Die Tatsache, dass die Versorgung Sterbender in enormem Maße an den Anstrengungen des institutionellen Personals ausgerichtet ist, führt häufig zu Problemen. Nicht nur die unzureichenden Rahmenbedingungen wie Personalknappheit und damit einherschreitender Zeitmangel, sondern auch Unsicherheiten seitens der Angehörigen und der professionellen Helfer erschweren die Situation im Altenheim (vgl. ZWETTLER 2001).
So hat sich der Personalschlüssel in den Altenheimen in den letzten Jahren zwar erhöht, ein Optimum wurde dadurch jedoch noch nicht erreicht. In Zeiten leerer Kassen scheint dieses Problem beinahe unlösbar. Vergessen werden sollte aber nicht, dass es nicht nur um die ältere Generation in der Gesellschaft geht, sondern auch um unsere Zukunft.
Häufig, so auch die Meinung von Kostrzewa und Kutzner (2002), stehen die professionellen Pfleger, die sich beruflich mit Sterben und Tod auseinandersetzen müssen, nicht nur unter Zeitdruck, sondern sind auch unzureichend vorbereitet. Die Folge sind, wie erwähnt, Unsicherheit und ebenso Angst in Bezug auf die Richtigkeit des eigenen Handelns und Verhaltens, auch im Gespräch mit Sterbenden.
Das pädagogische Anliegen dieser Arbeit ist es, diese Ängste und Unsicherheiten des Personals zu beleuchten und Vorschläge zu deren Behebung vorzubringen, damit die Belastungen für Pflegende und Sterbende vermindert werden können. In diesem Zusammenhang soll auch erforscht werden, welche Wünsche die Bewohner eines Altenheims haben und welche Ängste sie vor dem Sterben hegen.
Die Arbeit hat keinesfalls das Anliegen, eine ideale Art des Sterbens zu propagieren, allenfalls will sie unterstreichen, dass der Mensch im Sterben ein Recht auf Autonomie und Respekt besitzt. Auch wenn es das eigene Sterben im Sinne einer freien, individuellen Selbstbestimmung freilich nicht geben kann, so kann aber dem Recht des einzelnen nachgekommen werden, sein Sterben so weit wie nur irgend möglich selbst zu gestalten. Dies bietet im Altenheim die Chance, einerseits den Bewohnern eine positive Perspektive und den Sterbenden einen würdevollen Tod zu geben, andrerseits ermöglicht es den Pflegenden eine zufriedenstellende Sterbebetreuung.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Einleitung
2. Aufbau der Arbeit
3. Tod und Sterben
3.1 Begriffliche Definitionen
3.1.1 Der Tod
3.1.2 Das Sterben
3.1.3 Würde
3.2 Der Wandel im Umgang mit Sterbenden
3.2.1 Der Tod im Mittelalter
3.2.2 Der Tod in der Moderne
3.2.3 Verdrängung und Pazifizierung des Todes
4. Die Institution Altenheim als Sterbeort
4.1 Gründe für die Ausgliederung des Sterbens aus dem familiären Bereich in den Altenhilfebereich
4.1.1 Das Pflegeheim als Abschiebeort
4.1.2 Gesellschaftsstrukturelle Gründe
4.1.3 Medizinisch-technische Gründe
4.2 Die Altenhilfeeinrichtungen in Deutschland
4.2.1 Strukturmerkmale der stationären Einrichtungen der Altenhilfe
4.2.2 Bewohnerstruktur
4.2.3 Personalstruktur
4.2.4 Pflegequalität und Pflegestandards
4.3 Die Institutionalisierung alter Menschen in Heimen
4.3.1 Die totale Institution nach Goffman
