Olympe de Gouges und die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin 1791. Studien zur Darstellung und Rezeption der französischen Revolutionärin und Schriftstellerin


Bachelorarbeit, 2012

43 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Bild Olympe de Gouges’ bei Jules Michelet

2. Die Rezeption Olympe de Gouges’ in der deutschen Frauenbewegung
um 1900

3. Die Wiederentdeckung der Deklaration 1977

4. Olivier Blancs Biographie der Olympe de Gouges 1981

5. Die Würdigung Olympe de Gouges‘ als Schriftstellerin
in der Denkschrift der Madame de Valmont

6. Olympe de Gouges-Rezeption im Rahmen des Bicentenaire

7. Die Darstellung Olympe de Gouges’ in aktuellen Überblicksbänden
zur Französischen Revolution

8. Die Darstellung Olympe de Gouges‘ in der Frauenforschung,
der Rechtsgeschichte und der Philosophie

9. Ausblick: Olympe de Gouges im Internet

10. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Primärliteratur

Sekundärliteratur

Internetseiten

Einleitung

„Die Frau hat das Recht, das Schafott zu besteigen. Sie muss gleichermaßen das Recht haben, die Tribüne zu besteigen.“[1] Lange Zeit beschränkte sich die Vorstellung von der französische Revolutionärin und Schriftstellerin Olympe de Gouges vorwiegend auf den zitierten zehnten Artikel ihrer Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin von 1791, verweist er doch letztlich auf ihr späteres Schicksal.[2] Offiziell eingegangen in die Geschichte der Französischen Revolution ist Olympe de Gouges als Dossier 210 in den Archives Nationales in Paris: „Nom: Aubry (Marie Olympe de Gouges), Profession: femme auteur, Jugement: mort, Date: 12 brumaire an II“.[3] Heute lässt insbesondere der erste Artikel „Die Frau ist frei geboren und bleibt dem Manne gleich in allen Rechten.“[4] jenes Bild entstehen, dass wir uns mehr als 200 Jahre nach ihrem Auftreten in der Französischen Revolution von ihr machen: Olympe de Gouges als „Ahnfrau des Feminismus“[5], deren Deklaration zu den „klassischen Texten der Frauenrechts-bewegung“[6] zählt. Ihr viertausend Seiten umfassendes politisches und literarisches Œuvre[7] spiegelt jedoch nicht nur die revolutionäre Frauenrechtlerin, sondern auch die engagierte Schriftstellerin wider. So ist Olympe de Gouges heute ganz selbstverständlich in verschiedenen Bereichen der wissenschaftlichen Forschung vertreten, sei es in der Geschichts- und Rechtswissenschaft, der Frauenforschung oder der Literaturwissenschaft.

Die nachfolgende Arbeit zeigt neun Bilder der Revolutionärin und ihrer Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin, die sich aus der Untersuchung ihrer Darstellung und Rezeption in verschiedenen (wissenschaftlichen) Publikationen ergaben. Dabei folgt die Arbeit einem chronologischen Aufbau, um die veränderte Einordnung der Französin zu verdeutlichen. Den Anfang macht insofern der französische Historiker Jules Michelet mit seinem 1854 erschienene Standardwerk Les Femmes de la Révolution, das das Bild Olympe de Gouges‘ nachhaltig prägen sollte. Ihrer Rezeption in der deutschen Frauenbewegung um 1900 soll in den Werken Handbuch der Frauenbewegung von Helene Lange und Gertrud Bäumer und Die Frauenfrage. Ihre geschichtliche Entwicklung und ihre wirtschaftliche Seite von Lilly Braun nachgegangen werden. Das folgende Kapitel behandelt die Wiederentdeckung der Déclaration des Droits de la Femme et de la Citoyenne durch Hannelore Schröder 1977. Vier Jahre später veröffentlichte der Historiker Olivier Blanc in Frankreich seine Biographie der Olympe de Gouges (Kapitel 4). Ihre Würdigung als Schriftstellerin in der Denkschrift der Madame de Valmont/ Mémoire de Madame de Valmont, herausgegeben von Gisela Thiele-Knobloch (Hrsg.), ist Thema des 5. Kapitels. Das 200-jährige Jubiläum der Französischen Revolution 1989 war für viele Wissenschaftlerinnen in Deutschland Anlass sich intensiv mit der französischen Frauenrechtlerin zu beschäftigen (6. Kapitel). Inwieweit jene Ergebnisse auch in den aktuellen Überblicksbänden zur Französischen Revolution Beachtung fanden, zeigt das 7 Kapitel. Thema des vorletzten Kapitels ist die Darstellung Olympe de Gouges‘ in der Frauen-forschung, der Rechtsgeschichte und der Philosophie. Den Schluss der Arbeit bildet ein Ausblick in das neue Medium Internet, in dem Olympe de Gouges heute ganz selbstverständlich zu finden ist.

