Ahnen- und Familienforschung eines thüringischen Geschlechts

Dargestellt anhand der Familie Rabich


Ausarbeitung, 2013
324 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Abstract

1. Einordnung des Individuums in Familie, Volksstamm und Staat
Der Name als Merkmal von Identität
Die Entwicklung des Namens Rabich
Beweise germanischen Ursprungs und Sesshaftigkeit
Zur Familienforschung,
1. Einfluss auf Vererbung
2. Familie, Begriff und Bedeutung
Zur Genealogie-Recherche, Grundsätzliches
Die Sozialgeschichte von Familie und Verwandtschaft
Zur Geschichte des Geschlechtes Rabich (Herda)
Die Bildung der bäuerlichen Dorfbewohner von Herda
Über den Verfasser
Blick in die Zukunft

2. Datensammlungen des Geschlechtes Rabich,
2.1 Vorwort
2.2 Stamm Rabich
Stammväter und frühere (bisher erfaßte) Rabich
Kindersterblichkeit und Verluste durch Krieg u.a
Älteste Rabich (16. Jahrhundert), Vorbemerkung
Verwandtschaften und Kenntnis darüber

3. Der Ort Herda und die Rabich’s in Herda
Lebens- und Sozial-Niveau

4. Chronologie der Rabich, die frühe Zeit
16. Jahrhundert, Rabich in Herda
Die Stammväter im Haus an der Linde (Stamm A)
der alten Straße (und Stamm B)

5. Ausbreitung und Eigenheiten des „clan“ Rabich, Grundsätzliches
Migration aus dem Herdaer Raum, 1. Allgemeines
2. Die Rabich in und aus Herda
3. Der Rückschluss aus heutigem Vorkommens-Daten 90 4. Die Rabich in den USA, 4.1 Grundsätzliches
4.2 Das Ermitteln der Rabich (Herda) in den USA
4.3 Die Herkunftsländer der Rabich (USA)
4.4 Rabich in den Niederlanden und England
4.5 Rabich in sonstigen europäischen Ländern
4.6 Schlussfolgerung

6. Chronologische Listung von Urahnen Rabich
6.1 Stammtafel „Älteste Rabich“ (16. Jahrhundert)
6.2 Unbekannte Rabich,
17. Jahrhundert
Übergang zuz gesicherten Daten
6.3 Rabich in Herda und Umgebung
17. Jahrhundert
6.4 Erkenntnisse und Schlussfolgerungen

7. General-Entwicklungslinien Rabich (Herda)
7.1 Stammlinie A
7.2 Stammlinie B
7.3 CII
7.4 H
7.5 H (Fulda)
7.6 B, Fassung Arthur Rabich mit Nachwort
7.7 Nachwort

8. Genealogische Daten vom Geschlecht Rabich (Herda) mit seinen Namens- trägern, Überblick
Stammlinie A
B
CI
CII
H 249 H (Fulda),
siehe

9. bis
Anhänge
9.1 Liste der Vornamen aus „Älteste Rabich“
9.2 Stammlinie H (Fulda)
9.3 CI (Gerstungen)
9.4 „Älteste“
9.5.1 Liste der Dokumentlücken (nach Stammlinien), männliche
9.5.2 Liste der Datenlücken für Ehefrauen
9.5.3 aus „Älteste“
9.5.6 Unbekannte, nicht einordbare Personen

10. Das Inhaltsverzeichnis der Ursprungsfassung (Übersicht)
Einführung in der Ursprungsfassung des Gesamt-Werkes

11. Anhänge zu Kapitel “Rabich in den USA“
definierte Rabich in USA, n. Staaten 297 Von Deutschland nach USA emigrierte Personen 300 + 305 Namensträger Rabich, ungeklärt 300 „
in USA nach Namen

12. Bilder-Auswahl[2], Bilder-Übersicht[3]

Abstract

Die thüringische Siedlungsbevölkerung von Herda umfasste zu Beginn des Mittelalters wahr-scheinlich nur wenige Familien, eine davon war das Geschlecht der Rabich, das im Ausgang des Mittelalters zur Dorf-Oberschicht gehörte, z.B. in der Art von Zwölfern. Im 19. Jahrhun-dert stellte es den Bürgermeister, einem „Freund des Superintenden Stölten (Gerstungen)“, der auch einen Abriss der Familiengeschichte Rabich verfasste, die im Museum Gerstungen archiviert ist[4]. Das – vermutlich schon im Anfang des Mittelalters als Vorläufer-Stammhaus errichtete – „Stammhaus“ steht in der Dorfmitte direkt neben der einstigen Dorflinde[5], die über Jahrhunderte symbolhaft den Dorfmittelpunkt eines Ortes darstellt; sie war ummauert und mit einer steinernen Sitzbank umgeben. Noch im 19. Jahrhundert war sie zugleich eine reale „Tanzlinde“. Im Zuge der Absperrung Thüringens gegenüber dem westlichen Deutsch-land (Hessen) war sie jedoch im Wege und musste deshalb 1964 zu Zeiten der DDR ver-schwinden. Im Vergleich zum örtlichen Adel hatte der dort unmittelbar daneben wohnende Rabich nur geringen Landbesitz und er war landesweit - wie viele andere - ein „Kleinbauer“. wenn auch im Vergleich zu den Dörflern von Herda besser „begütert“.

Vermutlich besteht infolge der fast ein Jahrtausend währenden kleinen Dorfsippe eine enge genetische Verwandtschaft zu einigen anderen äquivalenten Dorffamilien. Aber bereits im Mittelalter sind Auswanderungen in die „hessische“ Nachbarschaft erfolgt, so z.B. als „Knecht“ eines Grafen im Konflikt mit Hersfeld nachweisbar, zu Zeiten des 30jährigen Krieges bis nach Homberg an der Efze. Nachweislich bestanden in Herda bereits im 16. Jahr-hundert mehrere Stammlinien Rabich, deren Nachkommen sich im Laufe der Jahrhunderte weltweit verbreiteten. Allerdings besteht bis heute kein regulärer Sippen- oder Familien-Ver-band der aus Herda stammenden Rabich, die höchstwahrscheinlich einen germanischen Ur-sprung haben. Zuweilen brauchten einige Rabich zur Veränderung nur aus dem Dorf ins be-nachbarte „Ausland“ zu gehen, denn die herrschaftlichen Lande in Thüringen waren klein und unzusammenhängend (Bild 7). Heute ist die Nachkommenschaft (aus Herda) in den USA dort nur auf einen kleinen Teil der Namensträger Rabich beschränkt, was auf die „Verwilderung“ des Namens durch Suffix-Veränderungen oder Entartungen zurückzuführen ist; die meisten dieser dortigen „Rabich“ haben eine nichtgermanische Ahnenwurzel.

Schon relativ früh[6] wechselten die Rabich vom Bäuerlichen in andere Berufe, ins Hand-werkliche, im 17./18. Jahrhundert auch ins Geistliche, im 20. Jahrhundert in akademische Berufe. Einige gingen oder mussten aus dem Status des Bauern heraus, weil man zuverdienen musste, einige mussten zum Militär gehen. Bemerkenswert sind die Auswanderer nach Ame-rika, in das Hessische und das Preußische, jedoch ist die jeweilige Motivation dafür nicht im-mer klar. Meist blieb die Verbindung zur Heimat nur über wenige Generationen erhalten.

Die Dynastie der Namensträger Rabich ist hier nach allen heute noch verfügbaren Archiv-Quellen genealogisch datenmäßig[7] rekonstruiert, so auch hinsichtlich der Abgaben an das Adelsgeschlecht derer von Herda. Nur ansatzweise sind Biografien bekannt. Es wurde ver-sucht, aus den fragmentarischem Wissen eine Übersicht über die Stammlinien zu erstellen und Zusammenhänge und Entwicklungen sichtbar zu machen. Dabei ist die Inklusion der Ehe-frauen nicht vollendet, das dürfte eine Aufgabe späterer Geschlechter sein.

Das Individuum in Familie, Volksstamm und Staat.

Jeder einzelne Mensch ist ein Glied in einer langen Fortpflanzungskette[8] seit dem Entstehen der Primaten innerhalb der Wirbeltier-Welt, wobei nach molekularbiologische Methode als Zeitraum der Abspaltung der Hominoiden vor 20 Millionen abgeschätzt werden kann[9], was eine Folge von etwa 100 Tausend Generationen[10] bei einer verhältnismäßig kleinen sich ver-mehrenden Population und einer (wissenschaftlich vermutbaren) Mutationsrate denkbar er-scheinen lässt. Für eine Änderung der genetischen Grundlagen dürften die Bedingungen des Erreichens verzehrbarer Nahrung und die der Lebensbedingungen, z.B. des Klimas wesentli-che Anlässe gewesen sein; die auslösende[11] und dann dauerhafte Veränderung im Erbgut kann schon auf einer kleinen Änderung im Chromosom beruhen und diese wird über den Paarungs-prozess[12] weitergegeben sowie durch Wanderungsbewegungen verbreitet.[13] Durch die For-schung der historischen Anthropologie wissen wir, dass bereits zur Bronzezeit die Kern-familie, bestehend aus beiden Elternteilen und Kindern eine herausragende Bedeutung hatte und dass für die Sozialgemeinschaft das Verwandtschaftskonzept der kognaten Deszendenz verwirklicht sein sollte.[14] Außerdem scheint damals ein patrilokales Heiratssystem existiert zu haben, was Jahrtausende anhält. Die Erziehung zu einem das Leben meisternden Wesen war wohl ebenso Erkenntnisstand wie das Wissen um den Erfolg einer durch Menschen er-zwungenen gezielten Züchtung von Nutztieren seit der Steinzeit.[15] Offenbar wurde das nur in begrenzter Weise den Nachkommen vermittelt, was einer geschickten Vorteilsnahme der gei-stigen Individual-Unterschiede entspricht.

Auf Grund des winzigen Fundmaterials sind genaue verwandtschaftliche Zuordnungen der Frühmenschen und damit Rückschlußmöglichkeiten auf unsere Urvorfahren kaum möglich. So muss man sich hier mit vagen Denkmodellen begnügen. Gerade die Grenze von Anima-lischen zum Menschen ist von Bedeutung; im Töten von Nichtartgenossen, dem Wild tritt nicht nur der Selbsterhaltungstrieb, sondern das Bewusstsein von Macht als Motivation in der Jagd[16] hervor. Zwar gelten als älteste Vertreter aufrecht gehender Wesen der Art „Hominini“ und damit als direkte Vorfahren eines heutigen „modernen“ Menschen ein Ehepaar oder von Ehepaaren aus einer Gemeinschaft in der Zeit vor etwa 5 Millionen Jahren. Infolge von Wan-derungen von Menschen als auch aus der Zahl der möglichen Erbgänge vermag sich die heu-tige Vielfalt an Geno/Phänotypen als auch im Prozess der Staatenbildung das Bilden von Minderheiten in „Nationalitäten“ als auch z.B. der „Religionen“ erklären lassen.

Bekannt sind die Zeitalter der Eiszeit[17], in denen der Mensch ums Überleben kämpfen musste, aber es lebte da in Europa eben schon ein „homo sapiens“, der vor über 100 Tausend Jahren aus Afrika einwanderte und bereits ein größeres Gehirnvolumen aufwies und wahrscheinlich deshalb auch ein gewisses Maß an Intelligenz, die Widerwärtigkeiten der „Natur“ zu über-winden, sich mit Geschick Katastrophen zu entziehen. Ob dabei sich einzelne Menschen-Gruppen vermischten oder isoliert bis vor einigen 10 Tausend Jahren verblieben, ist noch Ge-genstand der Forschung. Der homo sapiens ist die einzige Menschenart, die vor 60 Tausend Jahren Australien und vor 15 Tausend Jahren Amerika besiedelt hat. Was ihn dazu bewogen hat, wissen wir nicht, jedenfalls waren die von ihm eroberten Landstriche nicht immer solche, wo es sich besser oder angenehmer „leben“ ließ; was Beweggründe gewesen sein mögen. Je-denfalls scheinen die jeweils entstehenden Populationen genetisch vielfältig angelegt sein und stehen zunehmend in Vermischung.[18]

Sichtbare Unterscheidungsmerkmale wie Hautfarbe, Haare oder Sprachcharakteristiken sowie deutliche Eigenheiten in der Wertung von Tugenden etc. ermöglichen eine Einteilung in Menschengruppen, die historisch kulturell „geeint“ erscheinen, ihnen ordnet man jeweils auch eine Abstammungsverwandtschaft zu. Ob man dies für eine Menschen-Wertungsnor-mung ausreicht und im Rahmen der Postulierung von allgemeinen Menschenrechten auch vertretbar ist, ist strittig, zumal die Kopftuch-Debatte die Bedeutung kollektiver kultureller und nationaler Identitäten gegenüber Selbstbestimmung in Abgeschiedenheit einzelner her-vorhebt und die Frage nach staatlicher Duldbarkeit aufwirft.[19] Im Rahmen der gegenwärtigen monetären Unterstützung von Griechenland wird deutlich, dass eingeschliffene Gewohn-heiten der Lässigkeit im Steuer-Einzug nicht ohne weiteres auszumerzen sind; man mache aus einem dem Grunde nach Unehrlichen auf einen Schlag mal einen „ehrlichen“. Als Warnsignal kann das Beispiel der Schweiz[20] angesehen werden, wie des Volkes Meinung in den Medien dargestellt wird, aber real nicht wiedergibt, es bleibt somit offen, wie die Öffentlichkeit oder der Mehrheit im „Volk“ wirklich denkt. Die politische Führung handelt oft nicht als Reprä-sentant oder ist im Wesentlichen identisch mit Volk oder Nation[21] und umgekehrt.

Natürlich fragt man sich, wenn man Familien- und Ahnenforschung treibt, wo man mit dem Zeitablauf des (eigenen) menschlichen Werdens konkret beginnen kann.[22] Wenn man un-terstellt, dass im westlichen Thüringer Wald zur Werra ( Bild 1) hin schon zur Steinzeit Men-schen hausten, so weiß man doch nicht, wo diese im großen Wanderungsprozess herkommen. Im Frühneolithikum kamen Ackerbauer und Viehzüchter aus dem Donau- in den Thüringer Raum[23], in der Latènezeit waren Kelten an der Suhl und der Werra (Bad Salzungen) und in der frühen römischen Kaiserzeit scheinen die Elbgermanen hier eingedrungen zu sein.

Wenn man meint, man sei ein Thüringer oder ein Deutscher, so ist der genealogische Nach-weis dafür nicht eindeutig, da die Vermischungsprozesse früherer Steinzeitmenschen nicht re-konstruierbar sind, vermutlich lösten sich Seßhaftsein oder –werden und Wanderungen ab, wobei die Umweltänderungen einen Druck in dieser Richtung ausüben konnten. Genaues wis-sen wir weder um die ursprüngliche Herkunft der Germanen und Kelten noch über die Men-schengruppen und deren Besiedlungsprozesse; die Indogermanen[24] sollen die Altsteinzeitleute nach Norden verdrängt haben. Wann die einzelnen als germanisch bezeichneten Stämme nun in „Thüringen“ sich festsetzten, ist heute noch hypothetisch. Dasselbe geht über den einstigen Vermischungsgrad von Germanenstämmen usw., wir vermeinen nach heutigem Erkennt-nisstand, dass die Herdaer elbgermanischer Herkunft sind.

Jedenfalls war zur Zeit der sogenannten Völkerwanderung der Gerstunger Raum thüringisch Grenz- und Durchgangsgebiet[25]. Die Ansässigen mussten sich dabei immer behaupten und rückten daher wohl familiär und im Bewusstsein ihrer Zusammengehörigkeit zusammen, die Heiratskreise blieben also klein[26], der Wegwanderer war anscheinend die Ausnahme. Da die Namensgebung in fester Form erst später einsetzte, kann man diesen Vorgang faktisch historisch nicht nachvollziehen. Die noch zu Zeiten vor 100 Jahren herumgeisternde ältere „Ra-bich“-Verwandschaft in den Nachbarstaaten Österreich und den Niederlanden ist wohl im Sagen-Bereich. Spätere Recherchen bei heute noch lebenden Namensträgern bringen da Gewissheiten.

Da das einzelne Individuum immer Bestandteil einer Familie, die Familie ein Bestandteil der Bevölkerung, des Volkes ist, hört mit der Fixierung von Herrschaftsformen – auch in nicht er-wünschter Weise – die Selbstbestimmung auf. Der „Volksstamm“ wird in seinen Handlungen nun durch Staatsorgane geformt oder begrenzt. Die tatsächliche früh-mittelalterliche Herr-schaftsbildung ist unklar, die regionale Zersplitterung der zugehörigen Gebiete dauerte bis in die Neuzeit fort; somit scheint auch Streit um die reale Herrschaft und Abgabenhoheit un-vermeidlich, besonders nach der Frankisierung und Christianisierung. Und da mussten sich die Familien bzw. der Familien-Clans gerade in Herda zwischen Berka/Werra und Eisenach dem äußeren Druck widersetzen und erwehren, aber wie und mit welchem Erfolg?

Das Gebiet links und rechts der Werra erfuhr eine Aufteilung in die Klösterherrschaften Fulda und Hersfeld und diese benötigten Dienstmannen, die im 11. und 12. Jahrhundert sich z.B. in Gerstungen und wahrscheinlich auch in gewissen Dörfern der Umgebung festsetzten. Der spä-tere Niederadel hat da seinen Ursprung; dieser musste sich auch dem über ihm stehenden Dy-nastadel bzw. den Äbten der Klöster[27] beugen. Genaues über den Uraltadel, zu denen die „von Gerstungen“ und „von Herda“ gehören, wissen wir erst aus dem 13. Jahrhundert.[28] Da-mit ist zugleich das Sozialgefüge des Hochmittelalters umrissen: die den Acker bearbei-tenden Menschen waren an der unteren Leiter, das ihnen gehörige[29] Land wurde durch Grund-herrschaften etc. eingeengt. Einige waren noch in späteren Jahrhunderten Untertanen, die man „verkaufen“ konnte.[30] Jedes Adelsgeschlecht baute sich dann eine Hausmacht auf und versuchte, sein Gebiet auszuweiten, um alle Familien-Mitglieder in Versorgung zu bringen. Außerdem muss sich der Adel nun landesständig organisieren, um sich bei den sich verän-dernden Machtverhältnissen behaupten zu können, weshalb ein wenig durchsichtiges Bezie-hungskartell geschaffen wird. Bis in die neuere Geschichtszeit hat der Adel durch Rang und Privilegien eine besondere Stellung, auch im hiesigen Gebiet.

Aus heutiger Sicht heißt das, damals nicht nur als arbeitende Unterschicht respektiert zu wer-den, sondern auch als einzelner mitwirken zu können an der Lebens-Gestaltung, nicht als Un-freier oder Untertan arbeiten zu müssen, da es ohnehin schwer ist, durch Ackerbau Reich-tümer zu erwerben. Sind wir aber heute trotz der pausenlos propagierten „Freiheiten“ besser gestellt? Das „Volk“ in der europäischen Mitte hat den ursprünglichen „freien“ Zustand[31] weit verlassen und der einzelne ist durch Arbeit zur Sicherung seiner finanziellen Ausgaben eingepfercht in ein staatlich-politisches Korsett. Wer anders oder der Parteien-Zielvorgabe entgegengesetzt denkt, ist ein Querulant und wird gemieden. Heute ist der einzelne faktisch in der Gesetzgebung fast einflusslos und in seinem Willen auf dirigierte Demonstrationen verwiesen. Die große Kluft zur Wirklichkeit wird zuweilen verdeckt von einer Faselei von „wahrer“ Demokratie und durch Partei-Reden, die jeweils das „richtige“ verkünden oder pro-pagieren. Das „Volk“ ist Bestandteil von finanziellen agierenden Versicherungen und der pro-duzierenden Wirtschaft, verwaltet von einem Heer „unproduktiver“ Kräfte. Was darf sein Lebensinhalt noch sein? Ist es der vorgegaukelte Wohlstand oder ein Zurückziehen auf das Familiäre ein Individuum oder Familienziel?

Die Vorstellung, man könne in der Zeit der Identitätsentwicklung einem Kind durch Gebor-genheit und durch Ausschöpfen natürlicher Fähigkeiten[32] irgendwie mehr angedeihen lassen oder gar so die Nachfahren mitgestalten, kann einem Wunschdenken entspringen oder einem Glauben. Bildung kann die Möglichkeiten der Existenzmöglichkeiten erhöhen, aber dabei sollte die eigenständige Kritikfähigkeit und die Standfestigkeit gestärkt werden, wenn sie denn im Erbgut dafür vorbereitet sind. Denn der einzelne ist über die Medien und seine Er-werbsarbeit mannigfachen Einflüssen ausgesetzt, denen er sich nur durch starken Willen mehr oder weniger entziehen kann. Sein Einwirken auf die ihn umgebende Medienwelt, Kultur und Parteienpolitik bleibt oft sichtlich minimal und mehr deklamatorisch. Hier offenbaren sich Merkmale eines Individuums.

Ein Großteil der Bevölkerung verharrt weitgehend im „Alten“, weil es leichter ist, „Leit-bildern“ zu folgen. Wieso gelingt es den heutigen Menschen nicht, sich von uralten Symbolen des Parademarsches, des Vorbeidefilierens an Soldaten auf rotem Teppich, den symbolhaften Körperbewegungen eines Grußes des Vorgesetzten zu entgehen? Wieso wird die ihn errei-chende Information gefiltert, aufbereitet und transformiert, wo ist die Quellen-Zuverlässigkeit hingekommen? Der Verfasser lebte in so einer Welt – und blieb Individuum. Er ist überzeugt, dass die Menschheits-Entwicklung nicht durch und für Vermassung geschaffen ist. Wenn auch eine Nation ein spätes Konstrukt der europäischen Geschichte ist und begrifflich eine Einheitlichkeit verspricht, so sollte sie die Verankerung im Volksstamm nicht vergessen, wenn die Basis aber ein gelenkter Prozess parlamentarischer „Parteien-Demokratie“ ist, dann ist dies fern vom „Volk“ oder einer Sammlung von Volksstämmen. Trotz maßgeblicher Verfassung ist im deutschen Staat ein Machtmissbrauch zum Schaden des einzelnen nicht ver-hindert.[33] Durch Familien-Forschung kann man das an Beispielen direkt nachvollziehen, ein Vorteil des Erlangens eines realen Geschichtsverständnisses. Und weiter kann man abwarten, wie sich ein Europäer entwickelt und worin dann seine Grundlagen-Beziehungen sein wer-den.[34]

Der Name als Merkmal einer eigenen Identität.

Ein Familienname kennzeichnet den Namensträger und ist damit ein Unterscheidungsmerk-mal zu anderen und gleichzeitig Ausdruck seiner Abstammung, auch in die Zeit vor der schriftlichen Festlegung und der Verrechtlichung[35] mit seiner Ordnungsfunktion im Staat. Im 8. Jahrhundert wurden dem Rufnamen, z.B. Heinrich der Ältere, ein Beiname gegeben, der dann der Familienname wurde. Für den Familiennamen Rab-ich gibt es bereits einen Beleg aus dieser Anfangs-Zeit durch die Fixierung an einen geographischen Bereich und zugleich seiner Herkunft und Bedeutung. Diese Besonderheit wird in der Weimarer Republik 1919 durch eine Rechtsverordnung gestört, in der die Verdeutschung[36] z.B. aus Gründen der Zu-gehörigkeit zum deutschen Volkstum erlaubt wurde. Nach Art. 47 EGBGB kann der aus-ländische Name angeglichen werden, d.h. durch Weglassung eines ihn herausstellenden Suf-fix, so dass daraus Rabich(ev) wird. Durch Zufall wurden mehrere solche Fälle in Deutsch-land entdeckt[37], wo die amtliche Einbürgerung ohne Nachprüfung stattgefunden hat; die allge-meine Verhinderung ist in der Praxis wohl kaum möglich. Das gilt im übertragenen Sinne auch für die Transkription ins Englische, wie ebenfalls nachgewiesen werden konnte z.B. durch Zugehörigkeit zur jüdischen Kultur. In Deutschland wird die Herkunftsbeziehung zur „Ur-familie“ Rabich im thüringisch-hessischen Grenzraum durch spätere Änderung oder An-nahme eines Ehenamens verwischt.[38]

Damit wird eine Forschung nach dem Namen über die Namensträger als mögliche Aus-kunftgeber der Herkunft und folgend der Verwandtschaft erschwert.

Zu den Zeiten, als der Mensch dasjenige, was er wahrnehmen und bewusst mit anderem ver-gleichen konnte, dies einem anderen mitteilen wollte, musste er das mit einem Identitäts-merkmal ausstatten, benennen, woraus letztlich unser Sprachschatz entstand. Die Taxonomie ist diejenige Wissenschaft, die Gegenstände der Pflanzen- und Tierwelt mit bestimmten Merkmalen belegt, um sie jeweils genau wiederzufinden. Die Onomastik befasst sich mit der Namengebung innerhalb der menschlichen Gemeinschaft. Sie geht davon aus, dass das An-sprechen einer Person über einem Rufnamen geschah und dieser nach und nach zu einem Fa-miliennamen ausgestattet wurde, wozu z.B. ein Beiname benutzt wurde. Dieser Familienname wurde dann auch Bestandteil der Kontrolle der verpflichtetenden Abgaben und für die Ein-treibung von Steuern, also eine grobe Identifikationsmethode.

Die Benennung mit einem etymologischen Bestandteil einer (germanischen) Götterwelt ist deshalb etwas besonderes, weil dies sehr früh geschah, denn die herrschaftliche Verordnung zur einwandfreien Identifizierung erfolgt zumeist erst im Spätmittelalter, wobei die Vererbung des Namens des Vaters hier in Deutschland üblich war (Patronymika). Es war eine zwang-läufige Folge, dass erst durch (mindestens) einen Vornamen die Person wirklich identifiziert werden konnte. Dadurch wurde die Verrechtlichung amtlicherseits angestrebt, wobei das Be-wußtsein der Bedeutung von Vor- und Nachnamen im Laufe der Zeit immer mehr verlo-renging, denn der Name kann nicht nur das Selbstwertgefühl steigern, sondern auch eine Ver-pflichtung sein – ein Leben lang. Die Adoption eines nicht leiblichen Kindes ist dann ein Durchbrechen des Prinzips der Blutsverwandtschaft, denn sie stellt eine Gleichberechtigung her[39], die aber nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten in sich birgt.

Die Entwicklung des Namens R A B I C H

Der Familien-Ursprung ist hier (örtlich und staatlich) dokumentarisch an den Personal namen des Mannes/Vaters RABICH[41] gebunden. Aus den möglichen etymologischen Deutungs-Möglichkeiten ist die Entstehung dieses Geschlechts in einer ger­­manischen Volksgruppe naheliegend, jedoch wird der Na­me erst aus Schrift­do­kumenten des 15/16. Jahr­hun­­derts be-kannt. Dass danach alle heute noch lebenden (agnatischen) Namensträger von dieser thürin-gisch-hes­si­schen Region stammen, ist weitgehend – wenn auch nicht abgeschlossen – erwie-sen. Ein wissenschaftlicher Nachweis mit höherer Wahrscheinlichkeit ist erst über Gen-Tests möglich. Die Verbreitung durch eine Wande­rungs­bewegung nach Nord­­amerika ist bisher nur teilweise ge­klärt.[40]

Im Allgemeinen unterstellt man, dass der heutige Rufname irgendwie einmal in einer mensch-lichen Gemeinschaft entstanden ist und auf eine Beziehung zu mindestens einer (männlichen) Person dieser Gemeinschaft zurückzuführen ist. Diese Gemeinschaft lebte in einem geogra-phischen Raum, zur Zeit der Namengebung mit zwei Gliedern (Vor- und Nachnamen) in Siedlungen mit festen Häusern, einer begrenzten Siedlungsgemeinschaft. So ist es möglich, als Hilfsmittel zur Deutung die Verbreitung des Namens zu geschichtlichen Zeiten zu ermit-teln, in denen keine größeren Wanderungen stattfanden.

Heute ist es faktisch nicht ohne weiteres möglich, den Namen inhaltlich „richtig“ zu deuten, weil z.B. nach dem Mittelalter gewaltige Bevölkerungswanderungen stattfanden, wofür die Länder Amerikas beispielhaft dienen können. Im germanischen Nachfolge-Raum Europas lässt die Verbreitung des Namens Rabich noch eher einen Zusammenhang mit dem Ur-sprung der Namens-Entstehung vermuten, aber in Amerika ist das anders: hier werden angli-sierte Namens-Veränderungen deutlich, z.B. ist erwiesen, dass Namensträger Rabich aus dem slawischen Raum des Habsburger Reiches Österreich-Ungarn (inklusive Jugoslawien und Randgebieten Polens) und die aus dem jüdischen Quellgebiet vornehmlich Endungsverän-derungen aufweisen, deren Art und Handhabung in der Onomastik nicht untersucht wurde, aber sich aus den Listen der Ahnenforschung ergeben. Dies gilt bei Recherchen auch bei Na-men aus dem russischen Gebiet, wo solche Transkriptionen vorgenommen wurden, die im Rahmen der Regelungen möglich und sogar rechtens sind. Die Interpretation der weltweiten Verbreitung des Namens Rabich muss daher immer unter dem Vorbehalt stattfinden, dass nur ein Teil sich auf eine germanische Herkunft zurückführen lässt und hier aus dem west-thüringischen Raum, worauf die Genealogie Rabich gebaut ist. Dabei ist der Name Rabich durch seine Endung seltener als der Name Rabe, obwohl beide eine direkte Verbindung mit dem Vogel „Rabe“ aufweisen, wobei die Endung –ich begrenzte geographische Anwendung fand.

Da im Familiennamen Rabich der erste Bestandteil auf den Raben abhebt, sei kurz hierauf eingegangen. Sicher kannten unsere Vorfahren aus der Tierbeobachtung die Verhaltens-Ei-genschaften des Raben (Kolkraben)[42] und sie erhoben sie wohl gerade deshalb in die germa-nische Götterwelt[43]. Im Denkmal im Kyffhäuser schweben diese Raben um den Kaiser Bar-barossa; es ist ein „deutscher“ Schicksalsvogel. Einige heute lebenden Menschen in Deutsch-land haben unter der etwa 1 Millionen Nachnamen diesen[44], ein geringer Anteil der vermut-lich 2 Milliarden Nachnamen[45].

Fasst man die ähnlich klingenden Familiennamen zu einer Gruppe zusammen, so könnten an-dere Namensformen gleichen Bedeutungsursprung haben, z.B. der Name Rabisch oder Ra-bitsch, aber auch das ist heute nicht sicher. Einzig die Verbreitung der germanischen Form Rab-ich weist Indizien für die richtige Auffassung auf: regionale Entstehung mitsamt ge-schichtlicher Entwicklung und die Verbreitung des Namens hessisch-thüringisch bis heute. So lassen sich Linien bis zu 30 Generationen zurück deuten, wo natürlich entscheidende Vorna-mens-Gebungen auf geschichtlicher Meinungsbildung beruhen, z.B. infolge der Christiani-sierung. Für Herda bei Berka/Werra liegt zudem ein Sonderfall vor, da die Blutsverwandt-schaft sich auf nur wenige Familien/Sippen vor 15 bis 10 Generationen konzentrierte, insbe-sondere in der oberen, der Zwölferschicht des Dorfes. Dass es außerdem noch ein Adelsge-schlecht „von Herda“ gab, begünstigt allgemeine Zusammenhänge des Adelssitzes in der ent-stehenden Dorfstruktur und -form anzunehmen. Heute mögen sich einige des Namensvorgan-ges womöglich mit bestimmten Charaktereigenschaften der Familienangehörigen in Weisheit und Mut erinnern oder mit ihnen identifizieren, was noch von Verbundenheit zeugt.


Die detaillierte Konkretisierung eines mundartlichen Rufnamens zu einem festen Familien-namen ist nur deutbar, wenn der Kontext dazu untersucht ist, d.h. die Einbettung in die Spra-che bzw. der sich der Sprache bedienenden Men­schen, deren soziale Gruppierungen, ihrer Siedlungs­ge­schich­te usw. Namen wurden nicht nur für das Kom­mu­nikations-Gegenüber, sondern auch für Sachen, geographische Flächen/Punkte und Orte gegeben. So erhebt sich bei­spielsweise die Frage: verlief die Namengebung für den Siedlungsbereich gleich oder ähn-lich der für Per­so­nen und umgekehrt? Deshalb etwas zur Namengebung um Herda.

Betrachtet man die Straßen- und Wald-Randlage des Ortes Herda (Bild 2, bis in das 19. Jahr-hundert Heerda, erst im 13. Jahrhundert über einen Adeligen mit „von“ als Bezugsort urkund-lich ) und ih­rer vermutlich ersten Besiedlung (zu Mitte des ersten Jahrtausends), so fallen die orts­be­zo­genen Flurnamen aus der 1. Siedlungsperiode auf [s. Flur-, Forst­­orts- und Straßen-namen im Be­reich Herda in ihrer Deutung zur Siedlungs- und Fa­mi­li­en­ge­schich­te dort, Datei SiedlHerda/ 1998, „germanische Zeit“]

Orte: Herda, Berka, Rienau/Auenheim, Lutzberg, Kratzerode,

Gewässer: Suhl, Werra,

Landflächen: An der Hegau, Auf der Gehrenwiese (Gehrwiese), Gerliete (Gehrliete),

Auf dem Lindwurm, Lindigsgewende, Quergewende, Siebengewende,

Heiligenrasen, Rabich-er Grund, Rabich-s Liethe, Sitzliete u.a.

Zum frühen Mittelalter (2. Siedlungsperiode):

Straßen: alte Straße, vor dem Thore, Cämnade (zugleich Ortsbereich Kemnate)

Landflächen: am heiligen Kreuze, auf dem Gericht, Hölle, über dem Forst, unter dem Herrnkorn, Fradrichsliete, Schinderecke, Sängerwiese, über der Brücke, am tiefen Brückenrain, Feldmeisters Rasen, gebrannter Rain, Läm-merliede usw.

Der Name des Ortes Herda und seiner sich danach nennenden Adelshäuser „derer von Her­da“ ist auf ger­ma­ni­schen bzw. althochdeutschen Ursprung zurückzuführen; er wird fach­wis­sen­schaftlich mehrheitlich mit Heer­wald gedeutet bzw. die –da-Endung auf den Übergang von Wald zur „Heide“, also am Fuße des Thüringer Wal­des. Her­­da ist ein sehr alter Orts-Na­me, nach der Namensforschung mit Berka, Gerstungen, Göringen ein „Wohn­sitz“aus einer ger­manischen Besiedlungsperiode vor dem Jahr 500. Die Ortsanlage längs einem uralten Handelsweg, später als Straßendorf mit einem Verzweigungszentrum, bestärkt diese Annah-me. „Die Annahmen ei­ner Verbindung mit Herithi[46]= Schmutzwasser und mit haerd[47]= Herd, Heim scheinen abwegig, weil die Lage­be­stim­mung aus dem Charakter der Wegesied-lung unterhalb des Waldes usw. näher liegt.“

Die weitere Beobachtung ist nun an der Stammbevölkerung dieses Gebietes anzusetzen. Die in Herda und Haus Breitenbach vorkommenden Familiennamen der Einwohner (16. Jahr­hundert) sind fast alle aus germanischen Wortwurzeln entsprungen[48]. Dabei sind zwei Fak­ten zu beachten:

1) die wahrscheinlich wenigen Ursprungsfamilien (Bauern) heirateten unter­ein­an­der[49],

2) aus der Anzahl der Geschlechtsglieder (im Ort, beim erstmaligen „urkund­li­chen“ Auftauchen) kann man auf die Zahl der bis zur Namengebung zu­rück­ge­henden Generationen schließen.

Hilfreich sind bei 1) die Heiraten im 17./18. Jahrhundert (*) und bei 2) die Parzellierungen infolge Realteilung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. So wird zu diesem Zeitpunkt der Name Rabich mehrfach, der Name Hotzel vielfach in den Akten geführt. Beispiele für Herda:

Dieter, Doringk, Eckhardt, Erbe, Fladung, Glocke, Hotzel*, Müller, Nehr­dich*/ Nehrig*, Rabich*, Schnitzert*/Schnitzel*, Sieppel, Teubach, Verdich, Vischer, Wilhelm, Zickler*.

Eine genaue, besonders sozialgeschichtliche Untersuchung muss erst noch durchgeführt wer­den. Die Orte, die Sippenbücher erstellt haben, sind hier weiter.

Verwunderlich ist diese Art der Gemeinsamkeit nicht, wenn man zwei Merkmale betrachtet: Es lebte dort nach der Völkerwanderung – nach dem unvollständigen Abzug der Germanen (Chat­ten) – ein germanischer Stamm, viel­leicht der der Hermanduren. Aber er „wohnte“ dort nicht ungefährdet und war ständig bedroht: schon die Rö­mer mieden offensichtlich den Weg durch die Sumpf-Gegend des Werratales. Sie benutzten, wenn auch viel­leicht ungern, den „kur­­­zen“ Weg durch die dunklen Wälder im Bereich des späteren Herda auf ihrem Zug nach Osten, zur Saale, und damit über die Höhen des Thüringer Waldes. In späterer, fränkischer Zeit wurde die unscharfe Gren­ze zwischen dem späteren Thüringen und Hes­sen strategisch - wenn auch oft nur punktuell - befestigt, wie beispielsweise durch die damaligen Höfe Au­en­heim und Gerstungen und später Hausbreitenbach und Herda mit zwei „Adelsgütern“ – aller­dings ohne Ge­richts­gewalt [nach Herrschaftsberichten]. Der Zweck der Burgen ist wohl we­niger der Schutz von Fern-Handelswegen als vielmehr das Dokument der Herrschaft über eine Region mit vielleicht dem Nebenzweck der Bewegungsüberwachung über die Werra und die Wege sowie der aus ökonomischen Zwecken.

Zweifellos scheint zur damaligen Zeit – schätzungsweise um 900 bis 1000 – die Werra-Bo­gen-Gegend vor­herr­schend germanisch besiedelt[50] und demgemäß benannt zu sein, wenn man die Namengebung der näher zu Her­da liegenden Ortschaften als eine der dort Sie­delnden betrachtet:

Auenheim, Breitenbach (breiter Flur), Dietrichsberg, Horschlitt (Pferdestamm/volk), Richel-Berg (Königsberg), Berka (Bärlein), Suhle/Unter-Obersuhl, Gerst-ungen, Förtha (Furt), Mark-suhl, Dippach (Volksbach), Dankmars-hausen[51], Lauchröden (Rodung/Sumpfwald), Kratzerode, Brandenburg usw.

Selbst die Ortsnamen Wünschensuhl (Wiesen- neben Wendensuhle) und Rhinow (Sitz-Rat der Götter) sind germanisch deutbar.

Bei den Bergbenennungen ist es ähnlich: Lutzberg (kleiner Berg), Lerchenberg, Flausels (Stein­platte), Ritz (Kö­nigsberg), Auels (Wiesenberg), usw. Hierzu sei weiter auf das Schrift­tum verwiesen. Ähnlich geht es bei den Flurnamen zu.

Der Rabich[52] ´ sche Lieth[53] (Berghang am „Stechberg“ bei Göringen) und der Rabich ´sche Grund[54] (Fläche unten am Berg, dem spä­teren Kirchberg bei Herda) gehören dazu – nach Kataster-Unterlagen „amtlich“ schon im 18./noch im 19. Jahrhundert so genannt. Der Ra­bachs Rain oberhalb Lutzberg ist unklar zu deu­ten, etwa nur fehlerhafte Schreibweise? In der Dissertation Danz von 1966 ist der ger­ma­ni­sche Zu­sam­men­hang mit „Raben“ unzwei­fel­haft.

Der Rabe ist nicht nur „heiliger“ Vogel mit tie­fer innerer Bedeutung, sondern auch über die ver­schiedensten germanischen Stämme ein verbindendes „Glaubens“-Phänomen. Die Über­tragung auf Menschen erfolgte erst mit dem Ende des Ausschließlichkeitsphänomens als Got­tes-Zuordnung. Dabei sind germanische Götter mehr allegorische Gestalten und Mächte[55].

Die ersten im 13. bis 15. Jahrhundert auftauchenden und dokumentierten dortigen adligen Nach-Namen zeigen ebenfalls ger­manische Wort-Schöpfungen, abgesehen von der Eigenart, sich nach einem (germanisch benannten) Ort – oder umgekehrt – zu benennen (Herda, Rum­rodt u.a.[56] ). Dies ist anhand der archivierten Unterlagen verifiziert.

Eine Frage wurde einst diskutiert: Ist der Name evtl. aus einer slawischen Wurzel abzulei-ten? Das ist wichtig, wenn man einen „Beweis“ auf Indizien aufbaut.

