Zur Lage der Kinder in Deutschland und die Bedeutung für die Familienbildung


Studienarbeit, 2011
22 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Lebensbedingungen von Kindern in Deutschland
2.1 Familie
2.1.1 Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern
2.1.2 Soziale Herkunft
2.1.3 Finanzielle Situation von Familien
2.2 Kinderarmut in Deutschland
2.3 Wie Kinder Armut erleben
2.4 Kindeswohlgefährdung
2.5 Wohlbefinden
2.6 Bildung
2.6.1 Rahmenbedingungen
2.6.2 Betreuung
2.6.3 Schule
2.7 Gesundheit
2.7.1 Kindersterblichkeit
2.7.2 Unfälle
2.7.3 Ernährung
2.7.4 Adipositas und Übergewicht
2.7.5 Sport und Bewegung
2.7.6 Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen
2.7.7 Mundgesundheit
2.7.8 Psychische Gesundheit
2.7.9 Rauchen
2.8 Freizeit und Freunde
2.8.1 Freizeitgestaltung und Freizeittypen
2.8.2 Mediennutzung
2.8.3 Freundeskreis
2.9 Zusammenfassung

3 Bedeutung für die Familienbildung

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In der vorliegenden Arbeit soll anhand aktueller empirischer Studien die Situation von Kindern in Deutschland dargestellt und dazu Stellung genommen werden, was die Ergebnisse für die Familienbildung bedeuten. Die hierfür verwendeten Studien beziehen sich nicht alle auf dasselbe Alter, weshalb ich meiner Arbeit an sich keine Definition von Kindheitsphase zu Grunde lege. In der KiGGS Gesundheitsstudie wurden Kinder von 0 – 18 Jahren einbezogen, ebenso verfahren die Berichte der OECD und UNICEF. Auch im Bildungsbericht und im 13. Kinder- und Jugendbericht werden Kinder von 0 – 18 Jahren berücksichtigt. Im Rahmen des LBS-Kinderbarometers wurden Kinder von 9 – 14 Jahren und in der World Vision Studie 2010 Kinder von 6 – 11 Jahren befragt. Einzelne, bzw. spezielle Ergebnisse für die Altersgruppe ab 14 Jahren bleiben in dieser Arbeit jedoch unberücksichtigt.

In Kapitel 2 werden die Lebensbedingungen von Kindern anhand der Bereiche Familie, Kindeswohlgefährung, Kinderarmut, Wohlbefinden, Bildung, Gesundheit und Freizeit näher beschrieben. Anschließend werde ich in Kapitel 3 die Bedeutung dieser Lebensbedingungen für die Familienbildung erläutern.

2 Lebensbedingungen von Kindern in Deutschland

2.1 Familie

Trotz eines kontinuierlichen Rückgangs dieser Familienform wachsen noch immer die meisten Kinder in einer traditionellen Familie auf (Ehepaare mit mindestens einem minderjährigen Kind). 2009 waren 72% der Familien traditionelle Familien, 19% waren Alleinerziehende und 9% aller Familien machten die Lebensgemeinschaften aus (vgl. Roderich Egeler 2010). Dabei sind alleinerziehende Familien in Ostdeutschland deutlich häufiger vertreten. (vgl. ebd. S., 3). Diese Familienform wird mit 90% noch immer am Häufigsten von Müttern bestritten (vgl. ebd., S. 6). 2007 hatten 28% der Familien einen Migrationshintergrund (vgl. Statistisches Bundesamt 2008b, S. 9). Nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes lebten 2009 13,3 Milliarden minderjährige Kinder in Deutschland. Von diesen wuchs jedes vierte Kind als Einzelkind auf. Fast die Hälfte aller Kinder lebte mit einem Geschwisterkind und 28% mit 2 oder mehr Geschwistern in einem Haushalt zusammen. Dabei erfasste das Statistische Bundesamt nicht nur die leiblichen, sondern auch auch die Stief-, Pflege- und Adoptivkinder (vgl. Statistisches Bundesamt 2010).

2.1.1 Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern

2009 waren 59% der Mütter und 83% der Väter erwerbstätig. Die Erwerbsbeteiligung von Müttern steigt je älter die Kinder werden. 70% der erwerbstätigen Mütter arbeiten in Teilzeit, während es bei den Vätern lediglichen 6% sind (vgl. Rübenach/Keller 2009, S. 332ff). Dabei fällt auch auf, dass Alleinerziehende Mütter deutlich häufiger in Teilzeit arbeiten, als Mütter in Paarfamilien (vgl. Roderich Egeler 2010, S.7). Insgesamt herrscht in Deutschland vor allem in der traditionellen Familie noch häufig eine „klassische Rollenverteilung“. Die Väter sind meist Vollzeit erwerbstätig, während die Frauen die Kinder betreuen und keiner oder einer Teilzeit-Erwersbtätigkeit nachgehen (vgl. Rübenach/Keller, S. 332ff).

