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Es geht um Gerechtigkeit

Title: Es geht um Gerechtigkeit

Essay , 2010 , 6 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Rosa Grieser (Author)

Politics - Other International Politics Topics
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Es geht um Gerechtigkeit. Und dagegen wird wohl niemand etwas haben. Doch was ist Gerechtigkeit überhaupt. Friedrich von Metzler gab eine Antwort: „Absolute Gerechtigkeit gibt es nicht, und wenn jemand absolute Gerechtigkeit anstrebt, wird es furchtbar ungerecht.“ Denn Gerechtigkeitsempfinden entstammt einem Wertesystem, und dieses ist nicht überall gleich. Ist es nun gerecht, wenn wir alle als Gleiche anfangen oder wenn wir alle das Gleiche haben?
Gerechtigkeit ein Thema, welches immer wieder auf die öffentlich-politische Agenda rückt, handelt es sich dabei um ein Kriseln des Sozialstaats, eine neue Steuerreform oder die Wirkung der letzten Weltwirtschaftskrise - Gerechtigkeit wird überall gefordert. Was allerdings unter Gerechtigkeit zu verstehen ist, darüber gehen die Meinungen nicht erst heute, sondern schon seit mehr als zwei Jahrtausenden auseinander. Dazu genügt ein Blick auf die zahlreichen Wirtschaftstheorien, welche alle für sich den Anspruch erheben, gerecht zu sein. Daran konnten auch der Versuch der Ausdifferenzierung des Gerechtigkeitsbegriffs und die im Anschluss an die von John Rawls angestoßene Debatte um dessen Bedeutung nichts Wesentliches verändern. Die Komplexität, Unbestimmtheit und ideologische Anfälligkeit des Begriffs der Gerechtigkeit ist dieselbe geblieben. Dennoch können wir innerhalb dieses verworrenen Durcheinanders aus unzähligen Vorstellungen über die Gerechtigkeit zwei große unterschiedliche Prinzipien ausmachen: die Verteilungsgleichheit und die Chancengleichheit.

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Inhaltsverzeichnis

1. Es geht um Gerechtigkeit

2. Wie weit haben sich diese Gerechtigkeitsvorstellungen nun in den jeweiligen Theorien verankert?

3. Wie wirken sich diese unterschiedlichen Gerechtigkeitsvorstellungen nun auf unterschiedliche Politikergebnisse aus?

4. Was bedeutet dieses nun alles bezogen auf die Verteilungsgleichheit und Chancengleichheit?

5. Welche Gerechtigkeitsvorstellung ist nun gerechter?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung unterschiedlicher Gerechtigkeitsvorstellungen, insbesondere den Gegensatz zwischen Verteilungsgleichheit und Chancengleichheit, und analysiert deren Auswirkungen auf wirtschaftspolitische Reformen am Beispiel Neuseelands.

  • Philosophische und ökonomische Definitionen von Gerechtigkeit
  • Gerechtigkeitsvorstellungen in Marxismus, Sozialdemokratie und Liberalismus
  • Die Transformation des neuseeländischen Wirtschaftssystems ab 1984
  • Kritische Reflexion über die Realisierbarkeit und Gerechtigkeit der Konzepte

Auszug aus dem Buch

Die Umsetzung von Reformen in Neuseeland

Bis 1984 war Neuseelands Wirtschaft durch den Staat stark reguliert. Die Infrastruktur, zu der die Eisenbahn und die nationale Fluglinie gehörten, waren staatliche Gesellschaften. Der Wechselkurs, Einfuhr und Ausfuhr unterlagen der Kontrolle des Staates. Dazu entwickelte Neuseeland eines der am besten ausgebauten Sozial- und Subventionssysteme und einen erweiterten öffentlichen Dienst. Die mit dem Regierungswechsel 1984 eingeführte Reformpolitik nahm sich vor die Dominanz des Staates zu verdrängen, indem sie die Wirtschaft privatisierte und den Arbeitsmarkt deregulierte. Die Wechselkurse wurden freigegeben, die Zentralbank, die Eisenbahn und die Fluglinie verkauft, Subventionen und Wohlfahrtstransfers wurden gekürzt, Stellen im öffentlichen Dienst wurden gestrichen. Inzwischen liegen Zweidrittel des Aktienmarktes im Ausland, darunter ganze Banken und Versicherungssektoren. Mit dem „Employment Contracts Act“ wurde die Stellung des Arbeitnehmers und der Gewerkschaften geschwächt. Fachtarifverträge wurden abgeschafft. Sozialleistungen konnten nur noch in Verbindung mit einem Bedürftigkeitstest in Anspruch genommen werden, was dazu führte, dass das nach dem Fürsorgeprinzip ausgerichtete Gesundheitswesen nur noch denjenigen kostenlos zur Verfügung stand, deren Sozialfall anerkannt ist. Zu den Kürzungen der Sozialhilfe wurden gleichzeitig der Spitzensteuersatz gesenkt und eine Mehrwertsteuer von 10 %, später von 12,5 % eingeführt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Es geht um Gerechtigkeit: Dieses Kapitel führt in die Komplexität und Unbestimmtheit des Gerechtigkeitsbegriffs ein und differenziert zwischen Verteilungs- und Chancengleichheit.

