Ein Wort „[Plural Wörter, im Sinne von „Aussprüche“: Worte]“ (Bertelsmann Lexikothek
1996: Wort) ist ein sprachwissenschaftlicher Grundbegriff, der unter verschiedenen
Gesichtspunkten als Terminus für grammatische Einheiten gebraucht
wird. Dieser Grundbegriff ist jedoch nicht einheitlich definiert (vgl. Dietrich / Geckeler
2000: 89) und es gibt gewisse Schwierigkeiten in der Anwendung, da der Begriff
mehrdeutig ist. Man könnte sich unter anderem fragen, ob man Elemente wie Präpositionen,
wie en oder a, oder Artikel wie la, los oder el, als Wörter bezeichnen kann.
Oder auch, warum und ob caballito (Pferdchen) ein Wort, aber pequeño caballo zwei
Wörter sind (vgl. Dietrich / Geckeler 2000: 48).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Problem der Mehrdeutigkeit des Begriffs „Wort“
3 Verschiedene Wortbegriffe
3.1 Der intuitive Wortbegriff
3.2 Der syntaktische Wortbegriff
3.3 Der morphologische Wortbegriff
3.4 Der orthographisch-graphemische Wortbegriff
3.5 Der phonetisch-phonologische Wortbegriff
3.6 Der lexikalische Wortbegriff
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vielschichtigkeit und Mehrdeutigkeit des linguistischen Grundbegriffs "Wort". Ziel ist es, die unterschiedlichen Definitionsebenen aufzuzeigen, die zeigen, dass es keine universelle, eindeutige Definition für diesen alltagsgebräuchlichen Terminus gibt.
- Intuitive vs. wissenschaftliche Wortauffassungen
- Syntaktische und morphologische Einheiten
- Orthographische und graphemische Abgrenzung von Wörtern
- Phonetisch-phonologische Definitionen
- Lexikalische Bestimmung des Wortes als Bedeutungsträger
Auszug aus dem Buch
3.2 Der syntaktische Wortbegriff
„Ein syntaktisches Wort ist eine abgeschlossene morphologische Einheit mit bestimmten formalen Merkmalen (=Signifiant) sowie bestimmten grammatischen und/oder inhaltlichen Merkmalen (=Signifié), die eine Position in einer syntaktischen Struktur einnehmen kann.“ (Gallmann 1991)
Gallmann bezieht sich dabei auf das Modell von De Saussure (1916), nach dem sich bedeutungstragende sprachliche Zeichen in zwei Aspekte unterscheiden lassen: dem Signifiant, zu dem die äußeren Merkmale sprachlicher Zeichen, z.B. die Syllabierung und die Betonung, gerechnet werden und dem Signifié, dem sich grammatische und semantische Merkmale zuordnen lassen.
Nach der oben genannten Definition gibt es also zwei verschiedene syntaktische Wörter, wenn diese sich entweder in mindestens einem Merkmal der Signifié-Seite oder in mindestens einem Merkmal der Signifiant-Seite unterscheiden. Bei der Signifié-Seite könnte es sich also um zwei verschiedene Wörter handeln, wenn „ein und das selbe Wort“ (z. B. Turm) in zwei verschiedenen Fällen, Beispiel Nominativ und Akkusativ, vorkommt. Bei der Signifiant-Seite erkennt man eindeutig den äußeren Unterschied, z B. Turms und Turmes. Auch könnte ein Art „Mix“ als Kriterium dienen, das heißt, wenn ein Unterschied im Signifiant auch einem Unterschied im Signifié entspricht. Dies verdeutlicht folgendes Beispiel:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass der Begriff "Wort" trotz seiner Allgegenwärtigkeit nicht einheitlich definierbar ist.
2 Das Problem der Mehrdeutigkeit des Begriffs „Wort“: Anhand von Beispielsätzen wird verdeutlicht, dass die Zählung von Wörtern je nach linguistischer Perspektive zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen führt.
3 Verschiedene Wortbegriffe: Dieses Kapitel stellt die verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven auf das Wort vor.
3.1 Der intuitive Wortbegriff: Es wird erörtert, warum das intuitive Verständnis von Wörtern trotz ihrer wissenschaftlichen Komplexität weiterhin eine Rolle spielt.
3.2 Der syntaktische Wortbegriff: Dieser Abschnitt definiert das Wort als Einheit, die eine spezifische Position in einer syntaktischen Struktur einnehmen kann.
3.3 Der morphologische Wortbegriff: Hier wird der Zusammenhang zwischen Morphemen und Wörtern sowie deren Klassifizierung in freie und gebundene Einheiten erläutert.
3.4 Der orthographisch-graphemische Wortbegriff: Dieses Kapitel betrachtet die visuelle Isolierung von Wörtern durch Leerstellen in der Schriftsprache.
3.5 Der phonetisch-phonologische Wortbegriff: Hier liegt der Fokus auf der Abgrenzung durch lautliche Merkmale wie Pausen oder Akzente.
3.6 Der lexikalische Wortbegriff: Das Kapitel definiert das Wort als die kleinste selbstständige Bedeutungseinheit eines Lexikons.
4 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die Wahl einer Wortdefinition immer von der jeweiligen linguistischen Forschungsdisziplin abhängig ist.
Schlüsselwörter
Wortbegriff, Linguistik, Sprachwissenschaft, Syntax, Morphologie, Lexem, Morphem, Signifiant, Signifié, Phonetik, Graphemik, Wortdefinition, Sprachstruktur, Mehrdeutigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der grundlegenden, aber problematischen Definition des Begriffs "Wort" innerhalb der Sprachwissenschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit beleuchtet das Wort aus intuitiver, syntaktischer, morphologischer, orthographischer, phonetischer und lexikalischer Sicht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, warum der Begriff "Wort" trotz seiner zentralen Bedeutung für die Sprache so schwierig einheitlich zu definieren ist und welche konkurrierenden Konzepte existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse wissenschaftlicher Fachliteratur und veranschaulicht die Problematik zudem durch eine kleine Umfrage im Bekanntenkreis sowie linguistische Anwendungsbeispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert schrittweise die verschiedenen linguistischen Ebenen, auf denen ein Wort definiert werden kann, und verdeutlicht diese an konkreten Sprachbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Wortbegriff, Syntax, Morphologie, Lexem, Signifiant und Signifié.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Signifiant und Signifié für den syntaktischen Wortbegriff so wichtig?
Sie ist entscheidend, um zu verstehen, warum ein Wort (wie etwa "Turm") in verschiedenen grammatischen Formen als identisch oder verschieden wahrgenommen werden kann, je nachdem, ob man auf die lautliche Form oder die grammatische Funktion schaut.
Was zeigt das Beispiel der "Türme" im zweiten Kapitel?
Es demonstriert anschaulich, dass verschiedene logische Zählweisen existieren, die alle wissenschaftlich vertretbar sind, was die inhärente Mehrdeutigkeit des Wortbegriffs beweist.
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- Dipl. Kffr. Jessica Schmidt (Author), 2003, Was ist ein Wort?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21087