Innerhalb meines Masterstudiums an der Universität Potsdam besuchte ich das Seminar „Bild und Klang“ bei Herr Dr. B. Neben Themen wie „Malen nach Musik“, „Grafische Notation“, Programmmusik und einem Projekt zum Thema Schattentheater, wurden auch die Bereiche der Polyästhetik und des fächerübergreifenden Unterrichts näher beleuchtet. Die beiden letztgenannten Themen durfte ich den anderen Studenten1 im Rahmen eines Vortrags darstellen. In vorliegender Seminararbeit werden die Inhalte des Vortrags vertieft, allerdings aufgrund des begrenzten Rahmens der Arbeit auf den Themenbereich des „fächerübergreifenden Unterrichts“ beschränkt. Der erste Teil der Arbeit setzt sich mit der Entstehung und den Inhalten dieser Unterrichtsform auseinander, wobei diese Themen jeweils nur kurz angerissen werden können. Darauf aufbauend erfolgt im zweiten Teil die Darstellung einer möglichen Anwendung für den Musikunterricht am Beispiel des Projekts „Andere Länder – andere Sitten“. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Aspekte des fächerübergreifenden Unterrichts
2.1. Seine Geschichte im Bereich der Musik
2.2. Allgemeine Begriffsklärung
2.3. Gründe für fächerübergreifenden Unterricht
2.4. Ziele und Elemente von fächerübergreifendem Unterricht
2.5. Kombinationsmöglichkeiten von Musik mit anderen Unterrichtsfächern
2.6. Organisationsformen des fächerübergreifenden Unterrichts
3. Praktische Überlegungen zum fächerübergreifenden Unterricht mit Schwerpunkt auf der Beteiligung des Musikunterrichts
3.1. Das Phasenmodell für die Planung fächerübergreifender Projekte
3.2. Die Unterrichtsphasen beim Projektlernen im Musikunterricht
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht theoretische Grundlagen sowie praktische Anwendungsmodelle des fächerübergreifenden Unterrichts, um das Potenzial einer stärkeren fachlichen Vernetzung, insbesondere unter Einbeziehung des Musikunterrichts, aufzuzeigen. Dabei wird anhand des beispielhaften Projekts „Andere Länder – andere Sitten“ aufgezeigt, wie Schüler durch projektorientierte Arbeit ihre fachübergreifende Kompetenz stärken und durch die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen ihre eigene Identität reflektieren können.
- Grundlagen und historische Entwicklung fächerübergreifender Unterrichtsformen.
- Differenzierung zwischen verschiedenen Organisationsformen des interdisziplinären Lernens.
- Pädagogische Zielsetzungen und Mehrwert gegenüber dem traditionellen Fachunterricht.
- Konkretes Planungsmodell für fächerübergreifende Musikprojekte.
- Methoden zur Leistungsbeurteilung und Reflexion im Rahmen von Projektarbeit.
Auszug aus dem Buch
3.1. Das Phasenmodell für die Planung fächerübergreifender Projekte
Für die Planung von fächerübergreifenden Projekten empfiehlt Forsbach das Vorgehen in drei Phasen: 1. Phase der Konvergenz. An ein oder zwei Projekttagen überlegen alle beteiligen Schüler und Lehrer gemeinsam, welche Themen bearbeitet und welches Endprodukt realisiert werden soll. Dies kann in einem offenen Unterrichtsgespräch geschehen. In meinem Fall entscheiden sich die Schüler zunächst gemeinsam für das Land Mexiko. Falls die Form der Projektarbeit noch nicht bekannt ist, sollten die Besonderheiten dieser Form vom Lehrer erklärt und gemeinsam über mögliche Rollenwechsel zwischen Lehrenden und Lernenden reflektiert werden.