So sollte sich folgendes Zitat aus ihrer letzten Schrift Brief an das Revolutionstribunal bewahrheiten: „Meine Stimme wird sich noch aus des Grabes Tiefe Gehör zu verschaffen wissen.“[8]

1. Das Bild Olympe de Gouges’ bei Jules Michelet

Erste biographische Hinweise zu Olympe de Gouges finden sich in den Memoiren ihrer Zeitgenossen, die jedoch meist ein sehr negatives Bild von ihr wiedergeben. Zu nennen sind hier insbesondere der Schriftsteller Restif de la Bretonne[9], der von ihr als „der Furie de Gouges […] (ein Name der ihr besser zu Gesicht stünde als Olympe)“[10] zu berichten weiß, sowie der Schauspieler Fleury[11], Mitglied der Comédie française, bei dem es heißt: „Madame de G*** war eine dieser Schriftstellerinnen, denen man am liebsten ein Rasiermesser schenkte; eine dieser Frauen, denen es unter größten Anstrengungen gelungen ist, so unweiblich wie möglich zu erscheinen.“[12] Die weitere Rezeption des 19. Jahrhunderts sollte jene Aussagen unkritisch übernehmen.

1854 veröffentlichte der französische Historiker Jules Michelet (1798-1874) seine Schrift Les Femmes de la Révolution[13] als Hommage an die Frauen der Revolutionszeit, die das Frauenbild der Revolution, und somit auch das Bild Olympe de Gouges’, in der Geschichtsschreibung nachhaltig prägen und beeinflussen sollte.[14] So leitet Paule-Marie Duhet 1971 ihr Werk Les Femmes et la Révolution[15] mit einer Würdigung Jules Michelets ein und zitiert ihn in der weiteren Darstellung mehrfach als Quelle. Michelet gilt in Frankreich als Begründer der modernen Geschichtsschreibung[16], er ist der Verfasser einer neunzehnbändigen Geschichte Frankreichs und einer zehnbändigen Geschichte der französischen Revolution, aus der sein Band über die Frauen der Revolution hervorging. 1913 wurde das Werk mit dem Titel Die Frauen der Revolution[17] ins Deutsche übertragen und steht seit 1984 als Nachdruck zur Verfügung. Im Zuge des Bicentenaire setzte sich insbesondere Helga Grubitzsch in ihrer Studie Michelets „Frauen der Revolution“[18] mit diesem Standardwerk kritisch auseinander.

Als Appell gegen den Verfall seiner eigenen Zeit, dem beginnenden zweiten Kaiserreich[19], portraitiert Michelet in 31 Kapiteln das Schicksal einiger bekannter und weniger bekannter Frauen, von Madame Roland (1754-1793, 14./15. Kapitel) über Lucile Desmoulins (25. Kapitel) zu Catherine Théot, der Mutter Robespierres (27. Kapitel), stellvertretend für die vielen heimlichen Opfer jener Zeit[20]. Insbesondere in seinem Schlusswort wird jedoch deutlich, dass der Autor hier vielmehr seinen eigenen Wunschvorstellungen über das Verhalten der Frau Ausdruck verleiht, wenn es heißt: „[Das Buch] spricht von besonders hervorbrechenden Tugenden. […] Die Empfindsamkeit, das Herz, das Mitleid mit dem Elend der Menschen trieb euch im Jahre 1789 in die Revolution.“[21] Die Grundlage seines Frauenbildes, wie er selbst im ersten Kapitel bekundet, liegt im 18. Jahrhundert und in Jean-Jacques Rousseaus Emile, in der die natürliche Bestimmung der Frau in der Liebe und der Mutterschaft definiert wird. Ihre Bedeutung gewinnt die Frau stets in Bezug auf ihren Mann, ihren Vater oder ihren Sohn. Der Leser erfährt so meist mehr über jene als über die Frau, der der entsprechende Abschnitt eigentlich gewidmet ist.[22] So geben sich die beiden Kapitel zu Madame de Condorcet (9./10. Kapitel) als Würdigung ihres Ehemanns, des Marquis de Condorcet, zu erkennen. Zu Madame de Staël (8. Kapitel) vermerkt Michelet: „Für mich liegt […] ihr Ruhm in der Liebe zu ihrem Vater, in dem Mut, den sie ihm einflößte. Ihre Mittelmäßigkeit kam auf Rechnung ihrer geistreichen Liebhaber.“[23] Und Dantons erste Ehefrau, Gabrielle Charpentier, bleibt im 20. Kapitel namenlos.[24] Helga Grubitzsch kommt zu dem Schluss: „Michelet hat die Frauen der Revolution nach seinem Muster von Weiblichkeit geformt […]. Mit den wirklichen Frauen haben diese Bilder nur wenig gemein.“[25]

