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Zeit und Zeitlichkeit in Goethes Faust

Title: Zeit und Zeitlichkeit in Goethes Faust

Research Paper (undergraduate) , 1993 , 27 Pages , Grade: 1

Autor:in: Magistra Renja Lüer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Zeit - literarisch fassbar gemacht
am Beispiel von Goethes Faust
philosphisch/psychologisch/phänomenologisch

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Dauer im Wechsel

Der Leser, ein Brückenbauer

Der Dichtung Rätsel

Maske und Mimesis als Deutungschance

Geliebtes Rätsel

Chronos und Eros

Erlösung?

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Zeitphänomen unter besonderer Berücksichtigung von Goethes „Faust“. Dabei wird das Ziel verfolgt, das Verhältnis des Menschen zur Zeit, zur Endlichkeit und zur Ewigkeit vor dem Hintergrund einer schnelllebigen Gegenwart neu zu interpretieren, wobei die Dichtung als zentrales Medium zur Erkenntnis von Zeitbewusstsein und Existenzverständnis fungiert.

  • Die poetische Gestaltung des Zeitphänomens in Goethes „Faust“.
  • Die Funktion von Sprache als Medium, Maske und „Brückenbauer“ zwischen Text und Verständnis.
  • Hermeneutische Interpretationsansätze und die Frage nach dem Zugang zu literarischen Werken.
  • Die dialektische Spannung zwischen Endlichkeit (Zeit) und Unendlichkeit (Ewigkeit).
  • Die Rolle der Mimesis und der Einbildungskraft für die Deutung von Dichtung.

Auszug aus dem Buch

Der Leser, ein Brückenbauer

Die Inkommensurabiltät der Faustdichtung fordert die notwendigen "intellektuellen Brücken" für ein Gesamtverständnis. Als notwendige Brücke und als - vorerst hypothetischen - clavis interpretandi für den Faustschen Einheitsfaden, der Bedingung für ein Gesamtverständnis der Dichtung ist, soll das Thema Zeit gewählt werden. Dieser Faden ist Fausts sich ändernde Erfahrung von Zeit und Ewigkeit, Endlichkeit und Unendlichkeit. Bei Goethe entknotet sich der Faden, der keineswegs als gerade Interpretationslinie zu sehen ist, in dem Bewusstsein, dass sich der Mensch in einer Welt voller Zeit und Ewigkeit "gleichzeitig" befindet. Da nach Goethes Überzeugung ein Verständnis des Lebens ein richtiges Bewusstsein von Zeit fordert, soll es auch in diesem Text um Existenzverständnis und dessen Bedingung gehen.

Nicht die Frage "Was also ist die Zeit?" soll beantwortet, sondern ihre Erscheinungsweisen offengelegt und gedeutet werden: "Das Was bedenke, mehr bedenke Wie" (Homunculus, V.6992). So kann uns die Zeit z.B. in Masken des Eros, des Thanatos, der Poesie und in Masken ihrer selbst erscheinen. Da die Frage nach der Zeit immer auch die Frage nach Existenz impliziert, kann und soll Goethes Rätsel nicht gelöst, sondern nur mehr oder weniger angemessen, d.h. ein Seinsverständnis erlangend, "begriffen" werden.

"Literatur als Weg zum Verstehen" ist folglich das Medium, um zu einem Zeitbewusstsein und damit zu einem Existenzverständnis zu gelangen. Dass wir uns hierbei in einem hermeneutischen Zirkel befinden, wird deutlich: Ein Zeitverständnis durch Poesie soll durch Poesieverständnis der Zeit gewonnen werden. Das Problem ist nun nicht die Frage, wie aus diesem Teufelskreis heraus-, sondern wie in ihn hineinzugelangen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Dauer im Wechsel: Einführung in Goethes Auseinandersetzung mit der Zeit als „höchste Gabe Gottes“ und Begleiterin des Daseins, wobei die Gleichzeitigkeit von Zeit und Ewigkeit hervorgehoben wird.

