Der Holocaust im Fernsehen: „Schindlers Liste“ – „Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.“

Eine Rezension


Hausarbeit, 2012
19 Seiten, Note: 2,6

Leseprobe

Einleitung

„ Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt. “

Der Holocaust ist ein Thema über dem gesprochen wird, obwohl keiner darüber wirklich sprechen will. Zu groß ist das Leid, dass sich in einem ausbreitet, wenn man sich zu tief mit dem Geschehenen auseinander setzt. Aus diesem Grund wurde lange Zeit über dieses grausame Ereignis geschwiegen. Doch die Aufarbeitung ist wichtig und unabdingbar. Um diese Aufarbeitung zu gewährleisten ist es wichtig sich mit allen Möglichkeiten der Verarbeitung auseinander zu setzen. Dazu zählen neben Lyrik, plastische Kunst auch Filme. Diese Filme zu bewerten und zu verwerten ist schwierig und bedarf viel Feingefühl.

Ich studiere Lehramt für Geschichte. In meinem späteren Geschichtsunterricht möchte ich auch Filme als Medien mit einsetzen. Aus diesem Grund betrachte ich Filme immer mit aus der „didaktischen“ Sicht. Das heißt, dass mich die Eignung des Films sehr beschäftigt. Ist er für die Schüler und Schülerinnen geeignet? Eignet sich die Umsetzung eines Films für den Unterricht? Eignet sich dieses Medium für die Bearbeitung des Themas? Die letzte Frage beschäftigt nicht nur mich als zukünftige Lehrperson, sondern auch Geschichtswissenschaftler und jeder andere. Da kommt man automatisch zur Frage, ob sich der Film für die Aufarbeitung des Holocaust eignet. Und wenn ja, in welcher Form? Da ergibt sich eine grundlegende Diskussion über Dokumentationen und fiktionalen Filmen. Jede Darstellungsweise weist Vorteile wie auch Nachteile auf. Wichtig ist, dass das Ziel, welches erreicht werden soll, mit dem Medium auch erreichbar ist.

Ich habe mir für meine Hausarbeit den Film „Schindlers Liste“ ausgesucht. In der Hausarbeit gehe ich auf die Entstehung, die Hintergründe, die Kritiken und auf die didaktische Anwendbarkeit genauer ein. In einem abschließenden Fazit werde ich argumentativ Stellung beziehen.

Handlung

Der Film behandelt die Geschichte des deutschen Fabrikanten Oskar Schindler, der während des zweiten Weltkrieges in Polen circa 1200 Juden vor dem Tod rettet. Dies geschah mit Hilfe einer Liste, auf der die Namen seiner Arbeiter standen. Aufgrund dessen, wurden die jüdischen Arbeiter ihm unterstellt und entkamen somit der Vernichtung der Nationalsozialisten. Die gezeigten Geschehnisse beruhen mit wenigen Ausnahmen auf einer wahren Begebenheit.

Der Film beginnt mit einem Gebet zum Sabbat. Es werden Bilder vom Bahnhof in Krakau 1939 gezeigt. Juden, die mit Hilfe von Zügen nach Krakau geschafft wurden, müssen sich bei den deutschen Besatzern registrieren lassen. Gleichzeitig wird Oskar Schindler als gepflegten, eleganten und Charmanten Geschäftsmann vorgestellt, der in einem Nachtclub den Kontakt mit SS-Offizieren sucht und sich mit diesen anfreundet.

