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Der Übergang zur Elternschaft als Konsequenz rationaler Wahlhandlung

Wie rational ist die Entscheidung zur Elternschaft in den unterschiedlich entwickelten Gesellschaften

Titel: Der Übergang zur Elternschaft als Konsequenz rationaler Wahlhandlung

Bachelorarbeit , 2010 , 62 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Johannes Schultz (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Elternschaft ist eines der zentralen Themen unserer heutigen Gesellschaft
geworden, im Zusammenhang mit wachsenden Defiziten in den
Versorgungskassen, mangelndem qualifizierten Nachwuchses für die Wirtschaft,
dauerhaft geringer Fertilitätsraten und einer in der Folge alternden Gesellschaft.
Kinder sind nicht nur die Verkörperung von Lebensfreude, Liebe, Emotionalität,
Zukunft und Zuversicht, sie sind auch die Arbeitskräfte, Denker, Konsumenten
und die Eltern von morgen.
Im Rahmen dieser Arbeit soll zunächst die Bedeutung von Elternschaft und
Kindern für die Gesellschaft und das Individuum dargestellt werden, um
anschließend die Einflüsse auf die Entscheidung zur Elternschaft und deren
Folgen für die Individualbiographie anhand empirischer Daten zu erläutern.
Der Übergang zur Elternschaft ist eines der, wenn nicht sogar der, wichtigste
biographische Übergang im Lebenslauf. Aber wie viel Steuerung, eigener Wille
und bewusste Handlung steckt in diesem Übergang zur Elternschaft? Und ist der
Übergang zur Elternschaft als Ergebnis eines rationalen Entscheidungs- und
Handlungsprozesses des Menschen oder eher als eine zwangsläufige Folge von
durch genetisch-biologische Triebe geleiteten Handlungen im anthropologischen
Sinn anzusehen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ENTSCHEIDUNG ZUR ELTERNSCHAFT

2.1 Elternschaft als biographisches Entscheidungsproblem

2.2 Bedeutung von Kindern für die Gesamtgesellschaft

2.3 Wert- und Nutzenerwartungen an die Elternschaft

2.4 Determinanten für den Aufschub von Elternschaft

3. THEORETISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE

3.1 Die Rational-Choice-Theorie

3.2 Die SEU-Theorie

3.3 Das RREEMM-Modell

3.4 Wann ist die Entscheidung zur Elternschaft eine Entscheidung?

4. DIE RATIONALITÄT DER WAHLHANDLUNGEN

4.1 Die Rationalität der Wahlhandlungen vor dem Übergang zur Elternschaft

4.2 Die Entscheidung zur Elternschaft in vorindustriellen Gesellschaften

4.3 Die Entscheidung zur Elternschaft zwischen Tradition und Moderne

4.4 Der Übergang zur Elternschaft als Konsequenz rationaler Wahlhandlung in der individualistischen Gesellschaft

5. DER ÜBERGANG ZUR ELTERNSCHAFT ALS KONSEQUENZ RATIONALER WAHLHANDLUNG

6. PERSÖNLICHE SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Übergang zur Elternschaft unter der soziologischen Perspektive rationaler Wahlhandlungen. Dabei wird analysiert, inwieweit moderne Individuen ihre Familiengründung als bewussten, rationalen Entscheidungsprozess unter Berücksichtigung von ökonomischen und psychischen Kosten-Nutzen-Faktoren steuern und welche Rolle gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Individualisierungstendenzen dabei spielen.

  • Die biographische Bedeutung der Entscheidung zur Elternschaft
  • Soziologische Erklärungsansätze für menschliches Handeln (Rational-Choice)
  • Einfluss von Individualisierung und gesellschaftlichem Wandel
  • Vergleichende Analyse von Lebensentwürfen und Fertilitätsraten
  • Die Rolle der ökonomischen Rationalität im modernen Sozialstaat

Auszug aus dem Buch

Die Entscheidung zur Elternschaft

Die Biographien der Mitglieder moderner Gesellschaften unterscheiden sich deutlich von denen traditionaler Gesellschaften oder Entwicklungsländern. Mit dem fortschreitenden Individualismus und erhöhten Geschwindigkeiten in den Entwicklungen hin zum globalen Weltbürger haben die individuellen Lebensläufe und Erwerbstätigkeiten eine zunehmende Fragmentierung erfahren. Die Auswirkungen sind hauptsächlich negativ in Bezug auf die Dauer von Paarbeziehungen und die Anzahl von Familiengründungen. Eine dauerhafte Paarbeziehung und der Konsens beider Partner über den Wunsch und Zeitpunkt zur Elternschaft ist jedoch für viele eine Grundvoraussetzung zur Realisierung des Kinderwunsches. Eine noch wichtigere Voraussetzung ist die Einkommenssicherheit und ökonomische Unabhängigkeit von den Eltern. Wie zum Beispiel eine Erhebung des Bundesinstitutes für Bevölkerungsforschung unter den 20- bis 49jährigen zeigt.