2. Wie weit haben sich diese Gerechtigkeitsvorstellungen nun in den jeweiligen Theorien verankert?: Es wird erläutert, wie der Marxismus, die Sozialdemokratie und der Liberalismus unterschiedliche Schwerpunkte bei der Definition von Gerechtigkeit und Privateigentum setzen.

3. Wie wirken sich diese unterschiedlichen Gerechtigkeitsvorstellungen nun auf unterschiedliche Politikergebnisse aus?: Dieses Kapitel analysiert anhand des neuseeländischen Beispiels, wie ein politischer Wertewandel eine radikale wirtschaftspolitische Umgestaltung bewirken kann.

4. Was bedeutet dieses nun alles bezogen auf die Verteilungsgleichheit und Chancengleichheit?: Hier werden die realen Auswirkungen der neuseeländischen Reformen auf die Gesellschaft und die Verschiebung der Priorität hin zur Chancengleichheit kritisch beleuchtet.

5. Welche Gerechtigkeitsvorstellung ist nun gerechter?: Abschließend wird die Utopie der Chancengleichheit hinterfragt und ein nachdenklicher Blick auf die Schwierigkeit geworfen, eine universell gerechte Lebenswelt zu schaffen.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeit, Verteilungsgleichheit, Chancengleichheit, Liberalismus, Sozialdemokratie, Marxismus, Neuseeland, Wirtschaftsreform, Marktregulierung, Privateigentum, Umverteilung, Leistungsgerechtigkeit, Arbeitsmarkt, Sozialstaat, John Rawls

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen und praktischen Auseinandersetzung mit dem Gerechtigkeitsbegriff und dessen Anwendung in verschiedenen politischen Wirtschaftssystemen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die theoretische Abgrenzung von Verteilungs- und Chancengleichheit sowie deren Auswirkungen auf staatliche Wirtschaftspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen theoretischen Gerechtigkeitsidealen und der politischen Realität, verdeutlicht am Fallbeispiel Neuseelands, zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine fallbasierte Untersuchung wirtschaftspolitischer Strukturreformen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie unterschiedliche politische Theorien Gerechtigkeit definieren und wie diese Vorstellungen die radikale wirtschaftliche Neuausrichtung Neuseelands ab 1984 beeinflusst haben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Marktliberalismus und politische Systemtransformation.

Warum wird Neuseeland als Fallbeispiel angeführt?

Neuseeland dient als Beispiel für einen radikalen Systemwandel, bei dem ein ehemals stark reguliertes, sozialdemokratisch geprägtes System zu einer liberalen Marktwirtschaft umgewandelt wurde.

Was schlussfolgert der Autor über die Chancengleichheit?

Der Autor argumentiert, dass eine vollkommene Chancengleichheit aufgrund unterschiedlicher Startbedingungen und genetischer oder sozialer Faktoren eine Utopie bleibt.

Welche Rolle spielt der „Schleier des Nichtwissens“?

Der Begriff von John Rawls wird herangezogen, um den Leser dazu anzuregen, soziale Gerechtigkeit aus einer neutralen Perspektive zu betrachten, losgelöst von der eigenen privilegierten oder benachteiligten Situation.

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Details

Title
Es geht um Gerechtigkeit
College
University of Bremen
Grade
1.3
Author
Rosa Grieser (Author)
Publication Year
2010
Pages
6
Catalog Number
V212407
ISBN (eBook)
9783656402534
ISBN (Book)
9783656402770
Language
German
Tags
gerechtigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rosa Grieser (Author), 2010, Es geht um Gerechtigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212407
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