Vergleich von linearer, Tagesgebrauchtwert‐ und RRC‐Abschreibung bei konstanten und veränderlichen Preisen

Ordnungspolitik, Regulierung und Veränderung im Unternehmen


Seminararbeit, 2010

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildung s Verzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung

2 Prinzipien der Abschreibungsermittlung
2.1 Kapitaltheoretische Erfolgsneutralität
2.2 Marktbezug
2.3 Einhaltung der GoB bei externer Rechnungslegung
2.4 Entscheidungs- oder Steuerungsrelevanz bei interner Rechnungslegung

3 Analyse der linearen Abschreibung
3.1 Einhaltung der kapitaltheoretischen Erfolgsneutralität
3.2 Marktbezug
3.3 Übereinstimmung mit den GoB
3.4 Entscheidungs- oder Steuerungsrelevanz des Abschreibungsverfahrens
3.5 Anwendung des Verfahrens

4 Analyse der RRC-Abschreibung
4.1 Einhaltung der kapitaltheoretische Erfolgsneutralität
4.2 Marktbezug
4.3 Übereinstimmung mit den GoB
4.4 Entscheidungs- oder Steuerungsrelevanz der Abschreibungsverfahren
4.5 Anwendung des Verfahrens

5 Analyse der Tagesgebrauchtwertabschreibung
5.1 Einhaltung der kapitaltheoretischen Erfolgsneutralität
5.2 Marktbezug
5.3 Übereinstimmung mit den GoB
5.4 Entscheidungs- oder Steuerungsrelevanz der Abschreibungsverfahren
5.5 Anwendung des Verfahrens

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: lineare Abschreibung von Anschaffungspreisen

Abbildung 2: lineare Abschreibung von Wiederbeschaffungspreisen

Abbildung 3: lineare Abschreibung von Wiederbeschaffungspreisen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Die wichtigsten Aufwands- bzw. Kostenarten, die durch den Einsatz von Anlagegütern entstehen, bilden Abschreibungen und Zinsen. Sie besitzen primär in Unternehmungen mit einem großen Anlagenbestand, der bei natürlichen Monopolen und somit auch bei regulierten Märkten üblich ist, eine hohe Bedeutung. Hierzu zählen z.B. Netzbetreiber in der Energieversorgung oder der Telekommunikation. In der Bilanzrechnung sowie der Kosten- und Erlösrechnung erfassen Abschreibungen den planmäßigen Verbrauch von Anlagegütern sowie die außerplanmäßige Wertminderung bei Gütern des Anlage­oder Umlaufvermögens. In der Kostenrechnung wird auf den Güterverbrauch Bezug genommen, dessen Erfassung jedoch in der Produktions- und Kostentheorie sowie in der Kostenrechnung selbst Probleme aufwirft.

In der externen Gewinn- und Verlustrechnung sowie der kalkulatorischen Periodener­folgsrechnung erfassen planmäßige Abschreibungen in der jeweiligen Periode die durch Abnutzung entstehende Wertminderung von Anlagegütern. Der Einsatz dieser Güter ist auf mehr als eine Periode gerichtet und somit stellt sich das Problem, welcher Anteil ihrer i.d.R. einmalig anfallenden Anschaffungs- oder Herstellungskosten der einzelnen Nutzungsperiode zuzurechnen ist. Der Planungszeitraum beeinflusst den Informations­bedarf zur Entscheidungsfindung. Übersteigt dieser die Nutzungsdauer der Anlagegüter, können die Zahlungen z.B. über den Kauf und die Liquidation von Anlagen unmittelbar in die Rechnung eingehen, sodass keine periodischen Abschreibungen heranzuziehen sind. Diese werden erst durch kürzere Planungszeiträume notwendig. Abschreibungen gehören in der externen Unternehmensrechnung zu den Aufwendungen und in der in­ternen Unternehmensrechnung zu den Kosten. Sie stellen, unabhängig von erzielbaren Gewinnen[1], Güterverbräuche dar. Dieses Begriffsverständnis ist grundlegend.[2]

