Präventionskonzept für HIV/AIDS für das Nebas Children Centre, Likoni, Kenia


Bachelorarbeit, 1012
93 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

Abstract

1. Einleitung
1.1 Motivation der Autorin sowie Problem – und Fragestellung zur Thematik
1.2 Struktur und Aufbau der Arbeit
1.3 Quellenauswahl und Literaturanalyse

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Die sozialräumliche Konzeptentwicklung
2.2 Der Setting – Ansatz
2.3 Zum Begriff der Prävention
2.4 Die Methode „Leitfadeninterview“

3. Die Erkrankung AIDS
3.1 Infektionswege
3.2 Präventionsmöglichkeiten
3.3 Medizinische Behandlungsmöglichkeiten
3.4 Die HIV – Epidemie weltweit

4. Die AIDS – Problematik in Kenia
4.1 Die Situation in Likoni bezüglich HIV/AIDS unter gesellschaftlichen Aspekten (Leitfadeninterview 1)
4.2 Die Situation der in Likoni lebenden Kinder bezüglich HIV/AIDS (Leitfadeninterview 2)

5. Das HIV/AIDS – Präventionskonzept für das Nebas Children Centre
5.1 Beschreibung der Institution Nebas Children Centre
5.2 Schritte der Konzeptentwicklung
5.3 Bedingungen zur Umsetzung
5.4. Ziele und Bestandteile des Konzeptes
5.4.1 Ziele
5.4.2 Erstes Teilkonzept: Aufklärung und Wissensvermittlung
5.4.3 Zweites Teilkonzept: Enttabuisierung
5.4.4 Drittes Teilkonzept: Multiplikatoren- und Netzwerkarbeit
5.4.5 Viertes Teilkonzept: Rahmenbedingungen und Umgebungsfaktoren berücksichtigen
5.5 Schwierigkeiten in Bezug auf die Umsetzung

6. Fazit/Ausschau

Danksagung

Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhang A

Anhang B

Anhang C

Anhang D

Anhang E

Anhang F

Erklärung zur Erstellung der Einzelarbeit

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 HIV – Neuinfektionen weltweit (Quelle: UNAIDS, Global Report 2010 in BZgA, 2011b, S.10)

Abbildung 2 Anzahl geschätzter Personen im Umfeld, welche einen HIV – Test durchführen lassen (Eigenerstellung)

Abbildung 3 Anzahl der Kinder in den jeweiligen Institutionen (Eigenerstellung)

Abbildung 4 Anteil der Waisenkinder in den jeweiligen Institutionen (Eigenerstellung)

Abbildung 5 Anzahl der AIDS – Waisen in den jeweiligen Institutionen (Eigenerstellung)

Abbildung 6 Anteil der an HIV infizierten Kinder in den unterschiedlichen Institutionen (Eigenerstellung)

Abbildung 7 Organigramm des NCC (Eigenerstellung)

Abbildung 8 Schritte einer sozialräumlichen Konzeptentwicklung (Eigenerstellung in Anlehnung an Deinet, 1999, S. 21 – 24)

Abbildung 9 Lebenswelt der Kinder im NCC (Eigenerstellung)

Abbildung 10 Modellhafte Darstellung des Konzeptes (Eigenerstellung)

Abbildung 11 Typen von Aufklärungsprogrammen (Eigenerstellung in Anlehnung an die WHO & BZgA, 2011, S.9)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1

Tabelle 2

Tabelle 3

Tabelle 4

Tabelle 5

Tabelle 6

Tabelle 7

Tabelle 8

Tabelle 9

Tabelle 10

Tabelle 11

Tabelle 12

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Immunschwächekrankheit AIDS bleibt eine der größten Herausforderungen der Welt und speziell für das Entwicklungsland Kenia. Der erste HIV – Fall wurde 1986 gemeldet. Auch etwa 25 Jahre später hat die Erkrankung nichts an Aktualität eingebüßt. Die HIV – Epidemie wurde von der kenianischen Regierung als nationales Desaster deklariert (KAIS, 2007, S. 3). Verschiedene, zum Teil von der Regierung ins Leben gerufene Organisationen wie der „National AIDS Control Council“ (NACC), „Voluntary HIV Counselling and Testing“ (VCT) und das „National AIDS and STI Control Program“ (NASCOP) entwickeln Strategien und veröffentlichen Statistiken rund um das Thema HIV und AIDS. Sie arbeiten mit internationalen Vereinigungen wie USAID, UNAIDS oder der WHO zusammen, um der gefährlichen Krankheit entgegenzuwirken. Jugendliche und junge Erwachsene stellen dabei eine der bedeutsamsten Zielgruppen in der HIV/AIDS – Primärprävention dar. AIDS – präventive Maßnahmen können in einem Alter ansetzen, in dem sexuelles Verhalten noch eingeübt und eine sexuelle Identität erst noch ausgebildet wird. AIDS – Prävention kann bei Jugendlichen daher als Chance begriffen werden und bezieht sich so auf „Neu – Lernen“ und nicht auf „Um – Lernen“ (Franzkowiak & Kolarz, 1990, S. 5).

