In der Hausarbeit und einem Teilnahmebeitrag des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten 2013, geht es um die Entwicklung und die Entstehung der Städtepartnerschaft nach 1950. Die Arbeit wurde von der Jury wurde mit einem Landessieg Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Städtepartnerschaft zwischen Ludwigsburg und Mömpelgard gilt in der Geschichte als die erste deutsch-französische Städtepartnerschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch schon vor den zwei Weltkriegen waren Ludwigsburg und Mömpelgard eng miteinander verbunden.
Des Weiteren behandelt die Arbeit die wesentlichen Aspekte der Partnerschaftsaktivitäten heute anhand von Beispielen aus dem Alltag.
Die Städtepartnerschaft gilt noch heute als richtungsweißend für Europa und als Mutter aller europäischen Städtepartnerschaften. Ludwigsburg gilt heute als „Mutter“ oder „Prototyp“ der europäischen Städtepartnerschaften, da man zusammenfassend sagen kann, dass Ludwigsburg nicht nur die erste deutsch-französische Freundschaft ins Leben gerufen hat, sondern auch die Städtepartnerschaft, die 60 Jahre lang schwere Zeiten durchgestanden hat und Hindernisse, wie die Beerdigung Sepp Dietrichs, gemeistert hat. Aus ihr heraus sind viele neue Städtepartnerschaften entstanden und sie ist für den Großteil der deutsch-französischen Städtepartnerschaften das Vorbild, auch über Ludwigsburgs Grenzen hinaus. Ein Vorbild wie für ein kleines Kind die Mutter sein sollte. Die Verbindung der beiden Städte fungierte auch Vorbild für die späteren Städtepartnerschaften zwischen Amerika oder Polen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung und Vorwort
2. Die Städtepartnerschaft zwischen Ludwigsburg und Mömpelgard
2.1. Eine historische Zeitreise
2.2. Ursachen des wechselhaften deutsch-französischen Verhältnisses
2.3. Aus „Feind“ wird „Freund“:
2.3.1. Die Entstehung der Städtepartnerschaft nach 1945
2.3.2. Beispiele für gelungene Nachbarschaftsprojekte
2.3.3. Vergeben und Vergessen? Die Städtepartnerschaft „auf der Kippe“
2.3.4. Die Städtepartnerschaft seit der Wiedervereinigung 1989
2.4. Die Städtepartnerschaft heute
3. Schluss
4. Materialanhang
5. Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung und die Bedeutung der Städtepartnerschaft zwischen Ludwigsburg und Mömpelgard (Montbéliard), die als erste deutsch-französische Partnerschaft nach dem Zweiten Weltkrieg als Modell für die europäische Aussöhnung gilt.
- Historische Verwurzelung der Verbindung zwischen Württemberg und Mömpelgard
- Analyse der deutsch-französischen Erbfeindschaft und deren Überwindung
- Detaillierte Betrachtung der Partnerschaftsentwicklung seit 1950
- Herausforderungen und Bewältigung von Krisen innerhalb der Städtefreundschaft
- Die Rolle von zivilgesellschaftlichem Engagement und Jugendaustausch
Auszug aus dem Buch
2.3.3. Vergeben und vergessen? Die Städtepartnerschaft „auf der Kippe“
Die sonst sich stetig positiv entwickelnde Städtepartnerschaft zwischen Ludwigsburg und Mömpelgard wurde im Jahre 1966 einer schweren Prüfung unterzogen: Die Beerdigung des ehemaligen, an einem Herzinfarkt gestorbenen SS-Offiziers Josef „Sepp“ Dietrich auf dem Ludwigsburger Neuen Friedhof. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Sepp Dietrich durch ein amerikanisches Militärgericht zu lebenslanger Haft verurteilt, da er einen Befehl für die Erschießung von US-Soldaten gegeben hatte. Schon 10 Jahre nach Kriegsende wurde er begnadigt und kam frei. Ein Freund aus NS-Zeiten half dem ehemaligen Oberbefehlshaber der 6. SS - Panzerarmee und General der „Leibstandarte SS Adolf Hitler“, eine Wohnung in Ludwigsburg zu finden und er bekam eine Stelle in einer Holzhandlung.
Etwa 5.000 Trauergäste, unter anderem ehemalige Soldaten der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS, reisten in Autos und Bussen aus allen Teilen der Republik und anderen Ländern nach Ludwigsburg. Ein Trauerzug mit fast 5.000 Trauergästen drängte sich von der Bärenwiese bis zum Neuen Friedhof. Die Stadt ließ die Feier in der Friedhofshalle von Lautsprechern nach außen übertragen und der katholische Dekan Josef Zörlein sprach davon, dass „ein Mann der Geschichte zu Grabe getragen“ werde.
In der französischen Zeitschrift „Paris Match“, mit einer Auflage von circa 700.000 Exemplaren, fand eine Bildreportage über diese Feier Platz. Am 7. Mai 1966 wurde die Geschichte aus Ludwigsburg veröffentlicht und zu Beginn war das Logo der Waffen-SS abgedruckt und die „Serrer les rangs“ („ Schließen Sie die Reihen“ auf Deutsch in Anlehnung an das nationalsozialistische Horst-Wessel-Lied). „Diese Reportage schlug in Frankreich wie eine Bombe ein. Ihre Botschaft haben die Autoren explizit formuliert: „Für die Zeit einer Beerdigung ist in Ludwigsburg Nazideutschland wieder auferstanden“.“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung und Vorwort: Der Autor führt in das Thema der deutsch-französischen Freundschaft ein und erläutert die Bedeutung Ludwigsburgs als Ausgangspunkt für die erste Städtepartnerschaft nach 1945.