Der Einstieg ins Thema kann dann entweder über traditionelle Materialien (z.B. Texte, Filme, Zeitungsartikel) oder über Methoden der Ideensammlung (z.B. Mind-Mapping, Brainstorming, Clustering) geschehen. Als Aufhänger eignen sich besonders gut aktuelle Nachrichten, wie zum Beispiel der Mord an einem Politiker oder die Meldungen über bevorstehende Zusammenstöße zwischen Drogenbanden. Des Weiteren empfiehlt Forsbach, je nach Situation der Lerngruppe, den Einsatz fächerübergreifender Arbeits- und Lerntechniken, wie zum Beispiel „Themensuche, Beschaffung von Informationen und Materialien, Auswertung der Informationen, Schreiben und Darstellen, Erarbeiten und Präsentieren, Regeln der Gruppenarbeit zu thematisieren“. Als mögliche Endprodukte können die Schüler eine Wandzeitung erstellen, einen Tanz einüben, einen Film drehen, Theaterszenen spielen, einen Vortrag halten, ein Musikstück komponieren und/oder einstudieren, ein landestypisches Gericht kochen, Texthefte und Handzettel erstellen, ein Musikstück am Computer produzieren, eine CD oder DVD zusammenstellen, eine Webseite oder einen Blog erstellen. Um die verschiedenen Endprodukte in einem schönen Rahmen zusammenzufassen, soll ein mexikanisches Fest mit Musik, Plakaten zur Geschichte und Geografie, landestypischem Essen, Ausstellungen zu Kunst und Malerei, einem kleinen Theaterstück oder anderen Darbietungen veranstaltet werden. Hierzu kann man sogar die Schüler der anderen Klassenstufen und die Eltern einladen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert den Entstehungskontext des Themas aus dem Seminar „Bild und Klang“ und skizziert die methodische Beschränkung auf den fächerübergreifenden Unterricht sowie das Praxisbeispiel.
2. Theoretische Aspekte des fächerübergreifenden Unterrichts: Dieses Kapitel liefert eine historische Einordnung, definiert zentrale Begriffe und Abgrenzungen zu anderen Unterrichtsformen und begründet die Notwendigkeit fächerübergreifenden Lernens.
3. Praktische Überlegungen zum fächerübergreifenden Unterricht mit Schwerpunkt auf der Beteiligung des Musikunterrichts: Das Kapitel stellt ein dreiphasiges Planungsmodell für Projekte vor und konkretisiert die Umsetzung anhand des Beispiels „Andere Länder – andere Sitten“ sowie durch spezifische Anforderungen an den Musikunterricht.
4. Fazit und Ausblick: Die Autorin resümiert die identitätsstiftende Rolle des Musikunterrichts und betont die motivierenden Effekte des fächerübergreifenden Arbeitens für Schüler und Lehrkräfte.
Schlüsselwörter
Fächerübergreifender Unterricht, Musikunterricht, Projektlernen, Phasenmodell, Interdisziplinarität, Schulalltag, Methodenvielfalt, Musik anderer Kulturen, Leistungsbeurteilung, Projektarbeit, Schülerinteressen, Identitätsbildung, Gesamtschule, Unterrichtsgestaltung, Mexiko-Projekt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Umsetzung von fächerübergreifendem Unterricht, wobei der Schwerpunkt auf der Rolle und den Möglichkeiten des Faches Musik innerhalb solcher Projektverbünde liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben theoretischen Grundlagen zur Geschichte und Definition des fächerübergreifenden Lernens stehen praxisorientierte Aspekte im Fokus, wie etwa Planungsphasen, Organisationsformen und Ansätze zur Leistungsbewertung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Fach Musik durch fächerübergreifende Ansätze aus seiner oft marginalen Rolle heraustreten kann, um eine neue Identität zu gewinnen und einen Beitrag zur ganzheitlichen Persönlichkeitsbildung der Schüler zu leisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachdidaktischer Literatur sowie der Entwicklung eines exemplarischen Praxiskonzepts, welches auf etablierten Phasenmodellen der Projektarbeit aufbaut.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Kapitel 2) und einen praktischen Anwendungsteil (Kapitel 3), in dem die Planungsschritte für ein Projekt zu "Anderen Ländern" am Beispiel Mexikos detailliert erläutert werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fächerübergreifender Unterricht, Projektlernen, Interdisziplinarität, Schülerorientierung und Musikpädagogik.
Wie gliedert sich der Planungsprozess für ein Projekt nach dem Vorschlag der Autorin?
Die Autorin folgt einem dreiphasigen Modell: der Konvergenzphase (Themen- und Produktfindung), der Divergenzphase (thematische Arbeit in den Fachgruppen) und einer abschließenden Konvergenzphase (Präsentation und Zusammenführung der Ergebnisse).
Welche Rolle spielt die Leistungsbeurteilung bei fächerübergreifenden Projekten?
Da herkömmliche Notengebungen bei Projekten oft schwierig sind, schlägt die Autorin eine Kombination aus Gruppenprodukt-Bewertung und individuellen Arbeitsprozessberichten vor, um Transparenz und eine hohe Schülerzufriedenheit zu erreichen.
- Quote paper
- Anne-Christin Schilke (Author), 2012, Polyästhetik und des fächerübergreifenden Unterrichts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212099