1.1 Motivation der Autorin sowie Problem – und Fragestellung zur Thematik

Im Rahmen ihres Studiums (Bachelor Berufspädagogik im Gesundheitswesen) an der Fachhochschule Münster hat die Autorin im fünften Semester an einer Projektarbeit mit der Modulbezeichnung „Arbeitserfahrungen in einer ausländischen pädagogischen oder gesundheitsbezogenen Einrichtung“ unter der Leitung von Prof. Dr. habil. phil. A. Zielke – Nadkarni teilgenommen. Sie absolvierte in diesem Rahmen ein sechswöchiges Praktikum in dem Waisenhaus „Nebas Children Centre (NCC)“ in Likoni, Mombasa/Kenia.

Während des Praktikums erhielt sie einen Eindruck, wie sich HIV/AIDS konkret auf die Lebenssituationen der Menschen und speziell der Kinder vor Ort auswirkt. Sie stellte fest, dass es nahezu keine Präventionsmaßnahmen in der genannten Institution bezüglich HIV/AIDS gibt. Die Einrichtungsleitung steht der Krankheit hilflos gegenüber; der Schutz der Kinder kann kaum gewährleistet werden. Durch die pädagogische Arbeit und Erfahrungen vor Ort wurde der Entschluss gefasst, ein HIV/AIDS – Präventionskonzept für das NCC zu entwickeln. Deinet (1999, S. 12) bezeichnet diese Art der Motivation als den sogenannten „inneren Anstoß“.

Das NCC liegt in einem Gebiet, in der die Prävalenz von HIV – Infizierten und an AIDS Erkrankten sehr hoch ist. Viele der im Waisenhaus lebenden Kinder haben ihre Eltern oder einen Elternteil durch diese Erkrankung verloren. Sie sind teilweise sogar selbst mit dem HI – Virus infiziert. Welche Möglichkeiten bestehen nun, diese Kinder zu schützen? Bisher existiert kein Konzept zum Umgang mit der Problematik, obwohl die Notwendigkeit hierfür von den Verantwortlichen durchaus wahrgenommen wird. In Deutschland hingegen werden bereits zahlreiche Konzepte zur AIDS – Prävention umgesetzt. In der hier dargelegten Arbeit wird der Frage nachgegangen, wie sich Bestandteile dieser Konzepte in einer anderen Kultur unter Berücksichtigung unterschiedlicher Bedingungen implementieren lassen.

1.2 Struktur und Aufbau der Arbeit

Im ersten Teil der Arbeit (Kapitel 2) werden zunächst theoretische Grundlagen dargelegt. Hierbei wird sowohl auf pädagogische als auch auf medizinisch – pflegerische Grundlagen, welche für die vorliegende Arbeit von Bedeutung sind, eingegangen.

Im zweiten Teil (Kapitel 3) werden für die Arbeit relevante Aspekte der Erkrankung AIDS erläutert. Anschließend wird in Kapitel 4 die AIDS – Problematik speziell in Mombasa/Likoni beleuchtet. Dies geschieht durch eine inhaltliche Beschreibung und Interpretation von Leitfadeninterviews. Das HIV/AIDS – Präventionskonzept, welches den Kern der vorliegenden Arbeit darstellt, wird in Kapitel 5 dargelegt. Dabei werden sowohl die Institution, als auch die Schritte der Konzeptentwicklung und mögliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Konzeptes beschrieben. Abschließend folgt ein Fazit (Kapitel 6), welches eine Einschätzung zur Realisierung des Konzeptes sowie dessen Möglichkeiten, aber auch dessen Grenzen beschreibt.

1.3 Quellenauswahl und Literaturanalyse

Zur Bearbeitung der vorliegenden Arbeit wurde deutsch- und englischsprachige Literatur ausgewählt. Zunächst wurde Fachliteratur aus den Fachbereichsbibliotheken der Sozialwissenschaften, Soziale Betriebseinheiten, der Katholisch - Theologischen Fakultät, Erziehungswissenschaften, Sozialwesen und Pflege und Gesundheit der Fachhochschule Münster sowie der Universität Münster zusammengetragen. Für die Konzeptentwicklung wurden hauptsächlich die Ausführungen von Deinet zur sozialräumlichen Konzeptentwicklungen genutzt. Diese stammen zwar aus dem Jahr 1999, bieten jedoch inhaltliche Ausführungen, welche für die vorliegende Arbeit sehr passend sind.