4.3.2 Das Altenheim als totale Institution
5. Sterbeverlauf und Bedürfnisstruktur Sterbender
5.1 Problemverständnis und Prozessverlauf beim Sterben
5.1.1 Prozessbeschreibung von Glaser und Strauss
5.1.2 Phasenmodell von Kübler-Ross
5.1.3 Sterbeverlaufskonzept von Kruse
5.1.4 Fazit zu den Konzeptionen
5.2 Bedürfnisse und Modelle der Bedürfnisbefriedigung von Sterbenden
5.2.1 Die Bedürfnisse Sterbender
5.2.2 Hospizwesen und Palliativmedizin als Modelle der Bedürfnisorientierung
6. Das Konfliktfeld Sterben und Institution
6.1 Institutionelle Vorgaben
6.2 Perspektive der Bewohner
6.3 Perspektive des Personals
7. Zusammenfassung des Theorieteils
8. Fragestellungen
9. Methodenteil
9.1 Das Untersuchungsfeld Alten- und Pflegeheim
9.1.1 Bauliche Gegebenheiten im Argula-von-Grumbach-Haus
9.1.2 Das Personal des Argula-von-Grumbach-Hauses
9.1.3 Die Bewohner des Argula-von-Grumbach-Hauses
9.2 Methodisches Vorgehen der Untersuchung
9.2.1 Gestaltung der Interviewsituation
9.2.2 Die Stichprobe
9.3 Die Untersuchungsinstrumente und Auswertungsmethodik
9.3.1 Interview-Leitfaden für die Mitarbeiterbefragung
9.3.2 Interview-Leitfaden für die Bewohnerbefragung
9.3.3 Auswertungsmethodik
9.4 Die Gütekriterien der qualitativen Untersuchung
9.4.1 Die Untersuchung im Hinblick auf die Gütekriterien
9.4.2 Kritik an den klassischen Gütekriterien
9.4.3 Sechs allgemeine Gütekriterien qualitativer Forschung nach Mayring (2002)
10. Ergebnisse der Inhaltsanalyse der Mitarbeiterinterviews
10.1 Thematisierung von Sterben und Tod im Altenheim
10.1.1 Allgemeiner Umgang mit Sterben und Tod
10.1.2 Einschätzung der Bewohnersicht auf deren Sterben und Tod
10.1.3 Eingeschätzte Belastung der Bewohner durch Sterben und Tod von Mitbewohnern
10.2 Eruierung der Bewohnerwünsche zur Sterbebetreuung
10.2.1 Konkrete verbale Wunschäußerung seitens der Bewohner und Angehörigen
10.2.2 Wunschermittlung durch Beobachtung und Erfahrung
10.3 Praktische Umsetzung der Sterbebetreuung
10.3.1 Vorgehen beim Sterbenden
10.3.2 Vorgehen bei der Versorgung der Toten
10.4 Die Rolle der Angehörigen
10.4.1 Die Angehörigen als Hilfestellung in der Sterbebetreuung
10.4.2 Die Angehörigen als entscheidende Instanz
10.4.3 Die Angehörigen als Trauernde und Störfaktoren in der Pflege
10.5 Belastungen und Probleme durch Sterben und Tod für das Pflegepersonal
10.5.1 Belastung durch persönliche Disposition und Eingebundenheit
10.5.2 Belastung in Abhängigkeit von der Art des Todes
10.5.3 Belastung durch pflegerische Aufgaben und Tätigkeiten in der Sterbebetreuung
10.6 Hilfen und Stützen für Pflegepersonal
10.6.1 Externe psychohygienische Hilfestellungen
10.6.2 Interne psychohygienische Hilfestellungen
10.6.3 Sonstige Stützen
10.7 Ideen, Zielvorstellungen und Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter zur Sterbebetreuung
10.7.1 Mitarbeiterziele in der Sterbebetreuung
10.7.2 Verbesserungsvorschläge zur Sterbebetreuung im Altenheim
10.8 Zusammenfassung der Mitarbeiterbefragung
11. Ergebnisse der Inhaltsanalyse der Bewohnerinterviews