Das Ver­hältnis der ein­hei­mischen Bauern zu Ein­ge­drun­genen oder in diesem Bereich Thü­rin­gen-Hessens zwangs­angesiedelten „Frem­den“ war immer sehr hoch. Trotzdem sind ver­ein­zel­te als slawisch interpretierbare Be­nennungen un­ver­kennbar. Hierzu zählen Wünschen-, Un­tersuhl und möglicherweise Rhinow (Rienau). Die an­ge­siedelten Ar­beitskräfte – vornehmlich seit Bonifazius-Zeiten, von der katholischen Kirche abklassifiziert – wur­den vor­nehmlich für die nie­dersten Arbeiten gebraucht, vor allem in der Nähe der punktuell aufgebauten Klöster, so 744 etwa 100 in der Nähe von Berka (Untersuhl) auf einer klö­sterlichen Besitzung. Das Um­land wurde, weil viel­fach als „men­schen­leer“[57] geltendes (seinerzeitig frän­kisches) Ost-Ge­biet, einfach mit in Besitz genommen. Das Aufsaugen von Fremden dürfte bis in die Zeit der Na­men­ge­bung nicht hinreichend Grund für eine slawische Namensübernahme gewesen sein. Die durch­greifende Chri­sti­anisie- bzw. Un­tertanisierung der „Germanen“ machte aber jahr­­hun­der­telang nur küm­­­merliche Fort­schritte, die ger­manischen Volks­bräuche – und damit auch Namensgebungen, z.B. in Vor­na­men – mussten in­tegriert bzw. auf päpst­liche An­ord­nung - in modifizierter Art - übernommen werden. Bei­spiele hierfür sind in der dortigen Ge­gend die Bei­behaltung des volkstümlichen 3. Ostertages, der ger­ma­ni­schen Flurnamen-Orte, ggf. mit Bezug auf germanische „heilige“ Orte.[58]

Die Vornamen waren noch im 16. Jahr­­hundert bei den Rabich´s zunächst einmal germanisch wie Cuonrad=Curt, Heinrich, Hartung, zum andern auch (im Mittelalter) „christlich“ wie Jo­hannes, Elisabeth, wenn auch oft in Kurz- oder Koseform. Z.T. wur­den sogar solche wie An­tonius, Pankratius usw. verwendet, was u.U. als Reaktion auf die Reformation und damit als „Rück­kehr“ zum katholischen Glau­ben zu sehen ist. Ein Teil der Rabich´s scheint sich vom Lu­therischen abgewendet oder nicht zu ihm be­kannt zu haben, ähnlich einem Zweig derer von Herda.

Beweise germanischen Ursprungs von Namen und Menschen und Sesshaftigkeit.

Zeugnisse von Bauten usw. aus germanischer Zeit sind zwar vorhanden, jedoch hinsichtlich ih­­rer Deutung zur alten Besiedlungsdichte ungenügend. Die Bauernhäuser waren fast durch­­weg aus Holz (Fachwerk) und relativ klein. Neben dem Hof der Rabich´s im Zentrum („Stammhaus“, Bild 2a und 2b, am Stein­weg) – waren mehrere Höfe der Rabich´s in Herda (so u.a. an der Ecke der alten Straße in der Nähe des Tores) und Umgebung vorhanden. Be-reits im 16. Jahrhundert waren die Ra-bich´s über mehrere Dörfer verteilt. Untypisch lagen sie nicht nur in unmittelbarer Nähe zum Hof, sondern z..T. mehrere km weit weg. Vermutlich hatten sie ausreichend Zugvieh (Kü­he). So waren Rabich´s nicht nur in Her­da, sondern auch in Rhinow (heute Rienau) an­säs­sig, als was dort, ist unklar[59]. Rhinow gehörte zunächst zum Frauen-Kloster Frauensee, das um 1200 entstand. Bis zu 50 Nonnen waren dort tätig, aber das Kloster verarmte und ging im 17. Jahrhundert ein – zu einer Zeit der Säkularisation. Später wechselte es den Besitzer, d.h. es geriet z.B. zu Kloster Hersfeld. Der Ort war klein, an-scheinend jedoch früher größer. Rhi­now wird im Namen auch als slawisch angesehen, denn die Endung –ow ist typisch dafür. Aber kaum anzunehmen ist, dass deswegen der Familien-Name Rabich vergleichsweise von dorther „sla-wisch“ ist.

Die Rabich ´s zählten damals offensichtlich zu den (relativ) größeren Bauern; der Hof am Steinweg ist seit Anfang des 17. Jahrhunderts als abgabenfreier noch heute im Besitz (an der steinern umfassten Dorflinde)[60]. Die Erwerbs-Ge­wohnheiten der Bauern waren vornehmlich Ge­trei­de­bau – im üblichen Wechsel – Viehtrieb in den Wald und Schweinemast, diese in den grö­ße­ren (adeligen) Gütern. Es herrschte ein Wohlstandsgefälle zu den überwiegend „armen“ Dorf­be­woh­nern. Das Einkommen musste andernorts gebessert werden. Es war deshalb zu er-war­ten, dass die Rabich´s bereits zur Mitte des 2. Jahrtausends andere Berufe, Gewerbe er­griffen und so den Namen in an­dere Regionen trugen, zunächst in eine Entfernung bis etwa 100 km (s. Stammlinie H), im 18. und besonders im 19. Jahrhundert bis nach Amerika. So­weit ver­folg­bar, behielt er die ursprüngliche Endung –ich bei, wenn auch nicht auszu­schlie­ßen ist, dass Verfälschungen und daher Erschwernisse der Ver­wandt­schafts­aufklärung be­ste­hen. Die üb­lichen Ver­änderungen des Namens in der Schreibweise sind meist mund­artlich und (schein­bar) seinerzeit nicht von Dauer (Rabig, Rabbich). Anglisierungen sind bis­her nicht nach­gewiesen (Rabish).

Ob die Namensträger durch die Durchzugslage des Ortes besonders für Auswanderungen prädestiniert waren, ist im Augenblick nicht feststellbar. Berücksichtigt werden muss, dass der Ort Herda vielfach von marodierenden, brandschatzenden, oder sich versorgenden Haufen (oder Heeresgruppen) in Mitleidenschaft gezogen wurde. Schon Etzel soll mit 50 Tausend[61] Hunnen hier – wie später die Franken in Richtung Osten – durchgeritten bzw. marschiert sein, wobei ein Höhenunterschied (80 m) von Herda aus bzw. zu Herda (früher durch den un­mit­telbar an den Ort schlie­ßen­den Wald) Richtung Dietrichsberg-Eisenach zu überwinden war. Auch die Sachsen ge­lang­ten in den ersten Jahrhunderten des 2. Jahrtausends bis in diesen Raum. Kämpfe begleiteten die Gruppen, die auch z.T. dort lagerten. Die Namensträger-Grup­pe Rabich blieb klein, denn sie wurden auf mancherlei Art dezi­miert oder verarmten. Kin­dersterblichkeit und andere Mißstände sind zur Mitte des Jahrtausends bezeugt. Nur gering sind die historischen Kenntnisse von religiösen und weltlichen Revolten und ihre Umsetzung in Herda und Umgebung, insbesondere der Rabich´s.

Nach dem gegenwärtigen weltweiten Recherchen-Stand taucht der Name Rabich ( in dieser Schreibweise) nur im Zusammenhang mit Personen auf, deren Herkunft sich aus Herda zu­rückverfolgen läßt[62], wobei allerdings in einigen Fällen (untergegangener Geschlechter-Zweige) sich der urkundliche (schriftliche) Beleg nicht zu finden ist. Schreibweisen wie Ra­big, Rabbig o.ä. sind fehlerhaft, dagegen Rabisch fast durchweg aus anderen ge­o­gra­fi­schen Be­­reichen stammend. Die possessive Flurnamenbelegung mit Rabich ist naheliegend, wobei aller­­dings der Zusammenhang mit den später als „von Herda“ genanntem Adelsgeschlecht be­rücksichtigt werden muss, die in dieser Gegend saßen und den „Adeligen Forst“ zwischen Lauch­röden/Werra und Herda besaßen, erst zur Jagd und dann?

Die ersten nachgewiesenen und zeitlich zuordbaren Nachrichten über den Namen Rabich rei­chen in das 15. Jahr­hun­dert zurück, insbesondere aus den Kommunikanten-Listen der Kir­che zu Herda mit der „alten Rabichin aus Rhinow“, deren Geburtsdatum vor 1500 liegt und deren Eltern und Großeltern vermutlich auch diesen Namen bereits getragen haben. Vom 16. Jahr­hundert an sind Namensträger Rabich in Herda und Umgebung mehrfach in Dokumenten er­wähnt.

Verschiedene weitere Deutungen des Namens Rabich sind möglich, einmal eine aus dem indo­ger­ma­ni­schen/ slawischen Wortbegriff Rabitz = Ast, was jedoch meist im Bergbau ge-braucht wurde, der in dieser Gegend durch Slawen nicht durchgeführt wurde. Allerdings wäre dann auch mehr eine Endung –itsch oder –isch (wie z.T. in Schlesien) zu erwarten, die in diesem ober­deutschen Bezirk nicht gegeben ist. Aus Raba/Rap = Sklawe mit einer ger­ma­ni­schen Endung –ik oder –ich wäre ebenfalls ein Entstehen denkbar. Aber diese Deutung ist un-wahrscheinlich.

Naheliegender ist bei dem bäuerlichen thüringischen Landvolk im 14. Jahrhundert die ger­ma­nische Na­mens­endung –ika, ins althochdeutsch –icho gewandelt, als patronymischer Suffix in dimi­nu­tiver Form von Norden her bis in den Grenzbereich von Herda nicht ungewöhnlich. Diese Endungen sind seit dem 7. Jahrhundert im Ober­deut­schen nachweisbar. Ob eine Kür­zung (bei An­nahme eines ursprünglichen zweigliedrigen Namens, z.B. einer Mischung frän­kisch-säch­sischer Begriffe wie hrabiko oder frän­kisch Rabigo (wobei o=e gesetzt werden konn­te) zu – ich vor­liegt, ist ungewiß. Man vermutet eine solche schon vor der Zeitrechnung.

Die Bedeutung Rabich ist also: der kleine Rabe in vermutlich lobender Form, also dem etymologischen Tier-Vorbild nach „weise“ und „erinnerungsstark“ oder „charakterfest“.

Der eingliedrige Name bzw. der vordere Namens-Teil dürfte aus Hraban[63] = Rabe (ahd. Ra­bo)[64] entstanden sein, also der germanischen Na­menwelt[65] zuordbar. Dieser Name soll be­sonders bei den Franken beliebt gewesen sein[66], un­ab­hängig davon, ob „Franken“ nicht mehr als ein politischer Sam­melbegriff ist[67]. In Verbindung mit der Frühbesiedlung ist Rabich also ein sehr alter Ruf-Nachname, wobei noch offenbleiben muß, welcher „germanische“ Stamm verantwortlich gemacht werden könnte und wie im Einzelnen er dort – nach Herda und Um-gebung – hin­kam. Nach den alten Schrift­tums-Quellen gab es dort keineswegs häufig Raben-Namen, was jedoch noch im Einzelnen zu klären wä­re. Merkwürdig ist, dass das alte adelige Geschlecht derer von Her-da – vermutlich aus selber germanischer Per­sonengruppe - keinen besonderen Na­men gehabt zu haben scheint, sondern es genügte die Orts-Zuordnung.

Eine Bemerkung ist noch niederzulegen: Welche Verbindung des Familiennamens besteht mit den Flurnamen im Herda-Lauchrödener-Bereich? Geologisch bedeuten die Flurnamen einmal tiefe Stelle (Grund) und andermal Hang (Liethe); ist es womöglich eine possessive? Möglich erscheint das, dann wäre diese Stelle einst einer Familie Rabich zugeordnet worden. Ande-rerseits könnte die Verbindung eine mit gleicher mythologischer Begründung sein, d.h. das Benennungsmotiv hätte in beiden Fällen gleichen Bedeutungsinhalt. Entscheiden kann man sich in diesem Fall derzeit nicht, aber in jedem Fall würde hierdurch die germanische Wurzel betont – und damit wäre eine sehr lange Namensgeschichte gegeben. Leider ist dazu keine verwertbare Forschungsstelle bekannt, zumal die Verbreitung dieses Rabich-Flurnamens lokal nur begrenzt scheint.[68]

Zur Familien- und Genealogie-Forschung.

1. Der Einfluss des Menschen auf die Fortpflanzungs-Basis.

Nach dem Stand der Wissenschaft sind die heutigen Menschen nur ein Teil frühmenschlicher Arten und der (moderne) Mensch unterscheidet sich von dem nächsten Verwandten, dem Schimpansen, nur in 1 % des Genoms[69], also der vererbbaren Information, die sich auf Trä-gern wie Genen usw. befinden. Wenn man unterstellt, dass nur ein Teil der ursprünglich in Afrika entstandenen Menschen nach Europa auswanderte und das (damalige) Genom mit-nahm, so muss zusätzlich zur Kenntnis genommen werden, dass die meisten Nord- und Mit-teleuropäer (wahrscheinlich) ihre Ahnenschaft (nur) auf eine Handvoll neolithischer Bauern, die vor 8000 Jahren sich hier ansiedelten, zurückführen können.[70] Das bedeutet, dass die Vermischung der Bevölkerung untereinander relativ hoch gewesen sein muss.

Bei der Vererbung wird die Hälfte des väterlichen Erbgutes über das Spermium mit der an-deren Hälfte des mütterlichen über die Eizelle vereint und so durch das elterliche Gut an die nächste Generation weitergegeben. Bis heute betrachtet man dies als den bestimmenden Pro-zess der menschlichen Veränderungen. Genmutationen können offenbar nur sehr bedingt ge-steuert werden, die Fixierung auf einzelne Funktionen in Tochterzellen wird durch die Epi-genetik untersucht. erlernte und erworbene Fähigkeiten sollen von einer Generation zur an-deren über Keimzellen gelangen.[71] Eigenschaften wie der innere Antrieb, Bildungseifer oder Neigungen infolge zwangsweiser Verhaltensweisen sowie äußere Einflüsse wie Nahrungs-mangel oder Hunger können möglicherweise erblich festgelegt werden, aber haben wohl nur geringe Bedeutung für eine stabile Vererbung einer engeren Population. Ein Beispiel für den exponentiellen Prozess der Verbreitung einer definierten Eigenschaft ist die Laktase-persistenz, d.h. die Verträglichkeit des Kuhmilchkonsums der letzten 3 Tausend Jahre bei einer Population dadurch, dass diese Population Vorteile der Überbrückung von Hunger und die Verringerung der Kindersterblichkeit hatte. Sie offenbart den Durchdringungsprozess ei-ner kleinen Minderheit menschlicher Familien in der allgemeinen Bevölkerung.[72]

Die Menschen im Umgebungsbereich von Herda sind nach herrschender Auffassung vor etwa 1,5 Tausend Jahren dort eingewandert und lebten lange Zeit als „Bauern“. Die Umgebungssi-tuation und die zur Verfügung stehende Übungszeit sind Elemente einer spezifischen Evo-lution[73] unter der Annahme, dass sie neben der Vererbung Faktoren mit Gestaltungswirkung auf die Nachkommenschaft haben. Die entstandene Bevölkerung hat sich – wie auch vor Jahr-tausenden die Menschengruppen davor – mehr oder weniger vermischt[74] und dabei vielleicht sogar eine Intensivierung ihrer vererbbaren Substanz auf die Individuen bewirkt. Um welche Eigenschaften es sich handelt und ob dies eine relevante Menge einer Familien- und Genera-tionengruppe ist, weiß man nicht. Im Augenblick ist das weder durch Forschung der Epige-netik noch durch Verfolgung schriftlicher Dokumente erforscht oder nachgewiesen, es ist an-zunehmen, dass in Zukunft eine Auflockerung der „Vermischung“ stattfindet und damit der Nachweis der Ursachen und Fixierung einer Veränderung einzelner Menschen oder Familien in der Nachkommenschaft immer schwieriger wird.

Es soll hier nicht weiter der Frage nachgegangen werden, ob die im 19. Jahrhundert einset-zende Akademisierung einzelner Individuen des Geschlechts Rabich zugleich eine Erhöhung der Intelligenz und Kreativität mit sich gebracht hat, aber in jedem Fall wird die Entfernung der Nachkommenschaft vom Bauerntum oder dem Handwerk immer größer. Es ist müßig, nach repräsentativen Eigenschaften und ihrer Verteilung über das Geschlecht zu suchen.

2. Die Familie, Begriff und inhaltliche Bedeutung.

Der Begriff Familie wird erst im 18. Jahrhundert in Deutschland gebräuchlich.[75] Er ent-stammt der römischen Kulturwelt, in der der Hausgemeinschaft ein Haus-Vater vorstand und das Merkmal der Blutsverwandtschaft nur ein Vorzug z.B. gegenüber Haussklaven bedeutete. Im Germanien hat dagegen weniger die Arbeits- als die (blutsbedingte) Handlungsgemein-schaft Vorrang, was sich ausdrückt in einem Spruch aus der Edda[76], das im Ehrenmal-Tempel in Leuna verewigt wurde, an dem der Verfasser in der Jugend auf dem Weg zum Waldbad zwangläufig vorbei kam:

Besitz stirbt, Sippen[77] sterben, du selbst stirbst wie sie; eins weiß ich, das ewig lebt: der Toten Tatenruhm.

Der Lebenslauf des einzelnen Menschen und dessen Identität wird sowohl durch den Typus der Familie[78] als auch durch den Familienverlauf[79] geprägt und dieser ist dadurch eine wichti-ge Grundlage seines lebenslangen Verhaltens. Den Zeitpunkt des Erwachsen-Seins festzu-stellen, ist heute gegenüber früher schwieriger, denn der Auszug aus dem behüteten Fami-lienleben ist wie das einer Eheschließung zeitlich nicht generell markant festgelegt.[80] Die Fa-milie hat also verschiedene Funktions- und Zustandsformen und eine Familienforschung ist demgemäß vielfältig, so aber auch die Ahnen- bzw. Nachkommenschaftsforschung, wenn man diese nicht bloß auf das Ermitteln der Lebens-Hauptdaten der Blutsverwandten be-zieht.[81] Rechtlich und statistisch besteht ein durch Ansprüche und Pflichten gekennzeichnetes Verhältnis[82] zwischen Eltern und Kindern und den Ehepartnern untereinander. Derzeit leben in Deutschland noch etwa ¾ der Kinder in „geordneten“ „Kern“-Familien, also zumeist in Zwei-Generationen-Gemeinschaften, schon die ‚Drei-Generationen-Familie“ gerät immer mehr ins Abseits, wobei die äußeren Zustände in der Realität maßgebend und diese nicht unveränderlich sind. Die Normalfamilie ist noch immer die dominierende Familienform[83], vier von fünf Kindern wachsen bei ihren verheirateten Eltern auf, drei Viertel mit Geschwi-sterkind.[84] Familien bilden das verlässliche soziale Netz, bieten Schutz und Nähe. Die Familie ist aber keineswegs gleichen Typs und auch nicht repräsentativ durch die Forschung ermittelt, sondern durch Vorstellungen des jeweiligen Wissenschaftlers oder durch Medien erzeugte Ansichten geprägt. Die Familie stellt für jede wissenschaftliche Disziplin etwas anderes dar[85], sei es Soziologie, Psychologie oder die Rechtskunde. Stets relevant ist die Unterscheidung aus der Sicht jedes einzelnen zwischen Abstammungs- oder Herkunftsfamilie sowie der Zeugungsfamilie . Die Ahnentafel gibt eine Übersicht über die – nach den Aufschreibungen – eigenen Vorfahren, sie wird damit ein Instrument der Identitätsbildung. Der Stammbaum stellt die gesamten genetisch verwandten Abkömmlinge dar, aber zumeist ohne die Re-lationen zur Solidargemeinschaft, und kann qualitativ zur Sozialforschung benutzt werden unter Wahrung der Wissenschaftlichkeit. Allerdings erreicht man dadurch keinen Durchblick zur familiären Meinungsbildung oder Einblick in die Handlungsmotive in der Gesellschaft.

Damit wird die „Ahnenforschung“ bzw. die Genealogie mit ihren das Leben bestimmenden Parametern komplexer und es wird entscheidend, warum und wofür man Recherchen durch-führt und sie zu einen Bild der Geschichte eines Geschlechtes zusammenfügt.

Wenn man die Vererbung und die Humangenetik als wesentlichen Gesichtspunkte ansieht, dann genügt es, die Hauptdaten zu ermitteln und auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen, wenn man aber wissen will, ob bestimmte Situationen und Motive hinter den Zeugungs- und Erzie-hungsgemeinschaften stehen, dann bedeutet das eine abgestimmte und umfassende Ge-schichtsforschung[86]. Zwar ist das heutige Ideal noch auf den Primaten der Blutsverwandt-schaft und der strukturellen Integrität der Kernfamilie gegründet, aber Abweichungen sind immer wieder festzustellen. Die deutschen Gesetze heben die Aszendenz für die Entwicklung und Persönlichkeitsfindung des Kindes hervor.[87] Das Abstammungsprinzip (ius sanguins) war im Bereich des späteren Deutschen Reiches zugleich Voraussetzung für eine Staatsbür-gerschaft, für eine Einbürgerung[88], wenn man vom „Ausland“ kam. Einzelne Staatsangehö-rigkeitsgesetze gab es erst im Laufe des 19. Jahrhunderts. Im Deutschen Bund (1867) und im Kaiserreich (ab 1871) gab es keine einheitliche Staatsangehörigkeit und damit dem Grunde nach auch keinen „Deutschen“. Bis 1934 galt nach der Weimarer Verfassung (Artikel 110) der Einzelstaat als Gesetzgebungsinstanz, z.B. war der in Thüringen[89] geborene Thüringer und zugleich Angehöriger des Deutschen Reiches. Als Nebenbedingung galt bei der Eintra-gung die Vorlage der Abstammungsnachweise über drei Generationen[90]. Zur Zeit der Kir-chenbücher-Eintragungen[91] war man oft sogar nur ortsangehöriger Kirchzinspflichtiger in-nerhalb einer Region oder Hoch-Adelsherrschaft; man war als Untertan eingeteilt. Das lands-männische Bewusstsein scheint nicht existent.

Die Verantwortung für ein eigenständiges Leben – ob als Mensch oder Thüringer oder Deutscher - fängt bereits da an, wo die genetischen Voraussetzungen das Schicksal des Kin-des beeinflussen, was in der modernen Zeit unserer ärztlichen Kunst erkannt werden kann.[92] Die Meinung, man brauche die Fernwirkung von Traumata z.B. durch Beschneiden nicht zu beachten, lässt erkennen, wie verlässlich die Leitgrundsätze des Rechtes und der Begriffsaus-dehnung vom Wohl des Kindes real sind und beachtet werden.[93] Die christliche Taufe ge-schieht beim Kleinkind ohne dessen eigenständiger Zustimmung.[94]

Die Herkunft oder die genetische Einbettung des eigenen Ich’s in eine Vielzahl von Erb-Trägern[95] wird bei der gemeinhin Ahnenforschung genannten „Wissenschaft“ gesucht, ohne jedoch die dabei auftretenden ungeheuren Hemmnisse und Störmöglichkeiten gänzlich bei-seite schieben zu können. Aus der Erfahrung des Verfassers ist nicht nur der Ermittlungs-aufwand an sich, sondern auch der monetäre Einsatz sehr hoch und die Archive sind oft nicht auf Detailfragen eingestellt, die Ermittlungen über das Internet neuerdings kostenpflichtig und zeitraubend, denn oft setzt man erst eine Arbeitskette in Bewegung – ehe man einen gewissen Überblick erhält. Unklar ist oft die Herkunft des Ehepartners, die sichere Auswahl in einer Dorfgemeinschaft aus Position und Verwandtschaftsgrad ist heutzutage keineswegs „sicher“, denn die Migranten werden zahlreicher und erschüttern das jahrhundertealte Bild von „ange-messener und einfach nachvollziehbarer Beziehung“.

Die Erfahrung des Verfassers fußt z.B. darauf, dass er keinen Großvater und eine der Groß-mütter nur kurzzeitig und die andere nur einige Jahre kannte, die Erinnerung aber zeigt, wie wichtig diese sein können. Aber warum hatten sich die Großväter von ihrer Ehefrau getrennt und blieben Jahrzehnte verschollen oder unauffindbar? Konnte der Weltkrieg auch hier diesen Einschnitt hervorgerufen haben? Da gilt es, die Fäden aufzunehmen und zu recherchieren – und so kommen Daten in kleinsten Schritten dazu. Das Bild aus der Schulzeit im Domgym-nasium gestaltete die Zukunft des Menschen noch nach antiken Idealen vom schönen Ju-gendlichen, der vergoldet vor dem Wasserturm in Merseburg stand und von der Laakoon-Gruppe in Männlichkeit und Tugenden, über die er als Schüler referieren musste.[96] Die Per-fektion war so etwas wie ein Ziel, das man anzustreben hatte. Hieran kann man ermessen, wie schnell und gründlich in der Wirklichkeit ein Wandel in der Jugend erfolgen kann – auch unter dem Sturm von psychisch gelenkter Propaganda und Information.

Über allem schwebt ständig die Frage: Was kann man nun mit dem genealogischen Wissen über den Hintergrund des eigenen Ich’s für Lehren ziehen und diese auch weitergeben? Viele sehen diese Arbeit als Steckenpferd, als Hobbie, um Neugierde zu befriedigen – weniger wis-senschaftlich, um eine Position des Geschlechts in der Gesellschaft oder im Stamm z.B. der Thüringer zu erkunden, um das Emporarbeiten einzelner in eine höhere Gesellschaft zu er-gründen. Ist Ahnenforschung lediglich ein Instrument des Selbstbewußtwerdens, der Unter-mauerung von „Verwandtschaft“, zu Personen, die man ansonsten nicht kennt oder von denen man (bisher) nichts weiß. Es kann nur spekulativ sein, wenn wir mit dem Seßhaftwerden zur Steinzeit auch schon das Zusammenwachsen von Familien in einen Personenverband mit ei-nem definierten Oberhaupt und einem gemeinsamen Willen der Dorfgemeinschaft in kriege-rischen u.a. Auseinandersetzungen mit anderen verbinden oder gar einer Völkerschaft in ei-nem frühen Germanien[97], die zugleich eine Solidargemeinschaft war. Es ist unklar, wie der „völkische“ Geist, der Wehr- und damit der Selbsterhaltungswille in Verbindung mit sittli-chen Grundlagen entstand und gerade nach dem 1. Weltkrieg sich in völkischen Bünden oder im Begriff des „Deutschseins“ bzw. völkischer Eigenart wiederfand.[98]Gemeinsame Sinner-füllung des Daseins eines Volkes ist Volksgemeinschaft. Aus der Sinngebung holt sich jedes Glied des Volkes die Kraft, an der Erhaltung und Gestaltung seines Volkstums in Freiheit mit-zuwirken.[99] Den historischen Gang der Volksphantasie in Göttern und Heroen kennen wir nicht, aber es muss in der Gemeinsamkeit der Sinngebung von dem Walten von Naturkräften, dem Sinn für Heldenhaftes und Tugenden wohl der Ursprung des inneren „Deutschtums“ zu suchen sein.[100] Nach der Christianisierung verschwand das volksreligiöse Erleben und Fühlen, einzig die Sprache gab ein verbindendes Traditionsband zwischen den Untertanen verschie-dener Regionen. Erst im 19. Jahrhunderte erwachte so etwas wie die Suche nach einer Volks-kunde wieder, wobei man zunächst das „niedere Volk“ von der „gebildeten“ unterschied und „volkstümlich“ mit dem biederen gemeinen interpretierte. Aber gerade die Geschichtsfor-scher interessierten sich für das nun neue wissenschaftliche Gebiet.[101] Im ähnlichen Sinne gab es damals völkische Bewegungen unterschiedlichster Art und Beteiligungen, völkisch gilt heute oft als veraltet und eine völkische Bewegung wird trotz ihrer großen Heterogenität ge-mäß dem jetzigen Zeitgeist einer radikalen Rechten zugegesellt.[102] Wer sich als „völkisch“ bezeichnete, war aber keineswegs rechtsextrem – nach heutigem Jargon – sondern stand nur unter der Maxime, sich für das Volk einsetzen zu müssen.[103] Bei den einzelnen Mitgliedern des Geschlechtes Rabich ist also sehr darauf zu achten, was wahre oder was angedichtete Ge-sinnung und Motivation ist. Der einzelne ist nun einmal Objekt für politische und konsum-fördernde Beeinflussung, Werber verknüpfen Illusionen vom besseren Leben mit ökonomi-schen [und/oder politischen] Zielen.[104] Manchmal ist das für den Forscher schwer auseinan-der zu halten, was ist z.B. Deutschtümelei, was nationalbewusst?

Da der Begriff des „Volkes“ im Gebilde von Staaten oder Staatsgemeinschaften rechtlich nicht mehr sinnvoll zu sein scheint[105], verschwindet im „modernen“ Sinne das Erbgut des Ge-schlechts in Sinne einer Zugehörigkeit zu einem Volksstamm durch den Vorrang des Status als Staatsbürger.[106]Europa ist ein ethnopolitischer Flickenteppich, die Zahl der nationalen Minderheiten schwankt je nach Zählung, aber sicher ist: sie geht in die Hunderte.[107]Deutsch-land ist ein verschachteltes Staatengebilde mit föderalen Strukturen. Die deutsche Nation definiert sich nicht über die Staatszugehörigkeit. In Deutschland existiert ein Spannungsfeld zwischen Mehrheitsprinzip und dem Schutz der individuellen Freiheit. Das Verschwinden von Minderheiten, ja der verwirklichbaren Eigenständigkeit von Familien scheint unaufhaltsam voranzugehen. Im Demetrius (Fürst Saphieha) lässt Friedrich Schiller (1759-1805) 1805 ver-künden:

Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn. Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen. Bekümmert sich ums Ganze, wer nichts hat? Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl? Er muss dem Mächtigen, der ihn bezahlt, um Brot und Stiefel seine Stimm’ verkaufen. Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen. Der Staat muss untergehen, früh oder spät, wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.

Eines scheint gewiss,

erst durch eine geschichtsbezogene Erforschungs-Arbeit lernt man das kennen, was Sozio-logie und familiärer und kultureller Wandel ist. Was geschieht, wenn einmal die zerbrochene Familie zum Normalbild unserer Gesellschaft wird und damit ein nach Abstammung und Sprache, Sitte und Bildung zusammengehöriger Teil der Menschheit „stirbt“?[108]

Es war den wissenschaftlichen Volkskundlern schon früh aufgefallen, dass es verschiedene Gesetzmäßigkeiten zur Entwicklung eines Volkes gibt, dass differenzierende und integrie-rende Prozesse sowie Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Individuen in Richtung auf eine Identität mit einem Nationalgefühl stattfinden. Die breiten Massen eines Kulturvolkes sind unter sich homogener als denen eines anderen Volkes durch schärfere Charakteristiken geschieden, als Beides unter den Gebildeten beider Völker statthat.[109] Ob man die geistige Kraft solcher abgegrenzter Massen Volksseele nennen darf, obwohl man deren Substantialität nicht kennt, ist unklar. Die Volksseele ist nicht charakterisiert als einfache Menge aller Ein-zelseelen, sondern ist als durch Wechselwirkungen innerhalb einer Gemeinschaft stets ver-änderndes Gebilde zu sehen.[110]Die Volksseele konditioniert jeden Einzelnen in seinem Ver-bund und wirkt auf dessen Lebensführung ein. Typisch ist das Empfinden von Volksliedern für den Zustand des existierenden Bewusstseins und Gefühls für die Heimat, für eine Grund-stimmung der Menschen zu den Eigenheiten von Natur und seiner Kultur; aber es ist den ein-zelnen Personen dennoch überlassen, ihre persönliche Eigenart zur Geltung zu bringen, je-doch wirkt das Außen über Werbung, projizierte Trendmeinungen usw. heutzutage immer mehr ein. War einst das Angewiesensein aufeinander wichtig, was ein besonderes Zusammen-gehörigkeitsgefühl z.B. in der Blutsverwandtschaft entstehen ließ, so nagt heute daran die Betrachtung der Zweckmäßig- und Nützlichkeit. Dem Sozialgefüge wird so die Struktur ent-zogen, insbesondere, wenn bestimmte Menschen oder Gruppen ausgegrenzt werden, wie es z.B. der moderne Pflegebereich beweist.

Der Wandel wird deutlich an einzelnen Geschichtsvorkommnissen, z.B. daran, dass einst die Athener gegen die Perser aufs engste zusammenstanden, wovon der Marathon-Lauf[111] noch heute erinnert oder er wird sichtbar an den propagierten Sprüchen der Römer: im 500jäh-rigen Domgymnasium, das der Verfasser in Merseburg besuchte, es prangte groß im Auditorium der Horaz-Spruch: dulce et decorum est pro patria mori[112], womit gemeint war, sich ganz für das Vaterland[113], das Volk einzusetzen, während in einem 100jährigen Gymnasium in Gerstungen herausgearbeitet ist der auf das Heute bezogene Spruch von Tacitus[114]: nunc demum relit animus. Die individuelle Freiheit ist auf vielfältige Weise eingeengt und der ein-zelne sucht deshalb z.B. durch seine Wahlbekundung der Parteien-Demokratie die Pflicht zur Volksverbundenheit näher zu bringen.

Ein Teil des Geschlechtes musste nach der Teilung des Rest-Reiches Deutschland einige Jahrzehnte im östlichen Gebiet verbringen und wurde dort unter der Siegermacht und der politischen Regierung bzw. Führung einer weitgehenden Diktatur unterworfen. Zu wählen war nur zwischen dem Grad der Anpassung. Und weil sie aufsteigen wollten, passten sich selbst jene an, die dem Politikzeug kein Wort glaubten.[115] Mit dem Fall der Diktatur entstand eine neue Situation, die äußere Ordnung und Sicherheit fehlte. Jeder war nun selbst zustän-dig. In des Verfassers Aufenthalt 1990/1991 zeigte sich für einige Manager eine gewisse Un-fähigkeit, selbst die Wirklichkeit zu planen und zu gestalten. Und es war auffällig, dass man sowohl sich den (kommunistischen) Staat weiterentwickeln wollte und andererseits die „Freiheit“ genießen wollte, manches zu tun, was vorher nicht möglich war. Die Erfahrungen im kapitalistischen Bereich wurden nicht angenommen, es wurde die geistige Unfreiheit auch dort nicht wahrgenommen, weil es kein Empfinden dafür gibt. Der Egoismus fängt an, auch dort im „Osten“ zu blühen, so können dann sogar lebende Tugenden und Pflichten– gegen ein Ideal „Freiheit“ - als Zwang verspürt werden. Und es scheint ein Traum, dass sich das „Besse-re“ immer durchsetzen wird.

Heute wird von manchem Politiker gefordert, sich dem Nächsten zu widmen, wenn diese in Not sind, wenn sie der Sozial- oder Pflegehilfe bedürfen – aber aus welcher (moralischen) Verpflichtung heraus? Man kann, wenn man eine Familien-Forschung treibt, viel lernen und besser als nur aus Lehrbüchern; man erlebt hautnah die Schwächen schriftlicher Fassungen, den Unterschied zwischen Geschriebenem und tatsächlichem Geschehen. Da ist der For-scher gegenüber dem bloßen Leser im Vorteil. Ob das Wissen in die Praxis umsetzbar ist, bleibt zwar ungewiss, aber man erkennt, wie im langen Prozess der Menschwerdung auch Ar-ten aussterben und die Biodiversität einschrumpft.

Die Genealogieforschung ist hauptsächlich rückwärts gewandt, aber mit den Kindern setzen sich die Geschlechter fort und die Eltern sorgen sich heutzutage um die Sicherung der Zu-kunft ihrer Kinder und sie wollen ihnen einen erleichterten Start ins praktische Leben er-möglichen. Da die äußeren Lebens- und Existenz-Umstände von ihnen (selbst) nur in sehr be-scheidenem Maße zu beeinflussen und sie andererseits aus der Sicht heutiger wissenschaft-licher Erkenntnis ernsthafte Probleme zu erwarten sind, weil wir in einem parlamentarischen Start mit durch Parteien besetzten Positionen gesellschaftlich eingezwängt sind, weil der so-genannte Volks-Haushalt zunehmend mit Schulden belastet wird, die man durch die Kinder und Kindeskinder wieder auszugleichen hat. Aus des Verfassers Blickfenster ist der einzelne ein modernen Sklave, der anderen, nämlich den Kapitalgebern für den Staat, zu einem ar-beitslosen Einkommen verhilft. Und dabei haben wir weltweit eine sich expandierende Be-völkerungsentwicklung, deren Wohlstands-Anspruch ungeheure Mengen an verfügbarer E-nergie verzehrt, die wir nur mit größerem Aufwand und Risiko weiterhin bereitstellen kön-nen.

In der Kultur und Bildung gehen langzeitige Vorstellungen über Moral und Tugenden verlo-ren, die individuelle Schöpfungskraft[116] wird verdrängt von dem Glauben, sie könne durch Computer und Team-Arbeit ersetzt werden. Das Bewusstsein der Entwicklung der Mensch-heit zu einem höheren rationell denkenden Wesen scheint zu verkümmern. Was sind schon 100 Generationen? Mit der Genealogie der Rabich erreichen wir gerade 15 oder hypothetisch bis zur Germanenzeit 40 Generationen. Heute dominiert das Leben im Jetzt, allerdings be-gleitet mit einem Denken in Sicherheiten – jeder für sich. Aus der persönlichen Erfahrung des Verfassers sind bestimmte „Werte“ des Lebens-Sinnes in der heutigen Welt in den Hinter-grund abgeschoben, leider.

Die Ideale an freiem Denken, an Vorbildhaftes, an Wachstum eigenen Denkvermögens schei-nen vergangen; es wird sich zeigen, ob sie in uns und unseren Nachfahren noch lebendig sein können. Es werden Ziele mit Werbungsaufwand propagiert und keinesweg zum Nutzen von uns selbst. Wer nur nachahmt, kennt nicht das, was Schöpfungskraft bedeutet.

Anmerkung:

Vorliegende Daten entsprechen nicht der üblichen Ahnen/Familienforschung, sondern dem einer pro-sopographischen Ar­beit, Nachkommens- und Verwandtschaftsforschung. Im wissenschaftlichen Sin-ne ist keine Verifikation oder eine Plausibilitäts-Kontrolle durchge­führt. Es kann auch nicht gewähr-leistet werden, dass alle Daten quellengerecht übertragen wurden; das erfolgte nur nach bestem Wis-sen und Können. Es muss auch berücksichtigt wer­den, dass viele Kirchenbuch-Eintragungen über mündlichea Angeben erfolgte, d. h. nach der Laut- oder Klangfarbe, so dass die Zuordnung zu Rabich zusätzlich auf andere Art gesichert werden musste. Selbst bei den Standesämtern ist die „richtige“ Schreibweise der Namen nicht immer korrekt.

Für die Nachwelt wäre noch eine erhebliche Arbeit zu leisten. Vorbild können bereits einige Auswer-tungen der genealogischen Daten in Bibliotheken von FamilySearch sein[117], wie sie von Laien-Fami-lien-Forschern geleistet wurden.[118]

Erleichtert wird die Suche über das Internet durch die Tatsache, dass der Name Rabich aus dem thüringischen Herda an sich einmalig ist, gestört allerdings durch Transkriptionen mit Übertra­gungen aus Rabichew oder ähnlich. An sich ist der Name schutzwürdig durch die namens­rechtliche Gesetz-gebung in der Bundesrepublik Deutschland, nur das ist wirkungslos. Im Internet erscheinen auch so-ziale Netzwerke (wie facebook), aber sie bieten keinen persönlichen Kontakt, denn sie öffnen nicht ohne weiteres das Fenster zur Person.

Zur Genealogie-Recherche.

Grundsätzliches zum genetischen Aspekt.

Es ist kein Geheimnis, dass der Mensch gerade mit seinen Fähigkeiten in Kognition und der ständigen geistigen Korrektur mit der Realität aus der Wirbeltierwelt und der einzelne inner-halb der menschlichen Gemeinschaft herausragen kann; die Hirnevolution ist stark eigenge-setzlich verlaufen[119]. Es bewegt so manchen der menschlichen Erdenbewohner, ob und wie er die Leistungsfähigkeit seines Gehirns individuell fördern kann, aber über Grundlegendes sind wir da heute noch nicht weiter gekommen: einmal ist das Fassungsvermögen weitgehend vorgegeben, so hat der „normale“ Mensch nicht mehr als 10 Tausend verschiedene Begriffe gespeichert und je abstrakter, desto besser. Aber Gedächtnisinhalte sind viel mehr als einzelne isolierte Begriffe. Begriffszellen verbinden Wahrnehmung und Gedächtnis, sie bilden eine wichtige materielle Basis für kognitive Fähigkeiten.[120] Und es ist offensichtlich, dass das Trainieren der Geistesarbeit über die Intensität und Zahl seiner Gedächtnisspuren das Be-wältigen steigert, ja es vermutlich auch im Erbgut an Nachkommen weitergibt. Aber hier sind Anforderungen wie das Wollen zum Lernen und die Kunst darin aufgestellt. Je oberflächli-cher ich einen Sachverhalt behandle, desto weniger Synapsen werden im Gehirn aktiviert, mit der Folge, dass weniger „gelernt“ wird.[121] Unterhaltung, Surfen im Internet usw. sind präde-stiniert für Oberflächlichkeit, gepaart mit Verzicht auf Verantwortung für das, was man aus-sagt und Ausscheiden wertloser Geistes-Äußerungen, von Müll. Anonymität greift Platz; es kommt nicht mehr auf Wahrheit usw. an, man wird ja nicht erkannt.