Die Entscheidung zur Elternschaft führt also über die Sicherheit des regelmäßigen Einkommens aus einer festen Anstellung heraus. Die Ansprüche an die Arbeitnehmer werden in der heutigen Dienstleistungsgesellschaft immer komplexer und umfangreicher. Die eigene Arbeitskraft wird zunehmend ökonomisiert und befindet sich in einem permanenten Wettstreit mit anderen Akteuren. Flexibilisierung der Arbeitszeiten, ständige Mobilität, Leistungsbereitschaft und kontinuierliche Fortbildungen stehen in latentem Konflikt mit den individuellen Vorstellungen und Wünschen der Freizeitgestaltung und Familienplanung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Elternschaftsentscheidung ein und stellt die Kernfrage, ob diese als bewusster Rationalprozess oder als triebgesteuerte Handlung zu verstehen ist.

2 ENTSCHEIDUNG ZUR ELTERNSCHAFT: Das Kapitel beleuchtet Elternschaft als biographisches Entscheidungsproblem und analysiert die Wert- und Nutzenerwartungen sowie die Gründe für den Aufschub von Kindern in modernen Gesellschaften.

3 THEORETISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE: Hier werden soziologische Entscheidungstheorien wie Rational-Choice, SEU-Theorie und das RREEMM-Modell eingeführt, um individuelle Handlungsentscheidungen soziologisch zu fundieren.

4 DIE RATIONALITÄT DER WAHLHANDLUNGEN: Dieser Teil untersucht die Rationalität unter verschiedenen gesellschaftlichen Bedingungen, von vorindustriellen Strukturen bis hin zur heutigen individualisierten Moderne.

5 DER ÜBERGANG ZUR ELTERNSCHAFT ALS KONSEQUENZ RATIONALER WAHLHANDLUNG: Das Kapitel fokussiert auf die Etappe zwischen der Entscheidung zur Elternschaft und deren Realisierung, wobei die bewusste Planung durch moderne Medizin und Lebensgestaltung im Vordergrund steht.

6 PERSÖNLICHE SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Komplexität soziologischer Vorhersagbarkeit im Vergleich zu ökonomischen Modellen und betont das Paradoxon zwischen der heutigen Freiheit zur Entscheidung und der resultierenden Entscheidungsunsicherheit.

Schlüsselwörter

Elternschaft, Rational-Choice-Theorie, Fertilitätsrate, Individualisierung, Entscheidungstheorie, Soziologie, Lebenslauf, Familiengründung, Opportunitätskosten, Sozialstaat, Lebensgestaltung, Geburtenrückgang, RREEMM-Modell, Nutzenmaximierung, Demographischer Wandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse der Entscheidung zur Elternschaft in modernen Gesellschaften unter Anwendung entscheidungstheoretischer Ansätze.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die individuelle Lebensplanung, ökonomische vs. psychische Nutzenerwartungen, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und den Einfluss von Individualisierung auf die Familiengründung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob der Übergang zur Elternschaft als Ergebnis eines rationalen, bewussten Entscheidungsprozesses betrachtet werden kann oder durch strukturelle Zwänge und biologische Faktoren determiniert ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Entscheidungstheorien (Rational-Choice-Perspektive) in Kombination mit einer empirischen Datenanalyse der Geburtenentwicklung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Entscheidungstheorie, die Rationalität in verschiedenen Gesellschaftsformen sowie die Spezifika des Übergangs zur Elternschaft in der individualisierten Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rational-Choice, Fertilitätsrate, Elternschaft, Individualisierung, Opportunitätskosten und soziale Normen.

Inwiefern beeinflusst der Wohlfahrtsstaat die Entscheidung für Kinder?

Der Wohlfahrtsstaat entkoppelt durch soziale Sicherungssysteme die existenzielle Notwendigkeit von Kindern für die Altersabsicherung, was den ökonomischen Nutzen reduziert und die Entscheidung zur Elternschaft stärker auf die individuelle psychische Ebene verlagert.

Was ist das Paradoxon der Entscheidung zur Elternschaft?

Obwohl die Freiheit zur individuellen Gestaltung des Lebensentwurfs zugenommen hat, führt die Informationsfülle und der Wegfall gesellschaftlicher Routinen zu einer hohen Entscheidungsunsicherheit und teilweise sogar zu Entscheidungsangst.

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Details

Titel
Der Übergang zur Elternschaft als Konsequenz rationaler Wahlhandlung
Untertitel
Wie rational ist die Entscheidung zur Elternschaft in den unterschiedlich entwickelten Gesellschaften
Hochschule
Universität Rostock
Note
1,5
Autor
Johannes Schultz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
62
Katalognummer
V211098
ISBN (eBook)
9783656521723
ISBN (Buch)
9783656527497
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elternschaft Rationalität Wahlhandlung Entscheidung rationale Entscheidung Kinder Schwangerschaft Übergang zur Elternschaft Eltern Gesellschaft Entscheidungstheorie Individualisierung Gesellschaftsentwicklung Individualbiographie Übergang Familie Familiengründung Geburt Lebenslauf biographische Übergang rationales Handeln
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johannes Schultz (Autor:in), 2010, Der Übergang zur Elternschaft als Konsequenz rationaler Wahlhandlung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211098
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Leseprobe aus  62  Seiten
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