Olympe de Gouges begegnet hier im elften Kapitel neben Rose Lacombe (1765-1809(?)) unter dem Stichpunkt „Frauenvereine“. Hier heißt es: „Sie war sehr ungebildet, man hat sogar behauptet, dass sie weder lesen noch schreiben konnte. […] Diese unglückliche Frau, die voller edler Ideen war, wurde das Spielzeug und das Opfer ihrer nervösen Reizbarkeit. Sie hat das Recht der Frauen durch ein richtiges und großes Wort begründet: «Sie haben wohl ein Recht auf die Tribüne, denn sie haben ja auch ein Recht auf das Schafott. »“[26] Über dieses Zitat hinaus findet ihre Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin keine weitere Erwähnung. Die Emanzipationsforderungen der revolutionären Frauen, sei es das von Olympe de Gouges geforderte Frauenwahlrecht oder die von Théroigne de Méricourt (1762-1817, 12. Kapitel) verteidigte Frage der Frauenbewaffnung, sind nicht Gegenstand seiner Untersuchung.[27] Vielmehr stellt Michelet im 7. Kapitel, überschrieben mit dem Titel „Die Emanzipation der Frauen“, zwei Männer vor, die sich für die Rechte der Frauen einsetzten, den Abbé Fauchet und den Marquis de Condorcet (1743-1794), ohne jedoch näher auf deren Schriften einzugehen. Etta Palm d’Aedlers (1743-1799), die sich insbesondere für eine bessere Mädchenerziehung einsetzte[28], findet als Freundin des Abbé Erwähnung. Das Interesse an Olympe de Gouges besteht insbesondere in der Frage nach ihrer Herkunft, „[…] ihr Vater war Kaufmann, wie andere behaupteten Schriftsteller. Von vielen wurde sie für das uneheliche Kind Ludwigs XV. gehalten.“[29], ihrer politischen Unbeständigkeit, „Ihr Mitleid brachte ihr den Tod. Als sie den König vor dem Richterstuhl des Konvents sah, bot sie sich an, ihn zu verteidigen, obgleich sie aufrichtige Republikanerin war.“[30], sowie ihrer vorgetäuschten Schwangerschaft, um einen Aufschub der Hinrichtung zu erlangen, „Da wollte sie es auch werden, erzählt man. Ein Freund soll ihr weinend den traurigen Dienst erwiesen haben, dessen Nutzlosigkeit man vorhersah.“[31] Der Autor übernimmt hier unkritisch jene Aussagen seiner Vorgänger, obwohl ihm der Zugang zu den entsprechenden Akten als Abteilungsleiter im Staatsarchiv möglich gewesen wäre.[32] Die persönliche Abneigen gegen ihre Person wird in folgendem Zitat deutlich: „Vor das revolutionäre Gericht geführt, muß sie zu ihrem bitteren Kummer erleben, wie ihr Sohn sie mit Verachtung verleugnet. Da versagte ihre Kraft. […] sie wurde wieder Weib und schwach, sie zitterte und hatte Angst vor dem Tod.“[33] Michelet beschließt sein Porträt der Olympe de Gouges wie folgt: „Sie fand all ihren Mut vor dem Schafott wieder und starb, indem sie dem Vaterland ihre Rache und ihr Andenken empfahl.“[34]

Abschließend sei hier kurz die Studie Étude médio-psychologique sur Olympe de Gouges[35] des Militärarztes Alfred Guillois erwähnt, der in seiner 1904 erschienen Dissertation Olympe de Gouges die Diagnose einer „revolutionären Hysterie“ („paranoïa reformatoria“) bescheinigt.[36]

2. Die Rezeption Olympe de Gouges’ in der deutschen Frauen-bewegung um 1900

Olympe de Gouges war den Vertreterinnen der deutschen Frauenbewegung um die Wende zum 20. Jahrhundert bekannt als Verfasserin der Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin, wie die beiden folgenden Werke belegen.