Konkrete Kenntnisse über das Verhalten der Menschen leiten wir nur aus der Existenz schrift-licher Quellen ab, wir können daher das Wachsen unserer kognitiven Leistung keine Er-kenntnis gewinnen. Zudem erhalten wir im Bereich der Ahnen- und Familienforschung oft nur etwas Familiäres und dann zumeist aus Kirchenbüchern. Wir denken uns die Evolution im Rahmen allgemeiner archäologischer und historischer Forschung und stellen unsere Vorfah-ren da hinein. Aber heute wissen wir da eben mehr, aber nicht spezifisches auf das Individu-um. Wiederum leben wir heute nach den Partei-Propaganden im Glauben, Bildung sei da das Mittel der Wahl, aber wo bleibt da die Mühsal, die Lern-Tugend?

Wenn man annimmt, dass der Randstreifen der (mittleren) Werra bis zum Anstieg von Berg-höhen einstmals von steinzeitlichen Menschen, sodann von Menschen der Eisenzeit „besie-delt“ wurden, so gilt das auch für den Bereich um Berka/Werra, Herda und Breitenbach. Auffallend ist, dass unter den Funden aus dem Neolithikum bereits eine Pflugschar ist[122], woraus man annehmen könnte, dass bereits zu dieser Zeit nicht nur Ackerbau schlechthin gängig war und dass die entsprechende Technik eigenständig entwickelt wurde, aber wir wissen nicht über welche Zeitdauer welche ethnischen Menschengruppen und in welcher Intensität sie dort arbeiteten und an Rationalisierung dachten oder nur geistige Errungen-schaften von anders woher übernahmen. Anfänglich dürfte Feld-Gras-Wirtschaft nur auf klei-nen Flächen betrieben worden sein.[123] In der Bronzezeit wurde daraus ein Dauerfeldbau und eine Bodenbearbeitung mit Hakenpflug, in der vorrömischen Eisenzeit wurde dann der schol-lenwendende Pflug entwickelt. Ackerbau ist die typische Arbeit für die „bäuerlichen“ Men-schen dieser Gegend bis zur mittelalterlichen Auflockerung mit spezifischen Handwerkern und Ende 19. Jahr-hundert mit der „Industrialisierung“ und der Eisenbahn-Erschließung.

Sollten in früher Zeit Kelten auch längs der Suhl als Zufluss der Werra „gewohnt“ haben[124], so sind sie genealogisch in den nachrückenden Germanen „untergegangen“. Man vermutet, dass östlich der Werra sich mehr ein Stamm mit der Benennung „Hermanduren“ und westlich Chatten festgesetzt haben, wobei sich beide z.B. um den Besitz von Salzquellen (Salzungen) stritten. Der Zeitpunkt der „Germanisierung“ ist unbekannt, man vermeint, dass bereits zur Römerzeit die germanischen Besiedlung[125] begann und somit die römischen Heerzüge auf dem Kriegszug nach Nordosten hier vorbei gekommen sein könnten, denn Herda ist da schon ein Kreuzungspunkt sehr alter Fernstraßen West-Ost[126] und Süd-Nord, eine davon geht direkt durch den Ort Herda zur Überwindung des Thüringer Waldes nach Eisenach und dann weiter. Ob das germanische Königreich von Thüringen und das westeuropäische Reich des Mero-wingers Chlodwig sich bis in die Region um Gerstungen auswirkte, ist zweifelhaft.

Angeblich soll es - nach Tacitus - zur Römerzeit grauenerregende finstere Wälder in Germa-nien gegeben haben, jedoch sprechen die archäologischen Funde gegen einen durchgehend dichten Urwald, vielmehr rang man nach Bedürfnis den Waldbeständen durch Roden stän-dig Boden zur Gewinnung von Feldfrüchten ab. Wenn man die germanischen Volksstämme damals mit etwa 10 Tausend schätzt, kann die Siedlungsdichte – außer an Konzentrations-punkten[127] – nicht sehr groß gewesen sein.[128] Es wird geschätzt, dass durchschnittlich 4 bis 5 Seelen auf den Quadratkm zu Zeiten der Römer in Germanien anzusetzen seien.[129] Das reale Bevölkerungswachstum in den Regionen ist uns bis zum Mittelalter unbekannt, es schwankte mit Sicherheit je nach Ertragsfähigkeit des bearbeitenden Bodens und der Verluste.

Roden ist sogar eines der hervorstechendsten Merkmale des Adels-Geschlechtes der Ludo-winger, die im Frühmittelalter sich in ihren Machterweiterungsgelüsten während des Sachsen-krieges erobernd und siedelnd zwischen den nördlich des Hörselberges liegenden Fuldaer Wildbann in der Mark Lupnitz und den südlich gelegenen Hersfelder Bannbezirk einscho-ben.[130] Diese durch die Klöster als Machtgebiet beanspruchten Gebiete haben also seit der Frankisierung und Christianisierung[131] noch parallele adlige Herrschaften mit Forderun-gen an ihre Untertanen, was bis zum Ausgang des Mittelalters durch die Kondominat-Struktur Berka-Hausbreitenbach mit eingestreuten Niederadels-Herrschaften anhält[132].

Bollwerke gegen eigenwilligen Mystizismus der platten Landbevölkerung stellen die Klöster als Hochburgen der Papstkirche dar – und die Pfarrer vor Ort, aber hier machte sich gegen Mitte des Mittelalters lockeres Leben breit, in Thüringen hatten manche Pfarrer wohl auch ei-gene Vorstellungen über ihr Amt, genährt durch die Enge ihrer Pfründe. Der gegen Unter-drückung und Bevormundung sich regende Bauernaufstand Anfang des 16. Jahrhunderts endet mit ihrer schmählichen Niederlage, die die Landesfürsten zu Strafmaßnahmen und Buß-geldern nutzen. Hier an diesem Punkt gebärdet sich der gemeine Mann „reformatorisch“, viel-fach in Gewissensnot dazu angestachelt. Gerade durch die Täufer im Amt Hausbreitenbach, die die Bekenntnistaufe des Erwachsenen einführen wollten, ist der Herdaer Raum bekannt.[133] Der Landesfürst konnte dies im Sinne des Aufbaues einer geordneten Landeskirche nicht dulden, zumal er durch das Klösterbesitztum für sich Gewinn zu erwarten hatte. So führte er 1527/28 die Visitation der Pfarrer[134] im Hinblick auf den „rechten Glauben“ ein.[135] Mit dieser faktischen Lostrennung von Rom wurde in den thüringischen Landen die „neue“ Glaubens-lehre durchgesetzt, wovon die Kontrolle des Kommunion-Besuchs in den Kommunikanten-listen Zeugnis ist. Aber einige machten die Glaubenswende nicht mit; sowohl das Geschlecht derer von Herda als auch das der Familie Rabich weisen religiöse Spaltungen durch einige katholisch gebliebene Mitglieder auf[136]. Auswirkungen hatte das neue Bekenntnis im 30jähri-gen Krieg, denn die katholischen Truppen betrachteten Land und Leute von Thüringen und Hessen als Feinde und als mögliches Beutegut.

Zur Sozialgeschichte von Familie und Verwandtschaft.

In der Ahnenforschung hat der genetische Aspekt Vorrang vor der Gesamtbetrachtung der Entwicklung von Familien-Folgen (Generationen) mit dem steten Kampf ums Dasein.[137] Da-mit ist schon der Umfang und die Schwierigkeit der Aufgabe umrissen, die einem Recher-cheur bevorsteht, wenn er hier Licht hineinbringen will. Wegen der Komplexität und der zum Beschreiben notwendigen Daten kann hier nur ein Versuch gestartet werden. Maßgeblich sind offenbar aus heutiger Erkenntnis zwei Gesichtspunkte:

- für wen und was setzt man sich im Daseinskampf (vornehmlich) ein?

- Welche Daseinsumstände bestimmen das Handeln?

Die erste Frage lässt sich dahingehend beantworten, dass die unmittelbare menschliche Ge-meinschaft durch das Handeln überleben muss, wobei naturgemäß die Blutsverwandtschaft eng ist. Die Antwort auf die zweite ergibt sich aus den jeweiligen Evolutions-Status, z.B.

Unter Steinzeitbedingungen musste man permanent als Jäger und Sammler kontrolliert und planvoll vorgehen. Wer im Winter das Feuer nicht hütete und nicht rechtzeitig neues brenn-bares Material besorgte, erfror. Wer sich bei der Suche nach Nahrungsmitteln leicht durch die vielfältigsten anderen Dinge, die die Natur auch noch zu bieten hatte, ablenken ließ, ver-hungerte. Wer bei der Jagd auch nur einen Moment unaufmerksam war, verhungerte eben-falls oder starb schon vorher gewaltsam. Und wer ein Problem hatte und um Rat nachfragen wollte, musste sich auf den Weg machen und einen älteren Menschen aufsuchen, was planvoll zu geschehen hatte, weil es nicht so viele gab und die wenigen auch sehr beschäftigt waren (mit Erteilen von Ratschlägen).

Beim Übergang vom Jäger und Sammler zum Bauern mit gleichzeitiger Bildung größerer Ge-meinschaften und mit der damit einhergehenden größeren Existenzsicherheit entfielen dann zahlreiche Erfahrungen, die man zum Entwickeln der Selbststeuerung braucht. Zugleich wur-de diese Fähigkeit wichtiger, weil ein Bauer über weit größere Zeiträume planen musste als ein Jäger und Sammler.[138]

Hinzu kam schon in früher geschichtlicher Zeit, dass die „Bauern“ nicht nur für ihren Eigen-bedarf einschließlich dessen, was sie zu Geld machen mussten, um benötigte Güter zu kaufen, arbeiten oder „schuften“ mussten, sondern sie mussten auch erzwungene Dienstleistungen vollbringen – und damit entstanden Unterschiede der Bauern im Verhältnis zum Adel und un-tereinander in Besitzgröße an Land und Vieh. Für diese Anfangszeit fehlt uns für unser Ge-schlecht geschichtliches Material. Von führender Beteiligung der Rabich am Bauernaufstand und bei der Intensivierung der Glaubensstrenge des Landesfürsten wissen wir nichts. Dabei waren sie doch (auch) Bauern, die wie alle leiden mussten, denn das Klima über die Jahrhun-derte war nicht gleichmäßig günstig, es gab Unwetter, Hochwasser in den Zuflüssen und in der Werra selbst, Missernten usw. und dann noch Bedrängnisse aus den auferlegten Lasten mancherlei Art und aus Zerstörungen durch Kriegsbanden. Daher konnte der erbende Sohn keineswegs immer auf einer satten Grundlage sein Familienleben aufbauen – und mancher von den jungen Burschen musste überlegen, ob er denn heiratete und eine Familie ernähren konnte. Typisches Beispiel ist der 30jährige Krieg, wo der Amtsschreiber Röll an die her-zogliche Regierung in Eisenach 1643 schreibt:

Die meisten Erbgefälle im Amt Hausbreitenbach und Gerstungen sind ungangbar und deso-lat, weil von 1635 bei Ankunft der Kroaten die Untertanen ganz verheeret und verzehrt, teil jämmerlich ermordet, ihre Mobilien und Movendien weggetrieben und weggenommen worden sind. Die Häuser sind teils verbrannt, teils niedergerissen und dann zur Zeit der Pest der mehrere Teil der Untertanen in höchster Armut jämmerlich gestorben.[139] Für die Familie Rabich auf dem Hof in Herda ist die Wüstenei wieder aufzubauen, aber es dauert ein hal-bes Jahrhundert, bis das – auch aus finanziellen Gründen – möglich ist; einer der Verwandt-schaft schießt die Geldsumme vor. Es wird angenommen, dass der Stil in alter Bauweise ge-wahrt worden ist – wie auch bei einer Reihe anderer denkmalgeschützter Höfe in Herda. Un-bestreitbar ist diese Nachkriegszeit entscheidend für einen Weggang aus der alten Heimat, jedoch lässt sich das infolge der Dokumentationslücken nur bruchstückhaft nachvollziehen.

Das Beispiel der Haus- bzw. des Sanierungs-Finanzbedarfs offenbart, dass ein Zusammenhalt der engeren Verwandtschaft hier lehrt, wie man mit seltenen und gravierenden Einbrüchen in das Leben fertig werden kann, aber es ist ein Irrglaube vom (dauerhaften) Bild einer Mehr-generationenfamilie, bei dem drei oder mehr Generationen gemeinsam unter einem Dach le-ben. Die Zeiten des Verlassens bäuerlichen Lebens nehmen in den kommenden Jahrhunderten zu und die Verringerung der Lebenserwartungen beendet oft die Lebensphase der Großeltern-schaft.[140] In der Gesellschaft des letzten Jahrhunderts wandelt sich das Bild von der familiären Gemeinschaft. Statuspassagen und Übergänge im Lebenslauf der einzelnen Familienmitglie-der haben hinsichtlich der Gestaltung und Bedeutung familialer Generationenbeziehung eine besondere Relevanz, da sich individuelle Übergangsereignisse immer auch auf das soziale Netzwerk niederschlagen und dieses mitunter nachhaltig verändern. Die Veränderung im Le-ben des Einzelnen haben mehr oder weniger Auswirkungen auf die Interaktion zwischen den Generationen.[141] Damit wird Familiengeschichte aufgeweitet auf eine größeres menschliches Beziehungsgeflecht und sie lässt sich immer schwerer in eine Geschichte des Geschlechtes nach einer realen oder gewählten Stamm-Elternschaft gemäß der ersten historisch-sozialen Erfassung einbauen.

Über die kriminellen Eigenschaften von Ortsbewohnern von Herda oder Kriminalitätsakte dort ist kein geschlossenes Bild zu gewinnen; es fehlen einfach archivierte Dokumente[142]. Man kann die Ausführungen zur allgemeinen Rechts-Situation im Mittelalter und der Frühen Neuzeit nicht ohne weiteres auf Herda projizieren, z.B. die Auswirkungen des „Fahrenden Volkes“ auf den Straßen durch Herda oder die Missachtungen der Reichspolizeiordnungen von 1530, 1548 und 1577. Damit ist eine Auswertung auf die Familien Rabich durch Schul-den (Kreditaufnahmen), Demoralisierung, Betrug usw. nicht möglich. Wald- und Feldfrevel[143] sind vielleicht Folgen von Notlagen oder Gelegenheitsausntzung[144], der Forscher kennt die Hintergründe im Einzelfall z.B. eines Diebstahles nicht.

Zur Geschichte des Geschlechtes Rabich (Herda).

In dem folgenden Bericht werden mehrere Daten-Beiträge zusammengefasst, die einen Über­blick über die mit der Familie Rabich zusammenhängenden Ereignisse und Verwandtschaften der Namenträger Rabich (Her­da) ermöglichen. An erster Stelle steht hierbei die geografische Her­kunft des Ge­schlechtes, die vermutlich weit über 1000 Jahre zurück im Ort und der Um­ge­­bung von Herda bei Berka/Werra zu suchen ist.[145] Von der weiteren Vergangenheit zurück bis zu der des „freien Germaniens“ ist aus den allgemeinen Geschichtsdaten keine sichere Kunde zu gewinnen, konkreter scheinen sich erst die Konturen eines Königsreiches der Thüringer[146] zu verdeutlichen, aber das Gefüge der Herrschaften mit einem König und seinen Vasallen her-unter bis zur „bäuerlichen“ Bevölkerung ist damit für regionale Geschichte dennoch unscharf. Auch ist die Realität einer Herrschaft von derjenigen zu unterscheiden, die in Urkunden und anderen schriftlichen Überlieferungen enthalten ist. Der kleine Mann, der dem Boden Früchte abringt, kommt nämlich darin faktisch nicht vor.

So lässt sich ein Geschlecht in seiner Bedeutung nicht bis zur Zeit des Durchzugs der Römer und der Einwanderung nördlicher Germanen in das Herdaer Gebiet weder gründlich erfassen noch darstellen. Selbst zur Zeit des Landgrafen von Thüringen (Eisenach) ist der Anspruch des Nieder- und Hochadels auf Herrschaftsland nicht mit der wirklichen Ausübung identisch. Wieweit waren die eigentlichen Träger der (Land)Wirtschaft tatsächlich nicht „frei“ und wie und durch was wurde die Herrschaft durchgesetzt? Nicht überall konnten Wächter der Herr-schaft angelegt und die Abgaben kontrolliert werden.[147] Dabei war Herda selbst ein Kreu-zungspunkt von (mittelalterlichen) Fernstraßen und bot sich zu einer Stätte der Kommuni-kation und eines Vor-Ort-Regiments an Verwaltung an. Denkbar ist hier eine jahrtausend-alte Tradition. Schließlich hatten die späteren Namensträger „Rabich“ auch schon Vorfahren.

Die Orts - und Fa­mi­liengeschichte kann daher wohl nur aus Geschichtsspuren[148] und zu-meist nur über Plausibilitäten erarbeitet werden, es fehlt z.B. schon an nachweisbaren Weg- und Siedlungsmarken und einer Gesamtschau mit den Auswirkungen der fränkischen Chri-stianisierung. Hier ist die Geschichtsforschung Hessens weiter. Von er­hebli­cher re­gi­o­­­nal­ge­schichtlicher Bedeutung ist vermutlich das im Sinne Thüringens uralte Nie­deradels­ge­schlecht derer von Herda, aber deren Entstehen im frühen Mittelalter fand wahrscheinlich in einem engen Geflecht anderer Adelshäuser[149] statt – und da wissen wir wenig über diesen Auslese- und Heirats-Allianz-Prozess und über die Gefolgschaften..

Die Chronik des Geschlechtes wird zunächst grob, dann im ein­­zelnen anhand der rekon-struierten Stammlinien: A= Stamm­haus, B = Ab­zwei­gung mit Mühlhausener Linie, CI = Gerstungen Linie, CII = Herdaer Li­nie Nr. 2, H = hessische Linie/Homberg/Effze) dargestellt, wo­bei diesen die aus den Datenbeständen ermittelte Vorgeschichte (älteste Rabich) bis in das 15. Jahrhundert vorangeht. Im nachfolgenden Kapitel werden einige interessante Er­eignisse bzw. Ge­schich­ten dazu erklärt. Weitere Übersichten mit Perso­nen­stamm­listen er­gän­zen die Überblicksmöglichkeiten. Erwähnt werden müs­sen hierzu die compu­te­­risierten Personendaten der Stammlisten im grafischen Pro­gramm Ages, das getrennt archiviert ist.

Die Biografie des Ingenieurs Arthur Rabich zeigt ein Ein­zelschicksal auf, dem die des Sohnes Adalbert Rabich und Verfassers an­ge­hangen ist.[150] Ansonsten sind die vorhandenen Personen-daten anderer des Ge­schlechtes in den Stammlinien-Dateien enthalten. Die Stammdaten der Ehefrauen sind nur zum Teil ermittelt, was aber erforderlich gewesen wäre.

Sonderkapitel[151] erörtern die Ereignisse der Heimat der Mutter des Verfassers, der Ehefrau des Arthur Rabich aus Lebus an der Oder u.a., ein Aus­zug lässt das Schicksal des Bruders des Verfassers Friedrich Rabich und das der Stiefmutter des Verfassers, ehemals verwitwete Elisabeth Teumner in Wei­ßenfels infolge der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten aufleben[152]. Den Status der nach USA ausgewanderten Rabich gibt ein Bericht wieder, die „Verwandtschaft“ dort ist aus dem Familien-Namen nicht ohne weiteres ersichtlich; es sind sowohl jüdische als auch aus dem Balkan oder dem Osten Europas dabei.[153] Damit soll klar-gemacht werden, dass es mit einer reinen Hauptdaten-Darstellung in einer Genealogie nicht getan ist; das Leben fließt weder gemächlich noch kontinuierlich dahin, viele von außen ange-stoßene Ereignisse bestimmten das „wahre“ Leben.

Einige Bilder[154] könnten eine gefühlsmäßige Einstellung be­wir­­­­­ken[155], zunächst durch eine chronologische Haupt­daten-Geschichte, dann Dokumente aus der Zeit von 1543 (Curt Ra-bich), 1702 (Stammhaus in Herda, Kauf­kon­trakt), das Sie­gel des Notars Johann Peter Rabich in Fulda von 1692. Bilder zur geschichtlichen Lage von Herda:* im Mittelalter (1378) an der Grenze der Landgrafschaften Thüringen/Hessen, * zur Reformationszeit (1547) und ein Do-kument mit der Türkensteuer an der westlichen Grenze des al­ten Herzogtums Sachsen ergän-zen das Gesamtbild einer häufigen Veränderung des Umfeldes des Geschlechtes, das aber auch nach dem 30jährigen Krieg und der fran­zö­sischen Revolution es im Wesen sich gleich bleibt, dann ein Kartenabschnitt, * Ende des 19. Jahrhunderts am West-Rande der Thürin-gischen Staaten zu Hessen-Nassau. Herda liegt zwar in­mit­ten des deutschen Sprachgebietes, dabei recht lange im Kleinstaat und es wird nach dem Zweiten Weltkrieg ein nicht für jeder-mann betretbares Grenzgebiet zwischen der Deutschen Bundesrepublik und dem DDR-Staat; das Merkmal geschichtlicher Vergangenheit, die Dorflinde[156] wird von Staatsorganen besei-tigt.

Im ganzen Betrachtungszeitraum ist die Herdaer Bevölkerung hauptsächlich eine Landbe-völkerung: im heutigen Sinne von (eigenständigen) Kleinbauern, die in Herda – im Gegen-satz z.B. zum Münsterland (dort Tagelöhner) – bis in die frühe Neuzeit die Mehrheit darstellt. Ihr Leben ist durch mühseliges Halten der Existenz und im geringen Maße des Hocharbeitens in ei­nen anderen Stand geprägt. Anfang des 19. Jahrhunderts spendet die Dorf­be­völ­kerung wie früher zur Befreiung der Bauern von Abhängigkeit aktiv zum Zwecke der Befreiung vom napoleonischen Joch. Zum alten Dorf­leben gehören auch alte „Ne­ben-„ und Hauptberufe, die von Mitgliedern des Ge­­schlechtes im 18./ 19. Jahr­hundert ausgeübt werden[157].

Von den handwerklichen Berufen[158] der Geschlechtsangehörigen sind nur einige konkret zu nennen, weil zuweilen unklar ist, ob sie den als Nebenberuf gegen Bezahlung ausgeübt haben und wie groß dieser Anteil am Gesamteinkommen war. Meist nennen sie sich oder werden als Meister geführt– aber ihre wirkliche Ausbildung kennt man oft nicht. Herda ist keine größere Stadt, sondern ein Dorf. Wie der Namensträger Rabich in Homberg/Effze auf den Beruf des Faßbinders gekommen ist, war nicht zu er­mit­teln, aber der Beschäftigungsort des Georgen-Klosters lässt darauf schlie­ßen, und hier bestand im dreißigjährigen Krieg eine Gelegenheit. Das Schlos­serhandwerk ist etwas besonderes, aber eben erst im 19. Jahr­hundert für die Stammlinie B einschneidend, der einstige Dorf-Hufschmied aus Herda wandert nach dem preußischen Langensalza aus und begründet da eine „Techniker-Linie“.

Die Industrialisierung greift Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Bergbau in die Region ein, so mancher „kleine“ Bauer verdient sich sein Zubrot als Bergmann im Salzabbau im Gebiet des Werra-Bogens. Es ist die Zeit, wo das Familien-Leben zunehmend durch den Erwerb von Geld aus Arbeitseinkommen bestimmt wird und die Regierung zum Schutze des Menschen sich zum Eingreifen veranlasst sehen muss. Dazu Bismarck 1889:

Es widerstrebte meiner Überzeugung und Erfahrung, in die Unabhängigkeit des Arbeiters, in sein Erwerbsleben und in seine Rechte als Familienhaupt so tief einzugreifen wie durch ein gesetzliches Verbot, seine und der Seinigen Arbeitskräfte nach eignem Ermessen zu verwerthen. Ich glaube nicht, dass der Arbeiter an sich dankbar dafür ist, dass man ihm verbietet, Geld zu verdienen an Tagen und Stunden, wo er dazu geneigt ist, wenn auch ohne Zweifel von den Führern der Socialisten diese Frage zu einer erfolgreichen Agitation benutzt wird mit der Vorspiegelung, dass die Unternehmer auch für die verkürzte Arbeitszeit den unverkürzten Lohn zu zahlen im Stande seien.[159]

Es ist bekannt, dass die jetzt installierten staatlichen Versicherungssysteme nunmehr die Ge-staltung des persönlichen Lebens grundlegend mitbestimmen. Die säkularen Prozesse der Ab-gabe von Familienfunktionen an übergeordnete Sozialgebilde sind [heutzutage wohl] im Prin-zip irreversibel.[160] Sie sind immerhin in gewissen Grenzen vorausschauend kalkulierbar. Dazu kommen schon Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Bemühungen zur Bewältigung der Luftverunreinigung. Aber die Vernachlässigung des Umweltschutzes[161] ist erst bedeutendes Merkmal des 20. Jahrhunderts und bringt so manche Sorgen in die Haushalte von Fischern und Anliegern der Werra. Auch der Raubbau an den Wald beständen verändert nicht nur die Landschaft, sondern auch die Menschen. Noch gravierender sind Mitte des 20. Jahrhunderts die Einrichtung eines breiten Grenzstreifens zwischen den Staatsgebieten Ost und West Deutschlands und der Bau einer neuen Eisenbahnlinie direkt am Böller und an Katzerode/ Herda entlang.[162] Diese Fakten verhindern über 4 Jahrzehnte eine unmittelbare Kontaktnahme zwischen Verwandten, so auch innerhalb der Rabich; das Stammhaus wird jetzt nicht mehr von einem männlichen Namensträger bewohnt.

Die Bildung der bäuerlichen Massen und der Herdaer Dorfbewohner

Im Zusammenhang mit der Sozialschichtung der Dorfbevölkerung muss noch der Unterschied in der Bildung[163] erwähnt werden. Der geistige Erfahrungskreis des Bauern setzt sich aus dem des eigenen Erlebens und seiner nahen Angehörigen sowie aus den Überlieferungen und Informationen anderer zusammen, die wiederum aus den Kommunikationen resultieren. Hier ist die bäuerliche untere Sozialschicht gewöhnlich weitgehend ausgeschlossen, in Herda je-doch durch die Durchreisenden wegen der tangierenden Fernwege und der Lage als Raststätte nicht so benachteiligt. Im Mittelalter und besonders in den Klosterschulen/seminaren wird lateinisch gesprochen. Begüterte Söhne sind hier lange Zeit im Vorteil, denn die allgemeine Schulpflicht setzt erst in der Frühen Neuzeit ein, meist jedoch in Verbindung mit dem Lehr-fach „christliche Religion“, nach der Reformation zum „evangelischen Glauben in Landes-prägung“ sich in der Predigt und im Unterricht uneinheitlich, so werden Mitte des 16. Jahr-hunderts sämtliche Superintendenten im Eisenacher Bereich als von der Obrigkeit wegen Lehr-Unwürdigkeit als ungeeignet eingestuft und abgesetzt. Bedacht werden muss dabei, dass damals der Pfarrer von Herda zugleich Amtsschreiber, Adels-Erzieher und so etwas wie ein Schullehrer (ohne obrigkeitlichen Lehrplan) war. Mit den maßgebenden Unterstützern der ge-meindlichen Kirche musste er sich gut stellen, denn die Stelle war zugleich seine Pfründe.

Wie es um die Dorfschule in Herda bestellt war, wissen wir im Detail nicht, aber es ist anzu-nehmen, dass auch nach der Reformation die Unterweisung im christlichen Glauben – im We-sentlichen mit der Kenntnis des Katechismus – erfolgt, allerdings gepaart mit Lesen, Schrei-ben und dem Singen von Kirchenliedern. Die Einteilung in Alters- oder Leistungsgruppen be-ginnt erst im 17. Jahrhundert[164], allerdings in Abstimmung mit der zeitlichen Arbeitsnot-wendigkeit von Kindern in der Landwirtschaft. Geregelte Stundenzeiten und Unterrichts-inhalte werden erst langsam die Regel. Die Vergütung der Lehrkräfte ist dürftig, weshalb der Lehrer für die Zuwendungen in Naturalien usw. dankbar ist. Eines ist jedoch festzuhalten, der Niederadel geht zu diesem Zeitpunkt nicht in die Dorfschule, es gibt keine allgemeine Spiel-vermischung von Adelskindern mit dem niederen Volk.

Um 1700 gibt es sogar Schulmeister[165] im Familienverband Rabich[166]. Vermutlich haben ei-nige Kinder der Familie bereits im 17. Jahrhundert Unterricht, möglicherweise zusammen mit Kindern des Niederadels[167]. Für die Neuzeit wird eine isolierte und private (alleinige) Er-ziehung des Niederadels kaum noch praktiziert, wie der erforschte Kontakt in Herda/Lauch-röden beweist. Dass Rabich bereits im Spätmittelalter in Erfurt und Jena gemeinsam mit ad-ligen Söhnen studiert haben, ließ sich nicht erhärten, jedoch lässt sich das aus einer Reihe von Daten ableiten. Generell war die Herstellung einer Chancen-Gleichheit damals keine Ziel-setzung, ihr Erreichen kam erst mit der modernen Gesellschaft in verschiedenen ideologi-schen und politischen Strömungen auf, jetzt sollte eine idealisierte „Gerechtigkeit“ hergestellt werden.

Bis zu einer systematischen (und pflichtigen) Unterrichtung aller Kinder und Jugendlichen in Thüringen verging fast das ganze Mittelalter. Zunächst war nach der Reformation die „Schule“ überwachter Vermittler von religiösen Inhalten, je nach Individualität des Pfarrers und später des Lehrers darüber hinaus. Geregelte „weltliche“ Lehrinhalte folgten erst im 19. Jahrhundert. Auch die begleitende Erziehungsmethodik erfuhren Wandlungen der Zielset-zungen. Es blieb nicht aus, dass in mancher Beziehung das familiäre und das systembedingte Lehren und Lernen allein deshalb nicht gleich sein konnten, weil die Grundlagen des ganzheitlichen Vorbildes der Eltern und deren Vorstellung vom individuell zu gestaltenden Lebensziel sowie die Anlagenfähigkeiten des Kindes sich z.T. erheblich voneinander unter-schieden. Das Gehirn ist sozusagen die biologische hardware, die sich ständig an die jewei-lige software anpassen muss, was der Lebenserfahrung entspricht.[168] Die kognitive Kontrolle ist eben bei den Individuen nicht gleich. Von daher ist für Leistung eine Konzentrations- und Kontroll-Anstrengung nötig, jede Störung, Fremdbeeinflussung oder Ablenkung ist für eine erfolgreiche Bildung schädlich.[169]

Nach wissenschaftlicher moderner Erkenntnis schwanken die Einflüsse von erheblichem An-teil der Vererbung bis zu einer größeren Betonung des Umfeldes. Die Erfolge in Anhebung von Intelligenz durch Vermittlung von Bildung oder durch Verbesserung des Sozialmilieus bleiben beschränkt und womöglich nur kurzfristig wirksam[170]. Tatsächlich zeigen schon die Unterschiede innerhalb einer Familie und unter Geschwistern z.T. nicht unbeträchtliche Dif-ferenzen, ein Zeichen, dass schon von der Genetik her in die individuellen Fähigkeiten Unterschiede angelegt sind. Bei dem Geschlecht der Rabich sind schon bei den Stammlinien Begabungen und Entwicklungsschwerpunkte erkennbar: einige verharren länger als andere im sogenannten niederen Status. Bei der familiären Rückschau wird deutlich, dass das Können zumeist nicht einfach in den Schoß fällt, dass Selbstbeherrschung und Urteils- und Kritik-fähigkeit sowohl Lehr- als auch Lerninhalte fordernd sein müssen und der innere Antrieb, eine Leistungsbereitschaft dazu vorhanden sein muss – und eben nicht abgetötet werden darf; die eigenständige Reifung des Gehirns ersetzt dann gewissermaßen einen Lehrer.[171]

Intuitiv erfassten einige Herdaer Familien schon früh die jeweils gebotenen Möglichkeiten, wenn auch abhängig vom Sozialstatus.[172] Heute ist klar, dass das über die Eltern Ererbte Geistes- und Schöpfer-Gut von Bedeutung ist, daneben das familiäre und ethische Milieu und auch weiter das sozial-wirtschaftliche Umfeld. Aber Geld und Computer schaffen keine Intelligenz; der Computer ist nur solange von Wert, als es gewisse Arbeitsanteile rationali-siert[173] und lexikalische Quelle sein kann, aber man muss dabei den Wert der einzelnen In-formation abwägen und einordnen, von Müll befreien können. All diese Details gehören zum Verständnis der Entwicklung von Individuen und Familienmitgliedern in den Komplex der Betrachtungen und der Überlegung, ob alles zum Sinn des Lebens passt.

Prüfungen können vom Lernenden angesehen werden als Gelegenheit, durch eine kompetente Fachkraft seinen Leistungsstand, den erreichten Kompetenzgrad ermittelt zu bekommen. Kompetenz kann nur leistungs- oder ergebnisbezogen erfasst und gemessen werden und das hängt von der Aufgabenstellung bzw. dem zu lösenden Problem ab, wobei gerade die unvor-hergesehenen Probleme für den sich in der Ausbildung befindlichen Anreiz als auch ein will-kommenes Lern- und Erfahrungsobjekt sein können.[174] Wissen ist noch nicht Können und Können ohne Erfahrungs-Einbau ist nicht selten auch „unreif“. Nicht umsonst gilt der Grund-satz in der Vorgehensweise einer Problembewältigung: Versuch und Irrtum – aber möglichst in rationeller Weise – und dies hängt vom Können und Erfahrung ab und damit oft von der Möglichkeit, im Wirtschaftsleben erfolgreich zu bestehen.

Stehen bleiben: es wäre der Tod;

Nachahmen: es ist schon eine Art von Knechtschaft;

Eigne Ausbildung und Entwicklung:

Das ist Leben und Freiheit.

Leopold von Ranke (1795-1886) = Berliner Historiker[175]

Über den Verfasser

Der Verfasser wird mit der Familien-Geschichte über eine Gewürztüte aus dem Hause Rabich in Köln[177] konfrontiert, sollte da eine Blutsverwandtschaft vorliegen? So beginnt eine Recher-che unter direkter Ansprache in dieser Firma und später weitet sich die Recherche aus, indem z.B. im Der Deutschen Bibliothek in den Nachkriegsjahren alle Adressbücher Deutschlands unter dem Namen Rabich durchsucht wurden und die Direkt-Kontakte aufgebaut und zum Teil diese Namenträger auch aufgesucht und interviewt wurden. Die Recherche wurde dann systematisiert durch Recherchen in Archiven verschiedenster Art, wobei dem Verfasser zu Hilfe kam, dass er 1949/1950 eine umfangreiche Bibliographie im Forschungsgebiet des Leichtbaues (Flugzeugbaues) an der Technischen Hochschule Braunschweig schuf.[176]:

Das persönliche Erleben des Verfassers von Geschichte greift in die Zeit seiner Jugend weit zurück: durch die alte Stadt Mer­seburg mit seinen engen Gassen, den beäng­stigend klei­nen Häusern dicht an dicht, fährt er mit dem Fahr­rad zu dem 500jährigen Gym­nasium direkt ne-ben dem Dom. Aus heutiger Sicht ist dies eine Muse­ums­strecke, hautnah auch an Gehöften und Scheunen vorbei. Der Verfasser gehört zur älteren Generation dieser Zeit, er kennt so die alten Zeiten etwa aus seiner Jugend in den Gehöften des 19. Jahrhunderts mit seinen Land-maschinen, er kennt so manchen Weg zur Schule längs der Dorfstraßen und am Friedhof ent-lang zur mehr­hun­dert­jäh­rigen Altstadt von Merseburg mit seinen en­gen Kopfstein-Gassen. Im Le­der­handels-Geschäft holte er Rohware für das Besohlen durch den Vater, er stößt fast an die Decke, das Lager ist nur über mehrere Stufen hinauf und hinab vom „La­den“ aus zu errei­chen. Der Weg vom Domgymnasium zum Sportplatz führt über eine steile große Treppe zur alten Neumarkt-Brücke über die Saale, über die der Weg nach Leipzig und nach Rußland bzw. umgekehrt geht. Dabei weist der unweite Hei­­matort Leuna und die Umgebung ebenso jahrhundertealte Dorfstrukturen auf (Oc­ken­dorf, Daspig), während andere Stadt-Teile aus der ersten Hälfte des 20. Jahr­hun­derts stammen (Kröllwitz, Siedlung). Die Saale wird über eine Fähre Rich­tung Kreypauer Wäldchen überquert. Diese alten Strukturen werden durch die in-tensive Kriegs-Bombardierung der Leunawerke[178] und Umgebung und die kommunistische Neuordnung restlos zerstört; denkmalwürdige Bauten abgerissen und verschwinden.[179]

Die unmittelbaren Vorfahren und Anverwandten der Mutter des Verfassers ist kriegs-dra-matisch, denn die (bäuerliche) Kliems-Verwandtschaft direkt hinter dem Oderdamm wird we-gen der nur wenige hundert m vom Durchbruch der russischen Armee 1945 erfasst und die Menschen dort weitgehend durch die Kriegsereignisse ausgemerzt. Diese brutalen Eingriffe in das Ahnenbild der Nachkommenschaft sind Zeichen unfriedlicher Geschichtsentwicklung, die Überlebenden berichten von Gräueltaten.[180] Während der DDR-Zeit unterbleibt eine objektive Geschichtsdarstellung.

Viele Nachfahren aus dem Geschlecht Rabich haben keinen unmittelbaren Be­zug zur einsti-gen Arbeit und dem Leben, zum bäuerlichen Dasein nach dem Mittelalter, was bis Anfang des 20. Jahrhunderts im Geschlecht keinen Aufstieg zum späteren „Wohlstand“ bedeutet. Schon daran, dass damals das Fassungsvermögen der Lei­terwagen ge­ring ist, das Zugvieh oft unzureichend ernährt, kann man die relative Armut erkennen. Dabei sind – widersinnig – so-gar nahrungsbezogene Abgaben üblich, die man nicht einfach mit dem Geldäquivalent auf-rechnen kann. Die Straßen sind so wie in heutiger Zeit noch einige Feldwege, ungepflastert, nicht asphal­tiert und voller Löcher. Me­chanische Hilfs­mittel zum Ver- und Entladen gibt es nicht. Pferde haben nur die größeren Bau­ern. Die Höfe haben im Innenleben einen ge­dräng­ten Schnitt, wie selbst das Stammhaus der Rabich in Herda[181]. Die Frauen müssen zur Existenz bei­tragen, z.B. durch Waldarbeit, durch Brennholz-Sammeln und Heimfahren. Den Alten ge-nügt am Lebensende oft der Blick auf die huckelige Pflasterstraße vor der Hausbank. Gleich-zeitig wird damit auch erklärlich, weshalb man eng mit den ahnengeschichtlich vielfach ver-flochtenen Dorfmitgliedern eng kooperierte und die untere Dorfschicht davon ausgeschlossen war. Das Geschlecht Rabich gehört jahrhundertelang zu den Zwölfern.[182]

Der Heimatort des Verfassers ist die Leuna-Siedlung, die im ersten Weltkrieg zur Ammo-niak-Produktion aus dem Boden gestampft und sozialgeschichtlich strukturiert wurde; die Siedlungsschule, die der Verfasser zunächst als Grund­schüler be­sucht, war für die Ange-stellten da. Leuna ist ein Konvolut von Kleingemeinden, so ist die Siedlung Kröllwitz im Süden von Leuna eine Schöpfung Anfang des 20. Jahr­hun­derts. Leuna selbst liegt inmitten uralter Dorfteile wie dem ursprünglich sor­­bischen Dorf Das ­ pig, wo um den Zentralplatz alte Bau­ern­gehöfte ober­halb des Steilhanges mit dem Dorfeingang angeordnet sind. In der Jugend war diese „steile“ Kopfstein-Pflasterstraße eine Anstrengung für den aufwärtsstrebenden Rad­­fah­rer wie des Verfassers. Leuna- Ockendorf hat in dichter Nachbarschaft die im 20. Jahr­hun­dert erbaute Ludwig-Jahnschule, wo der Verfasser – auch als Grund­schüler – das letzte Jahr lernen muss. Dieses über 1000jährige Dorf hat den Zuschnitt aus der frü­hen Neuzeit, es gibt einem das Gefühl der Zugehörigkeit zur Bauernschaft, z.B. durch die herumlaufenden Gänse, die über Riemen angetriebenen Dresch­ma­schi­nen aus dem 19. Jahrhundert und den „katastrophalen“ Straßenzustand. An Oc­ken­­dorf vorbei ging es fast täglich auf dem Radweg zum Gymnasium mitten durch die Felder, so immer gegenwärtig der jeweiligen Wuchs- und Reife-Zu­stän­de. Dabei lag seitab eine alte Kies- und Sandgrube, herrlich zur Quer­feld­ein-Tour. Später wurden dort auch Geländespiele mit der Hitlerjugend abge­hal­ten. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die umliegenden Felder und Saale-Wie­­sen mit zahlreichen Bom-bentrichtern übersät, was die ungeheure Wucht der Luftangriffe und die Wirkung der Flak-abwehr erah­nen ließ. Der Verfasser sah dies so erstmals Ende April 1945.

