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Die neue Mittelschicht und die neue Armut in der Volksrepublik China. Mögliche Folgen einer sozioökonomischen Entwicklung

Titel: Die neue Mittelschicht und die neue Armut in der Volksrepublik China. Mögliche Folgen einer sozioökonomischen Entwicklung

Hausarbeit , 2013 , 12 Seiten

Autor:in: Fabian Babst (Autor:in)

Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Geht es um weltwirtschaftliche Zukunftsvisionen, so wird man wenige Wirtschaftswissenschaftler finden, die der VR China zukünftig nicht die führende Rolle im globalen Wirtschaftssystem zuschreiben. Nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) könnte China die USA bereits 2016 als größte Wirtschaftsmacht der Welt entthronen. Da die Wirtschaftsmacht die militärische Macht als „Währung“ der internationalen Politik immer weiter abzulösen scheint, wächst auch die politische Bedeutung Chinas. Glaubt man Vertretern des liberalen theoretischen Blickwinkels auf die "Internationalen Beziehungen" als Teil der Politikwissenschaft, so ist jeder Staat ein außenpolitisches Handlungsorgan der nationalen Gesellschaft. Folgt man dieser These, so ist die innerstaatliche, gesellschaftliche Entwicklung in der VR China für Chinas Außenpolitik und damit auch für andere Staaten von großer Bedeutung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziale Gliederung vor den Wirtschaftsreformen 1979

3. Die neue Mittelschicht

4. Die (neue) Armut

4.1. Auf dem Land

4.2. In der Stadt

5. Politische Folgen der sozialen Entwicklung?

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die sozioökonomischen Transformationsprozesse in der VR China, insbesondere die Entstehung einer neuen Mittelschicht sowie die Entwicklung neuer Armutsformen. Ziel ist es, die daraus resultierenden sozialen Spannungen zu analysieren und zu bewerten, welche Auswirkungen diese Dynamiken auf die Stabilität des politischen Systems haben könnten.

  • Historische Einordnung der sozialen Gliederung in China vor den Wirtschaftsreformen.
  • Charakterisierung und Konsumverhalten der neu entstandenen chinesischen Mittelschicht.
  • Differenzierte Analyse der Armutssituation in ländlichen Regionen und städtischen Zentren.
  • Bewertung des Einflusses sozialer Ungleichheit auf den potenziellen Demokratisierungsprozess.
  • Untersuchung der Regierungsstrategien zur Wahrung des sozialen Friedens.

Auszug aus dem Buch

3. Die neue Mittelschicht

Durch den Wirtschaftsboom und den Beitritt der VR China in die WTO (World Trade Organization) stiegen die Gehälter in den Städten deutlich an. Während das Bruttoinlandsprodukt zwischen 1978 und 2000 durchschnittlich um 8% jährlich wuchs, hat sich dieser Wert in den letzten zehn Jahren verfünffacht (vgl. Zhang 2005, Sozialwesen in China, 125). Die UNO nimmt den Engel-Koeffizient, der sich aus dem Anteil der Lebensmittelausgaben an den gesamten Haushaltsausgaben berechnet, als Maßstab für das Lebensniveau eines Landes (vgl. Zhang 2005, Sozialwesen in China, 126). Liegt der Koeffizient bei über 60%, so gilt ein Land als arm. Falls der Wert unter 40% beträgt, kann man in einem Staat von Wohlstand sprechen. Bei Werten zwischen 50-60% bzw. 40-50% werden die sozioökonomischen Verhältnisse als ausreichend bzw. als kleiner Wohlstand bezeichnet (vgl. Zhang 2005, Sozialwesen in China, 126). Während die VR China im Jahre 1981 noch einen Wert von 61,8% aufwies, sank der Koeffizient im Jahre 2000 bis auf 39,2% in den Städten. Somit ist eine Entwicklung von einem als arm einzustufenden Staat zu einem teils wohlhabenden Land zu erkennen. Dieser partielle Wohlstand spiegelt sich in der Entstehung einer neuen Mittelschicht wieder.

