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Förderung personaler Kompetenzen durch Jugendarbeit im Sportverein

Titel: Förderung personaler Kompetenzen durch Jugendarbeit im Sportverein

Examensarbeit , 2012 , 72 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Frank Zakrzewa (Autor:in)

Sport - Sportsoziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Juvenile Lebenswelten als Produkt rasanter gesellschaftlicher Wandlungsprozesse beschreiben einen zunehmend ambivalenten Charakter. Einerseits generieren pluralisierte Handlungsspielräume eine Optionsvielfalt und vielerlei Möglichkeiten zur individuellen Entfaltung, andererseits ist der bildungsbasierende Erwartungsdruck in Verbindung mit Entscheidungszwängen enorm hoch. Unverbindlichkeit und zukunftsweisende Selektion produzieren Orientierungsprobleme und Unsicherheiten, die nicht zuletzt durch eine mediale Überpräsenz zur sinkenden Selbstständigkeit der Heranwachsenden beitragen. Der erwartete Nutzen eines Sportvereinengagements gestaltet sich im Hinblick auf die erhöhte Varianz jugendlicher Lebensläufe und gleichzeitigem Anstieg der Entwicklungsaufgaben sowohl aus Sicht der Jugendlichen, als auch seitens der gestalterischen Funktionäre vielschichtig. Auf diesem Weg der gesunden Sozialisation im Bereich des Sports dienen personenbezogene Kompetenzen als unabdingbare Hilfsmittel zur Bewältigung differenzierter Lebensaufgaben.
Das Setting Sportverein kann durch sportlichen Trainingsalltag, außersportliche Jugendarbeit und vereinsorganisatorische Aspekte den Weg zur Kompetenzvielfalt eröffnen, muss zugleich aber den Automatismus einer erfolgreichen und nachhaltigen Interaktion mit Kindern und Jugendlichen durch gezielte Aktivierung ersetzen. So mag ein Engagement von Jugendlichen in der Trainingsgestaltung erfreulich scheinen, entwicklungsfördernde, wertvolle Jugendarbeit ist dagegen ohne Qualifikation nur schwer realisierbar. Im Spannungsfeld von Tradition und Modernisierung steht der Sportverein nicht als separierte Konstruktion innerhalb der Förderungsinstanzen Heranwachsender, sondern ist vielmehr und idealtypisch in ein Netzwerk formaler Bildungsinstitutionen, Verbänden und anderer Vereine eingebunden. Insbesondere im Hinblick auf leere Vereinskassen und erschöpfte finanzielle Ressourcen der Kommunen bieten die Zusammenschlüsse von Sportvereinen eine mögliche Alternative. Die Kooperation mit Ganztagsschulen und besonders mit Schulen des niederen Bildungswesens kann der sozialen Determinierung entgegenwirken und somit das oftmals postulierte Versprechen der sozialen Öffnung und Chancengleichheit einlösen

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Zur Fragestellung und Methodik der Arbeit

2 Wesentliche Parameter Sportvereins- und jugendzentrierter Dimensionen

2.1 Die historische Komponente

2.1.1 Zur Entwicklung des deutschen Sportvereinswesens

2.1.2 Zur Differenziertheit jugendlicher Existenz

2.1.3 Zur Etablierung der Kinder- und Jugendarbeit

2.1.4 Zusammenfassung

2.2 Die gesellschaftliche-politische Komponente

2.2.1 Zur sozialkategorischen Reflexion im Sport

2.2.2 Zum Migrationsfaktum und Integrationspotenzial des Sports

2.2.3 Zum politischen Engagement im sportlichen Sektor

2.2.3.1 Gesetzeslage

2.2.3.2 Sportförderung

2.2.4 Zusammenfassung

2.3 Die sportliche-psychologische Komponente

2.3.1 Zum sportlichen Sozialisationsspektrum

2.3.2 Zur Ressource des Selbstkonzepts und der Selbstwirksamkeit

2.3.3 Zusammenfassung

3 Kompetenzorientierte Jugendarbeit im Setting Sportverein

3.1 Zum Kompetenzbegriff

3.2 Zur Heterogenität der Sportvereine als Settings jugendlicher Bildung

3.2.1 Strukturmerkmale der Sportvereine

3.2.2 Informelle Lernprozesse im Sport

3.3 Zur Nutzung sportlicher Bildungspotenziale

3.3.1 Trainer und Übungsleiter als Kompetenzagenten

3.3.2 Produktive Partizipation als Kompetenzfeld der sportlichen und außersportlichen Jugendarbeit

3.3.3 Zugangs- und Kontinuitätsoptimierung durch Kooperationen

4 Fazit

4.1 Mögliche Implikationen für die Vereinspraxis

4.2 Kritik und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Rolle von Sportvereinen als Orte der Jugendarbeit zu analysieren und aufzuzeigen, wie sie zur Förderung personaler Kompetenzen von Heranwachsenden beitragen können. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Vereine ihr Potenzial angesichts sich wandelnder gesellschaftlicher Anforderungen und jugendlicher Lebenswelten gezielt nutzen können, um Bildungsprozesse nachhaltig zu unterstützen.

