In meiner vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit der theoretischen Grundlage und der praktischen Durchführung eines semasiologisch – etymologischen Verfahrens befassen.
Hierzu soll im Prolog zuerst ein kurzer Überblick über Veränderlichkeit der Sprache aufgrund der Entwicklung des Wortschatzes gegeben werden. Dabei werden sowohl soziologische, als auch historische Aspekte des Sprachwandels mit einbezogen. Weiterhin wird auf die Bedeutungszuordnung von Wörtern, sowie auf deren Bedeutungswandel eingegangen. Abgerundet wird der Prolog durch eine kurze graphische Übersicht über die historische Entwicklung des deutschen Wortschatzes ausgehend vom indogermanischen Sprachgut.
In Kapitel zwei folgt eine kurze Zusammenfassung theoretischer Grundkenntnisse, welche notwendig sind um ein semasiologisches – etymologisches Vorhaben durchzuführen. Dieses Kapitel beinhaltet weiterhin auch Definitionen bzw. Erklärungen der einzelnen zu Grunde liegenden Begrifflichkeiten.
Darauf folgend findet sich im dritten Kapitel schließlich eine praktisch durchgeführte semasiologische – etymologische Untersuchung des Wortes „Ball“ und dessen historischer Wurzel. Hierbei werden die zwei unterschiedlichen Bedeutungen von „Ball“ und deren Wurzeln unabhängig voneinander beleuchtet und deren Herkunft nachvollzogen.
Im Anschluss werden im Unterpunkt 3.3 zwei vermeintlich zu „Ball“ verwandte Wörter vorstellt, welche jedoch nur eine unsichere oder gar keine Verwandtschaft zum untersuchten Substantiv aufweisen.
Im Fazit findet sich abschließend eine kurze Reflexion über die durchgeführte Arbeit und eine Zusammenfassung der Kenntnisse, welche durch die Arbeit erworben werden konnten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Prolog - Der Wortschatz
2. Semasiologisches – etymologisches Basiswissen
2.1 Was ist Semasiologie?
2.1.1 Eine Definition von „Bedeutung“
2.1.2 Methoden der Bedeutungsbeschreibung
2.2 Was ist Etymologie?
2.3 Schlussfolgerung
3. Eine semasiologische – etymologische Untersuchung des Begriffes „Ball“
3.1 Der Ball1 in semasiologischer – etymologischer Betrachtung
3.2 Der Ball2 in semasiologischer – etymologischer Betrachtung
3.3 Vermeintlich verwandte Wörter mit Ball1/Ball2
4. Persönliches Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Substantiv „Ball“ mittels einer semasiologisch-etymologischen Analyse hinsichtlich seiner historischen Wurzeln und Bedeutungsentwicklungen zu untersuchen, um die unterschiedlichen Ursprünge der beiden Hauptbedeutungen des Wortes offenzulegen.
- Theoretische Grundlagen der Semasiologie und Etymologie
- Methodik der semasiologischen Bedeutungsbeschreibung
- Etymologische Herleitung von „Ball“ (Sportgerät vs. Tanzveranstaltung)
- Differenzierung von homonymen Wortstämmen
- Abgrenzung von scheinbar verwandten Wörtern und Volksetymologien
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Ball1 in semasiologischer – etymologischer Betrachtung
Wenn ich im Folgenden von „Ball“ rede, so ist hiermit grundsätzlich, wenn nicht anders erwähnt, „Ball1“ gemeint.
Das Wort „Ball“ geht zurück auf die konstruierte indogermanische Wurzel „bhel“, welche soviel wie „schwellen, strotzen, [auf]blasen, quellen, sprudeln“ im Eigentlichen also „Geschwollenes, Aufgeblasenes“ bedeutet. Erste unsichere Belege über das Vorkommen von Vorformen unseres heutigen „Balls“ finden sich im 8. Jahrhundert; gesichert tritt der „Ball“ im 9. Jahrhundert auf. So findet sich sowohl im Althochdeutschen als auch im Mittelhochdeutschen die Form „bal“.