Momentan wird derjenige zur chinesischen Mittelschicht gezählt, der ein Einkommen von umgerechnet etwa 3.600 € im Jahr aufweisen kann (vgl. Kolonko 2009, Maos Enkel, 67). Für westeuropäische Verhältnisse erscheint dieser Betrag als sehr gering, jedoch sind die Preise für Konsumgüter in China wesentlich niedriger. Die Entwicklung der chinesischen Gesellschaft lässt sich anschaulich an den wichtigsten Konsumbereichen illustrieren. Während das Auto in der ersten Dekade der Reformära für einen Durchschnittsverdiener unerschwinglich war und sich auf den Straßen überwiegend Dienstwagen befanden, liegt der Anteil privater PKWs heute bei über 50% (vgl. Zhang 2005, Sozialwesen in China, 127). Die einstige Fahrradnation hat sich zu einer Autonation entwickelt. Das Auto als Symbol des neuen Wohlstands hat das Fahrrad als ein Zeichen von Rückständigkeit abgelöst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung Chinas als aufstrebende Wirtschaftsmacht ein und skizziert die sozioökonomische Transformation sowie die Relevanz der Untersuchung für die politische Stabilität.

2. Soziale Gliederung vor den Wirtschaftsreformen 1979: Dieses Kapitel beschreibt die historische Klassengesellschaft und die Umstrukturierung der sozialen Hierarchien nach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei 1949.

3. Die neue Mittelschicht: Hier wird der Anstieg des Wohlstands durch die Wirtschaftsreformen und die Herausbildung einer neuen Konsumgesellschaft sowie deren Wertewandel beleuchtet.

4. Die (neue) Armut: Dieser Abschnitt analysiert die verbleibende und wachsende Armut in ländlichen Räumen sowie das neue Phänomen der städtischen Armut infolge von Arbeitslosigkeit und Urbanisierung.

5. Politische Folgen der sozialen Entwicklung?: Das Kapitel diskutiert, inwiefern die sozioökonomische Schichtung und der Wohlstand der Mittelschicht Demokratisierungsbestrebungen fördern oder durch den sozialen Frieden eher unterdrücken.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Wahrung des sozialen Friedens angesichts wachsender Ungleichheit zur zentralen Herausforderung für die Regierung wird.

Schlüsselwörter

VR China, Transformationsprozesse, neue Mittelschicht, Armut, Wirtschaftswachstum, Sozioökonomische Entwicklung, soziale Ungleichheit, Konsumgesellschaft, politische Stabilität, KPCh, Demokratisierung, Gini Koeffizient, soziale Absicherung, Urbanisierung, Reform- und Öffnungspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Veränderungen in der Volksrepublik China nach den ökonomischen Öffnungsprozessen ab 1978/79 und deren Auswirkungen auf die soziale Struktur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Entstehung der neuen chinesischen Mittelschicht, die verschiedenen Formen der Armut (ländlich und städtisch) sowie die daraus resultierenden politischen Spannungsfelder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die sozioökonomischen Entwicklungen zu beschreiben und zu analysieren, welche Konsequenzen diese für die Stabilität des kommunistisch-autoritären Regierungssystems haben könnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf der Auswertung aktueller gesellschaftswissenschaftlicher Literatur und statistischer Daten (z.B. Engel-Koeffizient, Gini Koeffizient) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die historischen Grundlagen der sozialen Gliederung beleuchtet, gefolgt von einer detaillierten Analyse der modernen Mittelschicht sowie der Armut auf dem Land und in den Städten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Spaltung, Verwestlichung, wirtschaftliche Reformpolitik, Widerstandspotential und harmonische Gesellschaft geprägt.

Inwiefern beeinflusst die neue Mittelschicht die Demokratisierung in China?

Obwohl die Mittelschicht durch Bildung und westliche Werte prinzipiell an einer Demokratisierung interessiert sein könnte, zeigt die Analyse, dass sie aufgrund der Zufriedenheit mit dem neuen Wohlstand und dem Vertrauen in die aktuelle Regierung keine aktiven Systemveränderungen anstrebt.

Warum stellt die Armut in den Städten eine besondere Gefahr für die Regierung dar?

Die städtische Armut, verschärft durch den Kontrast zum Wohlstand der Mittelschicht und psychosoziale Belastungen, erhöht das Eskalationspotenzial und damit die Gefahr sozialer Unruhen, was die KPCh als direkte Bedrohung wahrnimmt.

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Details

Titel
Die neue Mittelschicht und die neue Armut in der Volksrepublik China. Mögliche Folgen einer sozioökonomischen Entwicklung
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Transformationsprozesse in der chinesischen Politik
Autor
Fabian Babst (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V212473
ISBN (eBook)
9783656406730
ISBN (Buch)
9783656406068
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mittelschicht china transformationsprozesse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Babst (Autor:in), 2013, Die neue Mittelschicht und die neue Armut in der Volksrepublik China. Mögliche Folgen einer sozioökonomischen Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212473
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