11.1 Thematisierung von Sterben und Tod
11.1.1 Kenntnis über Sterben und Tod im Altenheim
11.1.2 Wissen um Vorsorgemöglichkeiten
11.2 Belastungen durch Krankheit, Sterben und Tod
11.2.1 Belastungen durch Krankheit, Sterben und Tod anderer Bewohner
11.2.2 Antizipation des eigenen Todes
11.2.3 Bewertung des Sterbeortes „Altenheim“
11.3 Wünsche zur Sterbebetreuung, Sterben und Tod
11.3.1 Wünsche und Ängste beim Sterben
11.3.2 Wünsche zur psychosozialen Sterbebetreuung
11.3.3 Wünsche und Ängste über den Tod hinaus
11.4 Bewertung der Sterbebetreuung und Verbesserungsvorschläge
11.4.1 Bewohnersicht auf Pflege und medizinische Versorgung Sterbender
11.4.2 Wissen um Sterbebetreuung und ihre Grenzen
11.4.3 Vorstellungen zur idealen Sterbebetreuung
11.5 Die Rolle der Angehörigen
11.5.1 Die Angehörigen als Ansprechpartner und Entscheidungsträger
11.5.2 Die Rolle der Angehörigen in der Sterbephase
11.6 Zusammenfassung der Bewohnerinterviews
12. Diskussion der Ergebnisse
12.1 Problemfelder
12.1.1 Sterben und Tod als Tabus im Altenheim
12.1.2 Belastungen im Altenheim
12.1.3 Situation der Angehörigen
12.2 Verbesserungsvorschläge
12.2.1 Umgang mit den Tabus Sterben und Tod
12.2.2 Belastungsbewältigung und Trauerarbeit
12.2.3 Arbeit mit Demenzkranken
12.2.4 Vorschläge zur Sterbebetreuung
12.2.5 Die Verbesserungsvorschläge im Überblick
13. Schlussbetrachtung
14. Literaturverzeichnis
15. Anhang
15.1 Beschreibung einer Sterbesituation im Altenheim
15.2 Interviewleitfaden – Bewohner
15.3 Interviewleitfaden – Mitarbeiter
15.4 Kategorienübersicht der Mitarbeiterdaten
15.4.1 Übersicht: Thematisierung von Sterben und Tod im Altenheim
15.4.2 Übersicht: Eruierung der Bewohnerwünsche
15.4.3 Übersicht: Praktische Umsetzung der Sterbebetreuung
15.4.4 Übersicht: Die Rolle der Angehörigen
15.4.5 Übersicht: Belastungen und Probleme durch Sterben und Tod für das Pflegepersonal
15.4.6 Übersicht: Hilfen und Stützen für das Pflegepersonal
15.4.7 Übersicht: Ideen, Zielvorstellungen und Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter zur Sterbebetreuung
15.5 Kategorienübersicht der Bewohnerdaten
15.5.1 Übersicht: Thematisierung von Sterben und Tod
15.5.2 Übersicht: Belastungen durch Krankheit, Sterben und Tod
15.5.3 Übersicht: Wünsche zur Sterbebetreuung, Sterben und Tod
15.5.4 Übersicht: Bewertung der Sterbebetreuung und Verbesserungsvorschläge
15.5.5 Übersicht: Die Rolle der Angehörigen
15.6 Übernommener QM-Standard des Argula-von-Grumbach-Hauses zur Pflege Sterbender
15.7 Übernommener QM-Standard des Argula-von-Grumbach-Hauses im Todesfall
15.8 Übernommener QM-Standard des Argula-von-Grumbach-Hauses im Todesfall - Anlage
Zielsetzung und thematische Einordnung
Die Diplomarbeit untersucht die Sterbebetreuung in der stationären Altenpflege am Beispiel des „Argula-von-Grumbach-Hauses“. Das Hauptziel ist die Beleuchtung der Ängste und Unsicherheiten des Personals sowie der Bedürfnisse und Ängste der Bewohner, um Ansätze für eine würdevollere und individuellere Gestaltung des Sterbeprozesses in einer institutionellen Umgebung zu entwickeln.