Die oben schon erwähnte indogermanische Wurzel „bhel“ ist in ihrer Bedeutung am ehesten mit dem lateinischen „follis“ (Blasebalg, Luftball, Luftkissen) vergleichbar. Zur vielfach weitergebildeten und erweiterten Wurzel „bhel“ finden sich jedoch bei näherer Betrachtung noch weitere Wörter, die nachfolgend angeführt werden.
An erster Stelle soll hier unser heutiges Adverb „bald“ (in kurzer Zeit) betrachtet werden, welches erstmals im 9. Jahrhundert gesichert auftritt. So hatte „bald“ ausgehend von dessen ursprünglich zuhörigem Adjektiv die Bedeutung „aufgeschwillt, hochfahrend“. Diese ursprüngliche Bedeutung liefert folglich einen Hinweis auf eine mögliche Verwandtschaft mit der indogermanischen Wurzel „bhel“.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die theoretische Basis sowie das methodische Vorgehen bei der Analyse des Begriffs „Ball“.
1. Prolog - Der Wortschatz: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über die Veränderlichkeit und Entwicklung des deutschen Wortschatzes unter soziologischen und historischen Gesichtspunkten.
2. Semasiologisches – etymologisches Basiswissen: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe der Semasiologie und Etymologie und erläutert wissenschaftliche Methoden der Bedeutungsbeschreibung.
3. Eine semasiologische – etymologische Untersuchung des Begriffes „Ball“: Im Hauptteil werden die zwei unterschiedlichen Wortbedeutungen von „Ball“ detailliert etymologisch hergeleitet und von irreführenden, scheinbar verwandten Begriffen abgegrenzt.
4. Persönliches Fazit: Das Fazit reflektiert den Erkenntnisgewinn des Autors während des Forschungsprozesses und resümiert die gewonnenen Einsichten in die Wortgeschichte.
Schlüsselwörter
Semasiologie, Etymologie, Wortgeschichte, Sprachwandel, Bedeutungsbeschreibung, Homonyme, Ball, Wortschatz, Indogermanisch, Volksetymologie, Sprachwissenschaft, Lexikologie, Etymologische Forschung, Indogermanische Wurzel, Wortbedeutung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer wissenschaftlichen Untersuchung des Substantivs „Ball“ aus einer semasiologischen und etymologischen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Erforschung der historischen Herkunft (Etymologie) und der Bedeutungsentwicklung (Semasiologie) spezifischer Wörter innerhalb der deutschen Sprache.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die zwei verschiedenen Bedeutungen des Wortes „Ball“ – einerseits als Sportgerät, andererseits als Tanzveranstaltung – voneinander zu trennen und deren unterschiedliche sprachliche Ursprünge zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das semasiologisch-etymologische Verfahren angewandt, welches durch die Analyse von Bedeutungswörterbüchern, die Rückführung auf indogermanische Wurzeln und die Betrachtung diachroner Sprachveränderungen gekennzeichnet ist.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der beiden „Bälle“, der Analyse weiterer verwandter Wörter und der kritischen Auseinandersetzung mit volksetymologischen Fehlannahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Semasiologie, Etymologie, Sprachwandel, Homonymie und Wortgeschichte beschreiben.
Was ist der Unterschied zwischen Ball1 und Ball2?
Ball1 bezeichnet den runden Gegenstand zum Spielen, der auf die indogermanische Wurzel „bhel“ (schwellen/aufblasen) zurückgeht, während Ball2 die Tanzveranstaltung meint, die ihren Ursprung im französischen „bal“ und dem spätlateinischen „ballare“ (tanzen) hat.
Gibt es eine Verwandtschaft zwischen der „Ballistik“ und dem „Ball“?
Nein, der Autor widerlegt eine direkte etymologische Verwandtschaft; es handelt sich dabei um eine irreführende, sekundäre Motivation, die als Volksetymologie bezeichnet wird.
- Arbeit zitieren
- Boris Mueller (Autor:in), 2004, Sprachgut im Wandel - Der Begriff "Ball" in semasiologischer-etymologischer Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211096