Das deutsche Gesundheitswesen ist durchweg von einer hohen Regulierungsdichte geprägt. Vom Einzug wettbewerblicher Elemente im deutschen Gesundheitswesen verspricht sich die Politik einen effizienteren Einsatz der begrenzten Ressourcen, ohne an der sehr hohen Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland zu rütteln.
Eine nähere Betrachtung der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussionen zeigt, dass es insbesondere Ansätze zur Stärkung des Wettbewerbs auf dem Versorgungsmarkt und auf dem Vertragsmarkt gibt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wettbewerb im deutschen Gesundheitswesen
2.1 Bedeutung von Wettbewerb im deutschen Gesundheitswesen
2.2 Wettbewerbsparameter im deutschen Gesundheitswesen
2.3 Solidarische Wettbewerbsordnung
3 Wettbewerbsfelder im deutschen Gesundheitswesen
3.1 Wettbewerbsfeld - Behandlungsmarkt
3.2 Wettbewerbsfeld - Versicherungsmarkt
3.3 Wettbewerbsfeld - Vertragsmarkt
4 Ausblick: Mögliche Handlungsschritte für mehr Wettbewerb
4.1 Krankenkassen
4.2 Versicherte
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und staatlicher Regulierung im deutschen Gesundheitssystem mit dem Ziel, Defizite in der wettbewerblichen Ausgestaltung aufzuzeigen und Lösungsansätze zur Effizienzsteigerung zu entwickeln.
- Entwicklung des Wettbewerbs im deutschen Gesundheitswesen
- Analyse der verschiedenen Wettbewerbsfelder (Behandlungs-, Versicherungs- und Vertragsmarkt)
- Rolle der Krankenkassen im Wettbewerbsprozess
- Informationsasymmetrien und die Rolle der Versicherten
- Handlungsempfehlungen für eine wettbewerbsorientierte Gesundheitspolitik
Auszug aus dem Buch
3.1 Wettbewerbsfeld - Behandlungsmarkt
Im Mittelpunkt des Behandlungsmarktes steht die Erbringung von ärztlichen, zahnärztlichen oder psychotherapeutischen Gesundheitsdienstleistungen. Darüber hinaus haben die Versicherten weitergehenden Anspruch auf Leistungen, wie zum Beispiel die Versorgung mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln oder mit Heilmitteln.
Voraussetzung für einen Wettbewerb auf dem Behandlungsmarkt ist, dass der Versicherte als Leistungsempfänger unter anderem zwischen einer Vielzahl von Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten wählen kann. Die Leistungsempfänger können im deutschen Gesundheitswesen grundsätzlich den Erbringer von ärztlichen, zahnärztlichen oder psychotherapeutischen Gesundheitsdienstleistungen frei wählen. Hierdurch besteht prinzipiell ein Wettbewerb auf dem Behandlungsmarkt, der jedoch für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung nach § 76 SGB V verschiedenartig reguliert wird.
Einerseits beschränkt sich unter anderem das Wahlrecht für den gesetzlich Krankenversicherten nur auf einen der nächsterreichbaren, an der vertragsärztlichen Versorgung zugelassenen, Leistungserbringer. Darüber hinaus ist das Wahlrecht dahingehend eingeschränkt, dass ein Wechsel des Leistungserbringers innerhalb eines Kalendervierteljahres unterbleiben sollte.
Darüber hinaus führen sowohl der einheitliche Leistungskatalog als auch das Sachleistungsprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung dazu, dass primär die Qualität als Wettbewerbsparameter auf dem Behandlungsmarkt in den Vordergrund rückt, der Versicherte jedoch aufgrund der Informationsasymmetrie die tatsächliche Versorgungsqualität nur subjektiv bewerten kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Wandel des deutschen Gesundheitswesens im Kontext der verschiedenen Gesundheitsreformen seit den 1970er Jahren.
2 Wettbewerb im deutschen Gesundheitswesen: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Wettbewerbs in einem regulierten System sowie die spezifischen Parameter und das Solidaritätsprinzip diskutiert.
3 Wettbewerbsfelder im deutschen Gesundheitswesen: Das Kapitel analysiert die drei zentralen Märkte – Behandlungs-, Versicherungs- und Vertragsmarkt – und deren jeweilige wettbewerbliche Einschränkungen.
4 Ausblick: Mögliche Handlungsschritte für mehr Wettbewerb: Es werden konkrete Reformvorschläge für Krankenkassen und Versicherte skizziert, um ein effizienteres und marktkonformeres Gesundheitssystem zu fördern.
Schlüsselwörter
Gesundheitswesen, Wettbewerb, Krankenversicherung, GKV, PKV, SGB V, Gesundheitsreform, Behandlungsmarkt, Versicherungsmarkt, Vertragsmarkt, Leistungserbringer, Krankenkassen, Solidaritätsprinzip, Patienten, Selektivverträge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das deutsche Gesundheitssystem in der Auseinandersetzung zwischen marktökonomischem Wettbewerb und staatlichen Regulierungsmechanismen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Schwerpunkte sind die drei Marktsegmente Behandlungs-, Versicherungs- und Vertragsmarkt sowie die Rolle von Krankenkassen und Versicherten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Hemmnisse für einen funktionierenden Wettbewerb im Gesundheitswesen zu identifizieren und Handlungsschritte für eine zukunftsfähige Reform aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung gesetzlicher Rahmenbedingungen (insbesondere SGB V) und der Untersuchung marktstruktureller Zusammenhänge.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Bedeutung und Parameter des Wettbewerbs sowie die spezifischen Wettbewerbsfelder detailliert nach ihren rechtlichen und praktischen Rahmenbedingungen analysiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Gesundheitswesen, Wettbewerb, gesetzliche Krankenversicherung, Solidaritätsprinzip und Marktstrukturanalyse.
Inwiefern schränken Regulierungen den Behandlungsmarkt ein?
Der Behandlungsmarkt wird durch Faktoren wie das Sachleistungsprinzip, Bedarfsplanungs-Richtlinien und eingeschränkte Wahlmöglichkeiten bei Leistungserbringern reguliert.
Welche Rolle spielen Selektivverträge für den Wettbewerb?
Selektivverträge sollen als Instrument dienen, um individuelle Versorgungsangebote zu schaffen, werden jedoch derzeit durch institutionelle Vorgaben und kollektivvertragliche Strukturen in ihrer Wirkung gehemmt.
- Arbeit zitieren
- Peter W. Janakiew (Autor:in), 2012, Das deutsche Gesundheitswesen zwischen Wettbewerb und Regulierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212172