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Der DRS-20 Konzernlagebericht

Eine kritische Analyse der erforderlichen Änderungen der Konzernlageberichterstattung unter besonderer Berücksichtigung von Kreditinstituten

Title: Der DRS-20 Konzernlagebericht

Bachelor Thesis , 2013 , 62 Pages

Autor:in: Christin Kösling (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Das Dilemma der Konzernlageberichterstattung: Einerseits sind die Mutterunternehmen gesetzlich verpflichtet nach § 315 HGB bestimmte Inhalte und Vorgaben einzuhalten, um etwaige Schadensersatzforderungen, beispielsweise bei einer Kreditgewährung aufgrund eines falschen Lageberichtes,abzuwenden. Andererseits kann die Preisgabe von zu detaillierten Informationen,die durchLieferanten, Großkunden und der Konkurrenz genutzt werden, zu Wettbewerbsnachteilen führen. Es liegt in der Kunst des Unternehmens einen für alle Seiten zufriedenstellenden „Weg“ bei der Konzernlageberichterstattung zu finden. Der Tätigkeitsbericht des Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR)belegte, dass dieser „Weg“nicht überall gefunden wurde. Von 110analysierten Lageberichten aus dem Geschäftsjahr 2011 waren 25 Prozent nicht korrekt aufgestellt.Besonders auffällig war dabei die schlechte Berichterstattungsqualität beim Prognose-und Risikobericht.Durch die Diskrepanz zwischen der gegenwärtigen Qualität der Konzernlageberichte und den eigentlichen Erwartungen erhält der Adressat einen zugeringen Informationsnutzen.Dabei sind aussagekräftige vergangenheits- und zukunftsorientierte Informationen zwingend erforderlich, um sich ein zutreffendes Bild über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens machen zu können. Dennoch liegt die schlechte Qualität der Berichterstattung nicht nur an der Zurückhaltung bei der Veröffentlichung von detaillierten Informationen, sondern auch an der Prognoseschwierigkeit, den unzureichenden Vorgaben zur Lageberichterstattung des Handelsgesetzbuches und an denvom Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC)weniger konkret formulierten bzw. zu unterschiedlichem Verständnis führenden Standards zur Konzernlageberichterstattung. Das Ziel des DRSC,die Qualität durch Verbesserung des Informationsgehaltes beruhend auf dem Grundsatz der Wesentlichkeit zu erhöhen sowie ein einheitliches Sachverständnis zur Vergleichbarkeit der Konzernlageberichte zu gewährleisten, ist, wie es der Prüfungsbericht des DPR belegt,nicht erreicht worden. Daher wurde vom Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) am 02.11.2012 ein neuer Deutscher Rechnungslegungs Standard Nr. 20 Konzernlagebericht verabschiedet. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Konzernlageberichterstattung

3. Kritische Analyse der Änderungen des neu geschaffenen DRS 20

3.1. Besseres einheitliches Verständnis durch Erweiterung bzw. Anpassung des Definitionskataloges

3.2. Reduzierung der Informationsüberflutung bzw. des Detaillierungsgrades für kleinere Konzerne durch die Einführung neuer Grundsätze

3.3. Vergleich der Gliederungsänderungen unter Berücksichtigung der Neuerungen zur primär retrospektiven Berichterstattung

3.4. Erhöhung der Anforderungen im Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.4.1. Reduzierung des Prognosezeitraumes vs. Erhöhung der Prognosegenauigkeit

3.4.2. Konkretisierung der Regularien zum Risikomanagementsystem, zur Risikoquantifizierung und Gesamtrisikolage

3.4.3. Aufwertung der Chancenberichterstattung

4. Untersuchung des Prognose-, Risiko- und Chancenberichtes der Berliner Volksbank eG und deren durch die Neuerungen des DRS 20 hervorgerufenen Handlungsbedarfs

4.1. Bewertung der Prognoseberichterstattungsqualität und des Handlungsbedarfs

4.2. Bewertung der Risiko-/Chancenberichterstattungsqualität und des Handlungsbedarfs unter Berücksichtigung der branchenspezifischen Neuerungen für Kreditinstitute

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert kritisch die Neuerungen des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 20 (DRS 20) im Vergleich zu den Vorgängerstandards. Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit der DRS 20 die Qualität und Vergleichbarkeit von Konzernlageberichten verbessert und welche Anpassungen für Kreditinstitute, illustriert am Beispiel der Berliner Volksbank eG, notwendig werden.

  • Analyse der Änderungen in den Definitionskatalogen und Berichtsgrundsätzen.
  • Kritische Würdigung der neuen Anforderungen an Prognose-, Risiko- und Chancenberichte.
  • Untersuchung branchenspezifischer Anforderungen für Kreditinstitute.
  • Bewertung des Handlungsbedarfs für die Berliner Volksbank eG unter Berücksichtigung des neuen Standards.
  • Diskussion von Interpretationsspielräumen und der Zielerreichung durch das DRSC.

