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Shakespeares Sonette in deutscher Übersetzung

Am Beispiel von Stefan George und Karl Kraus

Title: Shakespeares Sonette in deutscher Übersetzung

Seminar Paper , 2011 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Charlotte Seeger (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Wie bereits einige Shakespeare- Übersetzer vor ihm, stellt Schlegel fest, dass es eine nahezu unmögliche Aufgabe ist, einen Ausnahmedichter wie William Shakespeare adäquat zu übersetzen. Man kann es, wie im Zitat erwähnt, lediglich versuchen. An dieses Experiment wagen sich vor und nach Schlegel zahlreiche andere deutsche Autoren. Neben den häufig übersetzten Dramen Shakespeares, die vor allem durch Schlegel und Tieck eine bedeutende Übersetzung erfahren, sind seine Sonette die am häufigsten übertragenen oder nachgedichteten Werke europäischer Lyrik. Sie sind in Deutschland immer wieder ein Übersetzungsprojekt, da sie auch nach zahlreichen Versuchen noch interessant sind, weil sie noch nicht klar dechiffriert werden konnten und immer wieder neue Ansichtspunkte gefunden werden. Die Diskussion darüber, wie eine korrekte Übersetzung auszusehen hat, beginnt bereits in der Antike. Bis heute konnte noch kein einheitliches Ergebnis erzielt werden. Denn Übersetzungen sind keine einfache Arbeit, sie erfordern literarisches Talent, sowie Kenntnis der fremden Sprache und Kultur, um das Original adäquat übertragen zu können. Die deutschen Shakespeare-Übersetzungen schaffen es zumindest, den englisch-deutschen Kulturaustausch zu fördern und bringen das geniale Werk Shakespeares somit nach Deutschland.
Zwei Übersetzer haben sich besonders intensiv mit Shakespeares Sonetten auseinandergesetzt. Stefan George und Karl Kraus sind Teil einer großen Kontroverse innerhalb der Tradition der Sonett-Übersetzungen Shakespeares. Die beiden äußerst unterschiedlichen Übersetzer und deren eingedeutschte Shakespeare-Sonette sollen Hauptthema dieser Arbeit sein. Zunächst werden die beiden wegweisendsten Übersetzungstheorien der Romantik dargelegt, um die theoretische Basis für die spätere Analyse beider Übersetzungen zu schaffen. Dem folgend sollen die Schwierigkeiten der Übersetzung Shakespeares ins Deutsche erläutert werden, da diese essentiell wichtig für die Analyse sind. Schließlich soll jeweils ein Sonett von Karl Kraus und Stefan George nebeneinander gestellt und verglichen werden. Es soll herausgearbeitet werden, inwieweit sich beide Übersetzer unterscheiden und in welcher Art und Weise sie versuchen Shakespeare gerecht zu werden. Letztlich sollen alle Ergebnisse im Fazit zusammengefasst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die wichtigsten Übersetzungstheorien

2.1. Friedrich Schleiermacher

2.2. A. W. Schlegel

3. Schwierigkeiten der Shakespeare-Übersetzung

4. Stefan Georges Übersetzungstechnik

5. Karl Kraus' Übersetzungstechnik

6. Vergleich: Georges und Kraus' Übersetzung von Sonett 29

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

8.1. Primärliteratur

8.2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen Ansätze der Lyrik-Übersetzer Stefan George und Karl Kraus bei der Übertragung von Shakespeares Sonetten ins Deutsche. Dabei wird analysiert, wie diese Übersetzer die formalen und inhaltlichen Herausforderungen der elisabethanischen Dichtung bewältigen und welche unterschiedlichen Poetiken ihre jeweilige Übersetzungstechnik leiten.

  • Romantische Übersetzungstheorien nach Schleiermacher und Schlegel
  • Herausforderungen der Shakespeare-Übersetzung (Sprachstruktur, Rhythmus, Kontext)
  • Methodische Analyse der Übersetzungstechniken von Stefan George
  • Methodische Analyse der Übersetzungstechniken von Karl Kraus
  • Vergleichende Untersuchung der Übersetzung von Sonett 29

Auszug aus dem Buch

3. Schwierigkeiten der Shakespeare-Übersetzung

Wie man den Übersetzungstheorien Schleiermachers und Schlegels bereits entnehmen kann, ist es allgemein schon schwierig eine dem Originalwerk gerecht werdende Übersetzung anzufertigen, egal um welchen Autor es sich handelt. Wenn es sich allerdings um eine Übersetzung von William Shakespeare handelt, häufen sich die Schwierigkeiten.

Die erste Hürde im Übersetzungsprozess ist die englische Sprache selbst. Um sie zu verstehen ist eine umfangreiche Kenntnis der elisabethanischen Sprache erforderlich, um die Eigenheiten der damaligen Dichtung ganz erfassen zu können. Das Altenglische muss dann in ein verständliches, zeitgemäßes Deutsch übertragen werden, wofür es aber kein sprachlich- und kulturhistorisches Äquivalent gibt, auch nicht in dem zu Shakespeares Zeit in Deutschland gesprochenen Barock-Deutsch. Unterschiede in beiden Sprachen erschweren die Übersetzung. Da eine große Anzahl von einsilbigen Worten im Englischen existiert, wird dadurch die Kürze des Ausdrucks begünstigt und lässt im Blankvers die männlichen Endungen dominieren. Dadurch wirken die Enjambements fließender und die Endung konziser. Durch Partizipialkonstruktion des Englischen werden die Sätze präziser und da solche im Deutschen nicht sehr häufig vorkommen, kann die englische Direktheit in der deutschen Sprache nicht genau übertragen werden.