Der Leser, ein Brückenbauer: Untersuchung der hermeneutischen Herausforderung, die Komplexität der Faustdichtung durch die Wahl der Zeit als zentralen Interpretationsfaden zu erschließen.

Der Dichtung Rätsel: Reflexion über die Natur der Sprache als Maske des Zeitbegriffs und die Rolle der Dichtung in der Gestaltung von Zeitlichkeit.

Maske und Mimesis als Deutungschance: Analyse der Deutung als mimetischen Prozess, bei dem der Interpret durch Sprache neue Masken schafft, um das Unsagbare der Zeit zu erfassen.

Geliebtes Rätsel: Erörterung der Unlösbarkeit des goetheschen Rätsels, die nicht zur Aufgabe, sondern zur mimetischen Mäeutik und Anerkennung des „Dauersterns“ führen soll.

Chronos und Eros: Gegenüberstellung von Chronos (als vernichtendes Zeitprinzip) und Eros, um Fausts Streben und sein Scheitern im Kontext von Vergänglichkeit und Erlösung zu beleuchten.

Erlösung?: Reflexion über das Ende Fausts, die Theodizee seiner Erlösung und das Mysterium der Vergänglichkeit als Gleichnis.

Schlüsselwörter

Zeit, Zeitlichkeit, Faust, Johann Wolfgang von Goethe, Hermeneutik, Maske, Chronos, Eros, Existenzverständnis, Mimesis, Dichtung, Einbildungskraft, Ewigkeit, Endlichkeit, Interpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das komplexe Zeitverständnis in Goethes „Faust“ und untersucht, wie Dichtung dazu beitragen kann, ein existentielles Verständnis von Zeit und menschlicher Vergänglichkeit zu gewinnen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die literarische Zeitgestaltung, die hermeneutische Sprachphilosophie, die Funktion von Mimesis und die Spannung zwischen menschlicher Endlichkeit und göttlicher Ewigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Goethes „Faust“ nicht als ein zu lösendes Rätsel zu betrachten, sondern die Zeit als „Maske“ zu deuten, um durch den Prozess des Verstehens zu einem eigenen Existenzverständnis zu gelangen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine poetisch-mimetische Hermeneutik angewandt, die den Interpreten als „Brückenbauer“ zwischen dem Textkorpus und dem Verständnis begreift und den „Teufelskreis“ des hermeneutischen Zirkels nutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Masken der Zeit (Chronos/Eros), die Rolle der Einbildungskraft, die Unlösbarkeit des faustischen Rätsels sowie die metaphysische Dimension des Todes und der Erlösung bei Goethe diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Zeit, Zeitlichkeit, Faust, Hermeneutik, Maske, Mimesis, Existenzverständnis, Eros, Chronos und Einbildungskraft.

Warum wird Fausts Weg mit der Figur der Kali verglichen?

Der Vergleich dient dazu, die Ambivalenz von Fausts Streben zu verdeutlichen: Er ist wie Kali sowohl destruktiv (Zeitvernichter durch das Auslöschen anderer Lebenszeit) als auch ein Akteur der Bewusstwerdung.

Welche Bedeutung hat das „Rätsel lieben“ für den Deuter?

Es markiert die Abkehr von dem hybriden Wunsch, das Werk final „lösen“ zu wollen, hin zu einer Haltung, die das Mysterium der Dichtung als Bedingung für ein tieferes, positives Verständnis von Existenz akzeptiert.

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Details

Title
Zeit und Zeitlichkeit in Goethes Faust
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1
Author
Magistra Renja Lüer (Author)
Publication Year
1993
Pages
27
Catalog Number
V210781
ISBN (eBook)
9783656382966
ISBN (Book)
9783656386568
Language
German
Tags
zeit zeitlichkeit goethes faust
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Renja Lüer (Author), 1993, Zeit und Zeitlichkeit in Goethes Faust, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210781
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