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Vereinfachungspotenziale bei der Besteuerung kleiner Unternehmen - Einnahme-Überschussrechnung (EÜR)

Titel: Vereinfachungspotenziale bei der Besteuerung kleiner Unternehmen - Einnahme-Überschussrechnung (EÜR)

Seminararbeit , 2010 , 26 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Georg Dyck (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In Deutschland gab es im Jahr 2009 rund 3,68 Millionen Unternehmen, davon waren 3,67 Millionen bzw. 99,6 % kleine und mittlere Unternehmen, rund 82 % davon hatten einen Jahresumsatz von weniger als 500.000 Euro. Weitere 4,22 Millionen waren Selbstständige und rund 1,11 Millionen Angehörige der freien Berufe. Insgesamt sind sie alle durch das im Jahre 2003 eingeführte Gesetz zur Förderung von Kleinunternehmern und zur Verbesserung der Unternehmensfinanzierung (Kleinunternehmerförderungsgesetz) direkt oder indirekt betroffen.1
Diese Seminararbeit befasst sich daher mit der Komplexität der Besteuerung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie Angehörige der freien Berufe, insbesondere mit der Einnahme-Überschussrechnung (EÜR) gem. § 4 Abs. 3 EStG und dem mit der Steuererklärung einzureichende Vordruck „Anlage EÜR“. Denn rund 5,36 Millionen Betriebe sind tendenziell von diesem Formular betroffen.
Es soll verdeutlicht werden, dass das im Jahre 2003 eingeführte Kleinunternehmerförderungsgesetz zum Teil sein Ziel, die Steuervereinfachung für KMU, verfehlt. Es wird dargestellt, dass der eigentliche Zweck des neuen Vordrucks nicht vordergründig die Vereinfachung, sondern vielmehr die Ausweitung der Plausibilitätsprüfungs- und Kontrollmöglichkeiten
der Finanzbehörde ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Einnahme-Überschussrechnung

2.1 Wesen der Einnahme-Überschussrechnung gem. §4 Abs. 3 EStG

2.2 Zur Einnahme-Überschussrechnung berechtigte Personenkreise

2.3 Unterschiede gegenüber dem Bestandsvergleich

3 Die Anlage EÜR

3.1 Gesetzesgrundlage zur Abgabepflicht

3.2 Das Risikomanagementsystem der Finanzverwaltung

3.3 Zusätzlich erforderliche Einzelaufzeichnungen

3.4 Mehraufwand durch die Anlage EÜR

3.5 Vorteile aus Sicht von Banken

3.6 Vorteile aus Sicht des Steuerpflichtigen

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit analysiert die Komplexität der Besteuerung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Freiberufler durch die Einführung der „Anlage EÜR“. Ziel ist es aufzuzeigen, dass der amtliche Vordruck entgegen dem erklärten Zweck der Steuervereinfachung primär als Kontrollinstrument der Finanzbehörde dient und zu einem erhöhten administrativen Aufwand führt.

  • Wesen und gesetzlicher Rahmen der Einnahme-Überschussrechnung (EÜR)
  • Analyse des Risikomanagementsystems (RMS 2.0) der Finanzverwaltung
  • Zusätzlicher Buchungs- und Dokumentationsaufwand für Steuerpflichtige
  • Auswirkungen auf die steuerliche Transparenz und Kreditwürdigkeit bei Banken
  • Kritische Bewertung der Zielsetzung „Steuervereinfachung“ versus fiskalischer Kontrolldichte

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Risikomanagementsystem der Finanzverwaltung

Der mit der Anlage EÜR verfolgte Zweck ist, neben der Steuervereinfachung, eine ökonomischere und effizientere Steuerkontrolle. Diese soll durch die Kontroll- und Plausibilitätsprüfung der Steuerangaben des Steuerpflichtigen durch den Fiskus erfolgen. Hierzu stellt der Fiskus sein Prüfverfahren um und setzt dabei auf ein neues bundesweit einheitliches Risikomanagementsystem (RMS). Intern bezeichnet als RMS 2.0. Geplanter Einführungstermin war ursprünglich der 1. Februar 2010, da aber noch nicht alle Sachbearbeiter Zugang zu der notwendigen Software haben, wurde dieser auf den Herbst 2010 verschoben.

Zweck von RMS 2.0 ist die intensive Prüfung risikobehafteter Steuererklärungen. Hierzu werden als erster Schritt alle Steuervordrucke verkennziffert. Zurzeit enthalten beispielsweise die Anlage V, zur Erklärung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und die Anlage GSE, zur Erklärung der Einkünfte aus Gewerbebetrieb, lediglich den Gewinn als einzige Kennzahl. Die Anlage EÜR wurde jedoch bereits für die elektronische Abgabe standardisiert. Ebenso die Abgabe des Jahresabschlusses bilanzierender Unternehmen (E-Bilanz).

