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Wahnvorstellungen bei Schizophrenen

Title: Wahnvorstellungen bei Schizophrenen

Term Paper , 2003 , 49 Pages , Grade: 10 Punkte

Autor:in: Marc Jetzkowitz (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Summary Excerpt Details

In der polizeilichen Praxis kommt es häufig vor, dass man mit geistig verwirrten oder psychisch kranken Menschen zu tun hat. Die Häufigkeit hängt natürlich von der Lage des Reviers und den in diesem Revier befindlichen Einrichtungen ab. Daher kann es durchaus vorkommen, dass man an einigen Revieren so gut wie gar nicht mit diesen Menschen zu tun hat. Beispiele wären hier hauptsächlich die Reviere der Direktion Mitte und andere Reviergebiete, in denen keine Psychiatrien oder sonstige Hilfseinrichtungen vorhanden sind.

An anderen Wachen kann es allerdings ganz anders aussehen, so dass ein Großteil der polizeilichen Arbeit von diesen Menschen bestimmt wird und man fast immer mehrmals täglich mit ihnen zu tun hat. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Reviere, in denen psychiatrische Hilfseinrichtungen oder große Psychiatrien liegen, wie zum Beispiel das Polizeikommissariat 34 mit dem AK Ochsenzoll oder das PK 46 mit dem AK Harburg, an denen jeweils eine große Abteilung für psychisch Kranke vorhanden ist. Außerdem haben sich in unmittelbarer Nähe viele weitere Hilfseinrichtungen angesiedelt.

Meistens kann man als Beamter vor Ort nur die Diagnose stellen, dass mit unserem Gegenüber etwas nicht stimmt. Das ist leider sehr bedauerlich, da man in Aus- und Fortbildung kaum eine Möglichkeit hat, etwas über die Krankheiten und Probleme dieser Menschen zu erfahren. Daher herrscht im Umgang mit ihnen im Kollegenkreis eine gewisse Unsicherheit. Meiner Meinung nach ist diese auf Unkenntnis über die Krankheit, ihrer zahlreichen Untergruppen und den daraus resultierenden Verhaltensweisen der Erkrankten zurückzuführen. Ich möchte versuchen diese Unsicherheit zu verringern und zunächst einmal drei Beispiele aus meiner polizeilichen Praxis beschreiben.

Daraufhin werde ich näher auf die Schizophrenie im allgemeinen mit ihren Symptomen und ihrer allgemein gebräuchlichen Untergliederung in Subtypen eingehen. Im weiteren Verlauf werde ich die verschiedenen Wahnvorstellungen detailliert betrachten und die Ursachen, die Entstehungsphasen und den Krankheitsverlauf einer Schizophrenie näher beschreiben. Des weiteren stelle ich die Therapiemöglichkeiten für an Schizophrenie

erkrankte Menschen dar. Abschließend möchte ich dem Leser noch einige Ratschläge für den Umgang mit schizophrenen Menschen in der Praxis aufzählen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Beispiele

