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Der Einfluss kooperativer Lernformen auf das Musizieren im Klassenverband

Einer Unterrichtsreihe zur Samba

Title: Der Einfluss kooperativer Lernformen auf das Musizieren im Klassenverband

Master's Thesis , 2012 , 84 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anne-Christin Schilke (Author)

Musicology - Miscellaneous
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„Die Musik hat von allen Künsten den tiefsten Einfluss auf das Gemüt. Ein Gesetzgeber sollte sie deshalb am meisten unterstützen.“ Napoleon Bonaparte
Das gemeinsame Musizieren im Klassenverband ist einer der wichtigsten Bestandteile des Musikunterrichts. Musik soll nicht nur gehört und analysiert, sondern auch selbst hergestellt und erlebt werden. Alle Schüler arbeiten gemeinsam an einem musikalischen Kunstwerk, an einer besonderen ästhetischen Erfahrung, welche dann wiederum den Blick öffnet und Verständnis schafft für die theoretische Auseinandersetzung mit Musik und musikalischen Handlungen. Allerdings sind gewisse Voraussetzungen vonnöten, um das Musizieren mit der ganzen Klasse als Bildungszuwachs verbuchen zu können. Neben der genauen Planung und eventuell der Bereitstellung von Instrumenten, falls man nicht nur die Stimme und den Körper nutzen möchte, müssen die Schüler gewisse Fähigkeiten besitzen, um als Gruppe gut zusammen zu arbeiten. Gemeinsames Musizieren erfordert zum Beispiel genaues aufeinander Hören, Kooperation, Rücksichtnahme und gegenseitigen Respekt.
Allgemein ist inzwischen unumstritten, dass in der Schule nicht nur die Vermittlung von Fakten und Zahlen das Ziel ist, sondern auch die Ausbildung sozialer Fähigkeiten, gefördert werden soll. Diese Verschiebung des Schwerpunktes von der materialen Bildung, hin zur formalen Bildung mit den sogenannten „Soft skills“ oder „sozialen Kompetenzen“, stellt einerseits eine Reaktion auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes und der beruflichen Anforderungen dar, verdeutlicht andererseits jedoch auch eine Wandlung im Menschenbild. Es gibt nicht den einen perfekten Menschen, der auf einem Gebiet alles weiß oder alles kann, sondern jeder hat unterschiedliche Fähigkeiten, Begabungen und Wissen. Menschen und deren Lebensläufe sind individuell. Doch genau diese Unterschiedlichkeit kann, im Team sinnvoll eingesetzt, zu höchsten Ergebnissen führen, wenn sich die verschiedenen Personen dessen bewusst sind und mit ihrem Können und Wissen gegenseitig ergänzen. Immer mehr Firmen und Arbeitgeber entdecken dieses Prinzip und setzen es ein. Um die Schüler auf das Leben vorzubereiten, gehört demnach auch die Ausbildung von Fähigkeiten dazu, welche man benötigt, um in einer Gruppe mit anderen Personen zusammenarbeiten zu können. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kooperatives Lernen im schulischen Kontext

