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Über Chomskys nativistische und Bruners interaktionistische Theorie des Spracherwerbs

Ist Sprache angeboren oder erlernt?

Title: Über Chomskys nativistische und Bruners interaktionistische Theorie des Spracherwerbs

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 21 Pages , Grade: 2.3

Autor:in: Nadja Groß (Author)

German Studies - Linguistics
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„Sprache repräsentiert die Welt.“ Diese Kapitelüberschrift von Elisabeth Leiss (2009, S. 19) scheint äußerst interessant. Sie bringt viele Fragen mit sich. Repräsentiert Sprache tatsächlich unsere Welt oder ist sie nur Träger, das Medium, das uns zur Kommunika¬tion und gegenseitigen Verständigung verhilft? Wie kam die Menschheit überhaupt zur Sprache? Wie wird Sprache weitergegeben? Verändert sich durch den ständigen Sprachwandel auch unser Verständnis und die Realisierung der Welt?
Man könnte annehmen, dass Sprache vergleichbar ist mit der Entstehung unserer Kontinente. Wir alle lernten in der Schule, dass es einen Ursprungskontinenten mit Namen Pangaea gab, der sich aufgrund der Plattentektonik langsam aber sicher in kleinere Teile spaltete und sich so über den ganzen Erdball verteilte. Genau wie diese Idee könnte man davon ausgehen, dass es auch eine Ursprache gegeben haben muss, von der ausgehend sich dann die einzelnen Sprachen entwickelten. Eindeutige Ergebnisse darüber gibt es leider nicht. Man kann nur vermuten, wie Sprache wohl zum ersten Mal entstanden sein muss. Seit einigen Jahrhunderten gibt es auch Aufzeichnungen über die Entwicklungen der einzelnen Sprachen, allerdings reicht dies nicht aus, um konkrete Thesen bezüglich einer Ursprache aufzustellen.
Die Frage nach dem Ursprung der Sprache besteht seit jeher und es erweist sich als äußerst schwierig, den Beginn der Forschungen danach auszumachen (vgl. Haspelmath 2002, S. 8). Bereits die alten Ägypter versuchten mit allen Mitteln das Geheimnis zu lösen und übten sich daher in einigen Experimenten (vgl. Haspelmath 2002, S. 2). Wenngleich man damals noch auf der Suche nach einer „Ursprache“ war, so sind es heute andere Größen, denen wir uns widmen und hinter deren Fassade wir den Ursprung unserer Sprache vermuten. Heftig umstrittenes Thema ist daher die von Chomsky begründete Universalgrammatik, mit welcher er sich deutlich vom Behaviorismus abgrenzt. Diese weist vor allem in Bezug auf den Erstspracherwerb eine große Signifikanz auf, diese Annahme kann jedoch nicht ohnegleichen als richtig anerkannt werden. Viele verschiedene Meinungen kursieren im Gebiet der Linguistik, vor allem in der Materie des Spracherwerbs.
Bezüglich der Frage, ob es eine, der Sprache unterliegende, Universalgrammatik gibt, die für alle etwa 5000 Sprachen gleich ist (Klein 2000, S. 1), gibt es zwei unterschiedliche Auffassungen....

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zum menschlichen Spracherwerb

2.1 Verschiedene Einflüsse auf den Spracherwerb

2.1.1 soziale Faktoren

2.1.2 biologische Faktoren

2.1.3 kognitive Faktoren

2.2 verschiedene Phasen der sprachlichen Entwicklung

3 Ist Sprache angeboren oder erlernt?

3.1 Die nativistische Sichtweise Avram Noam Chomskys (*1926)

3.1.1 Die Universalgrammatik

3.1.2 Sprache als Organ

3.1.3 Kompetenz und Performanz

3.2 Die Interaktionistische Sichtweise Jerome Seymor Bruners (*1915)

3.2.1 Das E-I-S-Prinzip

3.2.2 Spracherwerb durch Interaktion

3.2.3 LASS

4 Diskussion & Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende linguistische Fragestellung, ob der menschliche Spracherwerb primär als angeborener biologischer Prozess oder als erlerntes, sozial geprägtes Phänomen zu verstehen ist.

  • Vergleich zwischen der nativistischen Theorie von Noam Chomsky und dem interaktionistischen Ansatz von Jerome Bruner.
  • Analyse der Einflussfaktoren auf den Spracherwerb (biologisch, kognitiv, sozial).
  • Untersuchung der Konzepte Universalgrammatik und LASS (Language Acquisition Support System).
  • Diskussion der Bedeutung von Interaktion und sozialer Umgebung für die sprachliche Entwicklung.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die Universalgrammatik

Der Stoff über die Universalgrammatik könnte mehrere Bücher füllen. Chomsky selbst hat sie immer und immer wieder überarbeitet und „zum Teil gravierende Veränderungen an […ihr] vorgenommen“ (Bartschat 1996). Daher soll hier lediglich eine Beschreibung ihres Ansatzes vorgenommen werden. Die Universalgrammatik (UG) ist und war schon immer heftig umstrittenes Thema in der Linguistik und wird von Pinker (1994) folgendermaßen definiert: „The basic design underlying the grammars of all human languages; also refers to the circuitry in children’s brains that allows them to learn the grammar of their parents’ language“ (S. 483).