Der weitere Weg des Verfassers ist in seiner Biografie[183] beschrieben, dabei die politisch be-dingte Flucht aus der Sowjetisch besetzten Zone. Über 6 Jahrzehnte unermüdlichen Kampfes um die Verbesserung der Gesellschaft kennzeichnen das Berufsleben. Mehrere hundert Ver-öffentlichungen[184] lassen das wissenschaftliche Forscherleben erahnen. Dabei ist das Erhalten der unabhängigen Kritikfähigkeit wichtiger Bestandteil.

Der Verfasser studierte zunächst Naturwissenschaft als auch Rechts- und Staatswissenschaft, an der Universität Halle von 1945 bis 48 und war zugleich Werkstudent in einem großen Che-miewerk, bis er die Universität wegen politischer Verfolgung verlassen musste und nun Ma-schinen- und Leichtbau an der Technischen Hochschule in Braunschweig studierte. Die Pro-motion zum Dr.-Ing. erfolgte an der TU/FU Berlin. Er fing in der Wirtschaft als konstrukti-ver Ingenieur an, avancierte zum Konstruktionsleiter und arbeitete dann in der Forschung und Entwicklung, insbesondere in Konstruktions- und Verfahrenstechnik, schließlich als Techni-scher Chef eines mittelständischen Unternehmens. Er lernte auf diese Weise ein breites Feld der Wissenschaft und auch der Recherchier-Kunst kennen, schließlich war er Stabstellen-leiter für Forschung und Entwicklung eines Großunternehmens einschließlich der Erhebung des jeweiligen Status der Technik und er verfügte über umfassendes Wissen über Markt-Ten-denzen. Er war einer der ersten in der Primärbefragung (Investitionsgüter-Marktforschung) von Technischen Experten auf Vorstandsebene im Battelle-Institut. Er war in verschiedenen Ausschüssen der Wirtschaft und Normung – z.T. leitend - tätig und arbeitete noch bis Ende des 20. Jahrhunderts auf dem Gebiet der repräsentative n Probenahme bei heterogenen Stoff-massen (Umwelttechnik). Damit wurde sein Blick geschärft für zweifelhafte Aussagen bzw. Folgerungen, denn jedem sind Grenzen gesteckt.

Die Geschichtsforschung und insbesondere der eigenen Blutsvorfahren und –verwandt-schaft[185] steht also im Kontext der Arbeit des Verfassers auch im Alter. Dabei konnten einer-seits eine Reihe von Daten erforscht oder präzisiert werden, aber nur etwa zurück bis 15 Ge-nerationen. Weiter rückwärts ist die Entwicklung des „clan“ nur aus der allgemeinen Entwick-lung ableitbar. Hierbei könnte die tiefere regionale Ge­schichts­for­schung ein­schließ­lich örtli-cher Familien von Nutzen sein. Hierzu ist jedoch noch großer Aufwand nötig. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Gesamt-Ar­beitsergebnis nur ein Zwischenbericht.

Die soziohistorische Forschung ist vertieft nur möglich, wenn interdisziplinär die Ortschaf-ten inklusive der Hei­mat-Adels datenmäßig ermittelt und alle Daten zusammengetragen, auf Plau­sibilitäten geprüft und dann im Ver­gleich zu den von oben angeordneten, verwalteten Hier­archien gesetzt werden. Schon jetzt scheint es möglich, einige Korrekturen am allge-meinen Bild Deutscher Geschichte fundiert vorzunehmen, also eine Geschichte, die über das hinausgeht, was man aus den Verläufen der Herrschaftsstrukturen einschließlich der Kriege erfährt. Zu wünschen wäre, dass man einmal die Geschichte von unten betrachtet: was hat sich da über das letzte Jahr­tausend ereignet? Das auch deshalb, weil im Zuge der Um­wäl­zungen der Jetztzeit so etwas immer un­durch­sich­tiger wird: welchen Einfluss hat die Familie, der einzelne noch auf seine Lebensgestaltung, auf sein Wohl­er­gehen? Geraten wir nicht viel­mehr in ein neues Zeitalter des Untertanentums, des Untertanen, der nicht mehr weiß, ob und wo er Arbeit findet und seine Familie ernähren kann. Muss der einzelne sich nicht auf sein eigenes bescheidenes Heim zurückziehen und versuchen, Lebens- und Familiengefahren aus dem Weg zu gehen. Welch Spannweite auch in Religiosität, in Zufriedenheit mit sich und der „Welt“ trägt er mit sich herum?!

Nach meiner durch jahrelange Arbeit mit und gegen die öffentliche Auffassung erlangten Meinung werden in der heutigen „modernen“ Welt als Ideale das Erreichen einer Persönlich-keit, von Identität und das verantwortungsvolle Vertreten eigener Meinung als Zivilcourage von Politikern gepriesen. Diese Ziele sind jedoch ohne immer wieder neues erlernen nicht zu erreichen.[186]Das Projekt der Moderne versprach, das Individuum von seiner ererbten Iden-tität zu befreien. Scheinbar ermöglicht nun die digitale Welt jedem, er könne sich präsen-tieren und vorstellen und sich so eine neue eigene Identität schaffen und damit aus der Mas-se herausragen, was jedoch eine Selbsttäuschung ist, denn er kann sich (zwar) ein eigenes Denkmal errichten, aber gleichzeitig geht er in der Masse unter und das Denkmal kann sogar verschwinden, schon vor dem physischen Ende.[187] Dabei ist die „Masse“ zumeist anonym – mit keinem persönlichen Namen verbunden, was zwar den Vorteil hat, sich nicht bloßzu-stellen, aber den Nachteil, nur im Massenanteil gewertet und gewichtet zu werden; was der heutigen „demokratischen“ Welt entspricht, die individuelle Freiheiten nicht liebt; die Anony-mität ist sogar Ausdruck nicht nur in der (modernen) „bürgerlichen“, sondern auch in der Ge-schäfts- und Geldwelt. Der Fluch der Anonymität[188] klebt nicht an der Ahnenforschung, der Zugehörigkeit zur Familie und zum Stammbaum, denn er ist eine Eigenschaft des Jetzt und stillt letztlich das unbestimmte Verlangen nach so etwas wie „Unsterblichkeit“ und „Mit-sprache-Recht“.

Die Einordnung des Verfassers in die Chronologie[189] der Stammlinie B:

- etwa 20 Generationen seit Flurnamen Rabich
- Curt Rabich (1520-1592), oo 1545 Dorothea „Bauer“ > hier Reformation
- Curt d. J. (1550-1613), oo1 1572 Katharina , oo2 Anna Schwed “Bauer”
- Johann[190] (1588- ), oo 1604 Anna Urban, offenbar “Bauer”
- ? ( 1630-), > der Hof wurde im 30jährigen Krieg verwüstet
- Simon (1659-1718), oo3 1710 Anna Catharina Böck (1697-1746)
Landwirt (Herda[191] ), Schreinermeister, Musiker, Spielmann, Organist
- Konrad (1714-1774), oo 1749 A.C.Chr. Fischer (1727-1800)
Ackersmann (Herda), Schneider, Lakai/Diener,

- August Konrad (1752-1828), oo 1774 Anna Catharina Stein (1752-1798)
Hofbesitzer (Herda), Fuhrunternehmer, Anspänner
- Christian Ludwig ( 1786-1843), oo[192] 1837 M. Christiane Kahlert (1798- )
Hufschmied (mit Landbesitz in Herda), wandert nach Langensalza aus. dort über Ehefrau Hausbesitzer, seit 1824 Schmiedegeselle in L., teilweise war er dort „selbständig“
- Fr.H.W. Anton (1824-1876), oo 1847 Anne Marie Wachsmuth (1826-1874)
Dampfmaschinenheizer in L. und ab 1862 in Mühlhausen[193]
- Albert Fr. (1865-1939), oo1 1889 Magdalena Chr. Fr. Peters (1865-1940)[194]. später , geschieden, oo2 1924 Hulda Böttcher in Mühlhausen

Schlossergeselle, ab 1885 Maschinenschlosser in Mühlhausen, ging 1889 zur Maschinenfabrik Sangerhausen, dann nach Halle/Saale zu einer Dampfkesselfabrik, anschließend Thale/Harz (Aschersleben) nach Essen (Krupp), nach Düsseldorf, 1919 wieder nach Mühlhausen

- Fr.A.H. Arthur (1896-1980), oo Alma Frieda Kliems (1901-1957)

lernte und arbeitete bei der Firma Krupp, war im 1. Weltkrieg in hartumkämpfter Verdun-Schlacht, nach dem Krieg Ausbildung zum Ingenieur (HTL), Konstrukteur, 1928 nach Leuna zur IG Farbenindustrie, Ammoniakwerk Merseburg, Konstruktionschef etc.

Spezialist/Experte für Hochdruck-Apparatebau (Benzin-Synthese etc.) im gesamten RWG-Bereich, zuletzt für Gesamt-Leunawerk für Maschinen und deren Instandhaltung verantwortlich.

- Adalbert W.H. (1926- ), oo 1958 Inge M. E. Johr (1937 - )
arbeitete in mehreren Wissenschaftsbereichen, war Technischer Direktor, Stabsstellenleiter, Dr.-Ing. zahlreiche Veröffentlichungen
- Dietmar (1962 - ), oo 1988 Heike Gerdes (1963 - )

studierte an der Universität Münster, ist auf dem Informationstechnik-Gebiet und im Internet erfolgreich tätig > Simon (1998 - )

Ein Blick aus der Vergangenheit in die Zukunft.

Über Hundertausende von Jahren stellte die enge Menschengruppe, die gleichzeitig eine Ge-meinschaft von Erzeugern, von Kindern und damit stammeserhaltend war, faktisch die bluts-verwandte enge Beziehungsgruppe dar, die allmählich recht[195] - und anschauungsgemäss das „Modell der heterosexuellen Kleinfamilie und im 18. und 19. Jahrhundert das (typische) gesellschaftliche „Normalmodell“ der biologisch fundierten, bürgerlichen Kleinfamilie, das sogar die Idealvorstellung einer Adoptivfamilie wurde.[196]Von daher kann Adoption in Deutschland nur als Notlösung verstanden werden. Diese Vorstellung der Familie ist zugleich die Basis für fast alle genealogischen Bemühungen um das Erkennen von Bindungen in un-serem Zusammenleben. Der Begriff der Familie ist heutzutage nicht nur biologisch, sondern auch sozialkulturell[197] fundiert, d.h. das Kind wächst in eine als Familie oder Eltern defi-nierte Beziehungsstruktur hinein. Der Stammbaum als graphisches Symbol der Erhaltung des Lebens und oft Ziel eines Ahnenforschers müsste in diesem Fall – wie bei Regenbogenfami-lien[198] - erweitert werden z.B. zu einem Genogramm[199] oder einem Struktur-Ablaufschema, in der es dem „Paar“ (Eltern) nicht auf das Kind als biologisches Produkt, sondern auf das Bil-den einer Mini-Sozialsstruktur ankommt, unabhängig davon, ob die Gründe in einer Nicht-fä-higkeit oder –willigkeit zur Erzeugung von Nachkommen liegen.[200]

Eine (normale) Genealogie ist rückwärts gewandt: mit den Kindern[201] setzen sich die Ge-schlechter fort. Die Eltern sorgen sich um die Zukunft ihrer Kinder und ermöglichen ihnen einen erleichterten Start ins praktische Leben. Meist bleibt der Kontakt ein Leben lang be-stehen. Jedem schwebt vor, wie die Zukunft aussehen soll oder kann. Tatsächlich hat der Ver-fasser dann aber wichtige Umbrüche in den Bedingungen des Lebens unmittelbar kennenge-lernt, vor allem im gesellschaftlichen Umfeld derart, dass zu viel Vertrauen in politische Ver-sprechen unangebracht ist. Die äußeren Lebens- und Existenz-Umstände der Kinder und Kindeskinder sind von ihnen (selbst) – auch heute oder gerade heute – nur in sehr be-scheidenem Maße (unmittelbar) zu beeinflussen und wir haben aus der Sicht heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis ernsthafte Probleme zu erwarten, weil wir in einem parla-mentarischen Staat mit durch Parteien besetzten Positionen gesellschaftlich eingezwängt sind, weil der sogenannte Volks-Haushalt zunehmend mit Schulden belastet wird, die die Kin-der und Kindeskinder wieder auszugleichen haben – wenn denn noch eine Buchführung über-haupt Sinn macht, denn Buchgeld erweckt für manchen böse Gelüste. Aus des Verfassers Blickfenster sind die Menschen weitgehend moderne Sklaven, die anderen, nämlich vor-nehmlich den Kapitalgebern für den Staat, zu einem arbeitslosen Einkommen verhelfen. Die Bankwirtschaft lehrt die Politiker das Fürchten, denn ohne sie gibt’s keine Finanzmittel. Und uns droht eine expandierende Bevölkerungsentwicklung, deren Wohlstands-Anspruch un-geheure Mengen an verfügbarer Energie verzehrt, die wir nur mit größerem Aufwand und Risiko weiterhin bereitstellen können.

Und in der Kultur und Bildung gehen langzeitige Vorstellungen über Moral und Tugenden verloren, die individuelle Schöpfungskraft wird verdrängt von dem Glauben, sie könne durch Computer und Team-Arbeit ersetzt werden. Das Bewusstsein der Entwicklung der Menschheit zu einem höheren rationell denkenden Wesen verkümmert offensichtlich. Was sind schon 100 Generationen? Das Leben ist im Jetzt dominiert, wenn auch begleitet mit dem Denken in Sicherheiten – jeder für sich. Aus der persönlichen Erfahrung des Verfassers sind bestimmte „Werte“ des Lebens-Sinnes in der heutigen Welt in den Hintergrund abge-schoben, leider. Die Ideale an freiem Denken, an Vorbildhaftes, an Wachstum eigenen Denkvermögens scheinen vergangen; es wird sich zeigen, ob sie in uns und unseren Nach-fahren noch lebendig sein können. Aber: unentwegt gibt es in den Medien Sprüche und Ap-pelle an die arbeitende Bevölkerung mit Fortschritten in der Informationstechnologie, es wim-melt von wenig edlen Motiven darin. Aber was gibt die richtige Orientierung, woran richtet man sich aus? Einst besann man sich alter Weisheiten, heute ertrinkt man in massen-haften Informationsfluten und das richtige Fischen darin wird eine Kunst.[202] Das Bewah-ren individueller Eigenheiten ist zugleich eine Verpflichtung.

Zwei Gesichtspunkte bei der Ahnen- und Nachkommenforschung müssen noch erwähnt werden, die zu einer Selbsttäuschung verführen:

- Die Beschönigung der Faktenlage: Vorfahren können nur b esonders positive Eigenschaften gehabt haben und sollten frei von charakterlichen Mängeln sein,

- Die Ahnengalerie greift möglichst weit zurück, so gibt es heutige Menschen, die ihren genealogischen Ursprung bis auf die Zeit Karl des Großen zurückführen.[203]
Wissenschaftlich arbeiten heißt, die dargestellten Daten und Zusammenhänge müssen nicht nur – soweit wie möglich – gesichert sein und eine hohe Wahrscheinlichkeit an Plausibilität haben, sondern auch die Potenz haben, Lehren daraus zu ziehen. Das galt bereits in der vor-schriftlichen Zeit und gilt auch heute, wo allerdings die Geschichtsmanipulation im Journa-lismus gang und gäbe ist. In solche Fehler sollte man nicht verfallen.

Als das eigentlich wertvolle im menschlichen Getriebe empfinde ich nicht den Staat,

sondern das schöpferische und fühlende Individuum, die Persönlichkeit.

Albert Einstein, Mein Weltbild.

Aus einer Gedächtnis-Noties Neffen aus Australien:

Ich bin deutscher Herkunft. Meine Eltern wuchsen in Nazi Deutschland auf und waren tief betroffen durch den Weltkrieg II.

Ich habe auch beobachtet, wie beide vor meinen Augen starben, meine Mutter an Krebs just vor ein paar Wochen.

Ich weiß genau, was das ist, wenn ein liebes Familien-Mitglied und Freund in Schmerzen stirbt. Mein erster Geburtstag ohne sie war ein Sonntag, mein Gram war noch frisch. Viele andere, die einer Euthanasie-Reform gegenüber stehen, haben ähnliche Erfahrungen.

Jeder, der demokratisch denkt, kann selbst entscheiden über den rechten Weg zu leben, hat nicht nachgedacht über das, wie man diese Macht missbrauchen könnte, noch dass sie schon in Ländern missbraucht wurde, wo die Euthanasie-Gesetze locker gesehen wurden. Das Problem ist, dass der Tote nicht beklagen kann, ob er nicht wünschte zu sterben.

Was ist wohl am meisten erschreckend? Das ist, dass wir einen Ministerpräsidenten haben, der das nicht versteht noch die Logik der Demokratie selbst, dass das Recht zu leben ist ein gegebenes, diesem Dienst zuzustimmen, schon ein Akt logischer Widersprüchlichkeit.

Wir sollten etwas erstaunt schauen auf das abscheuliche moralische Vakuum – wiederum – und die Debatte entfachen durch Hinweise auf die Grenzen des Gewissens von den tiefsten Übeln (dieser Welt).[204]
2. Daten aus dem Geschlecht Rabich (Herda und die des

Adelsgeschlechtes derer von Herda zu Brandenburg

(Lauchröden)[205]

und

Chronik der Stammlinien .

Inhaltsverzeichnis:[206]

1. Vorwort Seite
2. Stamm Rabich
3. Stammlinie A
4. Stammlinie B
5. Stammlinie CII
6. Stammlinie H
7. Chronik Rabich III
8. Nachwort

1. Vorwort:

Um die Jahrhundertwende 1900 schrieb Dr. Paul Rabich eine schmalbändige Chronik[207] der Sip­­pe Rabich mit dem Kapitel 1 Nachforschungen nach der Herkunft der rheinischen Ra­bich´s. Diese Stammlinie ist nach späteren Erkenntnissen eine Unterlinie von Stammlinie B. Auch zu einer Unterlinie von der Stammlinie B ist der Verfasser, nämlich zu den Mühl­hau­sener Rabich´s, zuzuordnen. Unterstützt wurde Dr. Paul Rabich seinerzeit von Professor Otto Rabich, der in Eisenach lebte, aber zur Stammlinie A vom Stammhaus in Herda gehört.

Aus den Daten-Forschungen des Verfassers nach 1950 und den Rückfragen bei den heute noch lebenden Na­mensträgern ergab sich, dass durch die Datenlücken gerade um die Zeit des 30jährigen Krieges diejenigen Nachkommen aus dem Gedächtnis verschwanden, die den Ort damals verließen – und es scheint weithin unklar, warum sie dieses taten. Die diesbezüglichen Untersuchungen ge­stalteten sich äu­ßerst schwierig. Gerade in den letzten 15 Jahren wurden sie intensiviert und sind jetzt zwi­schenberichtlich abgeschlossen. Zu den offenbar kaum be-hebbaren Lücken und Mängeln zählen einige aus den Stammlinien C und H sowie eine Reihe von Streudaten wie sol­che „unbekannter“ Zuordnungsmöglichkeit. Beispielhaft[208] seien ge-nannt:

Ambrosius Rabich, ein Architekt-Konstrukteur der Kathedrale von Lemberg 1356[209], ver­mut­lich aus Magdeburg-Breslau, dann folgt in zeitlicher Reihenfolge ein „Knecht“ Rabich[210] des Grafen Simon von Wallenstein auf Schloss Neuenstein[211], der von Hersfeldern schmählich ermordet wird, weshalb der Graf 1416 mit 159 Grafen, Rittern und Edlen samt 400 Pferden eine Fehde mit Hersfeld anfängt. 1588 wird das Wallenstein-Lehen hessisch. 1637 wird die Burg zerstört. Wie damals der Rabich da hingekommen ist, bleibt rätselhaft, aber die Verbindung zu Herda ist hier nicht unwahrscheinlich, weil die Burg nur etwas mehr als 50 km entfernt ist.

Wir erfahren auch etwas von einem Adam Rabich, dessen Tochter Elisabeth am 05.10.1579 einen Kilian Gürtler in Marburg heiratet oder von einem Valentin Rabich, der Anfang des 17. Jahrhundert in Gerstungen eine Familie gründet und ein zinspflichtiges Haus baut. Weiter wird eine Eleonore Ra­bich entdeckt, die einen Wilhelm Ludwig Zerbst heiratet und am 26. 06.1826 in der Dreifal­tigkeits­kirche in Berlin als Kindsmutter ein­getragen ist oder von einer Emilie Wilhelmine Rabig, die als 1868 geboren in der Christuskirche in Hannover getauft wird und Helmut Rabich, von dessen Grabstein auf dem Friedhof von Go­tha mit dem Ster-bedatum 17.09.1954 berichtet wird. Aus einem Nachlass geht hervor, dass ein Coenraad Rabich als Zeuge der Eheschließung seiner Schwester in Amsterdam wirkt, dessen Eltern Jan Benjamin Rabich & Hendrica Danser sind.[212] Der Anschluss zur Stammlinie B ist eher hypo-thetischer Natur, möglicherweise liegt aber eine frühere Auswanderung vor. Aber die Fakten lassen sich nur mehr weniger schlüssig im Datengerüst Rabich verarbeiten, so gibt es gute Gründe, Valentin und Helmut Rabich dennoch als Bestandteile des Geschlechtes anzusehen.

Einige Un­terlinien scheinen plötzlich auf­ge­hört zu haben, zu denen auch die rheinischen Ra­bich´s ge­rechnet werden müssen, die eine Unterlinie der Stamm­­­linie B darstellen, zu der sich auch der Verfasser zählen kann. „Aufhören“ heißt: hier gibt es vom letzten bekanntem Datum eines männlichen Nachfahren z.B. kein Sterbedatum. Ähnliches gilt für die Rabich in Fulda, von denen nur für das 17. und bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts Daten gefunden wurden. Ehefrauen können die Blutsverwandtschaft fortsetzen, was jedoch nicht untersucht ist.

Die Daten sind in gesonderten Listen gesammelt und können – unter der Voraussetzung ver­wandtschaftlich nachgewiesener Verbindung – auch grafisch in Diagrammen angesehen wer­den. Sie sind in drei Teilen erfasst: 1) in Listen nach den ursprünglichen Genera­tionsbe­zeich­nun­gen (römische Ziffern, die über das Kindsverhältnis die Verwandtschaft dokumentieren) mit zahlreichen, z.T. umfangreichen Daten in Fußnoten, 2) in Computer-Genealogie-Da­ten, die hauptsächlich nur die wesentlichen Daten aus 1) enthalten und auf Plausibilität „ge­­­prüft“ sind[213], und 3) in Karteikarten usw. im Haus-Archiv, die als Ursprungs-Daten ihre Be­deutung behalten[214]. Für weiterführende und detaillierte Forschungen muss der gesamte Da­ten­bestand genutzt werden. Er ist derzeit in zahlreichen Archiv-Kartons[215] abgelagert.

In den nachfolgenden Chronik-Darstellungen[216] werden nur die hauptsächlichen Ereignisse be­schrieben. Die Vielzahl von historischen Einordnungen, möglichen Schlussfolgerungen usw. ver­bietet hier eine ins Einzelne gehende Schilderung. Eine solche bleibt den zukünftigen Ge­ne­rationen vorbehalten. Dies gilt auch insbesondere zu den Ortsverwandtschaften. Die Daten aus den Kirchenbüchern sind bisher nicht zu Sippenbüchern verarbeitet.

Stammväter werden seit über einem Jahrtausend – vornehmlich von Adelsgeschlechtern - für die nachfolgenden Generationen auf­ge­stellt. Die Stamm-Mutter wird in den vielen Stamm­bäu­men nur am Rande, als Ehefrau er­wähnt. Diese „Väter“ sind diejenigen, auf die man sich genealogisch rückbesinnen kann, die Vorfahren davor gelten als unbekannt. Wenn man also nur jemanden aus der 3. Generationen vor der eigenen kennt, ist das traurig, aber es scheint heutzutage in Deutschland die Regel zu sein. Meist bricht die erforschte Linie schon nach 10 bis 15 Generationen ab. Selten geht es über 30 Generationen zurück. Woher also der Stamm kommt und wie das Blut ge­nea­logisch eine Verwandtschaft begründet, ist also nur verkürzt und unvollkommen ermittel- und darstellbar. Wegen der Vermutung der Namensführung über Flurnamen und ihre germanische Deutung ist Rabich als über 40 Ge­ne­ra­tionen auf Herda rückführbar. Einmischungen aus anderen Volksstämmen sind bis in das 20. Jahrhundert nicht ermittelt, wenn auch nicht ausgeschlossen.

Die heute lebenden Nachfahren der Herdaer Rabich in aller Welt sind oft über mehr als 10 Generationen von­­­einander getrennt. Häufig sind die engeren Beziehungen untereinander je-doch auf die letzten 3 Gene­ra­tio­nen beschränkt. Es fehlt ein einigendes Bewusstsein. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig und werden hier nicht erörtert. Un­be­stritten bleibt jedoch die erb­genetisch-biologische und leibliche Verwandtschaft, die traditionell auf geteilten Körper-substanzen aufbaut.[217] Blutsverwandtschaft begründet zumeist soziale Beziehungen und da-mit auch eine Form von Kultur; eine Gesellschaft hat also biologische und soziale Funda-mente, d.h. verwandt könnte auch sein, wer sowohl in der Anschauung als auch im Rechts-System als solches angesehen wird. Dabei sind Zeugung und Fortpflanzung natürliche Phäno-mene und werden bislang gerade in der Ahnenforschung immer unterstellt. Dazu treten die Pflegschaft, Adoption und zunehmend die Reproduktions-Technologie, z.B. durch außerkör-perliche Zusammenführung von Ei- und Samenzellen. Eltern- und Verwandtschaft sowie Be-griffe von menschlichen Ursprung, Schöpfung und Fortführung erhalten neue Vorstellungs-inhalte, es entstehen neue soziale interpersonelle Beziehungen. Beispiele hierzu liefern die Leihmutterschaften und die Adoptionsrechte homosexueller Paare. Der Sinngehalt der Familie muss neu überdacht werden – und auch der von „Verwandtschaft“.[218]

Völlig unabhängig wird durch die Transkription des Familiennamens aus anderen Sprachen, vornehmlich des Hebräischen und von slawischen Sprachen der Name Rabich weitergetragen. Diese Namensträger haben keinerlei Verwandtschaftsgrade mit den Ra­bich´s aus Her-da. Auch in ihrer Bedeutung des Namens Ra-bich ergibt sich da etwas völlig anderes.

2. Der Stamm „Rabich“.

Aus den an anderer Stelle vorgebrachten Darlegungen lässt sich ableiten, dass es einen an der männlichen Erbfolge orientierten (agnatischen) Stamm Rabich gibt, der aus dem Raum um das heutige Herda bei Berka/Werra kommt. Seine über die Jahrhunderte des Mit­telalters er­fol­gte geografische Ver­tei­lung ist nicht mehr rekonstruierbar. Wahrscheinlich wan­dern schon früh aus dem dor­­tigen Raum Männer aus, z.B. als Militärangehörige (Kreuz­züge), als wan­dernde Hand­wer­ker usw. Wie ebenfalls an anderer Stelle ausgeführt ist, erscheint diese Ur-sprungs-Heimat zumindest und insgesamt über 1000 Jahre plausibel und naheliegend. Aus den Daten-Resten der heute noch lebenden Na­mensträger Rabich dürfte nach den bisherigen Recherche-Ergeb­nis­­sen allerdings eine konkrete und genaue Rück­­ver­folgung nahezu ausge-schlossen sein. Der Raum, in dem sich die Rabich über ein Jahrtausend in etwa bewegen, ist das thüringisch-hessische Ge­biet nördlich des Thüringer Wal­des und über die Werra hinaus nach Süden (Fulda) bzw. Norden (Homberg/Effze), nach Osten in das Sächsische, in die Um-gebung von Zeitz. Meist ist der Weggang mit einer Abkehr vom Bäuerlichen verbunden.

Aus Archiv-Daten, z.B. für die Türkensteuer, und den Herdaer Kommunikantenlisten von 1563 kann man die evangelischen Rabich in Herda – wenn auch lückenhaft – erfassen, eine Fol­­ge des Augs­burger Religionsfriedens von 1555. Dr. Paul Rabich und Professor Otto Ra­bich re­kon­struierten 1918 erstmals einen Stammtafel-Entwurf der „ältesten“ Rabich. Be­rück­sichtigt wer­den muss dabei, dass in Herda über Jahrhunderte – vielleicht bereits vor dem Mit­tel­alter, der älteste Sohn „erbte“, eine abweichende testamentarische Übertragung war nicht real. Danach kri­­stal­lisierten sich für die die beiden vor 90 Jahren für das 16./17.Jahrhundert drei „Linien“ heraus: Cort Rabich, Johann Rabich und Claus Rabich, letzterer heute nicht mehr nach­vollziehbar. Der Sohn des „alten“ Cort Rabich, Cort Rabich jun. wird 1595 als Hofmann auf dem Vorwerk hinter der Kirche in Herda erwähnt. Der Wohnsitz für Cort Ra­bich ist – 1610 bezeugt – das dorfmittige Grundstück an der Linde, die bis in das 20. Jahr­hundert von einer steinernen Mauer umgeben dort stand. Dr. Paul Rabich bezeichnet in sei­ner Chronik Cort Ra­bich als einen begüterten Großbauern, was seinerzeit nur relativ zu den an­de­ren Ackers­leuten in Herda als gerechtfertigt anzusehen ist.

In dem ersten Stammtafel-Entwurf wird Hans Rabich (der alte) in seinem Geburtsjahr auf 1520 bis 1530 angesetzt und möglicherweise als Bruder oder zumindest Vetter (im all­ge­mei­nen Sinne, abgeleitet aus den Angaben im Kirchenzinsregister) von Cort Rabich vermutet, eine bis heute gültige Hypothese. „vermutlich nach seinem Tode kaufte sein ältester Sohn Hein­rich, geboren um 1545-1550, von Claus Schnitzert das „Ziegelhaus an der Straße“, wäh­rend sein zweiter Sohn Hans Eigentümer des „Hauses in der Ecken wurde“. Heinrich und Hans wa­ren nicht nur Brüder, sondern auch Schwäger, denn sie heirateten zwei Schwestern (Anna für Heinrich, Elisabeth für Hans) des Vaters Georg Keller (alias Bach). Um 1600 lebten nach Dr. Paul Rabich in Herda mindestens drei getrennte Familien Rabich. Über die Nachfahren werden dann weitere Vermutungen angestellt, die aber durch die 50 Jahre Da-tenlücke über die Zeit des dreißigjährigen Krieges erheblich den historischen Zusammenhang zu den Stamm­li­nien in der Eindeutigkeit stören. Über die Zusammenstellung der Verwandt-schaften der ältesten Rabich´s sind an an­derer Stelle Ausführungen gemacht, aber nichts täuscht darüber hin­weg, dass die historische Daten-Kontinuität über das Jahr 1693 (erste Kir-chenbuchdaten) nach dem Mittelalter hin zu nicht gewahrt ist, vornehmlich, weil der drei-ßigjährige Krieg einen exorbi­tanten Einschnitt in die Familiengeschichte darstellt. Aber: die Existenz des Ge­schlech­tes oder „clan“ Rabich über lange Zeit wird dadurch nicht ge-schmälert.

Über eines muss man sich im Klaren sein: die Daten geben nur Elementares des Stammes wieder, über das wirkliche Geschehen der Familien-Mitglieder, ihr Denken und über ihr See-len-Leben wissen wir nichts. Die historisch erfassbaren Daten stellen nur ein mageres Gerüst der Lebensdaten des einzelnen Menschen wieder, erst durch das Herstellen eines Zusammen-hanges zu den das Leben bestimmenden (geschichtlichen) Fakten und die Handlungen mit ihren Motivlagen ermöglichen einen Blick in das Innere und – vielleicht – auf das Wollen in der Verwirklichung von Tugenden, auf den Charakter, ja auf den „wahren“ Menschen. Natür-lich sollte sich der Betrachter oder Ahnen-/Stammbaumforscher der Objektivität befleißigen und sich streng an die Realitäten halten, was in manchen Biographien und Autobiographien zuweilen von Zeitzeugen zu vermissen ist. Aber kann ein Leser überhaupt die dargestellten Sachverhalte überprüfen und Lücken oder Fehlverhalten aufdecken? Immerhin, es sollte ein Bemühen in dieser Richtung geben.[219]

Das hat aber viele Historiker und Schriftsteller nicht davon abgehalten, über solches zu schreiben und persönliche Vermutungen anzustellen. In der heutigen aufgeklärten Zeit werden im Zuge der wissenschaftlichen Vervollkommnung über die Rollen der Fortpflanzung und kulturellen Evolution[220] die Vorstellungen über die religiösen und sozialen Entwicklungen überdacht: Prinzipien der machtergreifenden egoistischen Gewalt gegen die Mitmenschlich-keit sind Ausdruck des kulturellen Zustandes und des Einflusses auf die Weiterentwicklung des Menschen. Allerdings lassen sich die Träger der kulturellen Evolution, der Intelligenz und Ursache des Erfolgs weder sicher messen noch gar bestimmten Genen o.a. zuordnen.[221] Der Empfänger einer kulturellen Information und Weitergabe an die nächste Generation setzt Aufnahmefähigkeit und Einverleibung voraus, die Religion ist dabei nur eine Komponente. Die Verbreitung einer Religion mit Mythen und Ritualen ist darin ein geschichtlicher Pro-zess. Der katholische Christ glaubt, dass Jesus seine Gebete erhört, dass seine Priester in der Lage sind, Sünden zu vergeben usw. Gleichzeitig ist der katholische Gott eine bedrohliche Figur, die die Gläubigen jederzeit überwacht und möglicherweise bestraft. Betrachtet man diese Religion unter dem Nutzen für das Individuum, so ist ihr Prosperieren nicht verständ-lich. Die Prägung in der lernkritischen Lebensphase ist ausschlaggebend, später gepaart mit der Erfahrung durch Versuch und Irrtum. So ist die Suche nach Faktoren von Prägung und Überzeugung wichtiger Teil der familiengeschichtlichen Forschung – und da hapert es. Wir kennen oft nur einzelne äußere Fakten und generelle regionale Umrisse.

Es ist schon den Wiedertäufern im 16. Jahrhundert (in Herdaer Umgebung) aufgefallen, dass die Ur-Prägung späteren Verhaltens im Leben in der frühen Kindheit erfolgt und sie wollten deshalb die Erwachsenentaufe einführen. Heute wissen wir aus der Kinderpsychologie, dass die Beziehung von Eltern zu ihren Kindern ausschlaggebend ist; religiöse Angst und Erbsün-de können dann im tiefen Bewusstsein eingeprägt sein, womöglich mit psychopathologischen Elementen eines induzierten Irreseins[222]. Hier kann sich dann in der Analyse der Fami-liengeschichte Befangenheit einstellen, was tunlichst vermieden werden sollte.[223]

Die sogenannten „Stammväter“, d.h. die ersten von Stammlinien:

S t a m m v a t e r einer Reihe von Nachfahren der (Linie A[224] ) ist Lorentz Rabich, * um 1655 in Herda[225], + 19.7.1741. Er heiratet die Tochter von Zacharias Friedrich Rödiger Anna Maria. Schwester ist Elisabeth Christina, * 21.06.1711. Rödiger ist z.T. eng liiert mit denen von Her-da/Lauchröden. Am 11.03.1718 ist Leutnant Johannes Lorentz Rabich Pate.

Von ihm stammt u.U. ein Heinrich R., * 1820, der 1847 als Verwalter nach Holz­hau­sen/Hom­berg/Hessen, ver­mut­lich wegen verwandtschaftlicher Beziehungen, geht und 1852 nach USA auswandert, s. Stammlinie A und Stammlinie H (Hessen). Zu den Nachfahren der Stammlinie A zählen die jetzigen Besitzer des Stammhauses und solche, die nach Amerika ausge­wan­dert[226] sein sollen, also letztendlich Nachfahren vom Curt (Conrad) Rabich, dem älteren, s. Älteste.

Im Kirchenbuch Herda[227] wird in der Sterbeliste 1696 ein Simon Rabich aufgeführt[228]. Der Simon Rabich, * um 10.10.1659 in Herda, + 16.5.1718 ist S t a m m v a t e r eine Reihe von Nachfahren (Linie B). In erster Ehe war er verheiratet mit Anna Fischer, + 28.4.1699 zu Herda, in zweiter mit Catharina Zickler am 13.2.1700, + 21.10.1707 in Herda, in dritter Ehe am 27.6.1710 mit Anna Catharina Böck, * 16.1.1679 in Dippach, + 7.4.1746. Simon Rabich wird zuletzt als Organist und Musiker zu Gerstungen bezeichnet. Zu den lebenden Nachfahren sind besonders die Rabich´s in der Mühlhausener Gegend zu rechnen und der Verfasser. Si-mon Rabich ist wahrscheinlich Bruder (oder Vetter) von Lorentz, der wegen seiner militäri-schen Einsätze oft von Herda langzeitig abwesend ist. Er kam offensichtlich zu Geld.

Im Verzeichnis der Grundbesitzer (Herda) für Juncker Caspar von Herda 1704 erscheint als Einwohner ein Sig­mund Rabich[229] mit den einzelnen Besitz-Stücken, z.T. mit Johannes bzw. Georg Fischer. Auch sind die Veränderungen an diese oder Georg H. Stein vermerkt[230]. Die­ser Sigmund Rabich wird bei einem Besitz von 3 ¼ Acker 32 1/6 Ruthen mit einer Abgabe von 5 Mz 2 4/5 N Korn bzw. Hafer geführt[231], vgl. hierzu Stamm-Linie B.

1736 wird ein Siemon Rabbich aus Herda in der Abgaben-Festlegung vom Rentamt Haus­breitenbach[232] er­wähnt. Für beide (Sigmund und Siemon) kann eine Zuordnung erfolgen.

Stammlinien B und C sind durch die Stamm-Väter im 17. Jahrhundert verwandtschaftlich ver­bunden[233], was auch mit der Stammlinie A[234] gelten dürftet. Für die Stammlinie H ist der-zeit ein solcher Schluß zwar nahe liegend, weil als von Herda stammend im Gedächtnis bis in das 19. Jahrhundert bleibt, aber ur­kundlich schlüssig, d.h. in Beweis-Kontinuität ist dies alles jedoch nicht.

Enge Verwandtschaft besteht offensichtlich zur Stammlinie C I (dort auch die Gerstun-ger/Untersuhler Linie mit Johann Adam Rabich[235], die im 18. Jahrhundert männlicherseits abbricht), was u.a. aus den Patenschaften erkennbar ist.

Ein Heinrich Rabich[236] , * (7.10.1658), + 9.5.1717 zu Herda[237], oo Gertraud Hase (Hose), * (10.1.1651), + 12.1.1713[238] zu Herda, verheiratet. Weibliche Kinder v. H.R. heiraten. Sohn Johannes, * 30.10.1693, + 30.11.1693. In wieweit Identität/Verwandtschaft mit Johann Heinrich Rabich aus Hausbreitenbach[239] (* vor 1660, 1658?) bzw. Johann Heinrich Friedrich Rabich (* 1658, + 1729), dem. S t a m m v a t e r der Linie C II[240] besteht, ist un­klar. Als Sohn von J.Heinrich Rabich wird Gottreich Rabich, ~ 29.10.1683 in Berka er-wähnt. Nach gegenwärtigem Erkenntnis-Stand bricht C II (männlich) Jahrhunderte später ab, jedenfalls kann diese Linie nicht mehr fortgeführt werden.

Ludwig Rabich (s. oben), * um 1580, ggf. nach Hersfeld ausgewandert[241] könnte das Binde-glied[242] zu Se­ba­stian Rabich, * um 1600, + 6.5.1662 zu Fulda (s. Hessische Stamm­linie Fulda) sein. Sebastian R. war verheiratet mit Anna .., + 16.2.1654. War bei Hofe Hand­schuh­macher. Sein Sohn ist Johann Peter Rabich, * 28.12.1627, der angesehener Stadt­notar wird, am katholischen Bischofs-Hof Sekretär, besitzt Häuser in Fulda. J.P.R. wirkt u.a. bei Erb- und Pfandhuldigungen mit, so 07.12.1671 und 05.11.1678 (n. Absterben des Abtes zu Fulda Bernhard Gustav) als Registrator bzw. Sekretär mit[243]. Seine Kinder studieren am päpst­lichen Jesuiten-Seminar Fulda bzw. an der Universität Köln.

Ein Conrad Rabich, * um 1606 in Herda[244], + 1.5.1684 in Homberg/Hessen, seit 1631 Bür­ger dort, ist Stamm­vater der (evangelischen) Stammlinie H (Hessen) (StLH) über seine Kin­der, zu denen ein Johann Conrad Rabich, * um 1708, wohnhaft als Ackermann/Grebe in Dickershausen bei Homberg/He ssen gehört.