Zurzeit sinken gerade auf regulierten Märkten, wie z.B. der Telekommunikation, insbe­sondere durch technologischen Fortschritt langfristig die Preise. Orientiert sich die Re­gulierung bei der Preisfestsetzung an den Kosten, nimmt die Bedeutung der Ermittlung der Abschreibungen zu. So schreibt z.B. §24 Abs. 1 Telekommunikationsgesetz vor, dass sich Entgelte an den Kosten effizienter Leistungsbereitstellung zu orientieren ha­ben. Ähnliches sieht der §25 Abs. 2 ElWOG[3] für die Energiewirtschaft vor. Wird bei der Behörde ein Entgeltantrag gestellt so muss dieser durch einen Kostennachweis be­gründet sein. Deshalb muss neben den Auswirkungen der Abschreibungsermittlung auf die Entscheidungen der Regulierungsbehörde auch das gegenwärtige und geplante eige­ne Verhalten in die Formulierung von Entgeltanträgen einbezogen werden.[4] Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es daher die einzelnen Abschreibungsmethoden auf diese Ansprüche hin zu überprüfen und die besonders geeignete(n) Methode(n) darzustellen.

1.2 Gang der Untersuchung

Die folgende Untersuchung beschäftigt sich mit planmäßigen Abschreibungen auf Märkten, bei denen die Kostenermittlung aufgrund von Regulierung die Preise am Ab­satzmarkt beeinflusst. Aus Vereinfachungsgründen wird bei der Analyse der Abschrei­bungsverfahren jeweils ein linearer Verschleiß unterstellt. Um mit dieser Ausgangsbasis unterschiedliche Abschreibungsverfahren mit einander zu vergleichen, werden im zwei­ten Kapitel Prinzipien beschrieben die Relevanz für die vergleichende Analyse der ein­zelnen Abschreibungsverfahren haben. Hierzu wird Bezug auf verschiedene Interessen­gruppen, wie den Investoren, der regulierenden Behörde oder dem Management der Unternehmung genommen. Basierend auf diesen Prinzipien werden in den folgenden Kapiteln die lineare Abschreibung nach historischen Anschaffungskosten, die lineare Abschreibung nach Wiederbeschaffungskosten (RRC-Abschreibung) sowie die ökono­mische Abschreibung, die die Differenz der Tagesgebrauchtwerte abschreibt, analysiert. In dem jeweiligen Kapitel wird die entsprechende Abschreibungsmethode beschrieben und mit einem Rechenbeispiel angewendet. Abgeschlossen wird die Arbeit mit dem Fazit, indem dargestellt wird, welche der Abschreibungsverfahren besonders geeignet für die Abschreibungsermittlung auf regulierten Märkten erscheint.

2 Prinzipien der Abschreibungsermittlung

An ein Abschreibungsverfahren werden unterschiedliche Anforderungen gestellt. Um die einzelnen Verfahren sinnvoll gegenüberstellen zu können ist es notwendig diese Anforderungen zu definieren und die einzelnen Verfahren später auf diese Anforderun­gen hin zu überprüfen. So können aus verschiedenen Perspektiven, unterschiedliche Interessen verfolgt werden.

2.1 Kapitaltheoretische Erfolgsneutralität

Investoren wollen das für Investitionen bereitgestellte Kapital zurückverdienen. Es wäre keine Investitionstätigkeit vorhanden, wenn bereits vor der Investitionstätigkeit mit Si­cherheit zu erwarten wäre, dass das eingesetzte Kapital verloren geht. Ein Risiko besteht natürlich trotzdem. Dieses unternehmensspezifische Risiko spiegelt sich in der Risiko­prämie und somit im Zins[5] wieder.[6]

Die kapitaltheoretische Erfolgsneutralität beschreibt ein Prinzip, indem Abschreibungen keine Gewinnbestandteile enthalten dürfen. Sie sind damit „erfolgsneutral“. Im Pla­nungszeitpunkt muss dafür die Summe aus dem Barwert der Abschreibungen und Zin­sen für das nach Abzug der Abschreibungen in einer Anlage gebundene Kapital gleich den Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten sein.[7]