Weitere themenrelevante Inhalte konnten aus acht Leitfadeninterviews sowie durch Einzelbefragungen entnommen werden. Desweiteren erfolgte eine Internetrecherche. Hierbei wurden unter anderem Informationen aus nationalen und internationalen Datenbanken (Cinahl, PubMed & CareLit) herangezogen. Inhaltlich wurde nach folgenden Themenbereichen recherchiert:

- HIV/AIDS
- Prävention, speziell HIV/AIDS – Prävention
- Konzept und Konzeptentwicklung
- Hintergrundinformationen des Landes Kenia

Durch die gezielte Recherche im Internet konnte eine Zusammenstellung von deutschen, kenianischen sowie internationalen validen Berichten zum Thema entstehen. Das Internet bietet ein vielfältiges Angebot an Informationen im speziellen Kontext „HIV und AIDS“. Die enorme Menge an Daten hatte zur Folge, dass an dieser Stelle eine präzise Auswahl getroffen werden musste, um wissenschaftliche Literatur zu identifizieren. Hauptsächlich orientierte sich die Autorin an diversen Veröffentlichungen der BZgA, speziell im Kontext der HIV/AIDS – Prävention sowie zum Themenbereich Konzeptentwicklung. Ebenso wurden offizielle Berichte von kenianischen und internationalen AIDS – Hilfsorganisationen genutzt und für valide befunden. Vorteile einer internetbasierten Recherche sind zum einen die Aktualität der Daten, zum anderen die Möglichkeit Literatur über die HIV/AIDS – Thematik speziell in Kenia zu erhalten. Die Recherche über die Hintergrundinformationen des Landes Kenia gestaltete sich dagegen schwieriger. Fundierte Informationen über die Art und Weise, wie in den Schulen beziehungsweise Waisenhäusern Sexualaufklärung stattfindet, konnten nicht ausreichend und für diese Arbeit zufriedenstellend ermittelt werden.

Eine präzise Auflistung der genutzten Literaturquellen, sowie Stichwortergebnisse der Datenbanken und Suchmaschinen, können dem Anhang E sowie dem Literaturverzeichnis entnommen werden.

2. Theoretische Grundlagen

Nachdem die Motivation der Autorin, eine Problem- und Fragestellung zur Thematik, sowie die Struktur und Aufbau der vorliegenden Arbeit, als auch Angaben zur Quellenauswahl und eine Literaturanalyse erläutert wurden, soll in diesem Kapitel nun inhaltlich eingestiegen werden. Dazu werden theoretische Grundlagen dargelegt.

2.1 Die sozialräumliche Konzeptentwicklung

Zur Entwicklung des hier dargelegten Konzeptes dient „die These von der konzeptionellen Differenzierung“ nach Deinet als pädagogisch – theoretische Grundlage. Deinet (1999, S. 19) beschreibt mit seiner These, dass sozialpädagogische Konzepte auf die jeweiligen unterschiedlichen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen eingehen müssen und zugeschnitten werden sollen. Der sozialräumliche Ansatz ist kein spezifisch inhaltlicher Ansatz, sondern ein Weg der Konzeptentwicklung in der Kinder- und Jugendarbeit. Deinet erläutert Schritte einer sozialräumlichen Konzeptentwicklung, die bei der Entwicklung des HIV/AIDS – Präventionskonzeptes berücksichtigt worden sind. Dabei bedient sich die Autorin der grundlegenden Sichtweisen Deinets und seiner Auffassung von Konzeptentwicklung in der Kinder- und Jugendarbeit.

Festzuhalten sei an dieser Stelle, dass die vorliegende Arbeit nur Anteile dieses theoretischen Konzeptes berücksichtigen kann und nicht den Anspruch der vollständigen Umsetzung der sozialräumlichen Konzeptentwicklung erhebt. Dies ist einerseits mit dem zeitlich begrenzten Rahmen, in dem diese Arbeit entstanden ist, zu begründen. Andererseits bezieht sich Deinet vornehmlich auf die Konzeptentwicklung in der Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland, welche sich von der Arbeit in Kenia erheblich unterscheidet und nicht direkt übertragbar ist.

2.2 Der Setting – Ansatz

Der Setting – Ansatz bildet die medizinisch – pflegerische Grundlage dieser Arbeit. Er ist eine der zentralen Strategien, um Präventions – und Gesundheitsförderungsmaßnahmen umzusetzen. Dabei wird nicht nur der einzelne Mensch mit seinen individuellen Verhaltensweisen betrachtet, sondern das gesamte soziale System (das Setting), in dem Menschen sich befinden. Schwerpunkte können dennoch auf einzelne Gesundheitsprobleme innerhalb dieses Settings gelegt werden. „Unter Setting versteht man ein (mehr oder weniger abgeschlossenes) System, das aus den alltäglichen Rahmenbedingungen für die Gesundheit eines Individuums besteht“ (Steinbach, 2007, S. 116). Die Bedingungen, unter denen Menschen leben, lernen und arbeiten und somit ihren Alltag gestalten, fließen in die Gestaltung von Präventions – und Gesundheitskonzepte ein. Dabei ist das Setting grundsätzlich als veränderbar zu sehen und bietet auf diese Weise eine Möglichkeit, bestimmte Bedingungen zu beeinflussen. Viele Projekte der WHO stützen sich ebenfalls auf den Setting – Ansatz, wie beispielsweise „Gesunde Städte“, „Gesundheitsförderliche Schulen“ oder „Gesundheitsförderliche Krankenhäuser“ (Grossmann & Scala, 2006, S. 65). Der Setting – Ansatz kann hier als Handlungsorientierung verstanden werden, mit dem Ziel, den Sozialraum orts- und bedürfnisspezifisch gesundheitsfördernd zu gestalten.

