Personalmanagement in Russland


Hausarbeit, 2006
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Professionalisierung der Personalarbeit

3. Personalwirtschaftliche Aufgabenfelder und Instrumente des Personalmanagements
3. 1. Personalplanung
3. 2. Personalbeschaffung
3. 2. 1. . Internetsuche und Anzeigen in russischen Spezialzeitungen
3. 2. 2. Recruiting-Börsen
3. 2. 3. Personalleasing
3. 2. 4. Internationale oder lokale Personalagenturen
3. 2. 5. Graduate Recruitment und Public Relations
3. 2. 6. Headhunter
3. 3. Personalauswahl
3. 3. 1. Instrumente
3. 3. 2. Kriterien
3. 4. Personalentwicklung: Betriebliche Aus- und Weiterbildung
3. 4. 1. Inhalte
3. 4. 2. Methoden
3. 5. Arbeitrechtliche Rahmenbedingungen
3. 6. Personalkosten und Steuern
3. 7. Personalführung und Arbeitsbeziehungen
3. 8. Problem- und Konfliktmanagement
3. 8. 1. Informelle Netzwerke
3. 8. 2. Vor Diebstahl nicht gefeit

4. Interkulturelle Aspekte des Personalmanagements
4. 1. Arbeitseinstellung: Beziehungsorientierung und der russische Kollektivgeist
4. 2. Hierarchiendenken
4. 3. Bescheidenheit ist eine Zier
4. 4. Das Talent zum Improvisieren
4. 5. Zeit muss nicht Geld sein

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„’Die Kader entscheiden alles!’ wusste schon Lenin vor über Hundert Jahren. Doch auch wenn die Zeit nicht nur über Lenins Terminologie gegangen ist, gilt auch gerade in Russland: Personalmanagement ist ein entscheidender Faktor.“

Thomas Brand

Politisch gesehen, ist Russland kein kommunistisches Land mehr, wirtschaftlich schaffte das Land den schnellen, aber für die eigene Bevölkerung schmerzhaften Übergang zum ‚puren’ Kapitalismus, vor allem durch die Privatisierung von staatlichen Betrieben durch Oligarchen, durch eine Hyperinflation und eine Abwertung des Rubels sowie durch die Wirtschaftskrisen von 1994 und 1998. Heute lässt sich deutlich erkennen, dass Russland voll in die Weltwirtschaft integriert ist, das heißt, dass die aktuellen Probleme der Weltwirtschaft und die aktuellen Prozesse in den globalen Unternehmen auch in Russland spürbar sind. Russland ist kein Hoffnungsträger mehr, sondern ein echter und wichtiger Partner und Wettbewerber.

In dieser Arbeit sollen (interkulturelle) Aspekte des Personalmanagements in Russland beschrieben werden. Besonderes Augenmerk soll hierbei darauf gerichtet werden, wie stark sich das Personalmanagement in Russland vom deutschen Personalmanagement unterscheidet.[1] Persönliche Erfahrungen aus dem Geschäftsleben in Russland und Deutschland, sowie die Lektüre von Fachliteratur lassen folgende Hypothese zu, die in der Arbeit untersucht werden soll: Das Personalmanagement steckt in Russland noch ‚in den Kinderschuhen’.

2. Professionalisierung der Personalarbeit

Die Professionalisierung des Personalmanagements in Russland hängt in starkem Maß von der Größe der Unternehmen und Einfluss westlicher Firmen ab. Dabei kann sicher davon ausgegangen werden, dass in Russland insgesamt noch nicht der Stand professioneller Aufgabenrealisierung wie in westlichen Staaten erreicht wurde.

3. Personalwirtschaftliche Aufgabenfelder und Instrumente des Personalmanagements

In vielen Unternehmen in Russland kann ein erhebliches Qualifikationsdefizit der Mitarbeiter in den Personalbereichen festgestellt werden. Das betrifft vor allem fehlende arbeitsrechtliche, soziologische und psychologische Kenntnisse. Die Personalabteilungen sind normalerweise klein. Die Hauptaufgaben sind Einstellungen und Entlassungen sowie Personalverwaltung und -statistik.

3. 1. Personalplanung

Die Planung erfolgt gewöhnlich induktiv und trägt kurz- beziehungsweise mittelfristigen Charakter. Ein deduktiver Planungsprozess ist wenig ausgeprägt. Eine langfristige strategische Unternehmungsplanung fehlt in russischen Unternehmen so gut wie völlig. Schriftliche strategische Pläne gibt es somit nur in Ausnahmefällen. Viele Manager meinen, keine Zeit für eine langfristige Planung zu haben, da sie voll mit dem „Kampf ums tägliche Überleben“ (Baumgart/Jänecke2005: 221) beschäftigt seien.

3. 2. Personalbeschaffung

Sucht man einen Mitarbeiter in Russland, so sind hierfür die gleichen Suchmöglichkeiten wie in Deutschland vorhanden: vom Internet bis zu einer Personalberatung (vgl. Kachcharova 2003: 65).

