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Zum sozialen Hintergrund und gesellschaftlicher Stellung von Gladiatoren. Die Bedeutung von Gladiatorenschulen

Title: Zum sozialen Hintergrund und gesellschaftlicher Stellung von Gladiatoren. Die Bedeutung von Gladiatorenschulen

Term Paper , 2012 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: David Paydar (Author)

World History - Early and Ancient History
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Als „Barbaren, Sklaven und Verächtete“ (Cic. Tusc. 2,17) werden sie von Cicero betitelt und gleichzeitig wird ihnen durch ihren Mut und ihre Stärke eine Vorbildfunktion von Selbigem zugeschrieben (Cic. Tusc. 2,38-41). Diese anscheinend vorherrschende Unsicherheit der antiken Autoren, den Gladiator in eine sozialspezifische Definition einzubetten, entpuppte sich auch für die heutige Forschung als steiniger Weg. Woher stammen die munera? Welche Rolle spielten die Gladiatoren in der antiken Gesellschaft? Dies sind nur einige Fragen, mit welchen sich renommierte Geschichtswissenschaftler heutzutage beschäftigen. Überlieferte Quellen aus der antiken Welt geben uns jedoch einen widersprüchlichen Eindruck vom Leben eines Gladiators. So stammen die meisten der uns vorliegenden Quellen aus der Feder von römischen Philosophen, Schriftstellern und Politikern. Tacitus, Sueton oder Cassius Dio entstammten der Oberschicht und sahen in den Spielen und ihren Teilnehmern eine verachtungswürdige Tradition zur Belustigung der „blutrünstigen“ Gesellschaft. Dass diese Autoren eine sehr subjektiv geprägte Meinung zu der Gladiatur hatten und diese auch in solcher Form zu Papier brachten, bedarf wohl keiner Erklärung. Somit ist die Forschung auch auf andere antike Quellen angewiesen. Die Epigraphik und die Archäologie liefern uns einen realitätsgetreuen und menschennahen Eindruck von dem, was es hieß, ein Gladiator zu sein. Die folgende Hausarbeit wird sich in ihrem Argumentationsgang auf beide Betrachtungsweisen stützen und mit kritischem Blick auch die Werke antiker Autoren miteinbeziehen. Besonderes Augenmerk werde ich den sozialgeschichtlichen Aspekten des Gladiators schenken. Wie waren sie in das Konstrukt der antiken Gesellschaft eingebettet und welchen Lebensbedingungen musste sich ein Gladiator stellen?

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Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Inschrift CIL VI 10170

3. Gladiatoren und die Gesellschaft

3.1 Die „Todgeweihten“- Kriegsgefangene und Straftäter

3.2 Freiwillige Gladiatoren

3.3 Caesaren, Senatoren und das Amphitheater

3.4 Die Wirkung der Gladiatoren auf die Gesellschaft der Antike

3.4.1 Amatores

3.4.2 Die virtus

4. Die ludi und deren Bedeutung für die Gladiatoren

4.1 Die Gladiatorenschule

4.2 Der Gladiatorenfriedhof von Ephesos und dessen Bedeutung für die Bestimmung vorherrschender Bedingungen in den ludi

4.3 Die Gladiatorenschule in Pompeji und die Inschriften des Gladiators Celadus

4.4 Die innere Struktur der Schulen

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den sozialen Hintergrund und die gesellschaftliche Stellung von Gladiatoren in der römischen Antike. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Gladiatoren in das soziale Konstrukt ihrer Zeit eingebettet waren und unter welchen Lebensbedingungen sie standen, wobei sowohl antike literarische als auch epigraphische Quellen kritisch analysiert werden.

  • Sozialgeschichtliche Einordnung des Gladiatorenstandes
  • Analyse von Rekrutierungsmotiven und Freiwilligkeit
  • Untersuchung der Lebensbedingungen in Gladiatorenschulen (ludi)
  • Die Rolle der Gladiatoren als gesellschaftliche Vorbilder und Paradoxa

Auszug aus dem Buch

3.1 Die „Todgeweihten“- Kriegsgefangene und Straftäter

Trophimus war Mitglied einer kaiserlichen Gladiatorentruppe (familia gladiatoria Caesaris) der größten kaiserlichen Gladiatorenschule, des ludus magnus, der „großen Schule“ (vgl. Tumolesi, Tod in Rom, 193). Der Namenszusatz augusti libertus deutet darauf hin, dass Trophimus ein ehemaliger Sklave des Kaisers gewesen war, wahrscheinlich sogar ein Gladiator, welcher sich durch gewonnene Kämpfe und dem daraus entstandenen Ruhm die Freiheit erkämpft hatte. Diese Annahme ist außerdem sehr naheliegend, da es durchaus üblich war, dass freigelassene Gladiatoren weiterhin im Dienste der Gladiatorenschulen als Schiedsrichter oder Ausbilder fungierten. Der Großteil der Gladiatoren waren jedoch verurteilte Verbrecher oder Kriegsgefangene (vgl. Ewigleben, Gladiatoren und Caesaren, 131). Tempelschänder, Mörder oder Kriegsverbrecher hatten den Richterspruch „ad gladium“ („zum Schwert“) oder „ad bestias“ („zum Kampf mit wilden Tieren“) zu erwarten. Die Überlebenschancen hierbei tendierten gen null, da die Verurteilten entweder kaum eine Kampfausbildung genossen hatten oder aber schlecht ausgerüstet waren.