Helene Lange (1848-1930)[37] und Gertrud Bäumer (1873-1954)[38], Vertreterinnen der bürgerlich-gemäßigten Frauenbewegung, veröffentlichten 1901 ihr vier-bändiges Handbuch der Frauenbewegung[39] mit dem Ziel eine grundlegende und verständliche Übersicht zur Frauenfrage zur Verfügung zu stellen, die Arbeit, Ziele, Geschichte, kulturelle Zusammenhänge und Erfolge der Frauenbewegung gesammelt darstellt. So sollte das Handbuch den vielen in- und außerhalb der Bewegung stehenden Frauen sowie den fernerstehenden Männern eine Orientierungshilfe bieten, um die großen Ziele der Frauenbewegung zu erreichen. Gleichzeitig sollte es den Gegnern der Frauenbewegung, die noch fragten, ob es eine solche überhaupt geben dürfe, der Beweis für ihre Existenz sein.[40] Der erste Band dokumentiert die Geschichte der Frauenbewegung in den Kulturländern. In der Einführung zur „Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland“ vermerkt Gertrud Bäumer, dass auf der Grundlage der Französischen Revolution zum ersten Mal die Forderung des Menschenrechts für die Frauen gestellt wurde, sie nimmt hier jedoch keinen konkret Bezug auf Olympe de Gouges.[41]

In ihrem Beitrag „Die Geschichte der Frauenbewegung in Frankreich“ berichtet Anna Pappritz: „Als Frankreich im Jahre 1789 […] die Menschenrechte proklamierte, machten auch die Frauen ihren Anspruch an diesen Rechten geltend. […] Olympe de Gouges ergänzte die „Déclaration des droits de l’homme“, indem sie in demselben Jahr der Königin Marie Antoinette die „Déclaration des droits de la femme“ überreichte. «Das Gesetzt» – schrieb sie – «soll der Ausdruck des gesamten Volkswillen sein.»“[42] Gleichzeitig weist ihr die Autorin eine führende Stellung in den revolutionären Frauenclubs zu. Ihre Angaben stützt Pappritz insbesondere auf die ein Jahr zuvor erschienene Studie Trois Femmes de la Révolution: Olympe de Gouges, Théroigne de Méricourt, Rose Lacombe[43] von Léopold Lacour. Weitere Erklärungen zum Inhalt der Deklaration oder Textauszüge sind nicht hinzugefügt. Vielmehr rückt die Schrift Sur l’admission des femmes au droit de cité[44] von Antoine de Condorcet in den Vordergrund. Margarete Wolters und Clara Sutor, die 1979 eine kommentierte Auswahl der politischen Schriften von Olympe de Gouges[45] veröffentlichten, gehen in ihrer Übersicht zum Stand der Forschung davon aus, dass die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin nicht als Vorlage für das eigene Programm der bürgerlichen Gruppe der deutschen Frauenbewegung gedient hat, da ihnen der Inhalt möglicherweise nicht bekannt war oder die Protagonistin Olympe de Gouges von ihnen nicht als Angehörige der eigenen Klasse betrachtet wurde.[46]

Für die Sozialistin Lily Braun (1865-1916)[47], eine Vertreterin der sozialistischen Frauenbewegung, war hingegen das Auftreten von Olympe de Gouges „epochemachend“[48], denn in ihr erkennt sie „die erste Organisatorin und Agitatorin der Frauenbewegung“[49]. Ebenfalls 1901 erschien ihre Schrift Die Frauenfrage. Ihre geschichtliche Entwicklung und ihre wirtschaftliche Seite[50] in der Absicht die Frauenfrage in ihrem ganzen Umfang darzustellen. So schildert sie zunächst die geschichtliche Entwicklung der Frauenfrage und der Frauenbewegung von den ältesten Zeiten bis zum 19. Jahrhundert und behandelt dann in einem großen zweiten Teil die wirtschaftliche Seite der Frauenfrage. Denn in der erdrückenden wirtschaftlichen Lage der Frau erkennt die Autorin das Grundübel der Frauenfrage, die somit zum Bestandteil der sozialen Frage wird und die es zu lösen gilt. Ein zweiter Band, der die zivilrechtliche und öffentliche Stellung der Frau und die psychologische und ethische Seite der Frauenfrage zum Gegenstand haben sollte, kam nicht mehr zustande.[51]