Sie geht aus dem von Chomsky in den 1960er Jahren festgestellten Universalienproblem hervor, das sich aus dem „Anspruch, sprachliche Universalien behandeln zu können, also Eigenschaften, die allen natürlichen Sprachen gemeinsam sind“, ergibt (Bartschat 1996, S. 180). Laut Chomsky (1978) muss „eine Theorie über die Sprachstruktur, die Erklärungsadäquatheit anstrebt, [...] als unerläßlichen Bestandteil auch die linguistischen Universalien enthalten und dem Kind, das eine Sprache erlernt, die intuitive Kenntnis dieser Universalien zuschreiben“ (S. 43). In diesem Zusammenhang gibt es zwei Arten von Universalien: die formalen und die substantiellen (Chomsky 1978, S. 44). Erstere drehen sich um das Regelwerk, das einer Grammatik zugrunde liegt und die Art und Weise, in der ihre Verbindungen auftreten. So sind „alle Sprachen nach demselben Muster angelegt“, allerdings muss es keine „Punkt-für-Punkt-Entsprechung zwischen einzelnen Sprachen“ geben (vgl. S. 47f.). Die substantiellen Universalien auf der anderen Seite stellen das eigentlich Universale an einer Sprache dar: „bestimmte Einheiten, die in jeder Sprache vorkommen, [werden] aus einer festgesetzten Klasse von Einheiten entnommen“ (S. 44).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Fragestellung der Arbeit ein und verortet das Thema im Spannungsfeld zwischen angeborenen und erlernten Sprachstrukturen.

2 Zum menschlichen Spracherwerb: Hier werden die biologischen, kognitiven und sozialen Faktoren erläutert, die den menschlichen Spracherwerb prägen.

3 Ist Sprache angeboren oder erlernt?: In diesem Hauptteil werden die Theorien von Noam Chomsky und Jerome Bruner detailliert gegenübergestellt.

4 Diskussion & Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert für ein Zusammenspiel verschiedener Modelle, statt sich auf eine einzelne, extreme Theorie zu stützen.

Schlüsselwörter

Spracherwerb, Universalgrammatik, Nativismus, Interaktionismus, Noam Chomsky, Jerome Bruner, LASS, Sprache, Biologie, Kognition, Sozialisation, Linguistik, Erstspracherwerb, Sprachstruktur, Sprachwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der klassischen linguistischen Debatte, ob die menschliche Sprache angeboren ist oder im Laufe der Entwicklung durch Umwelteinflüsse erlernt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die Theorien des Spracherwerbs, unterteilt in nativistische Ansätze nach Chomsky und interaktionistische Modelle nach Bruner, ergänzt durch entwicklungspsychologische Faktoren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Konzepte der Universalgrammatik und des interaktionistischen Spracherwerbs gegenüberzustellen, um eine fundierte Bewertung über die Entstehung sprachlicher Kompetenz zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, bei der bestehende Sprachtheorien kontrastiert und kritisch hinterfragt werden.

Was umfasst der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der nativistischen Sichtweise Chomskys und die interaktionistische Perspektive Bruners, inklusive der jeweiligen spezifischen Fachbegriffe wie UG und LASS.

Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Spracherwerb, Universalgrammatik, Nativismus, Interaktionismus und das LASS-Modell.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Chomsky und Bruner bezüglich des Spracherwerbs?

Chomsky postuliert eine angeborene Universalgrammatik, die das Kind befähigt, Sprache zu lernen, während Bruner den Prozess als aktiven, sozialen Interaktionsvorgang unter Einbezug kultureller und kognitiver Faktoren begreift.

Was versteht man unter dem LASS-Modell bei Bruner?

LASS steht für Language Acquisition Support System und beschreibt die unterstützende Rolle der sozialen Umgebung, insbesondere der Eltern, beim Erlernen der Sprache.

Wie definiert Chomsky den Unterschied zwischen Kompetenz und Performanz?

Kompetenz ist das ideale, interne Sprachwissen eines Sprechers, während Performanz den tatsächlichen, oft fehlerhaften Gebrauch der Sprache in konkreten Situationen darstellt.

Warum ist das E-I-S-Prinzip für Bruner bedeutsam?

Es beschreibt drei Repräsentationsmodi (enaktiv, ikonisch, symbolisch), durch die Kinder ihre Welt strukturieren und die als Grundlage für die Entwicklung komplexer sprachlicher Fähigkeiten dienen.

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Details

Title
Über Chomskys nativistische und Bruners interaktionistische Theorie des Spracherwerbs
Subtitle
Ist Sprache angeboren oder erlernt?
College
University of Trier
Course
Sprachtheorien
Grade
2.3
Author
Nadja Groß (Author)
Publication Year
2012
Pages
21
Catalog Number
V211352
ISBN (eBook)
9783656392989
ISBN (Book)
9783656394457
Language
German
Tags
sprache über chomskys bruners theorie spracherwerbs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadja Groß (Author), 2012, Über Chomskys nativistische und Bruners interaktionistische Theorie des Spracherwerbs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211352
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