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Parlamentarismus und Präsidentialismus: Interessenartikulation amerikanischer und britischer Unternehmerverbände im Vergleich

Title: Parlamentarismus und Präsidentialismus: Interessenartikulation amerikanischer und britischer Unternehmerverbände  im Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M.A. Susann Grune (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Der Blick auf das System selbst mit den vorgegebenen Rahmenbedingungen, die das politische Handeln bestimmen, gehört seit langem zu den traditionellen Untersuchungsebenen der Vergleichenden Politikwissenschaft. Diese Thematik soll auch in dieser Ausarbeitung in Form einer konkreten Fragestellung mit der dazugehörigen Hypothese aufgegriffen werden. Dabei kann als Ausgangsfrage formuliert werden: Welche Wirkung hat die Systemstruktur auf die Lobbystruktur und welche Adressaten werden von Interessengruppen im parlamentarischen und im präsidentiellen Regierungssystem präferiert? Des Weiteren wird eine kritische Überprüfung des hypothetisch unterstellten Zusammenhangs zwischen beiden Variablen – genauer gesagt zwischen Gewaltenverschränkung und Adressierung von Verbänden – vorgenommen und es wird eine Alternativhypothese über Adressaten von Lobbyisten im Präsidentialismus aufgestellt. Dieser Kontext soll am Politikfeld der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik verdeutlicht werden, wobei dabei vergleichend auf Großbritannien (GB) und auf die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) abgehoben wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Erste thematische Reflexion

2. Von der Fragestellung zur Konzeptspezifikation

3. Hypothesengeleiteter Vergleich

4. Erläuterung des Forschungsergebnisses

Zielsetzung und Themenbereiche

Die vorliegende Arbeit untersucht vergleichend, wie unterschiedliche Systemstrukturen – Parlamentarismus in Großbritannien und Präsidentialismus in den USA – die Lobbyarbeit und Interessenartikulation von Wirtschaftsverbänden beeinflussen. Ziel ist es, den hypothetischen Zusammenhang zwischen der staatlichen Gewaltenteilung und der Adressierung politischer Entscheidungsträger durch Unternehmensverbände kritisch zu überprüfen.

  • Vergleichende Analyse der Lobbystrukturen in Großbritannien und den USA.
  • Einfluss der systembedingten Gewaltenteilung auf die Interessenartikulation.
  • Untersuchung der Rolle von Wirtschaftsverbänden im politischen Entscheidungsprozess.
  • Anwendung der Most Similar Case Design Methode zur Fallstudienanalyse.

Auszug aus dem Buch

3. Hypothesengeleiteter Vergleich von Unternehmerverbänden in USA und in GB

In diesem Analyseteil soll nun tiefer in die Länderstudie gegangen werden und beide Zusammenhänge an einem Politikfeld verdeutlicht werden. Die Entscheidung für das Politikfeld der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik resultierte aus der Überlegung, dass die meisten anderen Politikfelder wie Technologie- und Industriepolitik sowie Umweltpolitik stärker von der Europäischen Union beeinflusst werden, was das Vergleichsergebnis permanent verfälschen oder gar in Frage stellen könnte. Allgemein bleibt festzuhalten, dass Verbände Organisationen sind, die von Menschen zum Schutz, zur Artikulation und zur Implementierung eigener Interessen gegründet werden und sich nicht an Wahlen beteiligen. Des Weiteren sorgen Verbände neben der erwähnten Interessenartikulation noch für die Interessenaggregation und -selektion sowie für politische Integration, wobei der Verbandseinfluss auf politische Entscheidungen als Zeichen des liberal-demokratischen Regierungssystems zu werten ist. Folglich können Verbände, deren Existenz auf dem fundamental demokratischen Prinzip der Vereinigungsfreiheit basiert, als Brückenkopf zwischen Staat und Gesellschaft gesehen werden, da nicht nur den politischen Entscheidungsträgern Fachwissen zur Verfügung gestellt wird, sondern primär ein Austausch über versteckte oder bekannte Meinungen erfolgt.

