Diese Arbeit beginnt mit einer Biografie Caspar David Fried-richs, in welcher die wichtigsten Lebensdaten aufgeführt sind. Ihr folgt eine Beschreibung des künstlerischen Weges Friedrichs mit einer Schilderung seiner Arbeitsweise. Im Weiteren soll sein erstes Ölbild: „Das Kreuz im Gebirge“, näher betrachtet werden. Dieses Landschaftsbild gilt als ein Markstein der romantischen Bewegung und löste einen zwei Jahre andauernden Streit zwischen Kunstkritikern und Friedrich selbst aus. Darf dieses Bild überhaupt Landschaftsbild genannt werden und ist es als Altarbild zulässig? Diese Kontroverse, die hauptsächlich in Zeitschriften ausgetragen wurde, wird ebenfalls in dieser Arbeit dokumentiert. Caspar David Friedrich wird am 5.9.1774 als Sohn eines Seifensieders in Greifswald geboren.
An der Universität seiner Geburtsstadt erhält Friedrich von 1790 bis 1794 Zeichenunterricht bei Dr. Johann Gottfried Quistorp (1755-1835). Von 1794 bis 1798 besucht er die Kunstakademie in Kopenhagen und bekommt Unterricht bei bekannten Lehrern, wie Nicolai Abraham Abildgaard, Jens Juel, Christian August Lorentzen und Johannes Wiedewelt. 1798 verlässt Friedrich die Akademie und geht, nach einem kurzen Aufenthalt in seiner Heimatstadt und Berlin, nach Dresden. Diese Stadt wird fortan sein fester Wohnsitz. Von dort reist er von Zeit zu Zeit in die Heimat, nach Rügen, in den Harz, besucht die böhmischen Randgebirge und wahrscheinlich auch die Nordalpen. 1801 begegnet Friedrich dem Maler Philipp Otto Runge auf einer Reise nach Greifswald. Ein Jahr später reist er nach Rügen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Caspar David Friedrich
2.1 Biographische Daten
2.2 Der künstlerischer Weg
3. Das Kreuz im Gebirge
3.1 Bildbeschreibung
3.2 Symbolgehalt des Bildes und des Rahmens
4. Der Streit
5. Schluss
6. Buchrezension
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Caspar David Friedrichs Ölgemälde „Das Kreuz im Gebirge“ auseinander, um die Hintergründe seiner Entstehung sowie die zeitgenössische Kontroverse um die religiöse Landschaftsmalerei zu beleuchten. Dabei wird insbesondere die Forschungsfrage verfolgt, inwiefern Friedrichs neue, subjektiv geprägte Auffassung von Natur und Religion einen Bruch mit den konventionellen akademischen Regeln seiner Zeit darstellte.
- Biografische Einordnung von Caspar David Friedrich.
- Detaillierte Analyse des Gemäldes und des zugehörigen Rahmens.
- Deutung der verwendeten religiösen Symbole.
- Dokumentation und Analyse des Kunststreits zwischen Friedrich und seinen Kritikern.
Auszug aus dem Buch
Der Streit
Kunstkritiker, aber auch Maler wie Adrian Ludwig Richter (1803-1884), der nach traditionellen Mustern Landschaften malte, und den man den volkstümlichsten Meister des 19. Jahrhunderts überhaupt nennen dürfte, waren der Auffassung, dass Landschaftsbilder einem Kanon von Regeln zu folgen hätten. Formal sollten sie Veduten gleichen oder ein illusionistisches Landschaftspanorama mit einem sich kontinuierlich streckenden Tiefenraum sein. Inhaltlich dürfen sie nicht mit Allegorien vollgestopft sein, die Natur ist nur das, was sie ist und soll den Betrachter erfreuen. So Richter 1825: „Mir scheint die Auffassungsweise Friedrichs auf einen Abweg zu führen, der in unseren Zeiten sehr epidemisch werden kann; seine Bilder atmen jene kranke Schwermut, jenen Fieberreiz, welcher jeden gefühlvollen Beschauer mächtig ergreift, aber immer ein untröstliches Gefühl hervorbringt. Friedrich fesselt uns an einen abstrakten Gedanken, gebraucht die Naturformen nur allegorisch, als Zeichen und Hieroglyphen, sie sollen das und das bedeuten; in der Natur spricht aber jedes Ding für sich selbst aus, ihr Geist, ihre Sprache liegt in jeder Form und Farbe. Eine schöne Naturszene erweckt freilich auch ein Gefühl (nicht Gedanken), aber dieses ist so weit umfassend, so groß, gewaltig, mächtig, dass ihm gegenüber die Allegorie vertrocknet, zusammenschrumpft.“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es erfolgt eine Vorstellung der biografischen Schwerpunkte und der thematischen Ausrichtung der Arbeit, insbesondere des „Ramdohrstreits“ um das Gemälde „Das Kreuz im Gebirge“.