2.2 Marktbezug

Das Prinzip des Marktbezugs beschreibt die Berücksichtigung von Preis- und Techno­logieentwicklungen. Werden diese nicht in Entscheidungen einbezogen, so können Fehlentscheidungen und -steuerungen die Folge sein. Im Hinblick auf die Preise von Produktionsinputs steht der Beschaffungsmarkt im Vordergrund. Aber auch die Preis­entwicklung auf dem Absatzmarkt ist von Bedeutung. Die Beschaffungspreisänderun­gen bei Anlagegütern wirken sich auf Märkten indirekt über die Abhängigkeit kurz- und langfristiger Preisuntergrenzen aus. Deutliche Preissenkungen gibt es aktuell auf Märk­ten, wie der Telekommunikation. Ein Unternehmen wird versuchen, die Abschreibun­gen so auf die verschiedenen Perioden zu verteilen, dass keine vorhersehbaren Verluste entstehen. Aus ökonomischen Gründen würde ein Unternehmen, bei absehbaren Verlus­ten, die Investition unterlassen. Bei steigenden Einsatzgüterpreisen wird in der traditio­nellen Kosten- und Erlösrechnung die Abschreibung von Wiederbeschaffungswerten angewendet. Zu beachten ist, dass bei handelsrechtlicher Rechnungslegung das An­schaffungswertprinzip bindend ist. In der externen Rechnungslegung ist anhand des Vorsichtsprinzips als grundlegendem GoB und den daraus über das Imparitätsprinzip abgeleiteten Ausprägungen des Niederwertprinzips erkennbar, dass die Beachtung des Marktes eine wichtige Rolle spielt. Unerwartete Verluste könnten sich aus der Differenz zwischen künftigen Erlösen und den unter Ansatz linearer Abschreibungen ermittelten Aufwendungen ergeben. Um einen zuverlässigen Abschreibungsplan zu erstellen, ist die Entwicklung der Anschaffungspreise aufgrund von vorliegenden Erwartungen relevant. Wenn sich die Regulierung von Preisen an den Kosten orientiert, gewinnt die Ermitt­lung der Abschreibung auch für die Preisbestimmung eine direkte Bedeutung. Wenn die Unternehmung über zuverlässige Erwartungen verfügt, wird dieser Markt, als „statio­när“ bezeichnet. Bei sprunghaft technischen Entwicklungen bei denen keine zuverlässi­gen Annahmen getroffen werden können, wird der Markt als „nicht stationär“ bezeich­net. Um Fehlentscheidungen zu vermeiden, werden die Marktentwicklungen bei der Planung einbezogen. Somit kann bei stationären schneller als bei nicht stationären Ver­hältnissen gerechnet werden. Die Marktbedingungen ergeben die Zukunftsprognosen und sind bei den Abschreibungsplänen zu berücksichtigen.

Abschreibungspläne die sich an stationären Bedingungen ausrichten, werden als „ge­schlossen“ und Abschreibungspläne die sich an nicht stationären Bedingungen ausrich­ten als „offen“ bezeichnet. Geschlossene Abschreibungspläne legen zu Beginn des Pla­nungshorizontes den gesamten Abschreibungsverlauf fest, wohingegen sich offene Ab­schreibungspläne laufend durch neu verfügbare Informationen anpassen. Offene Ab­schreibungspläne sind somit flexibler und bieten deutliche Vorteile.