  • Historische und gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen von Sport und Jugendarbeit.
  • Bedeutung von Kompetenzentwicklung im Setting Sportverein.
  • Die Rolle von Trainern und Übungsleitern als Kompetenzvermittler.
  • Förderpotenziale durch Kooperationen (z. B. mit Ganztagsschulen).
  • Integration und soziale Öffnung des Sports.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Zur Entwicklung des deutschen Sportvereinswesens

Bereits der Philanthrop Johann Christoph Gutsmuths formulierte in seiner pädagogischen Schrift Gymnastik für die Jugend aus dem Jahre 1793 die […] unumstößliche Wahrheit, daß der Mensch von der Natur dazu bestimmt sey, nicht bloß geistig, sondern auch körperlich thätig, ausdauernd und duldsam zu seyn, und daß nichts in der Welt, weder Stand, noch Reichtum, noch Ehre, noch Tugend ihn vor den übeln Folgen schützen können, die aus körperlicher Verzärtelung, Trägheit und Ruhe für ihn entspringen […] (aus DENK 1981, S. 83). Diese wegbereitende Erkenntnis begriff Friedrich Ludwig Jahn als inspiratorischen Nutzen und leitete etwa seit 1811 die außerschulische Bewegungsvielfalt auf der Hasenheide in Berlin an, welche neben den heute bekannten Turnübungen das Laufen, Springen und Werfen sowie Bewegungsformen zum Klettern, Balancieren und Ringen enthielt.

Die Zielsetzung bestand darin, im Zusammenwirken Vieler beim gemeinsamen Turnen eine patriotische, ausschließlich männliche Jugend zu Staatsbürgern und Verteidigern des Vaterlandes in Zeiten des napoleonisch besetzten Deutschlands zu erziehen (vgl. KRÜGER 2005a, S. 67). Neben Schülern schlossen sich Studenten und junge Handwerker dem freien, turnerischen Kollektiv an, dessen einheitliche, funktionale Kleidung Gemeinschaftsgefühl generierte und die standesunabhängige Anrede „Du“ in bewusster Abgrenzung zu elitär-konservativen Kreisen gepflegt wurde (vgl. LANGENFELD 1986, S. 19). Jenes Organisationsmodell der frei zugänglichen Turnanstalt transferierte sich alsbald auf andere preußische Städte und deutsche Staaten, so dass 1815 nahezu 150 deutsche Städte das Modell Jahns übernahmen (LANGENFELD 1988, S. 20).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ambivalenz heutiger jugendlicher Lebenswelten und den Sportverein als potenzielles Netzwerk zur Förderung personaler Kompetenzen in einem veränderten Bildungskontext.

2 Wesentliche Parameter Sportvereins- und jugendzentrierter Dimensionen: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung, gesellschaftspolitische Einflussfaktoren wie Migration und soziale Ungleichheit sowie psychologische Grundlagen, die für das Verständnis des Sportvereins als Sozialisationsraum notwendig sind.

3 Kompetenzorientierte Jugendarbeit im Setting Sportverein: Der Hauptteil erläutert den Kompetenzbegriff, untersucht die Heterogenität von Sportvereinen und diskutiert Möglichkeiten der aktiven Partizipation, informeller Lernprozesse sowie die Bedeutung von Kooperationen zur Zugangsoptimierung.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Möglichkeiten für die Vereinspraxis zusammen, weist auf die Notwendigkeit einer bewussten Gestaltung der Jugendarbeit hin und gibt einen Ausblick auf künftige Herausforderungen in der Sportstätten- und Bildungslandschaft.

Schlüsselwörter

Sportverein, Jugendarbeit, personale Kompetenzen, Sozialisation, informelles Lernen, Bildungspotenziale, Partizipation, Sportförderung, Vereinsentwicklung, Trainer, Übungsleiter, soziale Ungleichheit, Integration, Jugendliche, Sportpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen der Jugendarbeit in Sportvereinen im Hinblick auf die Förderung personaler Kompetenzen junger Menschen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung des Vereinswesens, gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen, die sportlich-psychologische Sozialisation sowie moderne Konzepte der Kompetenzvermittlung und Kooperationsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, einen Bezugsrahmen zu schaffen, der aufzeigt, wie Vereine ihre Strukturen und Angebote optimieren können, um entwicklungsfördernde Jugendarbeit jenseits rein sportlicher Ziele zu leisten.

Welche wissenschaftliche Methode findet Verwendung?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und Synthese aktueller sportwissenschaftlicher Studien und Forschungsergebnisse zur Jugendarbeit und zum informellen Lernen im Sport.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Kompetenzthematik im Sportverein, untersucht die Vereinsheterogenität, die Rolle von Trainern als Kompetenzagenten sowie die Bedeutung aktiver Partizipation und Kooperationen mit Bildungsinstitutionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Sportverein, Jugendarbeit, Kompetenzentwicklung, Sozialisation, informelles Lernen und soziale Integration.

Welche Bedeutung kommt dem Trainer in diesem Kontext zu?

Dem Trainer wird eine entscheidende Rolle zugeschrieben: Er agiert nicht nur als Anleiter motorischer Aktivitäten, sondern als „Kompetenzagent“, der durch Vorbildfunktion und Gestaltung eines positiven Lernklimas die persönliche Entwicklung der Jugendlichen maßgeblich beeinflussen kann.

Wie bewertet die Arbeit die Kooperation mit Ganztagsschulen?

Kooperationen werden als notwendige Strategie zur Zugangs- und Kontinuitätsoptimierung angesehen, um auch Jugendliche zu erreichen, die nicht primär über den familiären Umkreis zum Sport finden.

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Details

Titel
Förderung personaler Kompetenzen durch Jugendarbeit im Sportverein
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Sport- und Bewegungswissenschaften)
Note
1,3
Autor
Frank Zakrzewa (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
72
Katalognummer
V211956
ISBN (eBook)
9783656396543
ISBN (Buch)
9783656398301
Sprache
Deutsch
Schlagworte
förderung kompetenzen jugendarbeit sportverein Entwicklungsaufgaben Selbstkonzept informelles Lernen Bildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Frank Zakrzewa (Autor:in), 2012, Förderung personaler Kompetenzen durch Jugendarbeit im Sportverein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211956
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Leseprobe aus  72  Seiten
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