Die Verwandtschaft zu dieser Stammlinie H durch Stephan Rabic h[245], * (1623), Förster zu Rotenburg/Fulda, ist zwar nicht geklärt, aber wahrscheinlich eng, denn dessen Sohn geht eben­falls in die Gegend von Homberg/Effze. Die engen Beziehungen nach der Heimat werden später durch einen Vertreter der Stammlinie A dokumentiert, der eine Zeitlang im Homberger Raum tätig ist (4. Generation n. Lorentz Rabich: Heinrich Christoph).

Ein Johannes Rabich soll als Büttner aus Homberg/Hessen[246] gekommen sein und ist am 7.3.1741 Bürger zu Hersfeld geworden sein. Er ist (dort) – offensichtlich mit einer Büttner-Tochter verheiratet und hat mehrere Kinder. Gehört wohl zur Stammlinie H [III.6].

Am 23.05.1709 wird ein Conrad Hinrich Rabich mit Isabel Hedwig Mathies in Bützow (Herzogtum Meck­lenburg-Schwerin) getraut[247].

Am 29.05.1713[248] wird ein Sohn (Philipp) geboren,

am 22.01.1717 eine Tochter,

am 13.10.1719 eine weitere Tochter.

Am 23.05.1723 wird ein Sohn Gottfriedrich geboren,

am 21.05.1724 ein Kind als verstorben eingetragen.

Die Witwe heiratet am 29.04.1729 einen Martin Knierim.

Als Rabig werden in der Datenbank „familysearch“ noch genannt:

Eltern Johann Hermann und Ehefrau Anna Catharina mit Tochter Anna Maria, ~ 29.12.1747 in Babenhausen/Starkenburg/Hessen. Zur Stammlinie H zugeordnet.

Zusammenstellung einiger oben genannter Rabich´s im 17. Jahrhundert:

Um 1600:

Conrad (Stammlinie H) 1606-1684

Heinrich (Gerstungen) 1611-1677

Conrad (Berka) 1619-1699

Um 1650:

Burkard (Stammlinie C I) 1646-1715

Lorentz (Stammlinie A) 1655-1718.

Heinrich (Herda) 1658-1717

Sigmund/Simon (Stammlinie B) 1659-1718

Johann Heinrich (Stammlinie CII) 1660-1729

weitere siehe Text.

Dies legt nahe, dass eine enge Verwandtschaft vorliegt.

Alphabetische Liste der männlichen Vornamen, Älteste Rabich

Albert (Abel, Apel), 1586-, oo 1607

Anthonius, 1593

Balthasar, 1603-1667

Benedikt, 1655-1699

Bernhardt, genannt 1671

Burkhard, 1646-1715 (Berka), Sohn Conrad, Variante: Burkart

Burkhard, 1680-1747

Claus, um 1550

Cort (Curt, Conrad) 1525-92 (d. alte), 1545-1612 (d.junge), 1619-1699 (Cunrad), 1668-1721

Conrad, 1606-1684 (Homberg/Effze)

Conrad Hinrich, oo 1709 mit Kindern Philipp und Gottfriedrich

Georg, Jörg, 1663, genannt 1671

Gottfriedrich, 1723-

Hartung, 1575-

Heinrich, 1555, 1611-1677 mit Kindern Georg, Johannes

Hieronymus

Jacob, 1578

Johann, Johannes, 1520-, 1530-1606 (d.alte), 1580 – oo 1609, 1588-1616 (d.junge), - 1652, 1667

Ludwig, 1577-, oo 1611

Martin, 1565

Pankratius, Pancratius, 1590-

Philipp, 1713-

Sebastian, 1590-1637; 1600- (Fulda)

Valentin, um 1650 (Gerstungen)

Als Stammväter aus Anfang und Mitte des 17. Jahrhunderts sind nach einer Festlegung zwischen Arthur und Adalbert Rabich bei der Erstellung der Stammtafeln diejenigen be-zeichnet worden, die im Maßstab die erste einigermaßen datenmäßig gesicherte Nennung hat-ten:

A Lorentz Rabich (1665-1741), Leutnant[249] – im spanischen Erbfolgekrieg

B Simon/Sigmund Rabich (1659-1718), 3 mal verheiratet

CII Johann Heinrich Rabich (1658-1729), Weißbinder, Zwölfer

H Conrad Rabich (1606-1684), wandert ~ 1630 als Weißgerber nach Homberg[250]

Als abgebrochene Linie[251] ist zu bezeichnen

CI Johann Adam Rabich (1662-1710), gelangte 1690 von Herda nach Untersuhl.

Als verwandtschaftliche Vorläufer sind den bekannt gewordenen Daten nach[252]

Cort Rabich (1525-1597) und Hans (Johannes) (1528-1600)[253], Sebastian (1600-1662),

gelangt nach Fulda[254], Cunrad Rabich (1619-1699), starb in Berka/Werra, Burkhard R. (1646-1715), lebte in Berka/Werra, Heinrich Rabich[255] (* 1622 in Gerstungen).

Im 18. Jahrhundert werden folgende Ehefrauen für die Stammlinien A und B genannt:

Anna Maria Rödiger, 30 Jahre, vermögende und angesehene Witwe

Anna Elisabetha Seidler, ≈ 20, Tochter eines vermögenden Metzgers/Berka

Beate Buchenau[256], ≈ 18 Jahre, aus hessischen Geschlecht Wommen

Anna Martha Nehrdich, ≈ 21, Tochter eines Freigütlers (Kemnotte)

Katharina Elisabeth Bergling, 24, aus Erdmannshayn/Eichsfeld

Anna Fischer, ?. aus Herdaer (vermögender) Familie

Catharina Zickler[257], ?, Vater angeblich Böttner, aus Herdaer Familie

Anna Catharina Böck[258], 31, Tochter eines Schulmeisters

Anna Katharina Käsemann, 17, Tochter eines Schäfers, [Schulmeisterin]

Anna Margaretha Bachmann, 22, (Schultheiß)

Eleonore Friederike Scheiding, 33, Tochter eines fürstlichen Lakai

Anna Catharina Bachmann, 21, aus vermögendem Grundbesitz

Anna Elisabetha Prack, 19, aus Herda, mit Grundbesitz

Anna Catharina Stein, 21, Tochter eines Rasenmüllers in Berka

Maria Sophie Knappe, 21, Tochter eines vermögenden Brauherrn.

Für die Stammlinie CII (offensichtlich bäuerlicher Besitz nur im Nebenerwerb) ergibt sich ein etwas anderes Bild für die Ehefrauen:

Elsa Kreutzburg, ≈ 23, (vermögend) aus Herda

Anna Catharina Pfannenstiel, 21, Tochter eines hochadeligen Meyers

Wilhelmine Juliane Hotzel, 34, aus Herda (altstämmige Familie)

Anna Christine Küchenmeister[259], ≈ 31, 5 Jahre nach Tod der ersten Ehefrau

Anna Elisabeth Dietzel, 23, Tochter eines Huf- und Waffenschmiedes (Herda)

Agneßa Stein, 21, Tochter eines Rasenmüllers (Wassermühlen-Familie der Gegend)

Anna Margaretha Wittich, 26, Tochter eines Zimmermanns

Johanna Marie Christine Habekoß, 27, in Schlewecke, - mit unehelicher Tochter

Johanna Maria Elisabeth Grote, 34, in Schlewecke, 1 ½ Jahre nach Tod der ersten

Ehefrau.

Die bisher bekannt gewordenen Daten reichen nicht zur Erforschung des Heiratsmotiv s und zum Abschätzen des familiären Vermögens-Zugewinnes durch Heirat[260], auf jeden Fall steht hinter jeder geheirateten eine Familie, bei den bäuerlichen Herdaern auch meist eine vermö-gende. Von Abweichungen der Regel ist nirgends die Rede.[261] Aus einigen Daten ist abzu-leiten, dass der landlose Rabich durch Heirat wieder Ackersmann werden konnte.

Gewöhnlich sorgt jeder Bauer mit Landbesitz dafür, dass sein Landbesitz und damit auch sein durch Arbeit investiertes Kapital einen Erben erhalten, weshalb Kinder und insbesondere männliche Erben gezeugt werden sollten. Die Kindersterblichkeit ist einer der Gründe, wes-halb mehrere Kinder gezeugt werden, obwohl dadurch gleichzeitig ein Leerausgang von Kin-dern vom „Erbe“ produziert wird. Hier bilden die Rabich von der allgemeinen Bevölkerungs-entwicklung keine Ausnahme.

Nachfolgend werden die ersten 7 Generationen der erfassten Rabich- Stammlinien (bis zum 19. Jahrhundert) hinsichtlich der Zahl der berücksichtigten Ehen[262], der geborenen Kinder und der in der Ehe schon als Kinder gestorbenen Personen dargestellt:

Stammlinie Σ Ehen Ehen mit Kindern 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 12 13 Gen.

A 18[263] - 1 1 5 2 4 2 2 1

davon starben als Kinder[264] Σ - 1 1 4 1 5 3 6 6

B 22[265] 2 2 4 4 4 3 1 2 1 1

davon starben als Kinder 2 1 6 10 4 7 3 2 5

CII 10 3 2 2 - 2 1

davon starben als Kinder 2 1 2

H 21 3 5 3 4 2 2 1 1

davon starben als Kinder 1 2 8 2 1 1 1

Aus dieser Tabelle kann man erkennen:

1. Für gleiche Generationen-Spanne weicht die Ehenzahl stark voneinander ab

2. Die Sterblichkeit an Kindern ist z.T. erheblich unterschiedlich, siehe z.B.

bei Stammlinie B mit 5 Kindern ist die Quote mit 10 hoch!

3. Eine hohe Kinderzahl ist keineswegs typisch, d.h. die Fertilität ist nicht

gleich, manche Frauen bringen viele Kinder ohne Beschwerden zur Welt.

4. Wegen der geringen Zahlen ist eine statistische Aussage nicht möglich,

Einzelbeispiele haben individuelle Ursachen.

Generalisierende Schlussfolgerungen sind für das Geschlecht Rabich unangebracht, wenn auch angemerkt werden kann, dass die Klein-Familien mit wenigen Kindern im Mittelalter und der Frühen Neuzeit unüblich sind. Andererseits ist auffallend, dass gerade die bäuerlich orientierten Familien längere Zeit noch eine mehr konservative Einstellung zur Familie an sich hatten als nichtbäuerliche Berufe. Im 20. Jahrhundert offenbart sich der Wandel zuneh-mend, zugleich verschwinden die Gesichtspunkte aus dem Blickwinkel eines „Bauern“ fast völlig; die tatsächlich noch landwirtschaftlich arbeitenden Rabich sind auf ein Minimum ge-sunken.

Wenn man von Bevölkerung spricht, dann sind einerseits die Verluste durch Einsatz als Sol-daten, durch Seuchen, Krankheiten usw. und andererseits die als Objekte von „kriegeri-schen“ Ereignissen zu berücksichtigen. Hier konnte keine Spezifizierung vorgenommen wer-den, weil dieser Verlust im Mittelalter nicht quantifizierbar ist und später nur vereinzelt regi-striert wurde. Aber immerhin gäbe eine derartige Familienforschung erst eine Grundlage da-für, ob z.B. das Geschlecht in den verfolgten 15 Generationen „typisch“ für eine deutsche oder thüringische Familie ist und ob man überhaupt solche Vergleiche anstellen kann. Da die Auswirkungen nicht nur verschieden je nach Ort, sondern auch bei den Familien sind, soll diese Sachlage des Aderlasses des Geschlechtes Rabich nachfolgend etwas beleuchtet wer-den.

Nichts bleibt so im Gedächtnis bei den überlebenden Menschen haften, als gewaltige Ein-griffe in das Leben einer Familien-Gemeinschaft, insbesondere, wenn nahe Angehörige sterben müssen oder alles in Jahren aufgebaute Vermögen verlustig geht. Wer aus Herda im Mittelalter mit den „Herren“ auf Kriegszüge mitgehen musste, ist unbekannt, aber sicher kamen die Rabich’s nicht ungeschoren davon. Im 17. Jahrhundert sind die Folgen von Über-fällen der Soldateska und bewaffneter Banden, die die Region des Werratales heimsuchen, offenbar beträchtlich. Leider kann man sich hier in die Zeit des 30jährigen Krieges nur aus vereinzelten Berichten[266] rekonstruierend hineindenken, aber gewiss ist, dass über Jahrzehnte die Vorstellungen der Betroffenen und ihr jeweiliges Verhalten davon bestimmt werden.

Über die Größe von außerordentlichen Sterbeereignissen von männlichen Namensträgern z.B. durch Gewalt, kriegerische Ereignisse, Infektionskrankheiten usw. wissen wir erst nach 1700, sodass gerade der Ausfall infolge des dreißigjährigen Krieges ungeklärt bleibt. Mündlich überliefert sind schreckliche Vermögensverluste an Haus und Vieh, z.B. durch herumziehende Kroaten[267], so ist das Stammhaus in Herda völlig zerstört worden, wir erfahren durch ein-zelne Nachrichten von der Flucht einiger in die angeblich „sichere“ Stadt Eisenach und wir können manche Auswanderung von einzelnen Mitgliedern des Geschlechts auf den Krieg selbst oder infolge der deshalb geminderten Lebensperspektiven zurückführen.

Der 30jährige Krieg war nicht durch geschlossene Heeres-Fronten und klare Strategien der Heerführer gekennzeichnet, sondern einerseits durch einzelne militärische Aktionspha-sen[268], durch unterschiedlich schwer betroffene Regionen und andererseits durch die Krieg-führung, d.h. die Lastenverteilung aus der Gesamtsumme an Sold und der für die Versorgung der Truppen, denn man kämpfte nicht großartig mit einem Heeres-Tross oder konnte sich auf Magazine abstützen. Jeder Truppenführer konnte durch „Beutemachen“ sich persönlich be-reichern und die nachgeordneten Truppen hatten sich mehr oder weniger selbst zu ver-sor-gen[269], also aus der jeweiligen Gegend, insbesondere des Feindes, sich Nahrung und La-gerstatt besorgen. Was dazumal auf deutschen Boden gefrevelt wurde, was das arme deutsche Volk von dem in Soldatenröcken steckenden Abschaum und Auswurf Europas erleiden musste, übersteigt alle Vorstellungen, und nur eine unmenschliche, eine geradezu teuflische Phantasie vermag die Qualen zu erdenken, welche die „Kriegsfurie“ ausgeheckt und über jedes Alter und Geschlecht verhängt hat. Erbarmungslose Raubsucht und wütende Zerstörungslust, roher Blutdurst und raffinierte Grausamkeit, wilde Unzucht und erfinderische Marterkunst, sie häuften mitsammen eine Greuelmasse, wie sie so berghoch, feuerflammend und blutströmend zum zweitenmal kaum jemals und irgendwo aufgehäuft worden ist.[270]

Über die Missetaten während dieser Zeit in Herda liegt kein Bericht vor, lediglich soll 1/3 der Häuser völlig zerstört sein. Es gibt heute kein Haus in Herda, dass vor 1700 ihre Bauzeit hat. Aus der Wiederaufbauzeit des Stammhaus Rabich an der Linde von 1702 geht hervor, dass der Hausplatz offensichtlich über Jahrzehnte wüst geblieben ist[271]. Ob die zugehörigen Felder bestellt und Vieh anderswo gehalten wurden, ist unbekannt. Vom Nachbarort Berka/Werra heißt es lakonisch, es seien nur wenige Häuser übrig geblieben, eigentlich ist nur der „Gast-hof zum Stern“ erhalten.[272] Die (katholischen) Truppen des Feldmarschall G.H. zu Pappen-heim[273] (1594-1632) lagerten auf ihrem Marsch nach Hessen nahe der Stadt. Die Einwohner sollen in die „Hecken“ geflüchtet sein. Faktisch waren (fast) alle Häuser verlassen. Die Stadt soll aber erst später von den Kaiserlichen völlig niedergebrannt worden sein.

Im April 1623 kamen die katholischen Truppen unter Johann Tserclaes Tilly[274] (1559-1632) von Böhmen über die Pfalz bei der Verfolgung protestantischer Truppen unter Mansfeld auf dem Weg von Heidelberg durch die Wetterau, um Hessen-Kassel bzw. Christian von Braun-schweig zu bekämpfen. Dabei machte das dazu gehörige Regiment unter Obrist von und zu Schönberg Quartier im Werratal. Zwei Reiter dieser Einheit ritten am Dorf Heringen vorbei und die Bauern stellten die beiden, massakrierten den einen, der andere konnte entkommen und meldete den Vorfall. Dies löste das Erstürmen des Dorfes aus. Heringen sollte nun an-stelle des Niederbrennens eine Brandschatzung von 700 fl zahlen. Die Summe sollte auch die Freilassung der gefangenen Bauern bewirken, aber die Summe war durch den Pfarrer schwer aufzubringen, schließlich erst durch Geldleihe. Die Geldleiher wurden dann später von der Gemeinde Heringen durch Gemeindewiesen entschädigt.[275]

Dieser Vorgeschmack in der Zeit von 1623 bis 1625 artete am 13.Mai 1637 wirklich zu einem Niederbrennen von Heringen aus. Kroaten vollführten das unter dem 1632 zum General avan-cierten Giovani Ludovici Isolani (1586-1640). Dabei blieb es aber nicht, denn sein Auftrag[276] bestand darin, durch seine Einheiten die Flanken des Heeres zu sichern, in der Aufklärung und Säuberung des Geländes und im Terrorisieren der Bevölkerung. Waren es anfänglich nur 1000 freiwillige Kroaten, schwoll die Zahl der Söldner dann auf 20 Tausend kroatische Söld-ner[277] an, wobei man wissen muss, dass unvollständige Soldzahlungen bereits 1621 die Diszi-plin zerrütteten und dass sich einige dieser Söldner auf andere Weise schadlos zu halten ver-suchten. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass auch außerhalb der Zeit großer Schlachten Truppenteile anderswo auftauchten, insbesondere Reiter-Banden von Kroaten. So berichtet das Kirchenbuch von Dankmarshausen vom Mai 1637:“statt durchschnittlich 5 Beerdi-gungen wurden 253[278]durchgeführt. Andreß Möller, der Hirt von Kroaten mit dem Säbel um-gebracht, den die Wölfe gefressen, biß uff ein Bein. Sie haben ihm zuvor einen schwedischen Trunk[279]geben. Trotz großer Hitze lagen die Leichen, von Würmern bedeckt, vor der Kirch-türe, weil die Kroaten die Beerdigung verhinderten.“[280]

Das tragische Schicksal von Dörfern war im 30jährigen Krieg allein schon durch ihre Lage längs der Wege und Straßen bestimmt. So erlitt Richelsdorf an der „Alten Nürnberger Stra-ße“, die auch durch Herda führt, 1634 durch die Kroaten, die sich aus ihren Winterquartieren im Sontraer Raum zurückziehen mussten, eine gewaltige Plünderung mit anschließendem Niederbrennen. Die Bewohner, besonders die Frauen und Kinder, flüchteten mit dem Rest an Vieh und Habseligkeiten in die Wälder, während die Männer ihr Dorf zu verteidigen suchten und dabei größten teils umkamen. So kommt es, dass von den im Sontraer Erbregister auf-geführten 35 Familien nur noch 3 Familiennamen in dem Salbuch von 1664 erwähnt werden und übrig geblieben sind. Es dauerte Jahrzehnte, bis die verarmte Bevölkerung von Richels-dorf sich von den Folgen des Krieges erholt hatte. Besonders mühevoll war es, durch harte Rodearbeit die verwilderten Äcker und Wiesen wieder ertragsfähig zu machen.[281]

Nicht nur der Adel, sondern auch die Bevölkerung sucht ihr Heil in der Flucht zur Stadt Eise-nach, weil sie meint, dort vor den Soldaten sicher zu sein. 1635 unterzeichnete Herzog Will-helm von Sachsen-Weimar den Prager Frieden, aber das Weimarer Land wird trotzdem in der Zeit von 1636-1642 heimgesucht[282]. Eisenach erleidet 1636 eine große Feuersbrunst, so dass keine geschlossene Darstellung der Verhältnisse möglich ist.[283] Aber unzweifelhaft wütet die Soldateska im Eisenacher Land[284]. Das Adelsgeschlecht (derer von Herda) verlässt die Bran-denburg bei Lauchröden und zieht nach dem Kriegsende in das Dorf. Dort hatte 1635 die Pest in wenigen Monaten 250 von 600 Einwohnern hinweggerafft[285]. Keineswegs merkwürdiger-weise hat somit jede Ortschaft ihre eigene Geschichte von Pest, Mord, Verwüstung etc. – und dort wiederum einige Familien mehr als andere. Wer verließ denn nun tatsächlich den Hei-matort auf immer und konnte er hoffen, als Bauer sein Brot zu erarbeiten?

Besonder auffällig in der Verbreitung der Namensträger Rabich ist Sebastian Rabich (*um 1600 in?-1662) anzusehen, der im katholischen Fulda heiratet, 1641 dort Bürger wird und als Handschuhmacher, vermutlich am Hofe des Fürstbistums registriert ist[286]. Möglich er-scheint, dass er über Hersfeld, ein häufigeres Ziel von Herdaer Rabich, nach Fulda kam, aber das Überschreiten der Konfessionsgrenze setzt an sich eine Wanderungs-Zeit vor der Refor-mation voraus. Hier enden dann die Vermutungen, insbesondere auch zum Beruf, der auf eine enge Bindung an das Höfische und an die Jesuiten schließen lässt. Einer seiner Söhne ist Jo-hann Peter Rabich (1627-1695), der in Fulda von 1636 bis 1639 studiert, 1643 an der Uni-versität Köln immatrikuliert wird. Unter dem 17.12.1671 wird er Fuldaischer (öffentlicher) Notar und Registrator bzw. 1676 Secretarius beim Kardinal Bernhard von Graveneck (1671-1677 Fürst, Bischof zu Fulda). J.P.R. besitzt nach 1690 mehrere Häuser in der Stadt. Nicht auszuschließen ist, dass es zu dieser Zeit noch andere Rabich in Fulda gab.

Der dreißigjährige Krieg fällt in diese Zeit und er bringt auch Veränderungen, die nicht ohne Einfluss auf die Entwicklung der Familie in Fulda sind. So erscheint 1622 der protestan-tische Herzog Christian von Braunschweig vor der katholischen Stadt, plündert die Umge-bung und fordert 160 Tsd. Taler Kontribution. 1629 fordert der Kaiser von den protestanti-schen Fürsten, dass sie alle eingezogenen Güter zurückgeben. Dieses Ansinnen wird abge-wiesen, denn es würde die Vermögenslage der protestantischen Gebieter schmälern. So bricht ein offener Konflikt aus. Als der kaiserliche General Tilly bei Breitenfeld (Leipzig) 1631 eine vernichtende Niederlage erleidet, zieht er über Fulda nach Süden ab und nun erscheint mit sei-nen Truppen Bernhard von Sachsen-Weimar vor Fulda und versucht, dort eine Kriegs-Con-tri

bution einzutreiben. Gegen Ende September 1631 gibt der schwedische König u.a. das Hochstift Fulda dem Herzog Wilhelm V. von Hessen zu Lehen[287]. So rückt der hessische Oberst Albert von Uslar in Fulda ein, plündert die Stadt. Der Fürstabt Joh. Bernhard v. Schenck zu Schweinsberg flüchtet und fällt 6.11.1632 bei Lützen. Wiederholt fallen in der Zeit von 1635 bis 1644 Kriegsscharen ins Land, die Menschen kommen nicht zur Ruhe. 1635, 1637 und 1642 besetzen die Hessen Fulda, 1640 die Schweden. 1636/1637 gelten als „Kroa-tenjahre“ mit jahrzehntelangen schlimmen Erinnerungen, so wird die Bevölkerung auf 1/3 dezimiert, 18 Städte und 100 Dörfer werden Opfer der „Gräuel-Taten“. 1640 stoßen die Kai-serlichen unter General Piccolomini ins Werratal bis Vacha und dann Rotenburg vor, 1647 General Melander über Friedewald bis Hersfeld. Im Westfälischen Friedensjahr 1648 hat Fulda noch 2780 Einwohner, 1701 hat es 525 Bürger.[288] Ab 1648 bleibt das Fürstentum Fulda für 154 Jahre (katholisch) integer[289]. Das Fürstentum Fulda hat noch eine strenge christliche Tradition, in der Zeit von Hermann Georg von Neuhof (1635-1644) wird verordnet, dass die Juden an ihren Kleidern ein Abzeichen tragen sollen, um sie von den Christen zu unter-scheiden.[290] Unter Fürstabt Bernhard Gustav (1671-1677) müssen alle Juden das Land ver-lassen, in Fulda müssen sie in einem zugewiesenen Bereich (Getto) ihre Wohnung nehmen.[291]

Johann Peter Rabich fällt in den Akten auf, weil er am 05.11.1678 unter der Absterbehand-ung von Bischof Bernhard Gustav, Markgraf von Baden-Durlach aufgeführt ist. Dieser war im Übrigen 1662 zum katholischen Glauben übergetreten. J.P.R. Sohn aus erster Ehe Johann Kaspar (1652-1728) studiert von 1664-1671 ebenfalls. Christian Ignaz (1685-1764) aus zweiter Ehe studiert von 1698-1703 und wird Reverendus Dominus. Nach 1780 werden in den Fuldaer Dokumenten keine Rabich mehr gefunden. Weshalb nichts weiter aufzufinden ist, bleibt ungewiss, Im 7jährigen Krieg marschieren mehrfach Truppen durch Fulda. 1802 wird das Fürstbistum Fulda säkularisiert. Fulda hat 8559 Einwohner. 1806 marschieren 42 Tsd. ge-fangene Preußen durch, 1812/1813 französische Truppen. Schließlich wird das Fuldaer Land 1816 kurhessisch.

Die Jahre während des 7jährigen Krieges Preußen-Frankreich und die napoleonischen Zeiten bringen der Region Gerstunger Becken schwere Lasten an Fourage-Lieferungen, an Einquar-tierungen[292], die nur z.T. von der Gemeinschaft über verwaltungstechnische Entschädigungen ausgeglichen werden. Der Ratsmeister zu Herda Caspar Nehrdich schreibt am 01.03.1758 an die Regierung (in Eisenach) wegen der Heimsuchung der beiden Güter Kemenate von Boyne-burg und Rabich´s Gut. Der Fürst solle sich für eine Steuerermäßigung oder äquivalentes einsetzen.[293] Letztlich bleibt dem einzelnen Geschädigten nichts anderes über, als sich selbst zu helfen. Es kann jedoch nicht verschwiegen werden, dass die Armut um sich greift und manches Eigentum verkauft werden muss. Die sozialen Ungerechtigkeiten nehmen zu, zu-mal manche Not nur mit Hilfe von Spenden linderbar ist. So bleibt nicht aus, dass gerade in der niederen Schicht die Alten abgeschoben werden. Ein alter Bauer muß abtreten und zuse-hen, wie er zurecht kommt.[294] Die Kunde von der französischen Revolution findet so bei manchem besonderes Gehör – und der Adel und die Regierung fürchten für sich Folgen.[295]

Die „Ältesten Rabich/Herda“ (16. Jahrhundert)

1. V o r b e m e r k u n g :[296]

Unter Familie werden in früheren Zeiten Bemühungen verstanden, Nicht­verwandte, die in einer Lebens- bzw. Haus­halts­gemeinschaft leben, als Familien­ange­hö­rige zu betrachten und zu behandeln. Hier geht es nur um diejenigen, die (höchstwahrscheinlich) blutsmäßig ver-wandt sind gemäss den Vererbungsgesetzen und die den Familien-Namen tragen, d.h. adop­tierte Kinder sind daher dem Grunde nach ausgeschlossen. Insofern weicht aber die nach-folgende Berichterstattung von der einer rein fami­lienhistorischen Aufarbeitung ab. Das gilt insbesondere dann, wenn nach Scheidung nur ein Elternteil erzieht. Die rechtlichen Bezie-hungen durch kirchliche Trauung[297] und erst viel später durch amtliche Registrierung nach der französischen Revolution aabgelöst. Wenn der Familienname Rabich als verbindendes Indiz für Verwandtschaft genommen wird, dann deshalb, weil bislang alle Namensträger aus­nahmslos auf einen Herkunftsort hindeuten[298].

Die Zeit der Namengebung[299] ist die weitest zurückliegende, in denen man überhaupt nach Namensträger-Vorfahren suchen kann. Aus der Namensform Rab-ich lässt sich weitgehend ableiten, dass hier der Rabe aus germanisch-mythologischen Gründen darin steckt und das Dimunitiv – ich[300] angeklebt wurde, wonach die Bedeutung so etwas wie „der kleine Rabe“ ist. Wegen des Fehlens schlüssiger und konkreter Angaben ist bisher nicht gelungen, ein eini-germaßen gesichertes und gescxhlossens Bild religiöser Glaubenshinhalte über Praktiken der neolithischen bäuerlichen Bevölkerung zu entwerfen.[301] Da gilt auch für die vorgeschichtli-che Zeit germanischer Besiedlungen. Dabei wurde die in gewissen Germanenstämmen[302] übliche Natur-Vorbild-Bezeichnung den Raben Hugin und Munin, die dem höchsten Gott Odin umschwebenden Vögel zugeschrieben, die sowohl nach ihren herausragenden Wesens-Eigenschaften des Geistes und der Weisheit auf Menschen als auch als Abbilder der Götter-Vögel erst am Ende der Germanischen Götterwelt übertragen werden durften oder wurden. Dieser Zeitraum ist belegt durch überkommene Flurnamen der Südwest-Ecke Thüringens um Herda-Lauchröden und einige spärliche Relikte an Denkmalen.

Wahr­schein­lich hat die Namen­gebung[303] Rabich ihren Ur­sprung bereits in der Be­sied­lungs­phase in Heerda[304], das am Fu­ße der er­sten Anhöhen des westlichen Thüringer Wald-Vorlan-des und au­ßer­halb der Sumpf-Nie­­de­run­gen des Werratales liegt (Bilder 3 bis 5). Dabei passt der Na­me Rabich zu ver­schiedenen dortigen „ger­ma­nischen“ Flur- und Orts­na­men und zu de-ren Göt­ter-Tier­na­men-Mythologie, allerdings erst dann, als die Zerfallszeit es erlaubt, den Göttern zu­ge­­ord­nete "Na­men“ (etwa ab 8. Jahrhundert) auf den Menschen zu übertragen. Gerade bei den Ra­ben­vögeln, die dem höchsten Gott Odin/Wodan (Bild 9, auf der Schulter) zugeordnet wer­den, ist dies re­lativ spät zu erwarten. Zu be­achten ist dabei, dass die Schreib­­weise – nicht nur im Hes­­sischen (Fulda), auch in Urkunden, z.B. zu Rabbich, Rabig u.a. nachlässig – aber zumeist nicht dau­er­­haft – verändert wird. Die Endung –ich (= her­man­du­ri­sches Dimi­nutiv zu Rabe) ist im Ver­brei­tungsbereich mit süd­licher Grenze etwa bis Lauch­röden-Herda – auch bei an­de­ren Per­sonen-Rufnamen – noch später nach­ge­wie­sen[305]. Der Name Rabich ist auch in Flurnamen bei Herda und Lauchröden mit Ra­bich-Grund/Lieth (Bild 5a) zu finden. Der Per­sonal-Na­me Ra-be u.ä. soll im ersten Jahr­tau­send we­gen ihrer germa­nisch-mythologischen Vo­gel-Wurzel weit verbreitet ge­wesen sein, be­son­ders im Be­reich mit germani­schen Völkern unter dem Sammelbegriff Fran­ken.

Dieser Rufname müsste also lange üblich und zur Gewohnheit geworden sein, denn es ist im Allgemeinen so, dass die Ruf-Familien-Namen erst viel später in schriftlicher Form auftau-chen, wahrscheinlich erst nicht fern von der Zeit der Reformation, weil die Kirchenbücher maßgeben für die Abgabenbuchhaltung etc. sind und streng geführt werden musssten. Aber die ersten relevanten Aufzeichnungen (Herda) wurden im dreißigjährigen Krieg vernichtet, nur wenige Relikte gestatten einen Zusammenhang von Verwandtschaft zu konstruieren, aber oft nicht in direkter Art, sondern über Plausibilitäten.[306] Die Schwierigkeit besteht dabei darin, dass zwar eine Pflicht zur Teilnahme an Messen usw. bestand, aber ggf. nur eine besucht wur-de und die Verpflichteten nicht immer am Ort anwesend waren. Andererseits war die niedere Geistlichkeit daran interessiert, ihr Einkommen zu verbessern. Damit sind solche Listen zwar eine unsichere, aber eben überhaupt eine Register-Quelle.

2. Verwandtschaften und Kenntnis darüber.

Vor 1700 kann häufig wegen ungenügender Daten auf Zusammenhänge bzw. Verwandt­schaf­ten nur auf Grund von Indizien ge­schlos­sen werden. Lücken finden sich in den Pflicht-Kom­mu­nikantenlisten, so von Herda (KLH, 1563 bis 1616), die um die Zeit des Augsburger Reli­gi­­onsfriedens (cuius regio, ejus religio) 1560 auf­tauchen, und in Kirchenbüchern (KBH) zwi­schen 1640 und 1690 (Beginn von Kirchen­buch­führungen im Um­ge­bungs­bereich nach 1600, so in Herda erst ab 1693). Auch hängen die Eintragungen stark vom Eintrager ab, z.B. Na­men nach dem Hören bzw. der Sprechweise (Lautbildung). Das 16. Jahrhundert ist im Bereich um Herda (Ber­ka/ Werra, Ger­stun­gen, Haus­brei­ten­bach, Rienau) durch Übergang von bäuerlichen zu „lukra­ti­ve­ren“ Hand­werkerberufen, z.T. im Ne­ben­erwerb, durch die Re­a­li­sa­tion der christ­lichen Glau­­bens­trennung – gegen ka­tho­lisch konservative[307] – und lau­fende Än­de­run­gen in Amts- und Be­sitzverhältnissen mit deren monetären Belastungsfolgen sowie durch Wan­­de­rungs­be­we­gun­­­gen von Familienmitgliedern geprägt.

Im Familienarchiv derer von Herda – heute im Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar – sind sporadisch die Abgabenpflichtigen ihres Herrschafts-Bereiches festgehalten, darunter auch z.B. Rodelandzinser aus Herda wie die Rabich. Die noch vorhandenen Daten sind er-mittelt und ein­ge­arbeitet, aber die wenigsten Daten reichen in das 16. Jahrhundert zurück. Sie ermöglichen immerhin ei­nen familienhistorischen Hintergrund[308].

Ein Vorkommen von Namensträgern Rabich – oder ihren Frauen – vor den KLH ist an­zu­nehmen. Hier kann ein Indiz dafür sein, daß mehrere Rabich-Familien zeitlich zugleich ne-ben­ein­ander im Ort existieren. Man­ches deu­tet auf weit rückrei­chen­de Abstammungen, z.B. sind bereits um 1600 meh­re­re (ver­wandt­schaft­liche) Na­­mensträger in geo­grafischer Nach­­barschaft feststellbar. Der land­wirt­schaft­liche Besitz ist zu dieser Zeit be­reits Streu­besitz (Flur­bü­cher­hinweise), vermutlich aus Erbteilungen nach der Zeit des allodialen Gemein­be­sitzes – neben den mit Zinsen an „von Herda“ belasteten kleinen Rodeländereien, wo wir den Namen Rabich un­ter den Herdaern finden. Besitzübergänge kennzeichnen auch die verwandt-schaftlichen Be­ziehungen im Ort. Die verfügbaren Daten für ein Sippenbuch (Ortsfamilien-buch) Herda sind nicht aufgearbeitet.

Für die Namensträger Rabich scheint nach der Quellen-Lage der Ursprungs-Wohnort Herda und die nähere Umgebung zu sein, wobei Herda[309] als früher Wohnsitznahme-Ort – somit auch der Ra­bich´s - einleuchtet: es liegt einerseits als be­­­festigte Familien-Siedlung zwischen frühge­schicht­lich en befestigten Stätten[310] aus der fränkischen Zeit (vor 1000) wie Auenheim, Ger­stungen, Lauchröden, anderseits an einem vorgeschichtlichen Fernweg West-Ost[311] über Ei­se­nach-Erfurt, bei der wesentlich waren: eine Furt durch die häufig überschwemmte Aue der Werra bei Berka (Bild 5), au­ßer­halb der Sumpfzone, mit früh gerodeten Hängen, Was-serversorgung durch einen Bach und am Fuße des Hügel-Ketten-Vorlandes Thü­rin­ger Wald , deshalb wohl früh als Vorspann-Sta­ti­on[312] für Zugtiere genutzt. Berka selbst wies schon kurz nach der Christianisierung Klosterbesitz auf: das als menschenleer apostrophierte Wald- und Jagd-Gebiet östlich der Wer­ra wurde punkt­förmig sowohl durch Königshöfe zur Karolinger Zeit als auch von den Klö­stern Fulda wie von Hers­feld ko­loni/christianisiert.

Die sei­nerzeit noch existierenden ger­manischen „Häupt­linge“ [später vielleicht einige davon der spätere Niederadel], einer davon vermutlich ein Vor­fahr derer v. Her­da, wussten sich den neuen fränkischen Herrschern durch Schen­kun­gen oder durch besondere Untertänigkeit will­fäh­rig zu zeigen[313]. Die Stammlinien derer v. Herda reichen für Herda – so­weit eine Ver-bindung mit dem Ort ur­kund­lich nachgewiesen wird – bis auf das 12. Jahrhundert (Pa­tro­nats­kir­che) und das Jahr 1244 zurück, wobei einerseits die Verbindung mit dem Stift Hersfeld und (spä­ter) auch anderweitig („Burg/Schloß“ von Herda, beson­ders das Vor­werk[314] und die Pa-tronatskirche waren Mann-Erblehen davon) und andererseits zu den Ludowingern doku-mentiert ist. Um die „richtigen“ Lehn-Verhältnisse wurde später mehr­fach pro­zes­siert[315] bzw. es wurde bei den Abga­be-Streitigkeiten vor Gericht von Seiten derer von Herda mit den Aus-drücken argumentiert: „aus ur-denklichen Zeiten im Besitz, dokumentiert durch das Fortlau-fen der Lehnsverhältnisse durch die Lehns­herren“. Charakteristisch ist die Besitzvermehrung derer von Herda durch Ro­den von Wald, wie durch die zahlreichen Zins-Belege nachgewie-sen ist.

Für das Geschlecht Rabich sind aus den gegenwärtigen Informationen mit den Namens-trägern Rabich( Herda) 11 Generationen zu vier Stammvätern rückverfolgt, zu denen noch eine zwischenzeitlich untergegangene Stammlinie zuzurechnen ist[316]. Davor liegen unbe-stimmt etwa 4 Generationen, die mindestens zwei Stammlinien zuzuordnen sind. Weitere Nennungen sind Streu-Angaben, wo aus verschiedenen Indikationen auf eine Verwandtschaft mit dem Geschlecht Rabich (Herda) geschlossen werden kann. Die bäuerlichen Stammlinien sind von jeher gegenüber den adligen Häusern im Nachteil; niemand kümmerte sich um die dokumentarische Fixierung der Verwandtschaften. Andererseits muss man sagen, dass auch bei dem unter dem Hochadel stehenden die Linien zumeist im Hochmittelalter enden.

Die erste Namensträgerin Rabich ist die 1546 mit Haus und Hof im Amt Hausbreitenbach (Bild 6) dokumentierte Elisabeth, wohl um 1490 geboren und wahrscheinlich zu diesem Zeit-punkt Witwe. Daraus kann man auf einen vor 1500 geborenen Rabich schließen. 1547 wird sie als Einwohnerin von Herda bezeichnet. Sie steht in Verbindung mit einem ersten Na-mensträger Johann Rabich, der ältere genannt, der vermutlich vor 1528 geboren ist und 1553 ein Haus in Herda besitzt.[317] Unschwer sind es (nahe) Verwandte. Damit ist die Existenz von Rabich´s im Gebiet von Herda bereits im Mittelalter nicht nur naheliegend, sondern ein Stammvater müsste noch Generationen davor anzusetzen sein, allerdings ohne nähere Daten-Kenntnis.

Ein zweiter Namensträger mit Hausbesitz in Herda ist Kurt (Conrad) Rabich, der ältere, der bei der Steuerveranlagung von 1553 erstmals erscheint. Dieses Haus ist das sogenannte Stammhaus, das nach der Zerstörung im 30jährigen Krieg 1702 wieder aufgebaut worden ist.

Als sein Sohn dürfte Curt Rabich der Jüngere anzusehen sein, der um 1545 geboren sein dürfte. Diesen findet man in den Kommunikantenlisten von 1563. Als Zinszahler an das Klo-ster Frauensee werden 1578/1580 Curdt und Jacob Rabich genannt, vom letzteren wissen weiter nichts. Offenbar besitzen sie eigenes oder Pacht-Land in Rienau. Auch im Zinsver-gleich von 1597 werden ein Curt und ein Hans (Rhinow=Rienau) genannt. 1595 soll Curt (auch) Hofmann auf dem Vorwerk[318] hinter der Kirche gewesen sein, worauf später zurück-gekommen wird. Demnach muss die Familie Rabich ein engeres Verhältnis zu dem Nieder-adel derer von Herda gehabt haben, die wiederum dem Landgrafen von Thüringen nahe stan-den.

