Die vorliegende Seminararbeit trägt den Titel „Die Deutschen in der russischen Literatur: Der schmale Grat zwischen Bewunderung und Spott, Liebe und Hassliebe unter dem besonderen Aspekt von „Nabokovs und Gogol’s Deutschen.“
Gegenstand der Seminararbeit ist das exemplarische Deutschenbild in Nabokovs und Gogol’s literarischen Werken und somit in der russischen Literatur.
Das stereotypisierte Deutschenbild ist ein Beweis für die wachsende deutsch-russische Verbindung und zeigt ein positives sowie negatives Zerrbild in der russischen Literatur und Gesellschaft.
Da das Deutschenbild sich vielmehr in einem beweglichen Prozess befindet, der von geschichtlichen und außergeschichtlichen Einflüssen bedingt wird, ist und bleibt es ein aktuelles Thema.
Das Ziel der Arbeit besteht darin, dass man erkennt, warum und mit welcher Absicht Nabokov und Gogol’ „ihre“ Deutschen in ihren Werken präsentieren.
Es wird demnach der Versuch unternommen, aufzuzeigen, wie Nabokov und Gogolʼ gezielt die Deutschen als unabdingbares Werkzeug in die Handlung ihrer literarischen Werke einbetten.
Somit gliedert sich die Seminararbeit wie folgt: Die historische Einführung dient dazu, Hintergrundwissen zu verschaffen um die tiefe Verwurzelung der Beziehungen zwischen den Russen und Deutschen besser verstehen zu können, um die möglichen Auswirkungen auf die Literatur einzuschätzen.
Um die Ziele von Nabokov und Gogolʼ in der Verwendung und Darstellung der Deutschen zu entschlüsseln, muss man das Deutschenbild sowohl aus einer traditionell folkloristischen Sicht betrachten – hier fällt der Schwerpunkt auf Gogolʼs Deutsche - als auch bedenken, dass persönliche Erfahrungen mit Deutschland und den Deutschen an Gewichtung haben. Demnach ist eine biografische Darstellung der Autoren notwendig sowie ist deren erfahrungsbezogener Horizont bezüglich Deutschland und den Deutschen ebenfalls nicht zu vernachlässigen. In den nachfolgenden Abschnitten resultieren der Einsatz und die Darstellung der Deutschen in den verschiedenen literarischen Werken von Nabokov und Gogolʼ. Hier stehen Textbeispiele und Zitate im Vordergrund.
Um das Thema abzurunden wird im Abschnitt 6. ein zeitgenössisches Deutschenbild aufgezeigt, um zu beleuchten ob eine Veränderung des Deutschenbildes im Laufe der Jahrhunderte stattgefunden hat.
Bewusst soll keine Inhaltangabe der einzelnen Werke dargelegt werden..........
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Einführung
2.1. Vorgeschichte russischer Deutschenbilder
3. Die Deutschen in der russischen Literatur
3.1. Vladimir Vladimirovič Nabokov - Ein biographischer Abriss
3.2. Das Deutschenbild in Nabokovs Romanen „Dar“ und „Mašenʼka“
4. Gogolʼ - Kurze Begründung der Autorenauswahl
5. Gogolʼs Deutsche
5.1. Kurzer biografischer Abriss
5.2. Betrachtungsweise aus der folkloristischen Sicht auf Gogol’s Deutsche
5.2.1. Gogol’s persönliche Erfahrungen mit Deutschen
6. Gegenwärtiges Deutschenbild
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das differenzierte und oft ambivalente Deutschenbild in den Werken von Vladimir Nabokov und Nikolaj Gogolʼ. Ziel ist es, die literarische Instrumentalisierung der Deutschen als "Fremde" sowie die biografisch geprägten Einflüsse der Autoren auf die Darstellung dieser Figuren zu analysieren und in einen größeren russisch-deutschen kulturellen Kontext einzuordnen.
- Analyse des stereotypisierten Deutschenbildes in der russischen Literatur.
- Biografische Kontextualisierung der Autoren Nabokov und Gogolʼ und deren persönlicher Bezug zu Deutschland.
- Untersuchung der funktionalen Rolle deutscher Figuren in Romanen wie "Dar", "Mašenʼka" und weiteren Werken.
- Kontrastierung folkloristischer Traditionen mit individueller Wahrnehmung.