Im fünften Kapitel „Die Frauen im Zeitalter der Revolution“ sind Olympe de Gouges fünf Seiten gewidmet. Die biographischen Angaben stützt die Autorin u. a. auf Jules Michelets Les Femmes de la Révolution und übernimmt hier auch unkritisch seine Aussagen über ihre überschäumende Phantasie und ihre geringe Bildung[52]. Als Gründerin erster politischer Frauenvereine habe Olympe de Gouges „die vereinzelten Kämpferinnen für Frauenrechte [vereinigt], um ihrem Vorgehen größeren Nachdruck zu verleihen.“[53] Ihr „Manifest, die Erklärung der Rechte der Frauen“ enthalte „in kurzen kräftigen Zügen das Programm der Frauenbewegung“.[54] Nach Lily Braun ist es das große Verdienst der Französin „die Frauenbewegung zuerst organisiert und zu einem beachtenswerten Faktor im öffentlichen Leben gemacht zu haben“, so dass die Frauenbewegung zu Recht „stolz auf ihre Vorkämpferin“ sein dürfe.[55] Gestützt auf den 1840 erschienenen Band Les Femmes célèbres de 1789 à 1975 et leur influence dans la Révolution[56] von E. Lairtulliers gibt sie hier den Text der Deklaration wieder. Allerdings weicht sie in ihrer Übersetzung wohl bewusst an für sie entscheidender Stelle ab. So heißt es beispielsweise bei Lairtuiller zu Artikel 1: „La femme naît libre et demeure égale à l’homme en droits. Les distinctions sociales ne peuvent être fondée que sur l’utilité commune.”[57] Lily Braun übernimmt nur den ersten Teil und veränderte ihn: „Die Frau ist frei geboren und von Rechtswegen dem Manne gleich.“ So präsentiert sie dem Leser eine der wichtigsten Aussagen der Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin in prägnanter und aussagekräftiger Form. Auch das Nachwort der Deklaration ist stark verändert: „Erwacht, ihr Frauen! […] Vereint euch […]. Und bald werdet ihr sehen, wie die Männer […], stolz darauf, die ewigen Rechte der Menschheit mit euch zu teilen, Hand in Hand mit euch gehen.“[58] Die ursprünglich frauenspezifischen Elemente sind verschwunden, nach Margarete Wolters und Clara Sutor erweckt die Schrift vielmehr den Anschein, als handle es sich um einen Aufruf an Männer wie Frauen gemeinsam für ihre Rechte im Staat zu kämpfen[59]. Somit setzt Lily Braun Olympe de Gouges als wichtige Ahnin der Frauenbewegung bewusst für eine sozialistische Lösung der Frauenfrage ein.[60]

3. Die Wiederentdeckung der Deklaration 1977

In Deutschland erfährt die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin von Olympe de Gouges 1977 eine erste ausführliche Würdigung durch die feministische Politikwissenschaftlerin Hannelore Schröder. Zum ersten Mal wird die gesamte Schrift Die Rechte der Frau von 1791 unter dem Titel Zur politischen Theorie des Feminismus. Die Deklaration der Rechte der Frau und Bürgerin von 1791[61] an „unübersehbarer Stelle“ in der wissenschaftlichen Beilage Aus Politik und Zeitgeschichte zur Wochenzeitung Das Parlament (Bonn 3.12.1977) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[62] Das Dokument selbst wurde von Theresia Sauter ins Deutsche übertragen und ist eingebunden in einen sozial-wissenschaftlichen Kommentar[63], der auch die Biographie der Verfasserin umfasst. Die Beweggründe Hannelore Schröders sind vielschichtig, jedoch nicht immer unproblematisch und müssen vor dem Hintergrund ihrer eigenen Biographie und ihres Forschungsschwerpunktes betrachtet werden.[64] Sie selbst nennt dieses Gebiet „Patriarchalismus-Forschung“: Es umfasst die Rekonstruktion nicht tradierter historisch-feministischer Gesellschaftstheorien als Gegenentwurf zu den dominierenden patriarchal-bürgerlichen Ideologien[65] und bedeutet im Wesentlichen eine radikale Kritik am ihrer Meinung nach bis heute vorherrschenden Patriarchat. Bereits 1972 entdeckte Hannelore Schröder das politische Hauptwerk Olympe de Gouges’ in der Bibliothèque Nationale in Paris und machte es fortan zum Gegenstand ihrer wissenschaftlichen Arbeit.[66] Für ihre Forschung erhielt sie nicht die von ihr erhoffte Würdigung, vielmehr folgte 1978 ein Berufsverbot in Deutschland und die Emigration in die Niederlande.[67]

Die mit der Erstveröffentlichung verfolgten Ziele lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1) Im Zuge der „neuen“ Frauenbewegung der 1950er und 60er Jahre[68] wandten sich einige Wissenschaftlerinnen, insbesondere in den USA, der bisher unbeachtet gebliebenen Geschichte der Frauen und der Frauenbewegung zu. Die Entdeckung, dass Frauen nicht nur Objekte der Geschichte, sondern auch protestierende Subjekte waren, sei für das Selbstbewusstsein, die politische Theorie und die Praxis der aktuellen politischen Bewegung bedeutend. Die Beschäftigung mit der wiederentdeckten Erklärung ermögliche einerseits die Rekonstruktion der Ideengeschichte der Frauen-Emanzipation und sei Beweis für den historischen Kampf um bürgerlich-demokratische Rechte für das weibliche Volk. Dies wirke sich andererseits identitätsstiftend für die bisher in historischer und politischer Bewusstlosigkeit lebenden Frauen aus und diene der Verwirklichung der Ziele in der aktuellen Bewegung.[69]

[...]


