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Einrichtungen zur Vermeidung von Untersuchungshaft in Berlin und Brandenburg. Unterschiedliche Voraussetzungen und den Wegfall der geschlossenen Heime

Title: Einrichtungen zur Vermeidung von Untersuchungshaft in Berlin und Brandenburg. Unterschiedliche Voraussetzungen und den Wegfall der geschlossenen Heime

Diploma Thesis , 2003 , 78 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom-Sozialpädagoge Marco Stölk (Author)

Social Work
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Ein leidiges Thema – nicht nur zu Wahlkampfzeiten: Pro und Contra von geschlossenen Heimen und von Untersuchungshaft für Kinder und Jugendliche sind in Deutschland spätestens seit der Heimkampagne in den siebziger Jahren Gegenstand teils hitziger Debatten. Befürworter argumentierten aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus, dass Straftäter, egal welchen Alters, weggeschlossen und die Gesellschaft vor ihnen geschützt werden müsse, während Kritiker hervorhoben, dass Hilfe und Zwang unvereinbar seien und eine Ambivalenz zwischen Zuwendung und Ausgrenzung bestehe. Der Gesetzgeber schloss sich der reformerischen Sichtweise an und liberalisierte das Jugendrecht. Das Jugendgerichtsgesetz wurde im Dezember 1990 dahingehend geändert, dass die Voraussetzungen für Anordnung und Vollzug der Untersuchungshaft eingeschränkt, sowie der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit im Hinblick auf besondere Belastungen für Jugendliche eingeführt wurden. Die eigenständige Rechtsgrundlage für die geschlossene Unterbringung von Kindern und Jugendlichen fiel mit dem neuen Kinder und Jugendhilfegesetz, welches 1991 das Jugendwohlfahrtsgesetz ersetzte, völlig weg.

Die Arbeit untersucht, ob die Abschaffung der geschlossenen Heime zu einer Abnahme von repressiven Maßnahmen gegenüber Jugendlichen geführt hat, oder ob es, im Gegensatz dazu, zu einer Zunahme der Untersuchungshaftgefangenen gekommen ist. Um eine theoretische Grundlage zu schaffen, werden zunächst die Möglichkeiten aufgezeigt, die das deutsche Recht zur Freiheitsentziehung bietet. Danach werden Einrichtungen und Konzepte zur Vermeidung von Untersuchungshaft in Berlin und Brandenburg ausführlich vorgestellt. Im abschließenden Teil wird die Entwicklung von geschlossener zu offener Unterbringung aufgezeigt, bevor ein ausführlicher Einblick in die bisherige Diskussion schließlich zu einer abschließenden Bewertung der Alternativen zur geschlossenen Unterbringung führt.

Ferner möchte die Arbeit eine Antwort darauf liefern, ob die unterschiedlichen geographischen und infrastrukturellen Gegebenheiten in Berlin und Brandenburg eine Auswirkung auf die Effizienz der Träger haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 RECHTLICHE MÖGLICHKEITEN DER FREIHEITSENTZIEHUNG