2.3 Zum Begriff der Prävention

Die Prävention oder Prophylaxe bildet bis in die jüngste Vergangenheit hinein den Kern der Gesundheitsförderung. Der Begriff „Prävention“ kommt aus dem Lateinischen (praevenire) und bedeutet jemanden oder etwas zuvorkommen (Skutsch, & Petschenig, 2008). Er bezeichnet alle Bemühungen, die insbesondere im medizinischen Bereich unternommen werden, um einer Krankheit zuvor zu kommen (Brieskorn – Zinke & Köhler – Offierski, 1997, S. 36). Präventionsmaßnahmen können sich sowohl auf das Verhalten von Individuen und Gruppen beziehen (Verhaltensprävention), als auch auf Veränderungen der biologischen, sozialen oder technischen Umwelt (Verhältnisprävention) (Walter, Schwartz, Robra & Schmidt, 2003, S. 191). „Das Ziel der Verhältnisprävention ist die Kontrolle, Reduzierung bzw. Beseitigung von Gesundheitsrisiken, die durch die Umwelt – und Lebensbedingungen entstehen“ (Steinbach, 2007, S.46). Die wichtigsten bevölkerungsbezogenen Ziele von Prävention sind die Inzidenzabsenkung von Krankheit, Behinderungen oder vorzeitigem Tod, sowie ein möglichst langer Erhalt der Selbständigkeit im Alter. (Walter et al. 2003, S. 190). Desweiteren werden vier Arten von Prävention unterschieden, die sich untereinander in Zeitpunkt und Art der Maßnahmen abgrenzen, wie nachstehende Tabelle verdeutlicht.

Tabelle 1

Präventionsarten und Interventionsmöglichkeiten (Quelle: Laaser & Hurrelmann) (Eigenerstellung).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Primordiale Interventionen sind verhältnisgestaltende Maßnahmen, die auch häufig als Gesundheitsförderung bezeichnet werden. Sie richten sich an Menschen in gutem Gesundheitszustand. Auch die primäre Prävention setzt bei (noch) gesunden Personen an. Ziel ist es, Risikofaktoren vor dem Eintreten einer Schädigung zurückzudrängen. In der HIV/AIDS – Prävention zählen hierzu beispielsweise alle Maßnahmen zur Verhinderung einer HIV – Infektion. Die sekundäre (HIV/AIDS) – Prävention richtet sich an bereits infizierte Menschen. Das Ziel ist es, Komplikationen zu verhindern und die Lebensqualität zu erhalten, beziehungsweise zu steigern. Ein Beispiel für eine sekundärpräventive Intervention in der HIV/AIDS – Prävention ist beispielsweise die Entstigmatisierung von Menschen mit HIV und AIDS. Tertiäre Interventionen dienen dazu, die Funktionsfähigkeit und Lebensqualität weitestgehend wieder herzustellen. Die Pflege und Rehabilitation von Menschen im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung (AIDS) ist hier als Beispiel zu nennen. Das hier vorgestellte Präventionskonzept ist hauptsächlich der primären Prävention zuzuordnen, da es sich an eine spezielle Gruppe richtet, die dem Risiko einer HIV – Infektion ausgesetzt ist. Einige Kinder der Zielgruppe sind bereits HIV – infiziert, sodass hier ebenso Maßnahmen der sekundären Prävention greifen (Drewes & Sweers, 2010, S. 17 – 18).

2.4 Die Methode „Leitfadeninterview“

Für die vorliegende Arbeit wurden über die Literaturrecherche hinaus insgesamt acht Leitfadeninterviews, auch halbstrukturierte Interviews genannt, in Likoni durchgeführt. Diese Methode ist die gängigste Form qualitativer Befragungen und stellt eine allgemeine Technik des Fragens anhand eines vorbereiteten aber flexibel einsetzbaren Fragenkataloges dar und eignet sich für jedes Thema (Bortz & Döring, 2006, S. 315). Zielsetzung ist hierbei nicht die Durchführung einer validen Untersuchung mit allgemeingültigem Charakter. Vielmehr soll die gesellschaftliche Haltung in Likoni zum Thema HIV/AIDS beleuchtet werden und ein Eindruck über die Situation vor Ort gewonnen, sowie von Auffassungen, Gefühlen und Gedanken der Menschen in Likoni vermittelt werden. Mit Hilfe des Leitfadens entsteht ein Gerüst für die Datenerhebung und Datenanalyse, welches Ergebnisse unterschiedlicher Interviews vergleichbar macht und dennoch genügend Spielraum für spontane, aus der Situation heraus entstehende, Nachfragen lässt (Bortz & Döring, 2006, S. 314).

Es wurden dabei zwei unterschiedliche Fragebögen entwickelt, um verschiedene Untersuchungsgegenstände schwerpunktmäßig zu beleuchten. Dabei wurden sowohl Haupt- als auch Detaillierungsfragen genutzt. Ebenfalls werden Angaben über die Sozialstatistik deutlich (Geschlecht, Alter, Bildungsstand, Beruf, Herkunft).