[1] Gerhard, Ute: Menschenrechte – Frauenrechte 1789, in: Schmidt-Linsenhoff, Viktoria (Hrsg.): Sklavin oder Bürgerin? Französische Revolution und Neue Weiblichkeit 1760-1830, Frankfurt/M. 1989, S. 55-72 (71).

[2] Vgl. Thiele-Knobloch, Gisela: Olympe de Gouges – oder Menschenrechte auch für Frauen, Berlin 1989, S. 6 sowie Noack, Paul: Olympe de Gouges 1748-1793. Kurtisane und Kämpferin für Frauenrechte, München 1992, S. 181.

[3] Dillier, Monika/ Mostowslansky, Vera/ Wyss, Regula (Hrsg.). Olympe de Gouges. Schriften, Basel und Frankfurt/M. 1980, S. 184.

[4] Gerhard, Menschenrechte – Frauenrechte, S. 69.

[5] Becher, Gerd/ Treptow, Elmar: Die gerechte Ordnung der Gesellschaft. Texte vom Altertum bis zur Gegenwart, Frankfurt/New York 2000, S. 166.

[6] Petersen, Susanne: Marktweiber und Amazonen. Frauen in der französischen Revolution. Dokumente – Kommentare – Bilder, Köln 1987, S. 82.

[7] Zwischen 1788 und 1793 veröffentlichte Olympe de Gouges vier verschiedene Werksausgaben, die in der Bibliothèque Nationale aufbewahrt werden. Vgl. Thiele-Knobloch, Gisela (Hrsg.): Olympe de Gouges. Denkschrift der Madame de Valmont/ Mémoire de Madame de Valmont [Erstdruck Paris 1788], Frankfurt/M. 1993, S. 273.

[8] Zitiert nach Jung, Ruth: „Meine Stimme wird sich noch aus des Grabes Tiefe Gehör zu verschaffen wissen.“ Olympe de Gouges – Streiterin für Frauenrechte, in: Schmidt-Linsenhoff, Viktoria (Hrsg.): Sklavin oder Bürgerin? Französische Revolution und Neue Weiblichkeit 1760-1830, Frankfurt/M. 1989, S. 73-87 (73).

[9] Restif de la Bretonne, Nicolas Edme: L’Année des Dames Nationales ou Histoires jour par jour d’une femme de France, Genève et Paris 1791-94.

[10] Zitiert nach Dillier, Schriften, S. 179.

[11] Lafitte, L.B.P. (Ed.): Mémoires de Fleury de la Comédie Française, Paris 1835-37.

[12] Zitiert nach Dillier, Schriften, S. 177.

[13] Michelet, Jules: Les Femmes de la Révolution, Paris 1854.

1988 veröffentlichte Françoise Giroud in Frankreich eine kommentierte Neuauflage: Michelet, Jules: Les Femmes de la Révolution, présenté et commenté par Françoise Giroud, Paris 1988.

Frauke Stübing setzt sich in ihrer Arbeit zur neueren Forschungsliteratur über die Frauen der Revolution kritisch mit dieser Neuauflage auseinander. Vgl. Stübing, Frauke: Die andere Hälfte der Menschheit – Frauen in der Französischen Revolution, NPL 36 (1991), S. 216-246 (218f.).

[14] Vgl. Noack, Olympe de Gouges, S. 197.

[15] Duhet, Paule-Marie: Les Femmes et la Révolution 1789-1794, Paris 1971.

Mit Paule-Marie Duhet beginnt in Frankreich eine neue Phase der Rezeption. In ihrem Werk geht die Autorin erstmals über die Ansichten Michelets hinaus und betrachtet die Frauen der Revolution unter feministischen Gesichtspunkten. Vgl. Stübing, Die andere Hälfte der Menschheit, S. 219.

