Nachdem im Jahr 2000 nach fast dreijähriger Ausarbeitung die World Commission on Dams (WCD) in ihrem Abschlussbericht eine letztendlich negative Bilanz der meisten Staudammprojekte, die von der Weltbank in Entwicklungsländern finanziert wurden, vorgelegt hatte, erhofften sich viele interessierte Beobachter der internationalen Entwicklungspolitik eine Kehrtwende in der Kreditvergabepolitik der Weltbank. Viele Jahre wurde die Agenda der Weltbank durch enorme Kreditsummen für Staudammprojekte in der ganzen Welt bestimmt und rief einen enormen Proteststurm aufgrund der negativen Folgen von Staudämmen für die betroffenen Regionen hervor. Im der vorliegenden Arbeit wird diskutiert, inwieweit die ausgearbeiteten Ergebnisse der World Commission on Dams die Entscheidungen der Weltbank in Bezug auf die finanzielle Unterstützung von Staudammprojekten beeinflusst haben und welche Probleme auch weiterhin auftreten. Diese Fragestellungen leiten zur These, dass die Analyse der World Commission on Dams überflüssig war, da trotz der Ergebnisse des unabhängigen Expertengremiums auch weiterhin Staudammprojekte ohne bindende und international anerkannte Richtlinien von der Weltbank finanziert und von multinationalen Unternehmen gebaut werden. Im folgenden soll zunächst kurz die World Commission on Dams und ihre Ergebnisse vorgestellt werden, sodass im Anschluss eine fundierte Analyse die bereits genannte These diskutiert und das abschließende Fazit versucht, die Thematik zusammenzufassen und Vorschläge für die Umsetzung der Standards bei zukünftigen Großstaudämmen abzuleiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Die World Commission on Dams und die Weltbank
1.1 Einleitung
1.2 Analyse der Auswirkungen von Staudammprojekten
1.3 Die Rolle der Weltbank nach dem Moratorium
1.4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Ergebnisse der World Commission on Dams (WCD) die Kreditvergabepolitik der Weltbank beeinflusst haben. Dabei wird die These diskutiert, dass trotz der WCD-Ergebnisse weiterhin Staudammprojekte ohne bindende, international anerkannte Richtlinien finanziert werden.
- Einfluss der World Commission on Dams auf die Weltbank
- Soziale und ökologische Folgen von Großstaudämmen
- Analyse der Kreditvergabepolitik nach dem Moratorium
- Rolle internationaler Standards und Richtlinien
- Vergleich zwischen staatlichen und privaten Investoren
Auszug aus dem Buch
Die World Commission on Dams und die Weltbank
Nachdem im Jahr 2000 nach fast dreijähriger Ausarbeitung die World Commission on Dams (WCD) in ihrem Abschlussbericht eine letztendlich negative Bilanz der meisten Staudammprojekte, die von der Weltbank in Entwicklungsländern finanziert wurden, vorgelegt hatte, erhofften sich viele interessierte Beobachter der internationalen Entwicklungspolitik eine Kehrtwende in der Kreditvergabepolitik der Weltbank. Viele Jahre wurde die Agenda der Weltbank durch enorme Kreditsummen für Staudammprojekte in der ganzen Welt bestimmt und rief einen enormen Proteststurm aufgrund der negativen Folgen von Staudämmen für die betroffenen Regionen hervor.
Im der vorliegenden Arbeit wird diskutiert, inwieweit die ausgearbeiteten Ergebnisse der World Commission on Dams die Entscheidungen der Weltbank in Bezug auf die finanzielle Unterstützung von Staudammprojekten beeinflusst haben und welche Probleme auch weiterhin auftreten. Diese Fragestellungen leiten zur These, dass die Analyse der World Commission on Dams überflüssig war, da trotz der Ergebnisse des unabhängigen Expertengremiums auch weiterhin Staudammprojekte ohne bindende und international anerkannte Richtlinien von der Weltbank finanziert und von multinationalen Unternehmen gebaut werden. Im folgenden soll zunächst kurz die World Commission on Dams und ihre Ergebnisse vorgestellt werden, sodass im Anschluss eine fundierte Analyse die bereits genannte These diskutiert und das abschließende Fazit versucht, die Thematik zusammenzufassen und Vorschläge für die Umsetzung der Standards bei zukünftigen Großstaudämmen abzuleiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die World Commission on Dams und die Weltbank: Einleitende Betrachtung der Problematik, der WCD-Ergebnisse und der ambivalenten Haltung der Weltbank gegenüber bindenden Staudamm-Richtlinien.
1.1 Einleitung: Hinführung zum Thema, Vorstellung der Forschungsfrage und der zentralen These zur mangelnden Wirkung der WCD-Ergebnisse auf die Finanzierungspraxis.
1.2 Analyse der Auswirkungen von Staudammprojekten: Darstellung der negativen ökologischen, sozialen und ökonomischen Folgen, die mit Großstaudämmen für die betroffenen Regionen verbunden sind.
1.3 Die Rolle der Weltbank nach dem Moratorium: Kritische Untersuchung der Finanzierungspraxis nach dem Moratorium, insbesondere am Beispiel des Projekts Nam Theun 2 und der Rolle Chinas.
1.4 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Situation, Diskussion alternativer Finanzierungsmodelle und Ausblick auf mögliche Fortschritte durch internationale Standards.
Schlüsselwörter
World Commission on Dams, Weltbank, Staudammbau, Entwicklungsländer, Kreditvergabepolitik, Nachhaltigkeit, Umweltstandards, Umsiedlungen, Großprojekte, ökologische Folgen, soziale Auswirkungen, Finanzierung, internationale Richtlinien, Partizipation, Armutsreduktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der World Commission on Dams auf die Kreditvergabepolitik der Weltbank im Bereich des Staudammbaus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die ökologischen und sozialen Folgen von Staudämmen, die Wirksamkeit der WCD-Richtlinien und das Verhalten der Weltbank sowie privater Investoren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit hinterfragt, ob die WCD-Analyse zu einer wirksamen Kehrtwende geführt hat oder ob Staudammprojekte weiterhin ohne bindende Standards finanziert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Dokumentenanalyse der WCD-Berichte, Weltbank-Strategien und kritischer wissenschaftlicher Begleitpublikationen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Diskrepanz zwischen öffentlicher Zustimmung der Weltbank zu WCD-Standards und der tatsächlichen, wenig veränderten Finanzierungspraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind World Commission on Dams, Weltbank, Staudammbau, Nachhaltigkeit, Umweltstandards und soziale Folgen.
Inwiefern beeinflussten die Proteste der 90er Jahre die Weltbank?
Die massiven Proteste gegen negative Folgen von Großstaudämmen führten zu einem zeitweiligen Moratorium und der Gründung der World Commission on Dams.
Warum wird die Rolle Chinas im Kontext der Staudammfinanzierung hervorgehoben?
China agiert als bedeutender Kreditgeber für afrikanische und asiatische Staudammprojekte, was die Durchsetzung globaler Standards erschwert, wenn China diese nicht mitträgt.
Welche Rolle spielt die deutsche Bundesregierung laut dieser Arbeit?
Deutschland kann durch den Verzicht auf Hermesdeckungen als Exportkreditgarantie einen Beitrag zur Durchsetzung nachhaltigerer Standards leisten.
- Arbeit zitieren
- Frederik Ihl (Autor:in), 2013, Die World Commission on Dams und die Weltbank, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210885