2.1 Randalierende Person

2.2 Bedrohung

2.3 Hilferufe

3 Historischer Rückblick

4 Symptomatik

4.1 Allgemeines

4.2 Symptome

4.2.1 Wahn

4.2.2 Halluzinationen

4.2.3 Ich-Störungen

4.2.4 Denkstörungen

4.2.5 Sprachstörungen

4.2.6 Angst

4.2.7 Affektive Störungen

4.2.8 Psychomotorische Störungen

4.3 Einteilung nach Typen

4.3.1 Positive Symptome

4.3.2 Negative Symptome

4.3.3 Psychomotorische Störungen

4.4 Häufigkeit der Symptome der Schizophrenie

4.5 Diagnoseweg

5 Subtypen der Schizophrenie

5.1 Paranoide Schizophrenie (F 20.0)

5.2 Hebephrene Schizophrenie (F 20.1)

5.3 Katatone Schizophrenie (F 20.2)

5.4 Undifferenzierte Schizophrenie (F 20.3)

5.5 Postschizophrene Depression (F 20.4)

5.6 Schizophrenes Residuum (F 20.5)

5.7 Schizophrenia simplex (F 20.6)

6 Wahnvorstellungen

6.1 Wahnthemen

6.1.1 Beziehungswahn

6.1.2 Beeinträchtigungswahn

6.1.3 Verfolgungswahn

6.1.4 Liebeswahn

6.1.5 Eifersuchtswahn

6.1.6 Doppelgängerwahn

6.1.7 Größenwahn

6.1.8 Kleinheitswahn

7 Entstehung

7.1 Erste Phase – Das Trema

7.2 Zweite Phase – Die Apophänie

7.3 Dritte Phase – Die Apokalyptische Phase

7.4 Vierte Phase – Die Konsolidierung

7.5 Fünfte Phase – Der Residualzustand

8 Verlauf/Phasen

9 Ursachen

10 Häufigkeit

11 Therapie/Behandlung

11.1 Allgemeines

11.2 Therapiearten

11.2.1 Psychopharmakatherapie

11.2.2 Psychotherapie

11.2.3 Soziotherapie

12 Umgang mit schizophrenen Menschen

13 Schluss

Zielsetzung und Themenbereiche

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, Unsicherheiten im polizeilichen Umgang mit psychisch kranken Menschen zu reduzieren, indem theoretische Grundlagen zur Schizophrenie, ihren Symptomen und Verlaufsformen vermittelt werden. Der Autor verknüpft dabei praktische Erfahrungen aus dem Polizeialltag mit klinischem Fachwissen, um Verständnis für die Verhaltensweisen Betroffener zu fördern.

  • Grundlagen und historische Einordnung der Schizophrenie
  • Detaillierte Analyse der Symptomatik und Wahnvorstellungen
  • Krankheitsphasen und langfristige Verlaufsformen
  • Neurobiologische Erklärungsansätze und genetische Faktoren
  • Therapeutische Ansätze und praktische Ratschläge für den Polizeidienst

Auszug aus dem Buch

6 Wahnvorstellungen

„Wahn. Man unterscheidet zwischen Wahnvorstellung (Wahnidee, Wahneinfall) und Wahnwahrnehmung: einer richtigen Wahrnehmung wird eine abnorme Bedeutung (Eigenbeziehung) beigelegt; ein Gegenstand oder Vorgang wird zwar als das wahrgenommen, wofür ihn auch andere Menschen übereinstimmend halten; er hat aber eine besondere, nur für den Kranken gültige, wahnhafte Bedeutung.“ 20

Es fängt meistens damit an, dass die betroffene Person sich bedroht oder verfolgt fühlt. Sie hat das Gefühl, dass sich die Welt irgendwie verändert hat. Das ganze erscheint dem Kranken sehr unheimlich. Er kann jedoch nicht genau sagen, worum es sich genau handelt. Gerade dieses Phänomen findet man häufig bei Schizophrenen vor. Diese erste Stufe des Wahns bezeichnet man als Wahnspannung.

Wenn der Betroffene dazu übergeht seine Gedanken laut zu äußern und diese auch anderen mitzuteilen, befindet sich dieser in der zweiten Stufe. Diese wird auch der verbalisierte Wahn genannt.

Es folgt die dritte Stufe des Wahns, die Wahnarbeit. In dieser Stufe werden die einzelnen Wahnvorstellungen zu einer Geschichte verarbeitet. Diese Geschichte bezeichnet man als Wahnsystem oder Wahngebäude und kann in sich geschlossen und für Außenstehende logisch nachvollziehbar sein. Wenn das der Fall ist, kann sich der Betroffene bereits auf dem Wege der Besserung befinden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Themas für die polizeiliche Praxis und den Bedarf an fundiertem Wissen im Umgang mit psychisch kranken Personen.

2 Beispiele: Anhand konkreter Einsätze werden typische Verhaltensmuster schizophren erkrankter Personen im polizeilichen Kontext illustriert.

3 Historischer Rückblick: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Krankheitsverständnisses von Emil Kraepelin bis hin zu Eugen Bleuler nach.

4 Symptomatik: Hier werden die verschiedenen klinischen Symptome, wie Wahn, Halluzinationen und Ich-Störungen, detailliert unter Einbeziehung der ICD-10-Kriterien erläutert.