2.1 DEFINITION DER FREIHEITSENTZIEHUNG

2.2 GRUNDGESETZ (GG)

2.3 BÜRGERLICHES GESETZBUCH (BGB)

2.4 KINDER- UND JUGENDHILFEGESETZ (SGB VIII)

2.5 JUGENDGERICHTSGESETZ (JGG)

2.5.1 Jugendarrest

2.5.2 Untersuchungshaft

2.5.3 Jugendstrafe

3 VERMEIDUNG VON UNTERSUCHUNGSHAFT

3.1 WEISUNGEN NACH JGG

3.2 MAßNAHMEN DES SGB VIII

3.3 EINSTWEILIGE UNTERBRINGUNG

3.3.1 Untersuchungshaftvermeidung in Berlin

4 EINRICHTUNGEN ZUR VERMEIDUNG VON UNTERSUCHUNGSHAFT IN BERLIN UND BRANDENBURG

4.1 DIE JUGENDHILFEEINRICHTUNG FROSTENWALDE

4.1.1 Entwicklung der Einrichtung

4.1.2 Rahmenbedingungen der Einrichtung

4.1.3 Rechtliche Voraussetzungen der Aufnahme

4.1.4 Aufnahmeverfahren

4.1.5 Betreuungskonzept

4.1.6 Praxis der Aufenthaltsgestaltung

4.1.7 Personelle Ausstattung

4.1.8 Finanzierung

4.1.9 Erfolg

4.2 DAS JUGENDAUFBAUWERK BERLIN

4.2.1 Entwicklung der Einrichtung

4.2.2 Rahmenbedingungen der Einrichtung

4.2.3 Rechtliche Voraussetzungen der Aufnahme

4.2.4 Aufnahmeverfahren

4.2.5 Betreuungskonzept

4.2.6 Praxis der Aufenthaltsgestaltung

4.2.7 Personelle Ausstattung

4.2.8 Finanzierung

4.2.9 Erfolg

5 GESCHLOSSENE UNTERBRINGUNG – PRO UND CONTRA

5.1 ENTWICKLUNG

5.2 DISKUSSION

5.3 BEWERTUNG DER ALTERNATIVEN

6 FAZIT

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Abschaffung geschlossener Heime in Berlin und Brandenburg zu einer erfolgreichen Reduzierung repressiver Maßnahmen gegen Jugendliche geführt hat oder ob dies in eine Zunahme der Untersuchungshaftgefangenen mündete. Ziel ist es, die Effizienz der Untersuchungshaftvermeidung durch offene Jugendhilfeeinrichtungen zu evaluieren und den Einfluss unterschiedlicher infrastruktureller Bedingungen auf die Arbeit der Träger zu analysieren.

  • Rechtliche Grundlagen der Freiheitsentziehung bei Jugendlichen.
  • Analyse von Instrumenten zur Vermeidung von Untersuchungshaft nach JGG und SGB VIII.
  • Detaillierte Vorstellung der Konzepte der Jugendhilfeeinrichtung Frostenwalde und des Jugendaufbauwerks Berlin.
  • Kritische Diskussion der Entwicklung von geschlossener zu offener Unterbringung.
  • Bewertung der Alternativen zur geschlossenen Unterbringung unter Berücksichtigung von Rückfallquoten.

Auszug aus dem Buch

4.1.6 Praxis der Aufenthaltsgestaltung

Die Jugendlichen erfahren eine individuelle Betreuung, Hilfe und Unterstützung rund um die Uhr. Die Unterbringung erfolgt in einer von sieben Gruppen, die jeweils separate Räumlichkeiten bewohnen und denen jeweils ein Betreuer zugeordnet ist, der sich um den konkreten Tagesablauf kümmert. Dieser ist klar strukturiert. Täglich werden verbindliche Absprachen für den jeweiligen Tag getroffen. Frühstück und Abendbrot werden durch die Jugendlichen selbst vorbereitet und mit den Betreuern gemeinsam eingenommen.

Während des Tages wird unter der Anleitung von Facharbeitern, Handwerkern und Gruppenpädagogen innerhalb und außerhalb der Einrichtung erfolgsorientiert in Projekten im Bereich Holz, Metall, Elektrotechnik, Malerei, Mauern sowie Garten- und Landschaftsbau in Werkstätten, Lernräumen und im Außenbereich gearbeitet. So werden z. B. die meisten Instandhaltungsarbeiten unter Anleitung von den Jugendlichen selbst durchgeführt. Für die Arbeit findet eine Entlohnung in Form eines geringen Taschengeldes statt, mit dem die Jugendlichen z. B. eigene Lebensmittel erwerben können. Das Geld wird vom Bezugsbetreuer verwaltet.

Im Rahmen der Perspektivplanung kann für Jugendliche, die eine erkennbare Entwicklung vollzogen haben, auch ein Einsatz in Handwerksfirmen, klein und mittelständischen Betrieben unterschiedlicher Gewerke der Region, zur weiteren Ausbildung handwerklicher Fähigkeiten in Form von Betriebspraktika erfolgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung thematisiert die Debatte um geschlossene Heime und Untersuchungshaft in Deutschland und führt in die Fragestellung ein, ob die Liberalisierung des Jugendrechts zu einer Abnahme repressiver Maßnahmen geführt hat.

2 RECHTLICHE MÖGLICHKEITEN DER FREIHEITSENTZIEHUNG: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen von Freiheitsentziehungen, insbesondere unter Bezugnahme auf Grundgesetz, BGB, SGB VIII und JGG, einschließlich der spezifischen Maßnahmen wie Jugendarrest und Untersuchungshaft.