Seit Einführung des Elterngeldes sind auch Väter mehr in die Erziehung der Kinder eingebunden. So waren 2006 10,5% der Väter Antragssteller für Elterngeld, während es zu Zeiten des Erziehungsgeldes lediglich ca. 3,3% waren. (vgl. Statistisches Bundesamt 2008a).

2.1.2 Soziale Herkunft

Schneekloth und Pupeter definieren die soziale Herkunft übder die Schichtzugehörigkeit. Diese wiederum wird bestimmt durch das Bildungsniveau der Eltern und deren Einschätzung über ihren materiellen Wohlstand. Sie unterscheiden zwischen Unter-, Mittel- und Oberschicht, wobei die Mittelschicht noch in untere Mittelschicht, Mittelschicht und obere Mittelschicht unteteilt ist. Demzufolge gehörten 9% der befragten Kinder zur Unterschicht, 18% zur unteren Mittelschicht, jeweils 29% zur Mittelschicht und oberen Mittelschicht sowie 15% zur Oberschicht (vgl. Schneekloth/Pupeter 2010, S. 77). Des Weiteren stellten sie fest, dass sich Schichtzugehörigkeit und Migrationshintergund bedingen. Fast die Hälfte aller Kinder aus der Untersschicht haben einen Migrationshintergrund, sowie 35% aus der unteren Mittelschicht. In der Oberschicht sind es nur noch 15% aller Kinder, die einen Migrationshintergrund haben. Dabei haben die Familien in den unteren Schichten vor allem einen islamischen kulturellen oder osteuropäischen Migrationshintergrund (vgl. ebd., S. 75ff).

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch das Statistische Bundesamt und stellt fest, dass Familien mit Migrationshintergund deutlich häufiger geringere Bildungsabschlüsse haben als deutsche Familien. 26% der Familien mit Migrationshintergund verfügten 2007 über einen niedrigen Bildungsstand. Bei den deutschen Familien waren es lediglich 6%. Dabei hatten 58% der deutschen Familien einen hohen Bildungsstand. Von den Familien mit Migrationshintergrund hatten hingegen 24% einen hohen Bildungsstand (vgl. Statistisches Bundesamt 2008a, S. 12).

2.1.3 Finanzielle Situation von Familien

In Deutschland steigt das Ausmaß der relativen Armut von Familien und Kindern und die Kluft zwischen sozioökonomisch gut und schlechter gestellten Bevölkerungsgruppen wird immer größer. Im internationalen Vergleich hat Deutschland aktuell eine mittelgroße Spanne zwischen arm und reich (Andresen et al. 2010, S. 36).

Aufgrund ihrer finanziellen Lage sind Eltern, die in Armut leben, in ihren Möglichkeiten die Entwicklung ihrer Kinder entsprechend zu fördern, eingeschränkt. Häufig fördern sie damit eine „passive Haltung ihrer Kinder, die sich als bildungsfremd oder sogar bildungsfeindlich erweisen kann.“ (Andresen et al. 2010, S. 37).

2.2 Kinderarmut in Deutschland

In Deutschland waren 2009 16,3% der Kinder von Kinderarmut betroffen und lebten in einem Haushalt mit weniger als 50% des Äquivalenzeinkommens (vgl. OECD 2009a). Kinderarmut ist seit den 1990er Jahren im internationalen Vergleich in Deutschland sogar am Stärksten gestiegen und nimmt damit einen der untersten Plätze ein (vgl. Bertram / Kohl 2010). Ein höheres Risiko Armut zu erleben, haben Alleinerziehende, Familien mit drei (und mehr) Kindern und Familien aus den unteren Schichten. Risikofaktoren sind außerdem Arbeitslosigkeit sowie ein niedriges Bildungsniveau der Eltern. Auch Kinder aus den neuen Bundesländern geben häufiger an von Armut betroffen zu sein (vgl. Schneekloth / Pupeter 2010a, S. 84). Die Autorengruppe der Bildungsberichtersattung kommt zu dem Ergebnis, dass jedes dritte minderjährige Kind in einer sozialen, finanziellen oder kulturellen Risikolage aufwächst. Fast jedes 2. Kind, dass bei Alleinerziehenden aufwächst, lebt in einer Risikolage und fast die Hälfte aller Kinder, die in einer Risikolage leben, kommen aus einer Familie mit Migrationshintergrund. Insgesamt waren 3,5% aller Kinder sogar von allen 3 Risikolagen gleichzeitig betroffen (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2010, S. 6).

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Details

Titel
Zur Lage der Kinder in Deutschland und die Bedeutung für die Familienbildung
Hochschule
Hochschule München
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V210997
ISBN (eBook)
9783656391074
ISBN (Buch)
9783656391500
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lage, kinder, deutschland, bedeutung, familienbildung
Arbeit zitieren
Carina Garbe (Autor), 2011, Zur Lage der Kinder in Deutschland und die Bedeutung für die Familienbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210997

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