Auszug aus dem Buch

3. Kritische Analyse der Änderungen des neu geschaffenen DRS 20

Die Zielsetzung der Konzernlageberichterstattung nach DRS 20.3 ist es, Rechenschaft über die Verwendung der anvertrauten Ressourcen im Berichtszeitraum abzulegen und dem verständigen Adressaten die Möglichkeit zu geben, sich ein passendes Bild über den Geschäftsverlauf, die Lage und die vermutliche Konzernentwicklung mit den daraus resultierenden Chancen und Risiken machen zu können. Es heißt nun „verständigen Adressaten“ anstatt „sachverständigen Adressaten“ (vgl. DRS 20.3, 20.12, 20. 29). Im DRS 20 wird dieses Wortpaar, wie in der Zielsetzung zur Berichterstattung des neuen DRS 20 zu erkennen ist, unbegründet abgeändert. Dabei benutzen die deutsche Rechtsprechung sowie das deutsche Bilanzrecht die Bezeichnung des „sachverständiges Adressaten“ wie an dem folgenden Beispiel zu erkennen ist:

„Nach § 238 Abs. 1 HGB muss die Buchführung so beschaffen sein, dass sie einem ‚sachverständigen Dritten‘ innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Unternehmenslage vermitteln kann.“

Die Streichung des Wortes „sach“ könnte bedeuten, dass der Adressatenkreis somit erweitert wird. Der Kenntnisstand eines „verständigen Adressaten“ ist geringer als der eines „Sachverständigen“. Dieses führt somit zu umfangreicheren Erklärungen zur Unternehmenslage, die bisher beim sachverständigen Adressaten vorausgesetzt werden konnten. Ob diese Intention bei der Änderung des Begriffspaars vorlag, bleibt unklar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert das Problem der Konzernlageberichterstattung zwischen gesetzlicher Pflicht und Wettbewerbsnachteilen und leitet die Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit ab.

2. Grundlagen der Konzernlageberichterstattung: Vermittelt die historische Entwicklung und die gesetzlichen bzw. empfehlenden Grundlagen (HGB, DRS 20) der Konzernlageberichterstattung.

3. Kritische Analyse der Änderungen des neu geschaffenen DRS 20: Detaillierte Untersuchung der inhaltlichen Neuerungen, Grundsätze und Berichterstattungspflichten unter Einbeziehung von Fachstellungnahmen.

4. Untersuchung des Prognose-, Risiko- und Chancenberichtes der Berliner Volksbank eG und deren durch die Neuerungen des DRS 20 hervorgerufenen Handlungsbedarfs: Anwendung der Erkenntnisse aus Kapitel 3 auf ein konkretes Praxisbeispiel im Bankensektor inklusive Analyse des Handlungsbedarfs.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, ob der DRS 20 zur Verbesserung der Berichterstattungsqualität und Vergleichbarkeit beiträgt oder ob Interpretationsspielräume fortbestehen.

Schlüsselwörter

DRS 20, Konzernlagebericht, Lageberichterstattung, Prognosebericht, Risikobericht, Chancenbericht, Kreditinstitute, Berliner Volksbank eG, Rechnungslegung, DRSC, Informationsgehalt, Wesentlichkeit, Unternehmenssteuerung, Management Approach, Vergleichbarkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der Neuerungen durch den neuen Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 20 (DRS 20) für die Konzernlageberichterstattung.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentral sind die Bereiche Prognoseberichterstattung sowie Risiko- und Chancenberichterstattung, insbesondere im Hinblick auf die Anforderungen für Kreditinstitute.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob der DRS 20 die Qualität und Vergleichbarkeit der Lageberichterstattung tatsächlich erhöht und welche Anpassungserfordernisse sich für Kreditinstitute ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt eine kritische Analyse des Standards DRS 20 im Vergleich zu früheren Standards, ergänzt durch die Auswertung von Stellungnahmen von Fachvertretern sowie eine fallstudienbasierte Analyse der Berliner Volksbank eG.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Änderungen bei Definitionen, Grundsätzen und Gliederungen sowie die detaillierten Anforderungen an Prognose-, Chancen- und Risikoberichte inklusive eines Praxistests anhand der Berliner Volksbank eG.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind DRS 20, Konzernlagebericht, Prognose- und Risikoberichterstattung, Bankenregulierung sowie die Verbesserung der Vergleichbarkeit von Geschäftsberichten.

Warum ist die Unterscheidung zwischen "sachverständigem" und "verständigem" Adressaten relevant?

Die Autorin diskutiert, ob diese begriffliche Änderung den Adressatenkreis erweitert und somit zu umfangreicheren, weniger präzisen Erklärungen im Lagebericht führt.

Wie bewertet die Berliner Volksbank eG die neuen Anforderungen laut der Untersuchung?

Die Untersuchung zeigt, dass insbesondere bei der Quantifizierung von Risiken und der Prognosegenauigkeit Handlungsbedarf besteht, da die Bank bisher oft sehr vorsichtige und qualitative Aussagen traf.

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Details

Title
Der DRS-20 Konzernlagebericht
Subtitle
Eine kritische Analyse der erforderlichen Änderungen der Konzernlageberichterstattung unter besonderer Berücksichtigung von Kreditinstituten
College
Berlin School of Economics and Law
Author
Christin Kösling (Author)
Publication Year
2013
Pages
62
Catalog Number
V211876
ISBN (eBook)
9783656439455
ISBN (Book)
9783656441373
Language
German
Tags
drs-20 konzernlagebericht eine analyse änderungen konzernlageberichterstattung berücksichtigung kreditinstituten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christin Kösling (Author), 2013, Der DRS-20 Konzernlagebericht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211876
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