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Kulturelle Identität der Frauen in Ost- und Westdeutschland

„Ossi, Wessi, Wossi…“

Title: Kulturelle Identität der Frauen in Ost- und Westdeutschland

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Torsten Müller (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den kulturellen Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland in Bezug auf die kulturelle Identität. Da die zwei Teile Deutschlands fast ein halbes Jahrhundert getrennt waren, gibt es ein sehr breites Feld, welches in sehr vielen Bereichen untersucht werden kann. Aus diesem Grund wird sich diese Arbeit nur auf eine Zielgruppe konzentrieren. Es werden verschiedene Perspektiven von Frauen aus Ost- und Westdeutschland dargestellt und anhand ihrer alltäglichen Lebensstile, die Unterschiede herausgestellt.
Ziel dieser Arbeit ist es, sich mit den Identitätsveränderungen der deutschen auseinanderzusetzen und den kulturellen Wandel vor der Wiedervereinigung zu untersuchen. Dabei sollen auch die „Vergleichsprozesse und die Wahrnehmung der deutsch-deutschen Situation analysiert“ (Haeger, 1998: 294) werden.
Im Laufe dieser Arbeit sollen verschiedene Problematiken, die durch die Trennung Deutschlands entstanden sind, aus der Perspektive von Frauen betrachtet werden. Zunächst soll der veränderte Alltag und die dadurch neu entstandenen Probleme im Leben der Frauen dargestellt werden. Dadurch, dass die beiden Teile Deutschlands von unterschiedlichen Mächten beeinflusst wurden, haben sich dementsprechend auch die Wertorientierungen der Menschen geändert und kulturell angepasst.
Die Arbeit stützt sich dabei auf zahlreiche Quellen und Studien, die sich mit dem Thema der Trennung von Deutschland beschäftigt haben. Zusätzlich werden verschiedene Interviews, die mit ost- und westdeutschen geführt wurden, angeschaut.
Um Informationen aus erster Hand zu erfahren, wird eine Feldforschung mit zwei Zeitzeugen aus Ost- und Westdeutschland durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine volkskundliche Methode, um Daten zu erfassen und auszuwerten. Hierzu wird ein narratives Interview verwendet, das von Fritz Schütze in die Sozialforschung eingeführt wurde (Glinka, 2009).
Dieses Thema wurde ausgewählt, da es kulturwissenschaftlich und volkskundlich relevant ist und es sehr interessante Einblicke in die alltäglichen Probleme und Klischees zwischen Ost- und Westdeutschland hervorbringt. Dabei bietet es die Möglichkeit, sich näher mit einer volkskundlichen Methode auseinanderzusetzen, indem ein narratives Interview mit zwei Zeitzeugen aus den beiden Teilen von Deutschland durchgeführt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung und Definition des Begriffs Kulturelle Identität

3. Zwei Lebensstile zwischen Ost und West – Eine Frauenperspektive

4. Interview mit zwei Zeitzeugen

4.1. Warum ein narratives Interview?

4.2. Vorbereitung der Interviews

4.3. Durchführung des Interviews mit einer Ostdeutschen

4.4. Durchführung des Interviews mit einer Westdeutschen

5. Vergleich der beiden Interviews – Bilanzierungsphase

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht kulturelle Identitätsunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland aus der Perspektive von Frauen. Das primäre Ziel ist es, den kulturellen Wandel und die durch die deutsche Teilung entstandenen Problematiken anhand von narrativen Interviews und alltagsgeschichtlichen Lebensstilen zu analysieren.

  • Analyse der Identitätsveränderungen vor der Wiedervereinigung
  • Gegenüberstellung der Rolle der Frau und Mutter in DDR und BRD
  • Untersuchung von Alltagsproblemen und gesellschaftlichen Wertorientierungen
  • Einsatz des narrativen Interviews als volkskundliche Forschungsmethode
  • Reflektion von Klischees und Fremdheitskonstruktionen (Ossi/Wessi)

Auszug aus dem Buch

4.3. Durchführung des Interviews mit einer Ostdeutschen

Die befragte Person heißt Ursula Steiner und wurde 1953 geboren. Sie lebte und arbeitete in der DDR in der Stadt Erfurt, die im Bundesland Thüringen liegt. Sie war zu dieser Zeit schon verheiratet und hatte zwei kleine Kinder. Im Folgenden wird das Interview durchgeführt und die Befragte wird von dem erlebten erzählen.

„Frau Steiner, ich möchte Sie bitten, mir zu erzählen, wie sich Ihr alltägliches Leben zur Zeit der deutschen Teilung verändert hat und wie es sich auf die Erziehung der Kinder und Ihren Beruf ausgewirkt hat.“

Aufgewachsen bin ich in Erfurt und ich war noch sehr klein, nicht älter als 8 Jahre, als die Mauer in Berlin gebaut wurde. Ich erinnere mich noch, dass meine Eltern darüber nicht sehr glücklich waren und auch die Veränderungen die dadurch gekommen sind, hatten ihnen zu schaffen gemacht. Meine Mutter sagte mir damals, dass unser Leben jetzt wohl schwerer wird. Ich selbst habe die Veränderung vor allem daran bemerkt, dass ich nun viel länger in der Schule war als früher und meine Mutter noch nicht von der Arbeit zu Hause war, als ich von der Schule kam. Meine Mutter fand das überhaupt nicht gut und wollte viel lieber selbst mehr Zeit mit mir verbringen.