Dem Prinzip der Vergleichbarkeit, dass in diesem Fall einen Anspruch auf Ähnlichkeit beider Staaten sucht, würde es nun widersprechen, wenn britische und amerikanische Unternehmerverbände keine Gemeinsamkeiten aufweisen würden. Aus diesem Grund wird diesen thematisch der Vorzug gewährt. Zum Einen sind beide Verbände der Meinung, dass Gewerkschaften zu viel Macht haben und so herrscht in den USA sogar eine antigewerkschaftliche Stimmung, während dies in GB durchaus moderater gesehen wird, da dort der 1965 gegründete Arbeitgeberdachverband 'Confederation of British Industry' (CBI) stets gewerkschaftliche Positionen bezogen hat. Dies änderte sich erst als die 1974 gewählte Labour-Regierung den “Closed-Shop” legalisierte, was bedeutet, dass jeder neue Eingestellte der Gewerkschaft beizutreten hat und außerdem wurden enorm wirtschaftsschädigende gewerkschaftliche Arbeitskampfpraktiken nicht mehr sanktioniert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Erste thematische Reflexion: Dieses Kapitel führt in die Thematik der vergleichenden Politikwissenschaft ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss der Systemstruktur auf die Lobbyarbeit.

2. Von der Fragestellung zur Konzeptspezifikation: Hier wird das Forschungskonzept skizziert und die theoretische Relevanz der Gewaltenteilung für die Adressierung von Interessengruppen erläutert.

3. Hypothesengeleiteter Vergleich: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte vergleichende Analyse der Unternehmerverbände in den USA und Großbritannien anhand des gewählten Politikfeldes.

4. Erläuterung des Forschungsergebnisses: Das Fazit führt die Analysen zusammen und bestätigt die relative Kausalbeziehung zwischen der Systemstruktur und der politischen Interessenartikulation.

Schlüsselwörter

Parlamentarismus, Präsidentialismus, Lobbyismus, Interessenartikulation, Wirtschaftsverbände, Gewaltenteilung, Großbritannien, USA, Systemvergleich, Interessengruppen, Politikformulierung, Lobbyarbeit, Entscheidungsprozess, Korporatismus, Politikanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht den Einfluss der staatlichen Systemstruktur (Parlamentarismus vs. Präsidentialismus) auf die Art und Weise, wie Wirtschaftsverbände ihre politischen Interessen artikulieren und Entscheidungsträger adressieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Lobbystrukturen, der Einfluss von Unternehmerverbänden auf die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik sowie die Auswirkungen der Gewaltenteilung auf das politische Agieren dieser Gruppen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Überprüfung der Hypothese, dass die systemimmanente Gewaltenteilung maßgeblich bestimmt, ob Verbände ihre Anliegen primär an die Exekutive oder die Legislative richten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet das "Most Similar Case Design" (auch Differenzmethode genannt), um die Ähnlichkeiten der Länder in Bezug auf wirtschaftliche Standards zu nutzen und die Unterschiede im Lobbying auf die Systemstruktur zurückzuführen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Praxis der Interessenvertretung in Großbritannien und den USA, wobei insbesondere die unterschiedlichen institutionellen Bedingungen und die Rollen von Verbänden wie dem CBI oder US-amerikanischen Organisationen betrachtet werden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Systemvergleich, Lobbyismus, Gewaltenteilung, Interessenartikulation und die spezifische Gegenüberstellung von parlamentarischen und präsidentiellen Regierungssystemen.

Warum wurde das Politikfeld der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik für den Vergleich gewählt?

Dieses Feld wurde gewählt, um eine Beeinflussung der Ergebnisse durch externe Faktoren wie die Europäische Union zu vermeiden, die in anderen Politikbereichen stärker wirken könnte.

Welche Rolle spielt der sogenannte "Closed-Shop" im historischen Vergleich?

Die Legalisierung des "Closed-Shop" durch die britische Labour-Regierung 1974 dient als Beispiel für die historischen Unterschiede in der Stärke und dem politischen Einfluss von Gewerkschaften im Vergleich zur US-amerikanischen Situation.

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Details

Title
Parlamentarismus und Präsidentialismus: Interessenartikulation amerikanischer und britischer Unternehmerverbände im Vergleich
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
2,0
Author
M.A. Susann Grune (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V210650
ISBN (eBook)
9783656383475
ISBN (Book)
9783656383994
Language
German
Tags
TUC NAM Lobbying Unternehmensverbände CBI Methodenvergleich MSCD und MDCD USA und Großbritannien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Susann Grune (Author), 2008, Parlamentarismus und Präsidentialismus: Interessenartikulation amerikanischer und britischer Unternehmerverbände im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210650
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