3. 2. 1. Internetsuche und Anzeigen in russischen Spezialzeitungen

Die Internetsuche ist heutzutage eine der wichtigsten Jobsuchmöglichkeiten. Es gibt sehr viele reine ‚Internetjobbörsen’, die eine große Auswahl an Jobinteressenten verfügen.[2]

Ähnlich wie in der ‚Süddeutschen Zeitung’ oder in der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ kann man in der führenden russischen Wirtschaftszeitung ‚Vedomosti’ Jobanzeigen finden. Jedoch bietet ‚Vedomosti’ ein wesentlich kleineres Jobangebot. Außerdem gibt es in Russland eine Reihe von Spezialzeitungen für die Jobsuche, wie z. B. ‚Rabota dlja Vas’ (‚Arbeit für Sie’) und ‚Iz ruk v ruki’ (‚Aus einer Hand in die andere’) (vgl. ebd. 2003: 69).

3. 2. 2. Recruiting-Börsen

Recruiting-Börsen existieren auch in Russland. Allerdings ist die Möglichkeit, einen Job oder einen Mitarbeiter zu finden, weniger erfolgreich: Es bedarf zu ihrer Nutzung russischer Sprachkenntnisse. In den meisten Fällen macht es Sinn, die Börsen bei den entsprechenden Stadtgemeinden zu besuchen. Insbesondere wenn man nach einem wenig qualifizierten Mitarbeiter sucht, können diese Recruiting-Börsen behilflich sein (vgl. ebd. 2003: 79).

3. 2. 3. Personalleasing

Personalleasing spielt mit ca. 20 % des Umsatzes der Personalvermittler noch eine kleine Rolle, wohl auch, weil der rechtliche und steuerliche Rahmen noch unklar ist. In Deutschland macht das Personalleasing hingegen bis zu 80 % aus (vgl. Brand 2005: 43).

3. 2. 4. Internationale oder lokale Personalagenturen

Fast alle international tätigen Personalberatungsgesellschaften[3] haben eine Niederlassung in Russland. Allerdings muss man feststellen, dass die internationalen Personalberatungen überwiegend nur bei der Topmanagersuche helfen können. „Vielfach wird die Seriosität einiger lokaler Personalvermittlungsagenturen in Frage gestellt und die Vermutung geäußert, dass für diese bei der Vermittlung von Bewerbern seltener deren Qualifikationen als vielmehr persönliche Bekanntschaften oder die Höhe der gezahlten ‚Schmiergelder’ ausschlaggebend sind“ (Holtbrügge 2006: 327).

3. 2. 5. Graduate Recruitment und Public Relations

Angesichts des eklatanten Mangels an Managementprofis in Russland werden Personalverantwortliche verstärkt selbst aktiv, etwa durch die Kooperation mit Bildungseinrichtungen. Zu solchen Eigeninitiativen zählen Präsenz und Präsentationen in Hochschulen und populäre Business Schools, die aktive Teilnahme an Absolventen-Workshops, Messen und Stellenbörsen, aber auch Karriereberatungen und Praktika-Angebote. Eine zwar aktive, jedoch bewusst indirekte und breit gestreute Methode ist die personalbeschaffungsorientierte Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) sowohl in Form der klassischen Werbung als auch Firmenpräsentationen bei universitären Veranstaltungen (vgl. Kachcharova 2003: 79).

3. 2. 6. Headhunter

Angesichts eines auffallenden Führungskräftemangels ist es für russische Unternehmen etwa Routine geworden, gut verdienende Topkandidaten direkt anzusprechen (Headhunting). Die Anbietergruppe wird dominiert von lokalen Filialen westlicher ‚Branchenmultis’[4] Einige Großunternehmen haben mit dem Aufbau von ‚Inhouse-Headhunting’ begonnen und entwickeln Leute aus dem eigenen Haus zu Abwerbeprofis (vgl. ebd. 2003: 76).

[...]


[1] Die Wahl meines Themas ist nicht zufällig. Schon jetzt lässt sich feststellen, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sowohl in der Breite als auch in der Tiefe zugenommen haben. Da ich selber aus Russland komme und seit 4 Jahren in Deutschland studiere, möchte ich gerne interkulturelle Aspekte des Personalmanagements beider Länder miteinander vergleichen.

[2] Zu den bekanntesten Jobportalen gehören: http://www.job.ru und http://www.jobsearch.ru.

[3] Zu den bekanntesten und erfolgreichsten Personalberatungsgesellschaften in Russland gehören: Ankor, Ward Howell International, Kelly Servies CIS, Penny Lane Personal, Kontakt, Morgen Hunt, Manpower CIS, Inc., The Russian Connection, Metropolis sowie VIS-A-VIS Kontakt.

[4] Ward Howell, Egor Zehnder International (Schweiz), Korn/Ferry International, Hill International (Österreich), Ampor Hever (Schweiz), H. Neumann International Business Consultancy (Österreich), Antal International sowie Morgan Hunt.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Personalmanagement in Russland
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
15
Katalognummer
V211837
ISBN (eBook)
9783656404156
ISBN (Buch)
9783656406150
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Personalmanagement in Russland, PM in Russland
Arbeit zitieren
Magister Artium Irina Petrova (Autor), 2006, Personalmanagement in Russland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211837

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