Die deutsche Sprache ist nämlich stark flektiert, weswegen der deutsche Vers meist weibliche Endungen trägt. Diese erscheinen in der deutschen Sprache natürlicher als die männlichen, die nur sehr selten verwendet werden. Im Englischen dagegen sind sie als Folge der Einsilbigkeit der Worte natürlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Shakespeare-Übersetzung ein und stellt die beiden im Zentrum stehenden Übersetzer Stefan George und Karl Kraus vor.

2. Die wichtigsten Übersetzungstheorien: Hier werden die theoretischen Grundlagen der romantischen Übersetzungspraxis anhand von Schleiermacher und Schlegel erläutert.

2.1. Friedrich Schleiermacher: Das Kapitel befasst sich mit der zentralen Theorie Schleiermachers, der die Übersetzung als schwieriges Unterfangen zwischen der Paraphrase und der Nachbildung betrachtet.

2.2. A. W. Schlegel: Dieser Abschnitt beleuchtet Schlegels Forderung nach einer poetischen Übersetzung, die auch die Formmerkmale des Originals berücksichtigt.

3. Schwierigkeiten der Shakespeare-Übersetzung: Hier werden die linguistischen und kulturhistorischen Hürden analysiert, die eine adäquate Übertragung Shakespeares ins Deutsche erschweren.

4. Stefan Georges Übersetzungstechnik: Das Kapitel beschreibt den aristokratischen und künstlerisch anspruchsvollen Ansatz Georges, der die Wörtlichkeit in den Mittelpunkt stellt.

5. Karl Kraus' Übersetzungstechnik: Hier wird der Ansatz von Kraus dargelegt, der eine freiere Nachdichtung zugunsten der inhaltlichen Essenz und des natürlichen Sprachflusses bevorzugt.

6. Vergleich: Georges und Kraus' Übersetzung von Sonett 29: Ein praktischer Vergleich beider Übersetzer anhand eines konkreten Sonetts demonstriert die Unterschiede in Technik und Wirkung.

7. Fazit: Das Fazit fasst die divergierenden Ansätze zusammen und wertet die Bedeutung beider Übersetzungen für den literarischen Kanon.

8. Literaturverzeichnis: Hier werden die für die Arbeit herangezogenen Primär- und Sekundärquellen aufgeführt.

8.1. Primärliteratur: Verzeichnis der verwendeten Ausgaben der Werke von Shakespeare, George und Kraus.

8.2. Sekundärliteratur: Auflistung der fachwissenschaftlichen Literatur, die zur Analyse herangezogen wurde.

Schlüsselwörter

Shakespeare, Sonette, Stefan George, Karl Kraus, Übersetzungstheorie, Übersetzungstechnik, Nachdichtung, Romantik, Sprachvergleich, Metrik, Ästhetik, Lyrik, Literaturgeschichte, Sprachvermittlung, Intertextualität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit setzt sich mit der Herausforderung auseinander, Shakespeares Sonette ins Deutsche zu übersetzen, wobei zwei prominente, aber methodisch gegensätzliche Übersetzer gegenübergestellt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Übersetzungstheorien der Romantik, die spezifischen sprachlichen Schwierigkeiten bei der Übersetzung von Shakespeare sowie die unterschiedlichen methodischen Ansätze von Stefan George und Karl Kraus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Unterschiede in den Übersetzungstechniken von George und Kraus herauszuarbeiten und zu analysieren, wie sie jeweils versuchen, dem Original künstlerisch gerecht zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen mit einer detaillierten Textanalyse (am Beispiel von Sonett 29) verknüpft.

Was bildet den inhaltlichen Hauptteil der Untersuchung?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Basis, die Erläuterung der Übersetzungsschwierigkeiten und die detaillierte Analyse der individuellen Techniken der beiden gewählten Übersetzer.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Übersetzungstechnik, Sonettform, poetische Nachdichtung, Sprachdichte und intertextuelle Palimpsest-Theorie charakterisiert.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von Karl Kraus von dem von Stefan George?

Während George eine sehr präzise, fast wörtliche und oft artifizielle Übersetzungsmethode verfolgt, setzt Kraus auf eine freiere Paraphrasierung, bei der der natürliche Sprachfluss und inhaltliche Aspekte wichtiger sind als sklavische Formtreue.

Welche Rolle spielt die mangelnde Englischkenntnis von Karl Kraus für die Bewertung seiner Arbeit?

Die Arbeit bewertet Kraus' fehlende Sprachkenntnis nicht bloß als Defizit, sondern analysiert sie im Kontext seines Versuchs, eine "Nachdichtung" auf Basis vorhandener Übersetzungen als kritische Auseinandersetzung zu schaffen.

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Details

Title
Shakespeares Sonette in deutscher Übersetzung
Subtitle
Am Beispiel von Stefan George und Karl Kraus
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
2,0
Author
Charlotte Seeger (Author)
Publication Year
2011
Pages
26
Catalog Number
V212347
ISBN (eBook)
9783656401636
ISBN (Book)
9783656402015
Language
German
Tags
shakespeares sonette übersetzung beispiel stefan george karl kraus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Charlotte Seeger (Author), 2011, Shakespeares Sonette in deutscher Übersetzung , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212347
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