Als ich dann älter wurde, habe ich die ganzen Zusammenhänge zwischen Ost- und Westdeutschland besser verstanden. Es gab Vor- und Nachteile in der DDR. Es war ein Arbeitervolk, was ich spätestens dann bemerkte, als ich selbst anfing zu arbeiten. Ich musste die gleiche, körperlich anstrengende Arbeit verrichten, wie die Männer und wurde dafür sogar etwas schlechter bezahlt. Auf der einen Seite war das natürlich gut, dass Frauen mit Männern gleichgestellt waren. Dies war für die damalige Zeit sehr modern und eine Seltenheit in der Welt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Forschungsthema der kulturellen Identität zwischen Ost- und Westdeutschland vor und erläutert die Zielsetzung sowie die methodische Herangehensweise.

2. Einordnung und Definition des Begriffs Kulturelle Identität: Hier werden theoretische Grundlagen geschaffen, indem der Begriff der kulturellen Identität im Kontext der politischen Systeme der BRD und DDR definiert wird.

3. Zwei Lebensstile zwischen Ost und West – Eine Frauenperspektive: Dieses Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Lebenswelten und gesellschaftlichen Rollenerwartungen von Frauen in Ost- und Westdeutschland während der Teilung.

4. Interview mit zwei Zeitzeugen: Hier wird die Durchführung der Feldforschung dokumentiert, inklusive der methodischen Erläuterung des narrativen Interviews und der Transkription der Gespräche mit zwei Zeitzeuginnen.

5. Vergleich der beiden Interviews – Bilanzierungsphase: Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Interviews werden gegenübergestellt und hinsichtlich der Identitätskonstruktionen sowie der bestehenden Klischees ausgewertet.

6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die Relevanz der gewählten Methode sowie die Persistenz der festgestellten kulturellen Unterschiede.

Schlüsselwörter

Kulturelle Identität, Ostdeutschland, Westdeutschland, Frauenbild, DDR, BRD, narratives Interview, Feldforschung, Teilung Deutschlands, Lebensstile, Ossi, Wessi, Identitätswandel, Sozialismus, Marktwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den kulturellen Identitätsunterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland während der Zeit der deutschen Teilung aus der spezifischen Perspektive von Frauen.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Zentrale Themen sind der kulturelle Wandel, die Erwerbstätigkeit von Frauen, die staatliche Kinderbetreuung sowie die Herausbildung unterschiedlicher Lebensstile und Wertorientierungen in beiden deutschen Staaten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Identitätsveränderungen zu untersuchen und zu analysieren, wie die deutsch-deutsche Situation und die damit verbundenen Vergleichsprozesse den Alltag sowie das Selbstverständnis von Frauen geprägt haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine volkskundliche Feldforschung durchgeführt, bei der narrative Interviews nach Fritz Schütze angewendet werden, um biografische Erzählungen und subjektive Erfahrungen zu erfassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition kultureller Identität, der kontrastierenden Darstellung weiblicher Lebensentwürfe in Ost und West sowie der Durchführung und vergleichenden Auswertung von Experteninterviews.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Identitätswandel, DDR, BRD, narratives Interview, Lebensstile sowie den Bezeichnungen Ossi und Wessi beschreiben.

Wie unterschieden sich die Karrieremöglichkeiten für Frauen zwischen DDR und BRD?

Während in der DDR eine vollzeitorientierte Erwerbstätigkeit gesellschaftlicher Standard und staatlich durch Kinderbetreuung unterstützt war, konzentrierten sich Frauen im Westen häufiger auf die Familie oder führten eine weniger karriereorientierte Erwerbsbiografie.

Welche Rolle spielen die Begriffe "Ossi" und "Wessi" in der Argumentation?

Die Begriffe dienen als Beispiele für Klischees und Fremdheitskonstruktionen, die als Reaktion auf die deutsche Teilung entstanden sind und bis heute die Wahrnehmung zwischen den Bevölkerungsgruppen beeinflussen.

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Details

Title
Kulturelle Identität der Frauen in Ost- und Westdeutschland
Subtitle
„Ossi, Wessi, Wossi…“
College
LMU Munich
Grade
1,3
Author
Torsten Müller (Author)
Publication Year
2011
Pages
22
Catalog Number
V210644
ISBN (eBook)
9783656408666
ISBN (Book)
9783656408864
Language
German
Tags
kulturelle identität frauen west ossi wessi wossi…
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torsten Müller (Author), 2011, Kulturelle Identität der Frauen in Ost- und Westdeutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210644
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