In ihrem Klassiker Das andere Geschlecht setzt sich die französische Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Simone de Beauvoir auf mehr als 700 Seiten kritisch mit der Rolle der Frau auseinander. 1949 in Paris veröffentlicht (Original: Le Deuxième Sexe), wurde die Schrift bereits 1951 ins Deutsche übertragen. Im ersten Buch Fakten und Mythen berichtet sie von den Frauen der Revolution, zu Olympe de Gouges heißt es hier: „Es gab auch frauenrechtliche Bewegungen. Olympe de Gouges schlug 1789 eine „Déclaration des droits de la Femme“ vor, die der „Déclaration des droits de l’Homme“ entsprechen und alle männlichen Vorrechte abschaffen sollte. […] aber trotz der Unterstützung, die Condorcet ihnen gab, scheiterten diese Versuche; Olympe starb auf dem Schafott.“ Beauvoir, Simone de: Das andere Geschlechte. Sitte und Sexus der Frau, Hamburg 1956, S. 127.

[16] Vgl. Grubitzsch, Helga: Michelets „Frauen der Revolution“, in: Grubitzsch, Helga/ Cyrus, Hannelore/ Haarbusch, Elke (Hrsg.): Grenzgängerinnen. Revolutionäre Frauen im 18. und 19. Jahrhundert. Weibliche Wirklichkeit und männliche Phantasien, München 1993, S. 153-179 (153).

[17] Michelet, Jules: Die Frauen der Revolution, herausgegeben und übersetzt von Gisela Etzel [Erstdruck München 1913/Neuauflage München 11984], Frankfurt/M. 1989.

[18] Grubitzsch, Helga: Michelets „Frauen der Revolution“, in: Grubitzsch, Helga/ Cyrus, Hannelore/ Haarbusch, Elke (Hrsg.): Grenzgängerinnen. Revolutionäre Frauen im 18. und 19. Jahrhundert. Weibliche Wirklichkeit und männliche Phantasien, München 1993, S. 153-179.

[19] Vgl. Michelet, Die Frauen der Revolution, S. 295.

[20] Vgl. ebd., S. 264.

[21] Ebd., S. 264f.

Michelet setzte sich bereits in seinen Schriften Du pêtre, de la femme, de la famille und Le peuple aus den Jahren 1845 und 1846 ausführlich mit der Rolle der Frau auseinander, seine Werke L’Amour (1858) und La Femme (1859), die eine „Erneuerung der Sitten“ und der Familie versprachen, waren zu ihrer Zeit sehr beliebt. Vgl. Grubitzsch, Michelets „Frauen der Revolution“, S. 154f.

[22] Vgl. Grubitzsch, Michelets „Frauen der Revolution“, S. 156, 158f.

[23] Michelet, Die Frauen der Revolution, S. 50.

[24] Vgl. Stübing, Die andere Hälfte der Menschheit, S. 218f. sowie Grubitzsch, Michelets „Frauen der Revolution“, S. 158f.

[25] Grubitzsch, Michelets „Frauen der Revolution“, S. 166.

[26] Michelet, Die Frauen der Revolution, S. 92.

[27] Vgl. Grubitzsch, Michelets „Frauen der Revolution“, S. 166.

[28] Vgl. ebd.

[29] Michelet, Die Frauen der Revolution, S. 92.

[30] Ebd., S. 93

[31] Ebd., S. 94.

[32] Dillier, Schriften, S. 39f.

[33] Michelet, Die Frauen der Revolution, S. 94.

[34] Ebd.

[35] Guillois, Alfred: Étude médio-psychologique sur Olympe de Gouges. Considération générales sur la mentalité des femmes pendant la Révolution française, Lyon 1904.

[36] Vgl. Dillier, Schriften, S. 181f.

[37] Siehe hierzu Gerhard, Ute/ Pommerenke, Petra/ Wischermann, Ulla: Klassikerinnen feministischer Theorie. Grundlagentexte, Band I (1789-1919), Königstein/Taunus 2008, S. 210-227 sowie Gerhard, Ute: Frauenbewegung und Feminismus. Eine Geschichte seit 1789, München 2009, S. 62f.

[38] Siehe Gerhard, Klassikerinnen feministischer Theorie, S. 289-306.

[39] Lange, Helene/ Bäumer, Gertrud: Handbuch der Frauenbewegung, Teil I: Die Geschichte der Frauenbewegung in den Kulturländern [Erstdruck Berlin 1901], Weinheim und Basel 1980.

[40] Vgl. ebd., S. V-X.

[41] Vgl. ebd., S. 7.

[42] Ebd., S. 363.

[43] Lacour, Léopold: Trois Femmes de la Révolution: Olympe de Gouges, Théroigne de Méricourt, Rose Lacombe, Paris 1900.

