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Die Stuckausstattung der Stiftskirche Kremsmünster

Titel: Die Stuckausstattung der Stiftskirche Kremsmünster

Diplomarbeit , 2013 , 189 Seiten , Note: 3,00

Autor:in: Gioia Schmid-Schmidsfelden (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Diplomarbeit über die Stuckausstattung der Stiftskirche Kremsmünster geht es in erster Linie um die plastische Dekoration, die während des siebzehnten Jahrhunderts entstanden ist. Die Stiftskirche wurde in diesem Jahrhundert zwei Mal grundlegend neu ausgestattet. In der vorliegenden Arbeit wird auf die Ausgangssituation und beide Veränderungen dieses Jahrhunderts gesondert eingegangen.
In der heute vorhandenen Literatur ist ersichtlich, dass die in der Österreichischen Kunsttopographie eingeführte Einteilung der Bauphasen Verwirrung stiftete, anstatt ein klares Bild der Veränderungen abzugeben. Die unübersichtliche und problematische Einteilung der Baugeschehen in eine „erste“ und „zweite Barockisierung“ wird in Frage gestellt. Die Resultate der Untersuchung bestätigen die Erkenntnisse Meinrad von Engelbergs, der den Begriff der Renovatio anstelle einer Barockisierung verwendet.
Die verantwortlichen Künstler werden in der vorliegenden Arbeit besprochen, genauso wie die Auftraggeber, die Veränderungen anstrebten. Dabei wird es einerseits um Vorbilder der Künstler und andererseits um Vorbilder der Auftraggeber gehen, die nahegelegt werden.
Diese Arbeit leistet eine genaue Auseinandersetzung mit der plastischen Ausstattung der Stiftskirche und eine Zusammenfassung des Baugeschehens im 17. Jahrhundert, das das heutige Bild der Kirche zu einem wesentlichen Teil ausmacht. Es wurde versucht, alle relevanten Schriftstücke abzubilden, die eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema um einiges erleichtert. Im Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien sind insgesamt wenige Bilder der Ausstattung von Kremsmünster verfügbar, deswegen war es ein Anliegen, durch viele Fotografien der Stuckausstattung die Formensprache der Stiftskirche zu vermitteln. Dieses Formengut ist durch das entwicklungsgeschichtlich wichtige Kurvierungsmotiv bereichert, das der Künstler Giovanni Battista Barbarini in der Gestaltung der Obergaden und der Westempore verwendet und in dieser Form in der Stuckarchitektur im Raum nördlich der Alpen bis dahin noch nicht zu finden ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Forschungsstand

1.2 Ziel, Aufbau und Methode

Problemstellung

Aufbau, Methodik

1.3 Quellenlage

Die bildlichen Quellen

Die schriftlichen Quellen

2 Die Ausgangssituation – der mittelalterliche Bau

2.1 Baubeschreibung

Portal | Narthex | Läuthäuser | Westempore

Pfeiler | Hauptschiff | Seitenschiffe

Querhaus | Vierung | Chorquadrat | Hauptchor | Nebenapsiden

2.2 Programm

3 Die Erneuerung ab 1613

3.1 Baubeschreibung

Portal | Narthex | Läuthäuser | Westempore

Pfeiler | Hauptschiff | Seitenschiffe

Querhaus | Chorquadrat | Hauptapsis | Nebenchöre

3.2 Die Genese des frühbarocken Umbaus

Der Auftraggeber

Der Baumeister

Die Stuckierungen

Das Programm

3.3 Die Amtszeit der Äbte Negele und Buechauer 1637–1669

4 Die zweite barocke Bauphase unter Abt Erenbert II. Schrevogl (ab 1673)

4.1 Baubeschreibung

Portal | Narthex | Läuthäuser | Westempore

Hauptschiff | Seitenschiffe | Pfeiler

Querhaus | Vierung | Chorquadrat | Nebenchöre

4.2 Spätere Renovierungen und Erweiterungen 1703–1712

4.3 Das Programm

Kremsmünster als ecclesia angelica

52 Statuen

4.4 Die verantwortlichen Künstler

Forschungsgeschichte

Verhältnis Colomba/Barbarini

Giovanni Battista Barbarini („Barberini“, „Barberino“, „Barbarino“)

