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Interkulturelle Kompetenz in einer Multikulturellen Gesellschaft

Title: Interkulturelle Kompetenz in einer Multikulturellen Gesellschaft

Seminar Paper , 2002 , 17 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Daphne Bruland (Author)

English Language and Literature Studies - Other
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Deutschland ist seit Jahrzehnten Zielland von Zuwanderern aus unterschiedlichen Herkunftsländern, „der Fremde“ und die Erfahrung der Fremdheit ist für viele Menschen längst ein Teil ihres Alltags geworden, ob am Arbeitsplatz, im Sportverein, im Krankenhaus oder in der Schule, die in diesem Sinne ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellt und neben den Konflikten und Problemen des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Herkunft auch neue Chancen eines Miteinander eröffnen kann. Die folgende Arbeit soll sich mit der multikulturellen Zusammensetzung der Gesellschaft mit Schwerpunkt Deutschland beschäftigen und die Notwendigkeit der interkulturellen Erziehung aufzeigen. Es soll gezeigt werden, dass interkulturelles Lernen nicht nur in der Fremdsprachendidaktik, in deren Zusammenhang es meist diskutiert wird, eine Rolle spielt, sondern für die Didaktik generell und für das Funktionieren einer multikulturellen Gesellschaft wichtig ist. Hierzu sollen Zielvorstellungen und Konzepte zum interkulturellen Lernen vorgestellt werden. Außerdem soll anschließend auf die Nutzungsmöglichkeiten von multikulturellen Texten im Fremdsprachenunterricht eingegangen werden. Anhand von Ansgar Nünnings1 Aufsatz „Fremdverstehen durch literarische Texte“ soll gezeigt werden, dass mit Hilfe von multiethnischer Literatur ein lebensweltliches Fremdverstehen gefördert werden kann. Trotz der sehr umfangreichen Literatur zu dieser Thematik und den zahlreichen Konzepten zur interkulturellen Erziehung ist dieser Bereich noch nicht erschöpft, und es bedarf noch mehr Untersuchungen vor allem zur Umsetzung der Zielvorstellungen. Mit anderen Worten ist die theoretische Erforschung der Thematik sehr umfangreich, doch mangelt es an praxisnahen Vorschlägen zur Umsetzung der theoretischen Ansätze. Aus diesem Grunde habe ich mich mit Ansgar Nünnings praxisorientierten Vorschlägen zum interkulturellen Fremdsprachenunterricht beschäftigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1. Multikulturalität und Multi kulturelle Gesellschaft

2.2. Multikulturalität in Deutschland

2.2.1. Migration in Deutschland einige Fakten

2.2.2. Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Erziehung

3. Interkulturelles Lernen und interkulturelle Erziehung

3.1. Zur Begrifflichkeit

3.2. Interkulturelles Lernen als soziales und politisches Lernen

3.2.1. Aufgaben von interkulturellem Lernen

4. Fremdverstehen durch literarische Texte

4.1. Multikulturelle Literatur

4.2. Wie ist Fremdverstehen lehr und lernbar?

4.2.1. Perspektivenübernahme und Perspektivenwechsel

4.2.2 Zur methodischen Umsetzung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit interkultureller Erziehung in einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft, insbesondere in Deutschland. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie interkulturelles Lernen über die Fremdsprachendidaktik hinaus als grundlegender Baustein für das Zusammenleben fungieren kann und welche Rolle dabei die Arbeit mit multiethnischer Literatur spielt.

  • Analyse der multikulturellen Zusammensetzung der Gesellschaft in Deutschland.
  • Untersuchung der historischen Entwicklung von der „Ausländerpädagogik“ zur interkulturellen Erziehung.
  • Definition und Zielsetzung interkultureller Kompetenz als soziale und politische Bildung.
  • Erörterung der Förderung von Fremdverstehen durch den Einsatz literarischer Texte.
  • Konzeptionelle Ansätze zur methodischen Umsetzung im Unterricht.

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Aufgaben von interkulturellem Lernen

Im folgenden sollen einige von Ulrich Bliesener zusammengefasste Kompetenzen und Aufgaben interkulturellen Lernens für die Schule und damit auch für den Fremdsprachenunterricht bzw. die Bildung überhaupt konkretisiert werden.

1) Entwicklung und nachhaltige Festigung von Ich-Stärke

Die Schüler erhalten Raum, sich selbst kennen zu lernen, um ein Identitätsbewusstsein sowie ein kulturelles Selbstwertgefühl zu entwickeln und zwar unter anderem durch mehr Kenntnisse über das eigene Land (zum Beispiel dass Deutschland von je her Einwanderungsland ist und es die „reine Rasse“ nicht gibt), über seine Geschichte, Leistungen, Werthaltungen usw. Damit soll die eigene kulturelle Perspektive wahrgenommen und reflektiert werden, mit dem Ziel, eine differenzierte Selbstwahrnehmung zu ermöglichen. Diese Vergewisserung des eigenen Standortes soll dazu verhelfen, die Verunsicherung durch das Fremde zu reduzieren, „wer sich selbst gewiss ist, braucht den anderen / Fremden nicht zu fürchten“.

2) Entwicklung und Förderung affektiver und emotionaler Zuwendung und der Bereitschaft, sich dem Fremden gegenüber zu öffnen

Nicht nur die sehr wichtige Fähigkeit eines rationalen Diskurs ist anzustreben, vielmehr soll auch die gefühlsgesteuerte Zuwendung entwickelt und gefördert werden. Interkulturelles Lernen beinhaltet demzufolge neben einer rationalen Komponente auch eine emotionale Ebene, die im weitesten Sinne Empathiefähigkeit darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die multikulturelle Realität Deutschlands und identifiziert das Ziel der Arbeit, die Bedeutung interkultureller Erziehung und den Einsatz literarischer Texte aufzuzeigen.

