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Kritische Analyse der Liberalisierung im Postsektor durch Mindestlöhne

Title: Kritische Analyse der Liberalisierung im Postsektor durch Mindestlöhne

Diploma Thesis , 2012 , 74 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Riekes (Author)

Economy - Theory of Competition, Competition Policy
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Mit dem „Grünbuch über die Entwicklung des Binnenmarktes für Postdienste“ wurde die Grundlage für die Liberalisierung der Postmärkte in Europa geschaffen.Die Ziele hierbei waren insbesondere die Entmonopolisierung, Entstaatlichung sowie die stufenweise kontrollierte Liberalisierung.Das Nachfolgeunternehmen der Deutschen Bundespost, die Deutsche Post AG, hatte in Deutschland das alleinige Recht (Exklusivlizenz) zur entgeltlichen Briefbeförderung.Durch eine stufenweise Absenkung der Wert- und Gewichtsgrenzen wurde jedoch der Briefmarkt in Deutschland, entsprechend der europäischen Vorgaben, immer weiter für den Wettbewerb geöffnet.Im Jahr 2007 umfasste die Exklusivlizenz nur noch Briefsendungen bis 50 Gramm.Zum 01.Januar 2008 sollte diese endgültig aufgehoben werden.Die Liberalisierung des deutschen Postmarktes wäre damit abgeschlossen.

Im Vorfeld der Marktöffnung wurden bereits im Jahr 2006 die Arbeitsbedingungen der Wettbewerber der DPAG von gewerkschaftlicher Seite thematisiert.Die Nicht-existenzsichernden Löhne sowie die diskontinuierlichen Arbeitsverträge würden zu einer Prekarisierung der dort beschäftigten Arbeitnehmer führen.Die Entwicklung der Europäischen Postmärkte und der gewerkschaftliche Druck führten zu einer Diskussion im politischen Raum über die Einführung von Mindestlöhnen im Postmarkt.Diese sollten sicherstellen, dass der Wettbewerb im Briefmarkt nicht zu Lasten von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen realisiert würde.Die Einführung der Postmindestlöhne in Deutschland wurde von einer großen öffentlichen Debatte begleitet und war sehr umstritten.Im Kern der Diskussion wurde besonders über die Höhe der Mindestlöhne gestritten.Der Postmindestlohn wurde im Dezember 2007 im Bundestag verabschiedet.Die Verordnung traf zeitgleich mit der vollständigen Öffnung des Postmarktes zum 01. Januar 2008 in Kraft.

Unter ökonomischen Gesichtspunkten ist nun die Wirkung der Mindestlohnregelung auf die Entwicklung im Postmarkt von Interesse.Durch die Aufhebung des bisher reservierten Bereiches sollte ein uneingeschränkter Wettbewerb im Postmarkt ermöglicht werden.Da jedoch zeitgleich die Mindestlohnverordnung wirksam wurde, wird nun untersucht, ob die Einführung des Mindestlohnes Auswirkungen auf die Wettbewerbs-/Beschäftigungsentwicklung im Postmarkt hatte.Die Argumente die zur Einführung des Mindestlohnes geführt haben, werden nachfolgend analysiert und anschließend bewertet.Im Mittelpunkt wird die Höhe der festgelegten Mindestlöhne analysiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Monopol vs. Wettbewerbsmarkt