Die Nutzung "offener" Abschreibungspläne führt direkt zum Deprival Value-Konzept . Diesem Konzept nach wird der Wert einer Anlage durch die Opportunitätskosten be­stimmt, welche durch den Ausfall dieser Anlage entstehen. Dabei wird geprüft ob es[8]

vorteilhaft ist, eine Anlage noch während ihrer ökonomischen Lebensdauer zu verkau­fen oder nicht mehr zu ersetzen. Fällt eine Anlage aus und die Aufwendungen für den Ersatz sind höher als ihr Ertragswert, so wird die Anlage nicht wiederbeschafft. Denk­bar wäre auch ein Verkauf der Anlage, weil der Ertrags wert geringer ist als der Ver­kaufswert. Der geringste dieser drei Werte beschreibt den ökonomischen Wert, bzw. den Tagesgebrauchtwert der Anlage.[9]

2.3 Einhaltung der GoB bei externer Rechnungslegung

Güter mit begrenzter Nutzungsdauer sind im handelsrechtlichen Jahresabschluss gem. §253 Abs. 2 HGB planmäßig abzuschreiben. Basis für die Abschreibung bilden die An- schaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten. Sie werden über die geplante Nut­zungsdauer nach einem Abschreibungsplan, entsprechend der Zeit oder Nutzung, ver­teilt. Der Abschreibungsplan gibt an mit welchem Wert die Anlage in jedem Jahr ihrer Nutzung zu ermitteln ist.[10] Wichtigste Bestandteile der planmäßigen Abschreibung gem. HGB sind damit die Ausrichtung an den GoB, die auch besagen, dass der Nutzungsver­lauf der Verteilung den Abschreibungen nicht offenkundig widersprechen darf, das Vor­liegen eines Abschreibungsplans, bei dem Abweichungen nur unter bestimmten Kriteri­en möglich sind und die Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten als Ab­schreibungsbasis. Des Weiteren die geplante Nutzungsdauer und die Einhaltung eines Abschreibungsverfahrens, welches auf Basis der GoB frei wählbar ist, jedoch auch den Steuervorschriften entsprechen muss. Darüber hinaus die Bedingung, dass die Summe der Abschreibungen den Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, eventuell abzüglich des Liquidationserlöses entsprechen muss.[11]

2.4 Entscheidungs- oder Steuerungsrelevanz bei interner Rechnungslegung

Die Ausrichtung nach der kapitaltheoretischen Erfolgsneutralität bildet das langfristige Erfolgsziel. Mit Einbeziehung der Entscheidungssituation beschreibt das langfristige Erfolgsziel das Prinzip der Entscheidungsrelevanz.

[...]


[1] Sofern von Opportunitätskosten, im Sinne von entgangenen Gewinnen, abgesehen wird.

[2] Knieps, G./ Küpper, H./ Langen, R., Abschreibungen, 2000, S. 1-4.

[3] Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz

[4] Vgl. Krump, F., Preisrechtfertigung, 2005, S. 4.

[5] Risikoprämie = Zinssatz - Renditeerwartung, siehe hierzu Spreman, K., Finance, 2007, S. 221.

[6] Vgl. Knieps, G., Netzökonomie, 2007, S. 14.

[7] Vgl. Goes, S., Accounting, 2003, S. 226; Küpper, H., Unternehmensrechnung, 1994, S. 980 ff.

[8] Vgl. Solmons, D., Accounting, 1966, S. 125.

[9] Vgl. Knieps, G., Netzökonomie, 2007, S. 16-19.

[10] Vgl. Ballwieser, W., Abschreibung, 1994, S. 4.

[11] Vgl. Knieps, G./ Küpper, H./ Langen, R., Preisänderungen, 2000, S. 8-9.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Vergleich von linearer, Tagesgebrauchtwert‐ und RRC‐Abschreibung bei konstanten und veränderlichen Preisen
Untertitel
Ordnungspolitik, Regulierung und Veränderung im Unternehmen
Hochschule
Schumpeter School of Business and Economics
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V212566
ISBN (eBook)
9783656408048
ISBN (Buch)
9783656407980
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vergleich, tagesgebrauchtwert‐, rrc‐abschreibung, preisen, ordnungspolitik, regulierung, veränderung, unternehmen
Arbeit zitieren
Georg Dyck (Autor:in), 2010, Vergleich von linearer, Tagesgebrauchtwert‐ und RRC‐Abschreibung bei konstanten und veränderlichen Preisen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212566

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