Herkunft der Künstler – Valle d'Intelvi

4.5 Die Vorbilder

a: Stuckräume: Dom von Passau

a. Stuckräume: Wiener Servitenkirche

b: Altäre: Maria Plain

4.6 Die Rolle Erenbert II. Schrevogls

5 Das Material Stuck

5.1 Erzeugung von Stuck

5.2 In Kremsmünster verwendete Stucktechniken

6 Resumée

Appendix

Anhang 1

Anhang 2

Anhang 3

Anhang 4

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Stuckausstattung der Stiftskirche Kremsmünster im 17. Jahrhundert. Ziel ist es, die komplexe Baugeschichte und die künstlerische Gestaltung, die maßgeblich durch italienische Künstler wie Giovanni Battista Barbarini geprägt wurde, wissenschaftlich aufzuarbeiten, die bisherigen ungenauen Datierungen der Bauphasen zu hinterfragen und die ikonographische Bedeutung der Ausstattung im Kontext der Zeit zu beleuchten.

  • Analyse der mittelalterlichen Bausubstanz als Grundlage der barocken Umgestaltungen.
  • Untersuchung der Stuckausstattung während der verschiedenen Bauphasen ab 1613 und ab 1673.
  • Biographische und kunsthistorische Einordnung der ausführenden Künstler (insb. Barbarini und Colomba).
  • Vergleichende Stilanalysen mit zeitgenössischen Beispielen aus Passau und Wien.
  • Darstellung der Stucktechniken und Materialien im 17. Jahrhundert.

Auszug aus dem Buch

Die bildlichen Quellen

Es gibt mehrere zeitgenössische Darstellungen der Kirche, die alle voneinander in Art und Inhalt divergieren. Ein Grundriss ist von 1613/14 (Abb. 4) und ist stark zerfallen. Die zweite Darstellung ist ein Kircheneinblick von 1641 (Abb. 2), hier zeigt sich vielleicht, was von dem ersten Grundriss umgesetzt wurde und was nicht. Die dritte Quelle ist wieder ein Grundriss von 1676 (Abb. 5), der unmittelbar vor der endgültigen Umwandlung der Raumschale der Stiftskirche entstand. Carlo Antonio Carlone zeichnete diesen Riss, der hauptsächlich das Neubauprojekt der Marienkapelle thematisiert. Als weitere Quelle wird eine Stiftsansicht herangezogen, die zum 900. Gründungsjubiläum 1677 durch den Stecher Matthäus Küsell nach einer Zeichnung von Clemens Beuttler angefertigt wurde (Abb. 6). Die wahrscheinlich für uns wichtigste Quelle ist der Riss von 1680, der wohl aus der Zeit des Kontraktabschlusses zwischen Colomba, Barbarini und Schrevogl stammt und auf dem wiederum Abweichungen zur tatsächlichen Ausführung bestehen (Abb. 7).

In Anbetracht dieser erhaltenen Quellen sollten wir gut über die Zustände vor und nach den Bauphasen aufgeklärt sein und ein genaues Bild von ihnen haben. Die im Laufe des 17. Jahrhunderts entstandenen Zeichnungen zeigen aber so unterschiedliche Details, dass Fragen zu den Umgestaltungen auftauchen. Für manche werde ich versuchen, Antworten zu finden, alle Fragen können jedoch auf keinen Fall in einer Diplomarbeit, die sich hauptsächlich mit der Stuckausstattung befassen soll, ausgearbeitet werden und müssen weiterhin offen bleiben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Stuckausstattung der Stiftskirche Kremsmünster im 17. Jahrhundert sowie Darstellung des Forschungsstandes und der methodischen Herangehensweise.

2 Die Ausgangssituation – der mittelalterliche Bau: Beschreibung der mittelalterlichen Architektur, um das Fundament für die späteren barocken Veränderungen und das zugrunde liegende Raumprogramm zu verstehen.

