Die catilinarische Rede 'In Catilinam' von Marcus Tullius Cicero (4. Rede Absatz 4)

Eine Interpretation


Hausarbeit, 2010

11 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Originaltext

2. Übersetzung

3. Interpretation
3.1. Einleitung und Inhalt
3.2. Textgliederung
3.3. Sprache, Stil und Form
3.4. Gattung und geschichtlicher Hintergrund
3.5. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Originaltext

(4,7) Video duas adhuc esse sententias, unam D. Silani qui censet

eos qui haec delere conati sunt morte esse multandos,

alteram C. Caesaris qui mortis poenam removet ceterorum

90 suppliciorum omnis acerbitates amplectitur. uterque et pro

sua dignitate et pro rerum magnitudine in summa severitate

versatur. alter eos qui nos omnis, qui populum Romanum

vita privare conati sunt, qui delere imperium, qui populi

Romani nomen exstinguere, punctum temporis frui vita et

95 hoc communi spiritu non putat oportere atque hoc genus

poenae saepe in improbos civis in hac re publica esse usurpatum

recordatur. alter intellegit mortem a dis immortalibus

non esse supplicii causa constitutam, sed aut necessitatem

naturae aut laborum ac miseriarum quietem. itaque eam sapientes

100 numquam inviti, fortes saepe etiam libenter oppetiverunt.

vincula vero, et ea sempiterna, certe ad singularem

poenam nefarii sceleris inventa sunt. municipiis dispertiri

iubet. habere videtur ista res iniquitatem, si imperare velis,

difficultatem, si rogare. (4,8) decernatur tamen, si placet.

105 Ego enim suscipiam et, ut spero, reperiam qui id quod salutis

omnium causa statueritis non putet esse suae dignitatis

recusare. adiungit gravem poenam municipiis, si quis eorum

vincula ruperit; horribilis custodias circumdat et dignas

scelere hominum perditorum; sancit ne quis eorum poenam

110 quos condemnat aut per senatum aut per populum levare

possit; eripit etiam spem quae sola hominem in miseriis

consolari solet. bona praeterea publicari iubet; vitam solam

relinquit nefariis hominibus. quam si eripuisset, multos una

dolores animi atque corporis miserias et omnis scelerum poenas

115 ademisset. itaque ut aliqua in vita formido improbis esset

proposita, apud inferos eius modi quaedam illi antiqui

supplicia impiis constituta esse voluerunt, quod videlicet

intellegebant his remotis non esse mortem ipsam pertimescendam.[1]

2. Übersetzung

(7) Ich sehe, dass jetzt zwei Meinungen vorliegen, die des Decimus Silanus, der meint, dass diejenigen, die versucht haben dies zu zerstören, mit dem Tod zu bestrafen sind; und die des Gaius Caesar, der die Todesstrafe ablehnt, jede Strenge der übrigen Strafen (jedoch) gutheißt. Beide verlangen sowohl in Hinblick auf ihre Würde als auch für die Bedeutung der Fakten auf äußerste Strenge. Der eine glaubt nicht, dass die, die uns allen, die dem römischen Volk das Leben zu rauben, die das Reich zu zerstören, die den Namen des römischen Volkes auszulöschen versuchten, einen Augenblick länger das Leben und diese gemeinsame Luft genießen dürfen und erinnert sich, dass diese Form der Strafe oft gegen dreiste Bürger in diesem Gemeinwesen angewendet wurde.

Der andere versteht, dass der Tod von den unsterblichen Göttern um der Strafe Willen festgesetzt wurde, sondern entweder eine Notwendigkeit der Natur oder ein Ausruhen von Mühen und Elend sei. Deshalb haben ihn die Weisen niemals widerwillig, die Tapferen oft auch gern erlitten. Die Fesseln aber, und diese lebenslänglich, sind sicher erfunden wurden als besondere Strafe für ein ruchloses Verbrechen erfunden. Er befiehlt sie auf die Munizipien zu verteilen. Diese Angelegenheit scheint Ungerechtigkeit mit sich zu bringen, wenn man es befehlen, Schwierigkeit, wenn man darum bitten mag. Dennoch soll es entschieden werden, wenn es so gefällt.

(8) Ich nämlich will es anerkennen und werde, wie ich hoffe, Leute finden, die nicht glauben, dass das, was ihr wegen der Rettung aller beschlossen habt, wegen ihrer Ehre abzuschlagen sei.

Er erlegt den Munizipalen schwere Strafe auf, wenn jemand deren Fesseln löst. Er umstellt sie mit schrecklichen Wachen, dem Frevel der verdorbenen Menschen würdig. Er setzt fest, dass niemand die Strafe derer, die er verurteilt hat, weder mit Hilfe des Senates noch des Volk, lindern kann.

Er raubt sogar die Hoffnung, die allein den Menschen im Elend zu ermutigen pflegt. Außerdem befiehlt er die Güter zu verstaatlichen; nur das Leben lässt er diesen verbrecherischen Menschen. Wenn er es ihnen geraubt hätte, so hätte er gleichzeitig viele Schmerzen der Seele und des Körpers, die Leiden und alle Strafen für ihre Verbrechen beenden.

Um den Verbrechern im Leben ein Schreckensbild vor Augen zu führen, wollten jene Alten, dass in der Unterwelt einige Strafen von der Art festgelegt wurden seien, dass sie möglicherweise verstanden, dass der Tod selbst nicht gefürchtet werden muss, wenn diese (Strafen) nicht bestünden.

[...]


[1] T. Maslowski, 2003

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die catilinarische Rede 'In Catilinam' von Marcus Tullius Cicero (4. Rede Absatz 4)
Untertitel
Eine Interpretation
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Fakultät für Altertumswissenschaft)
Veranstaltung
Cicero - In Catilinam
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V211364
ISBN (eBook)
9783656394006
ISBN (Buch)
9783656394631
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
cicero, cicero in catilina, catilinarische Rede
Arbeit zitieren
Alexander Scheibe (Autor), 2010, Die catilinarische Rede 'In Catilinam' von Marcus Tullius Cicero (4. Rede Absatz 4), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211364

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