In der heutigen, globalisierten Weltwirtschaft spielt die richtige Standortwahl eines Unternehmens zunehmend eine wichtigere Rolle. Durch die internationale Verflechtung sind die Unternehmen gezwungen innovativer und globaler zu denken. Die Vielzahl an Ländern die für eine Standortwahl in Frage kommen, haben jeweils eine sehr unterschiedliche Faktorausstattung. Des weiteren haben unterschiedliche Standortfaktoren in verschiedenen Branchen einen unterschiedlich hohen Stellenwert. So können bei einem IT-Unternehmen z.B. Transportkosten nahezu vollkommen außer Acht gelassen werden, während diese für ein Logistikunternehmen beispielsweise von bedeutender Rolle sind.
Ein Standort lässt sich deshalb nur schwer als „gut“ beziehungsweiße „schlecht“ einstufen. Sobald eine gewisse Grundausstattung vorhanden ist kann ein Land automatisch in die Standortwahl miteinbezogen werden. Die Varianz die zwischen den Ländern in der Faktorausstattung herrscht fördert eine Clusterbildung von gewissen Branchen in bestimmten Ländern. So setzt sich China zum Beispiel Durch geringe Personal- und Arbeitskosten von vielen anderen Ländern ab und dient somit vielen großen Unternehmen als Produktionsstandort.
Ein attraktiver Standort für global agierende Konzerne zu sein spielt für ein Land eine entscheidende Rolle. Nur wer sich gegenüber anderen Ländern absetzt kann in der heutigen, schnelllebigen Welt mithalten. Der Standort Deutschland spielt auch heute noch in der oberen Liga der Standorte mit und zeichnet sich zum Beispiel durch einen guten Forschungs- und Entwicklungssektor und eine ausgezeichnete Infrastruktur aus. Dennoch gibt es auch einige Faktoren die Unternehmen davon abhalten einen Standort in Deutschland zu wählen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben muss sich ein Standort also ständig den neuen Bedingungen anpassen und in verschiedenste Bereiche investieren.
In der folgenden Arbeit möchte ich zunächst im allgemeinen darlegen was Standort- faktoren überhaupt sind, wie sie sich definieren und welche Arten es gibt. Daraufhin möchte ich ausführlich am Beispiel von Deutschland auf eine Standortwahl eingehen
und einige Argumente nennen die Deutschland als Standort attraktiv beziehungsweise unattraktiv machen. Mit dem erworbenen Wissen werde ich Deutschland im internationalen Vergleich betrachten. Abschließend folgt ein Fazit, welches das Thema zusammenfasst und einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung bietet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Standortfaktoren
2.1. Begriffserklärung
2.2. Harte und weiche Standortfaktoren
3. Beispiel Deutschland
3.1. Entscheidende Faktoren für die Standortwahl Deutschland
3.1.1. Abgaben und Steuern
3.1.2. Personal- und Arbeitskosten
3.1.3. Energiekosten
3.1.4. Bildung
3.1.5. Forschung und Entwicklung
3.1.6. Infrastruktur
3.2. Deutschland im internationalen Ländervergleich
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung verschiedener Einflussfaktoren auf die Standortwahl von Unternehmen. Ziel ist es, ein Verständnis für die Kategorisierung in harte und weiche Standortfaktoren zu entwickeln und diese am konkreten Beispiel Deutschlands im internationalen Vergleich kritisch zu beleuchten.