„Mehr als zweitausendfünfhundert betrugen die Zahl derer, die teils in Tiergefechten, teils auf dem Scheiterhaufen, teils in den Kämpfen miteinander zugrunde gingen […]“

So schreibt der jüdische Historiograph Flavius Josephus im siebten Buch seines Werkes Bellum Iudiacum (Ios. bell. Iud. 7,38). In Abschnitt 38 bezeugt er, wie Kaiser Titus, nach Beendigung des jüdisischen Krieges, mit den Kriegsgefangenen verbleibt. Wir entnehmen dem Zitat, dass Verurteilte, die den Richterspruch ad gladium oder ad bestias erhielten, als Todgeweihte verstanden werden sollten. Das Volk, das der blutigen Vollstreckung beiwohnen durfte, sollte Zeuge dessen werden, was mit denjenigen passiert, die sich als „Feinde“ des römischen Reiches verstanden. Auch viele Anhänger des sich entwickelnden Christentums fielen einem solchen Urteil zum Opfer.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Problematik der Quellenlage und die Zielsetzung der Untersuchung des Gladiatorenlebens.

2. Die Inschrift CIL VI 10170: Analyse einer spezifischen Grabinschrift als Ausgangspunkt für die Erforschung des Gladiatorenstatus.

3. Gladiatoren und die Gesellschaft: Erörterung der unterschiedlichen Hintergründe von Gladiatoren, von der unfreiwilligen Rekrutierung bis zur freiwilligen Teilnahme aus sozialen oder psychologischen Motiven.

4. Die ludi und deren Bedeutung für die Gladiatoren: Untersuchung der Lebensumstände in den Gladiatorenschulen basierend auf archäologischen Befunden und Graffiti-Funden.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Vorschlag für weiterführende sozialgeschichtliche Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Gladiatoren, Römische Antike, Sozialgeschichte, Inschriften, Grabinschrift, Trophimus, Ludus, Ephesos, Pompeji, Virtus, Amatores, Gladiatorenschule, Arena, Sklaven, Infamia

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den sozialen Status und die Lebensumstände von Gladiatoren in der römischen Gesellschaft unter Berücksichtigung von deren Herkunft und den Bedingungen in den Gladiatorenschulen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die gesellschaftliche Einordnung der Gladiatoren, die Rekrutierungswege, die Rolle von Gladiatoren als Idole (amatores) sowie die medizinischen und disziplinarischen Lebensbedingungen in den Ausbildungsstätten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gladiatoren in das Gefüge der antiken Gesellschaft eingebettet waren und welche Faktoren ihr Leben und ihren Status beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Methode, die antike literarische Quellen mit epigraphischen und archäologischen Erkenntnissen, wie z.B. Grabinschriften und Skelettfunden, vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Herkunft und Motivation der Kämpfer, die Wahrnehmung der Gladiatoren durch die Gesellschaft und eine detaillierte Analyse der Gladiatorenschulen in Ephesos und Pompeji.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gladiatoren, Römische Antike, Sozialgeschichte, Ludus, Infamia und archäologische Befunde charakterisiert.

Was bedeutet die Bezeichnung "ad gladium"?

Dies ist ein richterliches Urteil für Verbrecher, das den Kampf mit dem Schwert in der Arena als Strafe vorsah, was für die Betroffenen meist den Tod bedeutete.

Wie unterscheidet sich die Situation in Ephesos von der in Pompeji?

In Ephesos standen anthropologische Untersuchungen von Skelettfunden an einem Gladiatorenfriedhof im Vordergrund, während in Pompeji Graffiti-Funde in einer Gladiatorenschule Einblicke in die Selbstdarstellung der Kämpfer ermöglichten.

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Details

Title
Zum sozialen Hintergrund und gesellschaftlicher Stellung von Gladiatoren. Die Bedeutung von Gladiatorenschulen
College
LMU Munich  (Historisches Seminar)
Course
Die Flavier
Grade
1,3
Author
David Paydar (Author)
Publication Year
2012
Pages
17
Catalog Number
V210985
ISBN (eBook)
9783656387725
ISBN (Book)
9783656389286
Language
German
Tags
hintergrund gladiatoren stellung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Paydar (Author), 2012, Zum sozialen Hintergrund und gesellschaftlicher Stellung von Gladiatoren. Die Bedeutung von Gladiatorenschulen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210985
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