2.1. Definition und allgemeine Merkmale des kooperativen Lernens

2.1.1. Zum Begriff „Kooperatives Lernen“

2.1.2. Problematisierung von kooperativen Lernformen

2.1.3. Gründe für die Kooperation der Schüler

2.1.4. Die Basis: 5 grundlegende Elemente kooperativen Lernens

2.1.5. Forschungserkenntnisse über kooperatives Lernen

2.2. Praktische Hinweise für gelingende Teamarbeit und Teamentwicklung

2.3. Kooperative Lernformen im Musikunterricht

2.3.1. Drei Anwendungsgebiete

2.3.2. Geeignete kooperative Lernformen für die Themen- und Handlungsfelder des Musikunterrichts

2.4. Zusammenfassung

3. Klassenmusizieren im Musikunterricht an allgemein bildenden Schulen

3.1. Definition und allgemeine Merkmale des Klassenmusizierens

3.1.1. Zum Begriff „Klassenmusizieren“

3.1.2. Begründungen für Klassenmusizieren

3.1.3. Kritik am Konzept des Klassenmusizierens

3.1.4. Ziele und Funktionen des Klassenmusizierens

3.2. Praktische Hinweise für gelingendes Klassenmusizieren

3.3. Zusammenfassung

4. Klassenmusizieren unter Verwendung kooperativer Lernformen

4.1. Die Verknüpfung der fünf Basiselemente kooperativen Lernens mit den Grundregeln des Ensemblemusizierens

4.2. Der Einfluss kooperativer Lernformen auf das Klassenmusizieren

4.3. Zusammenfassung

5. Ein Unterrichtskonzept zum gemeinsamen Musizieren einer Samba unter Verwendung kooperativer Lernformen

5.1. Allgemeine methodische Konzeption

5.2. Bedingungsanalyse

5.3. Das gemeinsame Musizieren einer Samba

5.3.1. Begründungen zur Auswahl der Samba als Lerninhalt

5.3.2. Methodische Hinweise zum Musizieren einer Samba

5.4. Lernziele

5.5. Planung der Unterrichtseinheit

5.6. Durchführung und Reflexion der Unterrichtseinheit

5.7. Zusammenfassung

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss kooperativer Lernformen auf das Klassenmusizieren im Musikunterricht. Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese beiden Konzepte sinnvoll miteinander verknüpft werden können, um das Musizieren im Klassenverband zu unterstützen, zu fördern und die Ausbildung sozialer Kompetenzen zu forcieren.

  • Grundlagen des kooperativen Lernens im schulischen Kontext
  • Konzeptionelle Analyse des Klassenmusizierens
  • Synergien zwischen kooperativem Lernen und Ensemblemusizieren
  • Praktisches Unterrichtskonzept am Beispiel einer Samba-Unterrichtsreihe
  • Reflexion über Chancen und Herausforderungen der methodischen Verknüpfung

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Zum Begriff „Kooperatives Lernen“

Unter dem Begriff „Kooperatives Lernen“ versteht Slavin eine Methode, bei der Schüler in kleinen Gruppen zusammenarbeiten, um sich gegenseitig beim Lernen zu helfen. Als einer der Begründer der Methode ist er davon überzeugt, dass Lehrer diese Technik im Alltag anwenden können, um die Schüler in ihrem Lernprozess zu unterstützen, sei es in Bezug auf einfache Grundlagen oder auch die Lösung eines komplexen Problems. Es besteht jedoch ein großer Unterschied zwischen „zusammen sitzen“ und „kooperativ lernen“. Wenn Schüler zwar gemeinsam in einer Gruppe sitzen, aber nicht kooperativ zusammenarbeiten, entsteht nicht die Notwendigkeit der gegenseitigen Unterstützung, es gibt keinen Gruppenleiter, die Schüler setzen sich nach eigener Wahl (homogen) zusammen, jeder ist nur für sich selbst verantwortlich, soziale Fähigkeiten werden vorausgesetzt und Gruppenprozesse finden wenig Beachtung. Kooperative Lernprozesse dagegen fördern die Notwendigkeit der Zusammenarbeit, indem die Schüler aufeinander angewiesen sind und jeder mitverantwortlich ist. Soziale Fähigkeiten werden hier nicht vorausgesetzt, sondern entwickelt und trainiert, unter anderem unterstützt durch die Beobachtung und Reflexion des Gruppenprozesses. Da sich die Gruppen meist entweder durch das Zufallsprinzip finden oder vom Lehrer zusammengesetzt werden, entstehen überwiegend heterogene Kombinationen, wobei sich die Unterschiedlichkeit der Schüler in Leistungsfähigkeit, Geschlecht, ethnischer Herkunft, persönlichen/emotionalen/sozialen Kompetenzen und im Lernstil positiv auf die Zusammenarbeit auswirkt, wenn dieser Zustand bewusst wahrgenommen und als förderlich erlebt wird und die nötigen Fähigkeiten zur Arbeit im Team weiterentwickelt werden. Gerade die Sozialkompetenz, verstanden als Team- und Gemeinschaftsfähigkeit, ist bei kooperativem Lernen nicht die Bedingung, sondern „sie wird zum sensibel geplanten, stetig und kontinuierlich vermittelten, gleichrangigen Lerninhalt“. Sie ist somit nicht der Weg, sondern das Ziel des Ganzen. Dazu kommt dann natürlich das Arbeitsprodukt und der Erwerb von neuem fachlichen Wissen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des gemeinsamen Musizierens und die zunehmende Relevanz der Vermittlung sozialer Kompetenzen im schulischen Musikunterricht.