Bedingungen, welche die Durchführung der Leitfadeninterviews beeinflusst haben, waren sowohl der begrenzte Zeitraum von 3 Wochen, als auch sprachliche Schwierigkeiten und damit verbundene Hemmungen einiger Befragten, eigene Ergebnisse zu notieren. Desweiteren kann die Tatsache, dass einige Befragte das Interview als Möglichkeit sehen, finanzielle Unterstützung zu erlangen, die Auswahl der Antworten beeinflusst haben. Alle Interviewteilnehmer hatten die Möglichkeit, Anmerkungen und Fragen hinsichtlich des Fragebogens zu machen. Diese sowie die ausführliche Beschreibung des Untersuchungsdesigns, sind dem Anhang (A, B und C) zu entnehmen.

3. Die Erkrankung AIDS

AIDS steht für die englische Bezeichnung „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ und bedeutet soviel wie „erworbenes Immunschwächesyndrom“. Die Ursache für den Ausbruch der Erkrankung ist die Infektion mit dem HI – Virus („Human Immunodeficiency Virus“), welches vor allem die körpereigenen Helferzellen (CD4 – Zellen oder T4 – Helferzellen) befällt. Je weniger Helferzellen vorhanden sind, desto weniger ist das Immunsystem in der Lage, den Körper vor Krankheiten zu schützen. Von AIDS spricht man, wenn bestimmte, zum Teil lebensbedrohliche Symptome auftreten, wie beispielsweise schwere Infektionskrankheiten und Tumore. Nach wie vor ist die HIV – Erkrankung nicht heilbar. Wenn jedoch rechtzeitig eine sogenannte antiretrovirale Therapie (ART) eingeleitet wird, können Betroffene über Jahrzehnte mit HIV leben. Dazu müssen die entsprechenden Medikamente jedoch lebenslang eingenommen werden (BZgA, 2011a, S. 4 – 5).

3.1 Infektionswege

HIV kann nur übertragen werden, wenn es in ausreichender Menge in den Körper oder auf die Schleimhaut gelangt. Die Infektiosität einer infizierten Person hängt vom Ausmaß der Immunsuppression ab – mit sinkender CD4 – Zellzahl steigt die Infektiosität (RKI, 2000, S. 451). Eine Ansteckung ist möglich über Blut/Menstruationsblut, Sperma, Scheidenflüssigkeit, Muttermilch und über Schleimhäute. Für die AIDS – Prävention ist es von großer Bedeutung, mögliche Infektionswege des HI – Virus zu kennen, aber auch das Wissen darüber, wie sich das Virus nicht verbreiten kann. Grundsätzlich wird zwischen vier Infektionswegen unterschieden:

1. Mutter – Kind – Übertragung
2. Übertragung beim Drogengebrauch
3. Sexuelle Übertragung
4. Blutübertragung

Eine Gefährdung durch die Mutter – Kind – Übertragung besteht besonders während der Schwangerschaft, bei der Geburt und durch das Stillen des Kindes. Sexuelle Übertragungen können sowohl beim Vaginal-, als auch beim Oral- oder Analverkehr stattfinden. Die häufigsten Ursachen bei der Ansteckung durch Drogengebrauch ist das Benutzen desselben Spritzenbestecks unterschiedlicher Menschen, aber auch die gemeinsame Benutzung von Zubehör wie Löffel, Filter oder Tupfer (BZgA & DAH e.V. 2011a, S. 11 – 15). Blut stellt bei der Mehrzahl der Infizierten die Körperflüssigkeit mit der höchsten Viruskonzentration dar. Die Übertragungswahrscheinlichkeit bei der Transfusion von HIV – kontaminiertem Vollblut oder Plasma liegt bei annähernd 100 % (RKI, 2000, S. 453). HIV/AIDS wird nicht durch folgende Infektionswege übertragen:

- Urin/Kot/Speichel/Schweiß/Tränenflüssigkeit
- Mücken/Insekten oder andere Tiere
- Zusammenarbeiten/Wohnen mit Menschen mit HIV/AIDS
- Gemeinsame Benutzung von Toiletten/Handtüchern/Bettwäsche
- Küssen Umarmen/Streicheln
- Spielen und Sport
- Anhusten/Anniesen
- Benutzen derselben Teller/Gläser/Bestecke
- Besuch von Schwimmbädern/Saunen
- (BZgA & DAH e.V., 2011a, S. 16 – 17)

3.2 Präventionsmöglichkeiten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, AIDS – präventiv zu handeln. Die unterschiedlichen Infektionswege stellen hierbei mögliche Ansatzpunkte dar. Die wohl bedeutendste Präventionsmaßnahme ist die Aufklärung durch Wissensvermittlung. Dies kann durch Öffentlichkeitsarbeit mittels bestimmter Kampagnen (in Deutschland beispielsweise „Gib Aids keine Chance“) oder durch Sexualaufklärung in der Schule oder anderen Bildungseinrichtungen geschehen. Anschauliches Material wie Flyer oder Broschüren finden hier Anwendung. Spezielle Möglichkeiten der Prävention und die Information und Aufklärung über Übertragungswege müssen hierbei vermittelt werden.

