
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Summary Excerpt Details

In den letzten fünfzig Jahren ist Deutschland zu einem Vielvölkerstaat
geworden. Nicht nur durch wirtschaftliche Gründe bestimmte Zuwanderung
der ausländischen Arbeitskräfte hat dazu beigetragen. Mit der Milderung in der
Auswanderungspolitik der Ostblockstaaten und der späteren Auflösung der
UdSSR bekamen die ethnischen Deutschen, die in diesen Regionen lebten, eine
Möglichkeit in ihre historische Heimat zurück zu kehren.
Viele jungen Aussiedler und Spätaussiedler starteten ins Erwachsenenleben
schon in Deutschland. Wie erfolgreich haben sie sich in die Neue Gesellschaft
integriert? Was und wie viel von der mitgebrachten Kultur geben sie ihren
Kindern weiter? Wie hoch sind der Stellenwert und das Niveau der russischen
Sprache in ihren Familien? All diese Fragen gehören in den soziolinguistischen
Teil dieser Arbeit. Geschichtliche Situation im Herkunftsland und
Integrationsschwierigkeiten, welche diese Menschen anfangs in Deutschland
hatten, werden einige Rückschlusse über die Kulturidentität dieser Gruppe
geben. Ausgehend von diesen Feststellungen ist der Stellenwert der russischen
Sprache zu ermitteln. Diese Erkenntnisse sind für den zweiten,
strukturlinguistischen Teil dieser Arbeit wichtig. Denn die Sprachkenntnisse,soweit solche überhaupt vorhanden sind, und der Grad der Interferenzen ins Russische bei den Kindern, die in Deutschland geboren oder im Kleinkindalter eingereist sind, hängt in sehr hohem Maße von der elterlichen Auffassung der Realität bezüglich der russischen Sprache und Kultur. Es ist nicht das Ziel dieser Arbeit Schlussfolgerungen zu ziehen, die für alle Aussiedlerfamilien ihre Gültigkeit haben. Es wird allerdings angestrebt ein konkretes Handlungsmuster auszuarbeiten, das zum Verlust oder Erhalt der russischen Sprache bei Kindern, also bei der zweiten Generation, führt. Die Richtung der Sprachentwicklung wird durch einige Sprachbeispiele dokumentiert.
Diese Arbeit basiert größtenteils auf einer Befragung, welche die angesprochenen Aspekte erörtert und viele Beispiele der Kindersprache liefert.
Trotz der großen Menge an Fachliteratur zur Bilingualität und Mehrsprachigkeitsforschung, die aus verschiedenen Blickwinkeln den
Gegenstand untersucht, gibt es nur sehr wenige Arbeiten, die sich mit der
Sprache der Aussiedler beschäftigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Exkurs in die Geschichte