Nach der Zuordnung von Kennziffern teilen die Finanzämter alle Steuerpflichtigen in fünf Risikoklassen ein. Klasse 1 steht für hohes Risiko, Klasse 2 für mittleres Risiko und Klasse 3 für geringes respektive kein Risiko. Daneben gibt es noch die Risikoklasse BP für Betriebsprüfung sowie Risikoklasse erstmalig für Existenzgründungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Relevanz der Besteuerung von KMU und Freiberuflern und führt die zentrale Problematik der Anlage EÜR als mögliches Instrument zur Verwaltungssteuerung ein.

2 Die Einnahme-Überschussrechnung: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Grundlagen der EÜR, grenzt die berechtigten Personengruppen ab und stellt die Unterschiede zum Bestandsvergleich dar.

3 Die Anlage EÜR: Hier erfolgt eine tiefgehende Analyse der gesetzlichen Abgabepflicht, des Risikomanagements der Finanzverwaltung sowie des administrativen Mehraufwands für Unternehmen, unter Berücksichtigung von Banken- und Steuerpflichtigenperspektive.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Anlage EÜR das Ziel der Steuervereinfachung verfehlt und stattdessen zu einer höheren Kontrolldichte und Bürokratisierung führt.

Schlüsselwörter

Einnahme-Überschussrechnung, EÜR, Anlage EÜR, Steuervereinfachung, Steuerkomplexität, Finanzverwaltung, Risikomanagementsystem, RMS 2.0, KMU, Freiberufler, Plausibilitätsprüfung, Steuerkontrolle, Betriebsausgaben, Umsatzsteuer, Buchführungspflicht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Auswirkungen des amtlichen Vordrucks „Anlage EÜR“ auf kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler im Kontext der Steuervereinfachung.

Welche zentralen Themenbereiche werden untersucht?

Im Fokus stehen die gesetzlichen Anforderungen der EÜR, das Risikomanagement-Prüfverfahren der Finanzbehörden sowie der betriebswirtschaftliche Mehraufwand durch erweiterte Dokumentationspflichten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Die Arbeit soll aufzeigen, dass der Vordruck entgegen der ursprünglichen Intention der Vereinfachung primär als Instrument zur Ausweitung der steuerlichen Kontroll- und Plausibilitätsmöglichkeiten dient.

Welche wissenschaftliche Methodik wird angewandt?

Es handelt sich um eine literatur- und rechtsquellenbasierte Analyse, ergänzt durch die Untersuchung steuerlicher Verordnungen und ein praktisches Beispiel aus dem Bereich der Zahnmedizin.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der EÜR, die Analyse der Anlage EÜR inklusive der Kontenrahmenanforderungen und die Bewertung der Auswirkungen aus Sicht des Fiskus, der Banken und der Steuerpflichtigen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Steuervereinfachung, Risikomanagement, Einnahme-Überschussrechnung, Dokumentationspflicht und steuerliche Kontrollinstrumente.

Wie beeinflusst das Risikomanagementsystem die Einstufung der Steuerpflichtigen?

Die Finanzverwaltung teilt Steuerpflichtige in fünf Risikoklassen ein, wobei die Einstufung die Intensität zukünftiger Betriebsprüfungen und die Verprobung der Steuererklärungen maßgeblich mitbestimmt.

Warum stellt die Anlage EÜR für Zahnärzte eine besondere Herausforderung dar?

Zahnärzte müssen ihre Umsätze detailliert in umsatzsteuerfreie heilberufliche Leistungen und umsatzsteuerpflichtige Nebentätigkeiten aufschlüsseln, was eine komplexere Buchführung und präzisere Kontentrennung erforderlich macht.

Welche Vorteile sieht der Autor durch die Anlage EÜR für Banken?

Banken profitieren von einer besseren Vergleichbarkeit der finanziellen Kennzahlen zwischen verschiedenen Unternehmen, was die Bonitätsanalyse und Kreditentscheidung erleichtert.

Wie ist die aktuelle rechtliche Lage zur Abgabepflicht der Anlage EÜR?

Zum Zeitpunkt der Arbeit war die Rechtsgrundlage für die verpflichtende Nutzung des amtlichen Vordrucks strittig, weshalb der Autor die Entwicklung diesbezüglicher Verfassungsklagen für die Zukunft als wesentlich erachtet.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vereinfachungspotenziale bei der Besteuerung kleiner Unternehmen - Einnahme-Überschussrechnung (EÜR)
Hochschule
Schumpeter School of Business and Economics
Note
2,0
Autor
Georg Dyck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
26
Katalognummer
V212567
ISBN (eBook)
9783656408031
ISBN (Buch)
9783656408307
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vereinfachungspotenziale besteuerung unternehmen einnahme-überschussrechnung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Georg Dyck (Autor:in), 2010, Vereinfachungspotenziale bei der Besteuerung kleiner Unternehmen - Einnahme-Überschussrechnung (EÜR), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212567
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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