3 Die Erneuerung ab 1613: Untersuchung der ersten größeren baulichen Veränderungen unter Abt Anton Wolfradt, inklusive der Analyse des frühbarocken Umbaus und der Beteiligung der ersten Künstler.

4 Die zweite barocke Bauphase unter Abt Erenbert II. Schrevogl (ab 1673): Detaillierte Analyse der umfangreichen Umgestaltungen ab 1673, die das heutige Erscheinungsbild der Stuckausstattung prägen, sowie Untersuchung der Künstler und stilistischen Vorbilder.

5 Das Material Stuck: Erläuterung der handwerklichen Herstellungsprozesse und der spezifischen in Kremsmünster angewandten Stucktechniken des 17. Jahrhunderts.

6 Resumée: Zusammenfassende Betrachtung der Bauentwicklung und der Bedeutung der Stuckausstattung im Kontext des italienischen Einflusses.

Schlüsselwörter

Stuckausstattung, Stiftskirche Kremsmünster, Barock, Giovanni Battista Barbarini, Stucktechnik, Baugeschichte, 17. Jahrhundert, Stuckdekoration, Ikonographie, Kirchenbau, Carlo Antonio Carlone, Renovatio, Künstlerkollektiv, Sakralraum, Architektur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der barocken Stuckausstattung der Stiftskirche Kremsmünster im 17. Jahrhundert und untersucht deren Entstehung, Ausführung und kunsthistorische Bedeutung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Baugeschichte der Stiftskirche im 17. Jahrhundert, die Rolle der Auftraggeber (Äbte) und Künstler (Stuckateure), die Ikonographie der Stuckdekoration sowie die bauhistorische Analyse der verschiedenen Umbauphasen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die komplexe Stuckausstattung wissenschaftlich aufzuarbeiten, die traditionelle, teils ungenaue Einteilung der Bauphasen zu hinterfragen und eine fundierte Einordnung in den kunsthistorischen Kontext der Zeit vorzunehmen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Autorin nutzt eine Kombination aus Archivalienrecherche (Quellenstudium von Verträgen und Rechnungen), bauhistorischer Analyse (Grundrisse und zeitgenössische Darstellungen) sowie vergleichender Stilanalyse im Kontext ähnlicher Bauten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die verschiedenen Bauphasen – vom mittelalterlichen Bestand über die Erneuerungen ab 1613 bis zur umfassenden Umgestaltung ab 1673 – detailliert beschrieben und analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Stuckausstattung, Stiftskirche Kremsmünster, Giovanni Battista Barbarini, Barock, Baugeschichte, Stucktechnik und Ikonographie.

Welche Rolle spielten die Künstler aus dem Valle d'Intelvi?

Die Arbeit zeigt, dass eine starke Vernetzung zwischen Künstlern aus dieser Region bestand, die oft in familiären Verbänden arbeiteten und als "Künstlerkollektive" komplexe Aufträge von der Planung bis zur Ausführung übernahmen.

Warum ist der Vergleich mit dem Dom in Passau für die Arbeit wichtig?

Der Passauer Dom dient als ideales Vergleichsbeispiel, da er in ähnlicher Zeit und unter ähnlicher stilistischer Beeinflussung ausgestattet wurde und somit bei der Einordnung der Qualität und der Verbreitung der Dekormotive in Kremsmünster hilft.

Ende der Leseprobe aus 189 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Stuckausstattung der Stiftskirche Kremsmünster
Hochschule
Universität Wien
Note
3,00
Autor
Gioia Schmid-Schmidsfelden (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
189
Katalognummer
V210834
ISBN (eBook)
9783656384144
ISBN (Buch)
9783656386216
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stuck Barock Barbarini Barbarino Barberini Barberino Erenbert II. Schrevogl Anton Wolfradt Simon Rettenpacher Marx Martin Spaz Johann Baptist Spaz Carlo Antonio Carlone Kremsmünster
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gioia Schmid-Schmidsfelden (Autor:in), 2013, Die Stuckausstattung der Stiftskirche Kremsmünster, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210834
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