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Die Poetik des Anthropologischen Romans anhand von Wielands 'Agathon'

Title: Die Poetik des Anthropologischen Romans anhand von Wielands 'Agathon'

Seminar Paper , 2009 , 22 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Anne Riedel (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die eigentliche Aufgabe meines Seminars war es, die unterschiedlichen Theorien des Romans von der Aufklärung bis zur Gegenwart herauszuarbeiten, wobei mich das Themengebiet der Aufklärung am meisten begeistert hat. Aus diesem Gnmd habe ich mir auch dieses Thema für meine Seminararbeit gewählt.

Das Hauptaugenmerk liegt bei meiner Arbeit also auf Christoph Martin Wielands "Geschichte des Agathon" (1766/67), welche er 1773 und 1794 jeweils noch einmal überarbeitete und erweiterte. Ich beziehe mich in meiner Seminararbeit aber ausschließlich auf die erste Fassung von Wielands Agathon und dabei besonders auf den Vorbericht dieses Werkes.
So werde ich versuchen Erklärungsansätze fUr die Theorie des Romans in dieser Zeit zu geben.
Im Anschluss werde ich dann noch auf Autoren eingehen, die einen gewissen Einfluss auf Wielands Schaffen hatten oder solche, die sich nach dem Erscheinen dieses Werkes darüber geäußert haben. Wieland kann man sozusagen als einen der Autoren bezeichnen, welche die Nation gespalten haben. Aber es ist nur zu verständlich, dass es auch hier Befürworter, aber auch Gegner der wielandschen Auffassung gab.
All meine Erläuterungen sollen aber vor allem dazu dienen, das Wirken Wielands in Hinblick auf seine Leser und seine Mitstreiter ordnungsgemäß darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE GESCHICHTE DES AGATHON

2.1 Einordnung in die Zeit der Aufklärung und das Genre des Romans

2.2 Wielands Agathon

3. WIELANDS AGATHON UND DER BEZUG ZU ANDEREN AUTOREN

3.1 Fielding und Wielands Agathon

3.2 Blanckenburg und Wielands Agathon

3.3 Shaftesbury und Wielands Agathon

4. SCHLUSSGEDANKEN

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Poetik des anthropologischen Romans der Aufklärung am Beispiel von Christoph Martin Wielands Werk „Geschichte des Agathon“. Ziel ist es, die spezifische Funktion und Struktur dieses Romans sowie dessen Einordnung in den literaturhistorischen Kontext aufzuarbeiten, indem Wielands Werk in Bezug zu einflussreichen zeitgenössischen Autoren und Theoretikern gesetzt wird.

  • Wielands „Geschichte des Agathon“ als paradigmatischer Bildungsroman der Aufklärung.
  • Die Rolle von Erzählerkommentaren und der Interaktion mit dem Leser.
  • Vergleichende Analyse mit Henry Fielding, Christian Friedrich von Blanckenburg und Shaftesbury.
  • Wahrheitsanspruch und Realitätskonstruktion in der Romanpoetik des 18. Jahrhunderts.

Auszug aus dem Buch

3.1 Fielding und Wielands Agathon

Die Entwicklungslinie der modernen Erzählkunst, die eher eine „mehr gegen die Torheit als gegen das Laster gerichtete Möglichkeit, den Roman zum Bildungsinstrument auszugestalten“ (RuE, Seite 26) ist, geht hauptsächlich von HENRY FIELDING (1707-1784) aus. Dieser schrieb den ersten realhistorischen Roman der englischen Literatur. [Vgl. DUDEN, S.227] Genau dieser Punkt machte FIELDING zu einem wesentlichen Vorbild für WIELAND und sein Schaffen.

Die „Geschichte des Agathon“ ist ja wie vorher beschrieben dem aufklärerischen Bildungsroman verpflichtet. Dort existiert dann auch, in einigen ausgewählten Werken FIELDINGs, eine Verständigungsgemeinschaft zwischen dem Leser und dem Erzähler. Dies war bereits unschwer durch die zahlreichen Beispiele, welche in den vorhergehenden Kapiteln Erwähnung fanden, zu erkennen.