Desweiteren können durch medizinische und psychosoziale Beratungsgespräche unterschiedlicher Professionen und Gesundheitseinrichtungen, wie beispielsweise durch Gesundheitsämter, Ärzte, Krankenkassen oder Selbsthilfegruppen, Beiträge zur AIDS – Prävention geleistet werden. Diese sollten persönlich oder telefonisch (anonym) erfolgen. Zur psychosozialen Beratung gehört unter anderem auch die Hilfe bei der Bewältigung von Ängsten und Möglichkeiten zur Unterstützung der Verhaltensänderung.

Zu den möglichen Präventionsmaßnahmen zählt auch die Durchführung eines HIV – Antikörpertests (nachfolgend: HIV – Test), welcher anonym und kostenlos angeboten werden sollte. Den Betroffenen muss bei einem positiven Testergebnis eine weitere Betreuung oder Weitervermittlung zur Verfügung stehen.

Desweiteren sind die genannten Infektionswege diverse Ansatzpunkte in der HIV/AIDS – Prävention. Um das Risiko für eine sexuelle Ansteckung mit dem HI – Virus zu minimieren, ist der Gebrauch von Kondomen die sicherste Methode. Häufig wechselnde Partnerschaften sollten vermieden und auf „risikoreichen Geschlechtsverkehr“ verzichtet werden. Desweiteren wurde die Zirkumzision des Mannes von der WHO als Maßnahme zur AIDS - Prävention aufgenommen. Um die Risiken einer Mutter – Kind – Übertragung zu senken, wird ebenfalls ein HIV – Antikörper – Test empfohlen. Schwangere Frauen, die mit dem HI – Virus infiziert sind, sollten möglichst von einem Spezialisten ärztlich betreut und beraten werden und ihr Kind per Sectio zur Welt bringen. Bei injizierenden Drogenkonsumenten finden Präventionsmaßnahmen Anwendung, die darauf abzielen, den gemeinsamen Spritzengebrauch zu verhindern. Die Einnahme retroviraler Medikamente bei Infizierung mit dem HIV – Virus ist derzeit theoretisch denkbar, kann jedoch praktisch aufgrund der hohen Kosten nicht für die breite Bevölkerung umgesetzt werden (BZgA & DAH e.V., 2011a, S. 21 – 36).

3.3 Medizinische Behandlungsmöglichkeiten

Eine Heilung von HIV/AIDS ist, wie eingangs erwähnt, zum derzeitigen Forschungsstand nicht möglich. Der medizinische Fortschritt hat allerdings dazu beigetragen, dass Menschen mit HIV durch eine Behandlung mit HIV – Medikamenten relativ lange mit dem Virus leben können. Die Medikamente können die Vermehrung von HIV im Körper verhindern. Es gibt mehrere Möglichkeiten den Vermehrungsprozess zu stoppen. Dabei ist es wichtig, rechtzeitig mit der Therapie zu beginnen. Medikamente müssen dauerhaft und regelmäßig eingenommen werden. Manche Medikamente verhindern, dass das Virus in die Zellen eindringt, andere hindern es daran, die Funktion der Zelle vollständig zu übernehmen, wieder andere verhindern, dass eine infizierte Zelle neue Viren freisetzt. Bei einer HIV – Therapie werden immer mehrere Medikamente gleichzeitig verwendet, deren Wirkung verschiedene Ansätze haben. So wird sichergestellt, dass sich das HI - Virus nicht weiter vermehren kann. Eine solche Behandlung nennt man Kombinationstherapie (DAH e.V., k. D.).

3.4 Die HIV – Epidemie weltweit

Trotz der weltweiten Bemühungen verläuft die HIV – Epidemie in vielen Ländern noch nahezu ungebremst, in einigen Ländern – unter anderem in Kenia – sogar mit einer erschreckenden Dynamik. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben sich bis Ende 2010 etwa 80 Millionen Menschen weltweit mit dem HI – Virus infiziert, mehr als zwei Millionen davon sind Kinder unter 15 Jahren. Pro Jahr gibt es etwa drei Millionen HIV – Neuinfektionen, darunter etwa 370.000 bei Kindern unter 15 Jahren. (BZgA, 2011b, S. 10). Abbildung 1 verdeutlicht die HIV – Epidemie weltweit. Dabei wird deutlich, dass Kenia ein Gebiet darstellt, in der die HIV – Prävalenz mit dem zweithöchsten Ranking (5 – 15%) abgebildet ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 HIV – Neuinfektionen weltweit (Quelle: UNAIDS, Global Report 2010 in BZgA, 2011b, S.10).

