Um Ihre Produkte und Leistungen herstellen zu können, benötigen Unternehmen eine solide Ausstattung an liquiden Mitteln. Durch entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten wird dieses erforderliche Kapital beschafft. Erschwerte Wettbewerbsbedingungen aber auch die fortschreitende Technologie im Rahmen der Globalisierung führen zu einem zunehmenden finanziellem Bedarf (vgl. Olfert / Reichel, 2008, 7). Nur in seltenen Fällen sind Unternehmen in der Lage, die benötigten Mittel aus ihrem Eigenkapital zu finanzieren. Somit bleibt häufig nur der Weg über eine Finanzierung.
Zur Erfüllung von Verbindlichkeiten reicht jedoch häufig die Aufnahme kurzfristiger Kredite zur Überbrückung des finanziellen Engpasses. Dies ist besonders dann inte-ressant, wenn das Unternehmen stärkere Einnahmen erwartet oder durch einen erhöh-ten Warenumschlag das Fremdkapital nur kurzfristig benötigt wird. Kurzfristige Finan-zierungen dienen somit der Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsengpässe, zur Finan-zierungen von Ultimozahlungen, Finanzierung des Warenumschlags (vgl. Fleischmann, 18.03.2012).
In der folgenden Ausarbeitung wird der Verfasser zunächst die Abgrenzung zu anderen Finanzierungformen und die Merkmale darstellen, nach denen der Verfasser die Finanzierungsmöglichkeiten untersucht hat. Im Hauptteil werden unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten anhand der in 2.2 genannten Kriterien untersucht. Hierbei unterscheidet der Verfasser zunächst zwischen Handelskrediten von Geschäftspartnern, Krediten von Kreditinstituten und weiteren Finanzierungsformen wie Factoring oder Industrie Clearing.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Abgrenzung und Merkmale
2.1 Abgrenzung und Einordnung in die Arten der Finanzierung
2.2 Merkmale der Fremdkapitalfinanzierung
3. Kurzfristige Finanzierungsformen
3.1 Handelskredite
3.1.1 Lieferantenkredit
3.1.2 Kundenkredit / -anzahlung
3.2 Kredite von Kreditinstituten
3.2.1 Geldleihe
3.2.1.1 Kontokorrentkredit
3.2.1.2 Diskontkredit
3.2.1.3 Lombardkredit
3.2.2 Kreditleihe
3.2.2.1 Akzeptkredit
3.2.2.2 Avalkredit
3.3. Sonderformen
3.3.1 Factoring
3.3.2 Forfaitierung
3.3.3 Industrie-Clearing
4. Handlungsempfehlung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht kurzfristige Finanzierungsformen für Unternehmen, um deren Möglichkeiten zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen und zur Finanzierung des Warenumschlags zu analysieren. Ziel ist es, die verschiedenen Instrumente – von Handelskrediten über Bankkredite bis hin zu Sonderformen – darzustellen und Entscheidungshilfen für deren betriebliche Anwendung zu bieten.
- Abgrenzung und Merkmale kurzfristiger Fremdfinanzierung
- Analyse von Handelskrediten (Lieferanten- und Kundenkredite)
- Betriebsmittelkredite von Kreditinstituten (Geld- und Kreditleihe)
- Sonderformen wie Factoring, Forfaitierung und Industrie-Clearing
- Entwicklung einer Entscheidungsmatrix für die Finanzierungspraxis
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Lieferantenkredit
Eine Möglichkeit der kurzfristigen Finanzierung für ein Unternehmen ohne die Inanspruchnahmen eines Kreditinstitutes, ist die Nutzung eines Lieferantenkredites. Dieser erfolgt durch die Gewährung eines Zahlungsziels (i.d.R. 30 bis 90 Tage) durch den Lieferanten von bestellten Sachen und Leistungen. Es handelt sich hierbei um eine Frist, die zwischen Rechnungsstellung / Lieferung und Bezahlzeitpunkt liegt. (vgl. Prätsch et al., 2007, 136; vgl. Abb.3 )
In der gängigen Geschäftspraxis wird jedoch für die Nichtausnutzung des Zahlungsziels ein Skonto gewährt. Die Höhe des Skontos beträgt meistens 2 – 3 % des Rechnungsbetrages und wird bei Zahlung innerhalb von 10 – 14 Tagen nach Lieferung / Rechnung gewährt (vgl. Prätsch et al., 2007, 136).
Betrachtet man im Folgenden die Kostenperspektive des Lieferantenkredites, so stellt man fest, dass keine direkten Kosten für die Inanspruchnahme entstehen. Jedoch können die Opportunitätskosten, die durch die Nichtausnutzung des Skontos entstehen, erheblich sein (vgl. Prätsch et al., 2007, 136).