2.2 Die Preisbildung auf dem Arbeitsmarkt

2.3 Administrative Eingriffe in Wettbewerbsmärkte – Mindestlöhne in der Theorie

3 Die Liberalisierung der Postmärkte in Europa

3.1 Die Postdienste in Deutschland nach 1945 und ihre Rolle im Wandel der Zeit

3.2 Die deutsche Postreform

3.3 Die europäische Postreform

3.4 Die Entwicklung des Wettbewerbs auf bereits vollständig liberalisierten Postmärkten

4 Die Diskussion um die Einführung des Postmindestlohnes

4.1 Die Argumente der Befürworter

4.1.1 Die Position der Gewerkschaften

4.1.2 Die Position der Deutschen Post

4.1.3 Die Position der Bundesregierung

4.2 Effizienzeffekte von Mindestlöhnen im Postsektor

4.3 Mindestlöhne in Europa

4.3.1 Der Mindestlohn in Großbritannien

4.3.2 Der Mindestlohn in den Niederlanden

4.3.3 Der Mindestlohn in Frankreich

4.3.4 Die gesetzlichen Mindestlöhne in Europa

5 Auswirkungen des Postmindestlohnes

5.1 Beschäftigungseffekte des Postmindestlohnes

5.2 Die Auswirkungen des Mindestlohnes auf den Wettbewerb im Postmarkt

6 Kombilöhne als verteilungspolitische Alternative zum gesetzlichen Mindestlohn

6.1 Das Modell der negativen Einkommenssteuer

6.2 Die Magdeburger Alternative

7 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Einführung eines Postmindestlohnes in Deutschland die Liberalisierung des Postsektors behindert oder konterkariert. Dabei wird analysiert, inwieweit Mindestlöhne als Marktzutrittsbarrieren wirken und welche ökonomischen Konsequenzen für Wettbewerber und Beschäftigung daraus resultieren.

  • Analyse der theoretischen Auswirkungen von Mindestlöhnen auf Wettbewerbsmärkte.
  • Darstellung der Liberalisierungsprozesse der Postmärkte in Deutschland und Europa.
  • Untersuchung der politischen Argumentationslinien zur Einführung des Postmindestlohns.
  • Bewertung von Alternativmodellen zum Mindestlohn, wie Kombilohnmodelle.

Auszug aus dem Buch

2.1 Monopol vs. Wettbewerbsmarkt

Im folgenden Kapitel werden die unterschiedlichen Eigenschaften von Wettbewerbs und Monopolmärkten gegenübergestellt. Zum leichteren Verständnis sollen dabei die beiden Extremformen Vollkommener Markt und Monopol im Hinblick auf die Preisbildung sowie die daraus resultierende gesamtwirtschaftliche Effizienz miteinander verglichen werden. Zunächst ist es jedoch erforderlich, kurz einige Grundbegriffe sowie die Funktion des Marktmechanismus zu erläutern. In der Abbildung 1 ist der Marktmechanismus dargestellt. Märkte entstehen dabei durch das Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage. Die Angebotskurve (S) stellt dabei die Menge (q) eines Produktes dar, die ein Produzent zu einem bestimmten Preis (P) verkaufen will. Dabei ist zu beachten, je höher der Preis je Einheit, desto größer ist die Menge die die Unternehmen produzieren bzw. verkaufen möchten. Daher verläuft die Angebotskurve positiv. Die Nachfragekurve (D) gibt an welche Menge eines Gutes zu welchem Preis gekauft wird. Hierbei gilt, je höher der Preis ist, desto niedriger ist die nachgefragte Menge. Daher verläuft die Nachfragefunktion negativ. Im Schnittpunkt der Angebots- und Nachfragekurve bildet sich der Marktpreis (G). Dieser dient als Koordinationshilfe und reguliert die Menge der zu tauschenden Güter und die Gewinne der Tauschpartner.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Liberalisierung des Postmarktes in Deutschland und die damit verbundene politische Debatte über die Einführung eines Postmindestlohnes als Instrument zur Absicherung von Wettbewerbsbedingungen.

2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die ökonomischen Konzepte des vollkommenen Wettbewerbs, der Preisbildung auf dem Arbeitsmarkt und die theoretischen Effekte administrativer Markteingriffe wie Mindestlöhne.

3 Die Liberalisierung der Postmärkte in Europa: Hier wird der historische Prozess der Postreformen in Deutschland und Europa dargestellt sowie die Marktentwicklung unter den Bedingungen der schrittweisen Liberalisierung analysiert.

4 Die Diskussion um die Einführung des Postmindestlohnes: Dieses Kapitel widmet sich der politischen Debatte um Lohnuntergrenzen, den Argumenten der Befürworter (Gewerkschaften, Regierung, Deutsche Post) und vergleicht internationale Mindestlohnmodelle.