Durch den Zugang zu ihren Manuskripten gestaltet sich in Frankreich zum Ende des 19. Jahrhunderts die Beschäftigung mit Olympe de Gouges neu. Léopold Lacour geht hier insbesondere ihrem feministischen Engagement nach. In seinem Band Olympe de Gouges dokumentiert Édouard Forestié ihr Leben in Montauban: Forestié, Édouard: Olympe de Gouges (1748-1793), Montauban 1901. Vgl. Blanc, Olivier: Marie-Olympe de Gouges. Une humaniste à la fin du XVIIIe siècle, Paris 2003, S. 249.

[44] Condorcet, Jean Antoine Nicolas de Caritat de: Sur l’admission des femmes au droit de cité [Erstdruck Paris 1790], Witney 1992.

[45] Wolters, Margarete/ Sutor, Clara (Hrsg.): Marie Olympe de Gouges. Politische Schriften in Auswahl, Hamburg 1976.

[46] Vgl. ebd., S. 16f.

[47] Siehe hierzu Gerhard, Klassikerinnen feministischer Theorie, S. 167-184.

[48] Braun, Lily: Die Frauenfrage. Ihre geschichtliche Entwicklung und ihre wirtschaftliche Seite [Erstdruck Leipzig 1901], Berlin und Bonn 1979, S. 82.

[49] Ebd., S. 80.

[50] Braun, Lily: Die Frauenfrage. Ihre geschichtliche Entwicklung und ihre wirtschaftliche Seite [Erstdruck Leipzig 1901], Berlin und Bonn 1979.

[51] Vgl. ebd., S. XXIIIf.

[52] Vgl. ebd., S. 81.

[53] Ebd., S. 83.

[54] Ebd., S. 82.

[55] Ebd., S. 85.

[56] Lairtullier, E.: Les Femmes célèbres de 1789 à 1975 et leur influence dans la Révolution, pour servir de suite et de complément à toutes les histoires de la Révolution française, 2. Bände, Paris 1840.

Mit seinem bereits 1840 veröffentlichten zweibändigen Werk stellte der Autor eine erste ausführliche Studie zu Olympe de Gouges bereit, die auch die Hauptartikel ihrer Deklaration enthält. Vgl. Wolters, Politische Schriften, S. 31 ff.

[57] Zitiert nach Wolters, Politische Schriften, S. 19.

[58] Braun, Die Frauenfrage, S. 83.

[59] Vgl. Wolters, Politische Schriften, S. 22.

[60] Die theoretische Grundlage der sozialistischen Frauenbewegung geht auf den Politiker August Bebel (1849-1913) zurück. Sie geht davon aus, dass die Frauenfrage als eine untergeordnete Frage automatisch gelöst sein werde, sobald die Klassengesellschaft selbst überwunden sei. Vgl. Bebel, August: Die Frau und der Sozialismus, Berlin 1973.

[61] Schröder, Hannelore: Zur politischen Theorie des Feminismus. Die Deklaration der Rechte der Frau und Bürgerin von 1791, in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage Das Parlament B48 (1977), S. 29-54.

[62] Schröder, Hannelore: Olympe de Gouges – Mensch und Bürgerin. „Die Rechte der Frau“ (1791), Aachen 1995, S. 39.

[63] Vgl. Thiele-Knobloch, Olympe de Gouges, S. 19f.

[64] Informationen zu ihrem Leben und ihrer Forschungsarbeit gibt Hannelore Schröder seit 2006 auf ihrer Homepage unter http://www.hannelore-schroeder.nl (zuletzt aufgerufen am 11.04.2012).

[65] Vgl. Friedrich, Nora: Hannelore Schröder, in: Meyer, Ursula I./ Bennet-Vahle, Heidemarie (Hrsg.): Philosophinnen-Lexikon, Aachen 1994, S. 277-279 (278).

[66] Vgl. Schröder, Olympe de Gouges – Mensch und Bürgerin, S. 37.

[67] Vgl. Friedrich, Hannelore Schröder, S. 278.

[68] Siehe hierzu Gerhard, Frauenbewegung und Feminismus, S. 107 ff.

[69] Vgl. Schröder, Die Deklaration der Rechte der Frau und Bürgerin, S. 29.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Olympe de Gouges und die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin 1791. Studien zur Darstellung und Rezeption der französischen Revolutionärin und Schriftstellerin
Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
43
Katalognummer
V210876
ISBN (eBook)
9783656405337
ISBN (Buch)
9783656405559
Dateigröße
650 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
olympe, gouges, erklärung, rechte, frau, bürgerin, studien, darstellung, rezeption, revolutionärin, schriftstellerin
Arbeit zitieren
Pia Bornemann (Autor), 2012, Olympe de Gouges und die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin 1791. Studien zur Darstellung und Rezeption der französischen Revolutionärin und Schriftstellerin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210876

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