4. Die AIDS – Problematik in Kenia

Im Jahr 2007 lebten nach Angaben des Kenya AIDS Indicator Surveys in Kenia 1,42 Millionen Menschen im Alter von 15 – 64 Jahren (dies entspricht 7,1% der Gesamtbevölkerung) mit dem HI – Virus. Die Prävalenz bei Jugendlichen im Alter von 15 – 24 beträgt 3,8%. In der Altersspanne von 50 – 64 Jahren, von der man vermuten könnte, dass sie nicht in die Hauptrisikogruppen fallen würden, beträgt die Prävalenz immerhin noch 5%. Im Verhältnis zu Männern (5,4%) sind Frauen mit 8,4% insgesamt häufiger mit dem HI – Virus infiziert. Frauen in der Altersklasse 15 – 24 Jahren sind mit 5,6% viermal häufiger betroffen, als die Männer dieser Altersklasse (1,4%) (KAIS, 2007, S. 9). UNICEF (2009a) zufolge sind in Kenia 180.000 Kinder im Alter von 0 – 14 Jahren mit dem HI – Virus infiziert.

Wie bereits in Kapitel 2.4 dargelegt, wurden zur weiteren Recherche Leitfadeninterviews durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Methode sollen nun zusammenfassend dargestellt werden. Zunächst erfolgen die Darstellungen des Fragebogens 1, mit dem Untersuchungsschwerpunkt „Die Situation in Likoni bezüglich HIV/AIDS unter gesellschaftlichen Aspekten“ Er richtet sich an kenianische Staatsbürger aus der Umgebung Likonis. Anschließend werden die Auswertungen und Interpretationen des Fragebogens 2 dargestellt, welcher die spezielle Situation der in Likoni lebenden Kinder bezüglich HIV/AIDS betrachtet. Dazu wurden ausschließlich Führungskräfte von Waisenhäusern in Likoni befragt. Die von den Teilnehmern ausgefüllten Fragebögen sind dem Anhang B (Fragebogen 1) und C (Fragebogen 2) zu entnehmen.

4.1 Die Situation in Likoni bezüglich HIV/AIDS unter gesellschaftlichen Aspekten (Leitfadeninterview 1)

Fragen 1 – 5: Persönliche Daten der Teilnehmer

Vier Interviewpartner erklärten sich bereit, mithilfe eines Fragebogens ausgewählte Fragen zur Thematik „AIDS in Likoni“ zu beantworten. Die Fragen 1 – 5 geben Auskunft über persönliche Daten der Befragten. Alle Teilnehmer stammen aus der Umgebung Mombasas und erfüllen somit das Kriterium der Ortsgebundenheit, um inhaltliche Aussagen speziell für diese Region machen zu können. Die Voraussetzung, über das Thema AIDS offen zu sprechen, war bei allen Befragten gegeben. Weitere Kriterien zur Auswahl wurden von der Autorin nicht festgelegt. Das Durchschnittsalter der Befragten beträgt 46,5 Jahre. Einer der vier Befragten, Person C, ist männlich. Drei von vier kommen direkt aus Likoni, Person A stammt aus Kisauni, einem Ort im Norden Mombasas. Alle Interviewpartner haben mindestens die Secondary School besucht, Person C besitzt das „O – Level“, (=Ordinary Level). Dies entspricht etwa einem mittleren Niveau nach dem 10. Schuljahr.

Person B kann zudem das „Diploma Level“ vorweisen. Die vier Befragten führen unterschiedliche Berufe aus (Person A „teaching“, Person B „administration“ Person C „fridge technician“, Person D „ plumber“) und haben dementsprechend einen unterschiedlichen „Backround“ zum Thema. Es ist allerdings anzumerken, dass die Autorin bei der Auswertung der Leitfadeninterviews keine relevanten Rückschlüsse auf die Schul- und Berufsbildung der Befragten ziehen konnte.

Frage 6: Gefühle, die mit dem Wort „AIDS“ in Verbindung gebracht werden

Die Teilnehmer werden nach Gefühlen befragt, die sie mit dem Wort „AIDS“ verbinden. Hier zeigt sich, dass drei der vier Befragten den Begriff „AIDS” negativ assoziieren. Lediglich Person A lässt durch ihre Aussage nicht erkennen, ob das Wort „AIDS” allein für sie positive oder negative Gefühle auslöst. Person D verbindet mit AIDS speziell die Unterstützung von Kindern und Waisenkindern, obgleich dies bei ihm nicht durch seinen Beruf (Installateur) begründet ist. Damit spricht er eine Konsequenz der Erkrankung an, die speziell in den Armenvierteln Kenias, wie Likoni, ein großes Problem darstellt – die Erkrankung macht in Kenia 1.200.000 Kinder zu Waisen (UNICEF, 2009a).

Tabelle 2

Gefühle, die mit dem Wort „AIDS" in Verbindung gebracht werden (Eigenerstellung).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Frage 7: Möglichkeiten der AIDS – Prävention

Bei der Frage nach Kenntnissen über Präventionsmaßnahmen erhält die Interviewerin ähnliche Antworten von den Teilnehmern. Die Aussagen beziehen sich dabei hauptsächlich auf das Sexualverhalten, wie folgende Abbildung darstellt.