„Der Herausgeber der gegenwärtigen Geschichte sehet so wenig Wahrscheinlichkeit vor sich, das Publicum überreden zu können, daß sie in der Tat aus einem alten Griechischen Manuskript gezogen sei; daß er am besten zu tun glaubt, über diesen Punkt gar nichts zu sagen, und dem Leser zu überlassen, davon zu denken, was er will.“ (GdA, S. 28)

Laut WIELAND versteht man „unter der Wahrscheinlichkeit einer Geschichte, dass sie als mögliches Geschehen aufgefasst werden kann und nicht im Widerspruch zur Erfahrung steht“ (RuE, S. 29). Er begreift außerdem „die menschliche Natur als eine sich vielfältige Einheit“ und zielt „darauf ab, den »Karakter« des Titelhelden »in einem mannigfaltigen Lichte und von allen Seiten bekannt zu machen«“ (RuE, S. 29).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert die Themenwahl im Kontext der Vorlesung zur Theorie des Romans und grenzt das Untersuchungsfeld auf die erste Fassung von Wielands „Geschichte des Agathon“ ein.

2. DIE GESCHICHTE DES AGATHON: Dieses Kapitel verortet das Werk in der Epoche der Aufklärung, definiert den Begriff des Bildungsromans und arbeitet die spezifischen Intentionen Wielands heraus.

3. WIELANDS AGATHON UND DER BEZUG ZU ANDEREN AUTOREN: In drei Unterkapiteln wird das Werk mit den Theorien von Henry Fielding, Christian Friedrich von Blanckenburg und Shaftesbury kontrastiert, um Wielands Poetik zu schärfen.

4. SCHLUSSGEDANKEN: Die Arbeit resümiert, dass Wieland durch seine Erzählweise den Leser aktiv in den Bildungsprozess einbezieht und das Werk zurecht als ersten großen Bildungsroman der deutschen Literatur betrachtet wird.

Schlüsselwörter

Aufklärung, Christoph Martin Wieland, Geschichte des Agathon, Bildungsroman, Literaturwissenschaft, Erzähltheorie, Menschenbild, Henry Fielding, Christian Friedrich von Blanckenburg, Shaftesbury, Realitätsanspruch, Vernunft, Romanpoetik, Epik, Literaturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Poetik des anthropologischen Romans der Aufklärung am Beispiel von Christoph Martin Wielands Werk „Geschichte des Agathon“ (1766/67).

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Zentrum stehen die Einordnung des Romans in das 18. Jahrhundert, die Funktion des Bildungsromans sowie der Einfluss von Zeitgenossen auf Wielands theoretisches Verständnis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Wielands Roman als ein zentrales Werk der Aufklärung darzustellen, das sich durch einen spezifischen Wahrheitsanspruch und eine gezielte Leserlenkung auszeichnet.

Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die das Werk in einen intertextuellen Kontext setzt und Vergleiche mit theoretischen Positionen führender zeitgenössischer Autoren zieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der geschichtlichen Einordnung, der literarischen Gattung des Bildungsromans und den spezifischen Einflüssen von Fielding, Blanckenburg und Shaftesbury auf das Agathon-Projekt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören Bildungsroman, Aufklärung, Erzählstruktur, Anthropologie, Individualcharakter, Wahrscheinlichkeit und literarische Vorbildfunktion.

Wie definiert Wieland im Werk den Begriff der „Wahrscheinlichkeit“?

Wieland versteht darunter, dass eine Geschichte als ein mögliches Geschehen aufgefasst werden kann, welches nicht im Widerspruch zu den menschlichen Erfahrungen steht.

Welche Bedeutung kommt dem „Vorbericht“ des Agathon zu?

Der Vorbericht dient als entscheidendes Element zur Leserlenkung; er gibt einen Umriss der Zielsetzung des Autors und etabliert den Wahrheitsanspruch des erzählten Stoffes.

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Details

Title
Die Poetik des Anthropologischen Romans anhand von Wielands 'Agathon'
College
University of Bayreuth
Grade
3,0
Author
Anne Riedel (Author)
Publication Year
2009
Pages
22
Catalog Number
V212555
ISBN (eBook)
9783656404958
ISBN (Book)
9783656407331
Language
German
Tags
poetik anthropologischen romans wielands agathon
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Riedel (Author), 2009, Die Poetik des Anthropologischen Romans anhand von Wielands 'Agathon', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212555
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