- Vergleich der historischen Sichtweise mit einem zeitgenössischen Deutschenbild.
Auszug aus dem Buch
3.2. Das Deutschenbild in Nabokovs Romanen „Dar“ und „Mašenʼka“
In Nabokovs Romanen der 20er Jahren, die hauptsächlich dem Leben der russischen Emigranten gewidmet sind, kommen häufig ausländische Figuren, überwiegend Deutsche, vor.
Häufig stehen die Rollen der Deutschen in einem episodischen Hintergrund und teilweise scheinen die Helden als ein unabdingbarer Teil oder ein Element einer in sich logischen und geschlossenen Handlung zu sein.
Deren Funktion besteht darin, die Geschichte der Hauptfiguren durch ihre Anwesenheit zu erzählen und lebendig erscheinen zu lassen. Wobei aber auch durch ihre Andersartigkeit die Gegensätze zwischen den Kulturen, die teilweise die Handlung lenken, deutlicher werden.
Jedoch muss an dieser Stelle die Anmerkung erfolgen, dass in Nabokovs Werken jedes Detail ihre Funktion erfüllt und somit nicht weniger an Wichtigkeit besitzt als ein markanteres Detail.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Thema der Seminararbeit und verdeutlicht das Ziel, das Deutschenbild in den Werken von Nabokov und Gogolʼ zu entschlüsseln.
2. Historische Einführung: Dieses Kapitel liefert den geschichtlichen Hintergrund über die Beziehungen zwischen Russen und Deutschen vom 9. Jahrhundert bis zur Aufklärung.
3. Die Deutschen in der russischen Literatur: Es wird Nabokovs Biografie beleuchtet und das Deutschenbild in seinen Romanen analysiert.
4. Gogolʼ - Kurze Begründung der Autorenauswahl: Die Wahl fällt auf Gogolʼ, um eine zweite, komplementäre Perspektive auf das Deutschenbild zu erhalten.
5. Gogolʼs Deutsche: Nach einem biografischen Abriss wird Gogolʼs Bild von Deutschen durch folkloristische Einflüsse und eigene Erfahrungen analysiert.
6. Gegenwärtiges Deutschenbild: Dieser Abschnitt zeigt, dass auch heute noch stereotype Vorstellungen über Deutsche bei russischen Germanistikstudenten existieren.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Autoren ein vorwiegend negatives Deutschenbild zeichnen, welches methodisch funktional in die literarische Handlung eingebettet ist.
Schlüsselwörter
Russische Literatur, Deutschenbild, Vladimir Nabokov, Nikolaj Gogolʼ, Stereotype, Emigration, Folklore, kulturelle Identität, Fremdwahrnehmung, deutsch-russische Beziehungen, literarische Funktion, Identitätsfindung, Vorurteile, Exilliteratur, Nationale Selbstwahrnehmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich mit der Darstellung von Deutschen in den Werken der russischen Schriftsteller Nabokov und Gogolʼ.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Analyse literarischer Stereotype, die Rolle von Emigrantenbiografien und der Einfluss der Folklore auf die Charakterdarstellung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und mit welcher Intention Nabokov und Gogolʼ die Deutschen als "Werkzeug" in ihre Handlungsstränge integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer biographischen und literaturwissenschaftlichen Analyse, die durch historische Kontexte und Textbeispiele gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Nabokovs Romanen und eine Untersuchung der folkloristischen sowie biografischen Prägung bei Gogolʼ.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Deutschenbild, russische Literatur, Emigration, kulturelle Identität und Stereotype geprägt.
Welchen Einfluss hatte Nabokovs Leben in Berlin auf seine Werke?
Berlin fungierte für Nabokov als "Stiefmutter der russischen Städte"; die Stadt und ihre Bewohner dienten als eher negativ wahrgenommene Kulisse, die seine Erinnerung an die russische Heimat kontrastierte.
Warum spielt das Wort "nemec" eine so wichtige Rolle für Gogolʼ?
Im folkloristischen Kontext bedeutet "nemec" (der Stumme) nicht nur Deutscher, sondern bezeichnet allgemein Fremde, die nicht Russisch sprechen, und dient oft als abwertendes Schimpfwort.
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- M. Ed. Julia Steblau (Author), 2013, Die Deutschen in Nabokovs und Gogols Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212400