Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel in der Schule. Auch nach der Schule bleibt die verbale Kommunikation das wichtigste Ausdrucksmittel im Berufsleben und im privaten Alltag . Argumentieren ist dort eine Tätigkeit, die beinahe täglich gebraucht wird . Schülerinnen und Schüler müssen also lernen sich verbal aus¬drücken zu können. Mit steigendem Alter der Schülerinnen und Schüler erwartet man mehr sprachliche Kompetenz. Es kann also nicht akzeptiert werden, dass für Schulabgänger Fäuste Argumente sind. Nach Klasse 10 sollten alle Schulabgänger mit Schulabschluss in der Lage sein, mit Argumenten umzugehen, zuzuhören und selbstständig Argumentationslinien zu entwickeln und vorzutragen. Dies muss dann natürlich auch in der Schule gelernt werden. Der Politikunterricht bietet sich dafür an, da in der Politik in Debatten und Diskussionen oft argumentiert wird. Dazu benötigt man allerdings auch Methoden, die dies ermöglichen. Eine Methode, die dies ermöglichen könnte, könnte die Pro/Contra-Debatte sein. Daher stellt sich die Frage, ob die Pro/Contra-Debatte tatsächlich geeignet ist Argumentieren zu lehren und zu lernen. Dies will diese Hausarbeit überprüfen.
Dazu muss man den Begriff Argumentieren zunächst genauer definieren und konkretisieren, was im folgenden Verlauf der Hausarbeit auch getan wird. Schwerpunktmäßig muss dabei geschaut werden, was in der Schule unter Argumentieren exemplarisch zu verstehen ist, auch fächerübergreifend, und wie es umgesetzt wird. Danach lässt sich feststellen, ob und wie die Pro/Contra-Debatte als Ergänzung oder Ersatz im Politikunterricht helfen kann das Argumentieren zu lernen. Dazu wird die Pro/Contra-Debatte als Methode vorgestellt und kritisch untersucht und auf ihre Tauglichkeit hinsichtlich didaktischer Prinzipen überprüft. So kann festgehalten werden, ob die Pro/Contra-Debatte geeignet ist Schülerrinnen und Schüler Argumentieren lernen zu lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Argumentation in der Schule
3. Aufbau der Pro/Contra-Debatte
4. Planung der Pro/Contra-Debatte im Unterricht
5. Umsetzung von Lernzielen und didaktischen Prinzipien mit der Pro/Contra-Debatte
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwiefern die Methode der Pro/Contra-Debatte dazu geeignet ist, Schülerinnen und Schülern im Politikunterricht das selbstständige Argumentieren zu lehren. Dabei wird analysiert, wie argumentative Kompetenzen schulisch vermittelt werden können und ob diese Methode die geforderten didaktischen Prinzipien erfüllt.
- Grundlagen des Argumentierens im schulischen Kontext
- Struktur und Ablauf einer Pro/Contra-Debatte
- Methodische Planung und Durchführung im Unterricht
- Didaktische Einordnung und Erreichung von Lernzielen
- Potenziale zur Förderung politischer Urteilsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
3. Aufbau der Pro/Contra-Debatte
Die Pro/Contra-Debatte als Methode im Politikunterricht ist eine argumentative Auseinandersetzung, in der durch eine zu Beginn der Pro/Contra-Debatte gestellte politische Entscheidungsfrage Mehrheiten für die Pro- oder Contra-Seite gesammelt werden sollen. Die Pro/Contra-Debatte läuft dann nach festen Regeln ab und mit einem festen Personalpool.
Man benötigt zunächst einen Moderator, der den gesamten Prozess führt. Er passt auf, dass die Redezeit nicht überschritten wird und die Regeln der Debatte eingehalten werden. Der Moderator führt auch die Abstimmungen durch, eine vor Beginn der Debatte, eine nach Abschluss der Debatte. Diese Abstimmungen zeigen das Meinungsbild des Publikums vor der Debatte und wie die Debatte das Meinungsbild beeinflusst hat.