Für Curt und Hans (Johann) Rabich, die älteren, sind mindestens 2 Generationen nach ihnen Informationen aus den Kommunikantenlisten zu gewinnen, die letzte jeweils noch im 16. Jahrhundert geboren. Bis zum Anschluss an die als Stammväter rekonstruierten ist noch (mindestens) eine Generation anzunehmen, jedoch ist die Identifikation schwierig. So kann für die Stammlinie CII noch ein Cunrad (1619-1699) als Zwischenglied eingesetzt werden. Ein Geschwister-Teil dieser Generation dürfte mit Conrad (*1606 in Herda) der (hessische) Stammvater H sein, der vor 1631 nach Homberg/Effze kam, dort Weißgerber wurde.

Grundsätzlich gibt es im 17. Jahrhundert eine Reihe von Namensträgern, die man in die ein-zelnen Stränge der Nachkommenschaft nicht einordnen kann, andererseits zeigt diese Tat-sache, dass der Ursprung der Namensträger Rabich (Herda) im frühen Mittelalter – oder gar noch früher - liegen muss.

Anmerkungen zu den Daten der „ältesten“ Rabichs (Thüringen-Werra-Heerda):

1. Quellen-Lage:

Vor dem Beginn der Kirchenbücher Mitte des 17. Jahrhunderts sind die spezifischen Daten-Que­l­len wie Kommunikanten-Listen (infolge der Pflichtkommunikation), Steuerlisten u.a. so lüc­kenhaft, dass eine Verwandtschafts-Rekonstruktion der Namensträger erheblich erschwert ist. Unter der Annahme, dass die aufgefundenen Daten im Umgebungsbereich von Heerda ei­nen (ge­meinsamen) familiären Ursprung, etwa im 12./13. – oder nach ethymologischem Rückschluss – bereits im 8. Jahrhundert haben, wurden die Daten gemäß Plausibilitäts-Ü­ber­le­gun­gen eines Vorlaufes zu den spä­teren Stamm- bzw. Nachfahren-Linien geordnet. Die nahe Ver­wandtschaft zwischen den Stammlinien A und C (17. Jahrhundert) ist infolge eines Ge­richts­prozesses be­wie­sen. Ein direkter und gesicherter Anschluss ist wegen Fehlens der Daten einer bzw. zweier Generationen über den dreißig­jäh­rigen Krieg un­mög­lich.

Bei einigen Nachfahren ist der Verbleib ungewiss, einige (frühe) R.´s müssen in der Do­ku­mentation in unbekanntem Ver­wandtschaftsgrad solange verbleiben, bis weitere und nä­he­re Hin­weise ermittelt sind.

2. Berufs-Situation:

Noch im 16. Jahrhundert waren die Stammväter überwiegend Bauern, allerdings wegen der Real-teilung wohl be­reits mit verkleinertem Ackerbesitz bzw. Pachtäckern, so dass das Ein­kom­men zusätz-lich durch Spann­dienste (Fuhrmann/Zughilfe auf den Thüringer Wald längs der Ver­kehrswege) u.a. auf­gebessert werden musste. Die Rabich´s gehörten (damals)dem Grunde nach zur so­zialen Ober-schicht des Ortes; sie nahmen jahrhundertelang gehobene dörfliche Posten ein. Aber bereits zum Aus-gang des 18. Jahrhunderts findet ein Einbruch statt; einige Söhne ergreifen das Soldaten- und Söldner-Dasein. Damit zerbröckelt die langjährige Gesellschaftsstruktur.

Wahrscheinlich spätestens im 16. Jahrhundert mussten Söhne handwerkliche u.a. Berufe er­ler­­nen, wobei der Arbeitsort zunächst in die Umgebung bis 20 km, später weiter, z.B. nach Hes­sen ver­legt wurde. Die historische Aufklärung scheint nur punktuell möglich, ins­be­son­de­re ist auffallend, dass auch höfische Berufe erreicht wurden, z.B. in Hersfeld-Fulda Hand­schuh­­­ma­cher. Die Schulbildungen, insbesondere eine Ausbildung zum Organisten (Stamm­li­nie B, Gerstungen) ist unaufgeklärt. Be­son­ders für Auswanderungen weiter weg von Thü­rin­gen (z.B. Mecklenburg, England) ist die Mo­ti­vation unklar, da z.B. auch eine solche über ein Söldner-Dasein denkbar ist.

3. Umfeld-Situation:

Derzeit wird unterstellt, dass die „ältesten“ R.´s (durchweg) freie Bauern waren, obwohl ein enges Ver­hältnis zu dem örtlichen Niederadel (z.B. derer von Herda, erstmals 13. Jahr­hun­dert in Urkunden genannt) nicht ausgeschlossen scheint. Interessant ist der Grundbesitz-Be­zug über den Rabich-Flur-namen in naher Adels-Lage.

Das Leben der R.´s war in die dörfliche und verkehrsmäßige Entwicklung ein­ge­bet­tet, so im Ausbau des Ortes aus der Zentrale mit Burg (und Kemenate) an der „alten“ Straße mit einer zweiten „Burg“ (Schloß am Ende des Steinweges), an der im Mittelpunkt der Hof an der Lin­de (während DDR-Zeit gefällt) lag (älteste A). Der Hof wurde nach Urkunde im 17. Jahr­hun­dert er­neuert (heute unter Denk­mal­schutz). Vermutlich stand bereits vorher dort ein Hof. Als Gegenpol wird im 16. Jahrhundert ein Ziegelbau an der „alten“ Straße dokumentiert, ein Orts-Überbleibsel aus früher Zeit?

Als Ortsangehörige sind die R.´s von den aufrührerischen Ereignissen der Bauern, religiösen Fana-tikern u.a. sowie von den Kriegsereignissen wie Plünderungen, Konfiskationen direkt be­troffen, weil wegen der Straßenlage sowohl reguläre wie irreguläre Bewaffnete „häufiger“ durch Herda zogen. Die Rekonstruktion vor dem 18. Jahrhundert scheitert an den spärlich ü­ber­lieferten Nachrichten.

Selbst über das originäre geistige Bauernleben in Herda und Umgebung wissen wir nichts, die Herdaer werden nicht als Protestler gegen die Herrschafts-Schichten genannt, sie erscheinen nur als Einzelper-sonen in der Wiedertäuferdebatte, eine regionale Reformationsgeschichte fehlt. Luther war keine Ge-stalt aus den nationalen Niederungen, er schuf – allerdings unterstützt, weil die Säkularisation ein Vor-teilsgewinn für die Landesherren mit sich brachte – ein eigenes religiöses Bild. Sicher ist, dass der ein-stige Volksglaube sich noch Jahrhunderte im Land – wenn auch in Relikten – hielt. Detais sind weder erforscht noch in ihrer Entwicklung erfasst.[319] Somit fehlt für das Geschlecht Rabich der Bezug.

Der Ort Herda.

Aus der frühen Patronats-Kirche ging die heutige Dorf-Kirche[320] – vermutlich Jahr­hunderte vor dem Auf­­tauchen erster Namensverbindungen zu Herda und in der Nähe des spä­te­ren Adels„Schlos­ses“ - hervor, die der End­punkt des „Steinweges“ von der Kemenate Rich­tung Erblehnhof Kratzerode ist. Herda war über Jahr­hun­derte des Mittelalters und da­nach bedeutsam als Schnittstelle zwischen hessisch-thüringischen Amts­­be­rei­chen (Bild 6) wie später Gers­tungen, Hausbreitenbach, also letztlich Herrschaftsansprüchen vom Adel oder Klö­stern. Vor­geschichtlich scheint eine An­bindung an die germanische Rechtswirksamkeit vor­zu­liegen, der sich mit der Kolonisation und dem Auf­kommen von (fürst­lichen oder fürst­lich-klöster­lichen) Höfen eine dem­ent­sprechende Gerichtsbarkeit über­lagerte. Dafür sind Beweis die über­lieferten Flur- und Forstnamen und real einerseits baulich die Ke­menate, ver-mutlich der älteste Dorf­teil von Herda und später die Dorflinde (Bild 2a) in dem um sie grup-pierten Ge­höf­ten[321] und an­dererseits die befestigten Güter/Höfe (Bur­gen) wie Gerstungen, Haus­brei­tenbach, die im Mit­telalter Sitze von Vögten[322] oder Amt­män­nern wurden. Ob die Burgen Brandenburg und Brandenfels aus dem Mittelläufer Vorläufer haben, ist unsicher.

Bekanntlich ist das Verkehrsnetz seit jeher zugleich eine Basis für Kommunikation und Wis-sen über das, was in der Welt geschieht, So ist ein Indiz für die historische Bedeutung des Ortes Herda und damit der Einwohner ihre geo­grafische Lage an einem uralten Handelsweg, am Fuße der ansteigenden Hügelkette des Thü­ringer Waldes und gerade außerhalb des Über-schwem­mungs­- und Sumpfgebietes der Wer­­ra und Suhl, sie wurde von den ersten Besiedlern instinktiv gewählt. Direkt und als häufig benutzt ist sie erst im Mittelalter nachgewiesen, aber sie dürfte bereits früher von strategischer Bedeutung im West-Ost- und im Süd-Nord-Verkehr ge­wesen sein[323]. Die Anlage des Ortes spricht für eine frühe Bewehrung und für einen früh­mittelalterlichen Rast- bzw. Umschlagplatz[324], für eine Spann­station allein schon wegen des An­stieges zum Thüringer Wald. Deshalb sind deren Einwohner bereits frühmit­telalterlich über die Bege­ben­heiten der Welt „besser“ als an­ders­wo orientiert, Anfang des 16. Jahr­hun-derts ist dort eine Quelle von Wieder­täu­fern auszumachen. Aber deshalb sind auch die Her-daer Betrof­fene von Heeres- und Plün­derungszügen, von Pest­ver­brei­tun­gen. Es gibt kein Da-tenmaterial, wonach man die dadurch bedingte Änderung der Dorfbevölkerung messen könn-te.

Beachtlich scheint die Lage von Heerda als Grenzort zwischen zwei Bann-Gebieten (kaiser-lich-kö­nig­lich/kirchlich), denn nördlich schließt sich ein umfangreicher (adeliger) Forst an, der bis etwa Lauchröden reicht und faktisch über ein halbes Jahrtausend denen von Herda gehört. Die Ludo­win­ger greifen schon früh bis nach Au­enheim wenige km südlich von Her­da. Die Verhältnisse zwischen und unter den Niederadligen der Region sind unbe­kannt, insbe-sondere deren Ver­wandtschaft, Öko­no­mie und deren Zwi­stigkeiten. Die von Herda sind ver-schiedentlich mit anderen Adels­ge­schlechtern eng liiert, besonders mit dem Geschlecht derer von Boyneburg[325]. Allerdings be­sit­zen diese offenbar erst ab dem 14. Jahrhundert Rechte auf der rechtswerraischen Bran­den­burg, gegenüber der Burg Brandenfels[326]. Die Entstehensge-schichte der Adelsgeschlechter von Boyneburg und „von Herda“ weist eine Reihe von Ge-meinsamkeiten infolge der karolingischen Verdrängung der germanischen Gaustrukturen in kirchenorganisatorische Einheiten mit den Klöstern Hersfeld und Fulda auf, teilweise koope-rieren sie oder verbinden sich durch Heiraten.[327].

Die Rabich´s in Herda (Bilder 8 und 11).

Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind vor 1500 die Rabich´s Bauern, vermutlich sogar Alt- und Vollbauern[328] ge­wesen. Zu welcher Bauernschicht[329] sie zu rech­nen sind, ist jedoch nur ver-mutbar. Erst im 17. Jahrhundert sind die Land-­Wiesen-Flächen zu den Eigentümern doku-mentiert. Nur wenige hatten damals einen Besitz, der die 20 Morgen über­schritt, wozu die Rabich ge­hör­ten. Der Adel dürfte in dieser unmittelbaren Region mehr als das 100fache an Land (eines besseren Bauern) be­ses­sen haben[330]. Die Herdaer hatten oft gewisse (dokumen-tierte) Abgaben (Zinsen/ Natural+) an die Her­ren – auch dem Nie­der-Adel derer von Her­da[331] - zu leisten, hatten an­dererseits wohl, wenn auch im geringen Umfang, Eigenland[332]. Ihr Verhalten zur Zeit der Bauernaufstände im 16. Jahrhundert[333] ist unbekannt, jedenfalls sind sie in den relevanten Dokumenten nicht genannt, allerdings mehrfach in der Zeit während des 30jährigen Krieges und der Durch­märsche Alliier­ter Truppen im 18. Jahr­hun­dert. Im 30jäh-rigen Krieg ist das Geschlecht Rabich arg ge­beutelt worden; das Stammhaus scheint ähnlich dem Schloß Herda eine Zeitlang zu den Wüsteneien zu gehören. Die Herdaer und die Rabich hatten bei den je­wei­ligen Kriegs­wir­ren erhebliche Verluste. Historisch von Bedeutung für das Maß des Frei­seins ist die do­ku­men­tierte Ab­lösung[334] Ende des 19. Jahrhunderts. Wie weit dies für die anderen damaligen Familien des Geschlechtes Ra­bich oder nur für den Zweig (Stammlinie A) der Rabich gilt, ist noch nicht er­forscht.

Da die Rabich´s bereits im 16. Jahrhundert in mehrere Familien[335] gespalten waren, wird das Ältesten- bzw. Erb­­recht wich­­­­tig gewesen sein, d.h. es erbte (germanisch) an sich nur einer, der älteste. Vermutlich herrschte hier schon im Mit­telalter eine Realteilung vor. Er­wie­­se­ner­maßen liegt bereits um 1600 eine fortgeschrittene Parzel­lie­rung im Bereich Ger­stungen-Her­da-Haus­brei­ten­bach vor[336]. Auch änderte sich das Einkommen durch wech­selnde Eigen­tü­mer/ Be­sit­zer bzw. Abgaben-Hei­scher, Schatzungen, Plünderungen (infolge der logistischen Ver­­sorgung von Truppen[337] ), Missernten und infolge der Markt­ab­hän­gigkeit. Es ist derzeit nicht nachvollziehbar, wieweit die Ra­bich´s direkt betroffen waren und sich mit der allgemei­nen bäuerlichen Unzufriedenheit, der Nich­tigkeit irdi­scher Rang- bzw. Standesordnungen iden­­ti-fizier­ten[338]. Gerade diese Stammlinie scheint sich an der Ab­gabenverweigerung des 19. Jahr-hunderts, besonders 1840-50, der sich fast alle Gemeinden und deren Mitglieder an­schlossen, nicht besonders aktiv be­teiligt zu haben.

Sicher scheint, daß es bereits zur Anfang des 17. Jahr­hunderts bereits mehrere Ab­kömm­linge der Ra­bich´s gab, die eine völlig andere Berufs-, nicht nur Neben­be­rufs-Wahl trafen, also keine Bauern mehr wurden bzw. waren, ausschließlich ein Handwerk er­lern­ten[339], Ge­werbe betrieben, dabei ggf. wegzogen oder sogar geistige oder militärische Dienste, z.B. am gräf­­lichen Hofe verrichteten[340]. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wird der Ab­wanderung sdruck deut­li­cher[341]. Die Motivation scheint dabei fast immer der sozial-wirt-schaftliche Zwang gewesen zu sein, man war über das anderswo durch Händler und Durchreisende orientiert. Längs der in Herda ein­mün­denden Wege ging es z.B. nach Fulda, Hers­feld, Rotenburg und Homberg (Landgrafschaft Hessen-Kassel). Nach südlichen Ländern liegt kein dokumentar nachvollziehbarer Hinweis vor.

Das Lebens- und Sozial-Niveau.

Unsere heutigen Vorstellungen von Freiheit, Menschenwürde usw. lassen sich nicht auf die germanische oder vor- bzw. frühgeschichtliche Zeit übertragen. Wenn, dann galt bei den Ger-manen das gesprochene Recht und dieses wieder – so die historische Auffassung – den einzu-haltenden Tugenden wie Treue, Ehrlichkeit usw. Selbst die Mythologie, die Götter- und Sa-genwelt ist und war danach eingerichtet.[342] Die jeweilige Machtverteilung war ein Spiegelbild der arbeitsteiligen Wirtschaft, des Land- und Leute-Besitzes, soweit man die Verteidigung oder die Kriegszüge auch als wirtschaftsrelevant ansieht. Das änderte sich radikal mit der Un-terwerfung der Thüringer unter eine Fremd-Herrschaft „oben“ bis herunter zum „Volk“.

Mit der Neuverteilung von Macht kam als Folge die Christianisierung: danach wurde die neue christliche[343] Verhaltensweise erzwungen[344]. Geschichtlich belegt ist, dass die Christia-nisierung und Frankisierung im 7./8. Jahrhundert zunächst bei dem höherem Herrschafts-Adel ansetzte, was deutlich wird an einer entsprechenden Weisung des Papstes an den römisch-ka-tholischen Missions-Chef Bonifatius (672-754).[345] Von da ging es in das Volk. Der Aufbau einer gezielten Missions-Struktur mit Stützpunkten dauerte vermutlich Jahrhunderte, weil der Mensch vor Ort an Ritualen, an „heidnischen“ Gebräuchen hing[346] und zunächst Adels-Ka-pellen Vorrang hatten, die z.T. für das Volk geöffnet wurden[347]. Das gilt auch für Herda. Ob eine frühzeitige Anpassung Vorteile für einzelne Familien im Sozialstatus mit sich brachte, ist offen, aber denkbar; die Beziehung zum Ortsadel setzt wahrscheinlich schon früh ein.

Der Vorteil regionaler historischer Familienforschung liegt darin, dass nicht die komplizierten Beziehungen oberhalb der dörflichen Besonderheit zu studieren sind, wenn man auch Anlei-hen aus Berichten anderer Regionen zur Deutung zu Hilfe nehmen muss[348]. Zweifellos ist die mittelalterliche Herausfilterung wirtschaftlicher Verhältnisse, dass man die internen Ver-knüpfungen der Familien untereinander nicht rekonstruieren kann. Was in der modernen Zeit Beziehungen heißt, waren damals zumeist verwandtschaftlicher Art, schon beim Start eines bäuerlichen Nachkommen ohne Land spielte das eine Rolle: woanders gab es vielleicht keine Söhne. Herausgehoben sei die wahrscheinlich enge, auch wirtschaftliche Verflechtung der Stammväter Rabich mit der Familie Fischer wie auch des Pfarrers.[349] Leider konnte nicht aufgeklärt werden, wie eine solche zustande gekommen ist, aber vielleicht ist die Beziehung deshalb so eng, weil man in kriegerischen Zeiten zusammenstand oder gleiche Interessen hat-te. Vermutlich ging sie so weit, dass die Bearbeitung des Landes oder die Benutzung von Wegen oder die Haltung von Vieh kooperativ bewältigt wurde.

Zwei Punkte dürfen in keinem Fall vernachlässigt werden:

- der Unterhalt des Pfarrers bzw. dessen Pfründe als Pflicht[350]

- die Nebeneinkünfte eines dörflichen Bauern, wie z.B. aus einem Handwerk.

Im Mittelalter wie auch in der Frühen Neuzeit war die Herrschaftspraxis die Abhängigkeits-Gestaltung durch Lehen oder Pfründe, d.h. z.B. durch zugesicherte Rechte an Einkom-mensquellen, z.B. der Naturalien-Lieferung an eine dezidierte Stelle oder den Pfarrer selbst. Die Befreiung von dieser Last (des Zehnten) erforderte nicht selten Ablösesummen, wo das Aufbringen (in Geld) gerade für arme Leute schwierig war. Für manche Pfarrer bedeutete dies zugleich einen Auftrag zu einer Gegenleistung, nämlich in Rat und Tat.

Die Nebeneinkünfte zählen schon im Mittelalter zu den nicht durchschaubaren Erträgen aus handwerklicher Arbeit, nicht selten durch den Titel „Meister“ veredelt. Die organisatorischen Regeln von Innungen waren nicht immer vollständig und durchsetzbar. Wir sind in Bezug auf Herda faktisch ohne Kenntnis, nicht einmal von Geldeinnahmen in der Frühen Neuzeit. Das Hausbrauen – wurde es nur für den Bedarf der eigenen Familie ausgeübt oder wurde ausge-schenkt? Konnte der Schmied nicht auch auf Gegenseitigkeit arbeiten und Sachen anfertigen? Hier dürfte der Nebenerwerb[351] manches Dorfbauern nicht unwichtig gewesen sein. Aller-dings ist es ohne höheres Gesamteinkommen nicht möglich, bestimmten Heiratspartner auszu-wählen, in die Sanierung/Wiederaufbau von Häusern, in Kauf von Grundstücken, Landma-schinen zu investieren. Deutliches Beispiel ist der Stammvater von Linie A und die in dieser Linie zu Bürgermeister aufsteigenden Landwirte.

Nach der Einführung des römischen Rechts im von Franken beherrschten Landen, so in Thü-ringen, verschwand die (germanische) Nichtveräußerbarkeit von Boden, Wald usw., nun konnte man mit diesen Natur-Grundrechten und den Lehen/Pfründen handeln. Die neue kirch-liche und weltliche Herrschafts-Organisation brachte so eine neue radikale Ansehens-Rang-Ordnung zustande, ja schließlich den Egoismus nach vorn, jetzt wurden Machtbefugnisse und Vermögenshöhen Entscheidungsgesichtspunkte. Jetzt musste eine gewisse Intelligenz vorhanden sein und angewendet werden, um sich selbst einen Vorsprung vor anderen zu ver-schaffen, um z.B. seine Kinder „studieren“ zu lassen.[352]

Die Stammlinie A ist hierfür ein Beispiel[353] für die Akademisierung der Nachkommen – und in der rheinischen Unter-Linie B der Vermögensbildung aus dem Handel. Der Gastwirt Andreas Friedrich Rabich (1827-1899), schräg gegenüber dem Stammhaus residierend[354], verklagt den Gutsverwalter Gießler wegen unbefugten Behütens (von Schafen) auf seinen Wiesen. Der Herr von Herda tritt dem Prozess mit Rechtshilfen bei und wertet diese Aus-einandersetzung zu einem Musterprozess für ähnliche Fälle auf. Ihm ist es egal, was das ko-stet – und deshalb dauert der Prozess von 1854 bis 1857. Umgekehrt erfährt die Gemeinde, was es heißt, Recht gesprochen zu bekommen. Die Zeit nach 1840 ist auch in Herda eine, in der die kritische Sicht auf den dort bestimmenden Adel zunimmt, denn einige sind durch die Willkürakte, das Verbieten des Holzsammelns usw. betroffen, andere werden sogar Kredit-nehmer. Aus dem Sohn Ernst des Land- und Gastwirts in Herda (Linie A) Friedrich Rabich wird ein Professor am Gymnasium in Gotha, der sich daneben durch seine Vielzahl musi-kalischer Leistungen wie Kompositionen, als Musikdirektor bei dem herzoglichen Hofe, als Verleger von Musikalien und Journalen usw. und als Leiter einer Liedertafel auszeichnet.[355]

Ob der soziale Status nun durch Eigenleistung begleitet oder unterstützt durch „Beziehun-gen“ zu anderen, vermögenden erreicht wird, ist für den Erfolg unmaßgeblich. Als Beispiele für Beziehungen im Geschlecht Rabich seien angeführt: Im 17. Jahrhundert fällt ein studierter Notar Johann Peter Rabich in Fulda auf, dessen Vater am Hofe angestellt ist. Dieser Rabich wird sogar katholischer Kardinal-Sekretär und ist begütert bzw. erwirbt in kurzer Zeit mehrere Häuser in der Innenstadt. Die direkte Verwandtschaft zu Herda ist dokumentarisch nicht nach-gewiesen, jedoch naheliegend. Ein anderes Beispiel gibt Lorenz Rabich, der es – vermutlich auf Beziehung[356] zum Adel derer von Herda – zum Leutnant bringt und dessen Sohn – in weiter gepflegter Beziehung zum Eisenacher Militär – Fabrikant mit Bekleidungsausrü-stungen dafür. Diese Beispiele zeigen auf, dass aus dem genetischen Erbe eines Bauern heraus kommerzielle Karriere gemacht werden kann, wenn man sein Leben richtig gestaltet.

Man kann ganz allgemein sagen, dass das reale Lebensniveau (Wohlstand) damals[357] dem des unmittelbaren Umfeldes entspricht, so in erster Linie aus dem der „Macht“ (Stand unter dem Adel/den Rittern), den Abgaben bzw. dem, was übrig blieb und „frei“ ver­walt­ba­rem Be-sitztum (Grundherrschaft). Dieses Niveau bleibt nicht gleich. Wie sieht das nun in Herda aus? Grob existieren Anfang des Mittelalters etwa ein Dutzend Familien – um den Rastort zum Weg über den Thüringer Wald. 1547 werden dort 80 Feuerstätten gezählt mit 380 Einwoh-nern, 1553 gibt es weniger als 120 Haushaltsvorstände. Die Häuser gliedern sich in 55, die als solche anzusehen sind, dazu kommen noch 18 Kleinhäuser von Steuerpflichtigen. Eine Elisa-beth Rabich (Elsa) steht in der Rangliste der Steuerkraft des 16. Jahrhunderts etwa in der Mitte, wir wissen jedoch nicht, für welchen männlichen Namensträger sie steht.[358] Jedenfalls stehen die Rabich auch als Familiengruppe nicht sonderlich gut da. Im 18./19. Jahrhundert dürften in Herda ¼ besitzlos (Handlanger, Tagelöhner usw.) gewesen sein, 90 % gehören zur niederen bis mittleren[359] Schicht. 2 Adelige sind im Besitz von ca. 20mal größerer Fläche als einer der Mittelschicht. Es sind in den niederen Schichten auch Handwerker vertreten. Mehr-funktionalität im Erwerb wird hier nicht berücksichtigt.

Wenn man seinerzeit (am Ausgang des Mittelalters) etwa 60 Familien[360] als her­da-ständig an-sieht, so wird klar, dass – neben den wenigen Handwerkern - die Größe und die Qualität des Be­sitztums unter­schied­lich war[361] bzw. sein musste, weil das verfügbare Land offensichtlich in der Haupt­sache nur einigen „Groß“bauern[362] zugute kam. Dabei ist die zu versorgende Fa-miliengröße ungleich[363]. Für die Ein­ord­nung der Rabich´s sei in erster Näherung die Zahl der Rabich´s auf 20, die der „herrschenden“ – meist unter­einander verwandten - Familien auf 100 und die Ein­wohnerzahl von Herda im 16. Jahrhundert mit etwa 250 bis 300 geschätzt. Im 17. Jahrhundert dürfte die Einwohnerzahl – wahr­scheinlich infolge von Truppenmärschen, Ver-wüstungen[364] usw. – erheblich gesunken und das Verhältnis sich zueinander verändert haben. Die Rabich´s stell­ten über die Jahr­hunderte hin öfter herausgehobene Posten, wie Zwöl-fer, Kata­ster­füh­rer, Bürgermeister, Steuer­ein­neh­mer usw. in Herda. Ihr Besitz war mit dem der relativ „reichen“ Bau­ern des Ortes[365] vergleichbar, nicht jedoch im Entferntesten mit dem des ört­lichen Adels wie z.B. derer von Herda und der von Boineburgk´s[366].

Der historische Hintergrund von Herda kann neben den anderen bereits genannten Gründen als weiteres Indiz für eine Zuweisung zum ger­manischen gelten, ins­­besondere aus dem Geschlecht des uralten Thüringer Adelsgeschlechtes derer von Herda, die in ihrer Na­men­gebung vom Ort – wie andere heute ausgestorbene der Umgebung - hergeleitet werden kann und die im 13. Jahr­hun­dert in Urkunden dokumentiert sind, wobei der Ort bzw. die Patronats-kirche bereits im 12. Jahr­hun­dert als zum Herr­schafts­bereich des hersfeldischen Klosters ge-hörig zu rechnen ist. Die von Herda sind offen­sichtlich nicht nur Lehnsleute dieses Klosters, sondern auch Gefolgsleute des Landgrafen von Thü­rin­gen[367]. Die Aus­brei­tung der dem Adelsgeschlecht derer von Herda zurechenbaren Rodeländer im Gesamtgebiet des Werra-bogens mit einem Mit­tel­punkt um Herda spricht ebenfalls für eine Machtvergrößerung. Leider sind die regionalen Adelsgeschlechter fast alle ausgestorben, d.h. irgendwann fehlte ein männlicher Nachkomme. Einige sind mit Ortsnamen verbunden (Gerstungen, Heringen), aber deren Geschichte ist nicht erforscht.

Wahrscheinlich ist für die Rabich – wie allgemein in Thüringen - eine ­durchgehend mittel-alterliche bäuerliche Exi­stenz. In welchem Ver­hält­nis die we­­nigen Sippen[368] der Uralt-Bau-ern vom Ort Herda im Mit­telalter zu dem orts­be­zo­genem Nieder-Adelsgeschlecht stehen, ist unklar, aber wahr­scheinlich zunächst eng mit un­kla­rem Übergang zur Abgaben-Abhängig-keit[369]. Die Verwandtschaft zwischen den Sippen des Ortes und denen in den Nach­­­barorten ist ebenso als eng anzunehmen, wobei augenscheinlich die Namen an­derer Herdaer Uralt-Ein­­woh­ner­ge­schlechter im 17. Jahrhundert in der weiteren Umgebung öf­ter zu finden sind als die von Rabich[370]. Viele kleinere Bauern kombinierten einzelne Elemente zur Gesamt-Wirt-schaftskraft, d.h. aus den Ernteerträgen[371] sowohl vom eigenem Boden als auch vom ge-pachtetem Land, das auch aus Rodeland bestehen kann[372]. Hier ist infolge der individuellen Pachtverträge eine breite Streuung entstanden. Eine gerechte oder wahrheitsgemäße ge-schichtliche Analyse ist nicht möglich, da über Jahrhunderte hinweg die Konkretisierung des Ertrages aus dem Ackerbau ungenau ist, ja z.T. einer Schätzung oder Willkür unterworfen. Hinzu kommt, dass die Mengen an Saat- und Erntegut weder in Qualität noch in Größe genau gemessen werden konnten, abgesehen davon, dass der Boden ungleiche Ertrags-Güte hatte, die Düngung ungleich, das Wetter regional unterschiedlich usw. Die These des „Zehnten“ z.B. von der geernteten Kornmenge und die Rückbehaltung als Saatmenge bis zu einem Drit-tel, sind höchstens als Richtgrößen anzusehen. Bis in das 19. Jahrhundert war dieses Kapitel mmer eine vage Angelegenheit und erst recht, gerechte Abgaben abzufordern – abgesehen von der Verunkrautung im Feld.

Vorstellungen von den Vermögen an Grund und Boden in Herda sind z.B. 1704 erhalten. Das Gut derer von Herda hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 28 ha[373], der „größte“ Bauer nach Ackerfläche war Jeremias Glock mit 3 ha, Sigmund Rabich hatte dagegen die Summe von 12 Teilstücken jeweils mit weniger als 1 ha.[374] Aus dem Jahr 1880 existiert eine Grundbesitz-Er-mittlung, aus denen man die Verteilung der Äcker auf die einzelnen Rabich in Herda er-sehen kann: Der Bürgermeister Ernst Rabich hat mehr als 11 ha in Besitz, gefolgt von Georg mit weniger als 10, August mit mehr als 8 und Friedrich mit mehr als 6 ha. Die anderen haben Größen von < 5 ha.[375] In der Eigen-Größe[376] rangiert der Bürgermeister jedoch immer noch weit hinter den beiden Adligen „von Herda“ und „von Boyneburg“, aber noch vor den Fami-liengruppen wie Nehrdich, Hotzel und Zickler, mit denen die Rabich jedoch auch in ver-wandtschaftlicher Beziehung stehen.[377]

Die damaligen wirklichen Verhältnisse der Wirtschafts- und Steuerkraft zu ermitteln, ist fast unmöglich, denn die Abgaben in Getreide und in Geld (Pfennig) müssen ins Verhältnis gesetzt werden zur Ertragskraft und zu den Geld-Einkünften. Johannes Rabich (1748-1802)

kehrt als Enkel des Stammvaters der Linie A Laurentius in das Stammhaus nach Herda – offensichtlich vor 1775 – zurück und betreibt mindestens z.T. Landwirtschaft. Aber wir kennen weder die Ackergröße, deren Lage und Zustand noch das zur Verfügung stehende Vieh. Die erste dokumentierte Abgabe lautet 1777 in Geld 7 5/6 Pfennig, in Naturalien 2 ¼ Eier[378] und 3 l Korn. Sie bleibt über Jahre in etwa in dieser Höhe, aber es beginnt der häufig wiederkehrende Eintrag, dass er schuldig bleibt und seine Summe sogar erheblich ansteigt. Wie soll ein Betrag dann auf einmal aufgebracht werden? 1780 gibt es in Herda – diesem Verzeichnis nach – bereits 73 Einwohner mit Abgaben-Schulden. 1795 steht Johannes mit 60 l Korn in Verzug. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts steigt der Abgabebetrag – diesmal mit Erbzins für den Schwiegervater seiner Ehefrau Caspar Nehrdich 11 l Korn und 11 l Hafer. Das muss dann auch die Witwe 1803 „zahlen“. 1815 stirbt die Witwe und die Last fällt jetzt auf die Erben, vornehmlich auf Johann Ludwig Rabich (1785-1867), der wohl Landwirt und Anspänner war und es zum Schuldeputierten gebracht hat.

Schleierhaft ist die Naturalien-Verwaltung seitens des Adels, denn die ist gleichzeitig an La-gerhaltung und Konservierung gebunden. Aber nicht viel besser ist die geldliche Abgaben-Buchhaltung Jahrhunderte später.

Trotz aller offensichtlichen Mängel wurde eine – wenn auch bruchstückhafte - Ermittlung der wirtschaftlichen Verhältnisse durchgeführt, aber es konnte keine Analyse der einzelnen Fami-lien noch des Geschlechtes vorgenommen werden. Hier müsste zu viel „geschätzt“ werden. Eindeutig ist, dass durchgängig in der Buchhaltung der Abgaben-Herrschaften Schuldver-hältnisse der Rabich aus Herda festgestellt wurden, ob diese aus Absicht[379] entstanden, aus wirtschaftlichem Unvermögen oder durch besondere Ereignisse, kann nicht nachvollzogen werden. Hier soll von den erfaßten Daten ein Sonderfall herausgegriffen werden:

Dass die Sippe Rabich in Herda schon zur frühen Neuzeit zur sozialen Oberschicht gehört, ist zu vermuten, aber nicht un­mittelbar beweisbar. Im 16. Jahrhundert ist ein Rabich Hofmann auf dem Vorwerk neben dem Gut de­rer von Herda (hinter der Kirche). Der als „Stammsitz“ deklarierte Hof in der Dorfmitte an der Linde wird nach dem drei­ßigjährigen Krieg, um 1700 – wie auch andere heute als Denkmale geschützte Fachwerkbauten – verwüstet und muss er­neu­­ert werden. Der aus dem 19. Jahr­hun­dert rück­geschlossene ursprüngliche Grundbesitz läßt ei­ner­seits einen gro­ßen ursprünglichen Bewirtschaftungs-Bereich[380] ver­muten, lehrt an­de­rer­seits aber gewal­tige Zersplitterungsphasen infolge Real­tei­lung und Sippenvergrößerung, der durch Hei­rat, Ver­­erbung usw. ver­fälscht worden sein kann. Da der heutige Zustand der denk­mal­ge­schützten Herdaer Häuser – und damit auch das eines von Rabich - vornehmlich auf den Be­­ginn des 18. Jahr­hun­derts an­zusetzen ist, wissen wir davor wenig. Eine Hofge­schich­te ex­stiert nicht. Dass der heutige Denkmalschutz mit seiner Erhaltungspflicht eine Veränderung der Substanz nicht verhindert, dürfte bekannt sein. Es gibt dafür keine amtliche Kontrolle. Herda ist so etwas wie ein Museumsdorf, in einigen Häusern kann man die Raumaufteilung, -höhe etc. noch sehen.[381]

[...]


[1] die Inhaltsübersicht in der Ursprungsfassung des Gesamtwerkes ohne Teil 1 (Herda als Ort und Dorfbevölkerung) ist im Anhang unter 10. aufgeführt. Hier nur den Extrakt aus der Gesamtfassung.

[2] In verschiedenen Dateien verteilt, hier nur ein minimaler Bestandteil, z.T. sind sie in den Büchern über Herda und Gerstungen enthalten. Für das Kapitel 8 der ursprünglichen Fassung sind auch Listen derjenigen aus dem Geschlecht Rabich, deren Fotos erfasst sind bzw. deren Quellen. Diese sind im Staatsarchiv Leipzig/Genealogie einzusehen. Es wurde keine Bewertung hinsichtlich Phänotypen usw. vorgenommen. Bemerkenswert sind gewisse Eigenheiten, die noch nach 10 Generationen „Verwandtschaftsmerkmale“ erkennen lassen. DNA-Studien zum Vergleich sind nicht durchgeführt; alles Aufgaben der Zukunft. Von einigen Personen wurden die Stammbäume erstellt und digital archiviert.

[3] zum Verständnis der äußeren Umstände (herrschaftliches oder politisches Untertanentum), einige geben markante Ereignisse in den Geschichtsfakten wieder. Die Darstellungen sind selektiv und nicht vollständig.

[4] einige historische Daten: Bernhardt, Claus. Bibliografie der Urkunden und Quellen zur Geschichte des Amtes Gerstungen. Freiberg, November 2012 (offensichtlich Selbstverlag). claus.bernhardt@gmx.de

[5] noch auf Fotos und Postkarten Mitte des 20. Jahrhunderts abgebildet. Die kulturelle Bedeutung wird – gerade für Thüringen – besonders herausgestellt. www.echinomedia.de/int/titel/baeume_shk/auszug.pdf und http://de.wikipedia.org/wiki/Tanzlinde. Erhaltene Dorflinden: Dankmarlshausen, Gerstungen, Lauchröden, Sallmannshausen und im weiteren Umfeld in verschiedenen Dörfern.

[6] im Mittelalter

[7] im System der genealogischen Folge, d.h. den Eltern folgen die Kinder, die dann mit Nummern versehen, weiter in der genealogischen Folge aufgeführt werden. Zugehörige Personendaten sind in ‚Fußnoten enthalten.

[8] nach dem Verschmelzen von Ei- und Samenzelle beginnt das Individuum. die Zeitlinie, die von der befruchteten Eizelle zu den Keimzellen für die nächste Generation führt, nennt man Keimbahn, hier kann Mutation stattfinden und hier ist seit neuem menschlicher Eingriff möglich.

[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Stammesgeschichte_des_Menschen

[10] ~ hier 1 Fortpflanzakt pro Generation = 1 Glied in der Fortpflanzungskette angenommen

[11] ist derzeit nur hypothetisch auf natürliche Art oder von außen aufgezwungen (Mutation). www.bio-kompakt.de/fgenetik/molekulargenetik/mutation-erbgut

[12] zugleich Auslese. bei genetischer Variabilität des Menschen. So soll der IQ auch den Erbgesetzen folgen, es wird die Wahrscheinlichkeit erhöht. Es bleibt fraglich, ob Bildung die Intelligenz oder das Intelligenzpotential im Erbgut steigert. www.v-weiss.de/iq-falle-s77.html http://de.wikversity.org/wiki/Vereerbung_des_IQ

[13] http://de.wikipedia.org/wiki/Ausbreitung_des_Menschen und http://d-hnb.info/97996671X/34 Haak, Wolfgang. Populationsgenetik der ersten Bauern Mitteleuropas. Dissertation Universität Mainz. 2006

[14] Schilt, Felix. Molekulargenetische Verwandtschaftsanalysen am prähistorischen Skelettkollektiv der Lichten-steinhöhe. Dissertation Universität Göttingen. S.153 http://webdoc.sub.gwdg.de/diss/2006/Schilz/schilz.pdf

[15] Domestikation Rind, Hausschweine, Ziegen, Hund und auch Nutzpflanzen (Mais vor 4,4 ka).

[16] Kühnle, Guenter Reinhold. Die Jagd als Mechanismus der biotischen und kulturellen Evolution des Menschen. Dissertation Universität Trier. http://ubrt.opus.hbz-nrw.de/volltext(/2004/173/index.html

[17] der Beginn der Vergletscherung der Arktis wird auf eine Zeit vor 2,7 Millionen Jahren angenommen, hier ist das Werkzeug des Menschen aus Stein.

[18] Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Artikel 3, Abs.3 wird der Begriff „Rasse“ noch verwendet, aber interpretiert nicht als „reine“ Rasse, sondern wegen des Begriffsverwendung als Unterscheidungsmerkmal.

Heute umfassen „Ethnien“ das begrifflich.

[19] www.doelemann.de/morgenstern/RassismusBegriff.htm Mit Literatur-Angaben.