Die Vorteilhaftigkeit einer Skonto Inanspruchnahme verdeutlicht der Verfasser am folgenden Beispiel: Das Unternehmen Heizung und Sanitär Wolfgang Menzel GmbH bezahlt seine Rechnung über die Anlieferung von 25 Waschbecken nach 2 Wochen unter Skontoabzug. Der Skontoabzug beträgt 2 %. Diese Zahlung erfolgt jedoch unter Ausnutzung des Kontokorrentkredites (vgl. 3.2.2.1 Kontokorrentkredit) zu einem Zinssatz von 11,5 % p.a.. Das Zahlungsziel für die Waschbecken beträgt 30 Tage und der Rechnungsbetrag EUR 1000,- (vgl. Prätsch et al., 2007, 137 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Relevanz kurzfristiger Finanzierungsinstrumente zur Sicherung der Liquidität und zur Überbrückung von finanziellen Engpässen im globalen Wettbewerb.
2. Abgrenzung und Merkmale: Dieses Kapitel definiert die kurzfristige Fremdfinanzierung und erläutert wesentliche Merkmale wie Fristigkeit, Geber, Verwendungszweck und Kostenstruktur.
3. Kurzfristige Finanzierungsformen: Der Hauptteil analysiert detailliert Handelskredite, bankgestützte Finanzierungen (Geld- und Kreditleihe) sowie spezielle Formen wie Factoring und Industrie-Clearing hinsichtlich ihrer Anwendung und Kosten.
4. Handlungsempfehlung: Hier wird eine Matrix vorgestellt, die Unternehmen bei der Auswahl der optimalen Finanzierungsform basierend auf dem Verwendungszweck und der Bonität unterstützt.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass kurzfristige Finanzierungsinstrumente essenziell für die Flexibilität von Unternehmen sind, wenngleich sie aufgrund ihrer Kurzfristigkeit oft kostenintensiver als langfristige Darlehen sein können.
Schlüsselwörter
Kurzfristige Finanzierung, Fremdfinanzierung, Liquidität, Kontokorrentkredit, Lieferantenkredit, Kundenkredit, Factoring, Forfaitierung, Industrie-Clearing, Akzeptkredit, Avalkredit, Betriebsmittelkredit, Skonto, Bonität, Finanzplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit verschiedenen kurzfristigen Finanzierungsmöglichkeiten, die Unternehmen zur Sicherung ihrer Liquidität und zur Abwicklung des laufenden Geschäftsbetriebs nutzen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?
Die Themenfelder umfassen Handelskredite, Bankkredite (Geld- und Kreditleihe) sowie moderne Sonderformen wie Factoring, Forfaitierung und Industrie-Clearing.
Welches primäre Ziel verfolgt der Verfasser?
Ziel ist es, die Vor- und Nachteile der verschiedenen kurzfristigen Finanzierungsformen aufzuzeigen und Unternehmen eine Entscheidungsgrundlage für ihre individuelle Finanzplanung zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Der Verfasser nutzt eine strukturierte Analyse und den Vergleich von Finanzinstrumenten auf Basis von Literaturquellen sowie eine selbst entwickelte Entscheidungsmatrix.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Handelskrediten, Krediten von Kreditinstituten inklusive ihrer Sicherungsformen und spezielle alternative Finanzierungsmodelle für Forderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie kurzfristige Finanzierung, Liquiditätssicherung, Kontokorrentkredit, Factoring und Bonität charakterisiert.
Warum ist ein Lieferantenkredit für viele Unternehmen trotz fehlender direkter Kosten problematisch?
Die Problematik liegt in den hohen Opportunitätskosten, die entstehen, wenn auf den Skontoabzug verzichtet wird, um das Zahlungsziel auszuschöpfen.
Worin liegt der Hauptvorteil des Factorings für die Bilanz eines Unternehmens?
Factoring führt zu einer Erhöhung der Liquidität durch den Verkauf von Forderungen, was eine Verkürzung der Bilanzsumme und somit eine Verbesserung der Eigenkapitalquote bewirken kann.
Warum spielt die Bonität beim Lombardkredit eine untergeordnete Rolle?
Beim Lombardkredit steht die Verpfändung von beweglichen Gütern oder Forderungen als Sicherheit im Vordergrund, wodurch die Kreditgewährung stark am Wert dieser Sicherheiten orientiert ist.
- Arbeit zitieren
- Christoph Wittje (Autor:in), 2012, Kurzfristige Finanzierungsformen für Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211067