- Definition und Differenzierung von Standortfaktoren
- Analyse der Standortbedingungen in Deutschland (u.a. Steuern, Kosten, Bildung)
- Bewertung der Innovationskraft durch Forschung und Entwicklung
- Internationaler Standortvergleich und Wettbewerbsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Personal- und Arbeitskosten
In der Sparte der Personal- und Arbeitskosten liegt Deutschland seit langer Zeit weit über dem EU-Durchschnitt (2011: 32% über dem EU-Durchschnitt). Dies ist besonders ärgerlich, da die Arbeitskosten einen der wichtigsten Standortfaktoren darstellen. Niedrige Arbeitskosten machen ein Land als Standort für Unternehmen sehr attraktiv. Sie sind also ein Standortvorteil und im Ergebnis entstehen bei niedrigen Arbeitskosten neue Arbeitsplätze. Wie anziehend Standorte für die Produktion von Gütern für Unternehmen sind, lässt sich besonders gut an den aufstrebenden Wirtschaftsmächten wie China und Indien beobachten. Diese Dumping-Lohn-Länder sind mitunter die größte Konkurrenz für die westlichen Mächte, vor allem weil diese auch qualitativ immer näher an die teure europäische Produktion herankommen.
Ziel ist es also die Personal- und Arbeitskosten zu senken. Dies fällt besonders schwer, da in Deutschland auch die Lohnzusatzkosten (gesetzliche Krankenkasse und Rentenversicherung) weit über dem Durchschnitt liegen. Somit wird es als hauptsächliche Reformaufgabe gesehen die Lohnzusatzkosten vom Arbeitsverhältnis zu entkoppeln. (FOCUS Online, 2012)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der globalen Standortwahl ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung von Faktoren am Beispiel Deutschlands.
2. Standortfaktoren: In diesem Kapitel werden Standortfaktoren definiert und in harte sowie weiche Faktoren unterteilt, um die Komplexität der Standortqualität zu veranschaulichen.
3. Beispiel Deutschland: Dieses Kapitel analysiert spezifische Rahmenbedingungen in Deutschland, wie Steuern, Arbeitskosten, Bildung und Infrastruktur, und setzt Deutschland in einen internationalen Kontext.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, gewichtet die Stärken und Schwächen des Standorts Deutschland und gibt einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Standortwahl, Standortfaktoren, Deutschland, Globalisierung, Arbeitskosten, Steuerbelastung, Energiekosten, Bildungssystem, Forschung, Entwicklung, Infrastruktur, Wettbewerbsfähigkeit, Schwellenländer, Direktinvestitionen, Innovation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren die Standortwahl von Unternehmen beeinflussen und wie der Standort Deutschland in diesem Kontext international bewertet wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die ökonomischen Grundlagen von Standortfaktoren sowie die spezifische Analyse deutscher Rahmenbedingungen, darunter Kostenfaktoren und infrastrukturelle Gegebenheiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Attraktivität Deutschlands als Wirtschaftsstandort zu evaluieren und aufzuzeigen, welche Herausforderungen und Potenziale im globalen Wettbewerb bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller Studien und Statistiken, um die Standortqualität objektiv darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Standortfaktoren erläutert, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung deutscher Standortbedingungen wie Steuern, Lohnzusatzkosten und Innovationskraft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Standortfaktoren, Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft, Personal- und Arbeitskosten sowie Direktinvestitionen.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen harten und weichen Standortfaktoren eine Rolle?
Die Unterscheidung hilft zu verstehen, dass Unternehmen nicht nur durch direkte Kosten (hart), sondern zunehmend durch Faktoren wie Lebensqualität oder Arbeitsklima (weich) beeinflusst werden.
Wie schneidet Deutschland in Bezug auf Forschung und Entwicklung ab?
Deutschland investiert hohe Summen in Forschung und Entwicklung und gilt laut der Untersuchung als einer der weltweit attraktivsten Standorte für Innovationen.
Welche Gefahr stellt die Entwicklung in Schwellenländern für den Standort Deutschland dar?
Durch massive Investitionen in Bildung und niedrige Lohnkosten werden Schwellenländer wie China zunehmend zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für hochqualifizierte westliche Industrienationen.
Welche Empfehlungen lassen sich aus dem Fazit ableiten?
Es wird empfohlen, kontinuierlich in Bildung und Technologie zu investieren sowie bürokratische Hürden und Lohnzusatzkosten zu senken, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
- Quote paper
- Max Kolb (Author), 2012, Einflussfaktoren auf die Standortwahl in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212505