2. Die Städtepartnerschaft zwischen Ludwigsburg und Mömpelgard: Dieses Kapitel betrachtet die historischen und politischen Hintergründe der Beziehung zwischen den beiden Städten und ihren Völkern über Jahrhunderte hinweg.
2.1. Eine historische Zeitreise: Das Kapitel zeichnet die über 600-jährige Verbindung durch die Herrscherdynastie Württemberg-Mömpelgard bis hin zur Garnisonszeit Ludwigsburgs nach.
2.2. Ursachen des wechselhaften deutsch-französischen Verhältnisses: Hier werden die politischen Konflikte wie die Französische Revolution, der Krieg 1870/71 sowie die Weltkriege als Belastungsprobe für das Verhältnis analysiert.
2.3. Aus „Feind“ wird „Freund“: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel der deutsch-französischen Beziehungen und die konkrete Initiierung der Partnerschaft.
2.3.1. Die Entstehung der Städtepartnerschaft nach 1945: Der Fokus liegt auf der Rolle des Deutsch-Französischen Instituts und den Bemühungen der Bürgermeister zur Verständigung.
2.3.2. Beispiele für gelungene Nachbarschaftsprojekte: Es werden diverse Austauschprogramme, sportliche Wettkämpfe und kulturelle Initiativen aufgeführt, die zur Festigung der Freundschaft beitrugen.
2.3.3. Vergeben und Vergessen? Die Städtepartnerschaft „auf der Kippe“: Das Kapitel befasst sich mit der schweren Belastungsprobe durch die Beerdigung von Sepp Dietrich und der darauf folgenden Krisenbewältigung.
2.3.4. Die Städtepartnerschaft seit der Wiedervereinigung 1989: Hier wird die Modernisierung der Partnerschaft durch neue Konzepte wie Stadtmarketing, Filmkultur und gemeinsame Entwicklungshilfeprojekte thematisiert.
2.4. Die Städtepartnerschaft heute: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über den aktuellen Status der Partnerschaft als wichtiges Bindeglied und Vorbild für europäische Zusammenarbeit.
3. Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass Ludwigsburg als „Mutter“ der Städtepartnerschaften einen wesentlichen Beitrag zur Aussöhnung geleistet hat.
4. Materialanhang: Sammlung von Grafiken, Statistiken und Bildmaterial zur Veranschaulichung der Partnerschaftsentwicklung.
5. Quellenverzeichnis: Umfassende Auflistung der genutzten Literatur und Zeitungsarchive.
Schlüsselwörter
Städtepartnerschaft, Ludwigsburg, Mömpelgard, Montbéliard, Deutsch-französische Freundschaft, Aussöhnung, Geschichte, Europa, Jugendaustausch, 1950, Elysée-Vertrag, Charles de Gaulle, Versöhnung, Vereinsarbeit, Kulturpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte und Entwicklung der Städtepartnerschaft zwischen Ludwigsburg und dem französischen Montbéliard, die als Pionierprojekt der deutsch-französischen Aussöhnung gilt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die historische Verbindung der beiden Orte, die Überwindung der deutsch-französischen Erbfeindschaft, die Rolle des Jugendaustausches und die Bewältigung diplomatischer Krisen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie aus der „Erbfeindschaft“ eine lebendige Partnerschaft entstehen konnte und welche Faktoren diese Verbindung auch in schwierigen Zeiten stabil hielten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung von Zeitungsarchiven, offiziellen Urkunden, Fachliteratur und persönlichem Bildmaterial des Autors.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Zeitreise, die Ursachen deutsch-französischer Konflikte sowie eine detaillierte Aufarbeitung der Entstehung und des Alltags der Städtepartnerschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Städtepartnerschaft, Aussöhnung, Europa, deutsch-französische Freundschaft und historisches Erbe charakterisiert.
Warum war die Beerdigung von Sepp Dietrich eine so große Gefahr für die Partnerschaft?
Die Feierlichkeiten für einen hochrangigen SS-Offizier in Ludwigsburg im Jahr 1966 lösten in Frankreich Entsetzen aus und wurden als Wiederaufleben des Nationalsozialismus wahrgenommen, was fast zum Abbruch der Beziehungen führte.
Welche Rolle spielt die Jugend für das Bestehen der Partnerschaft?
Die Jugend wurde bereits kurz nach dem Krieg als wichtigste Gruppe für die Zukunft identifiziert, weshalb Schüleraustausche und gemeinsame Sportevents frühzeitig als zentrale Pfeiler der Verständigung etabliert wurden.
Was ist das „laissez-faire“ Prinzip in der Verwaltung der Partnerschaft?
Es beschreibt die Strategie der Stadtverwaltungen, sich als Initiatoren zurückzuhalten und die eigentliche Gestaltung der Partnerschaft vorrangig den Bürgern und Vereinen zu überlassen.
- Arbeit zitieren
- Julius Schölkopf (Autor:in), 2013, Die Städtepartnerschaft zwischen Ludwigsburg und Mömpelgard, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210582