- Analyse des gesellschaftlichen Wandels im Umgang mit Tod und Sterben
- Untersuchung des Altenheims als Institution und Sterbeort
- Erforschung der psychischen Belastungen des Pflegepersonals im Umgang mit Sterbenden
- Identifikation der Wünsche und Bedürfnisse der Heimbewohner hinsichtlich ihrer Sterbebetreuung
- Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen zur Professionalisierung und Humanisierung der Sterbebegleitung
Auszug aus dem Buch
Die totale Institution nach Goffman
Das Leben in totalen Institutionen ist verbindlich reglementiert. Alle Aspekte des Lebens sind an einem Ort zusammengefasst. Rest (1998) vergleicht die totale Institution mit dem politischen Begriff des „Totalitarismus“. Der Duden definiert „totalitär“ als: 1. die Gesamtheit umfassend, 2. (abwertend) mit diktatorischen Methoden jegliche Demokratie unterdrückend, das gesamte politische, gesellschaftliche, kulturelle Leben sich total unterwerfend, es mit Gewalt reglementierend.
Da die Menschen in totalen Institutionen, wie auch Rest feststellt, weitgehend gleichgestellt sind, liegt die Annahme nahe, dass der Ausprägungsgrad der Totalität mit der Gestaltung des persönlichen Todes korreliert. Rest stellt in diesem Zusammenhang folgende Grundhypothese auf: „Je totaler die Institution, desto unpersönlicher die eigene Gestaltung eines Todes durch den Sterbenden“ (REST 1998, S. 59). Auf Grund dieses Zusammenhanges wird im folgenden genauer auf die Charakteristika der totalen Institution und ihre Übertragbarkeit auf das Altenheim eingegangen.
Goffman (1972) sieht das zentrale Merkmal von totalen Institutionen darin, dass die Schranken zwischen den einzelnen Lebensbereichen aufgehoben sind. Besteht nach Goffman in der modernen Gesellschaft die grundlegende soziale Ordnung darin, dass der einzelne an verschiedenen Orten mit verschiedenen Partnern spielt, schläft und arbeitet, so ist dies in der totalen Institution aufgehoben. Die Lebensbereiche sind nicht mehr getrennt. Unter diesem Gesichtspunkt postuliert Goffman (1972, S. 17) vier Merkmale, die kennzeichnend für die totale Institution sind: 1. Alle Angelegenheiten des Lebens finden an ein und derselben Stelle, unter ein und derselben Autorität statt. 2. Die Mitglieder der Institution führen alle Phasen ihrer täglichen Arbeit in unmittelbarer Gesellschaft einer großen Gruppe von Schicksalsgenossen aus, wobei allen die gleiche Behandlung zu teil wird und alle die gleiche Tätigkeit gemeinsam verrichten müssen. 3. Alle Phasen des Arbeitstages sind exakt geplant, eine geht zu einem vorher bestimmten Zeitpunkt in die nächste über, und die ganze Folge der Tätigkeiten wird von oben durch ein System expliziter formaler Regeln und durch einen Stab von Funktionären vorgeschrieben. 4. Die verschiedenen erzwungenen Tätigkeiten werden in einem einzigen rationalen Plan vereinigt, der angeblich dazu dient, die offiziellen Ziele der Institution zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Problemstellung der Arbeit, die sich mit der Versorgung Sterbender im Altenheim unter Berücksichtigung von Rahmenbedingungen und Unsicherheiten auseinandersetzt.
3. Tod und Sterben: Historischer und begrifflicher Abriss über die Wandlung des Umgangs mit dem Tod, von der bewussten Auseinandersetzung im Mittelalter bis zur heutigen Verdrängung.
