Das Ende einer welt- und deutschlandpolitischen Epoche


Wissenschaftliche Studie, 2013

22 Seiten


Leseprobe

INHALT

1. Benedict XVI, ein weltpolitisches Werkzeug der göttlichen Vorsehung?

2. Das Ende einer deutschlandgeschichtlichen Ära

1 Benedict XVI, ein weltpolitisches Werkzeug der göttlichen Vorsehung?

In der Weltgeschichte gibt es zyklisch Meilensteine, die den Verlauf der Menschheitsgeschichte strukturieren: Der 8. Mai 1945 als Datum des Kriegsendes, die UNO Gründungsakte der Charter von San Francisco und der NATO in den Jahren danach, die Gründung der Montanunion 1951, die Gründung der EU durch die Romverträge 1957, das Ende des kalten Krieges, das Verschwinden des Eisernen Vorhangs und die Desintegration des Sowjetreiches, die deutsche Wiedervereinigung und der die EU konsolidierende EURO zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Dabei sind die großen technisch-wissenschaftlichen Paradigmenwechsel nicht berücksichtigt, die ihren Impact auf die geopolitischen Zäsuren und Meilensteine haben, insbesondere jene Errungenschaften, die die die Raum-Zeit Koordinaten – das globale digitale Kommunikationsparadigma und die Eroberung des Weltraums, die zur einer Neuformulierung von Zeit und Raum führen – verändern, sodass sie Gegenstand des Interesses geopolitsicher Akteure und somit weltpolitisch relevant werden.

Heute, am 28. Februar 2013 geht eine geopolitische Ära für Deutschland und die Welt zu Ende. Um 20.00h geht seit Jahrhunderten wieder einmal ein Jahrtausendereignis, nämlich das Pontifikat des deutschen Papstes Benedict XVI zu Ende. Dieses Pontifikat war, ist und bleibt ein geopolitischer Meilenstein für die deutsche Geschichte. Warum kann man dies ohne Hybris so sehen? Ganz einfach deshalb, weil er der international geschätzteste Deutsche der neueren Geschichte ist. Und dies ist von eminenter Bedeutung für die Geschichte Deutschlands. Denn mit den oben genannten historischen Meilensteine der Gründung der NATO und der EU, sowie dem Élysée Vertrag über die Aussöhnung der Erbfeinde Deutschland und Frankreich, war Deutschland zwar strategisch, politisch und wirtschaftlich formell rehabilitieret worden, nicht aber kulturell. Diese Gnade der Geschichte war ihm trotz vieler symbolischer Formen der Aussöhnung vorenthalten geblieben, ebenso, wie ein abschließender Friedensvertrag.

Mit der Erwählung des Kardinals Josef Ratzinger ging man zunächst im wesentlichen von „business as usual“ aus und erwartete einen „Panzerkardinal“ J. Ratzinger als Steuermann des Schiffes der universellen katholischen Kirche. Was kann schon von Deutschland kommen? Ein vollendeter Professor und sicher ein guter Organisator, derart waren die internationalen Stereotypen, die der theologisch und intellektuell brillante Papst Benedict XVI evozierte. Doch seine beiden Enzykliken Deus est Caritas und Caritate in Veritate entwerfen nicht das Bild eines „Panzer Papstes“, sondern genau das Gegenteil davon, weil sie die Liebe in das Zentrum der katholischen Lehre rücken. Und das ist nun der entgegengesetzte Pol des erwarteten deutschen kulturellen Stereotyps, der natürlich auch vor dem Klerus nicht Halt macht, sondern ihn miteinschießt.

Entgegen den Erwartungen integriert er den deutschen kulturellen Stereotyp des Panzers durch seine Rolle als Steuermann des Flaggschiffs der Liebe und erlöst somit den negativen deutschen Stereotyp der Anmaßung in den Augen der Welt. Ebenso integriert er die beiden Aspekte des Glaubens und der Vernunft. Die Integration dieses allgemeinkulturellen deutschen Dilemmas und des religionskulturellen universellen Dilemmas in einer liebevoll-bescheidenen spirituellen Persönlichkeit lassen ihn zu einem Enfant Chéri der internationalen politischen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit werden. So what, könnte man sagen, ein besonders bei den Jugendlichen beliebter Star der globalen Medien. Seine liebevoll bescheidene, wie au auch multilingual brillante Art, die jeden in seiner linguistisch-kulturellen Art erreichen konnte, hat progressiv, durch die Art, wie der das Amt des Pontifex ausfüllte, die Herzen der ganzen Welt erobert. Mit diesem Herangehen an die Aufgaben des Pontifikats konnte er auch diverse andere historische Dilemmata aussöhnen, wie beispielsweise die interreligiösen zwischen den maßgeblichen monotheistischen Religionen und die Trennung Englands von Rom wieder aufheben. Diese konkreten Dilemmalösungen führten auch zur Lösung kultureller Dilemmas zwischen Deutschland und der Welt. Als beliebtester Deutscher mit einer geopolitischen Rolle, in der er die deutsche Kultur mit der Universalzivilisation aussöhnte, machte ihn zu zum Vollender des deutschen Aussöhnungsprozesses mit der Welt und zum Vollender der Rehabilitierung Deutschlands. Das Integrations- und Aussöhnungsproblem Deutschlands mit der Welt war in ihm personifiziert und da er diese Rolle gut gespielt hat, übertrug sich die Aussöhnung und Integration auf sein Abstammungsland. Er ist somit einer der maßgeblichen strategischen Akteure Deutschlands überhaupt, obschon sein Pontifikat nur 8 Jahre währte.