1.1. Situation im Herkunftsland

1.2. Kulturelle und sprachliche Identität

1.2.1. Zum Identitätsbegriff

1.2.2. Sprachliche Identität

1.2.3. Kulturelle Identität

1.3. Zwischenfazit

2. Situation in Deutschland

2.1. Sprachliche Barriere

2.2. Die Verhaltensmuster von Einwanderern

2.2.1. Die Assimilation

2.2.2. Die Integration

2.2.3. Die Isolation

2.2.4. Die Dissimilation

2.3. Zwischenfazit

3. Sprachliche Situation der Migrantengemeinschaft

3.1. Deutsch in einer Aussiedlerfamilie

3.2. Russisch der Aussiedler

3.2.1. Die mitgebrachte Sprache

3.2.2. Veränderungen der Sprache in Deutschland

3.2.3. „Aussiedlerrussisch“

3.3. Zwischenfazit

4. „Neuland“ Zweisprachigkeit

4.1. Definition

4.2. Staatliche Sprachpolitik

4.3. Einstellung in der Familie

4.3.1. Russisch wird nicht akzeptiert

4.3.2. Russisch ist ein Teil des Alltages

4.3.3. Russisch wird weitergegeben

4.4. Zwischenfazit

5. Empirische Untersuchung

5.1. Strukturlinguistische Terminologie

5.2. Allgemeine Merkmale der Testpersonen

5.3. Der Fragebogen

5.3.1. Ausgangshypothese

5.3.2. Der Fragebogen (Text)

5.3.3. Gliederung und Erläuterungen

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

5.4. Durchführung der Befragung

5.5. Auswertung

5.5.1. Ergebnisse der Befragung

Zu dem 1. Teil

Zu dem 2. Teil

Zu dem 3. Teil

Zu dem 4. Teil

Zu dem 5. Teil

Zu dem 6. Teil

5.6. Zwischenfazit

6. Das Niveau der russischen Sprache

6.1. Ausgewählte Sprachbeispiele

6.1.1. Phonetisch unauffällige Sprache

6.1.2. Der starke phonetische Einfluss

6.2. Zwischenfazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Sprachniveau von Aussiedlerkindern in Deutschland und die soziolinguistischen Hintergründe, die den Erhalt oder Verlust der russischen Sprache in diesen Familien beeinflussen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich die elterliche Einstellung und die tägliche Sprachpraxis auf die Sprachkompetenz der Kinder auswirken.

  • Historische Einordnung der russlanddeutschen Identität und Migration
  • Soziolinguistische Analyse der Sprachverwendung in Aussiedlerfamilien
  • Definition und Herausforderungen von Zweisprachigkeit bei Migranten
  • Methodische Untersuchung des Sprachverhaltens mittels empirischer Befragung
  • Phonetische Analyse des Sprachniveaus bei Kindern

Auszug aus dem Buch

1.1. Situation im Herkunftsland

Fast drei Hundert Jahre haben die Deutschen in Russland ihre Sprache und Kultur bewahren können. Natürlich war diese Sprache nicht einheitlich, ihre Bräuche wiesen ebenso einige Unterschiede auf, doch sie waren Deutsche. „Ende der 20er Jahre des 20. Jh. existierten in der Sowjetunion 2024 deutsche Siedlungen; die größte deutsche Sprachlandschaft bildete die wolgadeutsche Sprachinsel.“ Diesem friedlichen Nebeneinanderleben verschiedener Völker wurde in der Mitte des letzten Jahrhunderts ein Ende gesetzt. Durch den zweiten Weltkrieg wurden die Deutschen nicht nur umgesiedelt, sie wurden als Feinde stigmatisiert. Die Entwicklung, welche man in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts beobachtete, ist als Folge der Politik in der Kriegs- und Nachkriegszeit zu verstehen. Durch Deportationen verlor die Gemeinschaft ihre relative Geschlossenheit, welche unter anderem ein sehr wichtiger Faktor in der Sprachentwicklung und Spracherhaltung war. Die einzelnen Familien wurden in verschiedene und oft weit von einander entfernte Ortschaften angesiedelt. Die Sprachkontakte zwischen den deutschsprachigen Menschen waren aufgrund der Entfernung auf die Familie beschränkt. Das Leben in der neuen Umgebung forderte Kenntnisse anderer Sprachen, vor allem des Russischen, Kasachischen, Kirgisischen. Die Deutschen waren aber nicht das einzige „verdächtige“ Volk. Nach Kasachstan wurden viele anderen ethnischen Minderheiten wie Tschetschenen, Griechen, Türken, Koreaner, Kurden deportiert. Diese Aufzählung soll eine ungefähre Vorstellung von dem multikulturellen Hintergrund vieler Familien, die aus Kasachstan nach Deutschland kamen, verdeutlichen. Außerdem soll sie das Verständnis über die Unterschiede in Lebenserfahrungen bezüglich der eigenen Nationalität der Aussiedler erleichtern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Exkurs in die Geschichte: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Hintergrund der Russlanddeutschen, insbesondere die Situation im Herkunftsland und die Entwicklung ihrer Identität vor der Migration.