Caspar David Friedrich: Dieses Kapitel liefert eine biografische Übersicht und beschreibt den künstlerischen Werdegang des Malers, von seinen Anfängen in Greifswald bis zu seinem Wirken in Dresden.
Das Kreuz im Gebirge: Hier findet eine detaillierte Bildbeschreibung statt, ergänzt durch eine tiefgehende Analyse des Symbolgehalts sowohl des Gemäldes als auch des von Friedrich entworfenen Rahmens.
Der Streit: Dieses Kapitel dokumentiert die zeitgenössische Kontroverse, in der Kunstkritiker wie Ramdohr die Einhaltung akademischer Regeln gegen Friedrichs neue, subjektive Landschaftsauffassung verteidigten.
Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der öffentlichen Wahrnehmung Friedrichs und der langfristigen Anerkennung seiner künstlerischen Bedeutung trotz anfänglicher Kritik.
Buchrezension: Eine kritische Auseinandersetzung mit der verwendeten Literatur, insbesondere den Quellensammlungen zu Friedrichs Briefen und Bekenntnissen.
Schlüsselwörter
Caspar David Friedrich, Das Kreuz im Gebirge, Romantik, Landschaftsmalerei, Tetschener Altar, Kunstkritik, Ramdohr, Symbolik, Religion, Subjektivität, Kunsttheorie, 19. Jahrhundert, Bildbeschreibung, Dresdner Akademie, Altarbild.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Gemälde „Das Kreuz im Gebirge“ von Caspar David Friedrich und untersucht den historischen Kontext sowie die heftigen Debatten, die das Werk zur Zeit seiner Entstehung auslöste.
Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie des Künstlers, der formalen und inhaltlichen Bildanalyse, dem religiösen Symbolgehalt des Werkes sowie der kunsttheoretischen Auseinandersetzung mit Zeitgenossen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Friedrichs Abkehr von der traditionellen Landschaftsmalerei zu dokumentieren und zu belegen, wie sein subjektiver, religiös geprägter Ansatz die damalige Kunstkritik polarisierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kunsthistorische Untersuchung, die auf der Analyse von Primärquellen, zeitgenössischen Briefen, zeitkritischen Aufsätzen und kunstwissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Beschreibung des Gemäldes, die Deutung der ikonografischen Elemente des Bildes und des Rahmens sowie eine ausführliche Dokumentation des Streits mit dem Kritiker Ramdohr.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Romantik, Subjektivität, religiöse Landschaftsmalerei, künstlerische Grenzverletzung und der Wandel der Bildsprache im 19. Jahrhundert.
Warum galt das Gemälde zur Entstehungszeit als „Grenzverletzung“?
Kritiker wie Ramdohr empfanden es als Anmaßung, dass eine reine Landschaftsmalerei die religiöse Würde eines Altarbildes für sich beanspruchte und traditionelle kompositionelle Regeln ignorierte.
Wie reagierte Caspar David Friedrich auf die Kritik an seinem Werk?
Friedrich rechtfertigte sich schriftlich gegenüber zeitgenössischen Akademikern, wobei er die Auffassung vertrat, dass Kunst vielfältig sei und es nicht den einen „richtigen“ Weg der Darstellung gebe.
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- Johanna Quednau (Author), 2003, Caspar David Friedrich - Das Kreuz im Gebirge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21149