[20] Jakobs, Hans-Jürgen. www.sueddeutsche.de/politik/minarett-verbot-wenn-der-staat-das-volk-nicht-mehr-versteht. 17.05.2010

[21] Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte in Frankreich 1789, Artikel 3, S. 1. Der Ursprung aller Souveränität liegt wesenhaft in der Nation.

[22] abgesehen von dem Bezug eines erstmals auftauchenden Namens oder des Beginns einer „Geschichte“.

[23] www.stiftungfriedenstein.de/fileadmin/Unterlagen/Dauerausstellung.pdf S. 5

[24] www.antikefan.de/kulturen/germanen.html www.juditzrauch.de/germanen.html und Fundnachweise siehe: www.dainst.org/medien/de/Arch.Funde.D.pdf

[25] nicht im Sinne von definierten Herrschaftsgebieten, sondern des Transfers durch Siedlungsgebiete.

[26] unter Berücksichtigung einer gewissen Rang-Ordnung.

[27] Alles, Stefan. Lampert von Hersfeld und Eberhard von Fulda, zwei gelehrte Mönche als kritische Repräsentan-ten ihrer benachbarten Reichsabteien in den Umbrüchen des 11. und 12. Jahrhunderts. Dissertation Universität Marburg. 2011.

[28] Georg-Wilhelm, Hanna. Die Ritteradligen von Hutten, ihre soziale Stellung in Kirche und Staat bis zum Ende des Alten Reiches. Dissertation. Universität Bamberg, 2006. S.5, 18, 21 bis 25. Dort auch Quellen. – Rein, W. Uraltadel Rein, W. Ztschr. Verein thür. Geschichte und Altertumskunde 4(1860)1/2.

[29] nicht im heutigen Rechtssinne. Bis zum Ausgang des Mittelalters gab es nur bedingt Grenzmarkierungen.

[30] Heuse, H. Caspar Wilhelm von Herda d.J. verkauft 1699 4 seiner Untertanen aus Unterellen an Adam Ludwig von Reckrodt zu Lauchröden. Neue Werra-Zeitung 2007, H. 19. – Heuse, H. – M. Wittich. Untereller Untertanen derer von Herda protestieren 1742 gegen wachsende Abgaben. Neue Werra-Zeitung 2007, H. 24, S. 13. Weitere Daten in Rabich, A. Das adlige Geschlecht derer von Herda. GRIN-Verlag. 2006 u.a.

[31] Helbok, A. Volk und Staat der Germanen. Historische Zeitschrift 154(1936)2 S. 229-240

[32] Ein Bildungsergebnis wird offensichtlich nicht im Erbgut verankert – oder doch?

[33] www.leuenberg.eu/Sites/default/files/doc-195-1,pdf Kirche-Volk-Staat-Nation. S. 19ff.

[34] man denke nur an die „Vermischungszeit“ und an die emotional aufgeladene wissenschaftliche Diskussion über die Frage: wie sind wir was geworden? Freede, Peggy. Rätselhafte Heimat unserer Urahnen, Verwandtschaft. Spektrum der Wissenschaft 21.04.2010. Seit 200 Jahren steht fest: Wir Europäer sind Verwandte der Inder. 4 Quellen.

[35] Arndt, Nicole. Die Geschichte und Entwicklung des familienrechtlichen Namensrechts in Deutschland unter Berücksichtigung des Vornamensrechts. Dissertation. Universität Kiel. 2003. München: Herbert Utz. 2004

[36] http://de.wikipedia.org/wiki/Eindeutschung

[37] Beispiele: Alexander in Mühlhausen, Elena & Oleg Rabich in Neustadt (Hessen) mit Kindern Markus und Katharina. Diese Eindeutschung konnte nicht mehr gestoppt werden, da die Behörde bereits entschieden hatte.

[38] http://de.wikipedia.org/wiki/Namensrecht_(Deutschland)

[39] Janitzki, Michael. Adoption in der DDR. Dissertation Universität Kassel. 2009

[40]nach einem Entwurf vom Jahre 1952. [Nach verschiedenen Unterlagen, so Cascordi, die deutschen Familien-namen, Kluge-Götze, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache usw. Siehe auch Diss. H. Danz {Flur-namen der Region} Potsdam 1966, usw.].

[41] Aus den Begleitvögeln (Raben) vom höchsten Gott Odin/Wotan in Verkleinerungsform (-ich).

[42] www.tierchenwelt.de/sperlingsvoegel/69-rabe.html Hier für Schüler erklärt.

[43] http://de.wikipidia.org/wiki/Odin Hier Hunin und Munin.

[44] vgl. hierzu http://de.geneanet.orf/abstammung/de/rabe.html http://de.wikipedia.org/wiki/Rabe siehe auch Raabe. Wilhelm Raabe, Ahnentafel von Sophie Reidemeister. Mitt. d. RG (1935)4, Beilage. und in: Ahnentafel berühmter Deutscher. Leipzig: Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte. 1929-1932 sowie in: Deutsches Geschlechterbuch, Bd. 81-87 Görlitz: Starke, auch auf deren CD-ROM 11.

[45] Archiv der Mormonen, eine Reihe asiatischer usw. Nachnamen fehlen hier.

[46]n. Bahlow, 1967 S. 217/30

[47]Siebs, 1970, S. 105

[48] Manchmal mit verschiedenen Varianten in der späteren Schreibweise, ein Indiz für eine frühe Entwicklung. Sie­he Kapitel 1.11. a.a.O.

[49] die Auswirkungen auf die Blutsverwandtschaft sind numerisch nicht untersucht.

[50] Obwohl die archäologischen Funde auch Kelten bis in die Nähe der Elbe nachweisen, ist deren Einschmel­zung in die germanische Stammes-Masse als wahrscheinlich anzunehmen.

[51] Kein Beweis für fränkische Benennung. Eher Bezug zu Haus (sächsisch-germanisch).

[52] Die Suffix-Benennung –ich ist ein weiteres Indiz für einen enges regional-germanischern Bezug. Da in dieser Zeit allgemein kein Land-Besitz-Stand damit gegeben ist, ist eine Deutungs-Identität anzunehmen. siehe: http://de.wiktionary.org/wiki/zäunen. Siebe dort unter Beispiele ab/umzäunen mit Quelle: Nr. 6 Adalbert Rabich, Regionalgeschichte des Gerstunger Beckens. S. 104, nach books.google.de zitiert.

[53] Liet, Lidde = Abhang, manchmal etwas abgewandelt.

[54] Grund bedeutet in der Landschaft wie Vertiefung, Niederung usw., was mit der Lage am Böller übereinstimmt.

[55] Anthropogene Deutung und Vorstellung, nicht anthropomorph (in menschlich ähnlicher Gestalt gedacht). Siehe auch: Dahn, Felix. Germanische Göttersagen. Ausgabe 1892. Hier: Wodans Heimkehr (vom König Ger-not), 5. Vers, Zeile 5/6 (im Stil des 13. Jahrhunderts): Dann werden die beiden Raben sich wieder aufwärts schwingen und alle Tage Kunde aus allen Welten bringen. Im Bild von Odin: die beiden Raben neben dem Haupt fliegend, d.h. sie sind Produkte des Geistes/Gehirn.

[56] Socin, Adolf. Mittelhochdeutsches Namenbuch. Hildesheim: Georg Olms. 1966, S. 237.

[57] Real ist sicher „sehr dünn“ besiedelt gemeint.

[58] vgl. hierzu: Stein, Ferdinand. Personennamen prägen Orte und Fluren im fränkischen Ausbauland. Buchenblätter, Beilage der Fuldaer Zeitung für Heimatfreunde. 85(2012) Nr. 12 vom 03.07.

[59] In Sallmannshausen unterhalb Gerstungens an der Werra könnte Einheirat der Grund gewesen sein. Vgl. hierzu das Kapitel 2. IN Rhinow waren z.T. mehrere Besitzer.

[60] Aber nicht mehr in männlicher Linie, der letzte Vertreter hat zur DDR-Zeit verzichtet.

[61] Die früheren Geschichten-Schreiber übertreiben gern, hohe Zahlen bedeuten etwa „viel“.

[62] Die Transkription von Namensträgern aus Osteuropa in Rabich ist irreführend, leider aber in den letzten Jahr­zehn­ten verschiedentlich festzustellen. Daher: Vorsicht bei Namensträgern Rabich, woher stammt der Na­me?

[63] vgl. Raban von Herda heiratet Catharina von Hutten, dessen Kind ist Mechtild mit Besitz der Kemenate in Herda und Herrschaftsrechten in Lengsfeld. Ludwig von Boineburg (1466-1537) heiratet Mechtild (1.Ehe), wodurch ein einflußreicher Adelsverbund in der Region entsteht. In der Kirche von Gerstungen befindet sich ein Grab-stein des Heinrich von Boineburg, + 1486, eine Linie der Boineburg nannte sich auch „Herr zu Ger-stungen“. Ludwig von B. hatte eine Zeitlang seinen Wohnsitz in Gerstungen. War einflussreicher Rat am hessi-schen Hof in Kassel, Hofrichter und Statthalter. War an der Gründung des (protestantischen) Schmalkaldischen Bundes 1530 beteiligt.

[64] weitere Aus­führungen z.B. Neuß, E.- Studien zu althochdeutschen Tier­bezeich­nun­gen, München, 1972, S.133 und Müller, G. Ger­ma­nische Tiersymbolik und Namengebung. 1970, , S.52ff

[65] z.B. der Göt­ter-Mythologie; s. deVries, Jan: Altgermanische Religionsgeschichte, 1957, S. 61ff./§§ 373, 382

Kolkraben gehören zu den schlausten Vögeln. Heinrich, Bernd – Thomas Bugnyar. Intelligenztests für Kolk­raben, Spektrum der Wissenschaft Juli 2007, S. 24 -31. Operieren logisch. Dies erkannten die Germanen.

[66] Schröder, Deut­sche Namenkunde, 1944, S.52ff.

[67] Wens­kus, R. Stam­mes­bildung u. Ver­fassung, das Werden der früh­mittelalterlichen gentes. 1961, S. 512/3

[68] Damaris Nübling – Konrad Kunze. Der Deutsche Familiennamensatlas (DFA). 2012, Forschungs-Projekt..

siehe auch: www.kuehnle.de/flurnamen/examanesarbeit/flurnamenforschung.html

www.uni-giessen.de/~g91059/publikationen/jena.pdf

[69] http://de.wikipedia.org/wiki/Genom Es sei hier außer acht gelassen, dass außer dem Gen noch Zellmaterial usw. vererbbare Informationen weiter gibt. Molekularbiologie der Zelle. Weinheim: Wiley-VCH. 2011 ISBN 3527323848 und 9783527323895.,

[70] www.3sat.de/print/?url=/scobel/167098/index.html

[71] http://de.wikipedia.org/wiki/Epigenetik, Vererbung epigenetischer Prägungen.

[72] www.3sat.de/page/?source=/nano/news/105056/index.html

[73] http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/weisz-helga-2002-03-21/PDF/weisz.pdf Gesellschaft-Natur Koevlution.

[74] Wobei derzeit Germanen die bereits ansässige Bevölkerung verdrängt haben sollen, um wie viel %?

[75] Wawruxmel. Ameta. Sozialgeschichte der Familie: Entstehung und Entwicklung der modernen Kleinfamilie als Leitbild der Moderne. Universität Erlangen. 2004. www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/31831.-html

http://edoc.hu-berlin.de/master/hamra-sulamith-2007-07-23/PDF/hamra.pdf

[76] Strophe 77 des Havamal, in der Übersetzung von Genzmer. www.asatru.de/nr/index.php?uoption-com_conteent&view-article&id=185%3Adie-edda-ihre-bedeutung-fuer-uns-&content=12-%Aallemin&iternid=52 Andere Übersetzungen kommen womöglich der Urform näher. Siehe auch: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 14. Berlin: deGruyter, 2. Auflage. 1999, S. 90

[77] Sippe ist in eine Abstammungslinie eingebunden, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Sippe

[78] Sowohl in Art als auch im Verhalten, siehe: Mitterauer, Michael. Historisch-antrhopologische Familienfor-schung. Köln: Böhlau, 1990, S. 133 Beispiel: Ökotypus. Im ländlichen Raum Vielfalt der Prozesse. Beispiel für Veränderung: Ausgedinge, s. ebenda. S. 96/9, Gestaltung des Zusammenlebens von Generationen..Einbezug von Hilfskräften, ebda. S. 137

[79] Die Familie ist die blutsverwandte Gruppe, die von der Zeugung bis zur Reifung des Kindes zum Erwachsen-seins die Heimstatt und der behütete Ort für das Kind bleibt; man lebt miteinander und erlebt zusammen.

[80] www.bpb.de/izpb/8036/wandel-derfamilienentwicklung-ursachen-und-folgen?p=all und http://de.wikipedia.org/wiki/Familie

[81] http://www.bpb.de/izpb/8017/familie-konzeption-und -realitaet Johannes Huinink, Universität Bremen

[82] BGB § 1618a. Die Familie ist verfassungsgemäß besonders geschützt, weil man weiß, dass (gegenwärtig) die Familie die kleinste Basis der Gesellschaft ist.

[83] ungleich dem Begriff Familienform z.B. der bäuerlichen, bürgerlichen usw.

[84] Aus Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Stand 2007.

http://ediss.sub.uni-hamburg.de/vollteste/2011/3155/pdf/Heinz_Familienblatt.pdf S. 7

[85] www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/8354/Diplomarbeit_Anne_Bischoff.pdf S. 24 zitiert nach Cerpka, 2008, S. 19 und Hill & Kopp, 2006, S. 14.

[86] www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/46950.html

[87] Schröder, Iris. Die kulturelle Konstruktion von Verwandtschaft unter den Bedingungen der Reproduktionstechnologien in Deutschland. Dissertation Göttingen. 2003, S. 204

[88] Siehe preußisches Untertanengesetz von 1842.

[89] am 01.05.1920 als Land Thüringen gegründet.

[90] Im Zeitalter der Doppelten Staatsbürgerschaft und der Adoption von Kindern durch Homo-Ehepaare absurd.

[91] erfolgte zunächst meist nach dem Lautbild, woher Abweichungen kommen wie Rabig, Rabisch usw.

[92] www.sciencedirect.com/scienc e/article/pii/B9783437275401500120 Jane Coad

[93] aus meinem Schriftsatz vom 09.09.2012 an das Bundesjustizministerium wegen des Beschlusses des Bundes-tages zur Beschneidung unter religiösen Vorstellungen, Ablehnung Brief v. 25.09.2012, wonach andere Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit schwerer wiegen als diese.

[94] http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2002/816/pdf/d20116.pdf S 75 und 127ff. Dissertation/Ritual.

[95] vgl. veränderliche (inhomogene) ethnische Gruppe als sozial konstruiert. http://de.wikipedia.org/wiki/Ethnie

[96] http://wikipedia.org/wiki/Laakoon. Hier umfangreiche Interpretation in Kunst und Vorbild-Funktion. U.a. die Version von Gotthold Ephraim Lessing 1766 und folgenden wie Schiller und Göthe..

[97] Delbrück, Hans. Geschichte der Kriegskunst, Teil 2, Die Germanen, 1921.Nachdruck 2000. S. 16, 21,25, 32

[98] Rasehorn, Otto. Der völkische Freiheitkämpfer. In: Erich Ludendorff, München: Ludendorffs Verlag. 1938, S. 515. Siehe hierzu weiter S. 520/521, der Marsch zur Feldherrnhalle Nov.1923 und S. 536 und S. 582.

[99] Pothmann, Wilhelm. In: Erich Ludendorff, 1938 S. 604.

[100] Scherr, Johannes. Deutsche Kultur- und Sittengeschichte. Leipzig: Hesse & Becker. 1938 (1858), S.46

[101] Bagus, Anita. Volkskultur in der bildungsbürgerlichen Welt. Dissertation Universität Gießen. 2002/2005.

[102] Hier herrscht Verwirrung zwischen dem, was die jeweilige Gruppe wirklich im Sinne hat oder was man meint, sie würde – journalistengemäß – denken und handeln. Vgl. zur Thematik: Puschner, Uwe. Die völkische Bewegung im wilhelminischen Kaiserreich. Habilitation. Darmstadt, WBG. 2001 und Jung, Walter. Ideolo-gische Voraussetzungen…in der völkischen Bewegung der Anfangsjahre der Weimarer Republik. Dissertation Universität Göttingen, 200. S.11. Vgl. auch die Konfrontation der DVFP zu NSDAP und die verächtlichen Veröffentlichungen von Ludendorff ab 1929 in L. Volkswarte, verboten 1933, Nachfolge 1957, 1967 verboten. L. warnt Hindenburg 1933 vor Hitlers zum Reichskanzler. http://de.wikipedia.org/wiki/Ludendorffs_Volkswarte

[103] Nach dem 1. Weltkrieg reihten sich z.B. besonders Frontkämpfer in die Bewegung ein.

[104] http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/schug-alexander-2007-05-09/PDF/schug.pdf S. 267 (Werbung)

[105] emotional bei den Montagsdemonstrationen in Leipzig zur Angliederung an die Bundesrepublik gebraucht.

[106] http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsvolk Hier Abschnitt: das Staatsvolk im bundesdeutschen Verfassungsrecht.

[107] http://akademische-blaetter.de/zeitgeschehen/gestern-äund-heute/volk-und-staat Rothl, Christian.

[108] www.geschichtsforum.de/f60/definitionen-von-volk-staat-und-nation Siehe auch das Existieren von Nationalismus, so der Versuch, Griechische Vielheit nach Gründung von 1821 zu einen und zu einer „Nation“ werden zu lassen, sich mit ihr zu identifizieren. www.zeit.de/2007/48/OdE5-Nationalismus

[109] http://geb.uni-giessen.de/volltexte/2005/2386/pdf/Berrisch_Sigmar-Strack.pdf S. 117.zitiert Simmel, 1890, S.173

[110] Berrisch, 2005, S. 121.

[111] 490 v.Zr. Rettung von Athen nach der Schlacht.

[112] Horaz, Carmina 3, 2, 13. Sicher war nicht gemeint: als Soldat zu sterben, das galt in der NS-Zeit.

[113] www.burschenschaft-suevia-koeln.de/Vaterland.htm Bekenntnis zum Recht eines Volkes auf Bewahrung seiner geschichtlich gewachsenen Identität und seiner kulturellen Eigenarten. 2010.

[114] De vita Cn. Julii Agricolae (3,1). Jetzt erst kehrt das Leben wieder = nach der Wende 1990 [Festschrift].

[115] Gauck, Joachim, in Zusammenarbeit mit Helga Hirsch. Winter im Sommer – Frühling im Herbst, Erinnerung. München: Siedler, 2011, S. 334-337.

[116] Grundlage ist das Warum? www.wandelweb.de/blog/?p=46 Bayer, Paul 7.11.2007 ‚Die fünf Warum II. Über Philosophie, Glauben und Naturwissenschaften bzw. gesichertes Wissenschaftswissen wechseln die Ansichten, mancher sieht in der Würde und der inneren Fähigkeiten den wahren Menschen, ein anderer nur eine Kreatur im Laufe der Schöpfung. H.St. Chamberlain (1855-1927) wird mit seinem Werk „Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts“ und seinem Kapitel „Weltanschauung und Religion“, München. F. Bruckmann. 1899 etwas lobenswertes Kühnes, andere wieder verdammen ihn als Wegbereiter des Nationalsozialismus, obwohl Adolf Hitler sein Werk als dumm bezeichnete (Rauschnig, H. Gespräche mit Hitler. 1940, S. 51). www.hschamberlain.net/Grundlagen//Grundlagen_download.html (allerdings spätere Auflagen).

[117] Vgl. hierzu:: Helm, Metthew L. & Spril Leigh Helm. Ahnenforschung online für Dummies, übersetzt von Birgit Wendet. ISBN 3-8266-2900-0, Bonn: mitp-Verlag. 2001.

[118] Es fehlt für die Verwandtschaftsermittlung innerhalb der Herdaer Dorfgemeinschaft die Aus­wertung der heute in Mikrofilm im Landeskirchenarchiv in Eisenach vorliegenden Dateien.

[119] Roth, Gerhard. Das Gehirn und seine Wirklichkeit. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 1995. S. 311 Geschwind, Daniel H. – Genevieve Konopka. Genrairante erklärt Besonderheit unseres Gehirns. Spektrum der Wissenschaft. 2013, Februar. S. 12/13.

[120] Rodrigo Quian Quirogba – Itzhak Fried und Christof Koch. Wie das Gehirn die Großmutter erkennt. www.spektrum.de/Biologie & Medien, Online-Dossier „Hirnforschung“. 2011, März, S. 29-33

[121] Spitzer, Manfred. Digitale Demenz. München: Droemer-Verlag. 2012. S. 69, 96, 110, 211 und 238.

[122] im Werratalmuseum in Gerstungen zu sehen.

[123] Begemann, Ina. Palynologische Untersuchungen zur Geschichte von Umwelt und Besiedlung im südwestlichen Harzvorland. http://webdoc.sub.gwdg.de/diss/2005/begemann.pdf. Göttingen, 2003. S. 16ff.

[124] als keltisch wurde ein Armschmuck aus Bronze in Fernbreitenbach identifiziert, im Museum in Gerstungen.

[125] In welcher Art oder Form das vor sich ging, ist unbekannt, möglicherweise gegen Altansässige.

[126] die Wegstrecke führt bereits aus vorrrömischer Zeit zum Thüringer Wald, dann von Mainz als römischer Sitz durch den Limes (Marköbeler Kastell), später vom Erzbischof-Sitz über Berka/Werra-Herda-Oberellen nach Eisenach, sie hatte Abzweigungen ► http://de.wikipedia.org/wiki/Via_Regia Auch = „Hohe Straße“.

[127] bereits zur Christianisierung wurden Konzentrationspunkte wie Heiligtümer usw. genutzt.

[128] Tausend, Klaus. Im Inneren Germaniens: Beziehungen zwischen den germanischen Stämmen vom 1. Jh. vor bis 2. Jh. nach der Zeitrechnung. http://ww2.h-net.msu.edu/reviews/showrev.php?id=29929 2009.

[129] Delbrück, H. S. 15/16. Das besagt nicht, wie die Haussiedlungen tatsächlich an Familien beherbergten.

[130] Frölich, Andrea. Herrschaftsstrukturen und –legitimation: Der Thüringer Landgrafenhof unter Hermann I. (110-1217). http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de Dissertation. S. 23/24.

[131] mit den Schwergewichten Klöster Fulda und Hersfeld, das bereits im Frühmittelalter Landbesitz im Bereich von Berka/Werra, die Schenkung des Wildbanns durch Kaiser Heinrich II. bestärkte das Besitzrecht von Hers-feld, seit 1239 sind in Berka hersfeldische Ministeriale nachweisbar. Der Landgraf führt 1283 das Zollrecht ein, ab 1284 wird ein Gerichtsstuhl dort eingerichtet. Landgraf Philip I. von Hessen führt 1527 zwangsweise die Reformation durch. 1539 tagen in Berka hessische und kursächsische Räte zur Regulierungen von Grenzstrei-tigkeiten und Reforma-tionsangelegenheiten. http://de.wikipedia.org/wiki/Berka/Werra

[132] beispielsweise werden als Burgmann, Vögte oder Pfandinhaber für Gerstungen genannt: von Gerstungen 1174 -1333, von Herda 1375 usw. Näheres über die Adelsgeschlechter und ihren Besitz ist zumeist unbekannt. Der Kondominatsvertrag zwischen dem Abt von Hersfeld und dem Landgrafen von Thüringen stammt von 1354.

[133] aus heutiger Sicht unrühmlich ist die Haltung von Justus Menius, 1529 in Eisenach Pfarrer geworden, denn er bringt über die Wiedertäufer zwei Schriften 1530/1544, zu denen Luther Vorworte schreibt, heraus. Mehrfach verhörte er den Bauern Fritz Erbe aus dem Dorf Herda bei Eisenach, weil Landgraf Philipp von Hessen sich einer Hinrichtung widersetzte, welche der Reichstag von 1529 und ein Gutachten Melanchthons 1531 für die Anstifter forderten. Aber noch 1551 gab es einige Gruppierungen. www.deutsche-biographie.de/sfz8720.html .

[134] v. Herda 1543 ThHSTA Weimar li 1703, Herda 1554 Li 2468, 1465-1621 Berka u. Herda HstA Marburg, Aktendeckel Bl. 1 – 89 und andere Angaben.

[135] www.thueringen.de/imperia/md/content/lzt/reformation.pdf. Joachim Bauer. 1999.

[136] hier besonders zu nennen Rabich in Fulda in unmittelbarer „Dienerschaft“ des geistlichen Hofes.

[137] http://webdoc.sub.gwdg.de/univerlag/2006/brundiek.pdf. Brundiek, Katharina. Raabes Antworten auf Darwin. Hier geistige Vorstellungen zur Realität des Lebens in Kriegen und um die Existenz. S. 198ff., 246 ff.

[138] Spitzer, M. 2012. S. 240

[139] hier aus Zitat bei Rössing: Die Geschichte des Amtes Gerstungen. www.wittich.de/index.php?id=73&tx_lw_pi2[heftnr]=1662&tx_lw_pi2[ort]=Gerstungen&tx_lw_pi2[pointer]=2&tx_lw_pi2[uid]=170740748144

[140] www.quucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/8354/’Diplomarbeit_Anne_Bischoff.pdf 2011 S.23/24

[141] www.qucosa.de/fileadmin/date/quocosa/documents/7857/Dissertation_Katharina_Ulbrich_2011[1].pdf S.- 29/30 Familiale Generationenbeziehungen und der Übergang in die Elternschaft.

[142] Die Archive sind nur punktuelle historische Fundstellen, die Gerichte schon gar nicht.

[143] Beispiel: Hauptstaatsarchiv Weimar, Eisenacher Archiv-Rechtspflege, Nr. 1513 Bericht des Justizamtes Gerstungen über einen in Herda verübten Feldfrevell. 1849

[144] Radbruch. Gustav Bd. 11, Strafrechtsgeschichte. Heidelberg: C.F.Müller. 2001, S.88ff.- Straßen voller kriminellem Gesindel, Folgen von Kriegen, Landesverweisungen iusw.S.97ff. Hier auch Wucher, Preistreibereien, Fälschungen usw. Was vermöchte schon ein Kleinbauer da tun? So gab es in der Frühen Neuzeit gerade „unehrliche“ Leute, die Notlagen ausnutzten, Pfänder einzogen usw. Was war damals gerecht?

[145] Die Gegend ist – wenn auch wohl mit Gehöftgruppen, historisch nicht über die Ersterwähnungen in Urkun-den, zu erschließen, wofür z.B. Gerstungen 744 und Auenheim 772 Zeugnis ablegen [Stengel, E.E. Urkun-denbuch des Klosters Fulda. in: Veröffentl. der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck. Marburg 1958, Nr.57] , sondern über die Siedlungsgeschichte. Die „Dokumente“ stammen fast alle aus dem Mittelalter.

[146] Karte 1, Zeit von 400 bis 511, in: Gerlach, Stephan. Historica Thuringia, Geschichtsatlas Thüringens, Teil 1. Jena-Villach-Neuchatel: Landhausverlag. 2011. ISBN 978-3-9812952-5-2. Dort auch Karte 4, die Landgrafschaft Thüringen um 1137.

[147] Aufzeichnungen der Abgaben existieren nur in seltenen Fällen, hier in den Blättern derer von Herda.

[148] Es gibt keine geschlossene Datenbasis, so z-B- Daten aus Zinsregistern 14. Jahrh./1525 Gerstungen, ThHSTA Weimar EGA Bb 45/46 und 1617 Amt Gerstungen und Hausbreitenbach Heimatmuseum G. (Stölten).

[149] ist nicht detailliert historisch aufgearbeitet, allein die Adelsnennung besagt nichts über ihre jeweilige Bedeu-tung. So werden schon Burgmannen von Gerstungen 1174 bis 1333 genannt und in der Genealogie des westeuro-päischen Adels wird Hermann II.van Boineburg Herr von Brandenfels und Gerstungen genannt (bis 1360) usw.

www.genealogieonline.nl/de/west-europese-adel/11073818577.php Dort Tafel der Verwandtschaft.

[150] getrennt als Buch im GRIN-Verlag erschienen bzw. getrennt ausgedruckt. Hier auch Veröffentlichungsliste. Die zugehörige Datei ist „VeröfftlAd“. Sie ist aktualisiert (30.12.2012) und neu chronologisch etc. geordnet.

[151] hier nicht enthalten, Dateien sind vorhanden.

[152] die Enteignung der Spedition ist getrennt als Buch veröffentlicht im GRIN-Verlag.

[153] ist nur anfänglich ermittelt, hier nur die genealogisch identifizierte Verwandtschaft.

[154] es gibt eine eigene Bildergalerie, die jedoch noch überarbeitet werden muss.

[155] sie sind hier nicht enthalten.

[156] der Hof der Rabich, = Stammhaus genannt, steht unmittelbar daneben und zeugt von der zentralen Bedeutung des Geschlechtes für die Dorfgeschichte, jedoch nicht von einem größeren Landbesitz. Bild auf Postkarte von 1923 http://static0.akpool.de/images/cards/33/337858.jpg Es sind noch weitere Bild-Darstellungen vorhanden.

[157] hier nur einige: Huf­schmied, Tischler, Zeug­macher, Schnei­der, Faßbinder/Böttcher, Schlosser

[158] hierzu zählen nicht die Arten wie Fuhrleute, Anspänner als Anlieger der Straße.

[159] Fürst Otto v. Bismarck. Erinnerung und Gedanke. Stuttgart – Berlin: J.G. Cotta. 1919. S. 51

[160] N. Mitterauer, Michael – Reinhard Siedler. Vom Patriarchat zur Partnerschaft. Zum Strukturwandel der Fami-lie. München: 1984, zitiert in: Henning, Eckart. Familie u. Gesellschaft, in: W. Ribbe – E. Henning. Taschen-buch für Familiengeschichtsforschung: Neustadt: Degner. 1995, S. 90

[161] Beispiel: Hübner, Gerd. Ökologisch-faunistische Fließgewässerbewertung am Beispiel der salzbelasteten unteren Werra und ausgewählter Zuflüsse. Dissertation Universität Kassel. 2007.

[162] ist nach der Wende 1990 wieder abgebaut, die Landschaft aber nicht wieder rückgebaut worden.

[163] http://de.wikipedia.org/wiki/Bildung Absatz 3: Prozess der Erweiterung seiner geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten und seine personalen und sozialen Kompetenzen.

[164] im Gherzogtum Sachsen-Weimar wird 1619 eine allgemeine Schulpflicht eingeführt.

[165] Schulmeister der niederen Klassen mussten im 19. Jahrhundert mindestens Gymnasialbildung haben.

[166] Andreas, Sohn von Simon bereits 1691. Studium ist unbekannt. Siehe auch: Rabich, Gerstunger Becken, 2010, S. 252. dort sowohl die Pfarrer als Unterrichtende (ab 1465) wie auch spezielle Lehrer (n. 30jähr. Krieg).

[167] In Eisenach gab es bereits 1185 eine Lateinschule St. Georgen, 1544 ein Gymnasium. Über die Qualität der Lehre ist nichts bekannt. http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_ältesten_Schulen_im_deutschen_Sprachraum

[168] Spitzer, M. 2012 S. 225.

[169] Spitzer, M. 2012, S. 253 und 297/8.

[170] Bryan Captan – Stephan C. Miller. Intelligence makes people thinks like economists: evidence from the General Social Survey, Intelligence 36(2010)6 Nov./Dez. S. 636-647. Siehe auch IQ Intelligenz in Wikipedia.

[171] Spitzer, M. 2012, S. 162.

[172] www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.88749.de/diw_sp0128.pdf

[173] Beispiel Computerspiele, wie weit fördern sie geistige Tätigkeiten und damit Gehirnwachstum?

[174] Poch, Jürgen. www.qucosa.de/fileadmin/data/quocosa/documents/7817/Disseretationsschrift final POCH 28-10-11.pdf S. 146, 152, 168 Dort auch Quellen.

[175] www.zitat.net vom 16.04.2009 http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_von_Ranke Dort auch Quellen.

[176] Einordnung in Stammlinie B, siehe am Ende dieses Abschnittes.

[177] www.gewuerzmuehlen.de/gewuerz-wilh-rabich-kg-in-koeln-448 Diese Eintragung ist bislang nicht gelöscht. Siehe auch: Adressbuch der Stadt Köln 1855.

[178] die Anzahl der in die Wohngebiete gefallenen Bomben ist nicht gezählt, aber die 22 Luftangriffe mit jeweils mehr als 1000 Bombern und die Tonnagen sprechen für sich. Spiegel Nr14/1954 S. 60-64 .www.spiegel.de/spiegel/print/d-46173390.htm

[179] Nach der Wiedervereinigung von West- und Ost-Deutschland gelang nur mühsam ein Aufbau einer neuen Industrie-Struktur mit einem „Industriepark“, u.a. mit BASF, Linde und Total. Bis 2012 wurden > 6 Mrd. Euro investiert, die Beschäftigten in den > 100 Unternehmen erreichen etwa 9 Tausend = 20% von einst. Darunter ist das Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP. www.cbp.fraunhofer.de/

[180] nachzuerleben im Museum von Seelow. www.gedenkstaette-seelower-hoehen.de

[181] trotz Denkmalschutz ist es in einigen Teilen nicht mehr „ursprünglich“.

[182] Gehört zur gemeindlichen Selbstverwaltung, der Dorfobrigkeit, später Übergang zum Bürgermeister. Hertel, Volker. Thüringische Dorfordnungen und Weistümer im Gefüge ländlicher Kommunikation. Leipzig. www.unio-leipzig.de/~hertel/Laendliche_Kommuinikatioin.pdf

[183] getrennte Datei.

[184] getrennte in einer speziellen Datei zusammen und chronologisch dargestellt.

[185] siehe hierzu die Ausführungen zum Nieder-Adelsgeschlecht der uralten Thüringer von Herda und über die Dorfentwicklung mit Rabich als Gemeindemitglied a.a.O.

[186] Kauffmann, Bernd. www.kas.de/upload/dokumente/2012/03/buergerdoku_56-61.pdf S. 60

[187] http://ema2.uni-graz.at:8090/livelinkdav2/nodes/272172/Reinthaler_Florian 27.05.2009.pdf S. 16,18,93, 98,101. Das Egozentrische Zeitalter.

[188] Berner, Winfried. www.umsetzungsberatung.de/personal/vorgesetztenbeurteilung.php 2006 und pro Anonymität, leine Reihe von Beiträgen, darunter: man kann sich kreativ im Netz ausleben.

http://scheinanonymitatimnetz.wordpress.com/2012/11/19/anonymitat-im-netz-fluch-oder-segen/

[189] teilweise mit geschätzten Daten. Vermutlich war das Stammhaus über Jahrhunderte der Stammsitz.

[190] eine Fortsetzung von Conrad = Curt war nicht zu finden.

[191] unklar, wie er an den Besitz und welchen gelangt ist, gilt auch später, zuweilen über Ehefrau

[192] nachvollzogene Heirat und Rechtsanerkennung der Kinder mit Anton, * 1824 usw.

[193] holte 1864 die Familie von L. nach Mühlhausen nach.

[194] verlässt wahrend des 1. Weltkrieges seine Frau und in mehrjährigem Prozess geschieden.

[195] In Deutschland grundgesetzgeschützt

[196] Hamra, Sulamith, Eltern-TÜV? Standardisierung und Normalisierung von Elternschaft am Beispiel von A-doptionsbewerbern und Adoptiveltern. Master-Arbeit Humboldt-Universität Berlin. 2007 S. 98

[197] www.familytoday.info/media/simple calendar/id31-Material GK 3 Termin.pdf (HU-Universität Berlin

[198] Sadigh, Parvin. Das Adoptionsverbot für Homosexuelle ist absurd. Zeit Online 16.08.2012

[199] http://lier.de/Stammbaum

[200] http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/niels.werber/Proust.htm Homosexualität und Latenzsschutz.

[201] an sich hier ohne die Eigenschaft blutsverwandt.

[202] so von Bluts-Verwandten in der digitalen Welt. www.brandigg.de/nachname/Rabich

[203] Beispiel: www.lehmkuehler.com/Genealogie/index3a.html Ahnenlisten: 1) über 42 oder 43 Generationen, davon 26 bzw. 27 adelige Nachkommens-Generationen.

[204] geschrieben von Mark Rabich, Headmont, Stamm B IX.25, 21.09.2010 www.theage.com.au/national/letters/a-moral-vacuum-20100920-15jrv.html?skin=text.only http://act-peakoil.org/pipermail/peakoil-announces/2010-September/000242.,html An Dalbert Rabich (Onkel): Zu Sterbedatum, Helga Rabich 08.08.20120. Grab-Diskussion: Bunurong Memorial Park. http://boardreader.com/thread/Memorial_Park_6lzljgX8.html

20.10.2010 Tilmann an Eberhard Rabich, 07.11.2010 Ursula Walker an Eberhard Rabich …uta garnett – Mark Rabich „Tante Roswitha“, 08.11.2010 Uschi, 11.11.2010 Mark – Eberhard Rabich….Roswitha Bröse.

[205] Die Geschichte von Dorf Herda und des Adelsgeschlechtes derer von Herda sind als Bücher erschienen.

Die Daten der einzelnen Personen aus dem Geschlecht Rabich sind je nach Stammlinie geordnet. Sie sind auch computergestützt zusammengestellt. Einzelheiten zu den jeweiligen Biographien sind in den Fußnoten enthalten. Da die Daten unterschiedliche Qualität aufweisen, sind vornehmlich die Daten vor dem 17. Jahrhundert nach Vermutung geordnet. Die Verbreitung der Na­mens­träger Rabich (Herda) in andere nahe und ferne Orte beginnt wahr­schein­lich bereits im Mittelalter.

[206] Hierzu gehören 8 Abbildungen in Teil 3 (geografische Zugehörigkeiten: Thüringen, Fulda, Homberg/Effze, Eisenach, Halle/Saale, Gerstungen, Mühlhausen, Oderbruch).

[207] S. u.a. Hausarchiv, S-w-Film 60/1 Chronik der ältesten Rabich. Siehe auch Archiv Leipzig/Genealogie.

[208] Weitere in früherem Kapitel 6, Abschnitt 7, hauptsächlich 17./18. Jahrhundert.

[209] Baumeister Doring aus Schlesien.

[210] Landau, G. Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer. 2. Band. Cassel: Luckhardt. 1833, S. 392/393. Hier Knecht als Knappe eines Ritters. http://u01151612502.user.hosting-agency.de/malexwiki/index.php/Knechtz

[211] 1267 erfolgte die Gründung von Neu-Wallenstein, heute Neuenstein etwa 20 km westlich von Hersfeld

[212] Militieregisters NL Coenraad Rabich, * 24.01.1816 Amsterdam, Jan Benjamin R.,* 28.02.1819 Amsterdam. Ist nicht nachgeprüft, denn danach sind diese beiden Brüder, möglicherweise ein anderer Benjamin?

[213] Dabei blieben einige Unaufklärbarkeiten, d.h. die Daten passen nicht zueinander. Listen sind vorhanden.

[214] viele Dokumente liegen jetzt im Staatsarchiv Leipzig/Genealogie.

[215] Staatsarchiv Leipzig/Genealogie. Überwiegend sind es Daten bereits Verstorbener, Interna jenseits des BDSG § 1, Abs.2, Nr.3 sind faktisch nicht enthalten, die Daten entstammen - bis auf Ausnahmen - öffentlich zugängi-gen Quellen, was durch die Zusammenfassung neue Einblicke gewährt und demnach familiär vertraulich ist..

[216] Im Heimatmuseum Gerstungen/Thüringen liegt ein handschriftlicher Entwurf vom Superintendenten Stölten „Familie Rabich in Herda“ und „Studie zur Geschichte der Familie Rabich in Untersuhl, Gerstungen und Herda“ vor, 1923, archiviert unter Lit. 29/D 36. Interessante Einzelheiten aus den Kirchenbüchern, so u.a. 1693 die adligen Kommunikanten in Herda: v. Butlar, v. Baumbach, von Donath zu Salzungen, von Riedesel.. 1695 soll ein Hans Rabich (bei der Linde) in Frankreich geblieben sein...

[217] Schröder, Iris. Diss. Göttingen, 2003, Abschnitt: Einführung.

[218] http://de.wikipedia.org/wiki/Verwandtschaft

[219] http://opus-bibl.fh-koeln.de/volltexte/2010/253/pdf/Kahler_Martina.pdf

[220] Weitergabe von Erbinformationen auf anderen Wegen als durch die Basensequenz der DNS. Olligschläger, Uwe J. Dissertation Universität Nijmwegen. 2022. http://repository.ubn.ru.nl/bitstream/2066/90934/1/90934.pdf S.283 Fn. 229

[221] Wunn, Ina. Die Evolution der Religionen. Habilitation. 2004. http://edok01.tib.uni-hannover.de/edoks/e01dh04/473535297.pdf S..427, 437, 445, 455, 488

[222] Nach Kraepelin (1856-1926). Siehe hierzu: Puschner, Uwe – Clemens Vollnhals (Hg.) Die völkisch religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. 2012, S. 448 Der Historiker Puschner (*1954) hat sich dabei in einem antivölkischen Zeitgeist bewegt und verliert den objektiven Boden.