2. Situation in Deutschland: Hier wird die Ankunft und Eingewöhnung junger Aussiedler in Deutschland thematisiert, wobei verschiedene Integrationsstrategien und die Rolle von Sprachbarrieren analysiert werden.

3. Sprachliche Situation der Migrantengemeinschaft: Dieses Kapitel untersucht, wie Russisch und Deutsch innerhalb von Aussiedlerfamilien genutzt werden und wie sich die russische Sprache durch den Kontakt mit der deutschen Umgebung verändert.

4. „Neuland“ Zweisprachigkeit: Hier werden theoretische Grundlagen der Zweisprachigkeit diskutiert, eingebettet in staatliche Sprachpolitik und die unterschiedlichen Einstellungen innerhalb von Familien gegenüber dem Spracherhalt.

5. Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen der empirischen Arbeit, die Struktur des Fragebogens und präsentiert die Ergebnisse der durchgeführten Kinderbefragung.

6. Das Niveau der russischen Sprache: Abschließend werden konkrete Sprachbeispiele der befragten Kinder analysiert, um das tatsächliche Niveau und die phonetischen Einflüsse auf die russische Sprache zu bestimmen.

Schlüsselwörter

Aussiedlerkinder, Zweisprachigkeit, Spracherhaltung, Soziolinguistik, Identität, Russlanddeutsche, Sprachbiographien, Sprachkontakt, Assimilation, Integration, Sprachpraxis, russische Sprache, Migrationshintergrund, Interferenz, Sprachkompetenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Gründe für das Niveau der russischen Sprachbeherrschung bei Kindern aus Aussiedlerfamilien in Deutschland, wobei der Fokus auf dem Einfluss soziokultureller Faktoren liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Herkunft der Aussiedler, dem Prozess der Integration in Deutschland, dem Spannungsfeld zwischen der deutschen und russischen Sprache sowie der Rolle der familiären Einstellung zum Spracherhalt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu ermitteln, welche Faktoren das Niveau der russischen Sprache bei Kindern beeinflussen und wie sich die Sprachverwendung innerhalb der Migrantenfamilien in Deutschland entwickelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin führt eine empirische Querschnittsstudie durch, die auf einer qualitativen Befragung von zehn Kindern mit Migrationshintergrund basiert, ergänzt durch die Analyse von Sprachbeispielen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Exkurs, eine Analyse der Integrationssituation, theoretische Überlegungen zur Zweisprachigkeit und die detaillierte Auswertung der empirischen Befragung zur Sprachpraxis der Kinder.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Zweisprachigkeit, Aussiedleridentität, Sprachverlust, soziolinguistische Faktoren, Integration und Spracherhaltung.

Welche Rolle spielt die Einstellung der Eltern für die Sprachentwicklung der Kinder?

Die Arbeit stellt fest, dass die elterliche Einstellung und die aktive Förderung (oder Vernachlässigung) der Sprache zu Hause der entscheidende Faktor für das Niveau der russischen Sprachbeherrschung bei den Kindern ist.

Wie bewertet die Autorin das Phänomen des "Aussiedlerrussisch"?

Das sogenannte "Aussiedlerrussisch" wird als Folge von Sprachmischungen betrachtet, die auftreten, wenn Kinder versuchen, Lücken in ihrer russischen Kompetenz durch deutsche Lexeme oder Strukturen zu füllen.

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Details

Title
Welche Sprache ist meine Muttersprache? Gründe für das Niveau der russischen Sprachbeherrschung bei Aussiedlerkindern
College
University of Cologne  (Slavisches Institut)
Grade
2,00
Author
Julia Alert (Author)
Publication Year
2009
Pages
73
Catalog Number
V210417
ISBN (eBook)
9783656390114
ISBN (Book)
9783656390206
Language
German
Tags
gründe niveau sprachbeherrschung aussiedlerkindern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Alert (Author), 2009, Welche Sprache ist meine Muttersprache? Gründe für das Niveau der russischen Sprachbeherrschung bei Aussiedlerkindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210417
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