5 Auswirkungen des Postmindestlohnes: Hier werden die empirischen Ergebnisse zu Beschäftigungseffekten und die Auswirkungen auf den Wettbewerb im Postsektor detailliert untersucht und bewertet.

6 Kombilöhne als verteilungspolitische Alternative zum gesetzlichen Mindestlohn: Das Kapitel stellt alternative Ansätze zur sozialen Absicherung vor, insbesondere das Modell der negativen Einkommenssteuer und die Magdeburger Alternative.

7 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick: Der Autor resümiert, dass der Postmindestlohn als Marktzutrittsbarriere gewirkt hat und eine marktkonforme Wettbewerbsentwicklung erschwerte, wobei zukünftige Entwicklungen von einheitlichen Rahmenbedingungen in Europa abhängen.

Schlüsselwörter

Postsektor, Liberalisierung, Mindestlohn, Deutsche Post, Wettbewerb, Marktzutrittsbarriere, Arbeitsmarkt, Beschäftigungseffekte, Postreform, Sozialklausel, Kombilohn, Negative Einkommenssteuer, Magdeburger Alternative, Postgesetz, Wettbewerbsverzerrung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Einführung eines spezifischen Mindestlohns für den Postsektor in Deutschland im Kontext der europäischen Marktliberalisierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die ökonomische Theorie der Marktregulierung, die Geschichte der Postreformen in Europa und Deutschland sowie die arbeitsmarktpolitischen Folgen von Mindestlohnregelungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin zu untersuchen, ob der Postmindestlohn tatsächlich faire Wettbewerbsbedingungen schuf oder ob er als Marktzutrittsbarriere fungierte, die den Wettbewerb zulasten kleinerer Anbieter verzerrte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische fundierte Analyse ökonomischer Marktmechanismen, ergänzt durch die Auswertung empirischer Studien und regulatorischer Entwicklungen im Postsektor.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der politischen Argumentation, dem Vergleich internationaler Mindestlohnmodelle (Großbritannien, Niederlande, Frankreich) und den empirischen Auswirkungen des deutschen Postmindestlohns auf Unternehmen und Beschäftigung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Postsektor, Liberalisierung, Mindestlohn, Deutsche Post, Wettbewerb, Marktzutrittsbarrieren und Beschäftigungseffekte sind die Kernbegriffe.

Warum wurde der Postmindestlohn in Deutschland eingeführt?

Der Mindestlohn wurde primär aus verteilungspolitischen Motiven gefordert, um Dumpinglöhne bei neuen Wettbewerbern zu verhindern und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bei der Deutschen Post zu schützen.

Welche Rolle spielte die Deutsche Post (DPAG) bei dieser Einführung?

Die DPAG trat als prominenter Befürworter des Mindestlohns auf, da sie hoffte, durch die Verteuerung der Lohnkosten bei der Konkurrenz ihre eigene Marktführerschaft gegen günstigere Wettbewerber abzusichern.

Welche Alternativen zu einem Mindestlohn werden diskutiert?

Als Alternativen werden das Modell der negativen Einkommenssteuer und die Magdeburger Alternative vorgestellt, die das Ziel der sozialen Absicherung ohne die wettbewerbsverzerrenden Effekte eines starren Mindestlohns erreichen sollen.

Wie bewertet der Autor die Auswirkungen auf den Wettbewerb?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Postmindestlohn als Marktzutrittsbarriere wirkte, die den Wettbewerb bremste und die Marktanteile des ehemaligen Monopolisten festigte.

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Details

Title
Kritische Analyse der Liberalisierung im Postsektor durch Mindestlöhne
College
Academy of Administration and Economy Gießen
Grade
1,0
Author
Christian Riekes (Author)
Publication Year
2012
Pages
74
Catalog Number
V211864
ISBN (eBook)
9783656395386
ISBN (Book)
9783656395508
Language
German
Tags
Deutsche Post Mindestlöhne Wettbewerb Arbeitsmarkt Postmarkt Kombilöhne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Riekes (Author), 2012, Kritische Analyse der Liberalisierung im Postsektor durch Mindestlöhne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211864
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