[223] Man betrachte die jüngste Medienberichterstattung über die Beschneidung bei jüdischen Knaben. Die Argumentation haben auch die schädliche Nachwirkung im Blickpunkt u.a. Viele Diskussionen und Ablehnungen, z.B. verfassungsrechtlich: Körperverletzung. Otte, Walter http://hpd.de/node/13915

[224] wird an anderer Stelle beschrieben. Die Nachkommen sind auch heute noch in Thüringen (Marksuhl etc.), aber auch verstreut vorzufinden. Die Durchsicht der KiB der Umgebung zeigt Herda als Ursitz des Geschlechtes.

[225] Er heiratet 1718 in Sallmannshausen, wo bereits vorher Rabich´s sind, s. oben. In den KL S. erscheinen 1622 sowohl Lorentz R. wie auch eine Elisabeth R. aus Herda, weiter 1622, 25 und 29.

Ein enger Verwandtschaftsgrad von L. R. zu den anderen Rabich´s ist wahrscheinlich. Im Visitationsbericht von 1708 werden drei bestehende Güter in Herda genannt, wobei das 1. An der Kemenate dem v. Boyneburg, das zweite im Schloß derer von Herda und als drittes sogenannte „Wendische Gut“ als im Besitz der Familie Rabich genannt wird, s. 1250 Jahre Gerstungen, S. 78.

[226] Hiervon sind zu unterscheiden solche Auswanderer wie Friedrich Rabich, * 1858 als Sohn einer geschie­de­nen Frau C .E. Rabich [Stammlinie C] der 1881 nach USA auswanderte (n. Passagierliste).

[227] Ab 1693 war Johann Georg Cramer Pfarrer, * 1652, + 1727. Kam von Süß/Hessen.

[228] Offenbar nicht mit dem Stammvater Siegmuind/Simon Rabich der Linie B., Siehe weiter unten, unklar.

[229] Als Abgabenpflichtiger erscheint fast durchweg Sigmund, wahrscheinlich auf Grund der geläufigen pho­ne­tischen Nen­nung dieses Rabich. Simon lag jedoch dem Pfarrer näher als Eintragung im Kirchenbuch.

[230] HStAW/R Lauchröden # 2790.

[231] Ebda. # 2374.

[232] StA Berka, Akte 488.

[233] S. Chronik I, S. 34ff. Im Kaufbrief des „Stammhauses“ an der Linde in Herda vom März 1702 (= Stammlinie A) ist neben dem Verfasser (= Verkäufer, Stammlinie C; Johann Heinrich Rabich) die Käuferbenennung (Stamm­­­­­linie A, Lorentz Rabich, vgl. auch A II.1/1 und A II.7/1) auch die Unterschrift von Simon Rabich (= Stammlinie B, vgl. auch B II.6) enthalten. Johann Heinrich und Simon sollen nach dieser Vermutungs-Version Brüder und Lorentz ihr Vetter gewesen sein. Nach dem Kaufbrief war Lehnsherr Raphael (Michael?) Johann von Heerda zu Bran­denburg, Erbherr auf Lauchröden. - Dem „Rittergut“ Herda unter Georg Bastian v. Herda (1675-1695) hatte 1686 der Konkurs [s. HSTA Weimar, Eise­nacher Archiv/Lehnssachen Herda, Nr. 397, S. 43/44] gedroht, es wurde Verkauf diskutiert, s. Kaufkontrakt von 1708 [HStA Weimar, Eisen. Archiv/Lehn­sa­chen, Nr. 394a, S.109/110]. Daneben existierte das unmittelbar be­nach­barte Vorwerk (hessisches Lehen, zu dieser Zeit im Besitz des v. Witzleben, s. HStA Weimar, Eisen. Ar­chiv/Lehnssachen, Nr. 395, S. 51ff., wo er sich über das Begehren der herdaischen Bauern beklagt; er verkauft es 1705/09 an v. Wendessen – s. Nr. 395, S. 1ff. u. 168ff. = „Wend(i)esches“ Gut, soll um 1710-20 im „Besitz“ von Rabich ge­wesen sein), die Kemenate in Dorfmitte (im Besitz zu dieser Zeit der v. Boyneburgks). S. AII.7/1

[234] In einem Rechtsstreit [Erlaß-Antrag d. J.Chr. R. Strafe/Kosten] – bis zur höheren Instanz in Eisenach 1753 – wer­den Johann Christoph Rabich, 34jährig, Enkel von Johann Heinrich Rabich (StL C) – und Johann Ernst Ra­bich zu Herda, 32 jährig, Sohn von Lorentz Rabich (StL A) Vettern genannt. S. HStA Weimar, Eisenacher Ar­chiv, Rechts­pflege, Nr. 1141, Bl. 1rücks. Die Zuordnung zu den Stammlinien erfolgte im Schluß-Verfahren.

[235] Nach Stölten, Gerstungen kommun. 1700/01 die Kinder eines Heinrich R. (gemeinsam) in Herda: Johannes, Johann Adam, Joß (Just, JosiI) und Anna Maria. Die Zuordnung zu diesem Vater ist derzeit nicht möglich. Denkbar ist, dass der Heinrich R. Bruder von Johann Adam ist und Heinrich R. auch dessen Vater sein müsste.

[236] könnte ein Zwillingsbruder des Johann Heinrich Fr. Rabich, C II, sein – ungeklärt. Sein Bruder soll nach Stöl­ten, KBH Johann Adam Rabich, * 1662 – s. Stammlinie C I. sein, neben noch anderen Geschwistern. Das Bin­de­glied zu früheren Vorfahren, also über den Vater, ist unbekannt. Nach Dr. Georg Rabich 1979 ist er * 1658, + 8.5.1717 mit 58 J. 28 Wochen 3 Tagen, KiB Herda 1717/12 und hat vor dem Sohn eine Tochter Anna Catharina, * 1687 in Herda, + 30.11.1756 in Herda, oo 26.1.1720 Ciriax Jungcurth aus Richelsdorf/Hessen.

Etwa um 1678 ist auf vermessenen Acker-Skizzen-Listen von Herda mit insgesamt 112 ½ Ackern Land und 83 1/8 Acker Wiesen auf Bl. 2 ein Besitz Nr. 42 (zwischen Heinrich Raabich und der Gemeinde Herda) von ¼ Acker 11 ½ Ruthen für Heinrich Rabich als zugehörig ausgewiesen, HStAW/R Lauchröden # 3407.

[237] Aus Daten der Kirchenbücher aus Herda. 1717/12.

[238] KiB Herda 1713/1. 62 Jahre, 2 Tage. Hinterläßt drei Kinder, u.a. Anna Catharina (?), s. Stammlinie C I.

[239] Nach Daten der Kirchenbücher zu Berka. Nach KbH (Stölten), wird 1701 eine Anna Gertrud Rabich, Tochter des Hans Henrich Rabich, Kramer zu Berka, getraut mit Heinrich Zickler, Sohn des Gerichtsschöffen und Zwöl­fer Adam Zickler. [geboren 1647 in Fernbreitenbach, + 1709 in Herda?}

[240] An anderer Stelle werden nähere Ausführungen gemacht.

[241] S. weiteres unter Namensträger Rabich, hessischer Raum.

[242] Nachgewiesen ist das nicht, zumal unbekannt, was Ludwig Rabich in Hersfeld machte. Sebastian war auf je­den Fall in seiner Stellung katholischen Glaubens, so dass die Trennung vom Ursprungsort Herda noch auf die Zeit dortigen katholischen Glaubens zurückdatiert werden müsste. Bedeutsam ist, dass der Niederadel „derer von Herda“ ebenfalls eine katholische Linie, und zwar einerseits zu Fulda und andererseits zu Stift Hersfeld hatte, was im 16. Jahrhundert säkularisiert wurde.

[243] S. Müllers Annalen, gelesen 1918 von Prof. Otto Rabich, Eisenach in Wartburg-Bibliothek.

[244] Nach Ahnen- bzw. Stammliste der Familie Seibert, s.a.a.O.

[245] heiratet 18. Trinitatis 1656 als Stephan Rabig in Gerstungen Elsa Helbrand aus Rothenburg, KiB Gerstungen 1657-85, S. 52.

[246] die Verwandtschaft zur Stammlinie H ist naheliegend, aber noch nicht nachgewiesen.

[247] nach Kirchenbüchern von Schwerin/evangl. Luther. Landeskirche Mecklenburg/Mecklenburgisches Kir­chenamt. Die Herkunft von Conrad Hinrich R. konnte bislang nicht ermittelt werden. Es gibt nur vage Hy­po­the­sen, die mit den militärischen Ambitionen des Hauses Sachsen-Weimar-Eisenach und Schweden zusam­men­hängen. Aus den Bürgerbüchern von Bützow geht hervor, dass er 1716/17 Bürger wurde im 2. Stadtteil und 1720 ein Haus gehabt haben muss, denn er zahlt Schoß (Grundsteuer) 1720 und 1723 von 16 Schilling. Rabich erscheint in den Registern von Bützow nicht mehr auf, Sohn ggf. ausgewandert. Der Verbleib ist unbekannt.

Im 19. Jahrhundert taucht in Trittau (Richtung Hamburg) ein Regierungs-Bau­mei­ster Karl Rabich, oo Pauline Wunsch, Sohn Karl * 29.10.1884, macht 1908 Abitur und studiert an der Univer­si­tät Bonn Medizin. Karl Rabich senior wird 1883 in der Feuerwehr-Geschichte von Trittau erwähnt. [> Stammlinie B VI.10/1]

[248] Nach Kopie-Auszügen des Domarchiv Ratzeburg.

[249] als Laurentius Leutnant der Garde in Eisenach. Die Vorzugsstellung ist über Generationen noch zu spüren. Sein Enkel Johann Heinrich ist in einer patrimonischen Gerichts-Ortschaft Sallmannshausen Untereinnehmer, genießt also einen guten Ruf. S. Herzogl. Sachsen-Weimar- u. Eisenachscher Hof- und Adreß.Calender. Jena: J.C.G. Göpferde, 1811, S. 118. Aus der Linie A stammen später eine Reihe von geistigen Berufen und Doktores.

[250] diesen gesellen sich Nachkommen von Stephan Rabich (* 1623 in Rothenburg/Fulda) zu. Eng verwandt.

[251] mit Johann Heinrich Rabich endet 1816 diese Linie, möglicherweise uneheliche Nachkommen.

[252] nach der Ortsnennung und aus Plausibilitätsgründen. Es ist vor allem nicht klar, wie der Wüst-Zustand des Stammhauses „überwunden“ wurde, d.h. was die dortigen Rabich damals gemacht haben.

[253] sollen Brüder sein, siehe „Das Geschlecht Rabich“, S. 39. In Urkunden ist 1594 Curt Untertan dem Vogt in Frauensee (Rienau-Auenheim) und Hans ist der sächsischen Verwaltung in Lauchröden untergeordnet.

[254] möglicherweise über die Zwischenstation Hersfeld.

[255] 1611 wird in Gerstungen bereits ein Heiligenmeister Heinrich Rabich erwähnt.

[256] Vater vermutlich Johannes, * 1714, Großvater Conrad, * 1675 in Wommen, Urgroßvater Johann, * 1638 in W.

Ein Zusammenhang mit dem uralten hessischem Adelsgeschlecht „von Buchenau“, das 1398 auch einen Herrn bzw. Burgmann in Hausbreitenbach (Burg) stellte, ließ sich nicht nachweisen.

[257] heiratete ¾ Jahr nach Tod der ersten Ehefrau von Simon

[258] heiratete 2 ¾ Jahre nach Tod der zweiten Ehefrau von Simon

[259] der verwandtschaftliche Zusammenhang mit Anna Küchenmeister, aus Herda die 1660 einem Hexenprozess zum Opfer fiel, ist nicht gesichert. HStAW, Eisenacher Archiv Akte 1562 Amt Gerstungen 1660-1661.

[260] konkret erst nach Einführung gerichtsfester Grundbücher mit umfassender Dokumentation.

[261] es gibt z.B. einen „Knecht“ Rabich, der ledig blieb – aber warum?

[262] von den männlichen Namensträgern, außereheliche Kinder sind nicht mitgerechnet.

[263] davon 1 Ehe mit 2 Ehefrauen

[264] d.h. z.B. bei 5 Ehen mit 4 Kindern (= 20Kinder) starben 4 Kinder.

[265] davon 1 Ehe mit 3 Ehefrauen, 1 mit 2 Ehefrauen.

[266] im Staatsarchiv Weimar findet man im „Eisenacher Archiv, Militär- und Kriegssachen, unter II. Dreißigjähriger Krieg 1623-1654“ keine geschlossene Beschreibung und Übersicht nach Regionen.

[267] Kroatien gehörte seit 1527 zum Habsburgischen Reich und stellte treue Reiter für den religiös motivierten Krieg auf Seiten Wallensteins. Das Jahr 1637 gilt als das „Kroatenjahr“.

[268] siehe hierzu Karte der Heereszüge, www.bhak-bludenz.ac.at/literatur/barock/image/battles.jpg.

[269] siehe hierzu: Rabich, Gerstunger Becken, 2010, S. 256/257, Fn. 1460

[270] Scherr, Germania, S. 275. Hier Hinweis von ihm auf die Autoren Hans Jacob Grimmelshausen [Simplizissimus, 1668] und Johann Michael Moscherosch.[Gesichte Philanders, 1640].

[271] siehe hierzu: Rabich, Gerstunger Becken, 2010, S. 256, Fn. 1450.

[272] de.wikipedia.org/wiki/Berka/Werra. Hier übernachtete einst Martin Luther 1521.

[273] Stadler, Barbara. Pappenheim und die Zeit des 30jährigen Krieges. Winterthur: Gemsberg. 1991. Dissertation Zürich. 1990.

[274] www.koni.onlinehome.de/ausfuehrliche-biographien/tilly-frames.hhtm

[275] natürlich alles unter Plünderung des Dorfes. www.widdershausen.de/30jährge_krieg.html

[276] Bücheler, Heinrich. Von Pappenheim zu Piccolomini. Sigmaringen. 1994. S. 111. ISBN 3-7995-4240-X

[277] http://de.wikipedia.org/wiki/Kroatische_Reiter

[278] in Berka statt 8 1635 220 Beerdigungen. Siehe Rabich, Gerstunger Becken, 2010, S. 254 Fn. 1439

[279] de.wikipedia.org/wiki/Schwedentrunk

[280] www.balkanforum.info/f16/kroaten-30-jaehriger-krieg.187994/

[281] www.richelsdorf.de/Geschichte/700Jahre.php5 Richelsdorf etwa 5 km westlich Gerstungen Richtung Hersfeld. Zwischen beiden Orten verlief nach dem Zweiten Weltkrieg die Grenze West-Ost.

[282] www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/sachsen.htm

[283] Peter, Hugo. Eisenach im Dreißigjährigen Krieg 1618-1648. 2009. ISBN-13-978-39360-3-0242

[284] die Vorfälle sind weder geordnet, noch ergibt sich eine klare Weg-Folge der ziehenden Truppen. Vgl. hierzu Rabich, Gerstunger Becken, 2010, S. 255. Dabei werden sogar noch Forderungen nach Stellung von wehrfähigen Männern aus den Amtsbezirken, so auch aus dem Bereich von Gerstungen.

[285] Bötzinger, Martin. Leben und Leiden während des Dreißigjährigen Krieges in Thüringen und Franken. Bad Langensalza: Rockstuhl. 1994. An anderer Stelle wird von 215 Todesopfern der Pest gesprochen, darunter auch alle 8 Kinder des Pfarrers. www.sallmann-genealogy.de/html/fruhe_geschichte.html Für Sallmannshausen werden Ereignisse von 1626, 1632, 1635, 1637, 1640 aufgeführt, meist durch kroatisches Kriegsvolk.

[286] Die Genealogie dieses Zweiges ist in der Datei 102-Teil2.Rabich.doc vom 18.04.2011, einzusehen auch in: Staatsarchiv Leipzig, Zentralstelle für Deutsche Genealogie. Rabich, Kapitel 6.

[287] 2.06.1633 als Fürstentum jetzt „protestantisch“. Goessmann, Joseph. Beiträge zur Geschichte des vormaligen Fürstentums Fulda. Fulda: H.F. Euler. 1857, S. 184. Die Jesuiten, Franziskaner und Benediktiner müssen Fulda verlassen. Der Fürstabt J. Adolf von Hoheneck, kann 1634 nach dem Sieg der Kaiserlichen in Nördlingen wieder zurückkehren, es wird der katholische Gottesdienst wieder eingeführt.

[288] www.pytlik.de/fulda/bisachtzehn.htm

[289] Das Fürstentum Hersfeld wird vom Landgraf von Hessen 1631 erobert und 1648 ihm zugesprochen.

[290] Arnd, Karl. Geschichte des Hochstifts Fulda. 2 Ausg. Ffm.: H.L.Brönner. 1862, S. 178

[291] Arnd, 1862, S. 184-187

[292] Ausführlicher zu Herda: Rabich, Gerstunger Becken, 2010, S. 376

[293] Rabich, Gerstunger Becken, S. 258, Fn. 1486. Siehe auch S. 257 und 259.

[294] Rabich, Gerstunger Becken, S. 241, Fn. 1335

[295] Rabich, Gerstunger Becken, S. 228.

[296] Stammtafel-Entwurf . Idee des Verfassers von Zusammenhängen nach Daten in den Kommunikantenlisten, s.auch Hausakten III bis VI. Hier: geschätzte Daten

[297]Im Gegensatz zu heute, wo die zentral registrierte, standesamtliche Ehe die Bigamie praktisch unmöglich macht, bereitete sie in der frühen Neuzeit kaum Schwierigkeiten, an verschiedenen Orten eine Ehe einzugehen, da eine Informationsvernetzung zwischen örtlichen Kirchen, die die Ehen registrierten, nicht bestand und Men-schen unterpriveligierter Sozialschichten aufgrund fehlender Transportmittel und rechtlicher Beschränkungen nicht in der Lage waren. In einem Fall der Stammlinie B ist dies möglich. Wawrrzynek, A. 2004. S.13

[298] Nach den Erkenntnissen des letzten Jahrzehnts, insbesondere durch die Suchvorgänge im Internet, muss hier jedoch eingeschränkt werden: Es gibt im slawischen und im US-amerikanischen Bereich eine Reihe von Na­mensträgern, die der hebräischen Gruppe oder der Herkunft nach ostsprachlichen Gruppen zugeordnet werden müssen. Dies ist die Folge der weich gehandhabten Regelung bei Transkriptionen ins deutsche oder englische; es wurde vereinfacht und meist die identifizierenden Endung weggelassen. Das –ich als hermandurisches Diminutiv wird verdrängt bzw. muss manchmal erst als solches identifizieret werden. Damit ist die Einmaligkeit praktisch nur auf diejenigen Namensträger anwendbar, deren Vorfahren aus Herda und Umgebung stammen. Allerdings ist die Verbreitung über 1000 Jahre rückwärts wegen der Sprach-Untreue mit Unwägbarkeiten behaftet.

[299] Mit dauerhafter Wirkung, d.h. auf Grund genealogischer Verwandtschaft.

[300] siehe: Pott, August Friedrich. Die Personen- und Familiennamen. Leipzig: F.A.Brockhaus. 1. Aufl. 1853, 2. 1859. Nachdruck: Schaan. 1982. Hier auf Seite 184/187. Der Name Rabich selbst ist nicht enthalten.

[301] http://edok01.tib.uni-hannover.de/edoks/e002/309471362.pdf S. 218

[302] Die Entwicklung der Mythen und religiösen Vorstellungen baut in der Jungsteinzeit auf der Vererbung der Eltern und Ahnen auf, zugleich eingebettet in wichtige astronomische Ereignisse, also der Natur.

http://edok01.tib.uni-hannover.de/edoks/e002/309471362.pdf. S. 255, 274. Die späteren polytheistischen proto-indogermanischen Allegorien von „Göttern“ entspringen sorgfältiger Naturbeobachtung, woraus man auf eine höhere Entwicklungsstufe bei den Begleitphänomenen der Raben schließen kann, d.h. auf eine Zeit einer Kultur etwa zeitgleich mit dem Römer-Einfall in German ein. Daraus auslaufende germanische Mythologie.

[303] vgl. dazu den besonderen Abschnitt.

[304] mittelalterliche Schreibweise.

[305] Es ist erstaunlich, dass diese Endung sich erhalten hat. Rab-isch ist im ostsächsischen und slawischen Bereich zu finden. Sie hat aller Wahrscheinlichkeit keine Beziehung zum germanischen.

[306] http://wik-de.genealogy.net/Kommunikantenliste http://de-ii.demopaedia.org/wiki/Kommunikantenliste

[307] Wenn die Wanderung ins Ausland, z.B. ins katholische vor 1500 stattfand, ist das Auftauchen von Rabich in solchen Gebieten nicht ungewöhnlich. Beispiel ist hierfür Fulda. Hersfeld ist reformatorisches Gebiet.

[308] Prosopographische Forschung.

[309] Früher Heerda. Solche Orte soll es noch bei Ohrdruf/Gotha und bei Remda/Rudolstadt bis in das 19. Jahr­hundert gegeben haben. Die Namensgleichheit besagt jedoch noch nicht gleiche Bedeutung bei der Gebung.

[310] S. Fundstellenverzeichnis/Ortsakte Herda beim Thür.Landesamt für archäologische Denkmalpflege, Weimar.

[311] Kurze, also zeitsparende „Hessen“, die historisch älter ist als der Weg im Werrateil, der zudem länger und un­si­cher (Überschwemmungen, Überfälle usw.) war. Wichtig als Handels- und Transportweg. Auch militär­stra­tegisch war Herda interessant; hierüber liefen viele Marschrouten. Ob der Ortsname mehr mit Wald, am Sumpf oder mit Heer (germ. Harja, althochdeutsch heri) zu tun hat, ist unentschieden.

[312] Im Mittelalter nachgewiesen wegen der Zwangs-Dienste. Auch war Herda Schnittpunkt von Straßen/Wegen über Gerstungen (Obergasse), vermutlich um 1000 vom Militär genutzt über eine Fuhrt und den Schuttkegel.

[313] so könnte es gewesen sein!

[314] S. HSTA Weimar, kleine Urkunden-Nachweisbücher, Herda als Lehen/Abt Bertold zu Hersfeld 31.03.1368

[315] als Beispiel: HSTA Weimar, Eisenacher Archiv, Lehnssachen, Nr. 394a, vol.1, S.2/3 Urkunde v. 05.04.1498: Abt Volpert zu Hersfeld an Gebr. v. Herda u. Kontrakt v. 24.01.1520 sowie später v. 02.04.1573 S. 4-13 usw. sowie S. 175ff. (Lehnsnachweise/Ludwig von Boyneburgk, Herda - Kemenate).

[316] hierfür sind im Buch „Das Geschlecht Rabich“ 2011 die Daten auf Seite 152 bis 263 zusammengetragen.

[317] Im Buch „Geschlecht Rabich“, 2011 sind die Daten unter „Älteste Rabich“ aufgeführt.

[318] Mit Vorwerk ist hier der nahe dem „Schloß“ und Gutshof derer von Herda und in der Nähe der Kirche gelegene Zweigbetrieb. Dieser Komplex ist eindeutig des ursprünglichen Ortes nördlich gelegen und durch einen Steinweg mit der früheren „Kemenate“ an der alten Straße verbunden. Wann das geschah, ist unbekannt.

[319] http://edoc.hu-berlin.de/conferences/conf2/Braeuer-Siegfried-20o02-09-08/PDF/Braeuer.pdf

[320] Im 12. Jahrhundert vom Kloster Hersfeld genannt. Ausgeschlossen ist nicht, dass die Kemenate in Dorfmitte älter ist und bereits eine Kapelle hatte.

[321] Die Nähe des Hofsitzes Rabich und deren Gestaltung deuten auf Altbauerntum und damals relative Größe hin. Das Uralt-Herda ist jedoch nur eingerahmt zwischen Bach und „alter Straße“ sowie den Toren. Erst im Spätmittelalter dürfte sich das Dorf davor ausgeweitet haben, zu der dann die Dorflinde gehört.

[322] Vögte waren Verwalter mit Vollzugsgewalt, deren Einkünfte stammten aus den Abgaben und Dienst-Rech­ten. Wieweit sie Delegierte ernannten, ist unklar. Andererseits waren sie Eintreiber bei Lehnsnehmern, Leihen. Der Wechsel dieser Personen – wie dokumentiert - konnte für die Bauern unerträglich werden, wenn sie mit Änderungen ihrer Lasten einhergingen.

[323] Vielleicht schon für die Römerzüge zur Saale und Elbe. Die Bezeichnung „via regia“ zeugt davon.

[324] D.h. der Name Kemenate im Ort Heerda könnte schon auf Magazinierung und Aufenthalt Adliger hindeuten.

[325] Von der Burg im Ringgau/Hessen als Burgmanngeschlecht stammend. Vermutlich altsächsisch. Eine Linie kommt in die Herdaer Gegend und zur Rhön, mehrfach liiert mit dem Adelsgeschlecht derer von Herda. Enden als Freiherrn. http://de.wikipedia.org/wiki/Boyneburg_(Adelsgeschlecht)

[326] Etwa zur gleichen Zeit errichtet, hier regierte eine Ganerbenschaft (von Boyneburg, von Colmatsch, Treffurt und Buttlar), strategisch in Reitstunden-Entfernungen von der kurzen und langen Hessen (Handelsstraße).

[327] http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-3113/diss_Biermann.pdf S.8, 29, 136

[328] Also bereits seit Jahrhunderten so, was auch aus Flurnamen hervorgeht. Sie hatten sowohl Acker- als auch Wie­senland und vermutlich auch „Waldflächen“. Sie besaßen mehrere Stück Vieh. Wieweit ihre Einflussnahme auf die gemeinschaftlichen Nutzungsrechte (Allmende) ging, müsste noch ermittelt werden.

[329] Vermutlich zur Oberschicht, was u.a. aus den Art der Taufpaten und den Ehepartnern der weiblichen Rabich´s hervorgeht.

[330] Wahrscheinlich zugesprochen über Lehnsverhältnisse bzw. Rodungs-Regale.

[331] Allerdings erst im 13. Jahrhundert nachgewiesen. Merkwürdigerweise wird der Forst zwischen den Wohn­sit­zen derer von Herda im 15. Jahrhundert Lauchröden-Herda „hochadeliger Forst“ genannt.

[332] Für damalige Zeiten wird mehr als 10 ha geschätzt.

[333] Es müsste u.a. der Vater vom alten Cort Rabich sein, da dieser erst um 1525 geboren ist.

[334] 200 Laubthaler nach der Urkunde im Freiknopf des Giebels im Stammhaus Anfang des 17. Jahrhundert mit Zeugen Bürgermeister Michael Ernst Rabich. Nach den Erbzinsregistern von 1546/7 bestand auf diesem Hof bzw. Haus wahrscheinlich schon 100 Jahre früher Zins- bzw. Steuer-Freiheit.

[335] Cort, Hans in Herda, eine in Rhinow (Rienau), später (oder auch früher) Abspaltungen nach Berka, Ger-stungen-Untersuhl.

[336] Beispiel für Amtsbereich Gerstungen: HSTA Weimar, Eisenacher Archiv/Ämter u. Städte, Nr. 582: Kurz­fassung der Amtsbeschreibung Gerstungen 1700, vornehmlich S. 117ff. (Felder und Wiesen), hier auch an­grenzend „Rabich´s Erben“ (S. 120, Nr. 106).

[337] Die Anzahl und Auswirkung davon ist noch nicht untersucht.

[338] Dass nicht alle Rabich´s untertänig waren, zeigt deren Teilnahme an der Bürgergarde 1848, s.a.a.O.

[339] Die Meisterschaft ließ sich i.a. erst in der Zunft (Eisenach) erwerben, einige R. waren solche. Die Qualität der Ausbildung ist unbekannt, z.B. von einem Organisten.

[340] Herda war ein besonderer Informationsort infolge der durchreisenden Händler usw. Ob der Pfarrer eine Rolle und welche, kann nicht gesagt werden. Jedenfalls scheinen die Rabich´s sich bei der Reformation unterschiedlich verhalten zu haben. Das Verhältnis zu dem aufbegehrenden Kleinbauern Fritz Erbe in Herda ist unbekannt.

Auf der Landsteuer-Liste Mitte des 16. Jahrhunderts – Staatsarchiv Weimar, Reg. R. fol. 70b XXI, 2, Blatt 2 -sind folgende Herdaer Namen (einschl. Frauen/Witwen) genannt (alphabetisch geordnet):

Hans Bornner, Hartungk Bucken, Ciliax auf dem Graben, Hans Dieter, Hartung Dieter, Peter Diter, Antonius Doringk, Hans Doringk, Claus Dorrer, Heinz Erbe (Sohn von Fritz Erbe), Liegs Fincke, Heinz Fischer, Hans Fladung, Katharina Fladung, Elisabeth Fritschen, Hans Glocke, Hermann Glocke, Jobst Glocke, Hans Gotze, Caspar Grempel, Hans Habeman, Jacob Henen, Dorith Heinze, Hilbrandt, Hoins Hofeman, Catharina Huets, Heinz Kacher, Heinz Kazmann, Kleinhans, Elsa Koch, Churt Merten, Toll Molla, Melhans, Andreas Müller, Wollten Müller, „die alte Müllerin“, Churt Nerdich (Nehrdich, ahd.) , Hans Nerdich, Heinz von Noethen, Claus von Nortenn , Catharina Pfeiffer , Hans Pauel, Elsa Rabich, Hanns Rabich, Volten Rohr, der Schaffmeister, Hans Schnizhut (in Hausbreitenbach), Heinz Schinzhut, Hermann Schinzhut, – Kurt Schinzhuts Erben, Heinz Schlazhauer, Hans Sippel, Jörg Sieppel, die Sieppeln, Apolda Teubach, Appel Teubach, Heinz Treubestein, Simon Teubener, Margaretha Thomas, Heinrich Toelde, Churt Trabach, Alach Treubestens, Jacob Verbach, Althans Verdich, Andreas Verdich, „die alte Verdichin“, Joachim Vischer, Klaus Vischer, Heinz Wagener, die alte Wagenerin, Elsa Weißen, Heinz Weißehar, Hans Weißenborn, Gebhart Wilhelm, Heinz Wilhelm, Hans Wirdt, Margaretha Zimmermann, Jörg Zinkler (mit seinem Grebling; Zickler = Sickler = Sign). Vgl. Hausliste Stadtarchiv Berka/Werra, s.a.a.O.

Rund 60 Familien, , z.T. Großfamilien, wobei die Untereinanderverwandtschaft (Rabich-Merten) nicht klar ist. Unter diesen sind 2 Familien Rabich. Aus den Wiedertäufern sind Heinz Erbe und Margareta (nicht) Elsa Koch bekannt. (Wertsetzung: 4 753 Gulden). Heinz Kessel – mit Frau – aus Herda taucht hier nicht auf, u.U. „Haus­genossen“?

Hausbreitenbach: Hartung Biesser, Hans Diem, Heinz Drost, Heinz Gebeler, Hermann Gobert, Claus Helferich zu Herda, Andreas Hesse, Lorentz Kaiser, die alte Kaiserin, Lorentz Mans, Hans Rodiger, die alte Weißerin. (Wertsetzung: 671 Gulden = 14 % zu Herda). Von den Wiedertäuferverhören bekannt: Lentz R(o)udiger. Die anderen aus Hausbreitenbach tauchen nicht auf (Gesinde?).

[341] Wobei die Umstände bisher nicht ermittelt werden konnten. Eine große Rolle werden die erzwungenen Wanderungen im Zuge von Kriegen, vornehmlich dem 30jährigen Krieg, gespielt haben.

[342] es wird hier nicht weiter diskutiert, dass „religiöse“ akte dem jeweiligen Stand der evolutionären Ausdifferen-zierung als Ausdruck der Überlebensstrategie und auch des sozialen Austausches ist; Mythen entsprechen dem kognitiven Gehalt des jeweiligen menschlichen „Stammes“ zur Umwelt und Natur > Ethik. http://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Regel http://bibd.uni-giessen.de/gdoc/2002/uni/d020116.pdf

[343] hierbei übernahmen die Thüringer zunächst – wie andere germanische Stämme – den christlichen „Glauben“ arianischer Prägung, wonach Jesus nicht wesensgleich mit Gott war und eine Dogmen-Diktatur verpönt war. Das Christentum in arianischer Form (oder der von Origines) kam über die Goten (s. Theoderich) nach Thüringen bzw. in dessen Hauptstadt Würzburg. Die fränkischen Herren wurden 495 römisch-katholisch.

[344] dieser Begriffsausdruck hat eine unterschiedliche Deutung, gewöhnlich unter Androhung von Strafe bei Widerwillen. Siehe auch: kein absoluter Begriff: Batthyány, Philipp. Zwang als Grundübel in der Gesellschaft?

Tübingen: Mohr Siebeck. 2007. Hier auch der Gegensatz zu Freiheit. Philosophische Grundlagen.

[345] verschiedene Dokumente. Fakt z.B. 704 verschenkt Heden II/Würzburg „Eigentum“(Hof in Arnstadt, Burg Mühlberg und Großmonra) urkundlich an den christlichen Missionar Willibrod. Der frühere fränkische Klerus vor der Zeit von Bonifatius (722 zum römisch—katholischer Missionsbischof geweiht) vertrat noch die arianische Lehre. Aber die Relikte germanischer lebten trotzdem in der Bevölkerung fort, wie der Brief von Papst Gregor III. an die Edlen in Thüringen beweist, denn 738 mahnt er in einem Brief, man sollte jeden heidnischen Götzendienst usw. zurückweisen.

[346] so weist ein Taufstein germanische Symbole in Ohrdruf auf, www.ohrdrufer-kirchengeschichte.de/ Papst Gregor I. (t4o-604) hält es für unangebracht, nicht durch Abschneiden alter Gebräuche die „Gemüter“ zu beschweren, faktisch widerspenstig zu machen.

[347] hier ist an die Kemenate in Herda zu denken, die erst im 11. Jahrhundert durch einen Kirchenbau ersetzt wur-de. In wieweit diese mit dem zweiten nördlichen Adelssitz in Herda zusammenhängt, ist ungewiß.

[348] mit Hilfe der Methode einer Netzwerk-Analyse. S. Wriedt, Markus. Christliche Netzwerke in der Frühen Neuzeit. www.leg-ego.eu/de/threads/europaeische-netzwerke/christliche-netzwerke

[349] herausgelesen aus den Eintragungen der ersten Grundbücher im Katasteramt Eisenach.

[350] rechtliche (Regierungsverfügung) oder moralische aus einer Christen-Pflicht.

[351] Verkauf von Brandversicherungen, Handel mit Landprodukten, Fellen u.a.

[352] Gracian, Balthasar. Handorakel und Kunst der Weltklugheit. Stuttgart: Reclam. (original 1647) 1986, übersetzt von Arthur Schopenhauer. 2006. siehe auch: www.buchegger.de/dummheit.html 2007. Vgl. auch:

http://de.wikipedia.org/wiki/ländliche_Sozialstruktur

[353] aus einem Leutnant am Hof in Eisenach wird eine Waren-Zulieferer für ihn, Zeugfabrikant usw.

[354] Rabich, Geschlecht Rabich, S. 161, Fn. 614, dort Quelle.

[355] ausführlich im Buch „Das Geschlecht Rabich“ sowie weiteren Veröffentlichungen dargelegt.

[356] In milder Form gegenüber Korruption, die bereits im Mittelalter gang und gäbe war. Siehe hierzu: Stanicka, Simona. Korruption. Vandenhoek & Ruprecht. 2010 und Trauerspiel von Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas.

[357] gilt über Jahrhunderte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit.

[358] Rabich, Gerstunger Becken, 2010, S. 217, dort auch die Quellen. Eine kontinuierliche Verfolgung liegt nicht vor. Möglich ist, dass die genaue Steuerkraft-Verteilung durch Minderungen, Freistellungen verfälscht ist.

[359] Rabich, Gerstunger Becken, 2010, S. 289

[360] Im Frühmittelalter dürften es nur etwas mehr als ein Dutzend gewesen sein.

[361] Mehrheit Kleinbauern, aus der Steuer-Höhe abzuleiten. Außerdem aus der Dienstgesinde etc. Liste –Staatsarchiv Weimar, Reg. R fol 70b XXI, 2 Blatt 8(S. 15ff.) – zu ersehen: Knechte hatte: Heinz Nerdich, Heinz Schinzhut, eine Magd Hans Kazmann, Hausgenossen verschiedene.

[362] Relativ, in der ersten Chronik Rabich werden die Rabich´s dazu gezählt. Familien- und Einzelbesitz muss we­gen der Realteilung, der tatsächlichen Verhältnisse unterschieden werden.

[363] Aus den KLH nicht ableitbar, erst für das 17. Jahrhundert angenähert.

[364] herausragend: 30 Jahre währendes Kriegs- und Plünderungswesen mit zügellosen Ausbeutungen des einfa-chen Bauernvolkes.

[365] Nicht allein abgeleitet aus der Steuergröße, sondern auf den Maßziffern zur Steuer und Schätzung der nicht ge­nannten Größen ab Mitte des 16. Jahrhunderts.

[366] Hier wird nicht verglichen der Geschlechts-Besitz, denn dieser ist z.T. weit über das Land verstreut, sondern nur derjenige vor Ort.

[367] auch der höhere Adel suchte Wald-Land, das durch Rodung und die Bewirtschaftung Wirtschaftsvermehrung bedeutete. Manchmal mussten die Roder (Bauern) das für den Adel tun.

[368] Im Früh-Mittelalter ließe sich eine Menge von 5-10 Familien vorstellen. Das steht auch im Zusammenhang mit dem damaligen verfügbaren Ackerland; der Wald war damals ein wichtiger Einkommensbestandteil (Schwei­nehaltung, vgl. thüringischen Schweine-Zins an die Sachsen).

[369] hier ist auch die Abhängigkeit von kathlischen Institutionen einzuordnen.

[370] In heutiger Zeit werden DNA-Tests in vermutlich kaum veränderten Wohn-Lebens-Bereichen durchgeführt. Die Forschungsergebnisse der Humangenetik bestätigen dies.

[371] Die Erträge aus Viehhaltung werden hier vernachlässigt.

[372] Beispiel hierfür ist Christian Rabich (1752-1832), der 1810 erheblich Zinsen (ca. 80 l Korn) für Pacht-Rodeland zahlen muss. Zu dieser Zeit gibt es mehr als 100 Rodeland-Besitzer mit Zinszahlungen.

[373] man muss dabei wissen, dass im Herdaer Areal auch das Gut derer von Herda aus Lauchröden Pachtland hatten, man also genaue Größen- und Anteilsverhältnisse nicht feststellen kann.

[374] Sigmund wahrscheinlich das von Simon Rabich, also hier sind im Vergleich nicht alle Bauern! Zitiert in Rabich, Gerstunger Becken, S. 372, Fn. 2235/2236. Simon war Nebenerwerbs-Bauer, Nachwirkung 30jähriger Krieg. Wahrscheinlich wäre eine Aufzeichnung der Veränderungen erforderlich.

[375] Rabich, Gerstunger Becken, 2010, S. 293. Die Separation konnte die Parzellen-Struktur nicht beseitigen.

[376] Die Zupachtflächen sind unbekannt.

[377] Rabich, Gerstunger Becken, 2010, S. 294, hier auch die Quellen dazu. Im Detail klärt die Tabelle die Anzahl der in der Familiengruppe beteiligten Haushalte auf, in der Tabelle S. 224 rangiert Nehrdich noch vor Rabich. 84 % der Herdaer Bauern befinden sich in der niedersten Größenklasse, d.h. selbst die größten zählen nicht zu den Großgrundbesitzern. - Aus der Tabelle über die Rodeland-Zinser [≈Pächter] Mitte des 17. Jahrhunderts sind die Zahl und Familien abzulesen. Rabich, Gerstunger Becken, 2010, S.335/336.

[378] wie die Bruchteile realisiert wurden, bleibt offen. Wurden sie auf künftige Feudalquoten übertragen?

[379] z.B. aus Protest.

[380] Zeitweilig durch Zupachtung von Rodeland der Herren von Herda vergrößert. Es ist anzunehmen, dass dieses Land aus Rodung von Lehnsbestand stammt und von daher von den Einwohnern von Herda öfter als unrecht­mäßig erworben betrachtet wird.

[381] siehe hessisches Dorfmuseum in Tann/Rhön und das bayerische in Fladungen.

Ende der Leseprobe aus 324 Seiten

Details

Titel
Ahnen- und Familienforschung eines thüringischen Geschlechts
Untertitel
Dargestellt anhand der Familie Rabich
Autor
Jahr
2013
Seiten
324
Katalognummer
V212547
ISBN (eBook)
9783656453611
ISBN (Buch)
9783656454137
Dateigröße
10797 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
ahnen-, familienforschung, geschlechts, dargestellt, familie, rabich
Arbeit zitieren
Dr.-Ing. Adalbert Rabich (Autor), 2013, Ahnen- und Familienforschung eines thüringischen Geschlechts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212547

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