Diese angemessene Erfüllung dieser historischen Aufgaben schien nun seinen menschlichen Preis zu fordern und ihn zum Rücktritt von seinem Amt als Steuermann des Schiffes der katholischen Kirche zu veranlassen, auf dem er offenbar so manchmal den Eindruck hatte, das Jesus schläft, wie damals auf dem See Genezareth. - Somit fällt die Vollendung der Rehabilitierung und Aussöhnung Deutschlands mit der Welt in die Ära des historischen deutschen Papstes Benedict XVI. Er war das zeitliche und überzeitliche Instrument der Gnade Gottes gegenüber Deutschland im Interesse der Welt.

Mit der Lösung fundamentaler Dilemmata, wie dem von Glaube und Vernunft und der Integration des negativen deutschen Stereotyps und der damit einhergehenden Aussöhnung der deutschen und der Universalzivilisation hat er einen Archetyp der Dilemmalösung in die Wege geleitet, der gleich einer Welle das Meer des Lebens erfasste und sich weithin replizierte. Bleibt zu hoffen, das sein eigenes Abstammungsland auch von dieser Welle innenpolitisch-kultureller Dilemmalösung erfasst wird, wofür er eigens in pastoraler und politischer Mission in seine Heimat gekommen war, der er übrigens - und dies ist ein Gipfel der Dilemmalösung – auch in Rom, als universeller Steuermann einer weltumspannenden Gemeinschaft von Gläubigen, treu geblieben ist. Durch sein persönliches Beispiel hat er das germanisch-römische Dilemma wunderbar gelöst, das Deutschland auf seiner historischen Suche nach Emanzipation viel zu schaffen machte und auch die Reformation und den Versuch der Loslösung von Rom und seiner vermeintlichen Bevormundung bedingte.

Ein Dilemmalöser, Integrator und Friedensstifter durch die Macht der Liebe! Das ist eine Revolution deutscher Provenienz, die den Marxismus und den Hitlerismus langfristig positiv überflügelt, aber aufgrund dieser leisen und sanften Revolution zunächst weniger Schlagzeilen zu machen schien, aber dennoch in der Welt weiterwirken wird. Keine andere Macht oder Person hätte wohl dieses Werk verrichten können. Und es kann als ein eschatologischer Plan Gottes gegenüber Deutschland gedeutet werden, dessen Honorierung durch dieses Volk nun aussteht.

Und diese Erkenntnis und Einsicht in den Plan Gottes, dessen Instrument der deutsche Jahrhundert Papst war und ist, muss in diesem Land erst noch voll realisiert werden, damit der Plan Gottes auch hier, in diesem Land, Realität werden und kulturelle und religiöse Blindheit beseitigt und die christliche Fundamentierung dieses Landes im Grundgesetz implementiert werden und somit die weltweit von Deutschland eingeforderte Demokratie und der Respekt der Menschenwürde in der Gestalt einer echten christlichen Kultur realisiert werden können. Davon sind wir noch entfernt. Die Lösung sozialer, kultureller und internationaler Fragen hängt davon ab. Daher ist die Erkenntnis, die wir aus dem Pontifikat Papst Benedict XVI gewinnen können und müssen, seine vitale Bedeutung insbesondere für Deutschland, aber auch für den Rest der Welt und die interdependenten Wechselwirkungen zwischen den beiden.

Ich füge einen Aufsatz an, den ich bereits vor längerer Zeit geschrieben habe. Titel. „Das Ende einer Ära“. Nun wissen wir, dass es nicht nur eine innenpolitisch und kulturell bedeutsame Ara für dieses Land, sondern auch eine geopolitisch bedeutsame Ära für die diverse menschliche Zivilisation, mit ihren diversen Subsystemen ökonomischer, kultureller und anderer Art war, ist und als solche geisteskulturelle Welle bis an die Enden der Erde weiterwirkt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Das Ende einer welt- und deutschlandpolitischen Epoche
Autor
Jahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V211574
ISBN (eBook)
9783656393764
ISBN (Buch)
9783656565949
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geopolitik, Deutschlandpolitik, deutsche Außenpolitik, deutsche Innenpolitik, inernationale/interkulturelle Beziehungen, interkultureller Dialog
Arbeit zitieren
D.E.A./UNIV. PARIS I Gebhard Deißler (Autor), 2013, Das Ende einer welt- und deutschlandpolitischen Epoche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211574

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