4. Die Institution Altenheim als Sterbeort: Analyse der strukturellen Gründe für die Verlagerung des Sterbens in Heime sowie Erläuterung der Gegebenheiten in deutschen Pflegeeinrichtungen.
5. Sterbeverlauf und Bedürfnisstruktur Sterbender: Vorstellung verschiedener wissenschaftlicher Prozessmodelle (u.a. Glaser/Strauss, Kübler-Ross) und Definition zentraler Bedürfnisse Sterbender.
9. Methodenteil: Detaillierte Beschreibung des Forschungsdesigns, der Auswahl der Probanden im Argula-von-Grumbach-Haus und der qualitativen Auswertungsmethodik.
10. Ergebnisse der Inhaltsanalyse der Mitarbeiterinterviews: Aufbereitung der Erfahrungen und Einstellungen des Pflegepersonals zu Themen wie Sterbebegleitung, Belastung und Angehörigenarbeit.
11. Ergebnisse der Inhaltsanalyse der Bewohnerinterviews: Untersuchung der Sichtweise der Bewohner auf den Sterbeort Altenheim, ihre Ängste und Wünsche.
12. Diskussion der Ergebnisse: Synthese der empirischen Befunde mit dem Ziel, konkrete Problemfelder zu identifizieren und Verbesserungsvorschläge für eine neue Sterbekultur im Heim zu formulieren.
Schlüsselwörter
Sterbebegleitung, Altenpflegeheim, Totale Institution, Palliativmedizin, Hospizbewegung, Qualitative Sozialforschung, Patientenverfügung, Tabuthema Tod, Angehörigenarbeit, Pflegequalität, Sterbeverlauf, Pflegestandards, Demenz, Psychohygiene, Sterbekultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie in einer stationären Altenpflegeeinrichtung mit dem Sterben und Tod der Bewohner umgegangen wird und inwieweit die dortigen Rahmenbedingungen eine individuelle Sterbebegleitung ermöglichen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Der Fokus liegt auf der Verdrängung des Todes in der modernen Gesellschaft, der institutionellen Struktur von Altenheimen als „totale Institutionen“ und dem Konflikt zwischen pflegerischer Routine und den Bedürfnissen sterbender Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Perspektiven von Pflegepersonal und Bewohnern zu erheben, Defizite in der Sterbebetreuung aufzudecken und pädagogisch fundierte Verbesserungsvorschläge für eine würdevollere Sterbekultur zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, basierend auf halbstrukturierten Experten- und Bewohnerinterviews, die nach Mayring ausgewertet wurden, um tiefere subjektive Einblicke zu gewinnen.
Welche Schwerpunkte bilden den Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse von Sterbekonzepten und eine empirische Inhaltsanalyse, die getrennt nach Mitarbeiter- und Bewohnerinterviews die aktuelle Situation im Untersuchungsheim beleuchtet.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Sterbebegleitung, Altenheim, Institutionalisierung, individuelle Bedürfnisstruktur, professionelle Pflege, Trauerarbeit und die Rolle der Angehörigen.
Warum spielen Angehörige eine so ambivalente Rolle im Sterbeprozess?
Die Studie zeigt, dass Angehörige einerseits als essenzielle Stütze und Bezugspersonen für Sterbende wahrgenommen werden, andererseits durch mangelnde Erfahrung oder eigene Ängste das Pflegepersonal bei der Sterbebegleitung zusätzlich unter Druck setzen können.
Wie wirken sich demenzielle Erkrankungen auf die Sterbebetreuung aus?
Demenz erschwert die Artikulation von Wünschen und Vorlieben massiv, was dazu führt, dass die Betreuung oft nach standardisierten Schemata abläuft, anstatt sich an der individuellen Biografie auszurichten.
- Arbeit zitieren
- Martin Wittenzellner (Autor:in), 2003, Sterben und Tod in der Institution Altenheim - Eine qualitative Untersuchung zum Umgang mit Sterben und Tod bei Heimbewohnern und Pflegepersonal, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21197