Das Meinungsbild wird überwiegend von 2 Anwälten geprägt. Ein Pro- und ein Contra-Anwalt versuchen das Publikum zu überzeugen und auf ihre Seite zu ziehen. Dazu erhalten sie Gelegenheit in ihren Plädoyers, die jeweils eine Minute dauern. Nachdem der Moderator kurz und neutral ins Thema eingeleitet hat und die Entscheidungsfrage, samt Probeabstimmung, gestellt hat, hat zunächst der Pro-Anwalt, dann der Contra-Anwalt, die Chance, durch ein Anfangsplädoyer seine Position darzustellen.
Daraufhin werden die Sachverständigen befragt. Die zwei bis vier Sachverständigen bieten Wissen, Informationen und Erfahrungen zu der Entscheidungsfrage dar. Sie sind neutral und antworten nur auf die Fragen der Anwälte. Die Ergebnisse der Fragerunde sollen dann in die Abschlussplädoyers einfließen, da die Plädoyers nun um neue Fakten erweitert werden können.
Nachdem die Anwälte jeweils ein Abschlussplädoyer gehalten haben, ist die Debatte beendet. Der Moderator stellt nun nochmals die Entscheidungsfrage zur Abstimmung. Das Publikum stimmt erneut ab und entscheidet somit über die rhetorischen Kompetenzen der Anwälte, über die Qualität der Argumente und die gesamte Überzeugungskraft der Plädoyers.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Argumentieren als essentielles Kommunikationsmittel und stellt die Forschungsfrage zur Eignung der Pro/Contra-Debatte im Politikunterricht.
2. Argumentation in der Schule: Dieses Kapitel erläutert, was unter schulischem Argumentieren zu verstehen ist und wie dies in verschiedenen Fächern wie Deutsch, Religion und Wirtschaft gehandhabt wird.
3. Aufbau der Pro/Contra-Debatte: Hier wird der methodische Ablauf, die Rollenverteilung und die zeitliche Struktur der Debatte im Detail beschrieben.
4. Planung der Pro/Contra-Debatte im Unterricht: Dieses Kapitel widmet sich der Auswahl geeigneter Fragestellungen und der praktischen Vorbereitung der Klasse sowie der Räumlichkeiten.
5. Umsetzung von Lernzielen und didaktischen Prinzipien mit der Pro/Contra-Debatte: Es wird untersucht, wie die Methode handlungsorientierte Ziele, das Prinzip der Kontroversität und die politische Urteilsfähigkeit fördert.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die regelmäßige Anwendung der Methode das selbstständige Argumentieren effektiv schult, insbesondere durch die Rolle der Anwälte und die Struktur der Plädoyers.
Schlüsselwörter
Pro/Contra-Debatte, Politikunterricht, Argumentieren, Didaktik, Urteilsfähigkeit, Handlungs-orientierung, Plädoyer, Demokratieerziehung, Politische Bildung, Rhetorik, Sachverständige, Kontroversität, Moderation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die Methode der Pro/Contra-Debatte effektiv genutzt werden kann, um Schülern im Politikunterricht das Argumentieren beizubringen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Argumentation in der Schule, die methodische Struktur der Pro/Contra-Debatte sowie deren didaktische Rechtfertigung im Politikunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu prüfen, ob die Pro/Contra-Debatte tatsächlich als geeignetes Instrument zur Vermittlung von Argumentationskompetenz und politischer Urteilsfähigkeit fungieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Untersuchung didaktischer Prinzipien basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des Argumentierens, eine detaillierte Beschreibung des methodischen Aufbaus, Aspekte der Unterrichtsplanung und eine didaktische Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Pro/Contra-Debatte, politische Urteilsfähigkeit, Didaktik, Handlungsorientierung und argumentative Kompetenz definiert.
Welche Rolle spielt der Moderator in der Pro/Contra-Debatte?
Der Moderator führt den gesamten Prozess, achtet auf die Einhaltung der Regeln und der Redezeit und führt die Abstimmungen vor und nach der Debatte durch.
Warum wird empfohlen, die Methode fächerübergreifend einzusetzen?
Da der Politikunterricht zeitlich begrenzt ist, wird ein fächerübergreifender Einsatz (z. B. in Religion, Philosophie oder Wirtschaft) empfohlen, um den notwendigen Übungseffekt für das Erlernen des Argumentierens zu erzielen.
- Quote paper
- Bachelor Thorsten Kozik (Author), 2011, Selbstständiges Argumentieren im Politikuntericht durch die Pro/Contra-Debatte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210957