2. Kooperatives Lernen im schulischen Kontext: Dieses Kapitel definiert kooperatives Lernen, diskutiert dessen Herausforderungen und beleuchtet die fünf Basiselemente sowie aktuelle Forschungserkenntnisse.

3. Klassenmusizieren im Musikunterricht an allgemein bildenden Schulen: Hier werden Definition, Begründungen, Kritikpunkte sowie Ziele und Funktionen des Klassenmusizierens theoretisch aufgearbeitet.

4. Klassenmusizieren unter Verwendung kooperativer Lernformen: Das Kapitel verknüpft die beiden Konzepte und analysiert den Einfluss kooperativer Strategien auf die Praxis des Ensemblemusizierens.

5. Ein Unterrichtskonzept zum gemeinsamen Musizieren einer Samba unter Verwendung kooperativer Lernformen: Dieser Teil stellt ein konkretes Unterrichtsvorhaben vor, dokumentiert die methodische Planung und reflektiert die praktische Durchführung.

6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass eine Kombination beider Ansätze das Musizieren nachhaltig bereichern kann, sofern langfristige Strukturen etabliert werden.

Schlüsselwörter

Kooperatives Lernen, Klassenmusizieren, Musikunterricht, Samba, Gruppenarbeit, Sozialkompetenz, Ensemblemusizieren, Gruppenpuzzle, Lernphasen, Musikdidaktik, Selbstwirksamkeit, Schulpraxis, Unterrichtsentwurf, Musikerziehung, Teamfähigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration kooperativer Lernformen in das Klassenmusizieren innerhalb des Musikunterrichts an allgemein bildenden Schulen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind kooperatives Lernen (Methodik, Basiselemente), die pädagogische Einordnung des Klassenmusizierens sowie deren praktische Verknüpfung im schulischen Alltag.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob und wie kooperative Lernformen dazu beitragen können, das Musizieren im Klassenverband zu strukturieren, die Motivation zu steigern und soziale Kompetenzen zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen der Fachliteratur mit einem empirischen Unterrichtsversuch (Samba-Reihe), dessen Durchführung und Ergebnisse reflektiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung beider Konzepte, deren methodische Verknüpfung und die konkrete Ausarbeitung einer Unterrichtseinheit zum Thema Samba.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie kooperatives Lernen, Klassenmusizieren, Gruppenpuzzle und soziale Kompetenz definieren.

Wie unterscheidet sich diese Arbeit von traditionellem Gruppenunterricht?

Im Gegensatz zum oft ungeplanten Gruppenunterricht setzt das kooperative Lernen auf spezifische, strukturierte Lernphasen und die explizite Schulung sozialer Fertigkeiten durch den Lehrer.

Welche Rolle spielt die Samba in diesem Konzept?

Die Samba dient als praxisorientierter Lerninhalt, der aufgrund seiner rhythmischen Struktur ideal für das Klassenmusizieren geeignet ist und die Schüler motiviert, gemeinschaftlich komplexe Ergebnisse zu erarbeiten.

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Details

Title
Der Einfluss kooperativer Lernformen auf das Musizieren im Klassenverband
Subtitle
Einer Unterrichtsreihe zur Samba
College
University of Potsdam
Course
Musik Lehramt Gymnasium
Grade
1,7
Author
Anne-Christin Schilke (Author)
Publication Year
2012
Pages
84
Catalog Number
V211953
ISBN (eBook)
9783656397007
ISBN (Book)
9783656397434
Language
German
Tags
einfluss lernformen musizieren klassenverband beispiel unterrichtsreihe samba
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne-Christin Schilke (Author), 2012, Der Einfluss kooperativer Lernformen auf das Musizieren im Klassenverband, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211953
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