3 VERMEIDUNG VON UNTERSUCHUNGSHAFT: Hier werden präventive Möglichkeiten wie ambulante erzieherische Hilfen und einstweilige Unterbringungen dargestellt, um eine Inhaftierung von Jugendlichen zu vermeiden.

4 EINRICHTUNGEN ZUR VERMEIDUNG VON UNTERSUCHUNGSHAFT IN BERLIN UND BRANDENBURG: Dieses Hauptkapitel bietet eine detaillierte Analyse der Konzepte, Aufnahmeverfahren und Erfolgsstatistiken der Jugendhilfeeinrichtung Frostenwalde sowie des Jugendaufbauwerks Berlin.

5 GESCHLOSSENE UNTERBRINGUNG – PRO UND CONTRA: Das Kapitel reflektiert die geschichtliche Entwicklung und die aktuelle gesellschaftliche Diskussion um geschlossene Heime sowie eine Bewertung der verfügbaren Alternativen.

6 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont den Wert der offenen Unterbringung als Alternative zur Haft und fordert eine verstärkte Kooperation zwischen den Institutionen sowie einen Ausbau der Hilfsangebote.

Schlüsselwörter

Untersuchungshaft, Jugendhilfe, Freiheitsentziehung, Jugendkriminalität, Prävention, Resozialisierung, Jugendgerichtsgesetz, SGB VIII, offene Unterbringung, Bewährungshelfer, Rückfallquote, Sozialpädagogik, Jugendaufbauwerk, Frostenwalde.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Konzepte zur Vermeidung von Untersuchungshaft bei Jugendlichen in Berlin und Brandenburg, insbesondere im Kontext der Abschaffung geschlossener Heime.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf die rechtlichen Grundlagen der Freiheitsentziehung, die praktische Umsetzung der Untersuchungshaftvermeidung in spezialisierten Einrichtungen und die Diskussion um geschlossene versus offene Unterbringungskonzepte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage ist, ob die Abschaffung geschlossener Heime zu einer tatsächlichen Abnahme repressiver Maßnahmen gegenüber Jugendlichen geführt hat oder ob im Gegenteil eine Zunahme der Inhaftierungen zu verzeichnen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus Literaturanalyse zu rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen sowie eine Auswertung der Konzepte und Statistiken der beiden untersuchten Einrichtungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den rechtlichen Grundlagen (JGG, SGB VIII) detailliert die Konzepte, Aufnahmeverfahren, Betreuungsansätze und Erfolge der Jugendhilfeeinrichtung Frostenwalde und des Jugendaufbauwerks Berlin gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Untersuchungshaftvermeidung, Jugendhilfe, offene Unterbringung, Jugendstrafrecht und Resozialisierung.

Warum ist die Arbeit insbesondere für Berlin und Brandenburg relevant?

Da diese beiden Länder unterschiedliche infrastrukturelle Ansätze verfolgen (Großstadtmodell Berlin vs. ländliche Einrichtung Frostenwalde), bietet der Vergleich wertvolle Erkenntnisse über die Effizienz verschiedener Trägerstrategien.

Welche Rolle spielt die "Verbindlichkeit" in den untersuchten Konzepten?

Verbindlichkeit wird in beiden Einrichtungen als zentraler pädagogischer Baustein gesehen, um Jugendlichen, die bisher keine Struktur kannten, den Weg in ein straffreies Leben und die Übernahme von Eigenverantwortung zu ebnen.

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Details

Title
Einrichtungen zur Vermeidung von Untersuchungshaft in Berlin und Brandenburg. Unterschiedliche Voraussetzungen und den Wegfall der geschlossenen Heime
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS  (Sozialpädagogik)
Course
Ausgewählte Problemfelder aus dem Bereich abweichendes Verhalten
Grade
1,0
Author
Diplom-Sozialpädagoge Marco Stölk (Author)
Publication Year
2003
Pages
78
Catalog Number
V21157
ISBN (eBook)
9783638248389
ISBN (Book)
9783638715560
Language
German
Tags
Vergleich Betrachtung Einrichtungen Vermeidung Untersuchungshaft Hinblick Voraussetzungen Berlin Brandenburg Wegfall Heime Ausgewählte Problemfelder Bereich Verhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Sozialpädagoge Marco Stölk (Author), 2003, Einrichtungen zur Vermeidung von Untersuchungshaft in Berlin und Brandenburg. Unterschiedliche Voraussetzungen und den Wegfall der geschlossenen Heime, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21157
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