Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Ausgangssituation 3
a. Migration nach Deutschland 3
b. Migrationshintergrund und Bildungserfolg 4
3. Bildungssprachliche Fertigkeiten und deren Verortung in der Wissenschaft 9
a. Bildungssprache, Gogolin 9
b. Cognitive Academic Language Proficiency, Cummins 12
c. Formale Sprache, Bernstein 14
d. Nähe-Distanz Modell, Koch/Österreicher 16
e. Habitus, Bourdieu 18
Literaturverzeichnis 21
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ausgangssituation
a. Migration nach Deutschland
b. Migrationshintergrund und Bildungserfolg
3. Bildungssprachliche Fertigkeiten und deren Verortung in der Wissenschaft
a. Bildungssprache, Gogolin
b. Cognitive Academic Language Proficiency, Cummins
c. Formale Sprache, Bernstein
d. Nähe-Distanz Modell, Koch/Österreicher
e. Habitus, Bourdieu
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung bildungssprachlicher Fertigkeiten für den Schulerfolg von Kindern und Jugendlichen, insbesondere vor dem Hintergrund eines Migrationshintergrunds. Ziel ist es, wissenschaftliche Erklärungsmodelle zusammenzuführen, um zu verstehen, warum sprachliche Kompetenzen im Bildungssystem so stark mit der sozialen Herkunft korrelieren und wie diese Barrieren theoretisch verortet werden können.
- Analyse der bildungssprachlichen Herausforderungen in der Migrationsgesellschaft.
- Vergleich zentraler wissenschaftlicher Konzepte (Gogolin, Cummins, Bernstein, Bourdieu, Koch/Österreicher).
- Diskussion der Diskrepanz zwischen Alltagssprache und formaler Bildungssprache.
- Untersuchung der Rolle sozioökonomischer Faktoren und des habituellen Sprachgebrauchs.
Auszug aus dem Buch
b. Cognitive Academic Language Proficiency, Cummins
Gogolin lehnt den Begriff der Bildungssprache an ein von dem kanadischen Pädagogen und Psychologen Jim Cummins beschriebenes Konzept der "Cognitive Academic Language Proficiency" an, welches dieser im Kontext des Zweitspracherwerbs mit Englisch als Zweitsprache entwickelt. Das Forschungsinteresse von Cummins gilt der Sprachentwicklung und Entwicklung der Literalität bei Schülern mit Englisch als Fremdsprache im Kontext der multilingualen Schule. Hierbei beschäftigt er sich insbesondere mit sprachlichen und pädagogischen Barrieren, die einem schulischen Erfolg von Schülern mit einem anderen kulturellen Hintergrund im Wege stehen können, sowie mit der Möglichkeit einer technologischen Unterstützung der Förderung sprachlicher Kompetenzen. Cummins trennt "academic language proficiency" von "conversational language proficiency" womit er darauf hinweist, dass Kinder in ihrer Zweitsprache schnell Fähigkeiten erwerben können, die sie in Alltagssituationen anwenden können, aber bedeutend länger benötigen, um Kompetenzen in der Bildungssprache des Unterrichts zu erlangen, die erforderlich sind, um bildungserfolgreich sein zu können. Ein entscheidendes Charakteristikum der Bildungssprache des Unterrichts stellt ihre konzeptionelle Schriftförmigkeit dar, wodurch sie ein hohes Maß an Informationsdichte und eine Situationsgebundenheit aufweist. Hierdurch unterscheidet sie sich signifikant von alltäglicher mündlicher Kommunikation im Alltag der SchülerInnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Kontroverse um die Multilingualität im Bildungssystem ein und benennt die bildungssprachlichen Fertigkeiten als entscheidenden Faktor für den Bildungserfolg.
2. Ausgangssituation: Das Kapitel beleuchtet Migrationsbewegungen nach Deutschland und zeigt auf, dass der sozioökonomische Status sowie der Migrationshintergrund signifikante Auswirkungen auf die Bildungschancen haben.
3. Bildungssprachliche Fertigkeiten und deren Verortung in der Wissenschaft: Dieses Kapitel verortet das Konzept der Bildungssprache theoretisch und analysiert Ansätze verschiedener Wissenschaftler wie Gogolin, Cummins, Bernstein, Koch/Österreicher und Bourdieu zur Erklärung von Bildungsungleichheit.
Schlüsselwörter
Bildungssprache, Mehrsprachigkeit, Migrationshintergrund, Schulerfolg, Zweitspracherwerb, CALP, BICS, Habitus, Soziolinguistik, formale Sprache, soziale Herkunft, Bildungsarmut, Interdependenzhypothese, Unterrichtsqualität, Bildungssystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von bildungssprachlichen Fertigkeiten auf den schulischen Erfolg von Kindern und Jugendlichen, besonders im Kontext der Migrationsgesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Bildungsbenachteiligung durch sprachliche Barrieren, der Unterschied zwischen Alltags- und Bildungssprache sowie der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Spracherwerb.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die theoretischen Hintergründe zu beleuchten, warum bestimmte Schülergruppen im Bildungssystem schlechtere Chancen haben, und wissenschaftliche Erklärungsansätze für diese Sprachbarrieren zusammenzuführen.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Es werden Konzepte wie Gogolins "Bildungssprache", Cummins' "CALP/BICS"-Unterscheidung, Bernsteins "formale Sprache", Koch/Österreichers "Nähe-Distanz-Modell" und Bourdieus "Habitus"-Theorie herangezogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte theoretische Analyse der genannten linguistischen und soziologischen Konzepte sowie deren Bedeutung für die Unterrichtsgestaltung und den Bildungserfolg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bildungssprache, Migration, Zweitspracherwerb, soziale Ungleichheit, Habitus und schriftsprachliche Kompetenzen.
Warum schneiden Kinder mit Migrationshintergrund in PISA-Studien oft schlechter ab?
Die Arbeit weist darauf hin, dass neben dem sozialen Status vor allem die Beherrschung des bildungssprachlichen Registers entscheidend ist, welches sich von der Alltagssprache unterscheidet und oft im familiären Kontext bildungsfernerer Schichten weniger gefördert wird.
Was besagt die Interdependenzhypothese von Cummins?
Sie postuliert, dass die Entwicklung der Zweitsprache stark vom Stand der ersten Sprache (L1) zum Zeitpunkt des Erstkontakts mit der Zweitsprache abhängt.
Wie definiert Bourdieu den Habitus in Bezug auf Sprache?
Der Habitus umfasst Denk- und Verhaltensschemata, die aus sozialen Strukturen resultieren; Sprache wird hierbei als "legitim" oder "gewöhnlich" bewertet, wobei der Habitus bestimmt, wie sicher sich eine Person in formalen, akademischen Kontexten bewegen kann.
Warum ist laut Koch/Österreicher das Klassengespräch distanziert?
Obwohl es mündlich geführt wird, ist das Klassengespräch durch Hierarchien zwischen Lehrkraft und Schülern sowie die ständige Bewertung der Äußerungen gekennzeichnet, was es kommunikativ eher in den Bereich der Distanz verschiebt.
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- Nicole Romig (Author), 2011, Bildungssprachliche Fertigkeiten und Migration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211997