Tabelle 3

Antwortenvielfalt „Möglichkeiten der AIDS – Prävention" (Eigenerstellung).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fragen 8 – 10, 16a & 16b: AIDS in der Gesellschaft/Familie/Freundeskreis

Gesellschaftliche Normen und Wertvorstellungen sowie die Haltung von Menschen im nahen Umfeld, wie Familie oder Freunde, haben Einfluss auf das Verhalten einer Person, so auch auf das AIDS – präventive Verhalten.

Die Erkrankung AIDS wird nach Aussagen aller Befragten in der Gesellschaft stets diskutiert. Dies bedeutet allerdings nicht, dass dieses Thema nicht tabuisiert wird, denn wie es diskutiert wird und welche Ansichten die Gesellschaft über AIDS vermittelt, wird aus den Interviews nicht deutlich.

Wie AIDS in der eigenen Familie thematisiert wird, darüber gibt es sehr unterschiedliche Angaben. Nur Person C und D geben an, dass es sich in ihrer Familie ebenso verhält, wie in der Gesellschaft. Teilnehmer A gibt an, dass das Thema sowohl im Familien- als auch im Freundeskreis absolut tabuisiert würde. Manchmal sei AIDS sowohl in der Familie als auch im Freundeskreis ein Thema, sagt Person B.

Die Frage nach Konsequenzen für die Befragten bei einer möglichen Ansteckung mit HIV, die sie von ihren Freunden beziehungsweise der Familie erwarten würden, wird sehr einheitlich mit negativen Erwartungen beantwortet. Freunde und Verwandte würden sich fernhalten von einer HIV – infizierten Person, man würde stigmatisiert und diskriminiert. Nur die Befragte C erwartet von ihrer eigenen Familie positive Reaktionen. Die folgende Tabelle gibt den genauen Wortlaut der Befragten wieder.

Tabelle 4

Erwartete Konsequenzen von Familie und Freunden (Eigenerstellung).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fragen 11 – 13: Der HIV – Antikörper – Test

In Bezug auf die Durchführung eines HIV – Antikörpertests schätzen die Befragten den prozentualen Anteil der Menschen in ihrem Umfeld sehr unterschiedlich ein. Die Spanne der geschätzten Menschen, die einen Test durchführen würden, liegt dabei zwischen 0% und 60% und ist somit allein kaum aussagekräftig. Auf die Frage, welche Vorteile das Durchführen eines AIDS – Testes habe, antworten die Befragten sehr unterschiedlich (“to know your status”, “to make informed decisions”, “positive living”, “prevent infection or/and re-infection”, “make new plans”, “avoiding taking MSG” und “you can prevent and cannot spread it”). Es werden aber auch Gründe genannt, keinen Test durchführen zu lassen. Nach Aussagen der Befragten wird diese Haltung hauptsächlich durch Angst begründet (“they fear“ oder „you can get a shock if you are tested positive”). Person C nennt hier besonders die Angst vor Stigmatisierung („stigma“, “fear from stigma”). Außerdem vermutet sie als weiteren Grund auch die Unwissenheit (“ignorance”) einiger Menschen in Likoni. Der nachstehenden Abbildung sind die Einschätzungen der Befragten bezüglich der Personen ihres Umfeldes, welche einen HIV – Test durchführen lassen, zu entnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Anzahl geschätzter Personen im Umfeld, welche einen HIV – Test durchführen lassen (Eigenerstellung).

[...]

Ende der Leseprobe aus 93 Seiten

Details

Titel
Präventionskonzept für HIV/AIDS für das Nebas Children Centre, Likoni, Kenia
Hochschule
Fachhochschule Münster  (Fachbereich Pflege und Gesundheit)
Veranstaltung
Bachelorarbeit - Pflegewissenschaften, Pflegepädagogik, Sozialarbeit, Entwicklungsarbeit
Note
1,7
Autor
Jahr
1012
Seiten
93
Katalognummer
V212250
ISBN (eBook)
9783656399858
ISBN (Buch)
9783656401414
Dateigröße
7419 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
AIDS ist seit seiner Entdeckung Anfang der 1980er Jahre eine der bekanntesten und bedrohlichsten Infektionskrankheiten. Durch jahrzehntelange Forschung ist es gelungen, Therapien zu entwickeln, durch die Betroffene lange Zeit weitgehend symptomfrei leben können. Diese bleiben Menschen in Entwicklungsländern allerdings häufig verwehrt. Aus diesem Grund ist die Prävention der wichtigste Schlüssel um die Verbreitung von HIV/AIDS einzudämmen. Das von der Autorin entwickelte Konzept stützt sich auf Leitfadeninterviews und greift auf die These der konzeptionellen Differenzierung zurück.
Schlagworte
HIV, AIDS, Prävention, Leitfadeninterview, konzeptionelleDifferenzierung, Setting-Ansatz
Arbeit zitieren
Nicola Hundt (Autor), 1012, Präventionskonzept für HIV/AIDS für das Nebas Children Centre, Likoni, Kenia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212250

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Präventionskonzept für HIV/AIDS für das Nebas Children Centre, Likoni, Kenia


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden