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Soziale Schwierigkeiten autistischer Kinder, deren Auswirkungen auf das Belastungserleben der Eltern und Konsequenzen für Programme zur Förderung der sozialen Kompetenz

Titel: Soziale Schwierigkeiten autistischer Kinder, deren Auswirkungen auf das Belastungserleben der Eltern und Konsequenzen für Programme zur Förderung der sozialen Kompetenz

Diplomarbeit , 2004 , 111 Seiten , Note: 1

Autor:in: Antje Tuckermann (Autor:in)

Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel der Studie war es, die sozialen Schwierigkeiten von Kindern und Jugendlichen aus dem „Autismus-Spektrum“ und die Belastungen der Bezugspersonen auf Grund dieser Defizite zu erfassen. Dazu wurden 30 Mütter mit einem zweiteiligem Interview befragt. Im halbstrukturierten Teil des Interviews zeigte sich, dass der Ausbau der sozialen Fähigkeiten bei der Förderung ihrer Kinder für die Mütter eine große Rolle spielt. Innerhalb der sozialen Fähigkeiten sehen sie besondere Schwierigkeiten ihrer Kinder in den Bereichen „Freude am sozialen Kontakt“ und „Den sozialen Kontakt beeinträchtigendes Verhalten“. Weiterhin spielen die Förderung der Flexibilität sowie das Einhalten sozialer Regeln eine Rolle. Im strukturierten Teil des Interviews zeigte sich ein hoher Zusammenhang zwischen den Defiziten des Kindes und dem Belastungserleben der Mütter. Besonders hohe Belastungen ergaben sich in den Bereichen „Flexibilität“ und „Selbstkenntnis und Selbstachtung“. Das Alter hatte auf die Belastung keine Auswirkungen. Konsequenzen für Programme zur Förderung der sozialen Kompetenz werden diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer und empirischer Hintergrund

2.1 Diagnostische Kriterien

2.2 Epidemiologie des „Autismus-Spektrums“

2.3 Die soziale und emotionale Entwicklung von Menschen mit Autismus

2.3.1 Imitationsverhalten

2.3.2 Aufmerksamkeit auf soziale Reize

2.3.3 Entwicklung planvollen Handelns

2.3.4 Emotionales Erkennen und emotionaler Ausdruck

2.3.4.1 Emotionales Erkennen

2.3.4.2 Emotionaler Ausdruck

2.3.5 Soziale Regeln und der Umgang mit anderen

2.3.6 Selbstkenntnis & Selbstachtung

2.3.7 Den sozialen Kontakt beeinträchtigendes Verhalten

2.4 Die pragmatischen Aspekte der Kommunikation

2.4.1 Expressive Kommunikation und die Sprachproduktion

2.4.2 Rezeptive Kommunikation und das Sprachverständnis

2.5 Belastungserleben der Eltern

2.6 Theoretisch angenommenes Modell

2.7 Fragestellung und Hypothesen

3 Methode

3.1 Untersuchungsinstrumente

3.1.1 Halbstrukturiertes Interview

3.1.2 Strukturiertes Interview

3.1.2.1 Die Unterskalen des strukturierten Interviews

3.2 Durchführung und Stichprobe

3.2.1 Rekrutierung der Stichprobe

3.2.2 Durchführung der Untersuchung

3.2.3 Beschreibung der Stichprobe

3.2.3.1 Demographische Angaben der Mütter

3.2.3.2 Demographische Angaben der Kinder

3.3 Analyseverfahren

4 Ergebnisse

4.1 Ergebnisse des halbstrukturierten Interviews

4.1.1 Deskriptive Auswertung der inhaltlichen Bereiche der Förderung

4.1.2 Deskriptive Auswertung der sozialen Schwierigkeiten

4.2 Analyse des strukturierten Interviews

4.3 Ergebnisse des strukturierten Interviews

4.3.1 Zusammenhang zwischen den sozialen Defiziten und der Gesamtbelastung

4.3.2 Vergleich der Belastungsmittelwerte der einzelnen Skalen mit der Gesamtbelastung

4.3.3 Zusammenhang zwischen der Belastung und dem Alter

5 Diskussion

5.1 Eignung des Interviews

5.2 Interpretation der Ergebnisse

5.3 Grenzen der Studie

5.4 Konsequenzen für Programme zur Förderung der sozialen Kompetenz

Zielsetzung und Themen

Die Diplomarbeit untersucht die sozialen Defizite von Kindern und Jugendlichen aus dem Autismus-Spektrum sowie deren Auswirkungen auf das Belastungserleben der Eltern, um daraus methodische Konsequenzen für Förderprogramme abzuleiten.

  • Erfassung spezifischer sozialer Schwierigkeiten von Kindern mit Autismus.
  • Analyse des Belastungserlebens von Müttern autistischer Kinder.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen kindlichen Defiziten und elterlicher Belastung.
  • Entwicklung und Überprüfung eines Interviews zur Messung sozialer Fähigkeiten.
  • Diskussion der Konsequenzen für die soziale Kompetenzförderung.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Imitationsverhalten

Das Imitationsverhalten ist nach Arnold, Eysenck und Meili (1997) die „Tendenz, motorische, kognitive, soziale und emotionale Verhaltensweisen eines – auch symbolischen – Vorbilds zu kopieren“ (S. 1443). Die Imitation erlaubt es dem Menschen, komplexe Verhaltensmuster in relativ kurzer Zeit zu erlernen. Neugeborene können bereits kurz nach der Geburt Gesichtszüge nachahmen. Sie imitieren in den ersten Lebenswochen bei anderen beobachtete Verhaltensweisen, öffnen dabei zum Beispiel den Mund oder drehen den Kopf (Meltzoff & Moore, 1992). Das Gespür für körperliche Bewegungen und die Gewöhnung an Gesichter sind die Grundlage für jede soziale Interaktion.

Die neuropsychologische Voraussetzung der Imitation sieht Meltzoff (1990) in der angeborenen Fähigkeit von Neugeborenen, die Sinneseindrücke unterschiedlicher Modalität (taktil, sensorisch, auditiv) miteinander zu verbinden. Nach Aitken und Trevarthen (1997) ist die Neugeborenenimitation Ausdruck der Fähigkeit, exterozeptive mit interozeptiven Informationen zu verbinden und darüber den Bedeutungsgehalt sozialer Reize nachzuvollziehen. Für Meltzoff und Gopnik (1993) stellt die frühe Imitation eine Voraussetzung für sämtliche soziale Lernerfahrungen dar. Wenn bei autistischen Kindern bereits eine grundlegende Störung der Imitationsfähigkeit vorliegt, können diese Kinder von Geburt an nicht an den normalen sozialen Interaktionen teilnehmen (Kusch & Petermann, 2001). Nach Ansicht von Meltzoff und Gopnik (1993) fehlen ihnen dadurch grundlegende Erfahrungen, die Voraussetzungen für intentionales Handeln und für das Interesse an den Absichten anderer Personen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der sozialen Kompetenzdefizite bei autistischen Kindern und die damit verbundene Belastung für Familien.

Theoretischer und empirischer Hintergrund: Darstellung des aktuellen Forschungsstands zu Autismus, relevanten sozialen Entwicklungsbereichen und der elterlichen Belastungssituation.

Methode: Beschreibung des entwickelten zweiteiligen Messinstruments und der Durchführung der Untersuchung an 30 Müttern.

Ergebnisse: Detaillierte Darstellung der deskriptiven und korrelationsanalytischen Auswertung der Interviews.

Diskussion: Kritische Reflexion der Untersuchungsergebnisse und Ableitung von Empfehlungen für die Gestaltung von Förderprogrammen.

Schlüsselwörter

Autismus-Spektrum, soziale Kompetenz, elterliches Belastungserleben, Imitationsverhalten, soziale Interaktion, Kommunikation, Asperger-Störung, Frühkindlicher Autismus, Flexibilität, Selbstkenntnis, Selbstachtung, strukturiertes Interview, Förderprogramme, Familienbelastung, soziale Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie soziale Defizite bei Kindern und Jugendlichen aus dem Autismus-Spektrum das Belastungserleben der Eltern beeinflussen und welche Konsequenzen dies für die Förderung der sozialen Kompetenz hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten autistischer Kinder sowie deren Einfluss auf die psychische und physische Belastung der Hauptbezugspersonen.

Welches ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel besteht darin, durch eine empirische Untersuchung Zusammenhänge zwischen den kindlichen Defiziten und der elterlichen Belastung nachzuweisen, um daraus fundierte Ansätze für effektive Förderprogramme abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin hat ein eigens für die Studie entworfenes, zweiteiliges Interview (halb-strukturiert und strukturiert) eingesetzt, das an 30 Müttern durchgeführt und statistisch (SPSS 10.0) ausgewertet wurde.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der autistischen Entwicklungsschwierigkeiten und einen empirischen Ergebnisteil, der Korrelationen zwischen Verhaltensweisen der Kinder und Belastungswerten der Eltern analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Autismus-Spektrum, soziale Kompetenz, elterliches Belastungserleben, Kommunikation, soziale Regeln, Flexibilität sowie die Förderung sozialer Fähigkeiten.

Warum haben sich bestimmte Bereiche als besonders belastend für die Eltern herausgestellt?

Insbesondere Defizite in den Bereichen „Flexibilität“ und „Selbstkenntnis und Selbstachtung“ wurden von den Müttern als überdurchschnittlich belastend eingestuft, da diese Fähigkeiten für die Bewältigung des Alltags und die allgemeine soziale Anpassung zentral sind.

Welche Bedeutung haben Fördergruppen für autistische Kinder laut dieser Arbeit?

Die Autorin plädiert dafür, den Fokus von rein einzeltherapeutischen Settings weg zu einer natürlichen Lernumgebung in Gruppen zu verschieben, um soziale Erfahrungen in einem geschützten Rahmen zu ermöglichen und den Transfer erlernter Fähigkeiten zu erleichtern.

Ende der Leseprobe aus 111 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Soziale Schwierigkeiten autistischer Kinder, deren Auswirkungen auf das Belastungserleben der Eltern und Konsequenzen für Programme zur Förderung der sozialen Kompetenz
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Psychologisches Insitut)
Note
1
Autor
Antje Tuckermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
111
Katalognummer
V21164
ISBN (eBook)
9783638248440
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Schwierigkeiten Kinder Auswirkungen Belastungserleben Eltern Konsequenzen Programme Förderung Kompetenz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Antje Tuckermann (Autor:in), 2004, Soziale Schwierigkeiten autistischer Kinder, deren Auswirkungen auf das Belastungserleben der Eltern und Konsequenzen für Programme zur Förderung der sozialen Kompetenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21164
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