Kurz darauf sucht Oskar Schindler den Juden Itzhak Stern auf, damit er ihm jüdische Geldgeber besorgt. Sein Ziel ist es, eine Fabrik aufzubauen, die Emailewaren für die Rüstung herstellt. Das Verhalten von Schindler ist weder antisemitisch, noch sonderlich freundlich. Man erhält den Eindruck, dass er ein klassischer Opportunist ist. Währenddessen die jüdische Bevölkerung von Krakau in das Ghetto zwangsumgesiedelt wird, bezieht Schindler die luxuriöse Wohnung einer reichen jüdischen Familie. Währenddessen versucht Stern neue Arbeiter für die Fabrik von Schindler anzuwerben. Dazu nimmt er scheinbar ungeeignete Personen. Bereits da kann man erahnen, dass Stern in der Fabrikarbeit eine mögliche Rettung vor den Nationalsozialisten sieht. Im weiteren Verlauf des Filmes lernt der Zuschauer den Lagerkommandanten von Plaszow, Amon Göth, kennen. Er erscheint als sadistischer und gefühlloser Nationalsozialist, der Freude an seiner Aufgaben zu haben scheint. Unterdessen werden mehrere Juden von den Nazis scheinbar willkürlich getötet. Auch wird fast Stern in einem Deportationszug in ein Konzentrationslager verschleppt. Doch kann Schindler ihn kurz vorher noch retten. Doch nicht aus Freundlichkeit, sondern eher weil er Angst hat, seinen fähigsten Arbeiter zu verlieren. Nachdem das Lager Plaszow fertiggestellt wurde, werden sämtliche Einwohner des Ghettos in Krakau geräumt und dorthin geschafft. Die Räumung des Ghettos beobachtet Schindler von einer Anhöhe aus und scheint sehr geschockt von der Gewalt zu sein. Dies ist höchstwahrscheinlich der Augenblick, in dem sich seine Haltung zu dem Treiben der Nationalsozialisten und seiner jüdischen Arbeiter wandelt. So versucht er nun mehrmals erfolgreich Juden aus dem Lager als Arbeiter für seine Fabrik anzufordern. Im Zuge dessen lässt Schindler für „seine“ Juden ein eigens Lager außerhalb von Plaszow zu bauen. Dies alles geschieht aber nur durch Bestechung.

Nachdem verkündet wird, dass das Lager geräumt wird und sämtliche Juden in die Vernichtungslager deportiert werden soll, verfasst Schindler mit der Hilfe von Stern die berühmte Liste. Sämtliche Menschen, die sie persönlich oder vom Namen her kennen, sollen darauf kommen, um der Deportation zu entgehen. Dazu verlagert er seine Fabrik nach Brünnlitz, seiner Heimatstadt. Er kauft dafür von Göth seine ganzen Arbeiter ab. Mit Hilfe eines gewonnenen Kartenspiels kann Schindler sogar das jüdische Hausmädchen, Helene Hirsch, von Göth mit nach Brünnlitz nehmen und somit retten. In seiner neuen Fabrik produziert er augenscheinlich Granaten. Doch möchte er nicht, dass er Waffen bauen lässt, die Menschen töten. Aus diesem moralischen Grund sind seine Granaten unbrauchbar und er lässt teuer andere Granaten kaufen, um diese als seine eigenen weiter zu verkaufen. Dieses Verhalten sorgt dafür, dass er zum Schluss sein ganzes Geld ausgegeben hat.

Nach der Kapitulation der Deutschen verlassen die Soldaten die Fabrik und Schindler macht sich mit seiner Frau selbst zur Flucht bereit. Bei seiner Verabschiedung überreichen „seine“ Juden ihm einen Brief, der ihn bei einer Verhaftung entlasten soll und von seiner großen Tat berichtet. Gleichzeitig schenken sie ihm einen Goldring, den sie aus dem Zahngold eines jüdischen Arbeiters gefertigt hatten. Der Ring hat folgende Inschrift aus dem Talmud: „Wer nur ein einziges Leben rettet, der rettet die ganze Welt“. Kurz darauf kommt ein Soldat der Roten Armee in das Lager der Fabrik und erklärt die Juden als befreit.

Zum Schluss folgt der Epilog, in dem gezeigt wird, dass Göth für seine Verbrechen hingerichtet wurde. Des Weiteren wird der weitere Lebensweg von Schindler mit Hilfe eines Textes gezeigt. Die Schindler-Juden kommen singend einen Berg herab und treten nach und nach an das Grab von Oskar Schindler. Es sind jeweils die realen historischen Personen mit dem jeweiligen Schauspieler zu sehen. Sie alle legen als eichen der Anerkennung Steine auf das Grab. Im Abspann werden die „cast & credits“ gezeigt.

Abb. 1: Filmplakat von Schindlers Liste

Quelle: http://eu.movieposter.com/posters/archive/main/50/MPW-25056 (25.08.2012)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der Holocaust im Fernsehen: „Schindlers Liste“ – „Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.“
Untertitel
Eine Rezension
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Der Holocaust im Fernsehen
Note
2,6
Autor
Jahr
2012
Seiten
19
Katalognummer
V211381
ISBN (eBook)
9783656392927
ISBN (Buch)
9783656393542
Dateigröße
1292 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
holocaust, fernsehen, schindlers, liste, leben, welt, eine, rezension
Arbeit zitieren
Christin Pinnecke (Autor), 2012, Der Holocaust im Fernsehen: „Schindlers Liste“ – „Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211381

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