2.1. Multikulturalität und Multi kulturelle Gesellschaft: Dieses Kapitel definiert den Begriff Multikulturalität und grenzt deskriptive Fakten von normativen Zukunftsentwürfen ab.

2.2. Multikulturalität in Deutschland: Hier wird der historische Kontext der Migration in Deutschland seit den 50er Jahren und die damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen dargestellt.

2.2.1. Migration in Deutschland einige Fakten: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Ursachen und den Verlauf der Arbeitsmigration sowie die Folgen des Anwerbestopps für die Integration.

2.2.2. Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Erziehung: Diese Sektion analysiert das Scheitern der defizitorientierten Ausländerpädagogik und den Übergang zu einem integrativen Konzept.

3. Interkulturelles Lernen und interkulturelle Erziehung: Hier wird der theoretische Unterschied zwischen multikulturellen und interkulturellen Ansätzen herausgearbeitet.

3.1. Zur Begrifflichkeit: Dieser Abschnitt erläutert die dynamische Bedeutung der Vorsilbe „inter-“ im Kontext interkultureller Lernprozesse.

3.2. Interkulturelles Lernen als soziales und politisches Lernen: Das Kapitel verortet interkulturelles Lernen als einen essenziellen Beitrag zur Friedenserziehung und Toleranz.

3.2.1. Aufgaben von interkulturellem Lernen: Hier werden neun konkrete pädagogische Kompetenzen und Aufgabenfelder, wie Ich-Stärke und Sozialkompetenz, detailliert definiert.

4. Fremdverstehen durch literarische Texte: Dieser Teil befasst sich mit der Wirksamkeit von Literatur zur Förderung interkultureller Empathie.

4.1. Multikulturelle Literatur: Das Kapitel diskutiert die zunehmende Bedeutung von Minderheitenliteratur in Bildungseinrichtungen gegenüber klassischen kanonischen Autoren.

4.2. Wie ist Fremdverstehen lehr und lernbar?: Diese Sektion behandelt die didaktischen Grundlagen des Fremdverstehens durch Textarbeit.

4.2.1. Perspektivenübernahme und Perspektivenwechsel: Hier wird die kognitive Fähigkeit erläutert, die eigene Sichtweise zu relativieren und sich in fremde Positionen einzufühlen.

4.2.2 Zur methodischen Umsetzung: Das Kapitel gibt praktische Hinweise zur Gestaltung eines handlungsorientierten Unterrichts durch kreative Textarbeit.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Ergebnisse und plädiert für die Integration interkulturellen Lernens in alle Schulfächer.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kompetenz, Multikulturelle Gesellschaft, Interkulturelles Lernen, Fremdverstehen, Migration, Ausländerpädagogik, Interkulturelle Erziehung, Literaturdidaktik, Perspektivenübernahme, Soziales Lernen, Identitätsbewusstsein, Empathiefähigkeit, Multiethnische Literatur, Wertevermittlung, Diskriminierungsprävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und die Konzepte des interkulturellen Lernens innerhalb einer multikulturellen Gesellschaft, mit einem besonderen Fokus auf die Situation in Deutschland.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung von der Ausländerpädagogik zur modernen interkulturellen Erziehung, die theoretischen Grundlagen des interkulturellen Lernens und dessen praktische Umsetzung durch Literatur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass interkulturelles Lernen nicht nur für den Fremdsprachenunterricht relevant ist, sondern als essenzieller Baustein der gesamten Erziehung für das Funktionieren einer pluralistischen Gesellschaft dienen muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur sowie die Analyse von Konzepten, insbesondere von Ansgar Nünning, um praxisnahe Vorschläge für den interkulturellen Unterricht abzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung von Multikulturalität, die historische Migration in Deutschland, die pädagogischen Aufgaben interkulturellen Lernens und die didaktische Nutzung literarischer Texte zur Förderung von Empathie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe „Interkulturelle Kompetenz“, „Fremdverstehen“, „Perspektivenwechsel“ und der Wandel von der „Ausländerpädagogik“ hin zu einer ganzheitlichen interkulturellen Erziehung.

Warum ist die Analyse von Perspektivenübernahme für die Autorin so wichtig?

Die Autorin betrachtet die Perspektivenübernahme als Grundvoraussetzung für soziales Handeln, da sie den Lernenden ermöglicht, die eigene Subjektivität zu reflektieren und die Lebenswelt anderer zu verstehen.

Inwiefern fordert die Autorin eine Ausweitung des Konzepts?

Die Autorin plädiert dafür, dass interkulturelles Lernen nicht nur auf den Englischunterricht beschränkt bleiben darf, sondern auch im Deutschunterricht durch die Arbeit mit multiethnischen Texten systematisch gefördert werden sollte.

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Details

Title
Interkulturelle Kompetenz in einer Multikulturellen Gesellschaft
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Anglistik)
Course
Proseminar: Interkulturelle Kompetenz im Medienzeitalter
Grade
sehr gut
Author
Daphne Bruland (Author)
Publication Year
2002
Pages
17
Catalog Number
V21078
ISBN (eBook)
9783638247849
ISBN (Book)
9783638778138
Language
German
Tags
Interkulturelle Kompetenz Multikulturellen Gesellschaft Proseminar Interkulturelle Kompetenz Medienzeitalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daphne Bruland (Author), 2002, Interkulturelle Kompetenz in einer Multikulturellen Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21078
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