Die Wurzeln der heutigen International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die bisherigen International Accounting Standards (IAS) sind ein wesentliches Instrument der weltweiten Harmonisierung der Rechnungslegung geworden. Die Entwicklung und Einführung weltweit harmonisierter Rechnungslegungsstandards liegen am 29. Juni.1973 in London gegründeten International Accounting Standards Committee (IASC). Im Zuge der Restrukturierung wurde im März 2001 die IASC als unabhängige Dachorganisation in Delaware, USA, gegründet. Die IFRS für die Konzernabschlüsse Kapitalmarkt orientierter Unternehmen in der EU aufgrund der EG-Verordnung Nr. 1606/ 2002 grundsätzlich ab dem Jahr 2005 obligatorisch. Die IFRS ersetzen damit in weiten Teilen die Regelungen des HGB.
Die Rechnungslegung nach IFRS hat primär eine Informationsfunktion zu erfüllen. Das Ziel der IFRS-Rechnungslegung besteht gemäß Framework.12 in der Bereit-stellung von Informationen, die für die verschiedenen Abschlussadressaten bei deren spezifischen wirtschaftlichen Entscheidungen nützlich sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Rechnungslegungsvorschriften
1.2 Gründe für eine internationale Rechnungslegung
2. Der IASB
2.1 Entwicklung
2.2 Organisation
2.3 Ziele
3. IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen
3.1 IFRS – Anwendung innerhalb der EU
3.2 Übernahme der IFRS in das EU-Recht
3.3 Exkurs: IFRS auf dem amerikanischen Kapitalmarkt
3.4 Anwendung der IFRS in Deutschland
4. Unterschiede IFRS gegenüber HGB
4.1 Wesentliche konzeptionelle Unterschiede
4.2 Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede
4.3 Immaterielle Vermögensgegenstände
5. Probleme der IFRS
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung, Organisation und Wirkungsweise der International Financial Reporting Standards (IFRS) im Vergleich zum deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) sowie die damit verbundenen Herausforderungen und Auswirkungen auf die Rechnungslegungspraxis.
- Entwicklung und Zielsetzung des IASB
- Integration der IFRS in das EU-Recht und die deutsche Rechtsordnung
- Konzeptionelle und bilanzielle Unterschiede zwischen IFRS und HGB
- Probleme und Akzeptanzhürden der internationalen Rechnungslegung
- Rolle der IFRS für kapitalmarktorientierte Unternehmen
Auszug aus dem Buch
1.1 Rechnungslegungsvorschriften
Die Wurzeln der heutigen International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die bisherigen International Accounting Standards (IAS) sind ein wesentliches Instrument der weltweiten Harmonisierung der Rechnungslegung geworden. Die Entwicklung und Einführung weltweit harmonisierter Rechnungslegungsstandards liegen am 29. Juni.1973 in London gegründeten International Accounting Standards Committee (IASC). Im Zuge der Restrukturierung wurde im März 2001 die IASC als unabhängige Dachorganisation in Delaware, USA, gegründet. Die IFRS für die Konzernabschlüsse Kapitalmarkt orientierter Unternehmen in der EU aufgrund der EG-Verordnung Nr. 1606/ 2002 grundsätzlich ab dem Jahr 2005 obligatorisch. Die IFRS ersetzen damit in weiten Teilen die Regelungen des HGB.
Das Regelwerk der IFRS umfasst das Rahmenkonzept (Framework), die Standards und die Interpretationen. Gemäß IAS 1.11 bestehen die IFRS aus:
- International Financial Reporting Standards (IFRS),
- International Accounting Standards (IAS) und
- Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) und des Standing Interpretations Committee (SIC)
Der Selbstbezug von IFRS ist ungewöhnlich, schafft aber inhaltlich keine Probleme. Jedoch sind die IFRS (noch) kein abgeschlossenes Werk. Erstens fehlen zahlreiche in Angriff genommen Regelungen. Zweitens sind bestehende Regelungen im Fluß, das bedeutet viele Standards erfahren eine Überarbeitung, wegen des Konvergenzprojekts mit dem Regulierer für die US-GAAP, dem FASB.
Die Rechnungslegung nach IFRS hat primär eine Informationsfunktion zu erfüllen. Das Ziel der IFRS-Rechnungslegung besteht gemäß Framework.12 in der Bereitstellung von Informationen, die für die verschiedenen Abschlussadressaten bei deren spezifischen wirtschaftlichen Entscheidungen nützlich sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen und das Regelwerk der IFRS sowie in die Gründe für eine internationale Harmonisierung der Rechnungslegung ein.
2. Der IASB: Hier werden die historische Entwicklung, die organisatorische Struktur und die zentralen Zielsetzungen des International Accounting Standards Board dargelegt.
3. IFRS als EU-weite Rechnungslegungsnormen: Das Kapitel behandelt die Implementierung der IFRS in der Europäischen Union und spezifische Anwendungen in Deutschland sowie einen Exkurs zum amerikanischen Kapitalmarkt.
4. Unterschiede IFRS gegenüber HGB: Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der konzeptionellen Unterschiede sowie der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften zwischen den beiden Normensystemen.
5. Probleme der IFRS: Dieses Kapitel analysiert konzeptionelle Schwächen, logische Inkonsistenzen und Akzeptanzprobleme, mit denen sich das IASB konfrontiert sieht.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Auswirkungen der Rechnungslegungsumstellung zusammen und bewertet die zukünftigen Herausforderungen im Bereich der Besteuerung und Ergebnisvolatilität.
Schlüsselwörter
International Financial Reporting Standards, IFRS, IASB, HGB, Rechnungslegung, Harmonisierung, Kapitalmarkt, Bilanzierung, Bewertung, Rahmenkonzept, Konzernabschluss, EU-Verordnung, Goodwill, Fair Value, Investorenschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die internationale Rechnungslegung durch die IFRS, ihre Einbindung in das europäische und deutsche Recht sowie die zentralen Unterschiede zum traditionellen HGB.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Rolle des IASB, die regulatorische Übernahme der Standards, bilanzielle Unterschiede und die damit verbundenen konzeptionellen Problematiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Auswirkungen der IFRS-Umstellung auf die Unternehmensberichterstattung und die Unterschiede in der Zielsetzung zwischen internationaler Informationsvermittlung und nationalem Gläubigerschutz aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Analyse der Standardwerke, regulatorischer Dokumente und fachwissenschaftlicher Literatur zur Rechnungslegung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Organisation des IASB, der Implementierung in EU-Recht, einer detaillierten Differenzierung zum HGB sowie einer kritischen Würdigung der Problematik der IFRS.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören IFRS, IASB, Rechnungslegungsharmonisierung, Kapitalmarktorientierung und Bilanzvergleich.
Welche Bedeutung hat das Fair-Value-Konzept im Kontext dieser Arbeit?
Das Fair-Value-Konzept ist zentral für die Bewertung von Vermögenswerten nach IFRS und wird als Gegenpol zur historischen Kostenbewertung des HGB diskutiert, wobei insbesondere die Auswirkungen auf die Ergebnisvolatilität hervorgehoben werden.
Wie werden immaterielle Vermögensgegenstände nach IFRS behandelt?
Das Werk erläutert, dass IFRS immaterielles Vermögen grundsätzlich materiellen Werten gleichstellt, jedoch spezifische Ansatzkriterien und Aktivierungsverbote für selbst geschaffene Werte wie Marken existieren.
- Quote paper
- Thi Hai Anh Doan (Author), 2012, International Financial Reporting Standards (IFRS) als EU-weite Rechnungslegungsnormen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212438