Homosexuelle Tendenzen und Lebensweisen werden in der heutigen, westlichen Gesellschaft, weitestgehend toleriert. Dennoch ist das Leben, auch in Deutschland, gerade für homosexuelle Frauen und Männer nicht immer einfach. Sei es Diskriminierung am Arbeitsplatz, im privaten Bereich oder in der Öffentlichkeit. Aktuell wird in der Öffentlichkeit und in den Medien viel über das Thema Homosexualität im Profifußball berichtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergrund
3. Diskriminierung von Homosexuellen im Profisport
3.1. Diskriminierung von Homosexuellen Männern im Profifußball
3.2. Diskriminierung von Homosexuellen Frauen im Profifußball
4. Auswirkungen auf die Gesundheit
4.1. Auswirkung auf die psychische Gesundheit
4.2. Auswirkung auf die physische Gesundheit
5. Diskussion
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Homosexualität auf die Gesundheit von Profifußballern und Fußballerinnen in Deutschland, wobei insbesondere die gesundheitlichen Folgen von Stigmatisierung und Diskriminierung im Fokus stehen.
- Historische Einordnung der Wahrnehmung von Homosexualität
- Diskriminierungsformen gegenüber homosexuellen Athleten und Athletinnen
- Psychische Belastungsfaktoren durch Versteckspiel und sozialen Druck
- Physische Gesundheitsrisiken durch Stress und Substanzmissbrauch
- Notwendigkeit von Aufklärung und Emanzipation im Profifußball
Auszug aus dem Buch
3.1. Diskriminierung von Homosexuellen Männern im Profifußball
„Ich würde keinem Profi raten, sich zu outen. Der soziale Druck wäre nicht auszuhalten“ (Littmann, 2005). Diese Einstellung verfolgen viele nationale und internationale Fußballspieler- und Trainer, denn Fußball gilt als einer der letzten klassischen Männersportarten (vgl. Eggeling, 2010, S. 25). Einige aktive Fußballspieler- und Fans bezeichnen das Fußballspiel auch als eine Art Kampfsportart, da in dieser Sportart viel Körpereinsatz gegeben ist, welcher auch sehr schnell zu schmerzhaften Verletzungen führen kann. Somit sei „Männlichkeit“ im Fußball unverzichtbar.
Für viele heterosexuelle Männer gelten homosexuelle Männer als zu „weibisch“, zu emotional und als wenig durchsetzungsfähig. Die Diskriminierung Homosexueller Männer beginnt schon bei einfachen Begriffen, wie dem „schwulen Pass“, ein Synonym für einen Fehlpass (vgl. Eggeling, 2010, S. 24). Aus diesem Grund bemühen sich Fußballer so heterosexuell wie nur möglich zu wirken. Des Weiteren kann ein Coming-out zum Ausschluss aus Vereinen, Sportverbänden oder Teams führen. Dies würde zum Ende der gesamten Karriere und somit zum Verlust der Existenzgrundlage des Profifußballers führen. Auch wird Homosexualität sehr häufig als promisk gedeutet, obwohl der Sport an sich eine asexuelle Aktivität ist (vgl. Eggeling, 2010, S. 26). Um dem Idealbild des heterosexuellen Sportlers zu entsprechen, schaffen sich viele homosexuelle Fußballspieler eine zweite Identität mit Frau und Kindern. Als Konsequenz aus diesem Versteckspiel besteht bei Homosexuellen Fußballern gehäuft ein selbstverleugnendes – und selbsthassendes Verhalten (vgl. Lück, 2004). Weiter findet gehäuft eine symbolische Diskriminierung in Form von Bildern und über die Sprache statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Integration homosexueller Frauen und Männer im Profifußball ein und benennt die gesundheitlichen Folgen als zentralen Untersuchungsgegenstand.
2. Hintergrund: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Pathologisierung und Kriminalisierung von Homosexualität in Deutschland und erläutert die gesellschaftliche Tabuisierung im Sport.
3. Diskriminierung von Homosexuellen im Profisport: Hier wird die verbreitete Homophobie und die Erwartungshaltung einer heterosexuellen Norm im Sport thematisiert.
3.1. Diskriminierung von Homosexuellen Männern im Profifußball: Der Abschnitt beleuchtet den sozialen Druck, das Bild von "Männlichkeit" und die negativen Karrierekonsequenzen für homosexuelle Fußballer.
3.2. Diskriminierung von Homosexuellen Frauen im Profifußball: Dieser Teil analysiert die spezifischen Stereotype gegenüber Fußballerinnen und die Vorurteile, mit denen lesbische Frauen im Sport konfrontiert sind.
4. Auswirkungen auf die Gesundheit: Das Kapitel verknüpft die beschriebenen Diskriminierungserfahrungen mit den daraus resultierenden Gefährdungen für die menschliche Gesundheit.
4.1. Auswirkung auf die psychische Gesundheit: Der Fokus liegt hier auf dem inneren Konflikt, der Burn-out-Gefahr und dem Potenzial eines positiven Coming-outs für die psychische Stabilität.
4.2. Auswirkung auf die physische Gesundheit: Dieser Abschnitt beschreibt Suchtgefahren und Folgeerkrankungen durch die psychische Dauerbelastung.
5. Diskussion: Das Kapitel fasst den Widerspruch zwischen dem Wunsch nach Freiheit und der Angst vor beruflicher Existenzvernichtung zusammen.
6. Fazit: Die Schlussfolgerung betont die Notwendigkeit weiterer gesellschaftlicher Aufklärungsarbeit und Maßnahmen durch Sportverbände, um Diskriminierung abzubauen.
Schlüsselwörter
Homosexualität, Profifußball, Gesundheit, Diskriminierung, Coming-out, Homophobie, Profisport, psychische Belastung, Suchtmittelmissbrauch, Stereotype, Integration, Stigmatisierung, Identität, Männlichkeit, Fußballspielerinnen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der gesellschaftlichen Stellung homosexueller Personen im deutschen Profifußball und deren physischer sowie psychischer Gesundheit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Diskriminierungsmechanismen im Sport, die historische Tabuisierung von Homosexualität sowie die Auswirkungen auf das Wohlbefinden der betroffenen Athleten und Athletinnen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich Ausgrenzung und der Zwang zur Geheimhaltung der sexuellen Identität negativ auf die Gesundheit und Karriere von Profifußballern auswirken können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Studien sowie fachlichen Stellungnahmen zur Situation von Homosexuellen im Sport.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die Diskriminierung von Männern und Frauen im Fußball und differenziert dabei zwischen psychischen Folgen wie Depressionen und physischen Gesundheitsrisiken durch Suchtverhalten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den zentralen Begriffen zählen Profifußball, Homophobie, Stigmatisierung, psychische Gesundheit und Coming-out.
Warum wird im Text der Begriff des „schwulen Passes“ erwähnt?
Der Begriff dient als Beispiel für eine subtile, sprachliche Diskriminierung, die im Profifußball dazu beiträgt, ein Klima der Ausgrenzung zu schaffen.
Welche Rolle spielt der „Coming-out-Leitfaden“ des DFB laut der Arbeit?
Er wird als ein erster wichtiger Schritt zur Emanzipation gewürdigt, wobei der Autor betont, dass dies allein noch nicht ausreicht und weitere Aufklärungskampagnen folgen müssen.
- Arbeit zitieren
- René Marholdt (Autor:in), 2013, Homosexualität im Profisport und der Einfluss auf die Gesundheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212184