5 Subtypen der Schizophrenie: Die verschiedenen Erscheinungsformen der Krankheit, wie die paranoide oder katatone Schizophrenie, werden klassifiziert und beschrieben.

6 Wahnvorstellungen: Dieses Kapitel fokussiert tiefgehend auf die verschiedenen Wahnthemen, von Beziehungswahn bis zu Doppelgänger- und Größenwahn.

7 Entstehung: Die Entwicklung einer Schizophrenie wird in fünf aufeinanderfolgenden Phasen, vom "Trema" bis zum "Residualzustand", dargestellt.

8 Verlauf/Phasen: Das Kapitel analysiert die langfristige Prognose und die verschiedenen wellenförmigen Verlaufsformen der Erkrankung.

9 Ursachen: Es werden wissenschaftliche Theorien wie die Dopamin-Hypothese sowie genetische Einflüsse auf den Krankheitsausbruch diskutiert.

10 Häufigkeit: Eine statistische Einordnung der Prävalenz und Inzidenz von Schizophrenie in der Bevölkerung wird vorgenommen.

11 Therapie/Behandlung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die drei Säulen der Behandlung: Psychopharmakatherapie, Psychotherapie und Soziotherapie.

12 Umgang mit schizophrenen Menschen: Hier werden praxisnahe Empfehlungen für Polizeibeamte gegeben, wie eine professionelle und deeskalierende Kommunikation im Einsatz gelingen kann.

13 Schluss: Das Schlusskapitel resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und unterstreicht die Bedeutung von Hintergrundwissen für eine erhöhte Handlungssicherheit.

Schlüsselwörter

Schizophrenie, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Psychose, ICD-10, Symptomatik, Polizeipraxis, Dopamin, Krankheitsverlauf, Psychopharmaka, Soziotherapie, Verfolgungswahn, Ich-Störungen, Psychiatrie, Deeskalation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit dem Krankheitsbild der Schizophrenie aus der Perspektive von Polizeibeamten, um Verständnis für betroffene Personen zu schaffen und Handlungssicherheit in Einsätzen zu erhöhen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die medizinische Klassifikation der Schizophrenie, die verschiedenen Arten von Wahnvorstellungen, die Phasen der Entstehung sowie die praktische Behandlung und der polizeiliche Umgang mit Erkrankten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Vermittlung von Grundlagenwissen, damit Polizeibeamte das Verhalten psychisch kranker Menschen besser deuten und Unsicherheiten bei deren Behandlung im Dienst abbauen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die medizinische Fachliteratur, psychiatrische Studien sowie die ICD-10-Klassifikationen einbezieht und mit praktischen Fallbeispielen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Symptomanalyse, die Beschreibung der verschiedenen Subtypen, eine Klassifizierung von Wahnthemen, die Phasenlehre der Krankheitsentstehung sowie Ansätze zur ärztlichen und sozialen Therapie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Schizophrenie, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Psychose, Symptomatik, Polizeipraxis, Krankheitsverlauf und therapeutische Behandlung.

Warum ist der Verfolgungswahn für die Polizei so relevant?

Der Verfolgungswahn führt oft zu Aggressionen gegen vermeintliche Feinde, was bei Polizeieinsätzen zu gewaltsamen Eskalationen führen kann, da sich die Betroffenen in einer vermeintlichen Notwehrsituation wähnen.

Welchen Rat gibt der Autor für den Umgang im Einsatz?

Der Autor empfiehlt, Interesse zu zeigen und zuzuhören, ohne den Wahn der Betroffenen bedingungslos zu bestätigen oder diese durch objektive Gegenbeweise zu brüskieren, um Vertrauen für eine notwendige ärztliche Behandlung aufzubauen.

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Details

Title
Wahnvorstellungen bei Schizophrenen
Course
Fachbereich Polizei
Grade
10 Punkte
Author
Marc Jetzkowitz (Author)
Publication Year
2003
Pages
49
Catalog Number
V21112
ISBN (eBook)
9783638248068
Language
German
Tags
Wahnvorstellungen Schizophrenen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Jetzkowitz (Author), 2003, Wahnvorstellungen bei Schizophrenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21112
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